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Donnerstag, 9. August 2018

Black Mask Review



Black Mask

Story:

In Hong Kong wird ein Gangsterboss nach dem anderen getötet. Die Polizei (Lau Ching-Wan) ermittelt und versucht, den letzten lebenden Gangsterboss (Anthony Wong) zu schützen. Doch diverse Killer (u.a. Françoise Yip) der Spezialeinheit 701 (Soldaten, die durch Serum keinen Schmerz fühlen) unter Führung von Commander Hung Guk (Patrick Lung) sind hinter dem Gangsterboss und der Polizei her. Ex-701 Mitglied Chui Chik (Jet Li) kämpft gegen seine Vergangenheit an und hilft seinem Polizistenfreund Rock (Lau Ching-Wan) mehrfach aus der Patsche – jedoch wird seine Kollegin (Karen Mok) unfreiwillig zur Zielscheibe der Killer um Chui Chik aus der Reserve zu locken…

Meine Meinung:

Black Mask, eine Verfilmung eines HK-Comics von 1992, kenne ich schon seit Jugendjahren (zuerst als Starlight VHS als D, danach als US-DVD von Artisan). Black Mask war eine meiner ersten Jet Li Erfahrungen, der 1982 durch den chinesischen Film The Shaolin Temple und seine zwei Nachfolger (Kids from Shaolin 1984 und den Shaw Brothers Film Martial Arts of Shaolin 1986) zum HK-Star aufstieg.

Seine besten Zeiten hatte Jet Li in seiner HK-Filmkarriere vorzuweisen. Vor allem die Arbeiten mit Tsui Hark (Once Upon a Time in China 1-3, The Master), Corey Yuen (Fong Sai Yuk I-II, The Bodyguard from Beijing, My Father Is a Hero), Yuen Woo Ping (The Tai-Chi Master, Fist of Legend) oder auch Spassvogel Wong Jing (Last Hero in China, Kung Fu Cult Master, The New Legend of Shaolin, High Risk) sind zu erwähnen wobei auch andere Filme von ihm durchaus zu empfehlen sind (soweit ich das noch in Erinnerung habe – bei vielen Filmen ist die letzte Sichtung Jahre her).

Da wären z.B. noch einzelne Filme wie Born to Defence (seine erste und einzige Regiearbeit), Dragon Fight (Jet Li vs Dick Wei und Stephen Chow in einer seiner ersten Kinorollen als Nebenrolle), Swordsman 2 (wie die Teil eins und drei zu empfehlen, schwindelerregende Wuxia Action) oder The Scripture with No Words (von A Chinese Ghost Story Regisseur Tony Ching Siu-Tung).

Danach folgte der Abgang nach Hollywood (Debüt = Lethal Weapon 4 = sehenswerter als das was danach kam in Sachen Hollywood) und Frankreich – vor allem die von Luc Besson produzierten Filme haben gefallen (Kiss of the Dragon und Danny the Dog). Danach folgten Filme, wo Jet Li zwischen den USA (z.B. die The Expendables Reihe), neuen Highlights aus Hong Kong (Fearless) und dem immer mehr wachsenden Markt aus China (The Sorcerer and the White Snake*, Flying Swords of Dragon Gate 3D** oder Badges of Fury) hin- und her wechselte, wobei der heute nur noch für den kommerziellen, cgi-lastigen 08/15 Schund aus China vor der Kamera zu stehen scheint (z.B. League of Gods 2016).

*Die Legende um die weisse Schlange wurden schon oft verfilmt, u.a. durch die Shaw Brothers oder von Tsui Hark (Green Snake 1993) wobei vor allem Harks Film ein ziemliches Meisterwerk geworden ist.

** Remake von Dragon Inn (HK 1992).

Weiter mit Black Mask:

Heute mag ich vor allem das HK Kino bis ca. 1995. Alles was danach kam, vor allem Filme ab den 2000ern, entsprechen weniger meinem Geschmack. 1997 (HK ging an China zurück) bedeute eine Krise in der HKer Filmlandschaft – umso schöner ist es, dass Jet Li 1996 mit Black Mask ein wahrlicher Kracher gelang – der mir auch heute, nach so vielen Jahren, noch immer sehr gut gefällt.

Die Verfilmung und Rolle des maskierten Superhelden sind genau auf Jet Li zugeschnitten. Seine Fans werden bestens bedient. Jet Li macht in den Kampfszenen, die von Yuen Woo Ping choreographiert wurden, eine wunderbare Figur. Viel Zeitlupe, immer übersichtlich obwohl auch rasant und fantasievoll in Szene gesetzt. Wirework ja – aber nicht störend. Jet Li hat schon mit anderen grossen Regisseuren viele Wirework-Szenen zu drehen gehabt (Corey Yuen, Tsui Hark…) und was solche Actionszenen mit Drahtseil-Hilfsmitteln angehen, ist jet Li Meister seines Fachs. Seine Bewegungen wirken trotzdem sehr ästhetisch – sein Background (Wushu Champion) half ihm dabei und dies nutzt er auch heute noch als grosse Ressource für Actionszenen.

