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Donnerstag, 5. März 2026

China White

China White

Story:

Amsterdam:

Nachdem Onkel Chi (Ku Feng) getötet wurde, schwören seine Hinterbliebenen (u.a. Russell Wong, Steven Vincent Leigh, Tommy Wong Kwong-Leung) Rache an den Hintermännern und Tätern (Billy Drago, William Ho Ka-Kui, Saskia van Rijswijk, Cahit Ölmez). Derweil ermittelt auch die Polizei (Lisa Schrage, Frank Sheppard) in der Sache…

Meine Meinung (Hong Kong bzw. Langfassung):

Ronny Yu (The Postman Fights Back, Shogun and Little Kitchen, The Savior, Freddy vs. Jason, Family Man) drehte Ende der 80er Jahre einen Actionfilm mit Shoot-Outs à la John Woo (sehr blutig und sehr viel Zeitlupen-Einsatz). Der Film punktet in Sachen Abwechslung aufgrund seiner internationalen Zusammenarbeit mit westlichen Stars und den Drehorten. Der Film spielt zu 95% in Amsterdam und wurde auch vor Ort gedreht. Und das ist in der Tat begrüssenswert, da eine willkommene Abwechslung zu den Gangster-Filmen aus Hong Kong aus jener Zeitspanne.

Ich sah den Film bei dieser 2. Sichtung nun erstmals Uncut. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden, auch wenn der Film in meinen Augen kein Kracher darstellt. Dazu gab der 08/15 Plot zu wenig Action her. Vor allem im Mittelteil hätte es gerne mehr Actionszenen haben dürfen. Zudem empfand ich speziell die Love-Story zwischen Russell Wong und Lisa Schrage als schwach und unglaubwürdig. Diese Szenen hätten eigentlich auch entfernt werden können. Der Film hätte auch gut ohne Lisa Schrage (Die Stunde der Ratte) oder Frank Sheppard als «Rasta» funktioniert.

Die ca. zehnminütige Flashback-Szene mit Ku Feng (Bruce and the Iron Finger), Alex Man (The Big Brother), Andy Lau (Hard Killers - China White III) sowie Shing Fui-On (Ghost for Sale) mochte ich hingegen. Einerseits mag ich die Stars, zum anderen gibt die Szene auch Actionmomente her. Es gibt Gerüchte, dass Andy Lau und Carina Lau mit vorgehaltener Waffe von Triaden gezwungen wurden, an den Dreharbeiten in Amsterdam teilzunehmen. Bestätigt ist das jedoch nicht, aber auch nicht unbedingt unwahrscheinlich. Auf jeden Fall lässt sich mit einem Superstar wie Andy Lau, vor allem in Hong Kong, gut werben und somit Geld machen.

Seine besten Momente hat der Film, nebst dem willkommenen Amsterdam-Setting, in den Actionszenen. Diese bestehen hauptsächlich aus extrem blutigen Shoot-Outs, die in Zeitlupe gefilmt wurden. Die Mehrheit dieser Szenen ist vor allem am Anfang und Ende des Filmes zu sehen. Zwar gibt es auch zwischendurch Mal immer wieder eine Actionszene zu sehen, aber diese halten sich doch arg in Grenzen, so dass der Film im Mittelteil einige lahme Passagen bietet, die der Zuschauer relativ uninteressant überstehen muss, um am Ende wieder mit blutiger Action belohnt zu werden. Einige sehenswerte Stunts runden die Actionszenen ab.

Nebst den bereits erwähnten HK-Stars sind in weiteren Nebenrollen Tommy Wong Kwong-Leung (Justice My Fool) sowie William Ho Ka-Kui (Story of Ricky) zu sehen. Bei den Bösewichten überzeugt Billy Drago (Invasion USA) sowie Saskia van Rijswijk. Letztere sah man auch in zwei weiteren HK-Actionfilmen aus der Zeit. Ihre Szene mit der Axt ist unverkennbar. Sie darf sich im Finale einen kurzen Kampf liefern, der auch in einem sehenswerten Stunt endet. Alles in allem handelt es sich bei China White um einen soliden Film, dem mehr Action im Mittelteil gutgetan hätte.

Fazit: HK-Actionfans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Gwang Tin Lung Fu Wui

HK 1989

R: Ronny Yu

D: Ku Feng, Russell Wong, Steven Vincent Leigh, Andy Lau, Lisa Schrage, Billy Drago, Tommy Wong Kwong-Leung, William Ho Ka-Kui, Alex Man, Saskia van Rijswijk, Frank Sheppard, Shing Fui-On, Cahit Ölmez

Laufzeit der deutschen DVD (Hong Kong bzw. Langfassung): 104:23 Min.

Gesehen am: Sept. 2009 / Neusichtung am: 05.03.26

Fassungen: Früher lag mir die zensierte HK-DVD vor, die ich verkauft habe, als in Deutschland von Imperial Pictures eine Uncut-Fassung auf DVD angekündigt wurde. Dieses Set beinhaltet zwei Fassungen. Einmal die unzensierte Exportfassung (die DVD spricht dabei vom «Hauptfilm») und einmal die erweiterte Langfassung («Hong Kong Fassung»). Die Bildqualität ist gut bis mässig. Der Film liegt nur in Deutsch/Englisch vor. Es gibt keinen O-Ton. Die deutsche Synchronisation ist bis auf die Stimmen von Billy Drago und William Ho Ka-Kui in Ordnung.

Montag, 2. März 2026

Angel Terminators 2

Angel Terminators 2

Story:

Moon (Moon Lee) und Yukari (Yukari Oshima) sind Freundinnen. Als eine Freundin von ihnen durch Gangster zur Prostitution gezwungen wird, geraten sie, als sie Schmuck der Gangster stehlen, zwischen die Fronten von Triaden-Boss Mad (Karel Wong Chi-Yeung). Derweil versucht Yukaris Vater (Jason Pai Piao) die Beziehung zu seiner Tochter zu glätten und die Polizei (Sibelle Hu) ist ebenfalls hinter Mad her…

Meine Meinung (Hongkong-Fassung):

Angel Terminators 2 hat nichts mit dem Vorgänger zu tun, ausser dem modernem Action-Setting, den kämpfenden Frauen und dem Herstellungsland. Es wird eine eigene Geschichte mit anderem Cast und neuen Figuren erzählt. Angel Terminators 2 gefiel mir weniger gut als bei meiner Erstsichtung und im Vergleich zu Angel Terminators auch weniger gut. Kracher-Status erlangt Angel Terminators 2 definitiv nicht, auch wenn es noch immer ein fetziger Actionfilm ist.

Es gibt mehrere Punkte, die mir bei der aktuellen Sichtung missfallen haben. Zuerst einmal ist die Geschichte unausgegoren. Es gibt drei Sub-Plots und die eigentliche Hauptgeschichte kommt erst nach ca. 60 Minuten zum Tragen. Da hätte ich den ein oder anderen Sub-Plot, den ich ausbremsend, leicht nervend und nicht glaubhaft fand, aus Straffungsgründen entfernt. Das waren vor allem die Szenen, die Vater Jason Pai Piao zeigen, der mit seiner Tochter, gespielt von Yukari Oshima, die oft «Slut» Leggings trägt, Familienprobleme hat. Diese Szenen waren schlecht gespielt.

