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Dienstag, 2. Juni 2026

Pleasure of Killing

Pleasure of Killing

Story:

Zwei Profikiller (Antonio Banderas und Mathieu Carrière) treffen zufällig aufeinander und werden danach zu Freunden. Nachts ziehen sie durch die Bars und unternehmen Schiessübungen. Doch nach einer Weile beginnen sie, auf echte Menschen zu zielen…

Meine Meinung:

Pleasure of Killing befindet sich als Bonusfilm auf der deutschen Perdita Durango DVD. Ansonsten hätte dieser spanische Film aus dem Jahr 1987 nie meinen Weg gekreuzt. Um meine Liste von ungesehenen Titeln zu reduzieren, kam es trotzdem zur Sichtung. Ich las nicht viel Gutes über Pleasure of Killing und ging mit niedrigen Erwartungen an den Film. Und leider muss ich das bestätigen, was ich über den Film gelesen habe.

Pleasure of Killing hat mir nicht wirklich gefallen. Der Film versucht irgendwie, eine Stimmung à la Funny Games zu generieren. Die zwei Männer rauchen (wie JEDE andere Person in dem Film), trinken und erschiessen Unschuldige. Kaltblütig. Da die Opfer aber oft total Fremde sind, wirkt das nicht wirklich grausam oder brutal, zumal die Exekutionen auch sehr harmlos und blutleer inszeniert sind. Der Film wirkt sehr unsympathisch. Das gilt auch für sämtliche Figuren.

Viele der Frauen nerven und/oder sind stereotypisch naiv in Szene gesetzt, während die Antihelden um Mathieu Carrière und einen jungen, damals noch wenig bekannten Antonio Banderas (The Expendables 3, Assassins – Die Killer) gefühlskalt und unterschwellig homosexuell anmuten. Chang Cheh hätte Freude gehabt, mit Ausnahme der fehlenden nackten Oberkörper. Pleasure of Killing fesselt und begeistert nicht. Ich wurde nicht wirklich gut unterhalten und ein Interesse an dem Inhalt baute sich kaum auf.

Fazit: Zeitverschwendung!

Infos:

O: El Placer de matar

Spanien 1987

R: Félix Rotaeta

D: Antonio Banderas, Mathieu Carrière, Victoria Abril, Berta Riaza, Walter Vidarte, Victoria Peña

Laufzeit der deutschen DVD: 89:52 Min.

Gesehen am: 02.06.26

Fassungen: Gesehen als Bonusfilm aus der deutschen Perdita Durango DVD = Uncut, nur Deutscher Ton (Synchro absolut okay), durchschnittliche Bildqualität, nicht anamorph. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2026).

Donnerstag, 21. August 2025

Return to the 36th Chamber



Shawgust 2025

Return to the 36th Chamber

Story:

Auf der Suche nach Rache sucht Chou Chun Chi (Gordon Liu) das Shaolin-Kloster auf, um Kung Fu zu lernen. Durch List und falsche Aussagen gelingt es Chou Chun Chi, ins Kloster zu gelangen. Doch Mönch San Te (King Lee King-Chu) erkennt die falschen Absichten und macht Chou Chun Chi einen Strich durch die Rechnung. Statt Kung Fu soll er helfen, das Kloster mit einem Gerüst aus Bambus einzuzäunen. Viel harte Arbeit wartet auf Chou Chun Chi, der jedoch von seinem Gerüst in jede Kammer des Klosters blicken kann und so unbewusst Kung Fu lernt…

Meine Meinung:

Die 36 Kammern der Shaolin wurde zu einem Hit und Erfolg. Einer der erfolgreichsten, einflussreichsten und bekanntesten Filme der Shaw Brothers. Da war es klar, dass es Fortsetzungen geben würde. Die erste hiess Return to the 36th Chamber und stammte von Liu Chia-Liang (New Killers in Town, Executioners from Shaolin, Aces Go Places V), der dem Film auch die absolut sehenswerten und spektakulären Kampf- und Trainingsszenen choreographierte. Aus dem Vorgänger kehrt Star Gordon Liu (Heroes of the East, Fury in Shaolin Temple, Clan of the White Lotus) zurück. Er spielt jedoch eine andere Rolle und die Filme haben abgesehen vom Setting nichts miteinander zu tun.

