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Montag, 6. Juli 2026

The Furious

NIFFF 2026 Spezial

The Furious

Story:

Ein Vater (Xie Miao) und ein Reporter (Joe Taslim) suchen nach ihrer entführten Tochter (Yang Enyou) bzw. Ehefrau (Jeeja Yanin)…

Meine Meinung:

Um The Furious herrscht zurzeit ein extrem grosser Hype. Ich freute mich einerseits, den Film am NIFFF sehen zu können, auf der anderen Seite war ich die ganze Zeit über skeptisch. Ich las praktisch nichts über den Film, versuchte meine Erwartungen klein zu halten und sah nur den ersten Trailer. Der Film ist eine Co-Produktion aus China, HK (Edko Films) und Japan da Japanischer Regisseur und japanischer Action-Choreograph. Der Film von Kenji Tanigaki wurde fast ausschliesslich in Thailand gedreht. Kenji Tanigaki konnte erst eine Regie-Arbeit verbuchen. Enter the Fat Dragon mit Donnie Yen. Mit Donnie Yen verbindet ihn seine Rolle als Action-Choreograph in Filmen wie Big Brother, Sakra, Special ID oder Raging Fire. Die Choreographie übernahm Sonomura Kensuke, der nahezu unbekannt ist (nur ein Film gelistet = Manhunt von John Woo).

Die Erwartungen stiegen aufgrund vieler überschwänglicher Reviews, Werbemassnahmen und aufgrund des internationalen Casts. Jeeja Yanin (Chocolate, Triple Threat) spielt eine kleine Nebenrolle als entführte Ehefrau von Joe Taslim. Joe Taslim sorgte mit The Raid und The Night Comes for Us für Aufsehen. Er spielt eine der Hauptrollen. Aus Indonesien stammt auch Yayan Ruhian (The Raid 2, John Wick: Chapter 3 – Parabellum), der hier nur eine kleine Nebenrolle als Killer spielt (kommt praktisch nur am Anfang und Finale vor). Aus China stammt Xie Miao, der nebst Joe Taslim die Hauptrolle spielt. Er spielte 1994 (The New Legend of Shaolin) an der Seite von Jet Li (die Kinderrolle). Ich hatte trotz all dem Bedenken = Sollte mich ein zweiter John Wick erwarten? Ich las von CGI-Blut und CGI-Einsatz in den Kampfszenen, auch wenn angeblich kein CGI für die Fights verwendet wurde. Zudem las ich, dass die Actionszenen z.T. übertrieben seien und die Figuren mehr wie Superhelden wirken würden.

Nach der Sichtung muss ich leider sagen, dass der Hype nicht gerechtfertigt und der Film für mich kein Kracher darstellt. Der Film wird auch nicht den Weg in meine Filmsammlung finden und von der Erinnerung her ist der Film definitiv kein The Raid 1 + 2 und auch The Night Comes for Us fand ich nach meiner 2. Sichtung deutlich besser (sollte ich Mal das Review anpassen) und habe ich im Vergleich auch als blutiger in Erinnerung. Der Hauptgrund warum mir The Furious nicht gefallen hat ist die Tatsache, dass mir die Actionszenen des Filmes nicht wirklich gefallen haben. Die waren in der Tat zu übertrieben und sahen hier und da auch unecht und künstlich aus. Zudem gab es mir zu viele Mixed Martial Arts Szenen. Zu viel am Boden robben- und Bodenrutschen (wie oft rutschte da ein Kämpfer dem anderen zwischen den Beinen durch) oder zu viele Körper aufeinander, die dann als «Gegenwehr» oder «Erhöhung», «Leiter» oder «Rutsche» für andere Kämpfer gebraucht wurden. Unrealistisch wurde es im Verlauf auch, obwohl sich der Film am Anfang bodenständiger und realistischer geben möchte. Beispiele? Sturz aus dem hohen Stockwerk oder mit dem Bogen (nicht nur mit den Pfeilen) Leute erstechen. Dazu waren einige Figuren plötzlich fast unverwundbar und der Comic-Charakter hat in der Hinsicht genervt. Das CGI-Blut gefiel mir auch nicht und ich fand leider auch die Bösewichte wenig charismatisch (trotz hier und da Ken Lo Vibes im Finale). Ich konnte die Bad Guys nicht ernst nehmen. Der Film war in meinen Augen z.T. sogar hier und da unfreiwillig komisch (wie der Bösewicht seinen Schwiegervater und alle anderen im Film niedermetzelt).

Der Plot war sehr dünn, was mich nicht störte. Mich störte mehr der Wechsel von Realismus zu Over-the-Top-Action. Einige inhaltliche Entscheidungen gefielen mir nicht (die Polizei greift ein und verhindert somit mehr potenzielle Kampfszenen) und das Aussehen der Gangster in der Szene erinnerte mehr an Mad Max oder einen Troma-Film (oder Punks aus Death Wish). Im Finale hatte es eine lange Szene, in der sich fünf Kämpfer bekämpften. Die gefiel mir gar nicht. Erst als sich die Gruppe aufteilte gab es immerhin zwischen Joe Taslim und Yayan Ruhian einige nette Momente. Abgesehen davon kommen die beiden auch nicht an ihre früheren Actionfilme heran. Die Musik war unauffällig, die Kameraführung immerhin mehr oder weniger übersichtlich. Ob es ein Original-Dub war, weiss ich nicht. Ich habe dazu mehrfach gelesen, dass es angeblich ein von einer künstlichen Intelligenz erstellter Dub (!!!) war! Hätte man im Finale den Comic-Charakter und vielleicht den Pfeilbogen als Waffe weggelassen, so hätte mich das schon leicht positiver gestimmt.