Daneben fand ich die Clique, in der Moon Lee (Blood Sister, Iron Angels III, Mr. Vampire II) und Yukari Oshima (Drugs Fighters, Iron Angels, Kung Fu Wonder Child) angehören, auch leicht nervend. Ziemliches Overacting. Die Figuren waren weniger mein Fall. Zudem empfand ich die Musik als billig. Schade war auch, dass Moon Lee und Yukari Oshima praktisch durch den ganzen Film nie einem ebenbürtigen Gegner, was Martial Arts Kämpfe und Duell angehen, gegenüberstehen. Das war schade und wird erst im Finale korrigiert, wenn Moon Lee gegen Sophia Crawford (The Big Deal) kämpfen darf.

Nebst Jason Pai Piao (Portrait in Crystal) sehen wir noch Shaw Brothers Legende Lo Lieh (Gold Constables) in einer Nebenrolle. Als Polizisten und Partnerin von Jason Piao Piao darf Sibelle Hu (Crystal Hunt) für Rache und Gerechtigkeit sorgen. Auch sie spielt teilweise drüber. So auch Karel Wong Chi-Yeung als fieser Triaden-Boss Mad. Er hat schon immer gerne Bösewichte gespielt (z.B. in The Last Duel). Wo der Film ansonsten punktet, ist seine grosse Anzahl an Actionszenen. Es gibt hier und da blutige Shoot-Outs, Explosionen und Kampfszenen. Immer wieder. Das Finale ist sicherlich das Highlight des Filmes, was Actionszenen betreffen. Sieht der Zuschauer von den diversen Mängeln der Produktion ab, die auch stark Geschmackssache sind, so bleibt noch immer ein guter und solider Actionfilm.

Infos:

O: Fo Zung

HK 1993

R: Chan Lau, Lu Chin-Ku

D: Moon Lee, Yukari Oshima, Jason Pai Piao, Lo Lieh, Sibelle Hu, Sophia Crawford, Karel Wong Chi-Yeung

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 93:28 Min.

Gesehen am: Aug. 2014 / 2. Sichtung: 02.03.26

Fassungen: Die HK-VCD habe ich, wenn ich nicht irre, in die USA verkauft, als vor einigen Jahren die deutsche Blu-Ray angekündigt wurde. Diese lag mir nun auch für eine 2. Sichtung vor. Das Mediabook von Shamrock Media bietet den Film in zwei Fassungen auf DVD, Blu-Ray und mit Booklet. Uncut, im O-Ton mit deutschen Subs und in einer erstklassigen Bild- und Tonqualität.

Sonntag, 28. Dezember 2025

Man on the Brink Review

Man on the Brink

Story:

Der junge Cop Ho Wing-Chui (Eddie Chen) willigt ein, sich für zwei Jahre für eine Undercover-Mission zur Verfügung zu stellen. Er soll eine Gruppe Triaden (u.a. Mak Ho-Man, Leung Siu-Wah) infiltrieren. Seine Schwester und seine Freundin (Ada Fung Oi-Tsz) darf er nicht einweihen.  Die Mission geht nicht spurlos an Ho Wing-Chui vorbei…

Meine Meinung:

Man on the Brink ist ein New Wave Hong Kong Film von Alex Cheung Kwok-Ming, dessen Cops and Robbers für mich ein echtes Juwel darstellt. Daher war ich gespannt auf den Film. Es ist schade, dass Alex Cheung Kwok-Ming (Framed, Chatter Street Killer, Twinkle Twinkle Little Star) nur wenige Filme realisiert hat. Darunter auch zwei Shaw Brothers Filme, u.a. Danger Has Two Faces. Der Film stammt aus dem Jahr 1981 und war ein voller Erfolg. 1982 gewann der Streifen am Golden Horse Film Festival mehrere Preise.

Man on the Brink hat mir zwar nicht ganz so gut wie der düstere Cops and Robbers Gefallen, dennoch mag ich diese nihilistischen New Wave Crime-Streifen im modernen Setting. Daher sehe ich The Man on the Brink noch weit über dem Durchschnitt. Der Film ist ruhig und versucht, realistisch zu sein. Der junge Eddie Chan spielt das toll. Der Film ist ein Mix aus Crime-Streifen und Drama. Es gibt mehrere spannende Szenen, die intensiv wirken und toll inszeniert sind. Es gibt nur wenige Action- und Gewaltmomente. Diese haben jedoch viel Power und Kraft.

Auch die Musik und Kameraarbeit waren toll. Der Cast aus mir wenig bekannten Namen war auch stark gewählt. Eddie Chen spielte zu der Zeit in mehreren interessanten Filmen wie Bad Boys (habe ich ungesehen als US-VHS), The Beasts, The Security, He Lives by Night, The Accident, Devil Fetus oder Law with Two Phases. Meist spielte er Polizisten. Die Co-Stars werden von Ga Lun (Jumping Ash), Ada Fung Oi-Tsz (Söldner kennen keine Gnade), Kam Hing-Yin (0.38), Leung Siu-Wah (The Clones of Bruce Lee) und Mak Ho-Man (The Saviour) gespielt.

Fazit: Nicht ganz so stark wie Cops and Robbers, aber definitiv sehenswert!

Infos:

O: Bin Yuen Man

HK 1981

R: Alex Cheung Kwok-Ming

D: Eddie Chen, Mak Ho-Man, Leung Siu-Wah, Tang Yuk-Wing, Ada Fung Oi-Tsz, Ga Lun, Kam Hing-Yin, Leung Hon-Fai

Laufzeit der HK-Blu: 101:00 Min.

Gesehen am: 28.12.25

Fassungen: Mir lag die HK-Blu-Ray von CN Entertainment vor = Schuber, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs, Uncut. Leider sind die Extras nicht Englisch untertitelt. Das Special «Movie Talk: Alex Cheung» sah nämlich interessant aus (und dauert über 60 Minuten). Gibt es in Deutschland als Mann ohne Ausweg auf DVD. Die neue US-Blu-Ray hat mehr Extras als die HK-Disc und ist zudem auch, was das Bonusmaterial angeht, Englisch untertitelt.

Mittwoch, 24. September 2025

Lord of East China Sea Review

Lord of East China Sea

Story:

Shanghai in den 20ern:

Der Film erzählt, wie Ganove Luk Yu-San (Ray Lui) zu einem der mächtigsten Männer in Shanghai wurde. Er wird unter die Fittiche von Polizei-Chef Wong Chuen-Wing (Kent Cheng) genommen und vermittelt in einem Fall, der gestohlenes Opium beinhaltet. Es gelingt Luk, zwischen Wong Chuen-Wing und Yuen Siu-Kwan (Elvis Tsui), dem Besitzer des Opiums, einen Deal auszuhandeln. Das macht die Männer reich. Doch politische Spannungen bedrohen das Machtgefüge des Trios…

Meine Meinung:

2015 kaufte ich in Taiwan vor Ort in Urlaub Lord of East China Sea 1 + 2. Es handelt sich um zwei Gangster-Streifen von Regisseur Poon Man-Kit. Poon Man-Kit ist diesen Monat, um genau zu sein am 09.09.25, verstorben. Ihm zu Ehren wurden die beiden Filme, welche noch ungesehen in meiner Sammlung lagerten, angesehen. Praktisch Stück am Stück.

