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Samstag, 18. Juli 2026

Daybreakers

Daybreakers

Story:

In einer nahen entfernten Zukunft wird die Erde von Vampiren beherrscht. Edward Dalton (Ethan Hawke) ist Wissenschaftler und arbeitet an einem künstlichen Blut, damit kein Menschenblut getrunken werden muss. Das ist auch bitter nötig, da es immer weniger Menschen (als Nahrungsquelle) gibt und die Vampire bald nicht mehr ernährt werden können. Eine Gruppe Menschen (u.a. Willem Dafoe) hingegen haben einen Weg gefunden, Vampire wieder in Menschen zu verwandeln und hoffen auf die Hilfe von Edward, sehr zur Missgunst von Charles Bromley (Sam Neill), der die Arbeit von Edward Dalton finanziert…

Meine Meinung:

Daybreakers wurde zu Ehren von Sam Neill (Possession) gesichtet, der am 13.07.26 verstorben ist. Ich sah den Film bisher nur einmal und diese Sichtung ist über zehn Jahre her. Ich wusste praktisch nichts mehr über den Film. Ich wusste nur noch, dass es um Vampire geht. Das klassische Vampir-Genre empfinde ich, wie auch das Zombie-Genre, als ausgelutscht. Umso schöner ist der Inhalt von Daybreakers. Der spielt in einer Welt, die von Vampiren beherrscht wird und in dem Menschen kaum mehr eine Rolle spielen. Dieser Aspekt macht Daybreakers erfrischend anders und originell.

Bei Daybreakers handelt es sich um einen Film der Spierig Brüder. Diese haben vor allem 2003 durch ihren Fun-Splatter Undead für Furore gesorgt. Es ist erstaunlich, dass diese danach nur relativ wenig Filme realisiert haben. Mit Filmen wie Jigsaw oder Winchester blieben sie zumindest dem Horrorgenre treu. Daybreakers, der auch mit amerikanischer Mithilfe produziert wurde, ist dabei deutlich aufwändiger und kommerzieller als z.B. Undead.

Nur schon der Cast um Namen wie Ethan Hawke (In a Valley of Violence, The Northman), Sam Neill (ich mag ihn als Bösewicht) oder Willem Dafoe (Nosferatu, The Lighthouse) zeigt deutlich, dass den Spierig Brüdern hier mehr Ressourcen zur Verfügung standen, als bei älteren Produktionen. Dabei machen die Schauspieler ihre Sache ordentlich. Nur Willem Dafoe schwächelt (aufgrund seiner Charaktertiefe und dem Drehbuch) vielleicht leicht und auch die Frauenrolle hätte es nicht zwingend gebraucht.  Aber allzu schlimm oder klischeehaft wird es in der Hinsicht nicht.

Der Film sieht wertig aus. Es gibt sogar einige Action-Szenen im Film (Shoot-Outs, Explosionen, Verfolgungsjagd via Auto) und sieht man von einigen, wenigen CGI-Momenten ab, die etwas schwächeln (Vampire, die verbrennen), spart der Film auch nicht mit blutigen und handgemachten Effekten. Der Film ist blutiger, als ich das in Erinnerung hatte. Splatterfans dürfte interessieren, wie sich Daybreakers im Vergleich mit Undead schlägt. Den sah ich so lange nicht, dass ich dazu keine Stellung nehmen kann. Für einen Film, der ab 16 Jahren freigegeben ist, gibt es auf jeden Fall genug blutige Momente zu sehen.

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Daybreakers

Australien, USA 2009

R: Michael Spierig, Peter Spierig

D: Sam Neill, Willem Dafoe, Ethan Hawke

Laufzeit der deutschen DVD: 93:45 Min.

Gesehen am: März 2012 / Neusichtung am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Sunfilm vor = Wendecover, Uncut, Deutsch/Englisch mit Subs, DTS-Tonspur (Deutsch), gute Bild- und sehr gute Tonqualität. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Donnerstag, 9. Juli 2026

At the Place of Ghosts

NIFFF 2026 Spezial

At the Place of Ghosts

Story:

Zwei Brüder (Blake Alec Miranda und Forrest Goodluck) mit schwerer Vergangenheit sind gezwungen, sich wieder zu vereinen. Sie müssen, um einen Geist aufhalten zu können, tief in die Wälder eindringen…

Meine Meinung:

At the Place of Ghosts hat mir nicht wirklich gefallen. At the Place of Ghosts ist ein kanadisch-belgischer Film im Indigenen Setting. Der Film ist aber nicht wirklich eine grosse Auseinandersetzung mit den australischen Ur-Völkern, eigentlich auch kaum ein Ghost-Film und schon gar kein Folkhorror-Film, obwohl öfters als solcher betitelt. Viel mehr ist das ein Familiendrama um zwei Brüder, die seit ihrer Kind- und Jugendzeit ein schweres Geheimnis hüten. Die sich entfremdet haben. Es geht um Kummer, Trauma und Vergebung.

At the Place of Ghosts hat einige schöne Naturaufnahmen und überzeugt durch die Settings. Die Musik war authentisch und zum Setting passend. Zudem war der Film von den mir unbekannten Darstellern gut gespielt. Leider blieben die Figuren relativ blass charakterisiert, so dass ich mit ihnen nicht mit gefiebert habe. Es entstehen nicht wirklich Sympathien für die zwei Brüder. Inhaltlich hat mich der Film auch nicht abgeholt. Richtig spannend wurde es nie und die Zeitreisen während ihrer Reise in den Wäldern wirkte mehr irritierend oder aufgesetzt, so z.B., wenn die Ureinwohner von ausländischen Soldaten angegriffen werden.

Laut KI starteten Kämpfe zwischen australischen Ureinwohnern und ausländischen Kolonisten im Jahr 1788. Dass es dazumal schon Power-Frauen als Soldatinnen gab (dazu noch lesbisch, so wie es dargestellt wurde), ist einfach unglaubwürdig. Die Szene nahm vielleicht fünf Minuten im Film ein und wirkte unpassend und aufgesetzt. Vielleicht waren das Auflagen, die integriert sein mussten, um Fördergelder zu bekommen (einer der Brüder ist auch homosexuell, und daraus wird für den Plot eigentlich auch wenig gemacht). Das Finale war enttäuschend und die CGI-Effekte waren schlecht. Ich mag keine CGI.-Geister (die sich dann in Blätter auflösen) und ganz übel und schlecht waren die Szenen mit den CGI-Wölfen. Einfach nur grauenhaft und peinlich. Klar, dass ist eine Independent Produktion, aber trotzdem. Dann lieber gar nicht solche Szenen drehen, als solchen Mist zu zelebrieren.

Da hatte ich leider falsche Erwartungen. Ich hatte mir mehr (Folk)Horror versprochen, so dass ich am Ende mit At the Place of Ghosts nur wenig anzufangen wusste…

Infos:

O: Sk+te'kmujue'katik

Kanada, Belgien 2025

R: Bretten Hannam

D: Blake Alec Miranda, Martha Irving, Forrest Goodluck

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 81 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Mittwoch, 8. Juli 2026

Saccharine

NIFFF 2026 Spezial

Saccharine

Story:

Eine Medizinstudentin (Midori Francis) experimentiert mit Pillen bestehend aus menschlicher Asche, um an Gewicht zu verlieren. Doch das bringt unerwartete Nebenwirkungen mit sich…

Meine Meinung:

Saccharine reiht sich zu Filmen à la Raw (mit Abstrichen Alpha), The Substance, The Beauty (die Serie), Species (auch am diesjährigen NIFFF gesehen) oder Grafted. Die Inhalte? Es geht um Körper (Veränderungen), zuweilen Bodyhorror-Inhalte, Sozialkritik und mehrheitlich nahmen Frauen auf dem Regiestuhl Platz. Saccharine hat mir dabei gut gefallen, auch wenn ich denke, dass es am Ende für die Sammlung trotzdem nicht reicht. Hätte ich den Film hingegen als Blindkauf erworben, hätte ich den wohl in die Filmsammlung integriert. 100% festlegen mag ich mich aber (noch) nicht.

