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Donnerstag, 5. Februar 2026

Lion Man

Lion Man

Story:

Ein König wird ermordet. Dessen Sohn Süleyman (Cüneyt Arkin) wird im Wald versteckt und wächst zusammen mit Löwen auf. Als Erwachsener schwört Süleyman an den Mördern seines Vaters, die nun die Welt regieren, Rache…

Meine Meinung:

Lion Man bekam ich geschenkt. Es handelt sich um einen Mitte der 70er Jahre Film aus der Türkei mit dem fleissigen Cüneyt Arkin in der Hauptrolle. Da ich Turkish Star Wars mit Cüneyt Arkin unglaublich toll fand, freute ich mich auf die Sichtung von Lion Man, auch wenn ich nie das Ausmass an Fantasy und Verrücktheit aus Turkish Star Wars erwartet habe. Dass die Fassung jedoch nur in Englisch vorlag, hat meine Vorfreude etwas getrübt. Die Vertonung der Fassung tat ihr übriges dazu (mehr unter Fassungen).

Aber auch abgesehen von diesen zwei Details empfand ich den Streifen, der an Ital. Sandalenfilme und Tarzan erinnert, als leicht enttäuschend. Zwar gibt es ab einem gewissen Zeitpunkt viel Action in Form von Kämpfen, aber diese sind relativ repetitiv, lahm, unspektakulär und harmlos ausgefallen. Richtige Effekte gibt es eigentlich fast nur im Finale zu sehen (Tötungsszene des Hauptbösewichtes). Ansonsten gibt es hier und da etwas rote Farbe als Blut zu sehen, aber nichts, was vom Hocker haut. Cüneyt Arkin hat seine Sache aber gut gemacht und seine Krallen erinnerten ans Kung Fu-Genre. Ich denke, davon wurde der Film z.T. sichtlich auch beeinflusst.

Das Interesse während dem Schauen wurde kleiner und kleiner und wirkliche Freude kam selten auf. Dennoch ging die Zeit vorbei. Ich denke, in Türkisch oder sogar Deutsch wäre der Film möglicherweise besser gekommen. Oder wenn andere Musik benutzt worden wäre. Die Musk war nämlich leider praktisch das Schlechteste am ganzen Film: diese empfand ich als total unpassend, billig und sehr nervend. Und leider auch sehr repetitiv. Und wenn die Musik den Zuschauer schon vergrault, dann kann der Inhalt noch so gut sein (und das war der halt auch nicht). Und leider sind die anderen Charaktere relativ öde, so dass dem «Lion Man» auch ein ebenbürtiger Gegner fehlt.

Fazit: Geschmackssache. Fans von Cüneyt Arkin können einen Blick riskieren, ich hingegen bleibe in Zukunft bei Turkish Star Wars!

Infos:

O: Kilic aslan

Türkei 1975

R: Natuk Baytan

D: Cüneyt Arkin, Bahar Erdeniz, Yildirim Gencer, Cemil Sahbaz, Reha Yurdakul

Laufzeit der Fan Edition: 85:35 Min.

Gesehen am: 04.02.26

Fassungen: Gesehen via Turkish Fan Project = sehr gute Bild- aber leider sehr schlechte Tonabmischung = Dialoge sehr leise, Geräusche und Musik gleichzeitig viel zu laut, leider nur in Englisch (der käme in Türkisch oder Deutsch sicher besser). Gibt es in Deutschland sogar von MT Films / Cargo Records auf DVD (Deutsch/Englisch). Im Ausland (USA, UK) gibt es auch Blu-Ray Fassungen. Diese sollen aber zensiert sein und der türkische O-Ton fehlt. Laut AI sollen bei den Blu-Ray Prints 17 Sekunden an Kämpfen fehlen, da ein 35mm Print benutzt wurde, wo diese 17 Sek. fehlen. Angeblich soll der Film früher 109 Minuten gelaufen sein. Solche Fassungen finde ich jedoch nicht. Die gängigen Fassungen laufen ca. 85 Minuten. Gut möglich, dass nur Handlung fehlt.