Fazit: Am Ende ist es Geschmackssache und viele Actionfans mögen den Film. Mir hat er leider nicht gefallen. Kenji Tanigaki und Sonomura Kensuke sind halt kein Gareth Evans oder Iko Uwais. Ich bleibe bei The Raid und Co. 

Infos:

O: Huo zhe yan

Japan, HK, China 2025

R: Kenji Tanigaki

D: Xie Miao, Joe Taslim, Yayan Ruhian, JeeJa Yanin, Yang Enyou, Brian Le, Joey Iwanaga, Sahajak Boonthanakit, Manatsanun Phanlerdwongsakul

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 113 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Soll in Deutschland im Okt. dieses Jahres auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Sonntag, 29. September 2024

Table for Six

Table for Six

Story:

Die Beziehung dreier Brüder (Dayo Wong Chi-Wah, Louis Cheung Kai-Chung, Peter Chan Charm-Man), die alle unter einem Dach wohnen, gerät durch deren neuen Beziehungen (Ivana Wong Yuen-Chi, Lin Min-Chen, Stephy Tang Lai-Yan) aus den Fugen…

Meine Meinung:

Siehe A Guilty Conscience! Auch Table for Six ist ein neuer Film aus Hong Kong. Diesmal aus dem Jahr 2022 und auch diesen brachte der Besuch als Region-A-Blu-Ray zum Schauen mit. Und wie der Zufall will, ist A Guilty Conscience Hauptdarsteller Dayo Wong Chi-Wah auch hier als einer der Hauptfiguren zu sehen. Bei Table for Six handelt es sich um eine harmlose Komödie/Romanze. Dabei erinnert der Film auf den ersten Blick an chinesische Neujahrs-Komödien à la All's Well End's Well mit Stephen Chow.

Dies jedoch nur auf meinen ersten Blick. Laut Besuch, der da war, orientiert sich Table for Six zusätzlich vor allem an den beiden US-Serien How I Met Your Mother sowie The Big Bang Theory. Dazu würde auch die nerdigen Figuren und die ganze Detailverliebtheit passen. Überall sind niedliche Plüschtiere, Zeichnungen von Nintendo-Figuren (Mario), japanischen Animes (Doraemon) oder spanische Künstler (Joan Cornellà) zu sehen. Das war schon auffällig. Von Influencern ganz zu schweigen.

Im Gegensatz zum anderen Film, den wir an diesem Abend geschaut haben, war Table for Six die schlechtere Wahl. Der Film sagte mir nicht zu. Ich empfand den Film zu langweilig. Die Zeit wollte, vor allem gegen Ende, einfach nicht enden. Ich kam mir vor wie bei einem überlangen Film aus Südkorea. Zudem nervten mehrere Szenen und für eine Komödie war der Film schlicht zu wenig lustig, um bei Laue zu halten oder zu interessieren. Die Figuren waren zum Teil auch zu oberflächlich gezeichnet. Aber da fehlten mir halt auch die bekannten Namen.

Nebst dem bereits in A Guilty Conscience vorgestellten Dayo Wong Chi-Wah sind hier Louis Cheung Kai-Chung (Enter the Fat Dragon), Ivana Wong Yuen-Chi (Lucid Dreams), Peter Chan Charm-Man (Coffin Homes) sowie Lin Min-Chen in den Hauptrollen zu sehen. Mir unerkannte Gesichter. Fish Liew (Limbo, Twilight of the Warriors: Walled In), in A Guilty Conscience eine böse Rolle spielend, spielt hier am Ende die tote Mutter, die dem Sohn als Geist/Erinnerung erscheint. Obwohl mir der Film nur wenig zusagte, hatte das asiatische Publikum scheinbar Freude an dem Film, so dass Anfang 2024 der 2. Teil, fast mit dem gleichen Cast, veröffentlicht wurde.

Fazit: Wenn ich einen Neujahrsfilm aus HK wählen müsste, dann einen Stephen Chow Film sprich All's Well End's Well (1992) oder die spätere Variante All's Well, Ends Well 1997!

Gefolgt von: Table for Six 2

Infos:

O: Faan hei gong sum

HK 2022

R: Sunny Chan Wing-Sun

D: Dayo Wong Chi-Wah, Louis Cheung Kai-Chung, Peter Chan Charm-Man, Ivana Wong Yuen-Chi, Lin Min-Chen, Stephy Tang Lai-Yan

Laufzeit der HK-Blu: Ca. 117 Min.

Gesehen am: 31.08.24

Fassungen: Mir lag die HK-Blu-Ray von Edko Films vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2024).

