Zu Ehren von Ahn Sung-ki, der am 05.01.26 starb, gibt es ein Review zu:
- Musa
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Musa
Story:
1375 China zur Zeit der Ming-Dynastie:
Die Han-Chinesen kommen an die Macht. Diplomaten und Soldaten aus Korea wollen den neuen Machthabern ihre Ehre erweisen und machen sich auf den Weg nach Nanking. Doch es gibt Probleme und die Truppe wird ins Exil in die Wüste verbannt. Dort trifft die Truppe auf Mongolen (u.a. Yu Rongguang), die die Chinesen ermorden, die Koreaner aber leben lassen. Später treffen die Überlebenden der Truppe (u.a. Ahn Sung-ki, Jung Woo-sung, Ju Jin-mo) erneut auf Mongolen. Diese haben die chinesische Prinzessin (Zhang Ziyi) in ihrer Gewalt. Die Koreaner planen, diese zu befreien und damit ihr Dasein im Exil aufzuheben…
Meine Meinung:
Musa sah ich seit mind. 20 Jahren oder sogar länger nicht mehr. Irgendwo hatte ich den Film als sehenswert abgespeichert, wusste aber kaum mehr etwas über den südkoreanischen Film von Kim Sung-Soo, von dem ich ansonsten nur einen anderen Film gesehen habe (= Asura: The City of Madness). Musa wurde nun zu Ehren von Ahn Sung-ki aufgefrischt. Ahn Sung-ki ist Anfang 2026 verstorben. Er war ein bekannter Schauspieler in Südkorea und spielte schon seit den 50ern bis 2023 in vielen Produktionen mit.
Ahn Sung-ki (Noryang: Deadly Sea, The Housemaid) spielt nebst Jung Woo-sung (Cobweb), Ju Jin-mo, Yu Rongguang (Mirage, Project S, Iron Monkey) und Zhang Ziyi (The Crossing 2) einer der Hauptrollen. Er spielt den Kämpfer mit dem Pfeilbogen. Musa hat die Neusichtung bestanden. Die Tatsache, dass ich mich vor der Sichtung über den Plot informierte, meine Englischkenntnisse besser sind als vor 20 Jahren und ich auch einige der Schauspieler inzwischen besser kenne (ich wusste z.B. nicht mehr, dass Yu Rongguang hier den bösen General spielt), halfen, dem Film und Plot besser folgen zu können.
In Wahrheit muss ich jedoch anerkennen, dass es kaum einen Plot gibt. Der Film wirkt etwas wie Mad Max: Fury Road und am Ende wie Seven Samurai. Nur besser. Ich bin immer skeptisch, was das südkoreanische Kino angeht. Aber Musa konnte mich absolut überzeugen und ich würde den Film nebst Filmen wie Heaven's Soldiers, I Saw the Devil, A Bittersweet Life, Bedevilled, Old Boy, The Wailing, The Chaser, Memories of Murder oder City of Violence. Von älteren (Kung Fu) Filmen wie Secret Ninja Roaring Tiger, Blue Butterfly the Amazon, The Uninvited Guest of the Star Ferry oder Rage of the Dragon sprechen wir erst gar nicht.
Musa war episch. Tolle Settings, grandiose Action, übersichtliche Kameraarbeit (zumindest in der komplett unzensierten Fassung inklusive vielen Zeitlupenaufnahmen), kaum Humor (grosses Plus), trotz der stolzen Laufzeit von über 2h kaum Längen, starke Musik und blutige Kämpfe machen den Film zu einem Genuss. Und Yu Rongguang als mongolischer General war stark. Als Fan des HK-Kinos sah ich ihn oft (in HK-Produktionen) und hatte daher Freude, ihn in dem Film zu sehen. Tierfreunde werden an den unzähligen Pferdestürzen keine Freude haben. Am schwächsten war Zhang Ziyi mit Steven Seagal-Fresse. Das war ein kommerzieller Entscheid sie im Film zu haben, da sie dazumal in anderen Filmen erfolgreich war (Crouching Tiger, Hidden Dragon, Hero).
Fazit: Einer der besten südkoreanischen Filme!
Infos:
O: Musa
Südkorea, China 2001
R: Kim Sung-Soo
D: Ahn Sung-ki, Zhang Ziyi, Jung Woo-sung, Park Jeong-hak, Ju Jin-mo, Yu Rongguang
Laufzeit der südkoreanischen DVD: 157:40 Min.
Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 06.01.26
Fassungen: Mir lag die südkoreanische DVD (die
Special Edition mit zwei Discs) von CJ Entertainment vor = Uncut, O-Ton,
englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. In vielen Ländern ist nur eine
verkürzte internationale Version verfügbar. In Deutschland ist der Film auch
Uncut auf DVD erhältlich. Es scheint noch keine Blu-Ray zu geben (Stand: Jan.
2026).
Yakuza Graveyard
Story:
Detektiv Kuroiwa (Tetsuya Watari) verliebt sich in die Ehefrau eines Yakuza-Bosses. Dem Yakuza-Boss der Nishida Gang. Der Boss sitzt im Gefängnis, als sich Kuroiwa in Keiko (Meiko Kaji) verliebt. Derweil bahnt sich zwischen der Nishida und dem Yamashiro Gang ein Krieg an und auch die Polizei ergreift Partei für eine der beiden Gangs…
Meine Meinung:
Yakuza Graveyard ist ein weiterer Yakuza-Film von Kinji Fukasaku (The Boss's Head, Graveyard of Honor, Tora! Tora! Tora!). Diesmal konnte mich seine Arbeit jedoch nicht überzeugen. Das hat mich überrascht und das kam unerwartet. Der Plot war nichts Besonderes. Die Inhalte kennt der Fan irgendwie schon, wie auch die Musik, die sich gefühlt immer nach der Battles Without Honour and Humanity Klängen anhört. Was ich dem Film positiv anmerken muss, sind einige optische und psychedelische Spielereien mit ungewöhnlichen Kameraeinstellungen und dem Spiel mit Farben.
Aufgrund der Tatsache, dass es eher wenig Action gibt (auch der Blutgehalt ist niedrig), kommt es zu Längen. Die Liebesgeschichte und Dramatik haben nicht funktioniert. Das wirkte nicht glaubhaft und steril. Diese Szenen haben nichts in mir ausgelöst. Der Funke sprang nicht rüber. Zudem fand ich Tetsuya Watari und Meiko Kaji (Female Prisoner #701: Scorpion) in ihren Rollen als Leads schwach. Und auch in der Hinsicht war ich überrascht, vor allem von der Leistung und Darbietung von Tetsuya Watari. Das hat er in anderen Werken (Tokyo Drifter, Outlaw: Gangster VIP) deutlich besser gemacht.
Leider waren auch die anderen Figuren nicht interessant. Tetsuya Watari soll zwar cool wirken (trägt fast immer die Sonnenbrille), aber er war am Ende nur ermüdend und nicht wirklich sympathisch. Zuweilen wirkt der Film auch etwas zu lustig und das Ende war wenig überraschend und vorhersehbar.
Fazit: Schafft es leider nicht in meine Filmsammlung!
Infos:
O: Yakuza no hakaba: Kuchinashi no hana
Japan 1976
R: Kinji Fukasaku
D: Tetsuya Watari, Meiko Kaji, Hideo Murota, Tatsuo Umemiya
Laufzeit der UK-Blu: Ca. 96 Min.
Gesehen am: Jan. 2026
Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Radiance
vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. In
Deutschland unter dem gleichen Titel von REM auf DVD erschienen.