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Freitag, 30. Dezember 2022

The Washing Machine Review

The Washing Machine
 

Story:

 

Cop Alexander Stacev (Philippe Caroit) bekommt es mit einem mysteriösen Fall zu tun: in der Wohnung der drei Schwestern Maria (Ilaria Borrelli), Ludmilla (Barbara Ricci) und Vida (Katarzyna Figura) soll ein Mord geschehen sein. Die Überreste des Opfers (Yorgo Voyagis) sollen in der Waschmaschine gelegen haben. Alexander Stacev findet jedoch keine Leiche und keine Hinweise, dass ein Verbrechen stattgefunden haben soll. Zudem ist jede Zeugenaussage der drei Schwestern stark unterschiedlich und somit beginnt Alexander Stacev zu ermitteln, ganz zum Gefallen der drei Schwestern…

 

Meine Meinung:

 

Wer an Ruggero Deodato denkt, auch oft liebevoll "Monsieur Cannibal" genannt, denkt dabei meist an dessen bekannte Filme wie Cannibal Holocaust, House on the Edge of the Park, Eiskalte Typen auf heissen Öfen, Cut and Run, Body Count oder Jungle Holocaust. Und weniger an Filme wie Die Barbaren, Dial: Help, Der Tod wartet in Venedig, Ballad in Blood, Die Jungfrau mit der scharfen Klinge oder Hostel 2 (Kurzrolle und Hommage an sein Spitzname Monsieur Cannibal).

 

The Washing Machine ist ein Mitte 90er Jahre Erotik-Thriller und im Vergleich zu seinen bekannten Streifen wie Cannibal Holocaust und Co. eher unbekannt. Der Film erinnert dabei an ältere Giallos, wo Realität und Fiktion ständig miteinander verschmelzen und es nicht klar ist, wer hier wen über das Ohr haut um am Ende dann einen Twist aus dem Hut zu zaubern. Schlecht ist dies definitiv nicht, auch wenn der Film natürlich kein Kracher ist.

 

Der Film reiht sich da qualitativ zu Filmen wie The Devil's Honey. The Washing Machine gefällt aber aufgrund der leicht spannenden, mysteriösen und erotischen Story, dessen Ende mir auch gefallen hat. Der Film startet interessant (Sex, Voyeurismus, Surrealität bis hin zum bizarren Fund in der Waschmaschine). Danach beginnt der Cop zu ermitteln, wobei klar ist, dass die Frauen Hintergedanken haben. Hier haben wir zwar keine grossen Namen wie Edwige Fenech und Co. und die Mädels selbst sind nicht unbedingt mein Typ, aber dennoch sexy und verführerisch (am liebsten hatte ich das Mädel mit der Katze oder der blinden Kollegin).

 

Mit nackter Haut und Erotik wird auch definitiv nicht gespart. Apropos Muschis bzw. zur Katze: da gibt es leider zwei unschöne Szenen, was ich als Katzenliebhaber sagen muss. Natürlich kein Tier-Snuff wie in früheren Filmen des Regisseurs, aber trotzdem. Gore darf kaum erwartet werden. Es gibt vielleicht 2-3 leicht blutige Szenen. Davon eine Hommage an die Kannibalenfilme des Regisseurs. Fand ich cool.

 

Die Musik gefällt und besorgte Claudio Simonetti (The Card Player). Er hat schon in früheren Filmen mit Ruggero Deodato zusammengearbeitet (Cut and Run). Nebst den Mädels überzeugen auch Philippe Caroit und Yorgo Voyagis (Nosferatu in Venice) in ihren Rollen. Ruggero Deodato legt übrigens auch einen Cameo-Auftritt hin. Habe ihn auch erkannt, sogar ohne die Mithilfe der UK-DVD (Easter Egg).

