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Dienstag, 20. Januar 2026

Japan Organised Crime Boss

Japanuary 2026

Japan Organised Crime Boss

Story:

Kôji Tsuruta (Tetsuo Tsukamoto) wird nach acht Jahren Gefängnis entlassen. Das Yakuza-Mitglied findet sich mitten in einem Yakuza-Krieg wieder. Zwei Banden kämpfen um die Vorherrschaft in Yokohama. Als Kôjis Boss ermordet wird, tritt er in dessen Fussstapfen und nimmt den Kampf auf…

Meine Meinung:

Japan Organised Crime Boss ist ein weiterer Yakuza-Film von Kinji Fukasaku (Wolves, Pigs and Men, Yakuza Graveyard, Hokuriku Proxy War). Die Ende der 60er Jahre Produktion hat mir sehr gut gefallen. Inhaltlich hat mich der Streifen an Kinji Fukasakus Film-Reihen Battles Without Honor and Humanity sowie New Battles Without Honor and Humanity erinnert. Japan Organised Crime Boss geht es ernster, dramatischer und ruhiger an, als andere Yakuza-Filme des Regisseurs.

Der Film hat einen simplen Plot, der mir jedoch, auch aufgrund der tollen Figurenzeichnung und der Dramatik, gut gefallen hat. Dazu passt dann auch das nihilistische, aber für Kinji Fukasaku typische und wenig überraschende Ende. Tetsuo Tsukamoto gibt einen wunderbaren Lead ab. Er, der noch an Ideale, Ehre und Ehrenkodexe denkt, sieht sich Mitten in einem Yakuza-Krieg wieder, der seine Opfer fordert. Stark gespielt. Auch der restliche Cast um Ryōhei Uchida, Bunta Sugawara und Tomisaburō Wakayama überzeugt. Der Film ist toll besetzt.

Bunta Sugawara (Street Mobster, Cops Vs. Thugs), oft im Yakuza-Kino von Kinji Fukasaku Zuhause, ist diesmal nur in einer kleinen Nebenrolle zu sehen. Ryōhei Uchida (Bakeneko: A Vengeful Spirit, Yakuza Wolf 2, Samurai Wolf), der Tetsuo Tsukamoto Blutsbruder spielt, macht das sehr gut. Ihm zur Seite steht der durchgehallte Yakuza-Boss Miyahara, gespielt vom grossartigen und wandelbaren Tomisaburô Wakayama (Sympathy for the Underdog). Spielte Tomisaburô Wakayama in Sympathy for the Underdog einen einarmigen, so spielt er hier einen drogensüchtigen Boss. Ein einarmiger kommt im Plot von Japan Organised Crime Boss dennoch auch zum Zuge. Die Action-Szenen sind blutig anzusehen und der Film ist optisch allgemein wunderschön anzusehen (vor allem die Sequenzen im Regen).

Fazit: Für Kinji Fukasaku und Yakuza-Fans Pflichtprogramm!

Infos:

O: Nihon boryoku-dan: Kumicho

Japan 1969

R: Kinji Fukasaku

D: Tetsuo Tsukamoto, Bunta Sugawara, Ryôhei Uchida, Noboru Ando, Tomisaburô Wakayama

Laufzeit der UK-Blu: 96:17 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die UK-Blu von Radiance vor = Wendecover, Booklet, Uncut Fassung, O-Ton, Englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt ein Extra, indem Kinji Fukasaku über sein Leben erzählt. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Freitag, 16. Januar 2026

King Kong gegen Godzilla

Japanuary 2026

King Kong gegen Godzilla

Story:

Aliens versuchen mit einem Roboter-Godzilla (= Mechagodzilla) die Erde zu erobern. Doch Godzilla und Co. sagen ihnen den Kampf an…

Meine Meinung:

Aka Godzilla vs. Mechagodzilla. King Kong gegen Godzilla ist der 14. Godzilla-Film der langlebigen Reihe um die Monster-Echse. Diese Fortsetzung gehört zu den besseren und hat mir gut gefallen. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden. Wichtig ist der Film auch aus historischer (Godzilla Franchise) Sicht, denn es sollte, wie der englische Titel (Godzilla vs. Mechagodzilla) bereits verrät, das Debüt von Mechagodzilla werden. Ein Godzilla-Klon-Roboter der Aliens, der auf der Erde zuerst Unruhe stiftet, ehe sich die Monster gegen ihn wenden.

Mechagodzilla sollte danach noch in weiteren Godzilla-Fortsetzungen eingesetzt werden. Der Godzilla-Roboter war beliebt und populär. King Kong gegen Godzilla, der in Deutschland eine hervorragende deutsche Synchronisation erhalten hat, ist bisher eine der besseren Fortsetzungen der Reihe. Erfreut war ich vor allem über das anfangs hohe Tempo des Filmes. Hier gibt es keine lange Einleitung. Es geht schnell zur Sache. Dafür gibt es im Mittelteil die ein oder andere lahme Füllszene, wenn die Menschen in den Plot integriert werden. Diese sind halt immer zweitrangig. Der Fan schaut die Filme aufgrund der Monster, nicht wegen Menschen.

Jun Fukuda hat dabei ganze Arbeit geleistet. Seine Erfahrung aus vergangenen Godzilla-Arbeiten (Son of Godzilla, Godzilla vs. Gigan, Godzilla vs. Megalon) sieht man King Kong gegen Godzilla zu jeder Zeit an. Wenn etwas kritisiert werden kann, dann der etwas schwache und unspektakuläre Vorspann. Und auch die Musik war wenig erwähnenswert. Das Niveau eines Akira Ifukube (Godzilla, Frankenstein Conquers the World, King Kong Escapes) wird dabei nicht erreicht. Die Darsteller waren solide. Die Highlights waren die Monster-Kostüme, die diversen Monster (Kämpfe), die Zerstörungen und die Effekte. Stark! Nebst Godzilla und Mechagodzilla tummeln sich hier noch folgende Monster: King Caesar und Anguirus.

Fazit: Jedem Godzilla-Fan zu empfehlen!

Gefolgt von: Terror of Mechagodzilla

Infos:

O: Gojira tai Mechagojira

Japan 1974

R: Jun Fukuda

D: Masaaki Daimon, Kazuya Aoyama, Akihiko Hirata, Hiroshi Koizumi, Reiko Tajima, Hiromi Matsushita

Laufzeit der deutschen DVD: 80:49 Min.

