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Donnerstag, 14. Mai 2026

The Blade

The Blade

Story:

Ting On (Vincent Zhao Wenzhuo) rettet die Tochter (Valerie Chow Kar-Ling) seines Meisters (Austin Wai Tin-Chi) und verliert dabei einen Arm und stürzt in den vermeintlichen Tod. Doch Ting On überlebt und bringt sich selbst, auch mit nur einem Arm, eine Kampftechnik bei, die es ihm erlaubt, zu überleben. Denn er kennt nur ein Ziel: Rache am Killer (Xiong Xinxin) seines Vaters zu üben!

Meine Meinung:

The Blade von Tsui Hark (Shanghai Blues, Dragon Inn) stellt ein Remake des Shaw Brothers Klassikers The One-Armed Swordsman mit Jimmy Wang Yu dar. Dem Chang Cheh Klassiker. Der Film entstand 1995 und zu einer Zeit, als das goldene HK-Kino schon fast erloschen war. Die Unsicherheit aufgrund politischer und geschichtlicher Ereignisse (1997 die Rückkehr nach China) wirkte sich auch negativ auf das HK-Kino aus. Zudem liess sich Tsui Hark vom Arthouse-Regisseur Wong Kar-Wai beeinflussen.

Obwohl The Blade teilweise sehr gute Kritiken bekam, nehme ich den Film als überbewertet wahr. Zudem ist The Blade nicht das, was ich von einem richtigen HK-Film der 90er erwarte. Ich sah mir The Blade heute, wenn ich mich nicht irre, zum dritten Mal an. Im Januar 2006 sah ich den Film via UK-DVD und empfand den gemäss meinem uralten Review als gelungen. Als Warner Archive dazumal ihre DVD veröffentlichte, empfand ich The Blade nur noch als mittelmässig. Dies hat sich auch mit der neusten Sichtung nicht geändert.

Somit blieben Tsui Harks beste Filme nach wie vor Titel wie Once Upon a Time in China oder seine ersten drei Titel, die für die New Wave Bewegung immens wichtig waren: The Butterfly Murders, We're Going to Eat You sowie Dangerous Encounter - 1st Kind. Die drei Titel sind für meinen Geschmack nach wie vor die besten Titel, die Tsui Hark realisiert hat. Was mich seit der 2. Sichtung an The Blade am meisten gestört hat, störte mich auch bei der heutigen Sichtung. Trotz angepassten Erwartungen. Die Erzählweise des weiblichen Charakters und ihre Kommentare waren einfach nur nervend. Sie kommentiert das Geschehen und all ihre Szenen hätten entfernt gehört.

Ohne ihre nervenden Momente wäre der Film auch kurzweiliger gewesen. Die Dreiecksbeziehung fesselt nicht und man fiebert mit ihr auch nicht mit. Es ist zwar ganz nett, am Ende als alte Frau in der Rolle der Siu Ling einen Altstar wie Suet Nei (A Mysterious Weapon, Paragon of Sword and Knife 1 + 2) zu sehen, aber im Grossen und Ganzen waren praktisch alle Momente mit Siu Ling und ihren philosophischen Dialogen ermüdend, nervend und zogen den Film unnötig in die Länge. Das war das grosse Minus des Filmes, dessen Laufzeit mit 109 Minuten zu lang ausgefallen ist. Desweitern gibt es vor allem in den ersten 53 Minuten auch kaum sehenswerte Actionsequenzen zu sehen.

Trotz Beteiligung von Namen wie Stephen Tung Wai (Mars Villa), Mang Hoi (The Blonde Fury) oder Yuen Bun (legt auch einen Gastauftritt hin) ist die Choreographie der Kampfszenen so schnell, so verwackelt und so unübersichtlich gefilmt, dass davon oft sowieso so gut wie nichts erkannt werden kann. Drei solche Choreographen an Bord zu haben und dann solche Actionszenen zu realisieren, grenzt schon fast an Arbeitsverweigerung. Dass weitere bekannte Gesichter in Gastauftritten nicht aufgefallen sind, überrascht bei der wilden Kameraführung nicht. Da wären u.a. auch CAT. III Psycho William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness) und Ngai Sing (Flash Point) zu sehen gewesen.