 

Fazit: Wer Krimis, Erotikfilme, Thriller und Giallos aus Italien mag, kann durchaus einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Washing Machine

 

Frankreich, Italien, Ungarn 1993

 

R: Ruggero Deodato

 

D: Philippe Caroit, Ilaria Borrelli, Barbara Ricci, Katarzyna Figura, Yorgo Voyagis

 

Laufzeit der UK-DVD: 85:44 Min.

 

Neusichtung am: 29.12.22

 

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Shameless Screen Entertainment (Limited Metal Tin Edition) vor = Uncut, Englischer Ton, keine Subs, viele Trailer als Extras, durchschnittliche Bild- und Tonqualität. Ob die DVD aus Thailand qualitativ besser ist? Ich weiss es nicht. Andere Alternativen sind mir nicht bekannt. Lief in Deutschland zumindest im PAY-TV. Ob es jedoch auch deutsche VHS- oder DVD-Auflagen gibt, ist mir nicht bekannt. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Dez. 2022). Eine restaurierte Fassung wäre wünschenswert, da Bild- und auch Ton wirklich nicht speziell gut sind…

Freitag, 23. Oktober 2020

Jungle Holocaust Review


Horroktober 2020 
(mit Deodato am NIFFF, wo die DVDs signiert wurden)

Jungle Holocaust

Story:

Zwei Amerikaner (Massimo Foschi, Ivan Rassimov) gehen im philippinischen Regenwald verschollen. Sie geraten an einen Kannibalen-Stamm (u.a. Me Me Lai)…

Meine Meinung:

Nach dem Erfolg von Mondo Cane und Co. sorgte Umberto Lenzi mit Man from Deep River für den Einstieg ins Ital. Kannibalen-Genre, gefolgt von Ruggero Deodatos Jungle Holocaust. Beide sehen sich als Urväter der Ital. Kannibalen-Filmes und beide stahlen Ideen aus Filmen des anderen.

So arbeitete Ruggero Deodato (Der Schlitzer, Body Count) mit dem gleichen Cast wie Umberto Lenzi (Me Me Lai, Ivan Rassimov), wobei letzterer hingegen die letzte Szene mit Me Me Lai aus Jungle Holocaust für seinen Eaten Alive stahl.

Jungle Holocaust ist für sich gesehen ein guter Film, der jedoch, ähnlich wie Eaten Alive, nicht mehr die gleich intensive Wirkung wir früher zu verzichten hat. Der Film ist daher definitiv nicht auf dem Niveau eines Cannibal Holocaust oder Cannibal Ferox, aber für Fans des Ital. Kannibalenfilmes dennoch zu empfehlen.

Der Film geht als Mix aus Abenteuer- und Kannibalenfilm durch und wurde auf den Philippinen und Malaysia gedreht. Laut Darsteller Ivan Rassimov verbrachte die Crew rund einen Monat vor Ort zu teilweise unschönen Bedingungen. Der Film gibt vor, auf wahren Begebenheiten zu beruhen und Deodato gab mehrfach an, mit echten Dschungel-Stämmen zusammen gearbeitet zu haben.

Im Vergleich zu späteren Filmen ist der Film zahmer, im Vergleich zum Vorgänger härter. Es gibt Nackt-Szenen, eine Vergewaltigung, Tier-Snuff und einige derbe Dschungel-Fallen, kannibalistische Riten und ein-zwei blutige Fress-Szenen die u.a. eine echte Schafsleber beinhalten, in welche Massimo Foschi beissen durfte (die sich laut seiner Aussage bereits ungekühlt vier Tage vor Ort befand).

Die Stimmung ist exotisch was dem Setting, dem Drehort und auch der Abwechslung zu verdanken ist (Kannibalen spezifische Themen kommen erst in der 2. Filmhälfte vor). Ivan Rassimov (Der Killer von Wien), Star des Vorgängers, spielt hier lediglich den Co-Star.

