Dieses Blog durchsuchen

Dienstag, 16. Oktober 2018

Stagefright Review

Horroktober 2018 Spezial



Stagefright

Story:

In einem Theater (während den Proben) bringt ein Killer die Beteiligten (u.a. Giovanni Lombardo Radice) um – der einzige Ausgang aus dem Gebäude ist verschlossen…

Meine Meinung:

Stagefright stellte Michele Soavis Regiedebüt dar. Er machte sich damit und seinen Nachfolgern (vor allem Dellamorte Dellamore) in Horrorfilmkreisen einen Namen und stieg zur Hoffnung des neuen Ital. Genre-Kinos auf. Doch es bleib (leider) bei einer kleinen Anzahl an Filmen (u.a. The Sect, The Church, Dellamorte Dellamore und Uno Bianca) was dem damaligen Zusammenbrechen der Ital. Filmindustrie und nicht der Qualität von Soavis Können oder seiner Filme lag.

Trotz deutlich weniger Filmen als die Konkurrenz (Lucio Fulci, Dario Argento und Co.) ist Michele Soavi bei Horrorfilmfans weltweit beliebt und nicht minder bekannt. Das liegt vor allem daran, dass Michele Soavi in Dario Argento einen starken Mentor hatte, der ihm viel beigebracht hat. So Erinnern Kameraführungen- und Einstellungen nicht selten an die Filme von Dario Argento. Auch die Wahl der Musik ist gekonnt ausserwählt worden, so dass sich Stagefright, als Vergleich vor allem vom US-Slasher, gekonnt abhebt was Musik und Kamera/Optik angehen.

Die Optik ist eines der dicken Plus des Filmes, der mir auch heute noch so gut gefällt, wie vor langer Zeit bei der Erstsichtung. Inhaltlich ist das ganze hingegen so schwach, wie bei 90% aller Slashern: auf Plot-Überraschungen darf nicht gehofft werden. Im Gegenteil: so wird hier auch keine Überraschung aus der Identität es Killers gemacht. Spannung wird versucht zu erzeugen, indem man nicht weiss, wer überleben und wer (wie) sterben wird. Für das Drehbuch war George Eastman (Man-Eater) zuständig, produziert wurde u.a. von Joe D’Amato (Buio Omega).

Die Darsteller, die Mehrheit sind mir unbekannt, machen ihre Sache gut bis solide. Die Hauptfigur macht nicht nur optisch, sondern auch darstellerisch alles richtig. Bekannt ist mir nur Giovanni Lombardo Radice, der hier einmal mehr unter seinem Pseudonym John Morghen aufgeführt wird. Er hat in unzähligen Ital. Genre-, vor allem Horrorfilmen, mitgewirkt. Kleine Auswahl gefälligst?!

Bitteschön: City of the Living Dead (wird durch den Bohrer – eine der bekanntesten Gore-Szenen des Filmes, getötet, Nebenrolle), The House on the Edge of the Park (nebst Soziopath David Hess – in D bekannt unter dem reisserischen Titel Der Schlitzer), Cannibal Apocalypse (nebst John Saxon vor der Kamera), Cannibal ferox (einer der besten Filmen von Umberto Lenzi), The Church (Nebenrolle), The Sect (Nebenrolle), Body Puzzle (Giallo, der mir weniger zusagte – hat nicht für die Sammlung gereicht) oder A Day of Violence (vom Sudden Fury Regisseur).

Die Effekte sind blutig, die Tötungsszenen originell. Da wird auch der Splatterfan alter Schulte bestens bedient. So gesehen ein starkes Debüt von Michele Soavi, dessen Stagefight ich jedem Fan des Ital. Horrorkinos nur empfehlen kann (wie auch seine anderen, mehrfach erwähnten Filme).

Infos:

O: Deliria

Italien 1987

R: Michele Soavi

D: David Brandon, Barbara Cupisti, Robert Gligorov, Martin Philips, Ulrike Schwerk, Giovanni Lombardo Radice

Laufzeit der US-DVD: 90:40 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 16.10.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Anchor Bay vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Englischer Ton (soll O-Ton sein). Als Sammelstück liegt mir noch die DVD aus Hong Kong (oder Taiwan?) vor (Mal im Urlaub gekauft). Ist auch Uncut und in Englisch – aber in schlechterer Qualität als die US-DVD. Inzwischen gibt es schicke Blu-Ray Fassungen, die qualitativ erste Sahne sein sollen (z.B. UK Blu-Ray). Gibt es auch in den USA (Blue Underground) und in Deutschland (84 Entertainment – in Deutsch/Englisch/Ital. mit dt. Subs) auf Blu-Ray.

