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Freitag, 6. April 2018

Update

Neue Reviews und neuer Neukauf

 

- Neuer Neuklauf


Der Vernichter (komplett überarbeitet)

Lost Town - Das Duell der Schwertkämpfer (Archiv Review leicht angepasst)

- Vicious  

Neukauf




Twin Peaks Season 3
Dt. DVD. Zur Vorbereitung schaue ich Season 1, Season 2 und den Film Fire Walk with Me (plus viele erweitere und geschnittene Szenen). Dauert also noch eine Weile - für das massive Arbeiten bis Mitte Mai sind Serien aber im Moment das rechte Mittel. 

Thousand Year Old Wolf
Unbekannter Werwolf-Horror von 1983 aus Südkorea! Clip welchen ich sah, erinnerte mich phasenweise an den taiwanesischen Film Wolf Devil Woman. VHS vom Dealer aus Südkorea erhalten -  in Koreanisch ohne Subs.

Der Vernichter Review



Der Vernichter 

Story:

Rambo (Tomas Milian) kehrt nach Mailand zurück. Dort erfährt er, dass die „Conti Gang“ einen Jungen entführt haben und Geld erpresst. Durch den Tod eines Kollegen, der der Sache auf den Grund gehen wollte, wird Rambo in die Sache hineingezogen. Er nimmt das Spiel an und plant, zwei Clans zu seinen Gunsten gegeneinander auszuspielen…

Meine Meinung:

Wer das Italo-Kino der 70er mochte, vor allem das Poliziotteschi Sub-Genre, wird den Film lieben und daher kann ich schon jetzt nur eine Empfehlung aussprechen, auch wenn mir die klassischen/typischeren Poliziotteschi Titel leicht mehr zusagen (z.B. Titel wie Der Berserker, Milano Kaliber 9, Der Teufel führt Regie etc.), was aber nicht heissen soll, dass Der Vernichter kein guter Film wäre. Im Gegenteil!

Unter der Regie von Umberto Lenzi (letztes Jahr leider verstorben), bekanntem Italo Regisseur (z.B. gehen Filme wie Eaten Alive, Labyrinth des roten Todes oder Cannibal Ferox auf seinen Hut), kam erneut Superstar Tomas Milian zum Zuge. Diesmal jedoch nicht als durchgedrehter, sadistischer Killer, sondern als Antiheld mit lockeren Sprüche und mit Strickmütze tragend – sollte, auch in späteren Filmen, die dann immer mehr ins Genre Komödien gingen, sein Markenzeichen werden. Umberto Lenzi und Tomas Milian haben mehrfach erfolgreich im Poliziotteschi Genre zusammengearbeitet. Die weiteren Projekte sind: Der Berserker (1974), Die Viper (1975), Das Schlitzohr und der Bulle (1976), Die Gewalt bin ich (1977), Die Kröte (1978). Der Vernichter reiht sich problemlos in diese genannten Klassiker des Genres ein.

Der Film ist zwar weniger actionreich und/oder grausam als andere seiner Art, aber dank dem coolen Milan, Lenzis visiertem Händchen, einem grundsoliden Cast (viele der Gangster Fressen kennt man in dem Genre, sie agieren alle wunderbar und passen perfekt zu den Rollen, die sie verkörpern), cooler Mucke und noch besseren, spassigeren Sprüchen und Kommentaren (gerade seitens Tomas Milian und vor allem in der deutschen Sprachfassung = Mehrwert bietend) bietet der Film einfach grossartige und abwechslungsreiche Unterhaltung, so dass ich den Film, wie am Anfang schon gesagt, nur empfehlen kann!

Infos:

O: Il Giustiziere sfida la città

Italien 1975

R: Umberto Lenzi

D: Tomas Milian, Joseph Cotten, Maria Fiore, Ron Stewart

Laufzeit der dt. Blu Ray: 92:59 Min.

Gesehen am: 1. Sichtung: Juli 2009 / 2. Sichtung und Review überarbeitet 18.01.18

Fassungen: Mir lag die dt. Blu Ray von X-Rated vor = Uncut, diverse Sprachen (Deutsch, Ital., Englisch), Subs (Deutsch), hervorragende Bild- und Tonqualität (paar wenige Dialoge sind in Ital. mit dt. Subs, da früher zensiert). Die dt. Sprachfassung ist qualitativ hochwertig und macht jede Menge Spass. Mediabook mit Booklet. Von den wenigen Extras ist ansonsten nur das ca. 10minütige Lenzi Interview von Interesse. Bonusfilm als DVD im Set beigelegt: Der Bastard mit Klaus Kinski und Giuliano Gemma.

Lost Town - Das Duell der Schwertkämpfer Review



Lost Town - Das Duell der Schwertkämpfer

Story:

Hai Ge (Gao Wei), ein junger Schwertkämpfer, ist auf der Suche nach der "Stadt der zwei Flaggen". Dort soll seine Braut leben. Als er im Dorf ankommt, wird er vom Freund seines inzwischen toten Vaters aufgenommen und nach anfänglichen Anpassungsproblemen findet auch seine Braut Gefallen an Hai Ge. Das Dorf wird von Banditen terrorisiert. Als diese Hai Ges Verlobte vergewaltigen wollen, wird der Anführer der Gangster vom jungen Hai Ge getötet. Der Bruder des Getöteten Gangsters schwört Rache…

Meine Meinung:

Bei diesem Eastern, der sehr an einen Italo Western / Endzeitstreifen (von der Stimmung, den Bildern, der Einsamkeit und dem abgelegenen Dorf betreffend) erinnert, wurde ich bestens unterhalten. Gerade weil sich der Film von den üblichen Hong Kong Produktionen abhebt, denn es handelt sich um eine reine Festland-Produktion und daher war der Film einfach schon erfrischend anders als die ganzen HK Filme welche ich in letzter Zeit sah.