Gesehen am: Feb. 2008 / Neusichtung am: Jan. 2026

Fassungen: Für meine frühere Erstsichtung lag mir dazumal die US-DVD von Columbia TriStar (Titel: Godzilla vs. Mechagodzilla) vor. Für die Neusichtung lag mir die deutsche DVD von Anolis im Steelbook vor. Dort gibt es u.a. die japanische Originalfassung im O-Ton mit deutschen Subs zu sehen. Die Bild- und Tonqualität sind gut. Die deutsche Synchronisation ist zudem hervorragend. Anolis hat den Film inzwischen auch auf Blu-Ray veröffentlicht.

Underworld Beauty

Japanuary 2026

Underworld Beauty

Story:

Dieb Miyamoto (Michitarô Mizushima) hat es nach seiner Gefängnisstrafe auf Diamanten abgesehen, die er vor seiner Verhaftung versteckt hat. Zudem will er Mihara (Tôru Abe), der beim damaligen Raub verletzt wurde, helfen. Doch Yakuza Boss Ôyane (Shinsuke Ashida), der die Diamanten für sich haben will, spielt ein doppeltes Spiel mit Miyamoto und Mihara. Daraus resultiert Miharas Tod. Miyamoto plant zusammen mit Miharas Schwester (Mari Shiraki) die Diamanten zurückzuholen…

Meine Meinung:

Underworld Beauty ist ein Frühwerk von Seijun Suzuki (The Incorrigible, Teenage Yakuza, Story of a Prostitute), der später einige Kracher wie Tokyo Drifter, Branded to Kill, Youth of the Beast und Detective Bureau 2-3: Go to Hell, Bastards! inklusive Arthouse Filme wie Yumeji und Co. auf die Leinwand gezaubert hat. Underworld Beauty ist ein in s/w gedrehter Ende der 50er Jahre Streifen und gehört zum Sub-Genre Japanese Film Noir mit Figuren aus der Gangster- und Yakuza (Unter)Welt.

Leider hat mir Underworld Beauty nicht sonderlich gefallen, so dass der Yakuza-Streifen nicht in meine Filmsammlung integriert wird. Der Film war mir schlicht zu alt und zu harmlos. Die Inszenierung wirkte auf mich angestaubt, hölzern und öde. Der Film war schlicht und ergreifend einfach langweilig. Dazu gehörte auch die Musik, die mir nicht gefiel. Die war auch lahm und eher nervend. Auch der Cast konnte mich grösstenteils nicht überzeugend. Mit Abstrichen gefällt Mari Shiraki, die aber von einem schwachen Drehbuch ausgebremst wird.

Der Film hat praktisch keine Action-Szenen. Im Finale gibt es ansatzweise so was wie eine Schiesserei zu sehen. Aber auch diese kann den Film nicht besser machen. Allgemein sind die s/w Bilder schick anzusehen und z.T. stimmungsvoll eingefangen worden. Die Optik und Kameraeinstellungen lassen das Talent, welches Seijun Suzuki später einen Karriereschub vollbringen sollten, hier und da aufblitzen. Alles in allem kann ich den Film jedoch nur Hardcore Seijun Suzuki-Fans empfehlen.

Infos:

O: Ankokugai no bijo

Japan 1958

R: Seijun Suzuki

D: Michitarô Mizushima, Mari Shiraki, Tôru Abe, Shinsuke Ashida

Laufzeit der UK-Blu: 87:09 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Radiance vor = Wendecover, Booklet, Uncut, O-Ton mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es u.a. einen Kurzfilm von Seijun Suzuki. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Mittwoch, 14. Januar 2026

Wolves, Pigs and Men

Japanuary 2026

Wolves, Pigs and Men

Story:

Jiro (Ken Takakura), ein Yakuza-Mitglied, wird nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Das passt dem Iwasaki Clan nicht. Diese wollen Jiro aus der Stadt wissen und beauftragen Jiros älteren Bruder Kuroki (Rentaro Mikuni), sich darum zu kümmern. Doch als Jiro und ein Kumpel (Shinjirō Ehara) zusammen mit Jiros jüngerem Bruder Sabu (Kinya Kitaoji) eine Geld- und Drogenlieferung des Iwasaki Clan stehlen und sich danach gegenseitig betrügen, sorgt dies für eine Spirale aus Gewalt und Tod…

Meine Meinung:

Wolves, Pigs and Men ist ein Frühwerk des späteren Meister-Regisseurs Kinji Fukasaku (Samurai Reincarnation, Battle Royale, The Green Slime). Ein in s/w gedrehter Yakuza-Film der die Genres Yakuza, Action und Drama miteinander verbindet. Der Film erinnerte mich z.T. an spätere Filme von Quentin Tarantino (vor allem an Reservoir Dogs). Letzterer war ein bekennender Fan von Kinji Fukasaku und Quentin Tarantino war bekannt dafür, sich von seinen Lieblingsfilmen- und Regisseuren inspirieren zu lassen. Wolves, Pigs and Men ist dabei aber kein Kracher, aber die Qualität, die Kinji Fukasaku in späteren Produktionen aufzeigen sollte, sind dennoch spür- und erkennbar.

Was mir am Film am meisten gestört hat d.h. nicht gefiel war einerseits die Musik inklusive musikalische Gesangsszenen sowie in einzelnen Szenen der Humor und Klamauk. Das wirkte peinlich und unpassend, aber passte zum Zeitgeist der Produktion (Halbstarke, Rock-’n’-Roll-Ära). Nebst Jazz bin ich kein Fan von Saxophon-Klängen und leider gibt es hier solche zu hören. Der Plot und seine Szenen sind z.T. etwas repetitiv (die Folter-Szenen). Und einige der Nebendarsteller agierten leicht laienhaft (die erste Sterbeszene von Sabus Kumpel).

Abgesehen davon war ich auch positiv überrascht, wie viel Tiefe der Plot, die Hauptcharaktere und die Dramatik bekommen. Das hatte schon fast Heroic Bloodshed Vibes und die Brüder auf beiden Seiten zu sehen, erinnerte mich an John Woos Filme A Better Tomorrow 1 + 2. Auch dort trugen die Protagonisten Sonnenbrillen, um cool zu wirken. So auch in Wolves, Pigs and Men. Seine stärksten Momente hat der Film in seinem nihilistischen Ende. Etwas, was auch in späteren Filmen von Kinji Fukasaku immer wieder zu sehen sein würde.