Samstag, 26. Juli 2025

Born of Fire

 

Born of Fire

Story:

Flötenspieler Paul Bergson (Peter Firth) und eine Astronomin (Suzan Crowley) finden durch Umwege, mysteriöse Visionen, akustische Halluzinationen und Alpträume zueinander. Hinweise erhoffen sie sich in der Türkei. Dort machen sie sich auf die Suche nach dem Master Musician (Orla Pederson)…

Meine Meinung:

Born of Fire war der nächste Film aus der All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2, dessen Sichtung anstand. Ich freute mich, da der Film vor kurzem auch durch meinen Kumpel gesichtet wurde und sich dessen Beschreibung (auf seiner Letterboxd Seite) vielversprechend anhörte. Auch die Zusammenfassung im Set von Severin Films im Booklet empfand ich als ansprechend und interessant. Sie machte Lust auf mehr. So war ich vor der Sichtung voller Vorfreude.

Born of Fire, ein Film in der Musik, wie schon in Sinners, den ich einen Tag zuvor sah, eine wichtige Rolle spielt, ist ein interessanter Folk-Horrorfilm. Born of Fire war nebst The Enchanted der bisher beste Film aus der All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 Collection. Ich empfand den Film als Ganzes als mystisch, visuell stark eingefangen, stark gespielt und den Plot innovativ und anders. Eine Spannung war von der ersten Sekunde an gegeben. Die Drehorte in der Türkei, vor allem auf den Kappadokien, trägt viel zur dichten Stimmung des Filmes bei.

Beim Film handelt es sich quasi um die Geschichte Gut gegen Böse. Musik spielt eine wichtige Rolle. Vergangene Geschehnisse, Wiedergeburten und viel symbolische Kraft steuern dem Werk eine fesselnde Grundstimmung bei. Es geht um Religionen (den Islam) und die Kraft des Glaubens. Ein Djinn spielt eine Rolle und versucht, unseren Helden auf seinem Weg zu blenden und aufzuhalten.  Ich bin der Meinung, dass es, was Dschinn angehen, sowieso zu wenig wirklich tolle (Horror)Filme gibt. Da sah ich am NIFFF 1-2 mittelmässige Werke und als richtig toll habe ich nur Wishmaster abgespeichert.

Fazit: Born of Fire ist fantastisches und lohnenswertes Kino! Sehenswert!

Infos:

O: Born of Fire

Großbritannien, Türkei (je nach Quelle) 1987

R: Jamil Dehlavi

D: Peter Firth, Suzan Crowley, Stefan Kalipha, Orla Pederson, Nabil Shaban, Jean Ainslie

Laufzeit der US-Blu: Ca. 84 Min.

Gesehen am: Ende April 2025

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray Box All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 von Severin Films = O-Ton, englische Subs, Uncut, viele Extras, hervorragende Bild- und Tonqualität. In Deutschland lief der Film unter dem Titel Die Macht des Feuers im Kino und im TV. Es scheint keine VHS, DVD oder Blu-Ray in Deutsch zu geben (Stand: April 2025).

Mittwoch, 17. April 2024

The Funeral

BIFFF 2024 Spezial

The Funeral

Story:

Cemal (Ahmet Rifat Sungar) arbeitet als Leichenfahrer. Sein neuster Auftrag beinhaltet die Leiche der jungen Zeynep (Cansu Türedi), einem Mordopfer. Der Auftrag ist mysteriös: für viel Geld soll er die Leiche aus dem Leichenschauhaus mitnehmen um einen Monat von der Bildfläche zu verschwinden. Danach würde er neue Instruktionen bekommen, wo er die Leiche hinzubringen habe. Als Cemal eines nachts Geräusche vernimmt, traut er seinen Augen nicht, als er Zeynep wach und atmend vorfindet…

Meine Meinung:

The Funeral fand ich mässig. Der türkische Film ist bemüht, Stimmung aufzubauen. Dies gelingt durch den langsamen Verlauf der Story, Gefühle der Einsamkeit und schöne Bilder der türkischen Settings (viel abgelegene Plätz, Natur…). Auf der anderen Seite hatte der Film klare Längen, das Schauspiel fand ich optimierungsbedürftig (vor allem von Lead Ahmet Rifat Sungar, wobei mich auch Cansu Türedi als Zombie oder Ghoul nicht wirklich voll überzeugte hat) und das Finale fand ich enttäuschend.

