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Freitag, 2. Januar 2026

Invasion of the Neptune Men Review

Japanuary 2026

Invasion of the Neptune Men

Story:

Aliens vom Neptun wollen die Erde übernehmen. Eine Gruppe von Kindern und ein maskierter Superheld (Sonny Chiba) stellen sich den Aliens entgegen…

Meine Meinung:

Invasion of the Neptune Men ist ein wenig sehenswerter Sci-Fi Streifen aus Japan. Der s/w Film aus dem Jahr 1961 wartet mit einem sehr jungen Sonny Chiba (Wolf Guy, Return of the Street Fighter, Kill Bill: Vol. 1) als eine der erwachsenen Hauptrollen auf. In einem Review las ich sogar, dass das sein Debüt als Schauspieler gewesen sein soll. Er spielt zum einen Wissenschaftler und zum anderen einen maskierten «Superhelden», der den Kampf gegen die Aliens aufnimmt. Die anderen Hauptpersonen sind eine Gruppe von Kindern.

Die Kinder sollen, vor allem in der englischen Sprachfassung, sehr nervend geworden sein. In dieser japanischen Originalfassung sind sie erträglich. Der Film ist aber alles in allem zu billig, zu lahm und zu unspektakulär, um wirklich überzeugen und gefallen zu können. Und dass, obwohl der Film nur knapp 75 Minuten läuft. Es kommt definitiv zu Längen. Da helfen zuerst auch cheesy Effekte nichts (Sonny Chibas Kostüm oder das Aussehen der Aliens).

Der Plot fesselt wenig. So gesehen ist es schon ein Vorteil, dass das US-Label Shout Factory mehrere Filme via diese Collection veröffentlicht hat. Sonst hätte ich sogar von einem Fehlkauf gesprochen. Invasion of the Neptune Men ist leider nur mittelmässig und ist der bisher schlechteste Film, den ich aus dem Set gesehen habe (Dragon Showdown, Watari the Ninja Boy, Ninja Scope, Golden Ninja). Ninja Scope ist noch immer der beste und bisher spassigste Film aus dem Set. Im letzten Viertel hat Invasion of the Neptune Men dank den Zerstörungs- und Actionszenen seine besten Momente.

Fazit: Kein Must See Titel!  

Infos:

O: Uchû Kaisoku-sen

Japan 1961

R: Koji Ota

D: Sonny Chiba, Kappei Matsumoto, Shinjirô Ebara, Mitsue Komiya, Ryuko Minakami

Laufzeit der US-Blu: Ca. 75 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory (Classic Tokusatsu Collection) = Jap. O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

The Great Chase

 
Japanuary 2026

The Great Chase

Story:

Die Rennfahrerin Shinobu Yashiro (Etsuko Shihomi) arbeitet für den japanischen Geheimdienst. Nun arbeitet sie an einem Fall, der Drogenschmuggel beinhaltet. Und die Täter sollen auch für den Mord an ihrem Vater verantwortlich sein…

Meine Meinung:

The Great Chase ist 70er Jahre Exploitation von Toei von Norifumi Suzuki, der einige beachtliche Filme realisiert hat (School of the Holy Beast, Star of David: Beauty Hunting, Sex & Fury). Ich hatte vielleicht etwas zu viel und/oder falsche Erwartungen, so dass ich mir am Ende mehr vom Film versprochen hätte. Aufgrund Etsuko Shihomi (Soul of Bruce Lee, Message from Space, The Executioner II: Karate Inferno) als Hauptfigur wird The Great Chase natürlich oft mit ihren Sister Street Fighter vergleichen und auch in die gleiche Kerbe geworfen.

Ich muss jedoch sagen, dass mir die Sister Street Fighter Filme (vor allem die ersten drei Filme der Reihe) im Vergleich doch eine ganze Stufe besser gefallen haben als The Great Chase. Auch 13 Steps of Maki mit Etsuko Shihomi war nochmals ein anders Kaliber. Daher war ich von The Great Chase etwas enttäuscht. Der Gewalt- und Blutlevel ist viel kleiner, der Film ist gar zu lustig und die Mehrheit der ganzen Verkleidungsszenen von Etsuko Shihomi gefielen mir nicht, da die Gangster dabei einfach viel zu naiv agiert haben. Der Einsatz von Saxophon-Musik entsprach auch nicht meinem musikalischen Geschmack.