Return to the 36th Chamber ist eine Kung Fu Komödie. Nach 1979 und den Jackie Chan Erfolgen, war diese Mischung nun gefragter denn je. Gordon Liu blödelt im Film zuerst herum. Er gibt sich als Fake-Mönch aus, um Geld zu verdienen, aber auch um Gutes zu tun und Freunden zu helfen. Die Bösewichte merken aber schnell davon und schlagen Gordon Liu in die Flucht. Dieser versucht mehrfach vergebens, ins Shaolin Kloster zu gelangen. Einfacher gesagt, als getan. Halbherzig sammelt er Erfahrungen, ehe er dazu «verdonnert» wird, um das ganze Kloster ein Bambusgerüst zu bauen. 

Dem kommt er nach und Bambus als Element in Kung Fu Kämpfe zu integrieren, war ein innovativer und origineller Schachzug. Zu sehen, wie Gordon Liu unbewusst durch Beobachtung trainiert, fand ich amüsant. Richtig toll wird es dann im letzten Vierteil des Filmes, wenn Gordon Liu seine neu erlangten Techniken demonstrieren darf. Die Kampfszenen gegen Johnny Wang Lung-Wei (Widow Warriors, To Kill a Mastermind, This Man Is Dangerous) und Co. sind absolut sehenswert und spektakulär ausgefallen. Toll!

Fazit: Spassige und unterhaltsame Fortsetzung!

Gefolgt von: Disciples of the 36th Chamber

Infos:

O: Siu Lam Daap Paang Daai Bye

HK 1980

R: Liu Chia-Liang

D: Gordon Liu, King Lee King-Chu, Johnny Wang Lung-Wei, Kara Hui, Chiang Tao, Jang Il-Do, Best Kwon Yeong-Moon, Chan Sze-Kai

Laufzeit der UK-Blu: 101:09 Min.

Gesehen am: Aug. 2007 / Neusichtung am: Aug. 2025

Fassungen: In meinem Besitz befindet sich die deutsche DVD (Titel: Die Rückkehr zu den 36 Kammern der Shaolin). Diese DVD wurde von Gordon Liu signiert. Für die Neusichtung lag mir die UK-Blu-Ray von Arrow Video vor (Shawscope Volume Two) = Uncut, O-Ton, englische Subs und Extras = Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Als Extras gibt es u.a. ein ca. 15minütiges Interview mit Gordon Liu (war ok, aber nichts Besonderes) und Archiv-Extras von Celestial ("Hero on the Scaffolding"). Das war ganz ok. Es handelt vom Bambusgerüsten in Hong Kong. Am besten und wirklich toll war Citizen Shaw. Eine franz. Doku (ca. 60 Min.) aus dem Jahr 1980, als franz. Reporter/eine TV-Crew nach Hong Kong in die Shaw Studios reiste. Es gibt Interviews mit Run Run Shaw und viele Behind-the-Scenes Szenen zu sehen. Von Filmen wie Return to the 36th Chamber oder Rendezvous with Death. Auch exklusive Führungen und Interviews mit Yueh Hua und seiner damals 32jährigen (und rauchenden) Freundin waren herrlich sympathisch. Oder Einblicke in die Kantine, in der sich die Stars zum Essen nicht Mal umgezogen haben (Chen Kuan-Tai). Die Arrow Disc startet mit Canto Ton. Ich frage mich, ob Canto oder Mandarin O-Ton war und finde dazu keine Info. Mir ist bewusst, dass die Shaw Produktionen kurz vor Ende (ihrer Kinoproduktionen) bewusst in Canto in die Kinos kamen und zuvor jahrelang in Mandarin. Aber mir ist nicht bekannt, ab welchem Jahr das gewechselt hat…

Mittwoch, 7. August 2024

Die Todespagode des gelben Tigers


Shawgust 2024

Die Todespagode des gelben Tigers

Story:

Siang (Ti Lung) und Yun Piao Piao (Li Ching) transportieren eine Kiste Gold. Auf diese hat es Gangster Chao Hong (Ku Feng) und seine Bande (u.a. Chan Sing und Wang Chung) abgesehen. Ein mysteriöser Schwertkämpfer und Held (David Chiang) hilft Siang und Yun Piao Piao bei ihrem Auftrag. Doch dann verliebt sich dieser in Yun Piao Piao…

Meine Meinung:

Aka Have Sword, Will Travel. Den Film aus dem Jahr 1969 sah ich seit Jugendzeiten nicht mehr. Ich habe in einem Review gelesen, dass der Film einer von Chang Chehs besten Streifen der 60er Jahre sein soll und dem kann ich zustimmen. Zusammen mit The One-Armed Swordsman ist der Film seine beste 60er Jahre (Shaw Brothers Produktionen) Arbeit. Der Film gilt zurecht als Klassiker. Die Todespagode des gelben Tigers kann dabei dem hohen Niveau von späteren Klassikern wie The Duel oder Vengeance! standhalten.

Der Film überzeugt durch Heroic Bloodshed Momente, für welche Chang Cheh bekannt geworden ist. Diese werden vor allem im dramatischen und blutigen Finale gezeigt. In ihrer ganzen Pracht.  Dass zudem eine Frau (Li Ching) einer der Hauptrollen spielt, war erstaunlich. Frauen haben es in Chang Cheh Filmen schwer. Inhaltlich geht es um eine love triangle zwischen Ti Lung und Li Ching, welche heiraten wollen, ehe sie David Chiang begegnen, der sich in Li Ching verliebt. Kommt es im Finale zum Duell zwischen Ti Lund und David Chiang? Dies sei an dieser Stelle nicht verraten, um Spannung aufrechtzuerhalten.

Die Action-Szenen überzeugen durch tolle Slow-Mo-Aufnahmen, dessen sich John Woo später bediente (arbeitete unter Chang Cheh bei den Shaw Brothers), einen grossen Blutgehalt und einen hohen Bodycount. Die Actionszenen finden vor allem im Finale bei der Pagode statt. Der Plot überzeugt durch die Dramatik, die Entwicklungen und dank der zwei charismatischen Helden, wobei David Chiang (It Remains) Ti Lung (A Warrior's Tragedy) definitiv den Rang abläuft. Li Ching (Vengeance of a Snowgirl) war sehr solide.

Auf der anderen Seite haben mir die Bösewichte. Wenn es starke Persönlichkeiten bei den Helden gibt (David Chiang), braucht es auch gleichwertige Gegenspieler. Und diese gibt es zum Glück bei den Bösewichten. Ku Feng (Crocodile Evil) gibt einen wunderbaren fiesen Gangster-Boss ab. Stark. Seine zwei Top-Kämpfer, die als seine «rechten Hände» fungieren, haben mich auch überzeugt. Wang Chung (Cops and Robbers) als taubstummer, mit Kette gewaffneter, kaum besiegbarer Killer war ebenso überzeugend wie ein junger Chan Sing (The Good and the Bad), der seine Karriere ebenfalls bei den Shaw Brothers begann (z.B. The Singing Killer).

Fazit: Toller Film und ein Must See Titel für Shaw Brothers Fans!

Infos:

O: Bao Biao

HK 1969

R: Chang Cheh

D: David Chiang, Ti Lung, Ku Feng, Li Ching, Ching Miao, Chan Sing, Cliff Lok, Wang Chung

Laufzeit der deutschen DVD: 101:59 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Shawgust 2024 / 3. Sichtung (US-Blu): Okt. 2025

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MIB/Celestial vor = Deutsch/Mandarin mit englischen Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (aber nicht anamorph). Gibt es inzwischen in Deutschland auch auf Blu-Ray. Nachtrag Okt. 2025: Inzwischen liegt mir die US-Blu-Ray von Shout Factory vor (The Ti Lung/David Chiang Collection). Der Film ist Uncut, O-Ton und englische Subs sind vorhanden und die Bild- und Tonqualität sind natürlich sehr gut. Die Disc scheint aber fehlerhaft. Im Menü kann ich zwischen den Optionen nicht hin- und herspringen (Play, Audio, Bonus, Chapter). D.h. mir war es nicht möglich, die Extras zu schauen (wären aber nur zwei Trailer gewesen und den Audiokommentar hätte ich über die Fernbedienung auswählen können). 