Beim Cast haben mich die Hauptdarsteller am meisten überzeugt. Ken Takakura (A Fugitive from the Past), Rentaro Mikuni (The Fugitive Samurai) sowie Kinya Kitaoji (Battles Without Honor and Humanity: Deadly Fight in Hiroshima) haben ihre Sache sehr ordentlich und glaubhaft verkörpert. Shinjirō Ehara (Outlaw: Kill!, Invasion of the Neptune Men), der Jiros Komplize mimt, spielte auch überzeugend. Der Rest fällt leicht bis deutlich ab. Teilweise gab es auch Momente, die fast an einen Western erinnert haben. Tierfreunde werden in einer Sequenz schlucken, wenn Hunde verängstigt durch die Müllberge gescheucht werden.

Fazit: Lässt das Talent von Kinji Fukasaku aufblitzen, ist aber noch kein Must Have Titel aus seiner Filmographie.

Infos:

O: Ôkami to buta to ningen

Japan 1964

R: Kinji Fukasaku

D: Ken Takakura, Shinjiro Ehara, Kinya Kitaoji, Rentaro Mikuni

Laufzeit der US-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Film Movement vor = zwei Filme in einem Set, Schuber, Booklet, New 2K Restorations, Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt als Extras Interviews mit Beteiligten der Produktion. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Donnerstag, 8. Januar 2026

Yakuza Wolf 2

 
Japanuary 2026

Yakuza Wolf 2

Story:

Ein Waffenhändler (Sonny Chiba) wird verraten und wandert ins Gefängnis. Zusammen mit einem anderen Insassen (Tatsuya Fuji) gelingt ihm die Flucht aus dem Gefängnis. Er tut sich mit anderen Gangstern zusammen und plant, sich an seinem früheren Boss (Mikio Narita) für den Verrat zu rächen…

Meine Meinung:

Yakuza Wolf 2 hat nichts mit dem 1. Teil zu tun. Yakuza Wolf 2 erzählt eine eigene, neue Geschichte und wartet mit neuen Figuren auf. War ich vom ersten Film etwas enttäuscht, so muss ich sagen, dass auch der 2. Teil kein Kracher ist. Aber enttäuscht war ich nicht. Der Film ist in einer Collection (The Sonny Chiba Collection von Shout Factory) gut aufgehoben. Der Film ist solide und kurzweilig, aber halt einfach nichts Besonderes.

Der Film ist etwas zu lustig und zu harmlos. Leider fungieren auch einige der Helden viel zu naiv (z.B. erschiessen die Bösewichte nicht, da unbewaffnet und lassen sich dann von den Bösewichten abknallen) und es war schade, dass z.B. Tatsuya Fuji stirbt. Da hätte es in Sonny Chibas Gang andere Gewischter gehabt, welche weniger charismatisch waren als der Schnauzer. Sonny Chiba (The Executioner II: Karate Inferno) selbst macht das hingegen sehr souverän und Reiko Ike (Cops vs. Thugs), Star aus Sex and Fury und Female Yakuza Tale (wohl beides ihre besten Arbeiten), darf hier mit ihren Reizen spielen (jedoch nur in einer kleineren Nebenrolle).

Der Film ist anspruchslos unterhaltsam und dank der kurzen Laufzeit von nur knapp 85 Min. schnell vorbei. Der Plot ist dabei nur Mittel zum Zweck. Es gibt zwar viel Action, aber leider war der Film in der Hinsicht sehr harmlos und praktisch unblutig. Es wird zwar viel geschossen oder Figuren auch abgestochen (mit diversen Waffen und Gimmicks wie Messern, einer Hakenhand und Co.) aber blutig wird es dabei nicht. Das ist schon etwas schade und schmälert z.B. das actiongeladene Finale. Auch die finale Konfrontation zwischen Sonny Chiba und seinem Gegner Mikio Narita (Female Prisoner #701 Scorpion: Beast Stable, Hanzo the Razor 3: Who's Got the Gold?) war viel zu schnell vorbei.

Fazit: Kein Must See Titel und nur für Hardcore Sonny Chiba Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Ôkami yakuza: Tomurai wa ore ga dasu

Japan 1972

R: Buichi Saitô

D: Sonny Chiba, Tatsuya Fuji, Tsunehiko Watase, Shinzō Hotta, Reiko Ike, Mikio Narita, Asao Uchida, Ryōhei Uchida

Laufzeit der US-Blu: Ca. 85 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory (The Sonny Chiba Collection) vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Mittwoch, 7. Januar 2026

Love & Crime

Japanuary 2026

Love & Crime

Story:

Ein Forensiker (Teruo Yoshida) untersucht den Leichnam seiner Frau. Danach erzählt er dem Zuschauer vier True-Crime Vorfälle, die Japan erschüttert haben und in deren Zentrum Frauen standen:

The Toyokaku Inn Incident:

1957: Kunie Munakata (Rika Fujie) will um jeden Preis ein Hotel besitzen, koste es was es wolle. Sie stellt sogar ihren Liebhaber (Takashi Fujiki) ein, um ihrem Ziel näher zu kommen. Dafür geht sie auch über Leichen…

The Abe Sada Incident:

Teruo Yoshida führt mit Sada Abe, die ihrem Lover den Penis abschnitt, auf einer Brücke in Tokyo ein Interview. Danach erzählt der Film zwei kurze Geschichten über zwei Männer (Toru Yuri und Akira Oizumi), die von ihren Frauen (Asano Kanamori) die Penisse abgeschnitten bekommen haben.

The Kodaira Incident:

Während dem 2. Weltkrieg geht ein Vergewaltiger und Serienmörder (Asao Koike) um…

Oden Takahashi:

1879: Takahashi Oden (Teruko Yumi) wird für einen Mord zum Tod durch Enthauptung verurteilt…

Meine Meinung:

Als ich den Film im Nov. 2006 sah, vor 20 Jahren, lag mir nur eine Japanisch gesprochene Fassung ohne (englische) Untertitel vor. Für den Inhalt von Love & Crime, der eine Rahmenhandlung und dazu vier True Crime Verfilmungen erzählt, sind verständliche Untertitel wichtig. Ansonsten ist das Sehvergnügen definitiv eingeschränkt und wirr. Erst 88 Films haben dem Film im Januar 2025 eine offizielle Vö mit englischen Untertiteln spendiert.