Poon Man-Kit dürfte Fans vor allem durch seien zwei Gangster-Filme Shanghai Grand (mit Andy Lau und Leslie Cheung) sowie dem Gangster-Epos To Be Number One bekannt sein. Dabei hat er noch andere Filme wie Hero of Tomorrow (auch hier geht es um einen Mann, der in der Triaden-Welt aufsteigt), City Kids 1989 (weitere Zusammenarbeit zwischen Regisseur Poon Man-Kit mit Max Mok und Andy Lau), Lung Fung Restaurant (mit Stephen Chow) sowie dem Wuxia The Sword of Many Lovers inszeniert. 

Shanghai Grand habe ich als stark in Erinnerung (kämpft da Leslie Cheung nicht gegen eine Gummischlange?). To Be Number One habe ich erst vor paar Monaten als Blu-Ray aufgefrischt. Der ist ebenso sehenswert und The Sword of Many Lovers sah ich vor einigen Wochen als Laserdisc. Der war auch unterhaltsam. Leider kann Lord of East China Sea nicht mit To Be Number One mithalten. Beide Filme sind ähnlich.

Der Film sieht zwar gut aus, aber es gibt zu wenig Actionszenen und zu viele Längen. Zudem wurde ich mit Ray Lui (Hunting List) als Lead nicht wirklich warm. Auch Elvis Tsui (The Seventh Curse) bleibt hinter den Erwartungen. Vom Trio gefällt nur Kent Cheng (The Accident), der hingegen eine starke und packende Darbietung abliefert. In einer Nebenrolle überzeugt Lam Wai (The Dignified Killers). Die wenigen Actionszenen sind z.T. recht blutig geraten. Schade, dass es nicht mehr davon gibt. Am Ende flacht der Plot ab.

Fazit: Besser To Be Number One schauen!

Gefolgt von: Lord of East China Sea II

Infos:

O: Seung Hoi Wong Dai Ji: Sui Yuet Fung Wan

HK 1993

R: Poon Man-Kit

D: Ray Lui, Kent Cheng, Elvis Tsui, Carina Lau, Cecilia Yip, Lam Wai, William Ho Ka-Kui

Laufzeit der südkoreanischen DVD: 141:50 Min.

Gesehen am: 21.09.25

Fassungen: Mir lag die taiwanesische DVD von Catalyst Logic/Fortune Star vor = O-Ton und englische Subs, Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Sept. 2025). 

Montag, 28. Juli 2025

Action in Border

Action in Border

Story:

Gangster Xu Zhifeng ist bekannt und gefürchtet. Sein Rivale Sakai will Xu loswerden. Sakai plant zusammen mit Chef Onkel Hong, Xu eine Falle zu stellen. Sie geben Xu an, zusammen mit ihm einen Coup zu planen. Ein Geldautomat soll das Ziel sein. Doch Sakai hat andere Pläne. Der Coup misslingt und Xu wird von der Polizei gejagt und sein Kollege Zai stirbt. Xu gelingt die Flucht ins abgelegene Fischerdorf von Onkel Hai, einem Freund seines Vaters, wo er sich ein neues Leben aufbaut und sich in Mei verliebt. Doch die Vergangenheit holt Xu wieder ein, als er erfährt, dass Sakai seinen Freund Curry getötet hat. So macht sich Xu auf nach Kuala Lumpur, um sich an Sakai zu rächen…

Meine Meinung:

Action in Border scheint selten. Ich finde im Internet kein Review zu der HK-Produktion (einige Datenbanken geben noch Malaysia als Herstellungsland an) aus dem Jahr 1991. Bei Action in Border von Regisseur Chung Gwok-Yan (Hong Kong Butcher & Hired Guns) handelt es sich um einen TV-Film und/oder eine Direct to Video Produktion à la Yesterday Once More (in dem spielt Tommy Chung Siu-Tong auch mit). Tommy Chung Siu-Tong hat nur wenige Filme als Regisseur vorzuweisen. Zwei Titel stechen hervor und wandern auf meine Wunschliste: Manchester Dead Warrant mit Alex Fong, Mark Cheng, Alan Chui Chung-San & Lawrence Ng sowie A Fate of Love mit Gordon Liu.

Ich wusste im Vorfeld Bescheid, so dass ich von dem mir unbekannten Action in Border nicht viel erwartet habe. Der Film zeigt vor dem Film einen kurzen Zusammenschnitt (des ganzen Filmes), der schon einzelne Highlights präsentiert. Das war, vor allem bei einigen Filmen aus Taiwan aus der Zeit, normal, dass vor dem Film eine Art Best-of-Zusammenfassung des Filmes gezeigt wurde. Hat man sich als Zuschauer erst Mal an die billige TV/Video-Optik gewöhnt, steht einem soliden Film nichts im Weg. Der Film war schlussendlich absolut solide.

Die Actionsequenzen waren blutiger und die Stunts besser als erwartet. Das hätte ich von dieser Art Film so nicht erwartet, zumal ich den ähnlich gelagerten Yesterday Once More auch in der Hinsicht doch eher enttäuschend fand. Hier gibt es blutige Messer- und Machten-Angriffe, Menschen, die Blut spucken, Polizisten, die blutig erschossen werden und ein Gegner wird sogar nach einer Fluchtszene aufgespiesst. Nichts Weltbewegendes, aber für einen Film dieser Art positiv. Und die Stunts waren auch erste Sahne. Die Stunts sind unter Mithilfe von Mark Houghton (Angel Terminators) entstanden, der im Film nebst Darren Shahlavi (Kickboxer: Vengeance) zu sehen ist (Houghton hat aber mehr Screentime).

Fazit: Dank charmanter Action nach alter Schule kommt der Film in die Sammlung!

Infos:

O: Lie xue jie tou

HK, Malaysia (je nach Quelle) 1991

R: Tommy Chung Siu-Tong

D: Cheung Lui, Debbie Lam, Austin Wai, Yu Kwan-Wa, Cheung Wai-Hung, Wan Yat-Lung

Laufzeit der HK-LD: Ca. ?

Gesehen am: 05.05.25

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Universe vor = Uncut, in Canto oder Mandarin ohne Subs, solide Bild- und Tonqualität. Mir ist abgesehen von der LD vom gleichen Label nur eine VCD-Fassung bekannt. Andere Fassungen konnte ich nicht ausmachen (Stand: Mai 2025).