Samstag, 28. September 2024

A Guilty Conscience

A Guilty Conscience

Story:

Jolene Tsang (Louise Wong Dan-Ni) steht vor Gericht. Dem ehemaligen Modell wird vorgeworfen, dass die ihre eigene Tochter misshandelt hat, was zu dessen Tod führte. Adrian Lam (Dayo Wong Chi-Wah) vertritt sie vor Gericht. Er weiss, dass Jolene Tsang unschuldig ist. Doch durch Zeugen, die gegen seinen Willen handeln und Jolene bewusst belasten, wird diese zu 17 Jahren Haft verurteilt. Erst zwei Jahre später, als einer der Zeugen zugibt, nicht die Wahrheit gesagt zu haben, sieht Adrian Lam die Chance gekommen, den Fall aufzurollen und erneut vor Gericht zu bringen…

Meine Meinung:

A Guilty Conscience war nicht ein Blindkauf, aber fast. Besuch brachte den Film mit, da sie Zuhause die Region-A Disc (aus Hong Kong) auf ihrem Player nicht schauen können. So schauten wir vor und nach einem feinen Raclette-Abendessen zwei neue HK-Filme an. Den Start machte A Guilty Conscience aus dem Jahr 2023 von Regisseur Jack Ng Wai-Lun, der damit, wie es scheint, sein Regiedebüt ablieferte. Zuvor war er vor allem als Drehbuchautor tätig (Filme wie SPL, Fire of Conscience oder That Demon Within).

A Guilty Conscience ist ein Gerichtsdrama. Ich wusste nichts über den Film, seinen Inhalt, die Hintergründe oder den Cast des Filmes Bescheid. Viele, vor allem Original Hong Konger, mögen den Film und sehen in diesem die Korruption und Unfairness der chinesischen Regierung und dessen Machtmissbrauch (in Hong Kong) an, welcher in den letzten Jahren Hong Kong und dessen Rechtsprechung infiltriert hat. Ob dies wirklich die Motivation der Filmemacher war, ist mir unbekannt. Andere Stimmen sagen, dass der Film quasi die HK-Version der US-Serie Doctor House ist. Auch dies kann ich nicht verifizieren, da ich diese Serie nie sah.

Ich war etwas skeptisch und wurde am Ende jedoch positiv überrascht. Obwohl kein Film für meine persönliche Filmsammlung, empfand ich den Plot als interessant, unterhaltsam und auch sozialkritisch. Zwar wird hier und da etwas übertrieben, aber es handelt sich ja noch immer um einen fiktiven Film. Obwohl der Film zwei Stunden und/oder etwas mehr als zwei Stunden läuft, empfand ich den Streifen als zu keiner Sekunde langweilig. Wer gerne Krimis/Gerichtsfilme mag, dürfte den Film interessant und an diesem Gefallen finden.

Der mir unbekannte Cast hat ihre Sache gut gemacht. Dayo Wong Chi-Wah war zwar in den 90ern schon in einigen Produktionen zu sehen, aber erst zuletzt startete er so richtig durch, auch wenn er schon mit Jackie Chan (Thunderbolt) oder Donnie Yen (Satan Returns) vor der Kamera stand. Und teilweise versuchte er sich auch schon als Regisseur oder Drehbuchautor (Pink Bomb). Wo ich am Cast hingegen freudig und unerwartet positiv überrascht wurde war die Rolle von Michael Wong (Hongkong Cop - Im Namen der Rache, In the Line of Duty 4 Legacy of Rage). Er fiel mir durch seine Stimme auf, erst danach durch sein Aussehen. Seine Rolle passt perfekt zu ihm. Stark gespielt.

Fazit: Fans des HK-Kinos und von Gerichtsfilmen können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Duk sit dai jong

HK 2023

R: Jack Ng Wai-Lun

D: Dayo Wong Chi-Wah, Louise Wong Dan-Ni, Renci Yeung Si-Wing, Tse Kwan-Ho, Michael Wong Man-Tak, Fish Liew, Ho Kai-Wa, Adam Pak Tin-Nam

Laufzeit der HK-Blu: Ca. 133 Min.

Gesehen am: 31.08.24

Fassungen: Mir lag die Region-A HK-Blu-Ray von Edko Films vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2024).

Sonntag, 29. Oktober 2023

Don't Look Up

 
Horroktober 2023

Don't Look Up

Story:

Die Dreharbeiten des jungen Regisseurs Toshio Murai geraten aus den Fugen, als auf dem Rohmaterial Personen erscheinen, die nicht gefilmt wurden. Als später eine Schauspielerin bei einem mysteriösen Unfall getötet wird, beginnt Toshio Murai zu ermitteln und stösst auf vergangene Ereignisse, die eine Rolle spielen könnten…

Meine Meinung:

Einer der frühsten Filme von Hideo Nakata (The Complex), der später mit Filmen wie Ringu, Ringu 2 oder Dark Water international für Furore sorgen sollte. Eine 100%ige faire Bewertung für Don't Look Up ist für mich nicht möglich, da keine englischen Subs vorhanden. Der Film ist im Grossen und Ganzen ok und kann einmal geschaut werden. Aber mehr auch nicht.