Der Film von Teruo Ishii (Yakuza Law, Bohachi Bushido: Code of the Forgotten Eight, Japanese Hell) gehört zur Tokugawa-Reihe. Ich würde meinen, dass der Film zusammen mit Yakuza Law, ebenfalls ein Episodenfilm, zu den weniger sehenswerten Beiträgen in der Reihe gehört. Der Film kommt nur knapp in die Sammlung. Im Vergleich zu anderen Beiträgen der Reihe (Shoguns Joy of Torture, Oxen Split Torturing) geht es in Love & Crime harmloser zu. Inhaltlich geht es um Frauen, die Opfer begehen oder zu Opfern werden.

Der Einstieg in den Film war etwas «cheesy», mit dem «Pathologen», dem plötzlich seine eigene Frau auf dem Seziertisch liegt und der danach anhand True Crime Fällen herausfinden will, wie es so weit kommen konnte. Die erste Episode war fast die beste. Solider Mix aus etwas Sex, Sleaze, blutigen Momenten und optisch gelungenen Szenen (wie sie ihren Lover am Ende absticht und das Feuer). Danach wird es bizarr, als der Film die echte Abe Sada präsentiert und sie einige Dinge erzählt. Danach folgen zwei Kurzgeschichten über Männer, die von ihren Frauen entmannt werden.

The Kodaira Incident, die Episode die nur in s/w gefilmt wurde, erinnert leicht an den Shaw Brothers Film The Criminals 5 – The Teenager’s Nightmare und dessen zweite Episode The Teenager’s Nightmare. Dreckig und schmuddelig geht es zu, wenn der Vergewaltiger am Ende das junge Mädchen tötet. Das ist inhaltlich vielleicht die härteste Episode. Die letzte war eher kurz, aber gefiel vor allem optisch. Und es gab einige tolle Make-Up Effekte (das entstellte Gesicht). Die Enthauptung vor verschneiter Kulisse und in Zeitlupe wurde optisch wunderschön inszeniert. Das können die Japaner einfach.

Fazit: Wer keine Ansprüche hat und True Crime Inhalte mit etwas Sex, Blut und Sleaze mag, kann einen Blick riskieren.

Gefolgt von: Orgies of Edo

Infos:

O: Meiji · Taishô · Shôwa: Ryôki onna hanzaishi

Japan 1969

R: Teruo Ishii

D: Rika Fujie, Takashi Fujiki, Teruo Yoshida, Toru Yuri, Akira Oizumi, Abe Sada, Asano Kanamori, Asao Koike, Teruko Yumi

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 92:18 Min.

Gesehen am: Nov. 2006 / Neusichtung: Jan. 2026

Fassungen: Ich sah den Film vor 20 Jahren als japanische DVD ohne verständliche Untertitel. Später kamen die Franzosen mit ihrer Vö = noch immer (für mich) ohne verständliche Untertitel. Erst 88 Films schaffte mit ihrer UK-Blu-Ray Vö Abhilfe. Für die Neusichtung lag die UK-Blu Ray vor = Wendecover, Booklet, DVD & Blu-Ray zum Film, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität sowie Uncut. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Dienstag, 6. Januar 2026

Yakuza Graveyard

Japanuary 2026

Yakuza Graveyard

Story:

Detektiv Kuroiwa (Tetsuya Watari) verliebt sich in die Ehefrau eines Yakuza-Bosses. Dem Yakuza-Boss der Nishida Gang. Der Boss sitzt im Gefängnis, als sich Kuroiwa in Keiko (Meiko Kaji) verliebt. Derweil bahnt sich zwischen der Nishida und dem Yamashiro Gang ein Krieg an und auch die Polizei ergreift Partei für eine der beiden Gangs…

Meine Meinung:

Yakuza Graveyard ist ein weiterer Yakuza-Film von Kinji Fukasaku (The Boss's Head, Graveyard of Honor, Tora! Tora! Tora!). Diesmal konnte mich seine Arbeit jedoch nicht überzeugen. Das hat mich überrascht und das kam unerwartet. Der Plot war nichts Besonderes. Die Inhalte kennt der Fan irgendwie schon, wie auch die Musik, die sich gefühlt immer nach der Battles Without Honour and Humanity Klängen anhört. Was ich dem Film positiv anmerken muss, sind einige optische und psychedelische Spielereien mit ungewöhnlichen Kameraeinstellungen und dem Spiel mit Farben.

Aufgrund der Tatsache, dass es eher wenig Action gibt (auch der Blutgehalt ist niedrig), kommt es zu Längen. Die Liebesgeschichte und Dramatik haben nicht funktioniert. Das wirkte nicht glaubhaft und steril. Diese Szenen haben nichts in mir ausgelöst. Der Funke sprang nicht rüber. Zudem fand ich Tetsuya Watari und Meiko Kaji (Female Prisoner #701: Scorpion) in ihren Rollen als Leads schwach. Und auch in der Hinsicht war ich überrascht, vor allem von der Leistung und Darbietung von Tetsuya Watari. Das hat er in anderen Werken (Tokyo Drifter, Outlaw: Gangster VIP) deutlich besser gemacht.

Leider waren auch die anderen Figuren nicht interessant. Tetsuya Watari soll zwar cool wirken (trägt fast immer die Sonnenbrille), aber er war am Ende nur ermüdend und nicht wirklich sympathisch. Zuweilen wirkt der Film auch etwas zu lustig und das Ende war wenig überraschend und vorhersehbar.

Fazit: Schafft es leider nicht in meine Filmsammlung!

Infos:

O: Yakuza no hakaba: Kuchinashi no hana

Japan 1976

R: Kinji Fukasaku

D: Tetsuya Watari, Meiko Kaji, Hideo Murota, Tatsuo Umemiya

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Radiance vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. In Deutschland unter dem gleichen Titel von REM auf DVD erschienen.