Der Haupt-Cast besteht aus  Massimo Foschi (Neun Gäste für den Tod) und der exotischen Schönheit Me Me Lai, welche nebst Jungle Holocaust noch in den Kannibalenfilmen Man from Deep River und Eaten Alive zu sehen war, ehe sie danach praktisch von der Bildfläche verschwand (u.a. sah man sie noch in Lars von Triers Element of Crime oder im Euro-Horror Der Leichengießer).

Fazit: Ein Film, der zur richtigen Zeit entstand und somit gut Kasse machte und als Vorarbeit für das spätere Highlight Cannibal Holocaust anzusehen ist. Wer die Ital. Kannibalenfilme (Cannibal Apocalypse, Emanuelle and the Last Cannibals, Massacre in Dinosaur Valley...) mag, kann bedenkenlos zugreifen...

Infos:

O: Ultimo mondo cannibale

Italien 1977

R: Ruggero Deodato

D: Massimo Foschi, Me Me Lai, Ivan Rassimov

Laufzeit der US-DVD: 88:10 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = eine der ersten Vös seiner Art und dementsprechend sieht man der Disc ihr Alter an. Uncut, Englischer Ton, immerhin Widescreen Bildformat und vier interessante Extras: Vorwort von Regisseur Ruggero Deodato, Audiokommentar mit Ruggero Deodato (mit englischen Subs), Interview mit Massimo Foschi und Interview mit Ivan Rassimov. Die US-Blu-Ray dürfte für Fans interessant sein, da eine deutlich bessere Bildqualität habend. In Deutsch gibt es mehrere DVD-Auflagen (84’ Entertainment, X-Rated, NSM, XT Video, X-NK…). Die DVD plus die DVD aus Japan von liegen original signiert vor (Ruggero Deodato 2x am NIFFF getroffen).

Samstag, 25. April 2020

Cut and Run Review



Webmaster mit Ruggero Deodato am NIFFF, wo er die Cut and Run DVD signiert hat

Cut and Run

Story:

Ein Reporter-Team (u.a. Lisa Blount) gerät im Amazonas an Drogenschmuggler und eine Jim Jones ähnliche Sekte, dessen Mitglieder (u.a. Michael Berryman) im Namen ihres Anführers (Richard Lynch) Gräueltaten begehen…

Meine Meinung:

Nach seinen Ausflügen ins Poliziotteschi (Eiskalte Typen auf heissen Öfen), Kannibalen (Cannibal Holocaust) und Exploitation-Genre (Der Schlitzer) kehrt Ruggero Deodato Mitte der 80er Jahre mit Cut and Run zurück und vereint nebst Jim Jones-Subplot auch Kannibalen, Dschungel (Amazonas) und Exploitation Inhalte.

Dies macht Spass und unterhält. Die Story, die zunächst in Amerika spielt (Reporter recherchieren in Mordfällen und einer Entführung und kommen so der Sekte im Amazonas auf die Schliche), wechselt dann in den Amazonas, wo Deodato seine Trümpfe ausspielen kann. Soll heissen: nackte Haut, Schmuddel, Erotik, Exploitation, blutiger Gore, böse Sekten, Drogen-Dealer etc.

Aus dem Stoff hätte man gar zwei Filme drehen können. Cut and Run unterhält gut. Zudem ist es erstaunlich, auf welche US-B-Darsteller Deodato für seine Italo-Produktion zurückgreifen konnte, wenn oft auch nur in kleinen Nebenrollen:

Karen Black (Mirror Mirror, House of 1000 Corpses), Michael Berryman (The Hills Have Eyes – er passt natürlich perfekt in die Rolle und bekommt daher auch mehr Szenen spendiert als Karen), Richard Lynch als Sekten-Boss und Jim Jones Verschnitt (er, bekannt aus Invasion USA, hat aber nur 1-3 Szenen im ganzen Film) und deutlich mehr Screentime bekam John Steiner (Deported Women of the SS Special Section).

Die Splatter-Effekte sind toll getrickst und in Szene gesetzt und ein weiteres Plus war der knackige, passende Soundtrack von Claudio Simonetti. Macht das Schauen noch mehr Spass!