Der Film ist fast eine Art Kammerspiel zwischen Cemal, der sich plötzlich für die Untote verantwortlich fühlt, und ihr dann nach und nach Opfer präsentiert. Es gibt 1-2 blutige Momente, die gelungen sind. Das Finale gehört trotz vieler Opfer jedoch nicht dazu. Die Action-Parts (Einsatz einer Schusswaffe) fand ich fehl am Platz und wenig sehenswert in Szene gesetzt. Ich hätte gerne mehr Hintergrundinfos gehabt: was für Rituale hätten durchgeführt werden sollen, warum war Cemal nicht wirklich tot, welcher Vorteil resultiere für die Eltern etc.

Dazu kommt, dass der Film hier und da auch arg unglaubwürdig ist: als Cemal Zeynep wäscht (Blutflecken auf der Haut) geht das mit einem weissen Tuch, kaum nass, sehr einfach ab. Das ist in der Realität ganz anders. Im Fall von Zeynep war es sogar altes, eingetrocknetes Blut. Ich arbeite in der Pflege und da kommt es bei Bewohnenden nicht selten auch zu einem Sturz mit Verletzungsfolgen (Platzwunde, Rissquetschwunde, Schenkelhalsfraktur). Besonders im Kopfbereich blutet das a) massiv (zudem viele der Bewohnenden Blutverdünner haben) und b) lässt sich Blut von der Haut, schon nach kurzer Zeit, nicht so einfach abwaschen wie im Film dargestellt.

Fazit: Hat seine Momente, aber im Grossen und Ganzen nichts für meine Filmsammlung. 

Infos:

O: Cenaze

Türkei 2023

R: Orcun Behram

D: Ahmet Rifat Sungar, Emrah Altintoprak, Cansu Türedi, Gizem Erdem, Eren Çigdem

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 109 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 Uncut, im O-Ton und mit englischen Subs. Eine DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: April 2024).

Freitag, 9. Juni 2023

The Accidental Spy

The Accidental Spy 

Story:

 

Verkäufer Buck Yuan (Jackie Chan), der in Südkorea nach seinen vermissten Eltern sucht, wird unfreiwillig in eine Agenten-Geschichte hineingezogen, welche ihn schlussendlich nach diversen Abenteuern in die Türkei führt…

 

Meine Meinung:

 

The Accidental Spy hat mir früher bei meiner Erstsichtung nur durchschnittlich gefallen. Ich ging damals aber auch mit falschen Erwartungen an den Film. Ich habe viele Kämpfe, einen typischen Bösewicht und einen obligatorischen Finalkampf erwartet. Da dies in The Accidental Spy nicht der Fall ist, wurde ich enttäuscht. Nun habe ich den Film mit angepassten Erwartungen angesehen und der Film gefiel mir besser, jedoch bleiben nach wie vor gemischte Gefühle zurück.

 

Dies liegt aber auch daran, dass die von mir geschaute HK-DVD qualitativ relativ bescheiden ausfällt für einen Film aus dem Jahr 2001. Eine aufpolierte, restaurierte Fassung würde dem Actionspektakel sicherlich guttun und es aufwerten. The Accidental Spy, an diversen Orten wie Hong Kong, Türkei oder Südkorea gedreht, erzählt einen etwas wirren Agenten-Plot. Was ich nicht mochte war die Musik: billig. Und dass nebst Jackie Chan keine bekannten Gesichter im Film dabei sind empfand ich auch als negativ.

 

Eric Tsang (Deadly Chase for Justice) in seiner kleinen Nebenrolle im ¼ des Filmes und im Finale zähle ich nicht dazu. Produziert wurde der Film von Jackie Chan wie auch die Action-Szenen. Was den Film unterhaltsam macht sind die vielen exotischen Drehorte, die vielen wilden Verfolgungsjagden und dass altmodische Action/Stunts generiert werden. Da gibt es noch echte Explosionen und z.B. im Finale, der langen LKW-Fahrt, geht unendlich viel kaputt wie über den ganzen Film. Cool!

 

In der Hinsicht bot The Accidental Spy z.B. mehr und abwechslungsreichere Action als der ähnlich gelagerte First Strike. Im Grunde genommen ist The Accidental Spy fast mehr oder weniger eine enorme, langgezogene Verfolgungsjagd, in der viele Parteien hinter Jackie Chan und einem Koffer herjagen. Jackie Chan kommt in die amüsantesten Situationen, wo er fliehen muss. Die Szenen in der Türkei, wo er nackt flieht und sich durch einen Bazar kämpft, war sehr lustig. Es war innovativ zu sehen welche Gegenstände er in die Handlungen mit einbezieht.

