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Mittwoch, 7. Januar 2026

Love & Crime

Japanuary 2026

Love & Crime

Story:

Ein Forensiker (Teruo Yoshida) untersucht den Leichnam seiner Frau. Danach erzählt er dem Zuschauer vier True-Crime Vorfälle, die Japan erschüttert haben und in deren Zentrum Frauen standen:

The Toyokaku Inn Incident:

1957: Kunie Munakata (Rika Fujie) will um jeden Preis ein Hotel besitzen, koste es was es wolle. Sie stellt sogar ihren Liebhaber (Takashi Fujiki) ein, um ihrem Ziel näher zu kommen. Dafür geht sie auch über Leichen…

The Abe Sada Incident:

Teruo Yoshida führt mit Sada Abe, die ihrem Lover den Penis abschnitt, auf einer Brücke in Tokyo ein Interview. Danach erzählt der Film zwei kurze Geschichten über zwei Männer (Toru Yuri und Akira Oizumi), die von ihren Frauen (Asano Kanamori) die Penisse abgeschnitten bekommen haben.

The Kodaira Incident:

Während dem 2. Weltkrieg geht ein Vergewaltiger und Serienmörder (Asao Koike) um…

Oden Takahashi:

1879: Takahashi Oden (Teruko Yumi) wird für einen Mord zum Tod durch Enthauptung verurteilt…

Meine Meinung:

Als ich den Film im Nov. 2006 sah, vor 20 Jahren, lag mir nur eine Japanisch gesprochene Fassung ohne (englische) Untertitel vor. Für den Inhalt von Love & Crime, der eine Rahmenhandlung und dazu vier True Crime Verfilmungen erzählt, sind verständliche Untertitel wichtig. Ansonsten ist das Sehvergnügen definitiv eingeschränkt und wirr. Erst 88 Films haben dem Film im Januar 2025 eine offizielle Vö mit englischen Untertiteln spendiert.

Der Film von Teruo Ishii (Yakuza Law, Bohachi Bushido: Code of the Forgotten Eight, Japanese Hell) gehört zur Tokugawa-Reihe. Ich würde meinen, dass der Film zusammen mit Yakuza Law, ebenfalls ein Episodenfilm, zu den weniger sehenswerten Beiträgen in der Reihe gehört. Der Film kommt nur knapp in die Sammlung. Im Vergleich zu anderen Beiträgen der Reihe (Shoguns Joy of Torture, Oxen Split Torturing) geht es in Love & Crime harmloser zu. Inhaltlich geht es um Frauen, die Opfer begehen oder zu Opfern werden.

Der Einstieg in den Film war etwas «cheesy», mit dem «Pathologen», dem plötzlich seine eigene Frau auf dem Seziertisch liegt und der danach anhand True Crime Fällen herausfinden will, wie es so weit kommen konnte. Die erste Episode war fast die beste. Solider Mix aus etwas Sex, Sleaze, blutigen Momenten und optisch gelungenen Szenen (wie sie ihren Lover am Ende absticht und das Feuer). Danach wird es bizarr, als der Film die echte Abe Sada präsentiert und sie einige Dinge erzählt. Danach folgen zwei Kurzgeschichten über Männer, die von ihren Frauen entmannt werden.

The Kodaira Incident, die Episode die nur in s/w gefilmt wurde, erinnert leicht an den Shaw Brothers Film The Criminals 5 – The Teenager’s Nightmare und dessen zweite Episode The Teenager’s Nightmare. Dreckig und schmuddelig geht es zu, wenn der Vergewaltiger am Ende das junge Mädchen tötet. Das ist inhaltlich vielleicht die härteste Episode. Die letzte war eher kurz, aber gefiel vor allem optisch. Und es gab einige tolle Make-Up Effekte (das entstellte Gesicht). Die Enthauptung vor verschneiter Kulisse und in Zeitlupe wurde optisch wunderschön inszeniert. Das können die Japaner einfach.

Fazit: Wer keine Ansprüche hat und True Crime Inhalte mit etwas Sex, Blut und Sleaze mag, kann einen Blick riskieren.

Gefolgt von: Orgies of Edo

Infos:

O: Meiji · Taishô · Shôwa: Ryôki onna hanzaishi

Japan 1969

R: Teruo Ishii

D: Rika Fujie, Takashi Fujiki, Teruo Yoshida, Toru Yuri, Akira Oizumi, Abe Sada, Asano Kanamori, Asao Koike, Teruko Yumi

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 92:18 Min.