Freitag, 2. Januar 2026

Invasion of the Neptune Men

Japanuary 2026

Invasion of the Neptune Men

Story:

Aliens vom Neptun wollen die Erde übernehmen. Eine Gruppe von Kindern und ein maskierter Superheld (Sonny Chiba) stellen sich den Aliens entgegen…

Meine Meinung:

Invasion of the Neptune Men ist ein wenig sehenswerter Sci-Fi Streifen aus Japan. Der s/w Film aus dem Jahr 1961 wartet mit einem sehr jungen Sonny Chiba (Wolf Guy, Return of the Street Fighter, Kill Bill: Vol. 1) als eine der erwachsenen Hauptrollen auf. In einem Review las ich sogar, dass das sein Debüt als Schauspieler gewesen sein soll. Er spielt zum einen Wissenschaftler und zum anderen einen maskierten «Superhelden», der den Kampf gegen die Aliens aufnimmt. Die anderen Hauptpersonen sind eine Gruppe von Kindern.

Die Kinder sollen, vor allem in der englischen Sprachfassung, sehr nervend geworden sein. In dieser japanischen Originalfassung sind sie erträglich. Der Film ist aber alles in allem zu billig, zu lahm und zu unspektakulär, um wirklich überzeugen und gefallen zu können. Und dass, obwohl der Film nur knapp 75 Minuten läuft. Es kommt definitiv zu Längen. Da helfen zuerst auch cheesy Effekte nichts (Sonny Chibas Kostüm oder das Aussehen der Aliens).

Der Plot fesselt wenig. So gesehen ist es schon ein Vorteil, dass das US-Label Shout Factory mehrere Filme via diese Collection veröffentlicht hat. Sonst hätte ich sogar von einem Fehlkauf gesprochen. Invasion of the Neptune Men ist leider nur mittelmässig und ist der bisher schlechteste Film, den ich aus dem Set gesehen habe (Dragon Showdown, Watari the Ninja Boy, Ninja Scope, Golden Ninja). Ninja Scope ist noch immer der beste und bisher spassigste Film aus dem Set. Im letzten Viertel hat Invasion of the Neptune Men dank den Zerstörungs- und Actionszenen seine besten Momente.

Fazit: Kein Must See Titel!  

Infos:

O: Uchû Kaisoku-sen

Japan 1961

R: Koji Ota

D: Sonny Chiba, Kappei Matsumoto, Shinjirô Ebara, Mitsue Komiya, Ryuko Minakami

Laufzeit der US-Blu: Ca. 75 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory (Classic Tokusatsu Collection) = Jap. O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

The Great Chase

 
Japanuary 2026

The Great Chase

Story:

Die Rennfahrerin Shinobu Yashiro (Etsuko Shihomi) arbeitet für den japanischen Geheimdienst. Nun arbeitet sie an einem Fall, der Drogenschmuggel beinhaltet. Und die Täter sollen auch für den Mord an ihrem Vater verantwortlich sein…

Meine Meinung:

The Great Chase ist 70er Jahre Exploitation von Toei von Norifumi Suzuki, der einige beachtliche Filme realisiert hat (School of the Holy Beast, Star of David: Beauty Hunting, Sex & Fury). Ich hatte vielleicht etwas zu viel und/oder falsche Erwartungen, so dass ich mir am Ende mehr vom Film versprochen hätte. Aufgrund Etsuko Shihomi (Soul of Bruce Lee, Message from Space, The Executioner II: Karate Inferno) als Hauptfigur wird The Great Chase natürlich oft mit ihren Sister Street Fighter vergleichen und auch in die gleiche Kerbe geworfen.

Ich muss jedoch sagen, dass mir die Sister Street Fighter Filme (vor allem die ersten drei Filme der Reihe) im Vergleich doch eine ganze Stufe besser gefallen haben als The Great Chase. Auch 13 Steps of Maki mit Etsuko Shihomi war nochmals ein anders Kaliber. Daher war ich von The Great Chase etwas enttäuscht. Der Gewalt- und Blutlevel ist viel kleiner, der Film ist gar zu lustig und die Mehrheit der ganzen Verkleidungsszenen von Etsuko Shihomi gefielen mir nicht, da die Gangster dabei einfach viel zu naiv agiert haben. Der Einsatz von Saxophon-Musik entsprach auch nicht meinem musikalischen Geschmack.

Einzelne der Kritikpunkte könnten bei einer zukünftigen Zweitsichtung mit angepassten Erwartungen in der Zukunft weniger stark ins Gewicht fallen (Kleine Blutmenge, der Humor). Der knapp 80minütige Film ist nämlich zu keiner Sekunde langweilig und versucht, viel zu bieten. Das «Highlight» ist sicher der als Bär verkleidete Bösewicht, dem eine Kollegin von Etsuko Shihomi zum Opfer fällt und welche vor den Augen ihres gefesselten Bruders vergewaltigt wird. Das ist sozusagen die einzige fiese Szene des ganzen Filmes. Mit dem «Bär» liess sich jedoch auch auf dem Filmplakat wunderbar werben!

Fazit: Erreicht nicht die Qualität und Klasse von The Sister Street Fighter oder 13 Steps of Maki, aber es wird noch immer gute und kurzweilige Karate-Action mit Bond-Motiven geboten, um unterhalten zu können!

Infos:

O: Karei-naru tsuiseki

Japan 1975

R: Noribumi Suzuki

D: Etsuko Shihomi, Bin Amatsu, Mach Fumiake, Eiji Gô

Laufzeit der US-Blu: Ca. 83 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Neon Eagle vor = Schuber, Booklet, Wendecover, weltweite Blu-Ray Premiere, wohl auch die erste Vö mit englischen Subs (Japanischer Ton), Uncut, exzellente Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

The Bride from Hades

Japanuary 2026

The Bride from Hades

Story:

Schullehrer Shinzaburo (Kojiro Hongo) wird von einem weiblichen Geist (Miyoko Akaza) verführt. Im Glauben, dass es sich bei der Frau um einen Menschen handelt, lässt Shinzaburo die Nähe des Geistes zu. Selbst als sein Umfeld den Geist bemerkt und Vorkehrungen trifft, um den Geist zu vertreiben, will Shinzaburo an den nächtlichen Treffen mit ihr festhalten…

Meine Meinung:

The Bride from Hades von Regisseur Satsuo Yamamoto ist der beste Film aus Radiance Films Daiei Gothic-Box. Der Film aus dem Jahr 1968 erzählt zwar nicht unbedingt einen neuen Plot und ich fühlte mich an den vor nicht allzu längerer Zeit gesehenen Nang Nak erinnert, dennoch vermochte der Film zu überzeugen. Von Regisseur Satsuo Yamamoto kenne ich nur einen Beitrag zur langjährigen Zatoichi-Reihe. Ansonsten bin ich mit dessen Arbeiten nicht vertraut. Er scheint jedoch keine weiteren Grusel- und Horrorfilme realisiert zu haben. Schade.