 

Vor dem sehenswerten LKW-Finale gibt es weitere aufwändige Action-Szenen, in denen Schiffe, Autos und Explosionen integriert werden. Besser, als ich es in Erinnerung hatte. Gekämpft wird auch, aber immer nur wenig und kurz. Jedoch wirkt der Film in der Hinsicht weniger wie eine echter HK-Actionfilm, sondern fast mehr wie eine US-Produktion à la Rush Hour und Co. Daher weiss ich noch nicht, ob der Film in der Sammlung bleibt oder nicht. Ggf. gebe ich dem Film in Zukunft in einer restaurierten Fassung nochmals eine Chance.

 

Fazit: Jackie Chan Fans können einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Dak miu mai shing

 

HK, Türkei 2001

 

R: Teddy Chan

 

D: Jackie Chan, Vivian Hsu Jo-Hsuan, Wu Hsing-Guo, Kim Min-Jeong, Murat Yilmaz, Yildliam Ocek

 

Laufzeit der HK-DVD: 107:34 Min.

 

Neusichtung am: 25.04.23

 

Fassungen: Mir lag die Code-Free-DVD aus HK von Universe vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, durchschnittliche Bild- und Tonqualität, kein anamorphes Bild. Da muss ggf. ein Upgrade her. Eine Alternative wäre die Koch Films Blu-Ray aus Deutschland. In D unter dem Titel Spion wider Willen zu haben.

Freitag, 21. Oktober 2022

Police Are Blundering in the Dark Review

 
Horroktober 2022

Police Are Blundering in the Dark

Story:

Diverse Models werden ermordet. Ein Freund & Reporter eines verschwundenen Models beginnt Nachforschungen anzustellen…

Meine Meinung:

Die US-Blu-Ray Box Forgotten Gialli Volume I stand schon lange ungesehen bei mir rum. Inzwischen dürfte es schon drei weitere solchen Boxen geben. Im Vergleich zu späteren Titeln stimmt hier jedoch die Bezeichnung "Forgotten" bei der Ital.-Türkischen Produktion der Regisseurin Helia Colombo (ihre einzige Regiearbeit).

Hat sich Police Are Blundering in the Dark deshalb gelohnt? Nicht wirklich. Der Mitte der 70er Jahre Giallo, dessen Titel ans Italienische Poliziotteschi Genre angelehnt wurde (war dazumal einfach in Mode und Erfolg garantierend), ist kein Kracher des Genres und nur ultimativen Fans des Giallo Genres zu empfehlen, die alles schauen, egal wie gut oder schlecht der Film auch sein könnte.

Das Budget zu Police Are Blundering in the Dark schien minimal gewesen zu sein, was man dem Film auch zu jeder Sekunde ansieht. Zwar startet der Film gleich mit einem Mord, aber der konfuse Plot kann kaum überzeugen. Zudem ist eine richtige Spannung nie vorhanden und die Musik gefiel mir auch nicht sonderlich. Zudem taten sich schnell Längen auf, trotz der eigentlich angenehmen Laufzeit von nur 86 Minuten.

Noch schlimmer war der Cast: die Figuren sind 08/15 und es gibt mehrere Figuren, deren Charakterisierung unfreiwillig komisch graten sind. Teilweise kommt da ein grosser Trash-Faktor zum Tragen und einzelne Momente wirken in der Tat lächerlich. Das Ende hingegen gefiel wie auch die schmuddelige Tatsache, dass such praktisch alle Opfer des Killers vor ihrem Tod entblössen. Kompensation für Qualität? Die Morde sind zwar blutig, aber die Effekte sind so simpel, dass dies dem Film jegliche Härte raubt (etwas rote Farbe abgemalt = die Effekte).

Fazit: Trash in jeder Hinsicht! Ungewollt. 1x schauen und vergessen. Daumen drücken, dass die anderen Filme aus der Edition sehenswerter sind…

Infos:

O: La Polizia brancola nel buio

Italien, Türkei 1975

R: Helia Colombo

D: Francesco Cortez, Sonny Crowell, Richard Fielding, Erika Fisher, Danny P. Gerzog

Laufzeit der US-Blu: 86:59 Min.