Dienstag, 14. Juni 2022

Das Höllentor der Shaolin Review

Das Höllentor der Shaolin

Story:

 

General Xu (Johnny Wang Lung-Wei) veranstaltet ein Turnier, um die Shaolin Clans aus dem Süden und Norden gegeneinander aufzuhetzen und auszuspielen. Es gibt Tote (u.a. Dick Wei). General Xu lässt Hsu Fong (Sun Chien), Chun Fei (Chiang Sheng) und Pao Siao Tung (Lu Feng) als «Täter» präsentieren. Derweil trainieren Ho Yen Wu (Phillip Kwok) und Ho Ming Pao (Lo Meng) mit dem Ziel, später mit Mai Feng (Wai Pak) Rache zu üben…

 

Meine Meinung:

 

Das Höllentor der Shaolin aka Invincible Shaolin sah ich seit 15 Jahren nicht mehr. Ich wusste nur noch drei Dinge: 1. Es handelt sich um einen Shaw Brothers Film von Chang Cheh (Police Force). 2. Um einen Venom-Film. 3. Die Helden werden getäuscht und gegeneinander aufgebracht. Mehr wusste ich nicht mehr. Ich war also gespannt auf die Neusichtung, die mehr wie eine Premiere anmutete da so lange nicht gesehen.

 

Leider fand ich Das Höllentor der Shaolin relativ mässig. Sehr durchschnittlich und wohl nebst The Five Venoms der schwächste Venom-Film, so weit ich mich erinnern kann. Kein Vergleich zu Klassikern wie Crippled Avengers oder anderen Venom-Filmen wie The Rebel Intruders. 1978 sorgte der Jackie Chan Klassiker Snake in the Eagle's Shadow für Furore und Erfolge.

 

Das Höllentor der Shaolin versucht zu offensichtlich, den Jackie Chan Film zu imitieren: Kung Fu, Rache-Thema Training, Humor, Meister-Schüler Thema. Leider ohne Erfolg. Dazu fehlt es den Venoms an um Phillip Kwok (Hard-Boiled), Lo Leng (Pursuit of a Killer), Sun Chien (The Plot) und Lu Feng (Ninja Kids) und Co. an Charisma.

 

Auch andere Figuren werden im Film verschenkt: Chan Shen (Five Element Ninjas) als Meister wirkt tot (auch so geschminkt), Kara Hui (Mrs K) darf nicht kämpfen (aber löblich, in einem Chang Cheh Film überhaupt Frauen zu sehen) und Dick Wei (City Warriors) ist eines der Opfer zu Beginn des Filmes. Johnny Wang Lung-Wei (Martial Club), den ich als Bösewicht immer gerne sehe, wird im Finale viel zu schnell und enttäuschend besiegt. Schade!

 

Die Laufzeit fühlt sich viel länger als 98 Minuten an, der Plot ist total dünn und Action gibt es viel zu wenig. 90% bestehen nur aus repetitiven und ermüdenden Trainingsszenen. Das naive Verhalten der Figuren überzeugt ebenso wenig, wie dramatische Heroic-Bloodshed Momente, die später von John Woo gekonnt in die Moderne übertragen wurden (A Better Tomorrow).

 

Natürlich sind die Trainings- und vor allem die Kampfszenen am Anfang und Finale spektakulär und blutig, aber der Funke will diesmal nicht recht rüber springen und in anderen Venom Filme war das weit aus besser, abwechslungsreicher, blutiger und epischer in Szene gesetzt!

 

Fazit: Durchschnitt. Nur für Venom-Fans zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Nan Shao Lin Yu Bei Shao Lin

 

HK 1978

 

R: Chang Cheh

 

D: Johnny Wang Lung-Wei, Dick Wei, Sun Chien, Chiang Sheng, Lu Feng, Phillip Kwok, Lo Meng, Chan Shen, Kara Hui

 

Laufzeit der deutschen DVD: 98:41 Min.