Einzelne der Kritikpunkte könnten bei einer zukünftigen Zweitsichtung mit angepassten Erwartungen in der Zukunft weniger stark ins Gewicht fallen (Kleine Blutmenge, der Humor). Der knapp 80minütige Film ist nämlich zu keiner Sekunde langweilig und versucht, viel zu bieten. Das «Highlight» ist sicher der als Bär verkleidete Bösewicht, dem eine Kollegin von Etsuko Shihomi zum Opfer fällt und welche vor den Augen ihres gefesselten Bruders vergewaltigt wird. Das ist sozusagen die einzige fiese Szene des ganzen Filmes. Mit dem «Bär» liess sich jedoch auch auf dem Filmplakat wunderbar werben!

Fazit: Erreicht nicht die Qualität und Klasse von The Sister Street Fighter oder 13 Steps of Maki, aber es wird noch immer gute und kurzweilige Karate-Action mit Bond-Motiven geboten, um unterhalten zu können!

Infos:

O: Karei-naru tsuiseki

Japan 1975

R: Noribumi Suzuki

D: Etsuko Shihomi, Bin Amatsu, Mach Fumiake, Eiji Gô

Laufzeit der US-Blu: Ca. 83 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Neon Eagle vor = Schuber, Booklet, Wendecover, weltweite Blu-Ray Premiere, wohl auch die erste Vö mit englischen Subs (Japanischer Ton), Uncut, exzellente Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

The Bride from Hades Review

Japanuary 2026

The Bride from Hades

Story:

Schullehrer Shinzaburo (Kojiro Hongo) wird von einem weiblichen Geist (Miyoko Akaza) verführt. Im Glauben, dass es sich bei der Frau um einen Menschen handelt, lässt Shinzaburo die Nähe des Geistes zu. Selbst als sein Umfeld den Geist bemerkt und Vorkehrungen trifft, um den Geist zu vertreiben, will Shinzaburo an den nächtlichen Treffen mit ihr festhalten…

Meine Meinung:

The Bride from Hades von Regisseur Satsuo Yamamoto ist der beste Film aus Radiance Films Daiei Gothic-Box. Der Film aus dem Jahr 1968 erzählt zwar nicht unbedingt einen neuen Plot und ich fühlte mich an den vor nicht allzu längerer Zeit gesehenen Nang Nak erinnert, dennoch vermochte der Film zu überzeugen. Von Regisseur Satsuo Yamamoto kenne ich nur einen Beitrag zur langjährigen Zatoichi-Reihe. Ansonsten bin ich mit dessen Arbeiten nicht vertraut. Er scheint jedoch keine weiteren Grusel- und Horrorfilme realisiert zu haben. Schade.

Der Film ist überzeugend gespielt. Auch wenn zwei wichtige Nebenfiguren etwas an ihrem Overacting «kranken», agiert der Rest glaubhaft und überzeugend. Miyoko Akaza (Lady Snowblood) als weiblicher Geist und Kojiro Hongo (Gamera: Guardian of the Universe, The Whale God, Yokai Monsters: Along with Ghosts) als tragisch Auserwählter «Nobelmann» sind gut gecastet, auch wenn letzterer im Vergleich zu Miyoko Akaza etwas abfällt. Sein Zerfall ist jedoch gut gespielt und dokumentiert. Bei The Bride from Hades handelt es sich, wie der Name der UK-Edition bereits verrät, um eine Daiei Produktion. Die waren vor allem für ihre Filmreihen wie Zatoichi, Gamera oder Daimajin bekannt.

Der Film punktet durch seine Inszenierung. Die Kameraarbeit ist gelungen. Zusammen mit den unheimlichen Bildern (vor allem bei seinen Ghost-Szenen), einer klug eingesetzten Kameraführung und der Musik, gelingt es dem Film, eine quälend langsame und unheimliche Stimmung zu generieren. Der Film ist einfach schön gefilmt und herrlich atmosphärisch und stimmungsvoll anzusehen. Zudem waren die Figuren am überzeugtesten, was die drei Filme aus der Edition angehen. Niemand, der mich genervt hat. Top.

Fazit: Fans von klassischen Gruselfilmen kommen mit The Bride from Hades auf ihre Kosten!