Gesehen am: Okt. 2022

Fassungen: Vinegar Syndrome haben dem Film in den USA eine Blu-Ray spendiert = Forgotten Gialli Volume I. Nebst dem Film befinden sich noch zwei weitere Titel in der Box: The Killer is One of 13 sowie Trauma. Zu Police Are Blundering in the Dark: Ital. O-Ton, englische Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Den Film gab es zuvor nur als Super 8 und/oder Kopien und war in der Tat höchst selten, bis der nun Dank Vinegar Syndrome restauriert wurde. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Okt. 2022).

Freitag, 17. September 2021

Turkish Star Wars Review

 

Turkish Star Wars

Story:

 

Sternen-Krieger Murat (Cüneyt Arkin) und sein Freund müssen auf einem Planten notlanden, wo sie es mit Monstern und Menschenhändlern zu tun bekommen, ehe sie gegen das bösartige Imperium weiterkämpfen können…

 

Meine Meinung:

 

Turkish Star Wars ist ein filmisches Trash-Fest sondergleichen und Unikat, wie es sie leider viel zu selten gibt. Turkish Star Wars ist, wie es der englische Titel bereits verrät, eine türkische Variante von George Lucas Star Wars. Mit dabei: der türkische Super-Star Cüneyt Arkin!

 

Ebenfalls dabei: mehrfache, grobe Verletzung von Copyrights! So bestehen sicherlich ¼ des Filmes aus Original-Szenen aus Krieg der Sterne (jedoch im falschen Aspect Ratio um sich dem türkischen Vollbild anzupassen), wobei einige Sequenzen gleich mehrfach zu sehen sind (oder spiegelverkehrt). Daneben erinnern Kostüme der Figuren an Filme wie Star Wars, Lucio Fulcis Conquest oder die 30er Jahre Flash Gordon Kino-Serie.

 

Auch der Soundtrack dürfte komplett gestohlen sein. So gibt es Musik aus Filmen wie Raiders of the Lost Ark, Moonraker, Flash Gordon, Planet of the Apes und The Black Hole! Dazu gibt es dennoch auch selbst gemachte, charmante Effekte nach meinem Geschmack! Vor allem die monströsen Gestalten (Werwolf ähnlich oder ein Kaiju artiger Roboter) haben es mir angetan. Dabei geht es teilweise auch recht blutig zu und her und auch von Kindern wird nicht zurückgeschreckt, was mich dann doch sehr überrascht hat.

 

Dazu gibt es eine blonde Türkin und besagten Star Cüneyt Arkin, der sich in irrwitzigen Kampfszenen versucht inklusive komischen Trainingsszenen mit Papp-Felsen / Gestein und versteckten Trampolin-Martial Arts Einlagen à la Shaw Brothers Produktionen. Dazu kommen viele fantasievolle Ideen (auch Tötungsszenen – da werden schon einige Bösewichte halbiert oder sonst wie um die Ecke gebracht).

 

Fazit: Absolut irres, amüsantes & unterhaltsames Trash-Fest! Muss man gesehen haben, um es zu glauben!

 

Infos:

 

O: Dünyayi kurtaran adam

 

Türkei 1982

 

R: Çetin Inanç

 

D: Cüneyt Arkin, Aytekin Akkaya, Füsun Ucar, Hüseyin Peyda, Necla Fide

 

Laufzeit der türkischen DVD: 90:40 Min.

 

Gesehen am: 30.06.21

 

Fassungen: Mir lag die türkische DVD von Magna Entertainment vor = angeblich zensiert (keine Ahnung was fehlen soll), schlechte Bildqualität (lieg am Ausgangsmaterial), Vollbild (soll Originalbildformat sein), Türkisch und keine Subs. In Deutschland legal nur auf VHS zu haben (Türkisch ohne Subs). Wer englische Subs möchte, muss zur US-DVD greifen. Es gibt ein 35mm Print, der in 2K restauriert wurde und wunderbar aussieht. Angeblich wird dieser jedoch nicht auf DVD/Blu-Ray veröffentlicht werden, da der Film viel gestohlene Szenen und Musik hat (an deinen sie keine Rechte haben). Deutscher Titel: Murat - Ein Kung-Fu Türke rettet die Welt. Englischer Titel: The Man Who Saves the World. Nachtrag 03.01.21: das unter Fassungen erwähnte 35mm Master wurde in den USA als Bootleg-Blu-Ray veröffentlicht = Türkischer O-Ton, englische Subs, erstklassige Bild- und Tonqualität, Uncut (paar Szenen sind aus VHS ergänzt damit vollständig). In dieser ultimativen Fassung macht der Film noch mehr Spass! Eine der besten Vös aus dem Jahr 2021!