Saccharine ist ein australischer Film und Regie führte Natalie Erika James (Apartment 7A) während Midori Francis die Hauptrolle verkörpert. Ich mochte das Setting. Sie spielt eine lesbische Medizinstudentin. Damit wird auch gleich der Grundstein für den Plot gelegt und wie sie im Verlauf des Filmes weiterhin an «Asche» von Toten kommt. Der Film nimmt sich für seine Plot sehr viel Zeit und der Film beginnt sehr ruhig, die Figuren ausgiebig einzuführen. Der Film nimmt sich da mehr Zeit, als andere Filme. Wer also von Anfang an auf irgendwelche Body-Horror- oder Ekeleffekte hofft, dürfte enttäuscht werden.

Ich fand den Plot interessant, da auch ein Geist eine Rolle spielt. Das verknüpft mit sozialem Druck, schlechtem Selbstwertgefühl, Bodyshaming und Essstörungen ergibt am Ende eine interessante Mischung. Technisch ist der Film hervorragend: tolle Effekte, toll geschnitten (z.B. die Masturbations-Sequenz mit den krassen Gegensätzen als Kontrast), überzeugende Figuren, interessanter Plot, paar hübsch eklige Momente aber auch einen Hauch Erotik. Über das Ende kann gestritten werden. Hätte es dieses so noch gebraucht oder nicht? Auf jeden Fall passt es dich ganz gut zum Film.

Fazit: Fans von Raw und Co. können bedenkenlos einen Blick riskieren!

Infos:

O: Saccharine

Australien 2026

R: Natalie Erika James

D: Midori Francis, Madeleine Madden, Danielle Macdonald

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 112 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Dienstag, 27. Januar 2026

Primate



Primate

Story:

Affe Ben (Miguel Torres Umba) infiziert sich mit Tollwut. Eine Gruppe von Jugendlichen (u.a. Gia Hunter, Johnny Sequoyah, Victoria Wyant, Benjamin Cheng, Jess Alexander) kämpfen in einem Haus ums Überleben…

Meine Meinung:

Als ich den Trailer zum Tierhorrorfilm Primate sah, war ein Kinobesuch für mich beschlossene Sache. Auch 2026 stehen einige interessante Kinobesuche an. Filme wie 28 Years Later: The Bone Temple und The Housemaid wurden bereits gesichtet. Andere Filme, die nebst Primate interessant sein könnten sind Send Help (Sam Raimi), No Other Choice (neuer Park Chan-wook), Scream 7 (vielleicht…) They Will Kill You (Trailer im Kino gesehen), Ready or Not 2: Here I Come (dito), Lee Cronin's The Mummy (neue The Mummy Verfilmung), Whistle, Obsession, Scary Movie 6 (vielleicht), Resident Evil (vom Weapons Regisseur) oder Werwulf (der neue Robert Eggers). Insgeheim hoffe ich noch auf einen Kinotermin der A24-Produktion Undertone. Allerdings wurden 2025 auch einige Kinofilme, die offizielle Kinostart-Termine hatten, nachträglich gestrichen (HIM oder Keeper).

Leider kam es, obwohl geplant und voller Vorfreude, zu keiner Kinosichtung von Primate. Warum? Der Film wurde leider nicht im Original gezeigt, daher wurde der Kinobesuch gestrichen. Daher schaute ich mir den Film Online via Stream an. Primate stammt von Regisseur Johannes Roberts, der schon Erfahrungen im Tierhorrorfilm gesammelt hat. Und zwar mit seinen beiden Shark Tierhorrorfilmen 47 Meters Down sowie dessen Fortsetzung 47 Meters Down: Uncaged. Der Film war überraschend gut und im Vergleich zu seinen früheren Tierhorrorfilmen geht es in Primate praktisch humorlos und kompromisslos zur Sache. Es gibt einige spannende Momente (die Szene mit dem Schrank à la Halloween), die ich so nicht erwartet hätte. Das gleiche gilt für die Effekte und den Gewaltgrad.

Der Inhalt mag zwar nur klischeehaft, 08/15, wenig originell und an US-Slasher erinnern (10 kleine Negerlein Prinzip), aber der Affe war wirklich scary und fieser, als ich dies erwartet hätte (und das, obwohl ich Affen nicht mag). Teilweise scheint wohl ein echter Affe (ggf. mit sehr gutem CGI) und ein Darsteller in einem Kostüm (durch Miguel Torres Umba) für den Film verwendet worden zu sein plus Masken und Animatronics für Close-Ups. Die menschlichen Figuren sind zwar wenig interessant und der Anfang des Filmes relativ lahm, wer aber zuwartet, wird danach mit tollem Horror bis zum Ende belohnt.

Fazit: Für Tierhorrorfans zu empfehlen. Primate landet auf meiner Wunschliste!

Infos:

O: Primate

USA, UK, Kanada, Australien 2025

R: Johannes Roberts

D: Gia Hunter, Johnny Sequoyah, Victoria Wyant, Benjamin Cheng, Jess Alexander, Troy Kotsur, Miguel Torres Umba

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 89 Min.

Gesehen am: 27.01.26 / 2. Sichtung (US-Blu-Ray): Juli 2026

Fassungen: Läuft in der Schweiz, wie es scheint, nur synchronisiert in den Kinos d.h. auf Ital., Franz. oder Deutsch. Keine O-Ton Vorstellung gefunden. Daher wurde der Film via Stream Uncut und in Englisch angesehen. Eine DVD, Blu-Ray und UHD sind noch nicht angekündigt (Stand: Jan. 2026). Nachtrag Juli 2026: Für eine 2. Sichtung lag mir die US-Blu-Ray von Paramount vor. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden. Primate ist ein kleiner, fieser und intensiver Tierhorrorfilm, der mit Ben einen bösen und ekligen "Michael Myers" präsentiert, der ab der 30. Minute pausenlos für Angst, Schrecken und Gore sorgt. Horrorfans zu empfehlen. Jedoch müssen dazu erst ca. 25 Minuten lahme Minuten überstanden werden, dafür entschädigt der Film danach mit tollen Effekten. DIe US-Blu-Ray ist technisch hervorragend. 

Mittwoch, 19. November 2025

Bring Her Back Review

Bring Her Back

Story:

Ein Geschwisterpaar (Billy Barratt, Sora Wong) landet bei einer neuen Pflegemutter (Sally Hawkins). Doch dort erwartet sie keine Liebe...

Meine Meinung:

2025 ist das Jahr der Kinobesuche für mich. Bring Her Back stand aktuell auf der Liste. Die Australier Danny Philippou und Michael Philippou, die 2024 mit Talk to Me einen Hit landeten, bringen mit Bring Her Back ihren neusten Film. Eine reine A24-Produktion. Ich sah von Bring Her Back nur einen Trailer, der vielversprechend aussah. Danach schaute ich mir keine weiteren Trailer oder Clips mehr an und las auch keine Reviews. Ich wusste inhaltlich nicht Mal, um was es ging.