Samstag, 22. März 2025

My Name Ain't Suzie

 


My Name Ain't Suzie

Story:

Hong Kong, Wan Chai, 50er Jahre:

Mary Lai Shui Mei (Pat Ha Man-Jik), auf einem Fischerboot lebend und aus ärmsten Verhältnissen stammend, wird zusammen mit einer Gruppe von anderen jungen Mädchen an Monie (Betty Ting Pei) verkauft. Diese bildet die Mädchen aus, damit diese in ihrem Club Männer, vornehmlich Seemänner, bedienen.  Mary Lai Shui Mei verliebt sich später in Johnny (Anthony Wong). In der Hoffnung, mit ihm ein neues Leben zu starten, entschliesst sie sich zusammen mit einer Kollegin, unabhängig von Monie anzuschaffen und «ihr eigenes Ding zu drehen». Doch es läuft nicht wie geplant: Johnny haut ab und die zwei Mädels sind ohne Schutz Gewalt und Polizei ausgesetzt. Doch die Dinge entwickeln sich nicht nur zum Negativen…

Meine Meinung:

Nach Maybe It's Love der 2. Spielfilm von Angela Chan für die Shaw Brothers. Und erneut bietet der Film starke New Wave Vibes und wurde an den Hong Kong Film Awards 1986 in mehreren Kategorien nominiert (und gewann davon in einer). Da ich Maybe It's Love gar nicht so übel fand, schaute ich mir nun auch My Name Ain't Suzie an. Eine Art Mix aus Drama, Romanze, Komödie und Sozialkritik. Quasi der «Casino» (Auf- und Abstieg) im Rotlichtviertel-Setting.

Der Film und Inhalt werden als Rückblende erzählt. 95% der Story spielen in den 50ern Jahren. Zuerst in Wan Chai und später in Tsim Sha Tsui. Und das wurde richtig gut eingefangen. Der damalige Zeitgeist und die politischen Themen wurden stark in den Plot integriert. Der Film begleitet dabei Charakter Mary Lai Shui Mei als minderjähriges Mädchen bis zur alten Frau. Sie blieb ihrem Geschäft bis zum Ende Treu. Mit vielen Hochs, aber auch sehr vielen Tiefs. Das gezeigte wirkt authentisch. Da hat Angela Chan gut recherchiert.

Das Gewerbe wird im Film ungeschönt und neutral dargestellt. Pat Ha Man-Jik (Profile in Anger) hat das stark gespielt. Auch Namen wie Betty Ting Pei (Mahjong Heroes), Colette Koo Ka-Ling oder der spätere Film-Psycho Anthony Wong (wird im Vorspann als Anthony Perry gelistet) in seiner ersten Filmrolle, haben überzeugt. Anthony Wong (Ebola Syndrome) spielt aber auch «nur» einer der Nebenfiguren, und nicht die Hauptrolle. Die einzige, welche ich nicht überzeugt fand, war Deanie Ip Tak-Han. Ausgerechnet jene, welche dem Film seinen einzigen Preis als beste Nebendarstellerin einbrachte. Sie ist vor allem ab Mitte und im letzten Viertel des Filmes involviert, wo es auch 1-2 graphischere Szenen zu bestaunen gibt inklusive Tiersnuff.

Fazit: Wer Angela Chans New Wave Shaw Brothers Beitrag Maybe It's Love mochte, kann auch hier bedenkenlos Mal einschalten!

Infos:

O: Fa Gai Si Doi

HK 1985

R: Angela Chan

D: Pat Ha Man-Jik, Betty Ting Pei, Anthony Wong, Angela Yu Chien, Colette Koo Ka-Ling, Deanie Ip Tak-Han

Laufzeit der Originalversion: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 07.01.25

Fassungen: Gesehen via ZiiEagle Box = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in HK (von IVL) auf DVD (O-Ton, Uncut, englische Subs). Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Dienstag, 11. März 2025

The H.K. Triad

The H.K. Triad

Story:

Hong Kong 60er Jahre:

Die Freunde Ho (Lau Ching-Wan) und Lok (Francis Ng) träumen vom Reichtum, Macht und Frauen. In der Walled City kommen sie mit den Triaden in Kontakt. Besonders Ho macht sich dort einen Namen, bis er am Ende selbst der mächtigste Mann in Hong Kongs Verbrecher-Szene ist. Lok arbeitet inzwischen als korrupter Cop mit Ho zusammen. Beide profitieren von ihren Geschäften, bis die Polizei eine neue Stelle zur Bekämpfung der Korruption ins Leben ruft. Der Anfang vom Ende für Lok und Ho…

Meine Meinung:

The H.K. Triad von Clarence Ford (Gun & Rose) gefällt mir leicht besser als einige der anderen Arbeiten, welche ich ihm zu Ehren (sein Tod wurde vor paar Tagen Online kommuniziert) aufgefrischt habe. Dies liegt vor allem daran, dass der Plot gradlinig wirkt. In den anderen Filmen sind die Töne zu wechselhaft, die Nebenplots konfus, das Overacting zuweilen anstrengend. Nicht so in The H.K. Triad, dessen Film von Wong Jing (The Thirty Million Dollar Rush, Raped by an Angel, My Neighbours Are Phantoms) produziert wurde. Ebenso stammt das Drehbuch von ihm.

Der Plot mag mehr altbekannt, klassisch und 08/15 sein, aber das muss nicht immer negativ gewertet werden. Im Gegenteil. In dem Fall ist es von Vorteil. Es geht um die altbekannte Geschichte vom Auf- und Abstieg im Gangster- bzw. Triaden-Setting à la Der Pirat von Shantung, Hero, Casino und Co. Wenn man dem Plot etwas ankreiden kann, dann vielleicht die Tatsache, dass es etwas andauert, bis der Streifen Mal etwas Fahrt aufnimmt. Dafür gibt es in der 2. Hälfte genug Action und Härten (sogar Piranhas kommen vor).

Der Cast des Filmes konnte mich überzeugen. Als Hauptdarsteller sind Lau Ching-Wan (The Third Full Moon, Black Mask, Live Hard) und Francis Ng (The Dragon Fighter, Handsome Siblings, Legal Innocence) zu sehen. Beide machen ihren Job, wie auch die restlichen Darsteller, sehr solide und es macht Spass, ihnen zuzusehen. Die Musik passt gut zur Zeitspanne und die Settings sind interessant ausgewählt worden. Zum Teil spielt der Film in der berühmt berüchtigten Kowloon Walled City, mit welcher zuletzt Twilight of the Warriors: Walled In von sich Reden machte. Und es wird mehrfach Hundefleisch konsumiert.

Fazit: Fans des 90er Jahre Kinos können durchaus einen Blick riskieren!

Infos:

O: O Gei Saam Gap Kooi Dong Ngon

HK 1999

R: Clarence Ford

D: Lau Ching-Wan, Francis Ng, Athena Chu Yun, Diana Pang Dan, Michael Tse Tin-Wah, Lee Siu-Kay, Frankie Ng Chi-Hung, Benny Wong Chung-Yam, Spencer Lam Seung-Yi, Chow Pok-Foo, Lam Suet

Laufzeit der HK-DVD: 99:45 Min.

Gesehen am: Okt. 2006 / Neusichtung am: 10.03.25

Fassungen: Gesehen als HK-DVD von Mega Star = Uncut, O-Ton, englische Subs, solide Bild- und Tonqualität, Code-Free-Disc. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: März 2025).