Der Film läuft nur 74 Minuten und bietet wenig Highlights. Der Film ist langsam und ruhig. Highlights sind rar gesät. Die mir unbekannten Darsteller machen ihre Sache ordentlich, auch in Anbetracht des Budgets. Der Film ist dialoglastig. Richtiger Grusel oder Spannung kamen nie auf. Während ich bei den Neusichtungen von Ringu und Ringu 2 eine Gänsehaut bekam, war dies in Don't Look Up leider nicht der Fall.

Der Film hat gefühlt zwei unheimliche Szenen im ganzen Film, die leicht stimmungsvoll und gruselig wirken. Aber mehr nicht. In diesen Szenen kommt das Talent, welches Hideo Nakata in späteren Filmen vermehrt und intensiver aufrufen konnte, bereits zur Geltung. Wenn auch nur am Rande. Für einen Low-Budget Film ist das aber dennoch ok.

Fazit: In einer qualitativ besseren Fassung und englischen Subs wäre das Film sicherlich etwas interessanter, in dieser VCD-Version ist der Film aber kaum zu empfehlen. 

Fazit: Besser Ringu schauen, lohnt sich mehr!

Infos:

O: Joyû-rei

Japan 1996

R: Hideo Nakata

D: Yûrei Yanagi, Yasuyo Shirashima, Kei Ishibashi, Ren Ôsugi, Sabu, Takanori Kikuchi, Akira Takahashi

Laufzeit der HK-VCD: Ca. 74 Min.

Gesehen am: Okt. 2023

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von EDKO Films vor = Gute bis durchschnittliche Bild- und Tonqualität, Japanischer O-Ton, chinesische Subs. Ich nehme an, dass der Film Uncut ist. Die DVD aus Japan hat auch keine englischen Subs. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Okt. 2023).

Samstag, 23. April 2022

Coffin Homes Review

Coffin Homes

Story:

 

Jimmy (Wong Yau-Nam) vermietet und verkauft Wohnungen. Ein knallhartes Business in Hong Kong. Erschwert wird dies durch die Tatsache, dass seine Freundin Lily (Chelffy Yau Mei-Mei) für die Konkurrenz arbeitet, spurlos verschwindet und Schulden (und Schuldeneintreiber) hinterlässt und Wohnungen von Geistern (Paul Che Biu-Law) bewohnt werden, die nicht wollen, dass «ihre Wohnungen» verkauft werden…

 

Meine Meinung:

 

Coffin Homes sind winzige Wohnungen (fast wie ein Sarg) in Hong Kong, in welcher, nicht selten, Migranten, Familien und die Unterschicht Hong Kongs lebt. Zusammengepfercht à la «Cage People». Dies ist ein Problem in Hong Kong: die Mieten sind viel zu hoch, Wohnungen zu teuer. Diese können daher oft nicht bewohnt werde, stehen leer und Menschen, die nicht über das Kleingeld verfügen, wohnen als «Cage People».

 

In den letzten Jahren gab es einige Filme aus Hong Kong, die sich diesem Problem zu Nutze machten und dies sozialkritisch ins Medium Film verknüpft habe, z.B. den Slasher Dream Home. Aber auch schon Filme aus Hong Kongs Blütezeit (Filmindustrie) zeigten diesbezüglich bereits ein düsteres Bild (Cageman, 1992). Nun kommt mit Coffin Homes von Fruit Chan ein weiterer Film dazu, der sich diesem Thema widmet.

 

Coffin Homes ist eine sozialkritische Ghost Comedy. Daneben gibt es noch Seitenhiebe gegen China. Wer über die Grundprobleme und politischen Aktivitäten in Hong Kong nicht vertraut ist, dem dürfte der Inhalt schwer verständlich und wirr erscheinen. Der Plot wirkt episodenhaft, nicht geradlinig, führt aber am Ende versöhnlich zusammen.

 

Coffin Homes bietet schöne Bilder aus Hong Kong. Optisch ist der Film stark eingefangen. In vielen Szenen regnet es und die Skylines aus Hong Kong werden eindrücklich dargestellt. Wer schon in Hong Kong gewesen ist, wird dies Szenen nostalgisch betrachten. Ich fand Coffin Homes gut, solide und kurzweilig. Mehr aber auch nicht. Ob es ein Film ist, den ich nochmals schauen werde? Ich weiss es nicht.

 

Dafür gabs doch zu wenig klare Highlights und einzelne Sequenzen waren schwächer (alle Szenen mit dem Geister-Jungen fand ich irgendwie doof). Ansonsten fühlte ich mich hier und da an westliche Filme erinnert (Tanz der Teufel, The Shining, Rabid Grannies, Street Trash). Mit Blut wird definitiv nicht gespart, aber es handelt sich um eine Komödie. Dennoch gabs in Hong Kong das CAT. III Rating. Die Musik fand ich hier und da unpassend.

 

Was den Cast angeht hatte ich vor allem an zwei Namen Freude: Tai Bo und Paul Che. Tai Bo spielte im goldenen Filmzeitalter aus Hong Kong in unzähligen Filmen mit, wenn auch oft Nebenfigur oder Cameo-Auftritte. Hauptrollen wie z.B. in The Two Jolly Cops waren selten. Ich mag ihn. Sympathisch. Paul Che gefällt auch. Er spielt hier den Beanstalk Ghost. Geister-Erfahrungen sammelte Paul Che bereits in Toothless Vampires, in welchem er jedoch gegen Vampire kämpft. Wong Yau-Nam (Murderer, Gallants) war ebenso überzeugend. Der Rest ist hingegen nicht der Rede wert.