Kann Bring Her Back an Talk to Me anknüpfen? Für meinen persönlichen Geschmack, nein. Talk to Me war als Film und Unterhaltungsprodukt, trotz schwerer Themen, «unterhaltsamer» und vor allem gruseliger als Bring her Back. Bring Her Back ist zwar absolut fantastisch gespielt und technisch stark in Szene gesetzt (schön gefilmt, abgefahrene Kameraeinstellungen, tolle Make-Up-Effekte), aber der Inhalt überzeugte mich nicht. Der Inhalt liess mich kalt, fesselte mich nicht, der Funke sprang nicht rüber.

In den letzten Jahren gab es mehr und mehr Horrorfilme, die Horrorthemen mit Inhalten wie Trauer(Verarbeitung), Traumata und Rituale verknüpft haben. So ist das auch in Bring Her Back. Der Film hat viele schwere Themen, die er unterbringt. Teilweise schon fast zu viel. Es wird zu viel Wert auf die «Depro-Schiene» gelegt. Das Thema (oder die Themen) empfinde ich inzwischen, wie andere Horrorinhalte (Zombies) auch, als ausgelutscht. Es spricht mich weniger an. Schauspielerisch war das aber klasse. Man fühlt Hass (gegenüber Figuren), aber es gab als Gegenpol zu wenig Identifikationsfiguren im Film. Und auf Erklärungen wird verzichtet.  

Fazit: Optisch und schauspielerisch hervorragend, inhaltlich hat mich der Film hingegen nicht überzeugt…

Infos:

O: Bring Her Back

Australien 2025

R: Danny Philippou, Michael Philippou

D: Sally Hawkins, Billy Barratt, Jonah Wren Phillips, Olga Miller, Sally-Anne Upton, Sora Wong

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 104 Min.

Gesehen am: 14.08.25

Fassungen: In Zürich im Kino gesehen in Originalton mit deutschen und franz. Untertiteln, Uncut, ab 16 Jahren freigegeben. In Deutschland hat der Film eine FSK18 Freigabe erhalten. In Kanada wird der Film noch diesen Monat auf Blu-Ray erscheinen (19.08.25).

Donnerstag, 26. Juni 2025

Hotel Mumbai

Hotel Mumbai

Story:

Diverse Hotelgäste und Angestellte (u.a. Dev Patel, Jason Isaacs, Anupam Kher, Nazanin Boniadi, Armie Hammer) kämpfen im Taj Mahal Palace Hotel im Mumbai um ihr Überleben, nachdem vier Terroristen (u.a. Amandeep Singh, Suhail Nayyar) ins Hotel eingedrungen sind und ein Massaker veranstalten…

Meine Meinung:

2008 wurde Mumbai vor einer koordiniert geplanten Anschlagsserie heimgesucht, die in ihrem Ausmass auch an spätere Anschläge (z.B. in Paris im Jahr 2015) erinnert. Schwach erinnere ich mich an Berichterstattungen. Doch im Gegensatz zu Anschlägen auf europäischen Boden, wurde vor heimischen Medien deutlich weniger über die Mumbai Attacken berichtet. Und Social Media war weniger verbreitet wie heute, wo praktisch jeder in ein solches Drama und Desaster quasi live von Zuhause aus verfolgen kann. Ich wusste relativ wenig über die Attacke und das wollte ich ändern.

Hotel Mumbai ist ein Spielfilm des mir unbekannten Anthony Maras, der die Geschehnisse von dazumal filmisch aufarbeitet. Es wurde mit vielen Überlebenden gesprochen, Interviews gesichtet und auch die Behörden kooperierten mit den Filmemachern. Die Telefon-Aufnahmen zwischen den Terroristen und den Hintermännern aus Pakistan wurden ihnen ausgehändigt wie auch Aufnahmen und Interviews des Verhörs mit dem einzigen Überlebenden Terroristen, der 2012 in Indien durch den Strang hingerichtet wurde.

Im Sinne von Hotel Mumbai kann also von einer True-Crime Verfilmung die rede sein. Obwohl einzelne Momente und Figuren fiktiv sind, hält sich der Streifen mehr oder weniger an die realen Vorgaben. Auf grössere Stars wurde verzichtet. Mir selbst sagte keiner der Schauspieler etwas. Dies kommt der Authentizität zu gute. Es gibt vielleicht zwei Figuren (der Ami mit Bart und der Russe), die etwas mager charakterisiert wurden und/oder mehr an einem fiktiven Spielfilm erinnern, an als einen Film «based on true events». Die restlichen Figuren wirken authentischer und man fiebert wirklich mit ihnen mit.

Die Terrorattacken fanden an unterschiedlichen Orten statt. Der Film hat nicht Platz für jedes Setting. Die Attacke auf den Bahnhof und das Café werden gezeigt aber hauptsächlich geht es um das Taj Mahal Palace Hotel, dessen brennende Bilder 2008 um die Welt gingen. Der Film ist technisch stark in Szene gesetzt, das gezeigte geht definitiv unter die Haut und der Film war stellenweise schon fast (zu fies) unerträglich spannend. Ein Film, der aufwühlt und berührt.

Fazit: Sehenswerte und spannende Verfilmung!

Infos:

O: Hotel Mumbai

Australien, Grossbritannien, Indien, Singapur, USA 2018

R: Anthony Maras

D: Armie Hammer, Dev Patel, Jason Isaacs, Nazanin Boniadi, Natasha Liu Bordizzo, Angus McLaren, Anupam Kher, Tilda Cobham-Hervey, Amandeep Singh, Suhail Nayyar

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 123:09 Min.

Gesehen am: 28.03.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray ohne Wendecover von Universum Film vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton (diverse Sprachen mit deutschen Untertiteln) oder Deutsch. Als Extras gibt es Interviews mit den Darstellern.

Freitag, 25. April 2025

Peter Pan's Neverland Nightmare

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Peter Pan's Neverland Nightmare

Story:

Peter Pan (Martin Portlock) entführt und tötet Kinder. Als ihr kleiner Bruder entführt wird, macht es sich Wendy Darling (Megan Placito) zur Aufgabe, ihren Bruder aus den Fängen Pans zu retten…

Meine Meinung:

In den letzten Jahren herrschte ein Hype, ausgelaufene Kinder-Märchen-Rechte zu kaufen um danach Low-Budget Horrorfilme in diesen Settings zu drehen. Die bekanntesten dürften Winnie the Pooh: Blood and Honey und dessen Fortsetzung Winnie-the-Pooh: Blood and Honey 2 sein.  Es folgten und/oder folgen noch Titel wie Pinocchio: Unstrung, Bambi: The Reckoning, The Mouse Trap oder Popeye the Slayer Man. Peter Pan's Neverland Nightmare reiht sich auch in diese Kategorie, auch wenn der Film zu den besseren diesen Vertretern zählen soll.

Das kann ich weder bestätigen noch dementieren, da ich andere Filme aus diesem «Film-Universum» nicht kenne. Da ist, ehrlich gesagt, aber auch kein Interesse vorhanden. Peter Pan's Neverland Nightmare habe ich (für das Brugggore Filmfestival) gebucht mit dem Wissen, dass mich der Film nicht sonderlich interessieren würde. Mir gefiel ehrlich gesagt schon das Artwork und das Aussehen von Peter Pan nicht (billige Joker-Imitation). Martin Portlock konnte mich dann auch nicht wirklich abholen und auch sein Make-Up-Face überzeugte mich nicht.