Gun & Rose

Gun & Rose

Story:

Simon (Simon Yam) ist ein Sohn eines Gangsterbosses. Er strebt die alleinige Macht an. Dies führt zum Bruch mit seinem Halbbruder Alan (Alan Tang). Alan flüchtet nach Hong Kong, wo er sich ein unauffälliges Leben aufbaut. In Andy (Andy Lau) findet er einen neuen Verbündeten. Dumm nur, dass Simon seine Killer (Leon Lai Ming) losschickt, um Alan in Hong Kong zu erledigen…

Meine Meinung:

Nach dem doch eher schwachen Her Name Is Cat freute ich mich auf Gun & Rose. Den sah seit dem August 2012 nicht mehr und gemäss meinem alten Review gefiel mir der Film damals und eine gewisse Vorfreude war vorhanden. Dazu noch Namen wie Simon Yam (Twins of Kung Fu, Bullet in the Head, Hitman) als Bösewicht, Andy Lau (Shanghai 13, Magic Crystal, Heaven and Earth) oder Michael Chan Wai-Man (The Ming Patriots, Dragon Lord, The Deadly Breaking Sword). Doch leider konnte mich der Film nicht mehr überzeugen, wie dies bei der 1. Sichtung der Fall gewesen war.

Zwar ist der Film nicht langweilig, wirklich nicht, aber das Drehbuch ist total bescheuert. Im Mittelteil gibt es kaum Action, es gibt zu viel unlustigen Humor und das Over-Acting einiger der Figuren grenzte schon fast an eine Parodie (Wong Jing Humor) und am Ende geht dann alles (die Rache) viel zu schnell und Schlag auf Schlag. Schade. Alan Tang Kwong-Wing (Winners Takes All) fand ich wenig charismatisch oder überzeugend in der Hauptrolle. Carrie Ng (Angel Terminators) und ihren ganzen Sub-Plot mit Alan Tang hätte man streichen können.

Simon Yam spielt mehr eine Nebenrolle und ist praktisch nur am Anfang und am Ende zu sehen. Andy Lau hingegen war solide und positiv überrascht hat mich Rachel Lee Lai-Chun. Die beste Szene war der amüsante Gastauftritt von Michael Chan Wai-Man. Das musste ich wirklich Schmunzeln. Er geht gut ab und hatte sichtlich Spass an seiner Rolle. Die Action besteht aus rasanten Kampfszenen und blutigen Shoot-Outs. Davon gibt es vor allem zu Beginn und im Finale viel zu sehen.

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Gehört nicht zu den besten Arbeiten von Clarence Ford…

Infos:

O: Lung Tang Sei Hoi

HK 1992

R: Clarence Ford

D: Simon Yam, Alan Tang, Andy Lau, Carrie Ng, Rachel Lee Lai-Chun, Michael Chan Wai-Man, Tien Feng, Wong Kim-Fung, John Ching Tung, Bowie Lam Bo-Yi, Leon Lai Ming

Laufzeit der HK-DVD: 100:07 Min.

Gesehen am: Aug. 2012 / Neusichtung am: 09.03.25

Fassungen: Gesehen via HK-DVD von Mega Star = O-Ton, englische Subs, Uncut, solide Bild- und Tonqualität, Code-Free-Disc. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: März 2025).

Montag, 10. März 2025

An Eye for an Eye

An Eye for an Eye

Story:

Wong Fung Yee (Joey Wong) gerät ungewollt an die Spitze der Triaden-Organisation ihres Vaters, der zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Dies belastet ihrer Beziehung zu Polizist Lui Kin Tat (Wilson Lam Jun-Yin). Wong Fung Yee sagt den illegalen Geschäften ab, sehr zum Missfallen der anderen Triaden-Bosse. Ho Sai Cheong (Lung Fong) dreht hinter dem Rücken von Wong Fung Yee weiterhin illegale Geschäfte, ehe er Wong Fung Yee vergewaltigt und erpresst. Wong Fung Yees geht durch die Hölle, was auch ihr Umfeld (u.a. Max Mok, Leung Gam-San, Angela Fong Hiu-Hung) ins Verderben führt…

Meine Meinung:

An Eye for an Eye ist eine Hong Kong Produktion aus dem Jahr 1990. Ein Mix aus Drama, Heroic Bloodshed, Triaden, Action und Rape & Revenge-Streifen. Leider hat mir der Film nicht mehr so gut gefallen, wie im Feb. 2016 (1. Sichtung). Ich habe mir vor der 2. Sichtung zu viel versprochen und hatte z.T. auch falsche Erinnerungen im Kopf (z.B. dass im Finale auch eine Scherbe zum Einsatz kommt, die eine Kehle aufschlitzt), so dass ich am Ende auch leicht enttäuscht war. Schlecht ist An Eye for an Eye selbstverständlich nicht, aber es gab diverse Punkte, die mich nun störten.

Der Film, der in Hong Kong vor allem aufgrund seiner Triaden-Thematik stark zensiert wurde, versucht einerseits realistisch zu sein, auf der anderen Seite sind einzelne Momente und Charakterisierungen der Figuren stark unglaubwürdig. Damit meine ich z.B. Max Mok Rambo-Auftritt im Club oder das extrem, teilweise unglaubwürdige und hier und da auch lächerlich theatralische Over-Acting von Bösewicht Lung Fong (Invincible, Hong Kong Adam's Family, No Way Back). Und das Verhalten von Joey Wong (Butterfly Sword, A Chinese Ghost Story, 100 Ways to Murder Your Wife) hat mich auch genervt. Warum wehrt sie sich nicht (früher)? Warum holt sie sich keine Hilfe? Ressourcen wären vorhanden…

In dem von Regisseur O Sing-Pui inszenierten Film fand ich auch Wilson Lam (Lethal Contact) schwach. Die Heroic Bloodshed Momente wollen kaum zünden. Der Nebenplot mit Max Mok (Family Honor, The Dragon Family) und seiner Nudel kochenden "Freundin" hätte man komplett weglassen können. Die Szenen machten Max Mok sowieso unsympathisch. Die interessanteste Figur wurde von John Ching Tung (Tricky Brains, Pom Pom and Hot Hot) als loyaler Killer von Lung Fong gespielt. Der war stark. Auch Ricky Yi Fan-Wai (Bless This House, The Killer) war gut, auch wenn er nur eine kleine Nebenrolle verkörpert. Positiv fallen einige herrlich fiese Gewalt-Momente, das Schicksal von Max Mok und das berühmt berüchtigte (und optisch toll in Szene gesetzte) Triaden-Massaker auf.

Fazit: Mit Abstrichen solider 90er Jahre Beitrag aus Hong Kong.

Infos:

O: Wai Ngo Duk Juen

HK 1990

R: O Sing-Pui

D: Joey Wong, Max Mok, Wilson Lam Jun-Yin, Lung Fong, Leung Gam-San, Angela Fong Hiu-Hung, John Ching Tung

Laufzeit der US-Blu: Ca. 93 Min.