Infos:

O: Botan-dorô

Japan 1968

R: Satsuo Yamamoto

D: Kojiro Hongo, Miyoko Akaza, Hajime Koshikawa, Kō Nishimura Mayumi Ogawa Takashi Shimura Atsumi Uda

Laufzeit der UK-Blu: 88:35 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen als Daiei Gothic (Box) als UK-Blu-Ray von Radiance Films = O-Ton, englische Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Hokuriku Proxy War Review

Japanuary 2026

Hokuriku Proxy War

Story:

Yakuza Kawada (Hiroki Matsukata) hat einen Disput mit seinem Boss, der sich nicht an Versprechen hält. Kawada holt sich diese mit Gewalt. Mr. Yasuhara schwört Rache und setzt ein Kopfgeld auf Kawada aus. Die Kanai Gruppe um Boss Kanai (Sonny Chiba) sieht das grosse Geld und Kanai schickt 50 Killer los, um sich Kawada zu schnappen…

Meine Meinung:

Hokuriku Proxy War ist ein weiterer Yakuza-Film von Kinji Fukasaku (Battle Royale 2, Crest of Betrayal, Virus). Das soll Kinji Fukasaku letzter Yakuza-Film gewesen sein, der sogar einen Mord inspiriert haben soll und/oder umgekehrt auf einem Mord beruhen soll. Es handelt sich natürlich um eine gängige Yakuza-Geschichte, wie Fans sie aus anderen Filmen von Kinji Fukasaku kennen. Am ehesten hat mich der Film an Battles Without Honour and Humanity erinnert, was die chaotische Kameraarbeit in den Actionszenen und z.T. die Musik angehen. Und dank dem verschneiten Setting kamen auch Tokyo Drifter Vibes auf.

Ich würde sagen, dass der Film etwas weniger ernst wirkt als andere Gangster-Filme des Regisseurs. Ob dies gewollt oder durch das Overacting ungewollt ist, sei Mal dahingestellt. Ich ging mit etwas falschen Erwartungen an den Film. Sonny Chiba, der eine kleine Nebenrolle spielt, erwartet ich in einer grossen Hauptrolle. Aber das ist nicht korrekt. Er bekommt nur wenig Szenen, keine Action-Szene spendiert und schade ist die Tatsache, dass er, nachdem seine Figur verhaftet wurde, auch nicht mehr vorkommt. Das passt allgemein zum offenen Ende, das mir nicht gefallen hat.

Sonny Chiba (Doberman Cop, The Golden Bat, Legend of the Eight Samurai) spielt einen Yakuza Boss und fällt vor allem durch seine extravaganten Kleidungstil auf. Die Hauptrolle spielt Hiroki Matsukata (Cops vs. Thugs, Battle of the Dragons, New Battles Without Honor and Humanity). Er macht das gut und mit all seiner Erfahrung. Er spielte in unzähligen Yakuza oder Ninja-Filmen mit. Dennoch fühlt der Zuschauer, dass er nie Angst um die von Hiroki Matsukata gespielte Figur haben muss. Er steht über allen und gerät nie ernsthaft in Gefahr. Das wirkt in der Tat zu cartoonhaft, um wirklich eine Spannung zu generieren. Dennoch ist überraschend für dramatische Szenen gesorgt, was die Frauenrollen angehen. Und diese funktionieren gut.

Fazit:  Wer das Yakuza Kino von Kinji Fukasaku mag, dürfte nicht enttäuscht werden!

Infos:

O: Hokuriku dairi sensô

Japan 1977

R: Kinji Fukasaku

D: Hiroki Matsukata, Sonny Chiba, Yumiko Nogawa, Mikio Narita, Yôko Takahashi, Takeo Chii, Tatsuo Endo

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 98 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen als UK-Blu-Ray von Radiance Films = auf 3000 Stück limitiert, Wendecover, Booklet, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, diverse exklusive Extras (Interviews). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

The Death Lullaby Review

Japanuary 2026

The Death Lullaby

Story:

Ein kleiner Junge wird von anderen Kindern aufgrund seiner Zähne gemobbt. Eine Gruppe von Menschen demonstriert gegen den Bau eines Flughafens…

Meine Meinung:

Bei The Death Lullaby handelt es sich zum einen um einen Animationsfilm und zum anderen um einen Kurzfilm, der auch auf einigen Filmfestspielen zu sehen war (Turin, Berlin). Es handelt sich um eine 8mm Arbeit von Hiroshi Harada, der fünf Jahre daran gearbeitet hat. Hiroshi Harada dürfte Fans vor allem aufgrund des abgefahrenen Midori ein Begriff sein. Auf der US-(Bootleg)Blu-Ray war auch dieser Kurzfilm im Set enthalten. Ansonsten wäre mir The Death Lullaby nie über den Weg gelaufen.