Ansonsten legt der Film ein hohes und zuweilen kompromissloses Tempo an den Tag. Der dünne Plot gibt seinem Protagonisten Gelegenheit für sadistische und breit ausgewalzte Mordszenen (Ausnahme: wenn Kinder die Opfer sind, dann zeigt der Film in der Hinsicht nichts). Es sind aber definitiv mehr die Erwachsenen (die Angehörigen der Kinder), die grausame und schmerzhafte Tode sterben. Der Plot kann man aber nicht ernst nehmen, aller Ernsthaftigkeit zum Trotz.  

Dafür wirken Peter Pan oder Figuren wie Tinker Bell wie aus einer Freakshow.  Von den Figuren hat mir eigentlich praktisch nur Megan Placito als Wendy gefallen, die im Finale auch erstaunlich viel einstecken muss, wenn sie zur Art Scream Queen mutiert und dem sadistischen Peter Pan den Kampf ansagt. Polizeiarbeit ist im Film inexistent. Eine mögliche Fortsetzung wird angeteasert, bevor der Abspann abläuft. Da würde ich dann wohl dankend ablehnen…

Fazit: Geschmackssacke. Weniger mein Fall. Wem jedoch schon Winnie the Pooh: Blood and Honey und Co. zusagte, kann bedenkenlos einen Blick riskieren!

Infos:

O: Peter Pan's Neverland Nightmare

USA, Australien, Grossbritannien 2025

R: Scott Chambers

D: Kit Green, Martin Portlock, Kierston Wareing, Peter DeSouza-Feighoney, Chrissie Wunna, Megan Placito

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 89 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut und in Englischer Sprache. Soll am 22.05.25 in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen (von Plaion Pictures).

Mittwoch, 23. April 2025

The Surfer

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

The Surfer

Story:

Ein Vater (Nicolas Cage) kehrt zusammen mit dessen Sohn (Finn Little) an seinen Heimatort nach Australien zurück. Hier will der ehemalige Surfer ein Haus kaufen. Doch es gibt Probleme: der Haus-Deal scheint zu platzen, er wird von einer Gruppe Halbstarker belästigt und sein Surfbrett wird gestohlen…

Meine Meinung:

Nach zwei Film-Enttäuschungen steckten wir uns am Brugggore Filmfestival die Hoffnungen in Nicolas Cage (Mandy, Dream Scenario). The Surfer sollte es richten. Wenig war über den Plot bekannt, der Kinosaal war praktisch ausverkauft. The Surfer wurde dann zu unserem Glück zum besten Film des heutigen Tages. Vor allem Fans von Nicolas Cage (Longlegs) dürften voll auf ihre Kosten kommen. Ich denke, dass ist nebst Longlegs die beste Darbietung von Nicolas Cage, welche ich seit Jahren (von ihm) sah. Er trägt den Film von allein und es gibt in The Surfer unendlich viel Nicolas Cage zu sehen.

Wo führt die Reise hin? Der Plot bietet eine Spannung. Die Geschichte und die Drehorte nach Australien zu verlagern, war ein kluger Schachzug. Der Wahnsinn, der durch die brütende Hitze, die Dehydrierung und das Leiden der Hauptfigur zu wirken beginnt, nimmt Formen an, die leicht an Wake in Fright, einen der besten australischen filme überhaupt, erinnern. Die Kameraarbeit war exzellent. Viele Aufnahmen, auch gerade jene der australischen Natur oder von diversen Tieren (auch in Close-Ups), geben dem Film eine interessante und stimmungsvolle Note.

Auch der restliche Cast abgesehen von Nicolas Cage spielt sehr gut. Und hassenswert. Mir haben die ersten ¾ des Filmes mehr zugesagt als das Ende. Dieses lässt Fragen offen und lässt Raum für Interpretationen. Ich hätte mir da einen einfacheren, simpleren und konventionelleren Plot gewünscht: dass Cage à la Charles Bronson «rot sieht». Das passiert so leider nur abgeschwächt und das Drehbuch hatte für das Finale andere Aufgaben parat. Ggf. würde mir das bei einer zukünftigen Sichtung mehr zusagen oder mehr Licht ins Dunkel bringen. Mit anderen Worten: ein Film, der sich mehrfach lohnt, angesehen zu werden.

Fazit: Stimmungsvoller Slow-Burner und Fiebertraum mit Nicolas Cage. Sehr zu empfehlen!

Infos:

O: The Surfer

Australien, USA 2024

R: Lorcan Finnegan

D: Nicolas Cage, Julian McMahon, Nicholas Cassim, Miranda Tapsell, Alexander Bertrand, Justin Rosniak

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 103 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut und in Englischer Sprache. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Montag, 30. Dezember 2024

Escape 2000

Escape 2000

Story:

In der Zukunft: Menschen werden z.T. willkürlich entführt und von der Regierung auf eine Insel in Lager verschleppt. Dort sollen sie «umerzogen» werden. Nicht selten sind Folter, Vergewaltigung und Schikane an der Tagesordnung. Eine Gruppe Opfer (Olivia Hussey, Steve Railsback, John Ley, Lynda Stoner, Bill Young) wird auserwählt und zur Menschenjagd freigegeben…

Meine Meinung:

Der australische Film von Brian Trenchard-Smith, der Fans auch Genre-Filme wie Leprechaun 3, The Man from Hong Kong oder Night of the Demons 2 präsentiert hat, traf 1982 mit Escape 2000 aka Turkey Shoot den Nerv der Zeit. Der Mix aus Zukunftsvision, Sozialkritik, Exploitation und Menschenjagd war ein perfektes Beispiel für das Ozploitation-Sub Genre. Darunter fallen Titel wie Long Weekend, Razorback oder Mad Max.  Escape 2000 passt mit seinen Inhalten perfekt dazu.

Den Film, den ich seit 20 Jahren oder mehr nicht mehr sah, wurde zu Ehren von Olivia Hussey, die Ende Dez. 2024 verstarb, aufgefrischt. Olivia Hussey war mir vor allem durch ihre Nebenrolle in der TV-Verfilmung von Stephen Kings Es bekannt. Ausserdem spielte sie in Kinji Fukasaku Virus nebst Namen wie Sonny Chiba, George Kennedy und Bo Svenson mit. Escape 2000 bleibt nach der Neusichtung knapp in der Sammlung. Der Film ist kein Kracher, aber auch nicht schlecht. Der Film ist eines nicht: langweilig.

Escape 2000 lässt sich in zwei Teile aufteilen: in der 1. Hälfte schreitet der Plot voran, der Film spielt im Camp (mit WIP-Inhalten) und stellt dem Zuschauer die Figuren vor. Diese sind relativ oberflächlich gezeichnet. Von den Helden hat mich da eigentlich fast nur Bill Young überzeugt, der ein derbes Ende findet. Olivia Hussey spielt nicht wirklich eine Kämpferin, sondern eine verletzliche Person. Steve Railsback als Held fand ich unglaubwürdig. Lynda Stoner bringt immerhin Sex-Appeal in den Film. Die Bösewichte sind herrlich überzeichnet und agieren mit viel Overacting.

Die erste Hälfte hat zwar auch seine Momente, aber wirkte irgendwie, aus heutiger Sicht, auch etwas lahm und billig. So auch die (sehr langsamen) Fahrzeuge der Bösewichte. Die 2. Filmhälfte widmet der Film dann der Menschenjagd à la Harte Ziele. In dieser dominieren die Action-Momente und der Streifen zeigt in diesen Momenten seine Stärken. Die australische Landschaft wird gekonnt und abwechslungsreich (fast wie bei einem Eastern aus Taiwan) in die brutale Jagd integriert. Überraschend bietet der Film auch einige blutige Splatter-Effekte, welche ich in diesem Ausmass nicht mehr in Erinnerung hatte und die dem Film zu seinem Bekanntheitsgrad verhalfen.