Sonntag, 1. November 2020

Seytan Review

 

Horroktober 2020

Seytan

Story:

Die 12jährige Gül (Canan Perver) verhält sich plötzlich merkwürdig: Sie spricht in einer anderen Stimme, macht komische Bewegungen im Bett oder uriniert vor Besuch auf den Boden. Güls Mutter (Meral Taygun) ist besorgt und lässt Gül medizinisch abklären – ohne Erfolg. Es stellt sich heraus, dass Gül von einem Dämon besessen ist und nur ein Exorzist (Agah Hün) kann Abhilfe schaffen…

Meine Meinung:

Seytan ist ein dreistes Der Exorzist-Rip-Off aus der Türkei. Die türkische Version kam nur ein Jahr nach dem US-Hit und ist praktisch ein 1:1 Remake. Sogar die bekannte Musik aus dem Original von William Friedkin wurde einfach geklaut – unfassbar amüsant wie ich meine!

Die türkische Variante hat mir auch gut gefallen. Der Film versucht ernst zu sein. Sieht man Mal von 1-2 unfreiwillig konisch wirkenden Szenen ab, wirkt Seytan ernst und düster. Der Story kann man auch ohne türkische Sprachkenntnisse gut folgen. Die letzte Der Exorzist Sichtung ist länger her, aber an einige Szenen kann ich mich erinnern und diese sind in Seytan gut umgesetzt worden.

Nebst tollem Soundtrack überzeugten mich vor allem die Effekte. Ich hätte schlechtere Make-Up Effekte und Tricktechniken erwartet. War ich doch positiv überrascht. Dasselbe gilt für die Leistungen der Darsteller. Vor allem die Mädels waren glaubwürdig: Canan Perver überzeugt als Linda Blair Verschnitt und die blonde Schönheit Meral Taygun (ganz ohne Kopftuch und sexy gekleidet) ist definitiv sexier als die Filmmutter im US-Film. Die Priester hingegen sind neutral betrachtet unauffällig.

Fazit: Wer gerne obskure asiatische Filme und freche Kopien aus Ländern wie Indien, Indonesien oder der Türkei mag, sollte sich diesen seltenen Der Exorzist Verschnitt nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Seytan

Türkei 1974

R: Metin Erksan

D: Canan Perver, Cihan Ünal, Meral Taygun, Agah Hün, Erol Amaç

Laufzeit der türkischen Beta: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die Betamax von Saner Video aus der Türkei (bzw. aus London) vor = Uncut, O-Ton, keine Subs, gute Bild- und Tonqualität. O-Ton ist Türkisch. Offizielle Alternativen: VHS und VCD aus der Türkei. Englischuntertitelte Bootleg-DVDs haben eine massiv schlechtere Bildqualität als die Betamax. Auf Youtube gibt es den Film legal in HD-Restauration. Eine deutsche Fassung oder eine offizielle Fassung im O-Ton mit englischen Subs gibt es nicht (Stand: Okt. 2020). Nachtrag 23.04.24: Für eine 2. Sichtung lag mir die Ital. DVD von Filmotronik vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Die DVD ist Code Free. Die Fassung ist qualitativ der Betamax überlegen und die englischen Subs zum türkischen O-Ton sind natürlich auch flott. Der Film hat die 2. Sichtung auch bestanden. 

Montag, 3. September 2018

Bad Cat Review

NIFFF 2016 Spezial
Bad Cat

Story:

Kater Sheros Leben ändert sich schlagartig, als: sein Sohn auftaucht, er sich in eine neu hergezogene Katze verliebt, er von seinem Zuhause verstossen und von einem Zombie gejagt wird...

Meine Meinung:

Bad Cat, ein türkischer Animationsfilm und scheinbar eine Verfilmung eines gleichnamigen türkischen Comics, war besser als erwartet und bot für am NIFFF prima Unterhaltung! Der Film ist toll animiert, legt von Beginn an ein hohes Tempo fest welches er gut bis zu seinem Ende halten kann.