Dennoch hat mich die wilde Kameraarbeit in den Kampfszenen diesmal nicht mehr sonderlich gestört. Da konnte ich die Erwartungen anpassen und damit meinen Frieden tätigen. Denn rein optisch ist der Film halt schon auch sehr gelungen und düster. Es gibt einige innovative Kamerafahrten die im Mix aus Geschrei, Chaos, Blut und Schlamm (zudem ohne einen Funken Humor inszeniert) bestens funktionieren und in der Tat einen interessanten Mehrwert darstellen. Vincent Zhao Wenzhuo (Once Upon a Time in China 4 & 5, Fong Sai Yuk) gibt alles und am meisten Freude hatte ich an Xiong Xinxin (Once Upon a Time in China and America) als Bösewicht. Der hat mich schon bei der ersten Sichtung absolut überzeugt und der Finalkampf allein empfand ich schon immer als sehenswert. Da kommen Samurai- und Italo-Western Vibes zum Tragen! Sehr cool!

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Für mich leider nur eine durchschnittliche Arbeit, die aufgrund des Finalkampfes und der Optik des Filmes knapp in der Sammlung bleibt…

Infos:

O: Dao

HK 1995

R: Tsuo Hark

D: Vincent Zhao Wenzhuo, Valerie Chow Kar-Ling, Xiong Xinxin, Austin Wai Tin-Chi, Moses Chan Ho, Suet Nei, William Ho Ka-Kui, Michael Tse Tin-Wah, Ngai Sing, Yuen Bun

Laufzeit der US-DVD: Ca. 106 Min.

Gesehen am: Jan. 2006 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Warner Archive vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. In Deutschland gibt es den Film nur in Deutsch auf DVD (Titel: The Blade - Das zerbrochene Schwert). Die deutsche Synchronisation soll «miserabel» sein. Wer eine Blu-Ray möchte, muss nach USA oder England schauen (The Criterion Collection).

Montag, 22. Dezember 2025

Once Upon a Time in China IV Review

Once Upon a Time in China IV

Story:

Wong Fei Hung (Vincent Zhao) und Co. (Max Mok, Xiong Xin-Xin, Jean Wang) geraten zwischen die Fronten der Red Lantern Society, welche es auf alle Ausländer und die Regierung abgesehen hat, und an die Deutschen, welche zusammen mit Verrätern (Chin Kar-Lok, Billy Chow) vor Ort die Macht an sich reissen wollen…

Meine Meinung:

Im dritten Teil soll es Differenzen gegeben haben. Das erklärt auch, warum Tsui Hark (der immerhin noch am Drehbuch beteiligt war), Jet Li (The Last Hero in China) sowie Rosamund Kwan (Twinkle Twinkle Lucky Stars) nicht mehr mit von der Partie waren. Aus dem Vorgänger kehren Xiong Xin-Xin (nur noch als Comic-Charakter) und Max Mok (dank Klamauk total nervend) zurück.

Die grösste Änderung widerfuhr den Volkshelden Wong Fei-Hung. Dieser wird nun durch Newcomer Vincent Zhao gespielt, der in Fong Sai Yuk als Bösewicht und Endgegner von Jet Li zu Gefallen wusste. Seine grösste Rolle solle er in Tsui Harks The Blade spielen. Er macht als Ersatz von Jet Li eine solide Arbeit, auch wenn er mir als Bösewicht (in Fong Sai Yuk) besser gefiel. Die Präsenz war eindrücklicher. Die Bösewicht-Rolle stand ihm besser.

Als Bösewichte sind im 4. Teil der Reihe die Deutschen zu sehen. Lustig ist die Tatsache, dass hier im Originalton wie in Stirb langsam, viel Deutsch gesprochen wird. Zwei Chinesen als Verräter helfen den Deutschen: Chin Kar-Lok (steht zu Recht im Schatten seines älteren Bruders Chin Siu-Ho) sowie Billy Chow (Queen’s High). Solide Darbietungen, aber nichts was in Erinnerung bleibt (ausser der Szene mit dem Pferd = Pferde haben in dem Film allgemein wenig zu lachen).

Leider hat mir der vierte Teil nur wenig gefallen. Der Humor war nervend, der Plot wenig originell (ein Mix aus den Inhalten der beiden Vorgänger) und es gab keine einzige Kampfszene, welche die Klasse der ersten zwei Teile (Jet Li, Donnie Yen) erreicht hat. So gesehen ein kleines Ärgernis und nach dem schwachen dritten Teil der bisher zweitschwächte Film der Reihe.

Fazit: Zusammen mit dem Vorgänger vergessenswert!

Gefolgt von: Once Upon a Time in China 5 - Dr. Wong gegen die Piraten

Infos:

O: Wong Fei-Hung IV: Wong Je Ji Fung

HK 1993

R: Yuen Bun

D: Vincent Zhao, Max Mok, Chin Kar-Lok, Billy Chow, Xiong Xin-Xin, Jean Wang

Laufzeit der US-Blu: Ca. 101 Min.