Fazit: Etwas angestaubte Exploitation aus Australien mit Stärken in der 2. Filmhälfte! Guter Durchschnitt…

Infos:

O: Turkey Shoot

Australien 1982

R: Brian Trenchard-Smith

D: Carmen Duncan, Olivia Hussey, Steve Railsback, Michael Petrovitch, Steve Rackman, Roger Ward, Michael Craig, Noel Ferrier, John Ley, Lynda Stoner, Bill Young

Laufzeit der US-DVD: 93:14 Min.

Gesehen am: 30.10.2003 / Neusichtung am: 28.12.24

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Anchor Bay vor = Schuber, O-Ton, keine Subs, Uncut, auch heute noch eine sehr gute Bild- und Tonqualität (Scheibe ist von 2003). Den Film gibt es inzwischen auch Uncut in Deutschland: Ascot Elite, Blu-Ray, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Titel: Insel der Verdammten.

Donnerstag, 19. Dezember 2024

Apartment 7A

Apartment 7A

Story:

Tänzerin Terry (Julia Garner) sieht sich an ihrem neuen Wohnort merkwürdigen Ereignissen konfrontiert…

Meine Meinung:

Apartment 7A ist ein Streaming-Film, der die Vorgeschichte von Roman Polańskis Klassiker Rosemaries Baby erzählt. Der Trailer sah nicht uninteressant aus und es wurde sogar eine DVD und/oder Blu-Ray angekündigt. Als ich mir den Netflix-Film The Big Four streamen wollte, war nach ca. 18 Minuten Schluss. Nichts ging mehr. Also suchte ich eine Alternative und fand Apartment 7A, der sowieso auf meiner Wunschliste stand. Und das Karma meinte es gut mit mir: Apartment 7A ist kein Film für die Sammlung. Der Stream hat mich also vor einem Fehlkauf bewahrt = Geld gespart.

Vor allem Fans und Kenner von Rosemaries Baby dürften den Film nicht wirklich spannend finden. Es ist ja klar, was Sache ist und was am Ende passieren wird. Ich denke, wer Rosemaries Baby nicht kennt, dürfte den Plot spannender und interessanter finden. Apartment 7A kann gut geschaut werden, ohne Rosemaries Baby gesehen zu haben. Der Film hat zwar einige hübsche Settings, aber ist dann doch für seine Laufzeit eher lahm ausgefallen. Da passiert auch inhaltlich nicht wirklich viel. Und gruselig war der Streifen leider gar nicht. Zuweilen wirkt der Film wie eine Low-Budget Variante des neuen Suspiria.

Die Darsteller machen ihre Sache ordentlich. Die mir unbekannte Julia Garner ist sogar stark als Lead. Tolle Darbietung, auch in den Tanzszenen. Julia Garner hat vereinzelt schon Erfahrungen im Horrorfilm gesammelt. Sie spielte in The Last Exorcism Part II oder dem We Are What We Are-Remake. 2025 wird sie in eine neuen Werwolf-Adaption zu sehen sein. Wolf Man startet Anfang 2025 in den Kinos, auch in der Schweiz. Dort spielt sie auch mit. Dies könnte wohl ihre bisher kommerziellste und grösste Rolle in einem Horrorfilm werden.

Fazit: Unnötige Vorgeschichte zu Rosemaries Baby und daher nicht wirklich zu empfehlen…

Gefolgt von: Rosemaries Baby

Infos:

O: Apartment 7A

Australien, Grossbritannien, USA 2024

R: Natalie Erika James

D: Julia Garner, Dianne Wiest, Jim Sturgess, Kevin McNally, Andrew Buchan, Marli Siu

Laufzeit der Online-Fassung: Ca. 107 Min.

Gesehen am: 08.11.24

Fassungen: Obwohl der Film auf dem Streaming-Anbieter Paramount+ (zumindest in Deutschland) Premiere feierte, wird es davon, zumindest in den USA, auch ein physikalisches Medium geben. Am 17.12.24 soll in den USA von Paramount die Disc erscheinen. Ob es je eine deutsche Blu-Ray geben wird, ist unbekannt (Stand: Nov. 2024).

Mittwoch, 11. September 2024

Death Warmed Up


Death Warmed Up

Story:

Michael Tucker (Michael Hurst) wird als Kind nach einer Gehirn-OP manipuliert und unter Mithilfe von Hypnose dazu gebracht, seine Eltern zu töten. Danach landet Michael in der Irrenanstalt. Dafür verantwortlich war Dr. Archer Howell (Gary Day). Nach acht Jahren wird Michael entlassen und er kennt nur ein Ziel: Dr. Archer Howell zu finden und sich zu rächen…

Meine Meinung (HD-Cut):

Aka Robot Maniac. Ich sah den Film bisher nur einmal. Das war vor dem Jahr 2006 beim Kumpel, der davon aus seinem Urlaub in Japan die DVD mitbrachte. Ich wusste so gut wie nichts mehr über den Film. Death Warmed Up sah ich also seit gut 20 Jahren nicht mehr. Der Film, ein Werk aus Neuseeland und Australien, stammt von David Blyth, dem mit Death Warmed Up wohl sein bekanntester Film gelang. Halt die glorreichen 80er Jahre (Splatter)Filme.

Death Warmed Up ist ein wilder Ozploitation-Film und Mix aus Mad Max/Endzeitfilm mit Zombie- und Mad scientist Motiven. Kein Kracher, vielleicht auf eine Art und Weise auch überbewertet und nicht so gut wie sein Ruf, aber auch definitiv nicht uninteressant. Es ist schon interessant, dass im Australischen Kino, zumindest im Genre-Film, so viele Hinterwälder oder Rednecks hausen. Siehe Filme wie Wolf Creek, Mad Max, Fair Game oder die wunderbaren Gestalten aus Razorback. Oder ganze Dorfbewohner wie in Wake in Fright.

Death Warmed Up strahlt eine gewisse Faszination aus. Dem Film gelingt es, zu fesseln und aufgrund der vielen Horrorelemente, dem hohen Tempo und der kurzen Laufzeit vermag der Film zu unterhalten. Langweilig wird es eigentlich nie. Teilweise hat man das Gefühl, dass David Blyth schon fast zu viele Dinge in seinen Film untergebracht haben wollte. Die Rednecks sind wunderbar und erinnern auch ans Troma-Kino, während der Mad scientist solide agiert. Dasselbe gilt für unseren Helden, gespielt von Michael Hurst. Auch das Spiel mit Licht und Schatten wurde gut eingefangen, auch wenn das HD-Master etwas dunkel war (so wie ich mich erinnere, betraf dies jedoch auch schon ältere Medien wie z.B. die japanische DVD). 

Wo der Film durchgehend überzeugt sind die tollen Spezialeffekte und Make-Up Masken. Davon gibt es, zumindest in der Originalfassung, jede Menge zu sehen. In dieser vorliegenden HD-Fassung sind mind. vier Szenen zensiert (= scheinbar einfach verloren und/oder bei der Restauration beschädigt) und eine weitere Szene ist harmlos, da Alternativmaterial und gezoomt.