 

Fazit: Wer einen Bezug zu Hong Kong hat, kann sich den Film gut einmal ansehen!

 

Infos:

 

O: Gwai Tung Nei Jyu

 

HK 2021

 

R: Fruit Chan

 

D: Paul Che Biu-Law, Wong Yau-Nam, Tai Bo, Chelffy Yau Mei-Mei

 

Laufzeit der HK-Blu: Ca. 106 Min.

 

Gesehen am: 19.03.22

 

Fassungen: Mir lag die HK-Blu-Ray von Edko vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2022).

Donnerstag, 16. Juli 2020

Murderer Review

NIFFF 2010 Spezial
Murderer

Story:

Inspektor Ling Guang (Aaron Kwok) wird ohnmächtig und mit Erinnerungslücken an einem Tatort vorgefunden. Das Opfer: Lings Partner Tai (Chen Kuan-Tai), der Wunden von einem Handbohrer aufweist – wie schon diverse Opfer vor ihm. Ling Guang und sein Team beginnt zu ermitteln. Mysteriöse Hinweise verdeutlichen, dass Ling Guang etwas mit den Morden zu tun haben muss…

Meine Meinung:

Murderer schien mir 2010, als ich den Film am NIFFF sah, gefallen zu haben. Dies entnehme ich meinem alten Review und der Tatsache, dass ich mir die DVD aus Hong Kong zulegte. Zehn Jahre später erst, kams nun zur Neusichtung und Murderer gefällt mir gar nicht mehr und die DVD fliegt aus der Sammlung. Warum mir der Film damals zusagte, ist mir aktuell ein absolutes Rätsel.

Murderer bietet nämlich leider kaum etwas, was gefällt. Es gibt nur zwei Aspekte, die mir aktuell gefallen haben:

1. Schöne Bilder aus Hong Kong

2. Shaw Brothers Legende Chen Kuan-Tai (The Master) in einer Nebenrolle.

Letzterer darf den Film mit einem blutigen Effekt und Stunt starten (die offene Bein-Fraktur war sehenswert und schmerzhaft anzusehen), danach geht es bergab.

Der 2stündige Film ist absolut langweilig und es passiert kaum etwas. Die Story ist uninteressant, lahm und nicht wirklich spannend. Die ganzen Flashbacks nerven und erinnern an billige TV-Serien wie CSI und Konsorten-Schrott.

Der Film fängt zwar sehr vielversprechen an, kann das Tempo jedoch nicht halten, welches der Film zunächst vorgibt. Nebst Längen überzeugen auch Story und Aufklärung, die sichtlich überraschend sind, nicht. Diese sind an Lächerlich- und Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten. Dazu kommt teilweise grottenschlechtes Schauspiel von Aaron Kwok (Close Escape, China Strike Force, Port of Call), welches schon beinahe unfreiwillig komisch wirkt.

Kaum zu glauben, dass er für die Rolle des besten Schauspielers nominiert war und Regisseur Roy Chow Hin-Yeung für den besten Regisseur – dies zeigt nur, wie tief das Kong Kong Kino im Vergleich zu früher gesunken ist. Roy Chow Hin-Yeung ist mir bis auf den zwei Jahre entstandenen Rise of the Legend auch unbekannt.

Besser machten es Chen Kuan-Tai und Dream Home Star Josie Ho in einer Nebenrolle. In einer weiteren Nebenrolle ist ein alternder Chin Ka-Lok zu sehen, der im HKer Kino der goldenen Generation oft zu sehen war (The Vengeance of Six Dragon, The Tantana, Operation Scorpio, Drunken Master 2 etc.). Er bleibt unauffällig.

Fazit: Murderer lohnt sich in keiner Art und Weise. Stinklangweilig und schlechter Film…

Infos:

O: Saat Yan Faan

HK 2009

R: Roy Chow Hin-Yeung

D: Aaron Kwok, Janine Chang, Josie Ho, Eddie Cheung, Chen Kuan-Tai

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 121 Min.

Gesehen am: NIFFF 2010 / Review überarbeitet am: 16.04.20

Fassungen: Mir lag die Code drei DVD von Edko aus Hong Kong vor = Schuber, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2020).

Samstag, 30. November 2019

Tom Yum Goong Review

Tom Yum Goong

Story:

Als Elefanten aus einem thailändischen Dorf nach Sydney verkauft / gestohlen werden, macht sich Kham (Tony Jaa) auf die Rettungsaktion nach Sydney…

Meine Meinung:

Tom Yum Goong hat die Neusichtung bestanden. Der Film ist, zusammen mit Ong-Bak, sicherlich das Beste, was Tony Jaa je hervorgebracht hat und er befand sich zu dieser Zeit auf der Höhe seiner kurzen Karriere. Natürlich spielte er in späteren Ong-Bak und Tom Yum Goong Fortsetzungen mit, doch diese erreichten nie die Qualität der Originale. Und seine Ausflüge ins Hong Kong Kino, meist Nebenrollen, sind wenig erwähnenswert (z.B. SPL 2: A Time for Consequences, Paradox, Master Z: The Ip Man Legacy). Besser waren Ausflüge nach Amerika (Skin Trade).