Gesehen am: Feb. 2016 / Neusichtung: 02.01.25

Fassungen: Die HK-VCD habe ich entsorgt. Ebenso die HK-Blu-Ray (diese wurde nach D verkauft), welche noch ungesehen auf meinem Stapel ungesehener Filme lag. Dies, weil das US-Label Vinegar Syndrome den Film 2024 auf Blu-Ray veröffentlicht hat = Uncut (und damit mehrere Minuten länger als die zensierten HK-Fassungen, Uncut gab es den Film bis dato nur in Japan auf DVD), hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Schuber, Region-All-Disc, Poster, Wendecover und exklusive Extras (z.B. Interview mit dem Regisseur etc.) runden die Disc ab. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Dienstag, 28. Januar 2025

No Way Back

No Way Back

Story:

Ein Undercover-Cop (Dick Wei) wird getötet. Sein Freund Max (Max Mok Siu-Chung), ebenfalls bei der Polizei, versucht die Täter zu finden. Dabei stimmt er ebenfalls einer Undercover-Mission zu. Ein gefährliches Spiel beginnt, in dem Max nur ein Ziel kennt: die Mörder zu finden und den Tod seines Freundes zu rächen…

Meine Meinung:

No Way Back ist ein moderner HK-Actionfilm aus dem Jahr 1990. Ich fand den Film solide, hätte mir aber etwas mehr erwartet. Im Vergleich zu anderen Filmen haben mir einige der Schauspielleistungen nicht zugesagt und ich fand die erste Hälfte des Filmes relativ lahm. In zwei bis drei Momenten wirkte der Film sogar an John Woos Klassiker Bullet in the Head. Ob dieser Pate stand und sich die Filmemacher davon beeinflussen liessen? Ansonsten handelt es sich um einen 08/15-Plot. Schon 100x gesehen, aber das besser, dramatischer, actionreicher und derber.

In der 2. Hälfte wird der Film besser und auch das Ende mochte ich, weil mehr Action. Was für mich halt gar nicht funktioniert hat, war die Dramatik. Dick Wei (City Warriors, Visa to Hell, The Defector – Der Dragon Fighter) kann zwar kicken, wirkte aber ansonsten in seinem Gastauftritt, der die Motivation der Undercover-Aktion erklärt, lieblos. Als kämpfender Bösewicht gefällt er mir besser, als in einer solch dramatisch eingehauchten Rolle. Das gleiche gilt für Lam Wai (Bloody Brotherhood, Code of Honor, No Guilty) und Lung Ming-Yan. Ihre Szenen im Finale, die auf die Tränendrüsen drücken sollen, waren einfach unglaubwürdig gespielt und hatten null Wirkung.

Nebst Lam Wai spielt Max Mok (Gambling Baron, Usurpers of Emperor's Power, Lantern) die Hauptrolle. Er begibt sich nach dem Tod seines Freundes in die Undercover-Aktion und wird dabei in die Bande von Lai Wai aufgenommen, der mit der Bande von Shum Wai (Master's Necklace) in Konflikt steht. Max Mok wie auch Shum Wai haben das hingegen bravourös, glaubhaft und souverän gespielt. Ebenso Lung Fong (The Rebellious Reign) als eigentlicher Bösewicht. In Gastauftritten sehen wir noch Namen wie Danny Lee (The Killer), Teddy Yip (Mr.Vampire 1992), Ka Lee (Heroes Shed no Tears) und Phillip Chan (Carry On Yakuza). Auch CAT. III Psycho William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness), dessen Auftritt jedoch mehr in die Kategorie Overacting und Fremdscham liegt.

Fazit: Solide Durchschnitt. Mehr Action und weniger Dramatik hätten sich positiv auf das Endergebnis ausgewirkt…

Infos:

O: Die Xue Jiang Nu

HK 1990

R: Lee King-Chu

D: Dick Wei, Max Mok, Lam Wai, Lung Fong, Shum Wai, Kwai Chung, Lung Ming-Yan, Carol Yeung Ling, Danny Lee, Phillip Chan, Teddy Yip, Ka Lee, William Ho Ka-Kui

Laufzeit der HK-LD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 29.11.24

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Star vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Vollbild, O-Ton aber keine englischen Subs. Das VHS aus den USA (Tai Seng) ist in Vollbild, in Canto und hat im Gegensatz zur HK-LD englische Subs. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Nov. 2024).

Montag, 8. Juli 2024

Twilight of the Warriors: Walled In

NIFFF 2024

Twilight of the Warriors: Walled In

Story:

Nachdem Chan Lok Kwan (Raymond Lam) unabsichtlich Drogen von Mr. Big (Sammo Hung) klaut, flüchtet dieser von Mr. Bigs Schergen (u.a. Philip Ng) in die Walled City. Chan Lok Kwan freundet sich mit Shin (Chun-Him Lau), Twelfth Master (Tony Tsz-Tung Wu) und AV (Man Kit Cheung) an. Unter ihrem Boss Tornado (Louis Koo) wird Chan Lok Kwan zu einem «Mitglied» der Familie. Als sich jedoch herausstellt, dass Chan Lok Kwan der Sohn eines Mörders (Aaron Kwok) ist, hinter welchem Tornados Sworn Brother (Richie Jen) her ist, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

Was den neuen HK-Film Twilight of the Warriors: Walled In angeht, war ich extrem skeptisch. Der Film, der in Cannes lief, drohte ich in Neuenburg am NIFFF zu verpassen. Ich würde das Ende des Filmes nicht sehen können, Ticket bereits gekauft hin oder her, da ich auf den letzten Zug muss. Solche NIFFF Sichtungen sind immer wertvoll. Sie bewahren mich vor einem späteren DVD/Blu-Ray Fehlkauf. Um Twilight of the Warriors: Walled In, wie ich nun las eine Comic-Verfilmung in der berühmten Walled City spielend, gibt es inzwischen, in Foren und Social Media, einen grossen Hype, den ich nicht glauben konnte/wollte.

Das hat auch mit Regisseur Soi Cheang zu tun. Ich bin kein grosser Fan von ihm und finde ihn überbewertet. Siehe Limbo als Beispiel. Auch SPL 2: A Time for Consequences hat es nicht in die Sammlung geschafft, obwohl das Mitwirken von Kampf erfahrenen Schauspielern wie Tony Jaa (Ong-Bak) und Co. The Monkey King mit Chow Yun-Fat, Aaron Kwok und Donnie Yen war auch nur CGI-Kommerzschrott der übelsten Sorte. China Blockbuster. Der hat es auch nicht in die Sammlung geschafft. An Dog Bite Dog kann ich mich nicht erinnern. Müsste den Mal auffrischen.

Mein Karma meinte es gut mit mir: eine Kollegin fuhr mich, und sogar ohne Geld zu nehmen, nachts von Neuchatel nach Hause. Mit anderen Worten: ich konnte den Film am NIFFF bis zu Ende schauen, unabhängig davon, ob ich den letzten Zug jetzt verpassen würde oder nicht. Der Film war schlechter besucht, als ich es erwartet hätte. Mein Kumpel hatte grosse Erwartungen an den Film, ich eigentlich gar keine. Nach der Sichtung kann ich sagen, dass ich Twilight of the Warriors: Walled In besser fand als erwartet. Ich wurde positiv überrascht.

Zwar haben mir einige Action- und Kampfszenen (einzelne Momentaufnahmen) nicht gefallen, da digital unschön inszeniert (sahen künstlich, unecht, Fake, CGI behaftet aus), aber es gab genug Action, die mindestens und immerhin solide und gut in Szene gesetzt war. Zudem haben einige Aspekte an klassische Old School Kung Fu Filme erinnert: zum Beispiel, dass Kämpfer Schwerthiebe und Verletzungen wegstecken, ohne Verletzungen davon zu tragen, weil sie eine besondere Kampffähigkeit anwenden oder mit den Zähnen Schwerter festhalten und diese brechen. Das fand ich wirklich cool da in einem modernen Setting nicht so erwartet (dass es eine Comic Verfilmung ist, habe ich erst nach der Sichtung gelesen).