 

Gesehen am: 2007 / Neusichtung: Mai 2022

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MIB vor = Uncut, Deutsch/Mandarin mit englischen Subs, gute Bild- und Tonqualität (vielleicht leicht unscharf). Gibt es in Deutschland auch auf Blu-Ray. Die Original-Kino-Synchro (Deutsch) gibt es nur auf der TVP DVD.

Montag, 29. Juni 2020

Die 13 Söhne des gelben Drachen Review

Die 13 Söhne des gelben Drachen

Story:

King Jin (Ku Feng) und seine 13 «Söhne» (= Generale, gespielt von: David Chiang, Ti Lung, Chin Han, Pao Chia-Wen, Lo Wai, James Nam Gung-Fan, Lau Gong, Sung Tuan, Huang Pei-Chih, Wang Kuang-Yu, Chan Chuen, Lau Kar-Wing, Wong Chung) kämpfen gegen den Feind an und versuchen, hinter die feindlichen Linien zu kommen. Doch Intrigen, gesät von Warlord Zhu Wen (Chan Sing), hetzt die Brüder auch gegeneinander auf mit blutigen Folgen…

Meine Meinung:

Die 13 Söhne des gelben Drachen, der den englischen Titel The Heroic Ones trägt, sah ich sehr lange nicht (letzte Sichtung: Oktober 2007). Ich fand den Film laut meinem alten Review eher durchschnittlich und dies ist eine Meinung, die ich sogar aktuell noch teile, obwohl ich mich im Shaw Brothers Universum aktuell besser auskenne als dazumal.

Bei der Anzahl von Filmen, die Chang Cheh realisiert hat, darf jedoch auch Mal ein mittelmässiger dabei sein. Immerhin verdanken wir dem Godfather des Kung Fu so viele tolle Filme (The Delinquent, Five Element Ninjas, The One-Armed Swordsman, Crippled Avengers, The Duel…), da kann nicht immer ein Meisterwerk bei rauskommen.

Der Film von 1970 erzählt eine imposante Geschichte à la All Men Are Brothers. Die Bauten sind fantastisch, die Requisiten und Statisten zahlreich – da wurden keine Mühen und Kosten gescheut, ein imposantes Bild zu zeichnen. Doch leider fesselt der Inhalt gleich null. Ich empfand den Film als öde und lahm und ich stellte diverse Längen fest (Laufzeit von zwei Stunden).

Da sind mir 08/15 Geschichten (Schüler-Meister, Rache-Inhalte etc.) deutlich lieber. Leider wirkten auch die Action-Szenen öde und wenig spektakulär. Besonders in der ersten Hälfte in den ewigen Massen-Szenen taten sich schnell Ermüdungserscheinungen breit. Dazu kommt, dass der Film, trotz den Stars wie Ti Lung (The Avenging Eagle) oder David Chiang (Heaven and Hell), auch in Sachen Figurenzeichnungen wenig überzeugt. So sind einem die Schicksale von den Figuren relativ egal.

Ein grosses Manko ist dann auch, dass Chang Cheh seine besten Figuren vor dem Finale bereits sterben lässt. Würdige Nachfolger der beiden gibt es im Film nicht, so dass der Film und das Finale nochmals eine Runde schwächer ausfallen. In Nebenrollen sind, leider auch mehrheitlich unmotiviert und blass, zu sehen:

Ku Feng (My Son), Lily Li (The 8 Diagram Pole Fighter), Wong Chung (Mobfix Patrol), Lau Kar-Wing (Treasure Hunters), Chan Sing (The Singing Killer), Bolo Yeung (The Rescue) oder Wong Ching (The Chinese Boxer). Zwar viele bekannte Namen, aber mit Ausnahme von Ku Feng wird ihnen kaum Platz oder Tiefe eingeräumt.

Schade!

Fazit: Geschmackssache – für mich jedoch ein mittelmässiger Beitrag von Chang Cheh für die Shaw Brothers – zum Glück eine rare und seltene Angelegenheit!