Der Film ist überzeugend gespielt. Auch wenn zwei wichtige Nebenfiguren etwas an ihrem Overacting «kranken», agiert der Rest glaubhaft und überzeugend. Miyoko Akaza (Lady Snowblood) als weiblicher Geist und Kojiro Hongo (Gamera: Guardian of the Universe, The Whale God, Yokai Monsters: Along with Ghosts) als tragisch Auserwählter «Nobelmann» sind gut gecastet, auch wenn letzterer im Vergleich zu Miyoko Akaza etwas abfällt. Sein Zerfall ist jedoch gut gespielt und dokumentiert. Bei The Bride from Hades handelt es sich, wie der Name der UK-Edition bereits verrät, um eine Daiei Produktion. Die waren vor allem für ihre Filmreihen wie Zatoichi, Gamera oder Daimajin bekannt.

Der Film punktet durch seine Inszenierung. Die Kameraarbeit ist gelungen. Zusammen mit den unheimlichen Bildern (vor allem bei seinen Ghost-Szenen), einer klug eingesetzten Kameraführung und der Musik, gelingt es dem Film, eine quälend langsame und unheimliche Stimmung zu generieren. Der Film ist einfach schön gefilmt und herrlich atmosphärisch und stimmungsvoll anzusehen. Zudem waren die Figuren am überzeugtesten, was die drei Filme aus der Edition angehen. Niemand, der mich genervt hat. Top.

Fazit: Fans von klassischen Gruselfilmen kommen mit The Bride from Hades auf ihre Kosten!

Infos:

O: Botan-dorô

Japan 1968

R: Satsuo Yamamoto

D: Kojiro Hongo, Miyoko Akaza, Hajime Koshikawa, Kō Nishimura Mayumi Ogawa Takashi Shimura Atsumi Uda

Laufzeit der UK-Blu: 88:35 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen als Daiei Gothic (Box) als UK-Blu-Ray von Radiance Films = O-Ton, englische Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Hokuriku Proxy War

Japanuary 2026

Hokuriku Proxy War

Story:

Yakuza Kawada (Hiroki Matsukata) hat einen Disput mit seinem Boss, der sich nicht an Versprechen hält. Kawada holt sich diese mit Gewalt. Mr. Yasuhara schwört Rache und setzt ein Kopfgeld auf Kawada aus. Die Kanai Gruppe um Boss Kanai (Sonny Chiba) sieht das grosse Geld und Kanai schickt 50 Killer los, um sich Kawada zu schnappen…

Meine Meinung:

Hokuriku Proxy War ist ein weiterer Yakuza-Film von Kinji Fukasaku (Battle Royale 2, Crest of Betrayal, Virus). Das soll Kinji Fukasaku letzter Yakuza-Film gewesen sein, der sogar einen Mord inspiriert haben soll und/oder umgekehrt auf einem Mord beruhen soll. Es handelt sich natürlich um eine gängige Yakuza-Geschichte, wie Fans sie aus anderen Filmen von Kinji Fukasaku kennen. Am ehesten hat mich der Film an Battles Without Honour and Humanity erinnert, was die chaotische Kameraarbeit in den Actionszenen und z.T. die Musik angehen. Und dank dem verschneiten Setting kamen auch Tokyo Drifter Vibes auf.

Ich würde sagen, dass der Film etwas weniger ernst wirkt als andere Gangster-Filme des Regisseurs. Ob dies gewollt oder durch das Overacting ungewollt ist, sei Mal dahingestellt. Ich ging mit etwas falschen Erwartungen an den Film. Sonny Chiba, der eine kleine Nebenrolle spielt, erwartet ich in einer grossen Hauptrolle. Aber das ist nicht korrekt. Er bekommt nur wenig Szenen, keine Action-Szene spendiert und schade ist die Tatsache, dass er, nachdem seine Figur verhaftet wurde, auch nicht mehr vorkommt. Das passt allgemein zum offenen Ende, das mir nicht gefallen hat.

Sonny Chiba (Doberman Cop, The Golden Bat, Legend of the Eight Samurai) spielt einen Yakuza Boss und fällt vor allem durch seine extravaganten Kleidungstil auf. Die Hauptrolle spielt Hiroki Matsukata (Cops vs. Thugs, Battle of the Dragons, New Battles Without Honor and Humanity). Er macht das gut und mit all seiner Erfahrung. Er spielte in unzähligen Yakuza oder Ninja-Filmen mit. Dennoch fühlt der Zuschauer, dass er nie Angst um die von Hiroki Matsukata gespielte Figur haben muss. Er steht über allen und gerät nie ernsthaft in Gefahr. Das wirkt in der Tat zu cartoonhaft, um wirklich eine Spannung zu generieren. Dennoch ist überraschend für dramatische Szenen gesorgt, was die Frauenrollen angehen. Und diese funktionieren gut.

Fazit:  Wer das Yakuza Kino von Kinji Fukasaku mag, dürfte nicht enttäuscht werden!

Infos:

O: Hokuriku dairi sensô

Japan 1977

R: Kinji Fukasaku

D: Hiroki Matsukata, Sonny Chiba, Yumiko Nogawa, Mikio Narita, Yôko Takahashi, Takeo Chii, Tatsuo Endo

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 98 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen als UK-Blu-Ray von Radiance Films = auf 3000 Stück limitiert, Wendecover, Booklet, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, diverse exklusive Extras (Interviews). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

The Death Lullaby

Japanuary 2026

The Death Lullaby

Story:

Ein kleiner Junge wird von anderen Kindern aufgrund seiner Zähne gemobbt. Eine Gruppe von Menschen demonstriert gegen den Bau eines Flughafens…

Meine Meinung:

Bei The Death Lullaby handelt es sich zum einen um einen Animationsfilm und zum anderen um einen Kurzfilm, der auch auf einigen Filmfestspielen zu sehen war (Turin, Berlin). Es handelt sich um eine 8mm Arbeit von Hiroshi Harada, der fünf Jahre daran gearbeitet hat. Hiroshi Harada dürfte Fans vor allem aufgrund des abgefahrenen Midori ein Begriff sein. Auf der US-(Bootleg)Blu-Ray war auch dieser Kurzfilm im Set enthalten. Ansonsten wäre mir The Death Lullaby nie über den Weg gelaufen.