Und ich muss sagen, dass mir der Film sogar unabhängig von der Action her vom Plot und den Figuren her gut gefallen hat. Mit anderen Worten hat mir der Film sogar als ganzes Paket, also als Film mit Figuren, deren Entwicklungen oder der Dramatik des Plots (um Bruderschaft, Verrat, Rache) gut gefallen. Auch in der Hinsicht fühlte ich mich ans alte HK-Triaden-Kino der 80er und 90er erinnert. Ich fand es auch gut, dass die Jungspunde viel Platz bekommen haben und die älteren Stars weniger (vielleicht mit Ausnahme von Louis Koo). Ich würde nicht behaupten, dass der Film 100% den Geist der 80er oder 90er Jahre HK Filme versprüht, aber in einzelnen Momenten lässt er gewisse Vibes aufkommen, die daran erinnern.

Der Film, der von Wilson Yip (Sha Po Lang) produziert wurde, war trotz der langen Laufzeit nicht langweilig. Die Kampfszenen hat Japaner Tanigaki Kenji choreographiert. Anfang der 90er zog es ihn aus Japan nach HK, wo er im Filmgeschäft tätig war (als Choreograph, Director, Actor) und in diversen Produktionen beteiligt war (Legend of the Wolf, Flash Point, Enter the Fat Dragon, Wu Xia). Vor allem Zusammenarbeiten mit Donnie Yen waren die Folge. Was den Cast betrifft, haben diese eine gute Figur gemacht. Was Alt-Stars angehen haben mich vor allem Louis Koo (Rob-B-Hood) und Sammo Hung (Der kleine Dicke mit dem Superschlag) überzeugt. Aaron Kwok (Close Escape) kommt nur in einer Flashback-Szene als Killer vor.

Was dem Film vielleicht angekreidet werden kann, ist das Overacting von Philip Ng. Mich persönlich hat es nicht gestört, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass dies einige Zuschauer als doof markieren würden. Zudem wurde rein optisch wenig aus dem Setting gemacht: der Film hätte genau so gut ausserhalb der Walled City spielen können. Einige politische Themen diesbezüglich wurden nett eingefangen. Die Dialoge vor dem Abspann könnte man sogar China kritisch deuten. Interessant, dass dies von den chinesischen Zensoren anders beurteilt wurde. Desgleichen mit dem ganzen Rauchen. Da wird gepafft als gäbe es kein Morgen mehr, was natürlich wunderbar zur Zeit passt, in welcher die Handlung vorgetragen wird.

Fazit: Besser als erwartet. Fans des HK-Kinos können einen Blick riskieren!

Gefolgt von: Twilight of the Warriors: Dragon Throne

Infos:

O: Jiu Long cheng zhai · Wei cheng

HK 2024

R: Soi Cheang

D: Louis Koo, Sammo Hung, Richie Jen, Raymond Lam, Terrance Lau, Philip Ng, Kenny Wong Tak-Ban, Aaron Kwok, Chun-Him Lau, Tony Tsz-Tung Wu, Man Kit Cheung

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 126 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen im O-Ton mit englischen Subs. Soll Ende Jahr in den USA von Well Go USA erscheinen.

Dienstag, 11. Juni 2024

Phantom War

Phantom War

Story:

Yin (Yammie Lam Kit-Ying), die zusammen mit ihrem Mann Nan (Ben Ng Ngai-Cheung) in Vietnam kämpfte, geraten in London zwischen die Fronten von Gangstern (u.a. Alex Man). Und ein alter Erzfeind aus Vietnam-Zeiten (Phillip Ko Fei) mischt auch noch mit…

Meine Meinung:

Phantom War ist ein relativ durchschnittlicher Low-Budget Actionfilm aus Hong Kong. Kein unbedingter Must See oder Must Have Titel, aber auch nicht schlecht. Der Film des Regie-Gespannes Cindy Chow Fung und Simon Yeung Siu Gwong ist einer jener Filme, die es nicht ins DVD-Zeitalter geschafft haben. Wie so viele andere Filme aus Hong Kong (oder Taiwan) auch. Es handelt sich um eine Regent Film Limited Produktion und aus dieser stammen auch viele andere ähnliche Actionfilme mit Phillip Ko Fei (Final Run, Fatal Termination, The Cyprus Tigers).

Phillip Ko Fei (Profile in Anger) hat zudem mehrfach mit Cindy Chow Fung (Hard to Kill) und Simon Yeung Siu Gwong (Fatal Chase) zusammengearbeitet und Phantom War auch produziert. Die meisten genannten Filme finde ich qualitativ besser als Phantom War. Phantom War überzeugt in zwei Punkten: seinem Unterhaltungswert und der vielen und abwechslungsreichen Action. Aber der Rest ist halt ziemlich uninteressant: kaum fesselnder Plot, die ewigen Kriegs-Flashbacks, billige, unpassende Musik und Phillip Ko Fei und vor allem auch Alex Man haben schon deutlich besser gespielt. Immerhin das London-Setting ist Mal was Neues.

Auch der restliche Cast vermag nicht sonderlich zu überzeugen. Yammie Lam Kit-Ying macht zumindest in den Kampfszenen eine gute Figur. Schade, dass der Fokus mehr auf ihrem Film-Ehemann liegt. Und Lau Siu-Min (The Butterfly Murders) als Gangster-Boss fand ich ganz übel. Sehr schlechtes Schauspiel. Null Charisma oder Ausstrahlung. Schade. Die Actionszenen oder Effekte (Enthauptung, blutige Shoot-Outs) kommen durch die sehr durchschnittlich und teilweise auch viel zu dunkle Bildqualität kaum zur Geltung. Da würde ein restauriertes Master Abhilfe schaffen und den Film zumindest in den Actionmomenten aufwerten.

Fazit: Solider Durchschnitt mit viel harter Action.

Infos:

O: Ying lun yuet jin

HK 1991

R: Cindy Chow Fung, Simon Yeung Siu Gwong

D: Yammie Lam Kit-Ying, Ben Ng Ngai-Cheung, Alex Man, Phillip Ko Fei

Laufzeit der kanadischen LD: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 05.04.24

Fassungen: Mir lag die kanadische LD von Eternity Video & Film Inc. vor (in den USA von World Video vertrieben) = durchschnittliche Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs (für 90% der Dialoge), Uncut. Dürfte inhaltsgleich sein mit der HK-LD von Mei Ah. Alternativen: HK-VCD von WorldTrade Entertainment (Canto/Mandarin mit englischen Subs), HK-VCD von Mei Ah, VHS aus Südkorea (Audio und Subs unbekannt). Es gibt keine DVD, keine Blu-Ray, keine UHD und auch keine deutsche Fassung (Stand: April 2024).