Im Vergleich mit Ong-Bak, auch erst vor kurzem aufgefrischt, bietet Tom Yum Goong mehr Spektakel in Sachen Martial Arts, Kampfszenen und Innovationen. Die Story ist genau so dünn wie im «Vorgänger» - aber das tut nichts zur Sache. In Filmen wie diesen erwarte ich keine tiefgründige Story. In späteren Filmen wurde diese praktisch kopiert (Okja).

Der Beginn des Filmes ist ein wenig lahm – das ist nebst hier und da schlechter Edit-Arbeit (zum Glück nie die Actionszenen betreffend) und 1-2 miesen CGI Szenen (Explosionen und das Laufen mit dem Baby-Elefanten über eine Brücke) das einzige negative am Film. Aber das war mir als Zuschauer bewusst – kann man sich darauf einstellen. Ausserdem gibt es trotzdem nach 19 Minuten bereits die erste Action zu sehen…

Zur Action, dem wichtigsten im Film:

Eindrücklich! Auch heute noch! Tony Jaa gibt eine starke Performance ab und die Action-Szenen bieten Verfolgungsjagden zu Fuss, über eine Treppe hinauf, auf dem Fluss, harte Stunts und viele Kampfszenen. Die Anzahl und Qualität der Actionszenen steigen kontinuierlich. Die Szenen wurden stark choreographiert und gefilmt. Es wurden abwechslungsreiche Ideen eingeflochten, damit diese nicht langweilig werden und/oder sich abnutzen.

Highlights in Sachen Action:

Tony Jaa Vs. Strassenlampe (köstliche Szene), Tony Jaa Vs. die Biker (stark choreographiert, z.T. viele Szenenabläufe ohne Schnitt), Tony Jass Vs. den Schwertkämpfer, Tony Jaa Vs. den Capoeira Kämpfer, das lange Finale (Knochenbrecher-Szene und/oder der Kampf gegen die Riesen) und natürlich soll die über vierminütige Action-Szene ohne Schnitt erwähnt werden, in welcher sich Tony Jaa wie in einem Videospiel durchs Level kämpft. Cool fand ich auch, dass viele Gegner in Gegenstände gekickt werden und einige der Kampfszenen, Choreographien und/oder das Einbringen von Gegenständen erinnerte mich ans Action-Kino eines Jackie Chan.

Nebst dem überzeugt der Film durch sein Setting (Sydney) und der Tatsache, dass es ab einem gewissen Zeitpunkt bis zum Ende keine Längen mehr gibt (sondern eben Daueraction). Das sorgt auch dafür, dass der lahme Beginn und der unspektakuläre Soundtrack kompensiert werden.

Nebst Tony Jaa sind zu sehen: Petchtai Wongkamlao (auch aus Ong-Bak – bringt etwas Humos in den Film, ist ja auch ein Komiker), Johnny Nguyen (The Rebel aus dem Jahr 2007 war sein einziger wirklicher guter Solo-Film) oder Riese Nathan Jones (Fearless, Mad Max: Fury Road, Boar). Die nicht erwähnten Figuren sind zu vernachlässigen und billige 08/15 Stereotypen (vor allem die Bösewichte).

Fazit: Für Fans von Tony Jaa, Martial Arts und Ong-Bak zu empfehlen! Rockt auch heute noch!

Gefolgt vom (viel schwächeren und nicht zu empfehlenden): Tom Yum Goong 2

Infos:

O: Tom Yum Goong

Thailand 2005

R: Prachya Pinkaew

D: Tony Jaa, Petchtai Wongkamlao, Bongkoj Khongmalai, Xing Jing, Nathan Jones, Johnny Nguyen, Lateef Crowder, Jon Foo

Laufzeit der HK-DVD: 109:25 Min.

Gesehen am: Jan. 2006 / Review überarbeitet: 29.08.19

Fassungen: Mir lagen die US-DVD von Dragon Dynasty und die HK-DVD von Edko Films vor. Letztere ist zu bevorzugen, da deutlich bessere Tonspur (DTS). Es gibt jedoch kaum Extras und keine Subs. Diesen Vorteil hätte die US-DVD, jedoch störe ich mich am «Quentin Tarantino presents» Schriftzug auf Hülle und Film-Master (On screen) und die Tonspur ist deutlich weniger gut vertont. Und bei der Story und Inhalt brauche ich keine verständlichen Subs…Uncut gib es den Film in Deutschland erst seit ca. fünf Jahren!!! Die US-DVD wird entsorgt.