The Death Lullaby ist nicht uninteressant. Es geht wohl um zweierlei. Kritik am japanischen System (Mobbing) und eine Art Sozialkritik an der zunehmenden Industrialisierung. Daher erinnerte der Inhalt leicht an Tetsuo: The Iron Man. Einen richtigen Plot gibt es in The Death Lullaby nicht. Immerhin steht der Junge, der gemobbt wurde, in Vordergrund, ehe er sich im Verlauf des Plots auch rächt. Dazwischen geht Japan scheinbar unter, aufgrund stets neuer Bauten und Techniken, die das Land zerstören. Hier und da werden echte Aufnahmen von Demonstrationen eingestreut.

Die surreale Darbietung, die kurze Laufzeit, der Verzicht auf Antworten und speziell die Musik wissen in der Kombination zu gefallen. Langweilig wird es nicht, da nur 27 Minuten Laufzeit. Der Animationsstil gefiel mir. Zwar hätte ich The Death Lullaby individuell nicht nachgejagt, aber da der in der Shoujo Tsubaki Collection enthalten war, wurde der selbstverständlich auch angesehen. Wer das Set nicht extra kaufen möchte (wobei das Ding aufgrund Midori schon lohnt!), den Kurzfilm gibt es auch auf YouTube (Stand: Nov. 2025).

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Nidoto mezamenu komoriuta

Japan 1985

R: Hiroshi Harada

D: -

Laufzeit der US-Blu: Ca. 27 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Bootleg Blu-Ray (Midori – Shoujo Tsubaki Collection) = Japanischer O-Ton mit Englischen Subs, solide Bild- und Tonqualität, Uncut. Als Extras gibt es noch ein Interview mit Regisseur Hiroshi Harada. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Jan. 2026).

The Defensive Power of Aikido Review

Japanuary 2026

The Defensive Power of Aikido

Story:

Anfang des 20. Jahrhunderts:

Farmer Morihei Ueshib (Jirô Chiba) trainiert das Dorf in Sachen Martial Arts. Als er einen fliehenden Jungen bei sich versteckt, zieht er den Zorn eines Kämpfers (Sonny Chiba) auf sich. Doch Morihei Ueshib hat im Duell gegen den Karate-Kämpfer keine Chance. Zuerst gefrustet und dann motiviert nimmt es sich Morihei Ueshib zur Aufgabe, neue (Kampf)Techniken zu lernen, um sich verwirklichen zu können…

Meine Meinung:

The Defensive Power of Aikido ist ein auf historischen Grundlagen beruhender japanischer Film um Morihei Ueshib, der die japanische Kampfkunst Aikidō kreiert hat. Aikidō? Das ist die Kampfkunst, mit der Steven Seagal Alarmstufe: Rot, Zum Töten freigegeben oder Auf brennendem Eis Gangstern das Fürchten lernte. Toei weichte in dieser Mitte der 70er Jahre Produktion vom Exploitation-Schlag ab (wobei es dennoch die ein oder andere blutige Szene zu bestaunen gibt), um diesen Film zu realisieren.

Ich sah den Film in einer Sonny Chiba (Soul of Bruce Lee, Karate for Life, 13 Steps of Maki) Collection. Die Hauptfigur Morihei Ueshib wird jedoch nicht von Sonny Chiba, sondern von Jirô Chiba (The Street Fighter, Wolf Guy) verkörpert. Wie der Name schon verrät handelt es sich um Sonny Chibas jüngeren Bruder. Dass Sonny Chiba einen Bruder hat, der dazu auch noch im Filmgeschäft tätig war, wusste ich nicht. Und ich teile die Meinung von vielen anderen Zuschauern, wenn ich sage, dass Sonny Chiba die Hauptrolle hätte spielen sollen.