Infos:

O: Shi San Tai Bao

HK 1970

R: Chang Cheh

D: David Chiang, Ti Lung, Chin Han, Pao Chia-Wen, Lo Wai, James Nam Gung-Fan, Lau Gong, Sung Tuan, Huang Pei-Chih, Wang Kuang-Yu, Chan Chuen, Lau Kar-Wing, Wong Chung, Ku Feng, Chan Sing, Lily Li Li-Li, Bolo Yeung, Wong Ching

Laufzeit der deutschen DVD: 121:19 Min.

Gesehen am: Okt. 2007 / Review überarbeitet am: 28.05.20

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MIB vor = Uncut, O-Ton, englische Subs vorhanden. Alle Blu-Ray Master sind bis dato nur zensiert zu bekommen (Deutschland, USA, Japan) im Gegensatz zu den DVD-Celestial Mastern. Die Celestial Master haben weitere Mankos: neue Soundeffekte und teilweise neue Billig-Musik, die direkt aus dem PC stammt…

Samstag, 20. Juni 2020

Die Eroberer Review

Die Eroberer

Story:

Eine Gruppe von Helden (u.a. David Chiang, Fan Mei-Sheng, Chen Kuan-Tai, Wong Chung, Danny Lee, Ti Lung, Yue Fung) ist bereit, für ihr Land zu sterben und ihre Leben zu lassen. Ihr Ziel: Rebellen (u.a. Bolo Yeung) ausschalten, die sich in einer Festung eingenistet haben…

Meine Meinung:

Aka All Men Are Brothers. Die erste und letzte Sichtung von Die Eroberer, so der deutsche Titel des Shaw Brothers Epos All Men Are Brothers von Chang Cheh (Crippled Avengers) und Wu Ma (14 Blades), ist 13 Jahre her. Ich wusste so gut wie nichts mehr über den Film. Als ich den Film vor 13 Jahre sah, kannte ich mich im Shaw Brothers Universum auch noch kaum aus – viele der Stars und Namen im Film waren mit dazumal z.B. unbekannt.

Die Story, die, glaube ich, auf einer Folklore aus China basiert (die z.B. auch für die Serie Die Rebellen vom Liang Shan Po Pate stand), kommt episch daher. Es ist ein Epos, in welchem viele Stars, die dazumal Rang und Namen hatten, auflaufen durften: Ku Feng (The One-Armed Swordsman), Bolo Yeung (The Rescue), David Chiang (Shaolin Abbot), Fan Mei-Sheng (Dreadnaught), Wong Chung (Mobfix Patrol), Danny Lee (The Killer), Michael Chan Wai-Man (Ninja Strike) oder Ti Lung (Shaolin Prince).

Heute kenne ich oben genannte Gesichter gut und so machte das Schauen von Die Eroberer noch mehr Spass als früher. Durch die aufwändige (Statisten, Bauten, Settings) und simple Story wird der Fan bestens unterhalten. Bekannte Heroic Bloodshed Themen (John Woo war ja in der Lehre bei Chang Cheh) wie Aufopferung, Heldentode und Patriotismus sind Bestandteile des Filmes, die typisch für Chang Cheh und seine Arbeiten sind.

Der Film bietet Unmengen von Action, Blut und einen enormen Bodycount. Obwohl jede Fassung zensiert ist, wird mit Blut nicht gespart. Die restaurierte Celestial-Fassung von Die Eroberer ist definitiv gut schaubar, Zensur hin oder her. Es wird fast immer mit Waffen gekämpft, nur wenig Hand gegen Hand kämpfe. Die Chorographie wurde vernachlässigt bzw. statt auf eine spektakuläre Choreographie wurde Wert gelegt auf Massen-Kampfszenen, viel Blut und einen hohen Bodycount.

Das Ableben unserer Helden wurde teilweise extrem stark in Szene gesetzt und gefilmt, so dass das Heldensterben sehr dramatisch, intensiv und lange hinausgezögert wird (wenn sie halbtot noch weiterkämpfen). Vor allem die Abgänge von Fan Mei-Sheng, Chen Kuan-Tai und Wong Chung waren absolut Spitzenklasse in Szene gesetzt. Ku Feng bekommt übrigens eine Kampfszene spendiert und ungewöhnlich ist (für einen Chang Cheh Film), das mit Yue Fung (Sword with the Windbell) sogar eine Frau mit an Bord ist (gehört auch zur Heldentruppe). Ob da Wu Ma die Finger im Spiel hatte?