Montag, 2. September 2019

Ong-Bak Review

Ong-Bak

Story:

Ting (Tony Jaa) ist auf der Suche nach einem gestohlenen Buddha Kopf (einer Statue). Er folgt den Tätern in die Grossstadt, wo er an Gangster gerät. Doch Ting, ein ausgezeichneter Kämpfer, weiss sich zu wehren…

Meine Meinung:

Ong-Bak war, als er 2003 veröffentlicht wurde (ich sah den zwei Jahre später das erste Mal), ein grosser internationaler Hit. Der Film hat weltweit für Furore gesorgt – in Foren, im Internet, auf dem DVD/Video Heimmarkt und an Filmfestspielen war der Film zusehen – man sprach darüber, tauschte sich aus und ein neuer Star am Actionhimmel war geboren (Tony Jaa). Es folgte eine kurze Welle von ähnlichen Actionfilmen aus Thailand und es folgten bis heute mind. zwei Fortsetzungen und in Europa kaufte Luc Besson die Rechte und veröffentlichte eine abgeänderte (in meinen Augen auch zensierte und nicht zu empfehlende) Version in der nebst wenig Action/Gewalt auch viel Handlung fehlt und der Soundtrack wurde ebenso angepasst = auch negativ, da mir der Original-Soundtrack gut gefällt und passt.

Ong-Bak gefällt auch heute noch sehr gut, obwohl der grosse «Wow- und Staun-Faktor» nicht mehr vorhanden ist. Dies auch, weil der Markt übersättig ist und es nach Ong-Bak viele andere tolle Actionfilme* gab und/oder andere Länder ebenfalls auf den Zug (Ong-Bak Erfolgswelle) aufsprangen und selbst Action-Filme gedreht haben, Mal erfolgreicher oder nicht**.

* Tom Yum Goong, Born to Fight, Merantau, The Raid, The Raid 2, Chocolate, Headshot, The Rebel (aus Vietnam)

** Furie (aus Vietnam), Maria (aus Philippinen), Revenger (aus Südkorea – leider bisher nur auf Netflix), Mrs K (mit Kara Hui und Simon Yam), The Night Comes For Us (dürfte ein Knaller sein – leider, da Netflix Film, noch nicht gesehen), BuyBust (aus den Philippinen), Re:Born (aus Japan), Lục Vân Tiên: Tuyệt đỉnh Kungfu (aus Vietnam), Jailbreak (am NIFFF gesehen)

Ong-Bak gefällt vor allem Dank der Action! Davon gibt es einiges zu sehen. Nebst einem ansehnlichen Start à la dem Jackie Chan Film Dragon Lord wird die kaum vorhandene Story in die Wege geleitet und die Figuren vorgestellt – Tony Jaa als charismatischer Held und Kämpfer (Ex-Stuntman), Petchtai Wongkamlao (thai. Komiker, der danach auch in eigenständige Produktionen zu sehen war – z.B. The Bodyguard 1 und 2), Pumwaree Yodkamol (die einzige weibliche Hauptrolle) und daneben paar klischeehafte Bösewichte und ausländische Kämpfer.

Das sorgt dafür, dass die ersten 35 Minuten relativ lahm sind und es kaum Action zu sehen gibt. Dafür legt der Film ab der 35. Minute dann los und es folgt, mehr oder weniger, eine Art Daueraction bis zum Finale. Startet mit der irrwitzigen Verfolgungsjagd mit sehenswerten Stunt-Einlagen (durch Stacheldraht Ring springen, unter Auto durch rutschen etc.), einem dreifachen Ring-Kampf (mit diversen Kämpfern und Eigenschaften), einem späteren offiziellen Ring-Kampf (getürkt), einer erneuten Verfolgungsjagd (via Autorikscha), einer Befreiungsaktion (mit Motorrad und Feuer-Stunts) bevor dann das Action-Finale von statten geht.

Die Kampfszenen sind sehenswert choreographiert, abwechslungsreich, knüppelhart (vor allem die Stunts) und es werden z.T. mehrfach Wiederholungen in Zeitlupe gezeigt. Knochen bleiben nicht immer heil, aber ansonsten in der Gewaltfaktor eigentlich relativ gering (die 18er Freigabe ist natürlich ein Witz). Tony Jaa ist die perfekte Wahl und es wird auf CGI und Drahtseil-Mithilfe, wo möglich, verzichtet (dass es in der ein oder anderen Szene nicht doch versteckte Hilfsmittel gab, bezweifle ich heute). Tony Jaa ist auch heute noch im Filmgeschäft tätig***, doch konnte er, mit Ausnahme von Tom Yum Goong, auf den grossen Erfolg, der Ong-Bak auslöste, nie mehr anknüpfen. Petchtai Wongkamlao finde ich sympathisch und dass er Komiker ist, merkt man. Zum Teil amüsante Situationskomik, welche er bietet. Wer asiatischen Humor nicht mag, wird die Szenen nicht mögen…

*** es folgten Ong-Bak 2 und 3 im klassischen Setting (sollte man als einen Film zusammen schauen), Tom Yum Goong 2 (leider schwach), Skin Trade (coole B-Action mit Dolph Lundgren), Ausflüge ins HK-Kino (SPL 2, Paradox, Master Z: The Ip Man Legacy) und Ausflüge nach Hollywood (Fast & Furious 7, xXx - Die Rückkehr des Xander Cage)

Der Erfolg des Filmes lieferte mehrere Produktionen ähnlicher Art (oder in anderen Genres) aus Thailand und auch Regisseur Prachya Pinkaew oder der inzwischen verstorbene Schauspieler, Regisseur und Action-Choreograph (quasi Tony Jaas Mentor) Panna Rittikrai konnten vom Erfolg profitieren: Prachya Pinkaew inzensierte danach noch Tom Yum Goong, Chocolate und u.a. The Kick.