Fazit: 80er Jahre Splatter- und Horrorfans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Death Warmed Up

Neuseeland, Australien 1984

R: David Blyth

D: Michael Hurst, Margaret Umbers, William Upjohn, Norelle Scott, David Letch, Geoff Snell

Laufzeit der franz. Blu-Ray: Ca. 85 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 20.06.24 / Sichtung der deutschen Blu: 15.06.26

Fassungen: Die Erstsichtung vor 2006 erfolgte beim Kollegen als DVD aus Japan. Ob diese Uncut ist, weiss ich nicht. Es gäbe noch eine sehr schicke LD aus Japan. Als Uncut gelten folgende Fassungen: die deutsche Blu-Ray von DigiDreams Studios (Platinum Cult Edition 57), die neuseeländische DVD von Screenline, das holländische VHS von EVC und das US-VHS von Vestron Video International. Das HD-Master des Filmes ist nicht komplett. Dieses findet sich u.a. auf den Blu-Ray Fassungen aus Deutschland (CMV) oder den USA (Severin films). Als Bonus bieten diese Fassungen noch die sogenannte «Original New Zealand Uncut VHS-Version», die scheinbar auch aus mehreren Fassungen zusammengebastelt wurde. Dessen Ton soll asynchron sein. Mir lag die franz. Blu-Ray von Extralucid Films vor = Booklet über das neuseeländische Kino inklusive Interview mit dem Regisseur, Schuber, zwei DVDs (Code Free) und eine Blu-Ray (Region-All Disc). Nebst Death Warmed Up liegt noch der Film Wound von David Blyth vor. Wie ich erst jetzt sehe, bietet die franz. Scheibe nur den zensierten HD-Cut in Englisch mit franz. Subs oder in Franz. In dieser fehlen nebst Handlung auch fünf Gewaltszenen und/oder liegen alternativ vor (gezoomt statt nicht gezoomt). Die Disc wurde verkauft und die deutsche Blu wird auf die Wunschliste gesetzt. Nachtrag Juni 2026: Für eine Neusichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von DigiDreams Studios vor = wahrscheinlich die einzige Blu-Ray, welche die 100%ige Uncut Fassung beinhaltet. Es wurde das HD-Master benutzt und die dort fehlenden Szenen in schlechterer Qualität aus einem anderen Print eingefügt. Krekel, der Label-Chef, ist dafür bekannt, Filmkorn aus seinen Prints zu entfernen. Dafür benutzt er den extremen Einsatz von Rauschfiltern. So sieht der gesamte Print, obwohl von einem HD-Master stammend, zu keiner Sekunde aus wie echtes HD. Und wie bereits bei der franz. Blu-Ray, wirkten einige Szenen nach wie vor zu dunkel. Da hat man die Wahl zwischen Pest (ausländische HD Prints, die nicht Uncut sind) und Cholera (Deutsche Blu-Ray zwar Uncut, aber das Master wurde verschlimmbessert). Ich sah mir den Film erstmals in Deutsch an. Die deutsche Sprachfassung ist absolut i.O. Es gibt zum O-Ton Englisch keine Subs, was schade ist. Der Film ist ein nicht uninteressanter Horrorbeitrag aus Neuseeland. Horrorfans können einen Blick riskieren. 

Mittwoch, 28. August 2024

Furiosa: A Mad Max Saga

Furiosa: A Mad Max Saga

Story:

Furiosa: A Mad Max Saga erzählt die Vorgeschichte von Mad Max: Fury Road:

Furiosa (Alyla Browne) wird von Gangstern entführt und zu dessen Herrscher Dementus (Chris Hemsworth) gebracht. Dementus tötet Furiosas Mutter. Später wird Furiosa zum Spielball der zwei verfeindeten Clans um Dementus und Immortan Joe (Lachy Hulme) und landet schliesslich bei Immortan Joe. Später, inzwischen ist aus Furiosa (Anya Taylor-Joy) eine junge Frau geworden, kennt sie nur ein Ziel: Rache!

Meine Meinung:

Ich sah Mad Max: Fury Road schon länger nicht mehr. Durch einen Restaurant-Besuch bekam ich die Chance, danach den Film im Kino schauen zu gehen. Kumpel hat mich gefragt. Ich hatte den Film kaum auf dem Schirm und kannte nur den ersten Trailer. Ich wäre den Film, hätte mich der Kumpel nicht gefragt, wohl nicht (im Kino) schauen gegangen. Furiosa: A Mad Max Saga ist der 2. Teil einer neuen Trilogie und wird dabei aber als Vorgeschichte zu Mad Max: Fury Road verstanden. Erneut führt George Miller Regie und aus dem Erstlingswerk kehren diverse Namen zurück (John Howard, Angus Sampson, Nathan Jones, Josh Helman).

Die Hauptstars aus Mad Max: Fury Road, Tom Hardy sowie Charlize Theron (spielte Furiosa im Vorgänger), sind in Furiosa: A Mad Max Saga nicht mehr zu sehen. Der Film nimmt sich, wie der Titel bereits verrät, der Figur Furiosa an. Max kommt nicht vor. Der Film ist in mehrere Kapitel unterteilt. Die 1. Hälfte zeigt Furiosa als Kind. Anya Taylor-Joy (The Menu, Last Night in Soho, The Northman) kommt daher in der 1. Hälfte des Filmes nicht vor. Dies als Info, um ggf. falsche Erwartungen und damit verbundene Enttäuschungen zu verhindern.

Furiosa: A Mad Max Saga war trotz der sehr langen Laufzeit von 2.5h zu keiner Sekunde langweilig. Obwohl ich (auf der Arbeit) fünf Nächte (Nachtwache) hinter mir hatte und am Vormittag nur 3.5h schlief, wurde ich beim Schauen im Kino nicht müde. Im Gegensatz zu Mad Max: Fury Road hat Furiosa: A Mad Max Saga auch definitiv den besseren und stärkeren Plot, die geilere Endzeit- und Apokalypsen-Stimmung und die besseren Figuren (Chris Hemsworth war top und mit Anya Taylor-Joy konnte ich mehr anfangen als mit Charlize Theron aus dem Vorgänger). Teilweise wirkt der Film wie eine Freakshow mit Mondo-Charakter. Die beste Szene im ganzen Film beinhaltet Maden.

Wo der Film im Vergleich zum Vorgänger hingegen klar verliert sind a) die geringere Anzahl-Actionszenen (die gibt es in Furiosa praktisch nur im Mittelteil) und b) unschöne, unecht und billig wirkende CGI-Landschaften und Hintergründe (am Anfang und am Ende, bei der Actionszenen im Mittelteil hat man sich hingegen mehr Mühe gegeben). Teilweise sollen diese zwar in echt und auch Outdoor gefilmt worden sein, doch bei der digitalen Nachbearbeitung soll, warum und wie auch immer, gepfuscht worden sein. So dass die Effekte diesen unechten, künstlichen Touch bekommen haben. Das erinnert mich etwas an die Nachbearbeitung der Effekte im The Thing Remake, ebenso mit negativem Ausgang.

Fazit: Wer den Vorgänger mochte, kann sich problemlos an die «Fortsetzung» wagen!

Gefolgt von: Mad Max: The Wasteland (in Produktion)

Infos:

O: Furiosa: A Mad Max Saga

Australien 2024

R: George Miller

D: Alyla Browne, Chris Hemsworth, Lachy Hulme, Anya Taylor-Joy, Tom Burke, George Shevtsov, Nathan Jones

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 150 Min.