Gesehen am: Jan. 2007 / Neusichtung am: 02.12.25

Fassungen: Für die Neusichtung lag mir die US-Blu-Ray von Criterion vor = Once Upon a Time in China: The Complete Films = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton mit englischen Subs, diverse Extras. In Deutschland gibt es nach wie vor die DVD-Ausgabe von Splendid, welche ich auch im Januar 2007 erstmals sah = Uncut aber kein O-Ton und eine mässige deutsche Synchronisation machen das Sehvergnügen eher zu einem Ärgernis.

Freitag, 26. Mai 2023

Fong Sai Yuk


Fong Sai Yuk 

Story:

 

China zur Zeit der Ching Dynastie:

 

Die Red Flower Society versuchen die tyrannischen Herrscher vom Thron zu stossen. Doch der ansässige Governor (Vincent Zhao) geht hart gegen Feinde vor. Als Fong Sai Yuk (Jet Li) und seine Mutter (Josephine Siao) erfahren, dass ihr Ehemann/Vater (Paul Chu) die Red Flower Society unterstützt und im Besitz einer wichtigen Liste ist, geraten sie und ihr Umfeld (Sibelle Hu, Michelle Reis) in Gefahr…

 

Meine Meinung:

 

Fong Sai Yuk sah ich seit Ewigkeiten nicht mehr. Fong Sai Yuk war, wie auch Wong Fei-Hung, ein chinesischer Nationalheld. Es gibt etliche Filme die die Thematik darstellen. In den 90ern war es Jet Li, der beide Figuren verkörperte. Fong Sai Yuk in Fong Sai Yuk, Wong Fei-Hung in den Once Upon a Time in China Filmen. Regie und Action besorgten Corey Yuen (My Father Is a Hero) und Yuen Tak (Ambitious Kung Fu Girl).

 

Anfang der 90er war Jet Li der grosse Star des HK-Kinos. Er drehte mit Yuen Woo-Ping (Fist of Legend), Wong Jing (High Risk), Tsui Hark (The Master) oder eben Corey Yuen (The Bodyguard from Beijing). Praktisch niemand war eleganter, wenn es um Drahtseil-Action und Choreographien ging. Leider ist Fong Sai Yuk nur ein durchschnittlicher Film geworden.

 

Das liegt am Genre-Mix. Der Hauptplot findet quasi nur am Anfang und Ende statt. Dazwischen gibt es viel Klamauk, eine Liebesgeschichte, Rollen- und Geschlechtertausch etc. Ja, das kann amüsant und unterhaltsam sein. Und das Mainstream-Publikum giert danach. Erfolgsversprechend. Der Mix bremst aber die tolle Action aus. Ich empfand den Mittelteil als lahm. Einige Szenen waren gut, andere waren ermüdend und wirklich doof und unlustig (singender Jet Li = kein Wunder für die Szene fürs Internationale Publikum entfernt).

 

Jet Li (Kiss of the Dragon), der den Film auch produzierte, macht in den Kampfszenen eine starke Figur. Der Film beginnt auch spektakulär und brutal, wenn Neuentdeckung Vincent Zhao als Killer-Governor vom Dienst einige Rebellen kreativ ins Jenseits befördert. Gemäss Filmdatenbanken war Fong Sai Yuk das Debüt von Vincent Zhao, der danach auf einer kleineren Erfolgswelle schwimmen sollte. Ihn sah man in Produktionen wie Once Upon a Time in China 4 / 5, Green Snake, The Blade, The Blacksheep Affair oder Fist Power. Seinen Auftritt in Fong Sai Yuk empfand ich als spektakulär.

 

Umso bedauerlicher ist es, dass er nach sehenswertem Start in den Film erst Mal bis zur 53. Minute von der Bildfläche verschwindet und Nebenplots, Klamauk und Liebesgeschichte dominieren. Sehr schade. Trotz Namen wie Josephine Siao (Jumping Ash), Michelle Reis (A Kid from Tibet), Sibelle Hu (fast nicht wiedererkannt!) oder Paul Chu (The Big Heat). Und was mir am Ende sehr missfiel, war der aus dem Hut gezauberte Retter in Form von Adam Cheng (Das Schwert). Unnötig!

 

Nebst Jet Lis toller Drahtseil-Aktionen war für mich das beste im Film allgemein die rasante Action, die schöne Musik (glaube die internationale Fassung auch veränderte Musik = ein No Go), der eine Pferdesturz im Finale (Kopfüber voll auf den Boden gekracht) und eben Vincent Zhao als Bösewicht, der kaum zu besiegen ist. Seine Kampfszenen gegen Jet Li und/oder Josephine Siao waren eine Wohltat und retten den Film davor, aus der Sammlung zu fliegen. Die Nebenplots haben dem Film mehr geschadet, als geholfen. Schade! Da hätte ansonsten ein echter Kracher bei rauskommen können!