Fazit: Wer Italienische Horror/Action/Exploitation-Filme der 80er mag, sollte sich Cut and Run nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Inferno in diretta

Italien 1985

R: Ruggero Deodato

D: Lisa Blount, John Steiner, Michael Berryman, Richard Lynch, Gabriele Tinti, Leonard Mann, Richard Bright, Willie Aames, Karen Black

Laufzeit der US-DVD: 90:30 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 17.03.20

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Anchor Bay vor = Uncut (Unrated Fassung), sehr gute Bild- und Tonqualität (eine Unrated Szene hat eine deutlich schlechtere Bildqualität), Englisch/Ital. ohne Subs. Es gibt exklusive Extras. Gäbe es in Deutschland auf Blu-Ray von CMV.

Montag, 20. April 2020

Body Count Review



Webmaster mit Ruggero Deodato am NIFFF - wo er auch die DVD signiert hat

Body Count

Story:

Julia und Robert Ritchie (Mimsy Farmer und David Hess) heissen ihren Sohn Ben (Nicola Farron) zu Hause willkommen. Dieser kehrt allerdings mit diversen Freunden zurück, welche vor Ort campen wollen. Das Camp wurde wegen mysteriösen Morden geschlossen. Mit der unfreiwilligen «Neueröffnung» gibt es auch bald wieder die ersten Toten. Der örtliche Sheriff (Ivan Rassimov) beginnt zu ermitteln…

Meine Meinung:

Body Count ist sicher nicht der beste Film von Ruggero Deodato – dazu gehören wohl Cannibal Holocaust, Der Schlitzer, Cut & Run sowie Jungle Holocaust. Dass man nicht mit jedem Film ein Meisterwerk abliefern kann, ist klar. Daneben hat Ruggero Deodato solide Durchschnittswerke im Genre-Sektor gedreht, z.B. The Washing Machine oder den sehenswerten und guten Ausflug ins Poliziotteschi Genre mit Eiskalte Typen auf heißen Öfen.

Body Count ist etwa auf dem The Washing Machine Level. Der Film von 1986 orientiert sich dabei an seinen US-Slasher Kollegen und wirkt sehr amerikanisch. Daher wird in Body Count schlussendlich auch rein gar nichts Neues geboten. Aber als 08/15 Slasher funktioniert der Film stellenweise, so dass man Body Count dem 80er Jahre Slasher-Fan durchaus empfehlen kann.

Nebst nackter Haut, typischen Genre Klischees, Kindheit-Traumata und einer coolen Alptraum-Szene gibt es blutige (in der deutschen Fassung jedoch stark abgedunkelte) Morde mit einem Killer mit cooler Fratze/Maske, einen schicken Soundtrack von Claudio Simonetti und immerhin Auftritten von Italo-Genre Stars wie David Hess (Der Schlitzer, Last House on the Left), Ivan Rassimov (Der Killer von Wien, Eaten Alive, Die Farben der Nacht) und John Steiner (The .44 Specialist, Magnum 45, Das Verfahren ist eingestellt, vergessen Sie’s!).

Fazit: Kein Highlight aber solider, guter Slasher-Duschschnitt!

Infos:

O: Camping del terrore

USA; Italien 1986

R: Ruggero Deodato

D: Mimsy Farmer, David Hess, Nicola Farron, Ivan Rassimov, Cynthia Thompson, Nancy Brilli, Luisa Maneri, John Steiner

Laufzeit der deutschen DVD: 83:17 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 09.03.20

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von e-m-s vor = Uncut, Deutsch/Englisch, keine Subs, von Regisseur Ruggero Deodato originalsigniert (am NIFFF getroffen), leider stark abgedunkelt. Eine Blu-Ray scheint es noch nicht zu geben (Stand: März 2020).