Gesehen am: 23.05.24

Fassungen: In Zürich im Kino gesehen (Uncut, Englisch mit deutschen Untertiteln). Soll am 31.12.24 in D auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Montag, 8. Juli 2024

You Won't Be Alone

NIFFF 2024

You Won't Be Alone

Story:

19. Jahrhundert Mazedonien:

In einem Berg-Dorf wird ein junges Mädchen durch einen Deal durch eine Hexe markiert. Die Mutter versteckt das Baby in einer Höhle und schirmt diese bis zum 16. Lebensjahr von der Aussenwelt ab. Doch die Hexe ist zurück, bringt die Mutter um und nimmt «ihre Tochter» an sich.  Doch diese kann mit ihrem Schicksal als «Hexe», die mordet, nicht klarkommen. Sie verlässt «ihre Mutter» und nimmt diverse Gestalten an (eine Frau, einen Mann, ein Kind), um das Leben zu entdecken. Doch ihre Vergangenheit holt sie immer wieder ein…

Meine Meinung:

You Won't Be Alone ist schon zwei Jahre alt. Der Film, nach Kurzfilmen das Spielfilm-Debüt von Goran Stolevski (in Mazedonien geboren, als Jugendlicher mit Familie nach Australien ausgewandert), lief nur am diesjährigen NIFFF, da eine «carte blanche» Auswahl eines Gastes. Das wusste ich nicht. Als der Film dann von einer Transe (Nachtrag: von einer Drag Queen, aber, wie vermutet auch eine Transe) vorgestellt wurde, staunte ich nicht schlecht. Ich war überrascht. Die Erklärungen von ihr habe ich jedoch nicht verstanden, da alles in Französisch.

Sie bezog wohl den Inhalt des Filmes (sich in seiner Haut nicht wohl fühlen, eine andere Form/Identität annehmen) auf sich, daher wählte sie diesen Film. You Won't Be Alone war am 4. NIFFF Tag der einzige Film, der auf meinem Programm stand. Und den hätte ich besser auslassen sollen. Mir hat der Film gar nicht gefallen. Ich würde den Film sogar als bisher schlechtesten NIFFF 2024-Film bezeichnen. Obwohl der Film 108 Minuten läuft, kam es mir mehr als zwei Stunden vor. Der Film ist einfach zu pseudo-künstlerisch und vor allem einfach eins: stinklangweilig! Die Zeit ging einfach nicht vorbei. Ganz schlimm…

Ein echter Plot ist kaum auszumachen, die Erzählweise ist stark abseits des Mainstreams, es gibt Längen und Längen und Längen, die Musik war persönlich absolut nicht mein Fall und einige Szenen hatten eine stark ausgeprägte Agenda (klassische Rollenverteilung, Darstellung der Männer) oder waren absolut lächerlich und unfreiwillig komisch. Ich sehe in dem Inhalt keinen Sinn. Mutige, gute Schauspieler, hier und da schöne Aufnahmen und der Start in den Film mit der Katze (und sie wird zum Glück im Gegensatz zu vielen anderen Tieren nicht getötet) waren die kaum auszumachenden positiven Seiten dieses Filmes.

Als Fazit zitiere ich aus einem Letterboxd-Review: «Boring art house nonsense.» Korrekt!

Infos:

O: You Won't Be Alone

Australien, Grossbritannien 2022

R: Goran Stolevski

D: Noomi Rapace, Alice Englert, Anamaria Marinca, Sara Klimoska, Félix Maritaud

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 108 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen im O-Ton mit englischen Subs, Uncut. Den Film gibt es in Australien auf DVD und ansonsten scheint es den nur via Streaming-Seiten zu geben, auch in Deutsch als Du Wirst Nie Allein Sein.

Donnerstag, 25. April 2024

You'll Never Find Me

Brugggore Filmfestival 2024 Spezial

You'll Never Find Me

Story:

Patrick (Brendan Rock) lebt einsam auf einem Wohnwagen-Park. Draussen tobt ein starker Sturm. Plötzlich klopft es mitten in der Nacht an der Türe. Er öffnet und da steht eine ihm unbekannte, junge und total durchnässte Frau (Jordan Cowan)…

Meine Meinung:

You'll Never Find Me ist ein australischer Genre-Beitrag von einem Regie-Gespann. Ein Slowburner und ein Kammerspiel. Die Ausgangslage ist spannend. You'll Never Find Me nimmt sich dabei viel Zeit. Der Film lebt von seinen zwei tollen und überzeugenden Hauptdarstellern Brendan Rock und Jordan Cowan. Brendan Rock hat dabei schon mehrfach mit den Regisseuren zusammengearbeitet. Der Film und Plot sind dabei spannend, mysteriös und unheimlich. Und sehr stimmungsvoll. Das Ganze ist toll gefilmt und stark in Szene gesetzt. Der Sturm passt perfekt zu dem Setting.

Obwohl es ein ruhiger Film mit vielen Dialogen und wenig «Action» ist, wird der Film nie langweilig. Mir haben die ersten ¾ des Filmes sehr gut gefallen. Eine Spannung ist konstant vorhanden. Das letzte Viertel reisst den Film aber nach unten - die Qualität nimmt ab. Gewisse Elemente fand ich schade und enttäuschend. Auf der anderen Seite blieb ich beim Abspann auch ratlos zurück. Was sollte das denn? Und wie war das jetzt gemeint? Richtige Antworten gibt es meiner Meinung nach nicht, nur Andeutungen. Da kann der Zuschauer Interpretieren. Zuweilen gab es fast Maniac Vibes.

Optisch, technisch und schauspielerisch war auch das letzte Viertel stark anzusehen, nur inhaltlich nahm die Qualität meiner Meinung nach ab. Da hätte ich ein anderes Ende befriedigender gefunden. Schade um die ersten ¾ des Filmes, die wirklich sehr fesselnd und ansehnlich waren. Ein gutes Beispiel, wie ein Ende einen Film kaputt machen kann. Das ist natürlich immer Geschmackssache, aber in dem Fall hat es mich gestört.

Fazit: Lange sehenswert, gegen Ende flacht der Film aber ab…

Infos:

O: You'll Never Find Me

Australien 2023

R: Josiah Allen, Indianna Bell

D: Brendan Rock, Jordan Cowan, Elena Carapetis, Angela Korng

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Am Brugggore Filmfestival 2024 gesehen, Uncut und im O-Ton. Erscheint in Deutschland am 9. Mai 2024 auf DVD und Blu-Ray.

Montag, 22. April 2024

Sting

BIFFF 2024 Spezial

Sting

Story:

Die 12jährige Charlotte (Alyla Browne) findet eine Spinne und nimmt das kleine Tier, welches sie Sting tauft, unter ihre Fittiche. Das Tier scheint intelligent, wächst dann aber nach jedem Füttern bis es entkommt und die Bewohner des Wohnblocks als Futterquelle auserkoren hat…

Meine Meinung:

Von Sting war ich enttäuscht, in jeder Hinsicht. Dabei wäre die Ausgangslage (à la Critters 3) vielversprechend gewesen. Doch der australische Film vom Wyrmwood: Apocalypse Regisseur versagt auf der ganzen Linie. Ja, es gibt einige practical effects im Film. Aber viel zu wenig, um zu überzeugen. Splatter und/oder Ekelszenen gibt es hingegen kaum, wie auch ein kaum vorhandener Bodycount. Die Spinne huscht mehrheitlich doch nur als CGI-Vieh in der Gegend rum = grosse Enttäuschung.