Fazit: Must See Titel für jeden Shaw Brothers Fan!

Infos:

O: Dang Kou Zhi

HK 1973

R: Chang Cheh, Wu Ma

D: David Chiang, Fan Mei-Sheng, Chen Kuan-Tai, Wong Chung, Danny Lee, Ti Lung, Yue Fung, Ku Feng, Bolo Yeung, Michael Chan Wai-Man

Laufzeit der deutschen DVD: 101:17 Min.

Gesehen am: Nov. 2007 / Review überarbeitet am: 15.05.20

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MIB vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, wie alle weltweiten Fassungen nicht Uncut. Die Fassung ist trotz Zensur sehr blutig und gut schaubar. In 3-4 Szenen fallen mögliche Schnitte auf, es fehlt aber deutlich mehr. Eine Uncut Fassung gibt es nicht (Stand: Mai 2020).

Freitag, 5. Juni 2020

Kuan - Der unerbittliche Rächer Review



Kuan - Der unerbittliche Rächer

Story:

Guan Yu Lou (Ti Lung) wird von Feng Kai Shan (Ku Feng) und Co. (u.a. Yang Chi-Ching) bzw. in dessen Auftrag getötet. Grund: Feng Kai Shan und Guan Yu Lous Frau haben ein Verhältnis. Als Guan Yu Lous Bruder Guan Xiao Lou (David Chiang) davon erfährt, plant er den Tod seines Bruders zu rächen…

Meine Meinung:

Als ich Vengeance! sah, so der englische Titel des Filmes, war ich noch deutlich jünger und kannte mich in Sachen Shaw Brothers kaum aus. Dies muss während meiner obligatorischen Schulzeit (7.-10. Klasse) oder spätestens während der 1. Ausbildung gewesen sein, da MIB DVD. Ich wusste kaum mehr etwas über den Film. Das einzige, was mir blieb was die weisse Kleidung, die David Chiang im Finale trug (und dessen weiss sich mit der Zeit blutrot färbt) – ansonsten wusste ich nichts mehr.

Diese Neusichtung war aktuell also so was wie eine Erstsichtung und mir hat Kuan - Der unerbittliche Rächer ausserordentlich gut gefallen. Ein Meisterwerk und Klassiker von Chang Cheh auf einem seiner vielen Karrierehöhepunkten. Der Film bietet alles, was einen guten Chang Cheh ausmacht. Einmal mehr wird auch deutlich, von wem der spätere Regisseur John Woo sein Handwerk gelernt hat – nämlich von seinem Mentor Chang Cheh. Die Merkmalte späterer John Woo Filme finden sich zuhauf auch in Kuan - Der unerbittliche Rächer wieder.

Rachegeschichten gehen immer und diese Rache ist blutrot, voller Emotionen, Gefühlen, Power und Dramatik. Sogar ein weiblicher Charakter bekommt mehr Tiefe und eine dramatische Rolle zugespielt – eine Seltenheit in einem Chang Cheh Film. Ti Lung (Return of the Sentimental Swordsman, Perils of the Sentimental Swordsman) und David Chiang (Sword with the Windbell, From Here to Prosperity) brillieren in dem Film als Bruderpaar. Die Sterbeszene von Ti Lung ist der Wahnsinn und Extraklasse – intensiv, toll gefilmt und choreographiert (da kam schon Der Pirat von Shantung Qualität auf) und einfach grausam herrlich anzusehen.