Dienstag, 13. August 2019

House on the Edge of the Park Review




 Mit Regisseur Ruggero Deodato am NIFFF 2008 & 2012
 
House on the Edge of the Park

Story:

Zwei Draufgänger und Psychopathen (David Hess, Giovanni Lombardo Radice) geraten durch Zufall an eine "High Society" Party, wo sie die Gäste (Christian Borromeo, Annie Belle, Marie Claude Joseph, Gabriele Di Giulio, Brigitte Petronio) bedrohen, misshandeln, schlagen, vergewaltigen…

Meine Meinung:

House on the Edge of the Park, der den in Deutschland passenden Titel "Der Schlitzer" trägt, ist nebst Cannibal Holocaust, Jungle Holocaust und Cut and Run der beste Film des Ital. Regisseurs Ruggero Deodato geworden. David Hess, Star des Filmes, bezeichnet Last House on the Left (Wes Craven Terrorklassiker), Hitch-Hike («A-Film») und diesen hier als Trilogie – wobei sie ausser seiner Rolle und einigen sadistischen Inhalten nicht viel gemein haben – zwei der drei Titel sind Ital. Produktionen. David Hess hat es durch die drei Filme auf jeden Fall, zumindest bei Euro-Cult und Horrorfilmfans, zu Weltruhm geschafft und auf solchen Erfolg konnte er nie mehr zurückblicken (auch nicht auf solch intensives Schauspiel).

House on the Edge of the Park, der natürlich auf den Erfolg, den Last House on the Left erreichte (und nur deshalb holte man sich David Hess an Bord) aufbaut, macht Vieles richtig! Man gaukelt dem Zuschauer New York als Drehort vor, spendiert sexuelle Perversitäten durch zwei sadistische Psychopathen ausgeübt, die heute in der Filmwelt undenkbar wären, da sexuelle Gewalt. Sleaze vom Feinsten, was Ruggero Deodato hier zelebrieren lässt. Und dafür war das Duo David Hess und Giovanni Lombardo Radice (Cannibal Ferox) eine gute Wahl. David Hess zieht hier, einmal mehr, alle Register seines Könnens. An nackter Haut, Sex, Schmuddel und Sleaze fehlt es dem Exploitation-Werk definitiv nicht (nur ein Gore-Fest sollte man nicht erwarten).

Vor allem im Finale, die Szenen mit David Hess und Cindy, sind an Sadismus kaum zu toppen! Dazu kommen die mutigen Darsteller(innen), ein nicht weniger fieses Ende (Twist), die Tatsache, dass Hess Frau das Vergewaltigungsopfer am Anfang spielte (unter Pseudonym) und ein wunderbarer Soundtrack von Riz Ortolani dazu, die den Film für jeden Euro-Cult Exploitation-Fan so richtig interessant machen!

Wer Filme wie The Last House on the Left, I Spit on Your Grave und Co. mag, kurzum, es richtig «fies» mag, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen!

Infos:

O: La Casa sperduta nel parco

Italien 1980

R: Ruggero Deodato

D: David Hess, Giovanni Lombardo Radice, Christian Borromeo, Annie Belle, Marie Claude Joseph, Gabriele Di Giulio, Brigitte Petronio

Laufzeit der US-DVD: 91:26 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 23.05.19

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Englischer Ton (zumindest Hess spricht sich selbst), interessante exklusive Interviews. Es gibt mehrere – das mit Hess und am Ende mit seiner Frau (ca. 39 Min.) ist sehr zu empfehlen (besonders was Hess von den Zensoren hält). Wer den Film in Deutsch haben möchte, sollte die XT-Video Blu-Ray kaufen (Deutsch/Ital. mit Subs, Uncut).

