The Bloody Escape
Story:
Gu Hui (Chen Kuan-Tai) gehört zur Wolf Head Gang. Dessen neuer Chief (Wu Chi-Chin) ändert traditionelle Regeln. Es folgen Morde, Entführungen und Vergewaltigungen. Gu Hui kann dies moralisch nicht akzeptieren und hilft einer Geisel (Shih Szu) zur Flucht. Damit zieht er jedoch auch den Zorn der Bande und deren Mitglieder (Wu Chi-Chin, Chan Shen, Chiang Tao) auf sich und wird danach gejagt. Gleichzeitig macht sich ein Agent (Wai Wang) daran, die Mitglieder der Bande exekutieren zu lassen…
Meine Meinung:
The Bloody Escape ist eine Shaw Brothers Arbeit der Regisseure Sun Chung (The Proud Youth, City War) sowie Chang Cheh (Kuan - Der unerbittliche Rächer, Chinatown Kid). Letzterer soll mit anderen Projekten beschäftigt gewesen sein, so dass Sun Chung den Film dann zu Ende gestellt hat. Diese Anfang der 70er Jahre Produktion mit Chen Kuan-Tai (Dragon Tiger Gate, Just Heroes, Thirty Six Killers) ist am Ende weniger blutig, als er der Titel vermuten lässt, hat aber die Zweitsichtung bestanden. Wie schon bei anderen Filmen sah ich The Bloody Escape sehr lange nicht mehr. 16 Jahre. Und wie bei anderen Filmen kannte ich nun viel mehr Gesichter, was den Cast des Filmes anging = macht einfach mehr Laune beim Schauen! Der Film hat mir gut gefallen.
Der Vorspann, teilweise in Zeitlupe gefilmt, hatte fast Italo-Western Vibes. Der Plot des Filmes ist sehr simpel und bietet, trotz der kurzen Laufzeit von nur 84 Minuten, einige Phasen zum Durchschnaufen. Der Plot und die Entwicklung der Figuren, insbesondere von Chen Kuan-Tai, der zu seinen moralischen Prinzipien steht und einen Wandel durchmacht, bekommen trotz den vielen Kampfszenen, Zeit zur Entfaltung. Daher bietet The Bloody Escape fast etwas mehr Anspruch, als andere Kung-Fu-Filme aus dieser Zeit. Chen Kuan-Tai macht in den Kampfszenen sowie in den dramatischen Momenten einmal mehr eine gute Figur. Die Kampfszenen (es wird praktisch nur mit Fäusten und Kicks gekämpft, selten mit dem Einsatz von Waffen) sollen eher realistisch und bodenständig aussehen, statt spektakulär. Diese wurden u.a. von Lau Kar-Wing (Skinny Tiger), der auch einen kurzen Auftritt vor der Kamera liefert, inszeniert.
Shih Szu (The Naval Commandos) spielt ebenso stark in den dramatischen Momenten (Mord an ihren Eltern, die versuchte Vergewaltigung). Bei den Bösewichten gefallen vor allem Chan Shen (Kiss of Death), Chiang Tao (hier noch ohne Schnauz) und Wu Chi-Chin (The Bastard). Kurze Auftritte haben zudem noch The One-Armed Swordsman Bösewicht Yang Chi-Ching (The Sword of Swords) sowie Wong Ching (The Prodigal Boxer, The Shanghai Thirteen). Bei letzterem fand ich es fast schade, als ich sah, dass er auch an Bord ist, dass er nur einen Gastauftritt hinlegt und zudem keinen der Gangster spielte. Weil ihn sehe ich immer gerne als Bösewicht. Dafür hat er in seinen Kampfszenen absolut überzeugt. Wer damit leben kann, dass es im Mittelteil doch die ein oder andere längere Handlungssequenz ohne Kämpfe gibt und letztere praktisch blutlos inszeniert sind, kann sich problemlos an den Streifen wagen!
Infos:
O: Tao Wang
HK 1973
R: Sun Cung, Chang Cheh
D: Chen Kuan-Tai, Shih Szu, Wai Wang, Wu Chi-Chin, Chan Shen, Chiang Tao, Yang Chi-Ching, Lau Kar-Wing, Wong Ching
Laufzeit der HK-DVD: 84:23 Min.
Gesehen am: Okt. 2010 / Neusichtung am: Sept. 2026
Fassungen: Mir lag die HK-DVD, die 2011 in Amsterdam von
Chen Kuan-Tai signiert wurde, vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität,
O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche
Fassung (Stand: Sept. 2026).



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