Jirō Chiba hat nämlich definitiv weniger Ausstrahlung und Charisma und auch in den Kampfszenen macht sein älterer Bruder eine bessere Figur. Da wäre andersrum besser gewesen. Sonny Chiba spielt fast eine Art Chow Yun-Fat à la The Killer. In seiner ersten Kampfszene verletzt er unabsichtlich eine Frau, um die er sich danach kümmert. Gegen Ende wird der Film besser. Zuvor gibt es, trotz der kurzen Laufzeit von nur knapp 82 Minuten, auch Längen und Uninteressantes zu sehen. Im letzten Viertel darf dann sogar noch Sister Street Fighter Star Etsuko Shihomi (Message from Space, The Executioner II: Karate Inferno) mitmischen. Cool.

Fazit: Solider Durchschnitt aber auch verschwendets Potenzial. Kein Kracher.

Infos:

O: Gekitotsu! Aikidô

Japan 1975

R: Shigehiro Ozawa

D: Jirô Chiba, Sonny Chiba, Etsuko Shihomi, Yōko Koizumi, Yoko Horikoshi, Ryūnosuke Kaneda, Akira Shioji, Takashi Noguchi

Laufzeit der US-Blu: Ca. 82 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu von Shout Factory (Sonny Chiba Collection Vol. 2) = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton mit englischen Subs (1. offizielle Fassung in dieser Form?). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Sympathy for the Underdog Review

Japanuary 2026

Sympathy for the Underdog

Story:

Nach zehn Jahren Gefängnis kehrt der ehemalige Gangster-Boss Gunji (Kôji Tsuruta) in die Freiheit zurück. Sein damaliger Feind hat nun das Sagen, seine Territorien übernommen und führt ein gigantisches Gangster-Syndikat. Gunji beschliesst, sich eine neue Truppe aufzubauen und danach Okinawa anzusteuern…

Meine Meinung:

Sympathy for the Underdog ist sehenswertes Yakuza-Kino des japanischen Ausnahme-Regisseurs Kinji Fukasaku (Swords of Vengeance, Street Mobster, Battle Royale), der viele Yakuza- und Gangsterstreifen realisiert hat. Sympathy for the Underdog gehört dabei sicherlich zu den besten Werken des fleissigen Japaners. Ich hatte an dem Film und den Figuren grosse Freude. Im Vergleich zu anderen Filmen von Kinji Fukasaku, die im Yakuza-Universum angesiedelt sind, geht es in Sympathy for the Underdog weniger komplex und immer verständlich zu und her.

Ob der Film wirklich in Okinawa gedreht wurde oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis. Das Setting wirkt aber authentisch und ist die perfekte Wahl, für eine Gangster-Geschichte. Zudem ist das hier das erste Mal in einem japanischen Film, in dem auch von Personen vom «Mainland» gesprochen wird. Etwas, was ich sonst nur aus dem Hong Kong Kino kenne, wenn sich in diesen Filmen z.B. Gangstern oder Polizisten aus China nach Hong Kong «verirren». Das fand ich amüsant.

Der Plot ist simpel und nichts Neues. Dafür sehr unterhaltsam und cool inszeniert. Das gilt auch für die Figuren. Speziell zwei Namen möchte ich erwähnen. Zum einen Kôji Tsuruta (Killer’s Mission). Die Hauptfigur des Filmes. Er, der immer eine Sonnenbrille trägt ist die Coolness in Person. Egal in welcher hitzigen Situation er sich befindet. Wie er mit dem Gegner verhandelt und/oder Forderungen stellt, liess mich schmunzeln. Ultra coole Darbietung. Kôji Tsuruta trägt den Film allein. Seine Männer sind solide, fallen aber, vor allem im Vergleich, etwas ab. Ungesehen liegt mir noch Japan Organized Crime Boss vor. Auch von Kinji Fukasaku. Und der wird im Japanuary folgen…

Der zweite Name, der mir grosse Freude bereitet hat, war Tomisaburō Wakayama (Zatoichi and the Chest of Gold, Samurai Reincarnation, Eight Men to Kill). Der Star der Okami-Reihe, besser bekannt als Lone Wolf & Cub. Er spielt den Boss in Okinawa. Den einarmigen Boss. Er hat was von einem «Comic-Charakter» aufgrund seines Aussehens: nur ein Arm, Narben im Gesicht, mit Granaten bewaffnet. Eine auffällige und intensive Erscheinung.  Toll, ihn hier als Gangster-Boss zu sehen. Ich hatte an jeder Szene mit ihm Freude.