The Death Lullaby ist nicht uninteressant. Es geht wohl um zweierlei. Kritik am japanischen System (Mobbing) und eine Art Sozialkritik an der zunehmenden Industrialisierung. Daher erinnerte der Inhalt leicht an Tetsuo: The Iron Man. Einen richtigen Plot gibt es in The Death Lullaby nicht. Immerhin steht der Junge, der gemobbt wurde, in Vordergrund, ehe er sich im Verlauf des Plots auch rächt. Dazwischen geht Japan scheinbar unter, aufgrund stets neuer Bauten und Techniken, die das Land zerstören. Hier und da werden echte Aufnahmen von Demonstrationen eingestreut.

Die surreale Darbietung, die kurze Laufzeit, der Verzicht auf Antworten und speziell die Musik wissen in der Kombination zu gefallen. Langweilig wird es nicht, da nur 27 Minuten Laufzeit. Der Animationsstil gefiel mir. Zwar hätte ich The Death Lullaby individuell nicht nachgejagt, aber da der in der Shoujo Tsubaki Collection enthalten war, wurde der selbstverständlich auch angesehen. Wer das Set nicht extra kaufen möchte (wobei das Ding aufgrund Midori schon lohnt!), den Kurzfilm gibt es auch auf YouTube (Stand: Nov. 2025).

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Nidoto mezamenu komoriuta

Japan 1985

R: Hiroshi Harada

D: -

Laufzeit der US-Blu: Ca. 27 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Bootleg Blu-Ray (Midori – Shoujo Tsubaki Collection) = Japanischer O-Ton mit Englischen Subs, solide Bild- und Tonqualität, Uncut. Als Extras gibt es noch ein Interview mit Regisseur Hiroshi Harada. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Jan. 2026).

The Defensive Power of Aikido

Japanuary 2026

The Defensive Power of Aikido

Story:

Anfang des 20. Jahrhunderts:

Farmer Morihei Ueshib (Jirô Chiba) trainiert das Dorf in Sachen Martial Arts. Als er einen fliehenden Jungen bei sich versteckt, zieht er den Zorn eines Kämpfers (Sonny Chiba) auf sich. Doch Morihei Ueshib hat im Duell gegen den Karate-Kämpfer keine Chance. Zuerst gefrustet und dann motiviert nimmt es sich Morihei Ueshib zur Aufgabe, neue (Kampf)Techniken zu lernen, um sich verwirklichen zu können…

Meine Meinung:

The Defensive Power of Aikido ist ein auf historischen Grundlagen beruhender japanischer Film um Morihei Ueshib, der die japanische Kampfkunst Aikidō kreiert hat. Aikidō? Das ist die Kampfkunst, mit der Steven Seagal Alarmstufe: Rot, Zum Töten freigegeben oder Auf brennendem Eis Gangstern das Fürchten lernte. Toei weichte in dieser Mitte der 70er Jahre Produktion vom Exploitation-Schlag ab (wobei es dennoch die ein oder andere blutige Szene zu bestaunen gibt), um diesen Film zu realisieren.

Ich sah den Film in einer Sonny Chiba (Soul of Bruce Lee, Karate for Life, 13 Steps of Maki) Collection. Die Hauptfigur Morihei Ueshib wird jedoch nicht von Sonny Chiba, sondern von Jirô Chiba (The Street Fighter, Wolf Guy) verkörpert. Wie der Name schon verrät handelt es sich um Sonny Chibas jüngeren Bruder. Dass Sonny Chiba einen Bruder hat, der dazu auch noch im Filmgeschäft tätig war, wusste ich nicht. Und ich teile die Meinung von vielen anderen Zuschauern, wenn ich sage, dass Sonny Chiba die Hauptrolle hätte spielen sollen.

Jirō Chiba hat nämlich definitiv weniger Ausstrahlung und Charisma und auch in den Kampfszenen macht sein älterer Bruder eine bessere Figur. Da wäre andersrum besser gewesen. Sonny Chiba spielt fast eine Art Chow Yun-Fat à la The Killer. In seiner ersten Kampfszene verletzt er unabsichtlich eine Frau, um die er sich danach kümmert. Gegen Ende wird der Film besser. Zuvor gibt es, trotz der kurzen Laufzeit von nur knapp 82 Minuten, auch Längen und Uninteressantes zu sehen. Im letzten Viertel darf dann sogar noch Sister Street Fighter Star Etsuko Shihomi (Message from Space, The Executioner II: Karate Inferno) mitmischen. Cool.

Fazit: Solider Durchschnitt aber auch verschwendets Potenzial. Kein Kracher.

Infos:

O: Gekitotsu! Aikidô

Japan 1975

R: Shigehiro Ozawa

D: Jirô Chiba, Sonny Chiba, Etsuko Shihomi, Yōko Koizumi, Yoko Horikoshi, Ryūnosuke Kaneda, Akira Shioji, Takashi Noguchi

Laufzeit der US-Blu: Ca. 82 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu von Shout Factory (Sonny Chiba Collection Vol. 2) = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton mit englischen Subs (1. offizielle Fassung in dieser Form?). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Sympathy for the Underdog

Japanuary 2026

Sympathy for the Underdog

Story:

Nach zehn Jahren Gefängnis kehrt der ehemalige Gangster-Boss Gunji (Kôji Tsuruta) in die Freiheit zurück. Sein damaliger Feind hat nun das Sagen, seine Territorien übernommen und führt ein gigantisches Gangster-Syndikat. Gunji beschliesst, sich eine neue Truppe aufzubauen und danach Okinawa anzusteuern…

Meine Meinung:

Sympathy for the Underdog ist sehenswertes Yakuza-Kino des japanischen Ausnahme-Regisseurs Kinji Fukasaku (Swords of Vengeance, Street Mobster, Battle Royale), der viele Yakuza- und Gangsterstreifen realisiert hat. Sympathy for the Underdog gehört dabei sicherlich zu den besten Werken des fleissigen Japaners. Ich hatte an dem Film und den Figuren grosse Freude. Im Vergleich zu anderen Filmen von Kinji Fukasaku, die im Yakuza-Universum angesiedelt sind, geht es in Sympathy for the Underdog weniger komplex und immer verständlich zu und her.