Montag, 15. Oktober 2018

The Driller Killer Review


Horroktober 2018 Spezial


The Driller Killer

Story:

Künstler Reno Miller (Abel Ferrara) hat Pech im Leben (Hobbie, Beruf, Geldsorgen, Liebesprobleme) – er wird wahnsinnig, greift zum Bohrer und zieht nachts um die Häuser, um fremde Menschen zu töten…

Meine Meinung (betrifft Pre-Release Version):

The Driller Killer war Abel Ferraras erster Film in Spielfilmlänge. Er führte nicht nur Regie, sondern spielt auch die Hauptrolle, war als Songwriter für den Soundtrack (z.T.) sowie als Editor für den Film zuständig. Abel Ferrara, der in der Bronx aufwuchs und die Gegend wie seine Handtasche kennt und filmisch als Setting stimmungsvoll und intelligent einzusetzen vermochte, ist mit The Driller Killer ein kleiner, dreckiger und verstörender inklusive surrealistischer Sequenzen daherkommender Low-Budget Horrorfilm gelungen, der perfekt zeigt, wie ein Individuum durch das Leben und die Gesellschaft zerbrechen kann.

Dabei spielt Abel Ferrara, dessen Film u.a. lange in England verboten war, selbst die Hauptrolle. Und er macht das ausgezeichnet. Ich fand den Film intensiver und eindrücklicher, als ich den nach meiner Erstsichtung in Erinnerung hatte. Ob es mit der neuen Version zu tun hat? Um ein neues Review für den Horroktober schreiben zu können, lag mir nun die Pre-Release Version vor. Diese kann ich nur empfehlen, da es in einzelnen Szenen mehr Eindrücke zur Psyche von Reno gibt.

Auch die anderen Darsteller machen ihre Sache sehr gut. Die Soundkulisse ist speziell erwähnenswert. Der Film ist oft ein hysterischer, lauter Mix aus Geschrei, Szenen der probenden / agierenden Band und anderen lauten Geräuschen – dazu spezielle Kamerafahrten und Visionen, und perfekt wird das zerbrechende Seelenleben von Reno dargestellt. Dem Werbespruch und Aufforderung, den Film in lauter Lautstärke zu sichten, sollte folge geleistet werden («THIS FILM SHOULD BE PLAYED LOUD»).

Die Story kann gar als sozialkritisch betrachtet werden. Das fiese Ende war genau nach meinem Geschmack wie auch die Mordwaffe (kann man sich was scherzhafteres und schlimmeres als einen Bohrer vorstellen?!). Die Effekte waren besser als erwartet (in ein-zwei Szenen kommen auch tote Tiere als Schockeffekt zum Einsatz – sparsam und effektiv) und recht blutig – der wohl derbste Mord in bereits dem Cover einiger VHS, DVD und Blu-Ray Fassungen zu entnehmen.

Abel Ferrara hatte mit seinem Erstlingswerk Erfolg – es folgte eine steile Karriere Richtung Hollywood und es folgten Filme wie Die Frau mit der 45er Magnum (Frau rächt sich an der Männerwelt), Bad Lieutenant (mit Harvey Keitel), Body Snatchers (90er Jahre Remake zu «Die Körperfresser kommen»), 4:44 Last Day on Earth (an einem vergangenen NIFFF gesehen – Weltuntergang à la Abel Ferrara) oder The Funeral (gefiel mir hingegen gar nicht).

Fazit: The Driller Killer ist in meinen Augen sein bisher bester Film – auch wenn ich viele Filme von Abel Ferrara gar nicht kenne. Aber die dreckige, verstörende Stimmung sowie authentische Inszenierung und die pessimistische und nihilistische Grundstimmung des Low-Budget Filmes überzeugten mich vollständig, so dass ich den Film nur empfehlen kann!

Infos:

O: The Driller Killer

USA 1979

R: Abel Ferrara

D: Abel Ferrara, Carolyn Marz, Baybi Day, Harry Schultz

Laufzeit der UK Blu Ray: 100:58 Min. (Pre-Release Fassung)

Gesehen am: Juli 2001 (NIFFF Retro Reihe) / Review überarbeitet: 15.10.18

Fassungen: Mir lag die UK-Blu Ray von Arrow Video vor = Film als DVD und Blu-Ray in zwei Fassungen (Kino-Cut und «never-before-seen pre-release version»), Wendecover, Booklet zum Film, viele exklusive Extras, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. In Deutschland (als normaler Kino Cut) auf DVD erhältlich (Uncut, Deutsch/Englisch dt. Subs).