Gesehen am: Nov. 2006 / Neusichtung: Jan. 2026

Fassungen: Ich sah den Film vor 20 Jahren als japanische DVD ohne verständliche Untertitel. Später kamen die Franzosen mit ihrer Vö = noch immer (für mich) ohne verständliche Untertitel. Erst 88 Films schaffte mit ihrer UK-Blu-Ray Vö Abhilfe. Für die Neusichtung lag die UK-Blu Ray vor = Wendecover, Booklet, DVD & Blu-Ray zum Film, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität sowie Uncut. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Purani Haveli: The Monster Wakes

Purani Haveli: The Monster Wakes

Story:

Eine Gruppe von Freunden (u.a. Deepak Parashar, Amita Nangia) bekommt es in einem abgelegenen Gemäuer mit einem uralten Monster zu tun…

Meine Meinung:

Purani Haveli: The Monster Wakes ist der letzte Film der Ramsay Brüder aus Mondo Macabros The Bollywood Collection, welchen ich nun gesehen habe und insgesamt einer der besseren Titel aus der Box. Ich würde sagen, dass der Film zusammen mit Veerana: Vengeance of the Vampire der beste Titel der Box ist. Dabei haben die Brüder insgesamt noch viel mehr solche Gruselfilme gedreht. Es wäre wünschenswert, wenn Mondo Macabro noch eine zweite Box mit weiteren Titeln bringen würde (z.B. Hotel). Träumen erlaubt!

Purani Haveli: The Monster Wakes wäre sogar fast ein Kracher, wäre da nicht der lahme Sub-Plot im Mittelteil, welchen die Zuschauer getrost ignorieren können da nichts zu der eigentlichen Handlung beitragend. Die Szenen wirken wie aus einem anderen Film d.h. deplatziert und unpassend. In der Zeit kann der Zuschauer aufs WC gehen, lesen, Kaffee machen oder auf der Nintendo Switch Broforce zocken. Inhaltlich wird dabei nichts verpasst. Abgesehen davon hat mir Purani Haveli: The Monster Wakes wirklich gut gefallen.

Im Vergleich zu den schwächeren Filmen in der Box gibt es hier deutlich mehr Gruselparts, deutlich mehr stimmungsvolle Momente (schon der Start in den Film ist sehenswert), deutlich mehr charmante Effekte und Kostüme, einen höheren Bodycount und eigentlich keinen nervenden Klamauk. Es gibt zwar Klamauk (gibt es in diesen Filmen übrigens immer), der war jedoch naiv und erinnerte mehr ans HK-Kino der Anfang 90er Jahre. Also keine Fremdscham, sondern Schmunzeln ist angesagt. Dazu kommt, dass es eine gehörige Portion Sleaze zu sehen gibt.

Die Songs und Tanz-Einlagen haben gepasst und die Musik war auch abgesehen davon immer stimmig und trug viel zur Gruselstimmung bei wie auch der Einsatz von Nebelschwaden, Feuer und Donner- und Blitzen. Interessant ist der christliche Einschub in den Film. Christen machen in Indien gemäss KI nur 2,3% der Bevölkerung aus. Dennoch gibt es hier einen Jesus-Vorspann und am Ende ist es das Christentum, welches das Böse zerstört und die Helden rettet. So etwas sieht der Fan in einem indischen Film auch nicht alle Tage. Dazu passt auch, dass einige Szenen fast 1:1 aus US-Klassikern wie Das Omen kopiert wurden.

Auch das (das Kopieren ausländischer Klassiker) war üblich. Auf A Nightmare on Elm Street folgte Mahakaal, auf Chucky - Die Mörderpuppe folgte Papi Gudia, auf Jaws folgte Aatank und auf Godzilla folgte Gogola (leider bisher verschollen). Die Szene mit Johnny Depp und dem Bett in A Nightmare on Elm Street findet in einer Alptraumvariante auch Einzug in Purani Haveli: The Monster Wakes. Der Cast hat seine Sache sehr ordentlich gemacht. Sowohl die Helden um Deepak Parashar (Hatyarin), Amita Nangia oder die Bösewichte um Tej Sapru oder die Komiker um Satish Shah (Purana Mandir).

Fazit: Für Fans der Ramsay-Brüder Pflichtprogramm!

Infos:

O: Purani Haveli

Indien 1989

R: Shyam Ramsay, Tulsi Ramsay

D: Deepak Parashar, Amita Nangia, Tej Sapru, Sikandar Priti, Sapru Walia, Anil Dhawan, Satish Shah

Laufzeit der US-Blu: Ca. 146 Min.

Gesehen am: 07.01.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Mondo Macabro = Bollywood Horror Collection, Uncut, O-Ton mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).