Und der Schnitt und die Kameraeinstellungen tun ihr Übriges dazu – die Handschrift von Yuen Woo Ping oder Tsui Hark (Produzent und auch fürs Skript tätig, scheint aber auch in die Regie eingegriffen zu haben) sind unverkennbar. Die Actionszenen bestehen aus Martial Arts, Explosionen, waghalsigen Stunts- und vielen blutigen Shoot-Outs (oder sonstigen blutigen Szenen). Der Film hat einiges an Gewalt zu verzeichnen (nur die Taiwan Fassung ist in dieser Hinsicht komplett Uncut), welche durch typischen, amüsanten Hong Kong Humor immer wieder aufgelockert wird – darunter fällt u.a. auch die comicartige Rolle – welche, wenig überraschend, von Anthony Wong dargestellt wird – der schon so oft Psychopathen gespielt hat (Ebola Syndrome, Love to Kill, The Untold Story…).

Nebst Jet Li und Anthony Wong überzeugen auch Karen Mok (in vielen Stephen Chow Komödien zu sehen und bekannte Cantopop Sängerin), Patrick Lung als charismatischer Bösewicht (dauert das lange im Finale, bis seine Brille kaputt geht), Xiong Xin-Xin (darf keine Action erwarten) und Johnnie To Liebling Lau Ching-Wan (nebst Jet Li und Karen Mok dritte grosse Hauptrolle). Und diverse Gewilos tummeln sich als 701 Squad Mitglieder (Mike Ian Lambert dürfte wohl der bekannteste sein, wirkte u.a. in Cheap Killers, Who Am I?, The Blacksheep Affair oder Enter the Eagles mit).

Der Mix aus brachialer Gewalt, comicartig-übertriebe Action, den hohen Produktionsstandards (für HK Filmverhältnisse) und den Beteiligten hinter- und vor den Kamera verdankt es Black Mask, dass daraus ein toller, spektakulärer, unterhaltsamer und vor allem actionreicher Film geworden ist, den man als Hong Kong Actionfilm- und Jet Li Fan unbedingt gesehen haben sollte!

Infos:

O: Hak Hap

HK 1996

R: Daniel Lee

D: Jet Li, Lau Ching-Wan, Karen Mok, Patrick Lung, Anthony Wong, Françoise Yip, Xiong Xin-Xin

Laufzeit der dt. Blu Ray (Extended Fassung): 101:28 Min.

1. Sichtung: Jugendzeit / Review überarbeitet: 19.05.18

Fassungen: Ich kann die dt. Blu Ray von TVP empfehlen = Mediabook mit Booklet (keine neuen Infos werden dem Fan in diesem präsentiert) und vier Discs und vier Filmfassungen. Der unangetastete Taiwan Cut ist NICHT unter diesen vier Fassungen. Es handelt sich um die a) internationale Fassung, b) die HK Fassung, c) den TVP Cut und d) eine Extended Fassung. Ich habe das Set nur wegen der Extended gekauft. Alle Szenen aus dem Taiwan Cut sind dort enthalten plus Szenen (Handlung), welche in der Taiwan Fassung fehlen = diese Fassung ist länger als die Taiwan Fassung. Vorteile der Extended Fassung gegenüber der Taiwan DVD:

- Bessere Bildqualität
- Bessere Tonqualität
- O-Ton Kantonesisch (ganz wenige Szenen sind Mandarin Dubbed und eine Szene in Deutsch)
- Längere Filmfassung mit allen Szenen

Es gibt zum O-Ton dt. und englische Subs. Bei den dt. Subs wurde jedoch nicht alles übersetzt – würde die englischen Subs empfehlen. In der letzten Szene vor dem Abspann sind die Subs fehlerhaft (werden mehrere Sekunden vor der Szene eingeblendet).

Weiter: das Set kommt mit einem Schuber daher und es gibt diverse Extras (Trailer, US-Vorspänne, Audiokommentar, ein englisch und chinesisch untertiteltes Making of welches zu 80% nur Action-Szenen aus dem Film zeigt etc.). Forced subs der Taiwan Szenen wurden digital verfremdet, was in mind. einer Szene störend auffällt. Ist aber nur ein kleines Detail. Die Fassung ist auf 1111 Stück limitiert und die DVD aus Taiwan vom Label Ritek werde ich trotzdem behalten (Nostalgie). Nachtrag: Ca. sechs Sekunden aus der Taiwan Fassung hat man vergessen in die Extended Fassung zu integrieren, wobei es zum Glück keine Action/Gewalt betrifft .

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