Sonntag, 14. Oktober 2018

Faceless Review


 Horroktober 2018 Spezial - Webmaster mit Jess Franco am NIFFF 2008, daraus resultiert auch das Autogramm auf der Faceless DVD:-)




Faceless

Story:

Ein Vater und Arzt (Helmut Berger), dessen Tochter bzw. dessen Gesicht durch Säure entstellt wurde, verschleppt zusammen mit seiner Helferin (Brigitte Lahaie) junge Frauen, um deren Gesichtshaut als Transplantationen für seine entstellte Tochter zu brauchen. Als die Tochter (Caroline Munro) eines reichen Geschäftsmannes entführt wird, schickt dieser einen Privatdetektiv (Christopher Mitchum) los, der die entführte Tochter retten soll…

Meine Meinung:

Jess Francos Remake zu Augen ohne Gesicht (Frankreich / Italien 1960) ist gleichzeitig eine Art Remake seiner eignen Dr. Orloff Filme (z.B. Der Schreckliche Dr. Orloff von 1962) und gleichzeitig eine seiner besten und blutigsten Filme geworden. Weitere Dr. Orloff Filme von Jess Franco: Dr. Orloff’s Monster, The Sinister Eyes of Doctor Orloff.

Ich war auf die erneute Sichtung von Faceless, den ich sicherlich gut 15 Jahre nicht mehr gesehen habe, sehr gespannt. Ich hatte den Film immer als sehr gut in Erinnerung, wobei ich früher Jess Francos Filme viel weniger mochte, als das heute der Fall ist. Wie sollte der Film also heute auf mich wirken? Noch immer sehr gut? Oder zu sehr dem Mainstream verschrieben im Gegensatz zu seinen anderen Streifen wie Two Female Spies With Flowered Panties oder Night Has A Thousand Desires?

Der Film hat mir auch heute noch sehr gut gefallen. Der Film ist im Vergleich zu anderen Streifen mehr dem Mainstream zuzuschreiben und geht fast als Slasher-Film mit erotischen Szenen und Mad Scientist Motiven durch – dazu europäischer Traum-Cast und mehr Effekte als erwartet. In Sachen Effekten war ich überrascht: der Film bietet eine grosse Anzahl an hervorragenden, handgemachten Bluteffekten und in Sachen Blutgehalt und Bodycount ist es sicherlich einer der härtesten, blutigsten und effektivsten Filme von Jess Franco.

Technisch ist der Film aufwändiger als andere Franco Filme und es warten bekannte Namen auf die Fans, wobei zumindest Howard Vernon und Caroline Munro nur Nebenrollen bekommen haben. Howard Vernon war sehr oft im Jess Franco Universum anzutreffen, z.B. in The Bloody Judge, Sie tötete in Ekstase, Jungfrauen-Report oder Die Nonnen von Clichy. Caroline Munro machte sich vor allem im Horrorgenre durch ihre Rolle in Maniac einen Namen.

Was die Hauptfiguren- und Rollen gehen sind es Helmut Berger (Der Tollwütige, Sallo Kitty) und die französische Pornodarstellerin Brigitte Lahaie (The Grapes of Death, The Night of the Hunted, Sabine S. - Durch Liebe weg vom Stoff oder Fascination) die sich in der Geschichte voller entführter junger Frauen, Sex, Operationen und Gewalt, bündeln. Dazu ein garantiert Happy End freies Ende, was will man mehr?

Fazit: Jedem Jess Franco Fan nur zu empfehlen! Eine seiner besten Arbeiten!

Infos:

O: Faceless

Spanien, Frankreich 1988

R: Jess Franco

D: Helmut Berger, Brigitte Lahaie, Telly Savalas, Christopher Mitchum, Stéphane Audran, Howard Vernon

Laufzeit der US-DVD: 98:47 Min.

Gesehen am: Okt. 2006 / Review überarbeitet am: 14.10.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = Gute Bild- und Tonqualität, Uncut, englischer Ton, Booklet. Die DVD liegt mir originalsigniert vor, da ich Jess Franco 2008 am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) getroffen habe! Es gibt keine dt. Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Okt. 2018).