 

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten! Jet Li Fans können einen Blick riskieren!

 

Gefolgt von: Fong Sai Yuk II

 

Infos:

 

O: Fong Sai-Yuk

 

HK 1993

 

R: Corey Yuen

 

D: Jet Li, Vincent Zhao, Josephine Siao, Sibelle Hu, Michelle Reis, Paul Chu, Adam Cheng

 

Laufzeit der HK-DVD: 105:22 Min.

 

Neusichtung am: 21.04.23 / Neusichtung: Nov. 2024

 

Fassungen: Mir lag die 2. Auflage der HK-DVD (Code Free) von Universe vor = solide bis verbesserungswürdige (Nacht-Szenen) Bild- und Tonqualität, dafür aber auch Uncut, im O-Ton mit englischen Subs und der Original-Musik. Die franz. DVD hat eine weitaus bessere Bildqualität, aber keine englischen Subs. HD-Master (Deutsche Blu, US-Blu) haben die gleichen Probleme (zensiert, z.T. veränderte Musik etc.). Die TW-LD ist eine Alternativfassung (Mandarin Dubbed, Englische Subs). Nachtrag Nov. 2024: Kurz nachdem ich die Filme dieses Jahr aufgefrischt habe, wurde in England das Set von 88 Films angekündigt. Musste ich mir, auch wenn ich die Filme nicht super toll finde, holen. Die alten HK-DVDs waren qualitativ sehr mässig. So freute ich mich, den 1. Teil, den besseren der beiden, in einer würdigen Qualität zu geniessen. Und da wurde nichts falsches versprochen: hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Schuber, Booklet, Digi-Packs mit den Originalplakat-Motiven und exklusive Extras runden die Disc ab. Als Extras kommen hier Corey Yuen (ca. 23 Minuten) und Drehbuchautor Jeff Lau (ca. 13 Min.) zu Wort. Beide steuern informative Dinge zum Dreh bei, der sich, da in China gedreht, nicht immer als ganz einfach erwies. Nebst der tollen Choreographie mochte ich alle Szenen mit Jet Li, die Musik und den damaligen Newcomer aus China als Filmbösewicht: Vincent Zhao! Von ihm und/oder auch Kampfszenen hätte es gerne mehr geben dürfen. Es gibt für meinen Geschmack zu viel platten Humor, Nebenfiguren und unnötige Nebenplots. Zudem ist die UK-Blu-Ray ca. 1 Sek. zensiert (Pferdsturz). Der Zensurschnitt fällt nicht auf.

Donnerstag, 31. Januar 2019

Once Upon a Time in China 5 - Dr. Wong gegen die Piraten Review


Once Upon a Time in China 5 - Dr. Wong gegen die Piraten

Story:

Wong Fei Hung (Vincent Zhao Wen-Zhuo) und seine Schüler (Kent Cheng, Max Mok, Xiong Xin-Xin, Roger Kwok Chun-On) besuchen in einem Küstenort Tante May (Rosamund Kwan Chi-Lam) und stossen auf Piraten (Sam Ho Choi-Chow, Dion Lam Dik-On, Lui Siu-Ming, Elaine Lui Siu-Ling), welche die Gegend unsicher machen. Sie nehmen den Kampf gegen die Piraten auf…

Meine Meinung:

Den fünften Teil der Once Upon a Time in China Reihe, den ich seit ca. zehn Jahren nicht mehr gesehen haben, hat auch der neusten Sichtung Stand gehalten d.h. der Film bleibt in der Sammlung erhalten. Teil fünf, der mir, zumindest wenn es um mein altes Review geht, besser als die Teile drei und sechs gefallen hat, ist eine unterhaltsame Angelegenheit. Nicht der perfekte Film, dazu gibt es auch Negatives zu berichten, aber durch und durch solide, okay, gut schaubar und kurzweilig.

Der von Tsui Hark und Ng See-Yuen (*) produzierte Film (Regie übernahm Tsui Hark auch) wartet erneut mit Jet Li Ersatz Vincent Zhao Wen-Zhuo auf, welcher bereits in Teil vier den Volkshelden Wong Fei Hung verkörpern durfte. Dieser macht einen guten Job, vor allem in den Actionszenen. Was Charisma angeht, kommt er nicht an Jet Li ran.