Dazu kommt, dass sämtliche Figuren höllisch nerven. Die Darstellung der Figuren ist absolut stereotypisch, plump, klischeehaft und nervend. Egal ob die böse Schwiegermutter, der asiatische Nerd oder der Quotenneger, der sich am Ende auch noch in ein Arschloch verwandelt. Und am meisten und wie Hölle nervt aber die Familie bestehend aus der Mutter, einem Baby, der 12jährigen Charlotte und dem Stiefvater. Sogar echtes, übertriebenes und nervendes Drama kommt vor, ehe sich im Finale dann alle wieder liebhaben und natürlich auch alle überleben (wie in einem Seven Spielberg Film in schlecht).

Der Film war weder wirklich spannend oder stimmungsvoll. Auch die Musik ist unauffällig. Hintergrundinfos gibt es keine (die Spinne kam aus dem Weltall). Zwar wird eine Fortsetzung angeteasert, aber das ist im Tierhorrorfilm Standard (abgelegte Eier). Dazu kommt, dass der Film einfach lahm war. Abgesehen von verschneiten Aussenaufnahmen, hat der Film auch optisch nicht wirklich überzeugt. Und dann stirbt die Katze, während der Hund überlebt. Geht gar nicht! Und Hommagen an The Terminator oder Predator (z.B. 1:1 Zitate) wirkten einfach nur unfreiwillig komisch. 

Fazit: Schade, dass das BIFFF Sting und nicht den französischen Spinnenhorror Vermines im Programm hatte! 

Infos:

O: Sting

Australien 2024

R: Kiah Roache-Turner

D: Alyla Browne, Penelope Mitchell, Ryan Corr, Jermaine Fowler, Silvia Colloca

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 91 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Am BIFFF 2024 im O-Ton und Uncut gesehen. Eine DVD oder Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: April 2024).

Montag, 1. April 2024

The Punisher

The Punisher

Story:

Frank Castle (Dolph Lundgren) sinnt nach dem Tod seiner Familie auf Rache an Gangster-Boss Gianni Franco (Jeroen Krabbé). Der für totgeglaubte Castle zieht als «Punisher» mordend durch die Unterwelt. Während sein Ex-Partner (Louis Gossett Jr.) weiterhin nach Frank sucht, beansprucht in der Gegend die Yakuza (Kim Miyori, Zoshka Mizak) ihre Vorherrschaft und erklärt Franco den Krieg, was Franks Rachepläne durcheinander bringt…

Meine Meinung:

The Punisher ist nebst Blade die einzige sehenswerte Marvel-Verfilmung, die bisher veröffentlicht wurde. Alles andere, vor allem der ganze neue Schrott, sind uninteressanter, herzloser CGI-Mist, absoluter Kommerzschund und ein Haufen Scheissdreck. Nur meine Meinung. The Punisher aus dem Jahr 1989 ist dabei auch bis heute die beste The Punisher Verfilmung. Das Remake mit John Travolta und Thomas Jane war missraten und schlecht. Besser machte es die später veröffentlichte Direct to Video-Produktion Punisher: War Zone mit Rom-Star Ray Stevenson als «The Punisher».

Überraschend sehenswert war die Netflix-Serie Marvel's The Punisher aus dem Jahr 2017. Besonders die 1. Staffel und die ersten drei Folgen der 2. Staffel waren in der Tat starke Action-Unterhaltung. Etwas vom Besten, was ich in den letzten Jahren in Sachen Action in einer US-Serie gesehen habe. Dennoch bleibt die 80er Jahre Fassung von Mark Goldblatt (Dead Heat) und mit Action-Star Dolph Lundgren (Showdown in Little Tokyo) der beste Punisher. Ob die Verfilmung des Comics jedoch gelungen und inhaltsgleich ist, ist mir, da ich die Comics nicht kenne, nicht bekannt.

War mir auch nicht bewusst ist, ist die Frage, warum Regisseur Mark Goldblatt nicht mehr Filme als Regisseur realisierte. Nebst The Punisher zähle ich nur Dead Heat zu seinen Regiearbeiten. Warum war seine Karriere so schnell wieder vorbei? Immerhin war der Film, gerade in der Fan-Szene, doch sehr beliebt. Dolph Lundgren war dazumal nebst anderen Action-Helden wie Bruce Willis (Stirb langsam), Arnold Schwarzenegger (Running Man), Sylvester Stallone (Rambo 2 - Der Auftrag), Jean-Claude Van Damme (Bloodsport), Chuck Norris (The Delta Force), Charles Bronson (Death Wish 3) oder Steven Seagal (Nico) auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

Dolph Lundgren passt von seiner Statur, dem Aussehen und dem Outfit perfekt in die Rolle des Punisher. Man nimmt ihm den gequälten Menschen glaubhaft ab. In den Action-Szenen macht er eine gute Figur. Explosionen, Stunts, einen hohen Bodycount, kürzere Kampfszenen, innovative Tötungsszenen und kreative Waffen (Messer, Samurai Schwert, tödliche Ohrringe, Gift…) runden den actionreichen und schwer unterhaltsamen Film ab. Besonders gegen Finale bekommt der Film mehr und mehr einen Videospiel-Charakter, in welchem sich Dolph Lundgren und Co. durch «diverse Level» kämpfen. Auch die Musik fällt positiv auf.

Auch optisch gibt es coole Farbspiele und Settings. Ansonsten herrschen die üblichen 08/15 80er-Jahre US-Film Klischees, die Fans von dieser Art Film erwarten. Der Film ist kreativ brutal: nebst blutigen Shoot-Outs wird auch Mal das ein oder andere Körperteil abgehackt. Es hatte schon seine Gründe, dass der Film vor seinem Kino-Release Federn lassen musste. Nebst Dolph Lundgren überzeugen auch der leider vor kurzem verstorbene Louis Gossett Jr. (sein Verhör an Castle ist schauspielerisch eine der intensivsten und besten Momente des Filmes), Jeroen Krabbé (Spetters), Kim Miyori und dessen Filmtochter Zoshka Mizak. Letztere bleibt als stumme Tochter und Killerin für die Yakuza und ihrem Finalkampf gegen Dolph Lundgren definitiv in Erinnerung. Schade, dass sie keine Karriere in der Filmwelt erfuhr und so schnell verstarb (Krebs).

Fazit: Einer der besten Filme mit Dolph Lundgren und der beste Punisher!

Infos:

O: The Punisher

USA, Australien 1989

R: Mark Goldblatt

D: Dolph Lundgren, Jeroen Krabbé, Louis Gossett Jr., Kim Miyori, Zoshka Mizak

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 89:16 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 29.03.24

Fassungen: Mir lag die japanische Laserdisc von Herald Videogram und die deutsche Blu-Ray von Koch Media vor. Als ich damals die LD kaufte, gab es die deutsche Blu-Ray noch nicht. Der Film wurde für die R-Rated Freigabe zensiert. Wie bei anderen Filmen auch (A Nightmare on Elm Street, A Nightmare on Elm Street Part 5) wurden von den Studios die falschen Master für DVD/Blu-Ray restauriert: die zensierte Kinofassungen statt Uncut-Prints. Und die LD aus Japan bot eben diesen Uncut Print. Koch Media haben dem Film eine Uncut-Fassung gegönnt: die ehemals zensierten Szenen fallen leicht ab (qualitativ), ansonsten ist das qualitativ eine Top-Vö: hervorragende Bild- und Tonqualität, Steelbook, zwei Blu-Ray Discs (Film und Extras) und der Film liegt in Deutsch oder Englisch (mit deutschen Untertiteln) vor. Die deutsche Synchronisation ist jedoch sehr gelungen.