Die Darsteller haben ihre Sache im Grossen und Ganzen alle ordentlich gemacht. An der Frauenrolle hatte ich auch Freude. Sie hatte etwas Tragisches an sich, vor allem bei dem Ende. Wer das Kino von Kinji Fukasaku kennt, dürfte in etwas erraten, wie der Film endet. Das ist vielleicht das einzige kleine Manko des Filmes: das Finale ist vorhersehbar und ¨überrascht nicht. Im Gegenteil: es wird genauso eintreffen, wie erwartet. Die wenigen Action-Momente (vor allem Shoot-Outs) sind blutig geraten.

Fazit: Für Yakuza- und Kinji Fukasaku Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Gefolgt von: Gambler's Counterattack

Infos:

O: Bakuto gaijin butai

Japan 1971

R: Kinji Fukasaku

D: Kôji Tsuruta, Tomisaburō Wakayama, Noboru Ando, Akiko Kudo, Hideo Murota

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 92:53 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Radiance Films = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, diverse Extras (Booklet, Audiokommentar etc.). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

The Incorrigible Review

Japanuary 2026

The Incorrigible

Story:

Togo Konno (Ken Yamanouchi) ist ein schwieriger Jugendlicher. Deshalb wird er von seiner Mutter bei einem Bekannten, der in einer anderen Stadt lebt, abgeladen. Sie verlässt ihn danach. Bei dem Bekannten soll er zu etwas werden. Doch auch hier bringt sich Togo in Schwierigkeiten, als er aneckt und/oder sich verliebt…

Meine Meinung:

Im Grossen und Ganzen würde ich heute sagen, dass der Kauf dieser Edition (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) ein Fehler war. Ich wurde erst 2017 auf Seijun Suzuki aufmerksam. Dank dem NIFFF. Das war ein tolles Jahr, seine besten Filme im Kino entdecken zu dürfen. Und dabei hätte ich es auch bleiben sollen. Die Frühwerke von Seijun Suzuki sind eigentlich, für meinen Geschmack, keine Must See oder Must Have Titel. Das ist auch der Grund, warum ich mich so schwertue, die Filme der Box, anzusehen. Und ich bekam die Box im Feb. 2018.

The Incorrigible ist zwar nach Teenage Yakuza der zweite bessere Titel aus der Box, aber dennoch nichts, was ich eigentlich in der Sammlung stehen haben müsste, um es mal neutral auszudrücken. Die Handlung von The Incorrigible spielt im Jahr 1910. Der Film ist ein Mix aus Drama und Coming of Age. Gangster- oder Yakuza-Settings sucht der Zuschauer fast vergebens. Ich mochte den Mix aus Drama und Coming of Age, auch wenn ich zuerst einen Gangster-Film erwartet hatte.

Der Film ist stark gespielt. Die Darsteller sind mir namentlich nicht bekannt. Lead Ken Yamanouchi spielte zwei Jahre später in Seijun Suzukis Born Under Crossed Stars mit. Das ist der letzte Film aus der Box, den ich mir noch ansehen muss. Ken Yamanouchi hatte seinen filmischen Höhepunkt in den 60ern. Masako Izumi, die die weibliche Rolle spielt, kenne ich u.a. aus dem Samuraifilm Haunted Samurai. Beide harmonieren gut in dem Film. Es knistert richtig und eigentlich wünscht man beiden ein Happy End. Aber das es anders kommt, war fast zu erwarten (was ich aber auch mochte).

Und was Asao Sano (Cops vs. Thugs) angeht, den sah man später noch in weiteren Filmen von Seijun Suzuki = Kagero-za, Fighting Elegy oder Detective Bureau 2-3: Go to Hell, Bastards!. Die Darsteller machen ihre Sache ordentlich, auch unter der Berücksichtigung ihres z.T. jungen Alters. Der Film ist optisch schön gefilmt und die Schwarzweissbilder sind stimmungsvoll. Die Settings wie auch die Kostüme wirken authentisch. Eine gewisse Naivität der Figuren und/oder Vorhersehbarkeit des Plots waren leicht schade, aber abgesehen davon hat der Film als Drama und Coming of Age Film bestens funktioniert.

Fazit: Kein Must See Titel, aber Fans von Seijun Suzuki können einen Blick riskieren!

Infos:

Japan 1963

R: Seijun Suzuki

D: Ken Yamanouchi, Masako Izumi, Midori Ashiro, Chiharu Kuri, Shinsuke Ashida

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).