Sonntag, 30. Dezember 2018

Cannibal Holocaust Review




Webmaster mit Ruggero Deodato 2008 und 2012 am NIFFF

Cannibal Holocaust

Story:

Ein Reporter-Team, welches im Dschungel einen Dokumentarfilm drehen wollte, verschwindet spurlos. Ein Professor (Robert Kerman) macht sich mit einem Suchtrupp auf, die Verschwundenen im Dschungel zu finden. Man findet jedoch nur Leichen und die gedrehten Filme der Crew, welche Grauenhaftes beinhalten…

Meine Meinung:

Cannibal Holocaust ist der beste Film, der die kurze Ital. Kannibalenfilmwelle hervorgebracht hat. Der Film von Ruggero Deodato ist sozialkritisch und zeigt uns den zivilisierten Menschen als Bestie, bis die Dschungel-Völker zurückschlagen. Er hält der modernen Gesellschaft einen Spiegel hin und spielt mit Vorurteilen und Klischees. Daher bietet Cannibal Holocaust am meisten Klasse, Niveau und Anspruch im Gegensatz zu den anderen Kannibalenfilmen à la Eaten Alive, Cannibal Ferox oder Emanuelle and the Last Cannibals die meist nur unterhalten, Geld einspielen oder schockieren wollen.

Ausserdem muss Ruggero Deodato als heimlicher Erfinder des Found Footage Genre angesehen werden – das war nicht The Blair Witch Project, sondern kam schon in dem Kannibalenklassiker aus dem Jahre 1980 zum Tragen. Und genau dieses Detail kommt dem Film stimmungsvoll gut zu stehen und erhöht seine schockierende Intensität und Schlagkraft.

Der Film war gut gespielt, ernst. Man sieht einige bekannte Gesichter, die schon in anderen Kannibalenfilmen mitgewirkt haben. So z.B. der ehemalige Pornostar Robert Kerman, der Ende 2018 verstarb, spielte in Filmen wie Eaten Alive oer Cannibal Ferox mit. Auch sonst sah man ihn im Horrorgenre durchaus nicht selten (z.B. Die Nacht der Creeps). Perry Pirkanen, er spielt eines der verschwundenen Crew-Mitglieder, sah man auch schon in Cannibal Ferox oder anderen Italo Horror-Klassikern (z.B. City of the Living Dead). Wunderschön und ein grosses Plus des Filmes: der wunderbare Soundtrack von Riz Ortolani. Dieser war für viele Ital. Filme zuständig, wenn es darum ging, einen passenden Soundtrack zu kreieren (z.B. Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen, Orgie des Todes).

Was nebst der Ernsthaftigkeit, den stimmungsvollen Bildern, der rohen Intensität vieler Szenen, dem snuffartigen Doku-Film-im-Film Stil und dem Soundtrack für Entsetzen sorgte bzw. das Entsetzen verstärkte, waren auch die Spezialeffekte von Aldo Gasparri (mir ist er unbekannt, aber die Effekte sind sehr gut), der Snuff-Charakter (die Film-im-Film «Last Road to Hell» Sequenz zeigt echte Exekutionen) und leider auch die vielen Tier-Snuff-Szenen. Trauriger Höhepunkt dieser Ansammlung: Schildkröte! Daneben gibt es auch viele sexuelle Gewalt zu sehen. Das waren Szenen, an denen nicht alle Freude hatten. Voyeurismus pur!

Aber auch deshalb – und nicht nur seiner Qualität als Ganzes, ist der Film so berühmt und berüchtigt. Viele Zensuren, Verbote, aber auch Aufführungen an Filmfestspielen weltweit (am NIFFF) waren die Folge. Sogar vor Gericht musste Deodato antanzen (weil ihm echter Mord von Darstellern vorgeworfen wurde) und in Japan war der Film im Kino immens erfolgreich (nur E.T. war besser) und es gibt kaum Länder, in denen es keine reisserischen Covers und Bilder zum Film in Horrorfilmbüchern oder Medien (VCD, DVD, VHS, Laserdisc, Blu-Ray) gibt. Das soll schon was heissen – das hat Zeitgeistcharakter!

Fazit: Cannibal Holocaust ist ein Film, der sich unsterblich machte und eine der besten und anspruchsvollsten Arbeiten von Ruggero Deodato (Eiskalte Typen auf heißen Öfen) und der besten Kannibalenfilm aus Italien! Klassiker des Genres!