Panna Rittikrai hingegen den grossartigen Born to Fight, Bangkok Knockout, Ong-Bak 2/3 und seinen letzten Film Vengeance of an Assassin. Weitere Beteilung: als Schauspieler im 80er Jahre Born to Fight (von 1984 – die Stunts sind auch heute noch eine Wucht!), Dynamite Warrior (Schauspiel) oder Raging Phoenix (Choreographie).

Wer wenig Wert auf Handlung, Charaktertiefe, Originalität etc. legt, sondern nur coole Action (Martial Arts) sehen möchte, macht mit Ong-Bak alles richtig! Macht auch heute noch viel Spass und überzeugt in den Actionszenen!

Gefolgt von: Ong-Bak 2

Infos:

O: Ong-bak

Thailand 2003

R: Prachya Pinkaew

D: Tony Jaa, Petchtai Wongkamlao, Pumwaree Yodkamol, Suchao Pongwilai, Chumphorn Thepphithak

Laufzeit der HK-DVD: 108:17 Min.

Gesehen am: Januar 2005 / Review überarbeitet am: 18.06.19

Fassungen: Mir lag die Code drei (CAT. III Freigabe) HK DVD von Edko Films vor = DTS Ton, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, keine englischen Subs, Uncut (Thai.) Fassung mit richtigem Originalsound. Gibt es in Deutschland erst seit (!!!) 2017 auch Uncut und in der Thai. Fassung auf DVD und/oder Blu-Ray.

Montag, 5. November 2018

The Outlaws Review

The Outlaws

Story:

Jang Chen (Yoon Kye-sang) wird in China gesucht. Daher flieht er mit zwei anderen chinesischen Gangstern nach Südkorea, Seoul. Dort legt er sich mit den Einheimischen Gangstern an. Sein Ziel: dass er das Sagen hat. Ihm sind dazu alle Mittel recht. Mit grosser Brutalität geht er gegen die Clans vor. Die Polizei unter der Führung des harten Cops Ma Seok-do (Ma Dong-seok) versucht, dass Chinesen Gangster-Trio dingfest zu machen…

Meine Meinung:

Sehenswertes Regiedebüt von Kang Yoon-sung welches auf einem wahren Fall basieren soll. Wer das südkoreanische Gangster- und Actionkino mag, sollte sich The Outlaws nicht entgehen lassen. Ich bin kein allzu grosser Fan des südkoreanischen Kinos, aber nach der Sichtung des Trailers schlug ich in diesem Fall zu und ich wurde nicht enttäuscht (ging aber auch nicht mit grossen Erwartungen an den Film heran): The Outlaws ist ein unterhaltsamer Gangster-Krimi mit tollem Cast.

Gut fand ich, dass das Gangster-Trio aus China stammt und die Gangster-Szene in der Ortschaft aufmischt – mit nicht traditionellen Mitteln – und sie haben Erfolg. Dabei gefällt nebst dem Glanzkopf vor allem Lead Jang Chen, gespielt von Yoon Kye-sang (soll ein ehemaliger Musiker sein). Er spielt herrlich fies und gibt einen wunderbaren Bösewicht ab. Fies und brutal.

Auf der anderen Seite haben wir Ma Dong-seok, der mir unbekannt ist, als harten aber sympathischen Cop, der versucht das Chinesen Gangster Trio in die Finger zu kriegen. Ma Dong-seok fällt vor allem durch einen kräftigen Körperbau auf. Man hofft die ganze Zeit, dass es zu einem Duell zwischen ihm und Jang Chen kommt – und dieses gibt es – dafür muss man aber bis zum Finale warten.

Der Film ist trotz wohl dosierten Actionszenen kein reiner Actionfilm. Trotzdem wird der Streifen in zwei Stunden nicht langweilig, da der inhaltlich einige Überraschungen und Wendungen gibt. Man nimmt sich für die Story und die Figuren Zeit, und das ist gut so. Übrigens kaum zu glauben, dass der Film in Seoul spielen soll – zum Teil wirkt es eher wie eine Kleinstadt statt Grossstadt = da kommt Kleinstadt Stimmung auf, was ich immer mag. 

Die Actionszenen beziehen sich auf Verfolgungsjagden, Prügeleien, Folter, Messerstechereien, Massenszenen. Was es nicht gibt sind Shoot-Outs (wobei dies etwas komisch ist – keiner der Polizisten scheint eine Feuerwaffe zu haben).

Fazit: Kein Highlight, aber durch und durch gute Unterhaltung aus Südkorea, dessen Inhalt durch zwei starke Figuren getragen wird! Allen Fans des koreanischen Kinos zu empfehlen!

Infos:

O: Beomjoidosi

Südkorea 2017

R: Kang Yoon-sung

D: Ma Dong-seok, Yoon Kye-sang, Jo Jae-yoon, Choi Gwi-hwa, Lim Hyeong-joon

Laufzeit der HK DVD: Ca. 121 Min.

Gesehen am: 04.08.18

Fassungen: Mir lag die HK DVD (Code drei) von Edko Films vor = Uncut, O-Ton mit englischen Subs, erstklassige Bild- und Tonqualität. Es gibt noch keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2018).