* Gründer von Seasonal Films Corporation (resultierende Filme: Snake in the Eagle's Shadow, Secret Rivals, Drunken Master, Ninja in the Dragon's Den)

Der aufwändige Kostümfilm wartet mit prächtigen Sets und genügend Kleingeld auf, damit er nicht nur in den Actionszenen aufwändig erscheint. Der Film wirkt nicht billig und die Actionszenen, die zwar mit viel Wirework durchsetzt sind, können sich sehen lassen. Und Wirework kam auch in allen anderen Teilen vor – damit muss man als HK-Filmfan einfach Leben, wenn man die Anfang 90er Jahre Streifen mag.

Nebst Kampfszenen gibt es auch Shoot-Outs zu sehen, die z.T. blutig geworden sind. Allgemein ist der Film, wie oft im HK-Kino, sehr wechselhaft, was seinen Grundton angeht. Es gibt doofen Humor, Situationskomik, Klamauk aber auf der anderen Seite auch blutige Action, abgetrennte Körperteile und eben blutige Shoot-Outs. Willkommen im HK Kino bzw. Genre Mix der damaligen Zeit.

Der HK Humor ist natürlich wie immer Geschmackssache, mir gefiel er in diesem Fall nur wenig. Wenn ich den HK Humor mag, dann wenn übertrieben, in Komödien (Michael Hui, Stephen Chow), in CAT. III Streifen (z.B. The Untold Story) oder wenn es eklig und derb zur Sache geht. Hier zwar mir der Humor zu doof und vor allem zu zahm.

Die Story bietet keine Überraschungen. Im Grossen und Ganzen gibt es genug Action zu sehen, um den Fan bei Laune zu halten. Die Füllszenen fallen hier und da qualitativ ab, da uninteressante Nebenplots (die zwei Frauen und Wong Fei Hung) die es eigentlich nicht gebraucht hätte. Hätte man zugunsten einer rasanteren Actionhandlung straffen können.

Nebst Vincent Zhao Wen-Zhuo wartet der Film mit jede Menger Stars in Nebenrollen auf: Rosamund Kwan (Vengeance Is Mine), Max Mok (Usurpers of Emperor's Power), Kent Cheng (Chasing the Dragon), Xiong Xin-Xin (Wonder Seven) und eine fast nicht zu erkennende Elaine Lui (Stone Age Warriors) als Piratin. Regisseur Tsui Hark ist natürlich auch ein Begriff und eine frühere HK-Legende (Dragon Inn, Black Mask) und die Action besorgte Yuen Bun (Action Director von The Blade, Swordsman 2, The Fortune Code, Just Heroes, Shaolin Prince…).

Das bekannte «Wong Fei Hung» Theme wird nur selten gespielt – einmal im Finale (oder wars der lange Kampf vor dem Fimale?) und im Abspann. Trotzdem: hört sich richtig klasse an!

Fazit: Wer die Once Upon a Time in China Filme mag, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen! 

Nebeninfo: Max Mok, Yuen Bun und Ng See-Yuen = Ehemalige Shaw Brothers Mitarbeiter

Gefolgt von: Once Upon a Time in China & America

Infos:

O: Wong Fei-Hung V: Lung Shing Chim Pa

HK 1994

R: Tsui Hark

D: Vincent Zhao Wen-Zhuo, Kent Cheng, Max Mok, Xiong Xin-Xin, Roger Kwok Chun-On, Rosamund Kwan Chi-Lam, Sam Ho Choi-Chow, Dion Lam Dik-On, Lui Siu-Ming, Elaine Lui Siu-Ling

Laufzeit der dt. DVD: 97:15 Min.

Gesehen am: Dez. 2009 / Review überarbeitet: 02.12.18 / Sichtung der US-Blu: 16.12.15

Fassungen: Mir lag nebst HK VCD (nie gesehen bisher) die neue dt. DVD von Schröder Media (Asia Line Vol. 11) vor = gute Bild- und Tonqualität, Uncut, Deutsch/Kantonesisch mit englischen Subs. Die VCD von Universe behalte ich aus Nostalgiegründen. Die Bildqualität und das Erkennen der englischen Subs soll beides nicht wirklich gut sein. Nachtrag Dez. 2025: Inzwischen wurden die deutsche DVD und die VCD entsorgt/verkauft. Warum? Der Film liegt mir in der Once Upon a Time in China Collection von Criterion vor. Der Film ist Uncut, im O-Ton und hat englische Subs. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Das 10minütige Interview mit Nansun Shi (sie leitet zusammen mit Tsui Hark die Firma Film Workshop) fand ich spannend. Schade, dass es nur zehn Minuten dauerte. Der Film hat die Neusichtung auch bestanden. Nach den Flops (Teile 3 und 4) wieder sehenswert und bisher der 3. beste Teil der Reihe.