David Chiang war eine Wucht. Extrem cool und lässig, wie er agiert. Wird vom Zuschauer als Art rächender Antiheld sofort ins Herz geschlossen. Auf der Seite der Bösewichte sehen wir bekannte Gesichter wie Ku Feng (The Dignified Killers, Vier Schlitzaugen rechnen ab) und Yang Chi-Ching (Finger of Doom, Queen Hustler). In Nebenrollen als Leibwächter und Gangster der Bosse sind zu sehen:

Wong Chung (kämpft gegen David Chiang in der Toilette und wird später erhängt), Yuen Woo-Ping (der zusammen mit Fung Hak-On als einer von drei Gangstern überlebt), Chen Kuan-Tai (Leibwächter nach der Lift-Szene, der von David Chiang erstochen wird), Jason Pai Piao (einer der Leibwächter im Finalkampf) und Wong Ching (Dito). In einer Nebenrolle als Sniper und Profikiller brilliert ein schweigsamer Chan Sing (I Want to Be a Good Person, Underground Wife, Bruce Lee the Invincible, Who Knows About Me), der sich im Finale auch noch einen kurzen Kampf mit David Chiang bieten darf.

Die Action-Szenen sind stark choreographiert. Es wird viel mit Rückblenden, Zeitlupen, Emotionen und roter Farbe gearbeitet. Die Kampfszenen, in denen zu 95% mit Messern gekämpft und getötet wird, sind unglaublich blutig geraten. Heroic Bloodshed Motive vom Godfather des Kung Fu – Chang Cheh! Ein absolut sehenswerter Film und Klassiker der Shaw Brothers! Absoluter Must See Titel!

Infos:

O: Bao Chou

HK 1970

R: Chang Cheh

D: David Chiang, Ti Lung, Ku Feng, Yang Chi-Ching, Wang Ping, Alice Au Yin-Ching, Chan Sing, Wong Chung, Yuen Woo-Ping, Chen Kuan-Tai, Wong Ching, Jason Pai Piao, Fung Hak-On

Laufzeit der deutschen DVD: 98:14 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 24.04.20

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MIB vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Von WVG in D auch auf Blu-Ray erschienen. Nachtrag Okt. 2024: Neusichtung als US-Blu-Ray von Shout Factory: Meisterwerk von Chang Cheh, in welchem Lead David Chiang definitiv als sein neuster Super-Star auserkoren wurde. Der Film war ein grosser Erfolg. An den Asian Film Awards gewann David Chiang für seine Rolle den Preis als bester Darsteller und Chang Cheh den Preis als bester Regisseur. Der Film ist ein Genuss. David Chiang spielt den Helden stark. Ti Lung ist in einer kleinen Nebenrolle zu sehen. Seine Rolle ist von grosser Wichtigkeit für den Verlauf des Plots. Auch er agiert stark. Als Bösewichte sind u.a. Yang Chi-Ching, Ku Feng sowie Chan Sing zu sehen. Viele spätere Stars sind in Mini-Rollen zu sehen (Cliff Lok, Wang Chung, Yuen Woo-Ping, Chen Kuan-Tai, Jason Pai Piao, Fung Hak-On). Optisch ist der Film wunderschön gefilmt und die Kampfszenen, es wird nur mit Messern gekämpft und getötet, schön blutig inszeniert. Auf Dramatik wird dabei auch nicht verzichtet. Die US-Blu-Ray wartet mit einem ca. 42minütigem Extra auf (Retribution Shaw-Style – Academic Luke White, Author Of Legacies Of The Drunken Master: Politics Of The Body In Hong Kong Kung Fu Comedy Films Provides An Insightful Look Back At The Politics And Plasma-Spillage Of Vengeance). Das war nicht uninteressant. Der Mann weiss wovon er spricht. Am Anfang spricht er über die Geschichte der Shaw Brothers Studios, David Chiang und Chang Cheh (allgemein), ehe er sich auf den Film bezieht. Das ist zwar noch immer nicht uninteressant, aber teilweise sind es halt auch nur Hypothesen und Vermutungen, die Luke White aufstellt. Dennoch gingen diese 42 Minuten schnell vorbei. Sehenswert! Daneben bietet die US-Blu-Ray einen Audiokommentar, zwei Trailer (Original und Celestial), O-Ton und englische Subs, die Uncut-Fassung und eine hervorragende Bild- und Tonqualität. Der Film befindet sich in der The Ti Lung / David Chiang Collection = mehrere Filme enthalten.