Infos:

O: Cannibal Holocaust

Italien 1980

R: Ruggero Deodato

D: Robert Kerman, Francesca Ciardi, Perry Pirkanen, Luca Barbareschi, Salvatore Basile

Laufzeit der US-DVD: 96:31 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 30.12.18

Fassungen: Mir liegen diverse DVDs vor (Italien, USA, 2x Japan), welche in der Sammlung bleiben, da originalvisiert von Regisseur Ruggero Deodato (zweimal an vergangenen NIFFF getroffen). Die beste Fassung ist die US-DVD von Grindhouse = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Englischer Ton, viele exklusive Extras, Schuber. Gäbe es inzwischen auch als Blu-Ray. Wer gerne deutschen Ton braucht, muss zur XT-Video Fassung aus Österreich greifen.

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Eiskalte Typen auf heissen Öfen Review

Eiskalte Typen auf heissen Öfen

Story:

Die Polizei hat eine Spezialeinheit ins Leben gerufen, welche die Bevölkerung vor Gangstern schützen soll. Primär lautet das Ziel jedoch, den Gangsterboss Pasquini (Renato Salvatori) zu finden, der sich erfolgreich seit mehreren Jahren vor der Polizei verstecken konnte. Die zwei Cops Alfredo (Marc Porel) und Tony (Ray Lovelock) werden dafür ausgewählt…

Meine Meinung:

Eiskalte Typen auf heissen Öfen ist allen Fans des Ital. Polizei- und Gangsterfilmes zu empfehlen. Der Film liegt über dem Durchschnitt gehört aber für mich trotzdem nicht zu den absoluten Highlights des Genres (für mich wären das noch immer Titel wie Der Berserker, Der Teufel führt Regie, Tote Zeugen singen nicht, Weapons of Death, Die Rache des Paten, Special Cop in Action, Der Tod trägt schwarzes Leder, Contraband).

Gründe: dafür ist die Story zu minimalistisch und es gibt zu wenig inhaltliche Überraschungen und/oder dramatische Elemente, da sich der Film zynisch und nicht ernst gibt, was teilweise auch an ulkigen Sprüchen des Duos in der deutschen Sprachfassung liegt. Desweitern sind die Actionszenen im Vergleich zu anderen Streifen dieser Art eher billig in Szene gesetzt (Motorrad Verfolgungsjagd z.B.) und vor allem den Soundtrack empfand ich als nicht speziell erwähnenswert. Und unser Duo muss nie Angst haben, dass sie selbst zur Strecke gebracht werden d.h. sie scheinen völlig unverletzbar und dem Gegner immer einen Schritt voraus. Kein Leiden.

Dafür macht der Film Spass und amüsiert – wie erwähnt durch die grossartige deutsche Synchronisation. Der Film ist z.T. blutig und unnötig gewalttätig (da der Film comicartig überzeichnet ist, ist dies auch als positiv zu werten), was auf Regisseur Ruggero Deodato zurückgeht – und wie in vielen seiner Filme, haben Frauen auch hier nichts zu lachen (sind das schwache Geschlecht, sind nur da um Männer zu beglücken etc.) und das Duo Marc Porel und vor allem Ray Lovelock (Let Sleeping Corpses Lie) sind sympathisch.

Fazit: Kein Highlight, aber sehr guter und schwer unterhaltsamer Poliziotteschi Titel, den ich allen Fans des Genres nur empfehlen kann!

Infos:

O: Uomini si nasce poliziotti si muore

Italien 1976

R: Ruggero Deodato

D: Marc Porel, Ray Lovelock, Adolfo Celi, Franco Citti, Silvia Dionisio

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 95:32 Min.

Gesehen am: 27.08.18

Fassungen: Mir lag die Blu-Ray von filmArt vor = auch DVD und Booklet dabei, Deutsch/Ital. mit deutschen Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Früher zensierte Szenen sind in Ital. mit dt. Subs.