Der Film ist kurzweilig und unterhaltsam. Vor allem aber auch derber als ich dachte (Aussprache, Gags, Zombie in der Hauptgeschichte, sehr schwarzer und makabrer Humor) und das Publikum am NIFFF hatte sichtlich seinen Spass an dem Film. Zwar sitzt nicht jeder Spruch / Gag / Verweis, aber im Grossen und Ganzen sorgen Shero und seine Freunde doch für viele Lacher und eine gute Unterhaltung.

Man darf einfach keine Realität in der Geschichte erwarten (z.B.: das Zombie kommt immer wieder um Shero zu töten), dann wird man gut unterhalten. Der Film war wirklich lustig und unterhaltsam. Perfektes Kino für am ersten NIFFF Tag, aber jetzt nicht zwingend ein Film welchen ich mir zwecks persönlichem Geschmack in die Sammlung stellen müsste.

Aber noch mal: klar besser als erwartet und vor allem eins: bietet wirklich eine gute Unterhaltung!

Infos:

O: Kötü Kedi Serafetti

Türkei 2016

R: Ayse Ünal, Mehmet Kurtulus

D: -

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 84 Min.

Gesehen am: NIFFF 2016 (Juli)

Fassungen: Habe den Film am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) 2016 gesehen in Türkisch mit u.a. englischen UT. Es gibt noch keine deutsche Fassung (Stand: Sept 2018).

Mittwoch, 25. Juli 2018

The Hand That Feeds the Dead Review

The Hand That Feeds the Dead

Story:

Prof. Nijinski (Klaus Kinski) und sein Helfer versuchen durch Operationen, Nijinskis Frau, welche seit einem Feuer im Gesicht schwer verbannt und dadurch entstellt wurde, zu helfen. Dazu sind unfreiwillige Helfer (ein Paar, welches bei einem Unfall durch eine Kutsche leicht verletzt wurde) als «Opfer», denen die Gesichtshaut entfernt werden soll, gerne willkommen…

Meine Meinung:

The Hand That Feeds the Dead war ein Blindkauf, da potenzieller, wenig bekannter «Euro Cult Streifen mit Klaus Kinski (Creature) in einer Rolle. Und das Cover sprach mich auch an. Es handelt sich um eine ital.-türkische Co-Produktion von Regisseur Sergio Garrone und seinem türkischen Kollegen Yilmaz Duru.

Sergio Garrone war für schmuddeliges Kino bekannt – z.B. SS Experiment Love Camp, SS Camp 5: Women's Hell, Hölle im Frauengefängnis oder Der Letzte Harem. Dazwischen gab es viele Western mit dem Titel Django, zumindest in Deutschland (Andere beten - Django schießt, Django und die Bande der Bluthunde, Django und Sartana, die tödlichen Zwei, Django - Der Tag der Abrechnung, Uccidi Django... uccidi per primo!!!) und im gleichen Jahr einen weiteren Film mit Klaus Kinski: Le Amanti del mostro.

Letzterer soll im gleichen Jahr wie The Hand That Feeds the Dead veröffentlicht worden sein inklusive gleichem Cast. Einige Szenen aus The Hand That Feeds the Dead sollen sich in Le Amanti del mostro wiederfinden, so dass beide Filme oft verwechselt werden. Le Amanti del mostro soll aber ein lahmer Film sein, der sich kaum lohnt, gekauft zu werden. Leider gilt dies auch für The Hand That Feeds the Dead.

Die Probleme sind: der Film ist langweilig. Der Film erinnert inhaltlich an andere europäische Filme (z.B. Faceless von Jess Franco) und auch weitere Motive könnten aus Jess Franco Filmen stammen (der degenerierte Helfer, der per Willenskraft gesteuert wird und für den bösen Klaus Kinski arbeitet, hatte auch etwas von Francos Orloff Filmen). Es gibt zu viele Längen und zu wenig «Action».

Der Film ist am besten als Gothic Grusel zu bezeichnen. Phasenweise schöne, stimmungsvolle Bilder, welche durch das Schloss und die Drehorte perfekt zum Setting passen. Klaus Kinski macht seine Sache ordentlich, wie auch die anderen Figuren (z.B. der Helfer) und die Mädels sehen immerhin nett aus (inklusive einer erotischeren Sexszene).