Die Figuren agieren überzeugend, die einsame Wüste und das authentische Dörfchen sorgen für eine grossartige Atmosphäre. Viel Sand, viel Staub, kaum Soundtrack (nur bei den Szenen, wo die Pferde ausgeritten werden), stark und nur sporadisch eingesetzte Actionszenen sorgen für einen sehr unterhaltsamen und tollen Film.

Dank dem Setting und der Kameraführung (vor allem in den sehr wenigen Duellen) erinnert der Film tatsächlich ans Italo Western oder japanische Samurai Kino. Actionszenen in Form von Duellen sind sehr wenig vorhanden, doch sind auch diese Szenen toll, innovativ und sehr intensiv in Szene gesetzt worden. Man hofft richtig, dass der kleine Hai Ge am Ende zum Held wird (so wie es in dem Genre üblich ist) und das seiner Braut nichts passiert!

Der Film wurde mit einfachen Mitteln gedreht (was auch bedeutet, dass einige Tiere ihr Leben lassen mussten in einigen Szenen), dennoch resultiert dabei eine äusserst grosse Stimmung und Spannung. Ein Film, der dank Story, Setting / Stimmung, Kameraeinstellungen, Darstellerwahl und der Action zu überzeugen vermag.

Fazit: Eine willkommene Abwechslung zum damaligen HK Kino und ganz im Gegensatz zu diesen auch ohne den "typischen und gewöhnungsbedürftigen HK Humor". Daher kann ich für Lost Town nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen – auch überhaupt nicht vergleichbar mit heutigen (2018) Produktionen aus China (die mir kaum gefallen).

Infos:

O: Shuan-qi-zhen daoke

China 1991

R: He Ping

D: Gao Wei, Zhao Mana, Chang Jiang, Sun Haiying, Wang Gang

Laufzeit der dt. DVD: 87:50 Min.

Gesehen am: Mai 2013 / 2. Sichtung: 18.01.18

Fassungen: Mir lag die dt. DVD von Mr. Banker / Sunfilm vor = Uncut, die Bildqualität ist gut und sehr löblich: O-Ton und dt. UT sind an Bord! Deutsche Sprachfassung ist jedoch auch gut gelungen! Die dt. Subs werden auf dem DVD Cover bei den technischen Daten nicht erwähnt.

Vicious Review



Vicious

Story:

Damon (Tamblyn Lord), Sohn reicher Eltern im rebellischen Alter, langweilt sich in den Sommerferien. Er stösst zufällig auf die Bande rund um Terry (Craig Pearce), welche ihn mitnehmen zum Saufen, Feiern, Mädels aufgreifen etc. Terry imponiert Damon. Doch als Terry und die Bande planen, bei Bekannten von Damons Eltern, die einen Safe mit viel Geld in der Wohnung versteckt haben sollen, einzudringen, eskaliert die Situation. Ein Strudel aus Gewalt ist die Folge…

Meine Meinung:

Von Vicious war ich überrascht. Ich habe nichts erwartet, wusste nichts von dem Film. Gekauft wurde er, weil ich beim Kauf der LD dachte, es gäbe den Film nicht auf DVD (mehr dazu unter Fassungen) und es sich um einen australischen Thriller handeln soll. Mehr wusste ich nicht.

Der Film war besser als erwartet. Der Film ist ein sozialkritischer Film und Mix aus hartem und intensivem Backwood- und Terrorkino, welches zudem ab einem gewissen Zeitpunkt her spannend und intensiv fesselt und unterhält (wobei die Gewaltszenen klar abschreckend wirken und nicht unterhaltsam, cool oder belustigend).

Man muss als Zuschauer das ¼ Viertel des Filmes, die Einführung der Charaktere und den Story-Verlauf abwarten – danach gibt es kein halten mehr und die Spannung hält bis zum Ende an. Auch wie sich die Figuren durch die Geschehnisse verändern ist gut und realistisch umgesetzt. Durch die wechselnden Orte (dunkle Räume und Verstecke in Häusern, draussen im australischen Busch) baut der Film zudem eine tolle Stimmung auf, welche die Spannungskurve positiv beeinflusst. Es macht Sinn, über den Inhalt und Verlauf möglichst nichts im Voraus zu wissen, wäre schade für die Spannung, und wie einzelne Szenen und Twists auf den Zuschauer wirken könnten.

Die mir total unbekannten Darsteller haben ihre Sache sehr gut und glaubhaft gemacht. Zwar sind die Figuren teilweise nicht mit Sympathien verbunden und dienen nicht als Identifikationsfiguren, aber das sollen sie auch nicht. Im Gegenteil: in den letzten Monaten habe ich selten eine widerwärtigere Figur als Terry gesehen. Man hasst ihn als Zuschauer richtig, und das soll schon was heissen.

Fazit: Unbekannte Perle, kleiner Geheimtipp - dieser Terrorstreifen lohnt sich! Pures "Ozploitation" (Australisches Exploitation) Cinema!

Infos:

O: Vicious!

Australien 1988

R: Karl Zwicky

D: Craig Pearce, John Godden, Kelly Dingwall, Joanna Lockwood

Laufzeit der US-LD: Ca. 88 Min.

Gesehen am: 16.01.18

Fassungen: Es gibt keine dt. Fassung (Stand: Jan. 2018). Mir lag die US-Laserdisc von Image Entertainment vor = gute Bild- und Tonqualität, Uncut. Es gibt unter dem Titel To Make a Killing zumindest in Australien eine DVD (soll direkt von einem VHS Master stammen).