Donnerstag, 23. Mai 2024

Dangerous Encounter - 1st Kind

Mit Claudio Simonetti am Brugggore Filmfestival 2024

Dangerous Encounter - 1st Kind

Story:

Die drei Jugendlichen Paul, Loong und A Kao (Albert Au Shui-Keung, Lung Tin-Sang, Paul Che Biu-Law), die im Kino eine Explosion produzieren, werden von Wan-Shu (Lin Chen-Chi) erpresst und animiert, sich an diversen Straftaten zu beteiligen. Wan-Shus älterer Bruder (Lo Lieh) ist Polizist und ahnt nichts von Wan-Shus krimineller Energie. Als die Bande ausländischen Söldnern (u.a. Pierre Tremblay, Bruce Baron) in die Quere kommt, eskaliert die Situation…

Meine Meinung (Director's Cut Fassung):

Aka Dangerous Encounter of the First Kind. Aka Don't Play With Fire. Tsui Hark (The Master, Police Assassins) hat die Messlatte nach seinen Erstlingswerken The Butterfly Murders sowie Wir kommen und werden euch fressen hoch angesetzt. Auch sein dritter Spielfilm als Regisseur vermag zu überzeugen und lässt die schon tollen Vorgänger nochmals um ein kleines Bisschen übertreffen. Ich kenne, wie oben bezeichnet, nur seine Urfassung, den Director's Cut. Leider liegt dieser zu 90% nur mit franz. Untertiteln vor und die ehemals zensierten Szenen haben eine schlechte Bildqualität. Dem Plot kann man aber problemlos folgen, auch wenn man nicht alle Dialoge versteht.

Der Film soll, nachdem er an der Berlinale lief, im Heimatland für Kontroversen gesorgt haben: Kriminelle Jugendliche, Aufruf zur Gewaltbereitschaft und Angst vor Nachahmung, Rassenprobleme (im Film spielen ausländische Söldner eine Rolle), Gewalt (z.T. auch echte Gewalt gegen Tiere). Das war zu viel, so dass der Film entschärft und mit neu gedrehten Szenen und Sub-Plots (John Shum kommt z.B. im DC nicht vor) «entschärft» wurde. Die HK-Kinofassung habe ich bis zum heutigen Tag nicht gesehen. Die reizt mich auch gar nicht.

Dangerous Encounter - 1st Kind hat die 3. Sichtung bestanden. Der Film ist in meinen Augen der wohl beste und wichtigste Film des Regisseurs. Die New Wave Vibes knallen sich richtig schön rein. Der Film ist humorlos, düster, gewalttätig, hoffnungslos, zynisch, deprimierend und wartet auch mit einem entsprechenden Finale auf. Die soziale Situation (Unruhen bei Jugendlichen, Proteste) werden authentisch in den Plot integriert. Im ganzen Film gibt es nur Opfer und alle haben zu leiden: egal ob die Jugendlichen, die Söldner, die Polizisten, Tiere oder die Gesellschaft. Die 1. Filmhälfte ist die ruhigere. Dennoch überzeugt auch diese. Die Figuren werden dort eingeführt.

Die Stimmung ist aber von Beginn an bedrückt, nihilistisch und brutal, wenn schon im Vorspann, wie es aussieht, eine echte Maus mit Nägeln gequält wird. Auch die Szene mit der Katze ist fies und unschön, und, ggf. echt. Wer Mühe hat, wenn Tiere leiden, sollte einen guten Schutzschild haben, wenn er den Film schaut. Dazu kommt das hervorragende, eiskalte Schauspiel der jungen Stars wie Lin Chen-Chi und den drei Jungs Albert Au Shui-Keung (steuerte auch Songs zum Film bei nebst gestohlener Musik von Goblin aus Dawn of the Dead), Lung Tin-Sang (arbeitete ein Jahr zuvor schon in We're Going to Eat You mit Tsui Hark zusammen) sowie Paul Che Biu-Law (Toothless Vampires). Perfekte Wahl für diese rebellischen, soziopathischen und beeinflussbaren Charaktere des Filmes.

Lin Chen-Chi (Heaven and Hell) war eine weitere Shaw Brothers Entdeckung. Trotz grossem Erfolg von Dangerous Encounter - 1st Kind hat sie ihre Schauspielkarriere Mitte der 80er Jahre beendet. Schade (aber immerhin für eine Steakhouse-Kette, dessen Boss sie sein soll). Bekannte Name, welche im Film zu sehen waren, sind Ray Lui (Fatal Termination, Guns of Dragon) in einer Nebenrolle und Shaw Brothers Legende Lo Lieh (Killer from Above, Executioners from Shaolin). Er spielt den grösseren Filmbruder von Lin Chen-Chi und einen Polizisten und Elternersatz. Die «Söldner» sah man später auch in anderen HK-Filmen wie Dragon Force, Men from the Gutter, A Better Tomorrow oder Angel Terminators. Lo Liehs Schauspiel war intensiv, wechselhaft und toll.

Fazit: Der wahrscheinlich beste Film von Tsui Hark. Ein nihilistisches Meisterwerk!

Infos:

O: Dai Yat Lui Ying Aau Him

HK 1980

R: Tsui Hark

D: Lo Lieh, Albert Au Shui-Keung, Lung Tin-Sang, Paul Che Biu-Law, Pierre Tremblay, Bruce Baron, Ray Lui

Laufzeit der franz. DVD (DC): 95:10 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung: 10.03.24

Fassungen: Mir liegt die franz. DVD von HK Vidéo vor (Tsui Hark Box). In dieser sind auch The Butterfly Murders sowie We're Going to Eat You enthalten. Dangerous Encounter - 1st Kind liegt auf der 1. Disc in der Hong Kong-Kino-Fassung vor (= gibt es in Deutschland um Handlung zensiert als Söldner kennen keine Gnade auf VHS) und auf der 2. Disc liegt der restaurierte Director's Cut vor. Dies ist die bisher weltweit einzige Fassung dieser Version. Ehemals zensierte Szenen stammen von einer VHS (die Tsui Hark persönlich dem Label zur Verfügung gestellt haben soll) und sind in Kantonesisch mit englischen und chinesischen Subs. Die Bildqualität ist schlecht. In der HK-Kino-Fassung fehlt Handlung (Jugendliche Charaktere die strafbaren Handlungen begehen = man hatte Angst vor Nachahmung), Tiersnuff (mehr unschöne Szenen gegen Mäuse), weniger Lo Lieh (zensiert da schlechtes Image der Polizei), z.T. alternative Szenen mit den Söldnern (man fürchtete sich vor Fremdenhass). In der Kinofassung wurde daher nicht nur zensiert, sondern auch extra neues Material gedreht (John Shum als Detektiv als Sub-Plot etc.). Als Bonus gibt es noch ein lange Doku über die Entstehung und die Zensurgeschichte des Filmes und auch Tsui Hark kommt dabei zu Wort. Im Sommer 2024 (12.06.24) wird Spectrum Films vom Film (Kinofassung und DC) eine Blu-Ray spendieren. Von einem neuen 2K Master. Das dürfte für die HK-Kinofassung gelten. Ob die Szenen des DC in einer besseren Qualität auftauchen, ist fraglich. Die Disc wird keine englischen Subs haben. Man darf dennoch gespannt sein, wie sich der DC der Blu-Ray im Vergleich zur alten HK Vidéo DVD schlagen wird. Die Fassung lief an Filmfestspielen (die Kinofassung). Das Master soll z.T. sehr dunkel sein.