Den Soundtrack gilt es zu vernachlässigen, ebenso inhaltliche Überraschungen und/oder Originelles. Die wenigen Effekte sind blutig ausgefallen, aber lassen sich an einer Hand abzählen. Da wäre mehr deutlich von Vorteil gewesen, um Längen zu kompensieren. Die Effekte stammen von Carlo Rambaldi.

Carlo Rambaldi war zuständig für Effekte in Filmen wie Primal Rage, Der Werwolf von Tarker Mills (Werwolf Kostüm), Conan the Destroyer (Creature Effekte), Possession (auch hier: für das Monster zuständig), Alien (Alien Head Effects), Profondo rosso (Dario Argento), Flesh for Frankenstein (da gabs auch genug Blut und Splatter) oder 4 mosche di velluto grigio (erneut: Dario Argento Film).

Fazit: Zu unspektakulär und durch und durch langweilig = einmal schauen und vergessen. Kein Film für die Euro Cult Sammlung - besser den viel sehenswerteren  Faceless von Jess Franco schauen!

Infos:

O: La Mano che nutre la morte

Italien, Türkei 1974

R: Yilmaz Duru, Sergio Garrone

D: Klaus Kinski, Katia Christine, Carmen Silva, Marzia Damon, Alessandro Perrella

Laufzeit der US-DVD: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Ende April 2018

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Cheezy Movies = Wahrscheinlich Uncut, VHS Qualität (dürfte auch ein VHS Master sein) und löblich: in Ital. mit englischen Subs. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: 30.04.18).

Sonntag, 17. Dezember 2017

Baskin Review



DVD wurde am NIFFF 2024 von Can Evrenol signiert
Baskin

Story:

Eine Polizeistreife wird an einen Tatort gerufen. Auf dem Weg dorthin überfahren sie eine Gestalt und das Grauen nimmt seinen Lauf...

Meine Meinung:

Baskin war besser als erwartet. Der Film, der auch am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest und ein Jahr zuvor auf dem deutschen FFF) lief hat mich positiv überrascht. Ich wusste kaum etwas über den Film oder dessen Entstehung (Folge eines älteren Kurzfilmes).

Der Film hat mir jedoch recht gut gefallen. Vor allem war ich froh, dass der Film nicht einfach ein 08/15 Splatterfilm geworden ist. Im Gegenteil: man erzählt keine 08/15 Geschichte, sondern eine mystische, sehr stimmungsvolle und sich langsam entwickelnde Geschichte, die in der 2. Hälfte nicht nur Gore und bizarre Rituale präsentiert, sondern in der 1. Hälfte auch mit viel Spannung durch tolle Licht- und Schatteneffekten aufwarten kann.

Die 1. Hälfte hat mir fast besser gefallen, da sich der Film langsam entwickelt, die Bedrohung jedoch von Beginn an spürbar ist. Der Film ist schwarz, dunkel, düster und stimmungsvoll. Dazu gut gefilmt und braucht sich hinter anderen internationalen Genre-Streifen nicht zu verstecken. Der Film kann fesseln und ist gut gefilmt.

Die Schauspieler sind zwar nicht besonders charakterisiert bzw. es ist von Beginn an klar, wer die Hauptfiguren sind und wer nur das Kanonenfutter, doch das ist nur ein kleines Detail am Rande. Die Story verrät nicht viel und das Ende ist eines der Sorte, was nicht jedem gefallen dürfte. Ich fand es jedoch okay, wobei es kurz vor dem Ende auch vorhersehbar war (für geübte Genre Schauer versteht sich).

Fazit: Baskin lohnt sich! Im Nachhinein ist es etwas schade, dass ich den Film schon vor dem NIFFF sah - auf der grossen Leinwand wäre der Film sicher sehr noch wirkungsvoller gewesen!

PS: Man beachte bzw. vernehme in einer Szene den Soundtrack von Cannibal Holocaust (Hommage!).

Infos:

O: Baskin

Türkei 2015

R: Can Evrenol

D: Muharrem Bayrak, Mehmet Akif Budak, Fadik Bülbül

Laufzeit der deutschen DVD: Ca. 93 Min.

Gesehen am: 13.07.16

Fassungen: Mir lag die deutsche Einzel-DVD von Capelight vor = Uncut, Wendecover, recht gute Bild- und Tonqualität, Türkischer O-Ton mit deutschen UT vorhanden. Es gibt noch andere Fassungen (u.a. teurere DVD / Blu Ray Combo Fassung). Mir reichte jedoch die billigste Variante.