Ob der Film wirklich in Okinawa gedreht wurde oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis. Das Setting wirkt aber authentisch und ist die perfekte Wahl, für eine Gangster-Geschichte. Zudem ist das hier das erste Mal in einem japanischen Film, in dem auch von Personen vom «Mainland» gesprochen wird. Etwas, was ich sonst nur aus dem Hong Kong Kino kenne, wenn sich in diesen Filmen z.B. Gangstern oder Polizisten aus China nach Hong Kong «verirren». Das fand ich amüsant.

Der Plot ist simpel und nichts Neues. Dafür sehr unterhaltsam und cool inszeniert. Das gilt auch für die Figuren. Speziell zwei Namen möchte ich erwähnen. Zum einen Kôji Tsuruta (Killer’s Mission). Die Hauptfigur des Filmes. Er, der immer eine Sonnenbrille trägt ist die Coolness in Person. Egal in welcher hitzigen Situation er sich befindet. Wie er mit dem Gegner verhandelt und/oder Forderungen stellt, liess mich schmunzeln. Ultra coole Darbietung. Kôji Tsuruta trägt den Film allein. Seine Männer sind solide, fallen aber, vor allem im Vergleich, etwas ab. Ungesehen liegt mir noch Japan Organized Crime Boss vor. Auch von Kinji Fukasaku. Und der wird im Japanuary folgen…

Der zweite Name, der mir grosse Freude bereitet hat, war Tomisaburō Wakayama (Zatoichi and the Chest of Gold, Samurai Reincarnation, Eight Men to Kill). Der Star der Okami-Reihe, besser bekannt als Lone Wolf & Cub. Er spielt den Boss in Okinawa. Den einarmigen Boss. Er hat was von einem «Comic-Charakter» aufgrund seines Aussehens: nur ein Arm, Narben im Gesicht, mit Granaten bewaffnet. Eine auffällige und intensive Erscheinung.  Toll, ihn hier als Gangster-Boss zu sehen. Ich hatte an jeder Szene mit ihm Freude.

Die Darsteller haben ihre Sache im Grossen und Ganzen alle ordentlich gemacht. An der Frauenrolle hatte ich auch Freude. Sie hatte etwas Tragisches an sich, vor allem bei dem Ende. Wer das Kino von Kinji Fukasaku kennt, dürfte in etwas erraten, wie der Film endet. Das ist vielleicht das einzige kleine Manko des Filmes: das Finale ist vorhersehbar und ¨überrascht nicht. Im Gegenteil: es wird genauso eintreffen, wie erwartet. Die wenigen Action-Momente (vor allem Shoot-Outs) sind blutig geraten.

Fazit: Für Yakuza- und Kinji Fukasaku Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Gefolgt von: Gambler's Counterattack

Infos:

O: Bakuto gaijin butai

Japan 1971

R: Kinji Fukasaku

D: Kôji Tsuruta, Tomisaburō Wakayama, Noboru Ando, Akiko Kudo, Hideo Murota

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 92:53 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Radiance Films = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, diverse Extras (Booklet, Audiokommentar etc.). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

The Incorrigible

Japanuary 2026

The Incorrigible

Story:

Togo Konno (Ken Yamanouchi) ist ein schwieriger Jugendlicher. Deshalb wird er von seiner Mutter bei einem Bekannten, der in einer anderen Stadt lebt, abgeladen. Sie verlässt ihn danach. Bei dem Bekannten soll er zu etwas werden. Doch auch hier bringt sich Togo in Schwierigkeiten, als er aneckt und/oder sich verliebt…

Meine Meinung:

Im Grossen und Ganzen würde ich heute sagen, dass der Kauf dieser Edition (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) ein Fehler war. Ich wurde erst 2017 auf Seijun Suzuki aufmerksam. Dank dem NIFFF. Das war ein tolles Jahr, seine besten Filme im Kino entdecken zu dürfen. Und dabei hätte ich es auch bleiben sollen. Die Frühwerke von Seijun Suzuki sind eigentlich, für meinen Geschmack, keine Must See oder Must Have Titel. Das ist auch der Grund, warum ich mich so schwertue, die Filme der Box, anzusehen. Und ich bekam die Box im Feb. 2018.

The Incorrigible ist zwar nach Teenage Yakuza der zweite bessere Titel aus der Box, aber dennoch nichts, was ich eigentlich in der Sammlung stehen haben müsste, um es mal neutral auszudrücken. Die Handlung von The Incorrigible spielt im Jahr 1910. Der Film ist ein Mix aus Drama und Coming of Age. Gangster- oder Yakuza-Settings sucht der Zuschauer fast vergebens. Ich mochte den Mix aus Drama und Coming of Age, auch wenn ich zuerst einen Gangster-Film erwartet hatte.

Der Film ist stark gespielt. Die Darsteller sind mir namentlich nicht bekannt. Lead Ken Yamanouchi spielte zwei Jahre später in Seijun Suzukis Born Under Crossed Stars mit. Das ist der letzte Film aus der Box, den ich mir noch ansehen muss. Ken Yamanouchi hatte seinen filmischen Höhepunkt in den 60ern. Masako Izumi, die die weibliche Rolle spielt, kenne ich u.a. aus dem Samuraifilm Haunted Samurai. Beide harmonieren gut in dem Film. Es knistert richtig und eigentlich wünscht man beiden ein Happy End. Aber das es anders kommt, war fast zu erwarten (was ich aber auch mochte).

Und was Asao Sano (Cops vs. Thugs) angeht, den sah man später noch in weiteren Filmen von Seijun Suzuki = Kagero-za, Fighting Elegy oder Detective Bureau 2-3: Go to Hell, Bastards!. Die Darsteller machen ihre Sache ordentlich, auch unter der Berücksichtigung ihres z.T. jungen Alters. Der Film ist optisch schön gefilmt und die Schwarzweissbilder sind stimmungsvoll. Die Settings wie auch die Kostüme wirken authentisch. Eine gewisse Naivität der Figuren und/oder Vorhersehbarkeit des Plots waren leicht schade, aber abgesehen davon hat der Film als Drama und Coming of Age Film bestens funktioniert.

Fazit: Kein Must See Titel, aber Fans von Seijun Suzuki können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Akutarô

Japan 1963

R: Seijun Suzuki

D: Ken Yamanouchi, Masako Izumi, Midori Ashiro, Chiharu Kuri, Shinsuke Ashida

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).