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Sonntag, 23. August 2026

The Spiritual Boxer

 
Shawgust 2026

The Spiritual Boxer

Story:

Hsiao Chien (Wong Yu) wird von seinem Meister (Chiang Yang) getrennt. Er zieht allein durchs Land und täuscht diverse Parteien in der Hinsicht, dass er Spirits bekämpfen und befreien kann. Dafür schlüpft er in diverse Identitäten (z.B. Monkey King, God of War etc.). Er trifft auf Jin Lian (Lin Chen-Chi), die ihn unterstützt. Hsiao Chien Bekanntheitsgrad steigt. Er findet viele Schüler (u.a. Addy Sung Gam-Loi, Liu Chia-Liang), die er neu ausbildet. Örtliche Gangster (Shih Chung-Tien, Fung Hak-On) sehen dem Treiben kritisch zu und als sich diese mit zwei gesuchten Kriminellen (Lee Hoi-Sang, Ng Hong-Sang) vereinen, scheint Hsiao Chiens Fassade zu bröckeln…

Meine Meinung:

The Spiritual Boxer gilt als Liu Chia-Liangs (Challenge of the Masters, Heroes of the East, The Eight Diagram Pole Fighter) Regie-Debüt, auch wenn er paar Jahre zuvor bereits für den Film Breakout from Oppression (nebst Gordon Liu und Yang Fan) als Regisseur geleistet wurde. Laut KI wurde Breakout from Oppression jedoch erst nach dem Erfolg von The Spiritual Boxer und Die 36 Kammern der Shaolin veröffentlicht und daher gilt offiziell The Spiritual Boxer als Liu Chia-Liangs Regiedebüt. Der Film markiert auch leichte Ghost-Vibes (noch vor Sammo Hungs Encounters of the Spooky Kind) und gilt als Kung-Fu-Komödie (noch vor Die Schlange im Schatten des Adlers sowie Drunken Master).

Eigentlich wollte ich heute The Flying Guillotine schauen, aber die Disc von Shout Factory scheint irgendwie beschädigt (= unbekannte Disc), was mich sehr genervt und viele Nerven gekostet hat. Also sah ich mir aus einer anderen Shout-Box The Spiritual Boxer an. The Spiritual Boxer empfand ich aktuell als mittelmässig und durchschnittlich. Das lag an folgenden Gründen: Wong Yu (Dirty Ho, Thirteen, Executioners from Shaolin) mag ich in den Shaw Brothers Produktionen weniger als in unabhängigen Eastern von kleineren Studios (z.B. The Young Avenger). Dort nervt er mich weniger. Er gehört nicht gerade zu meinen Favoriten in Sachen Shaw Brothers Darstellern.

Der Plot von The Spiritual Boxer gibt eigentlich nur wenig Kampfszenen her und überzeugen tun eigentlich praktisch nur jene aus dem Finale. Das ist auch schade. Es gibt Längen und der Plot wirkt episodenhaft. Für den Inhalt empfand ich die Laufzeit auch als zu lang. Der Film läuft über 100 Minuten. Da wäre eine Laufzeit von nur 80 Minuten angenehmer gewesen, um den Film actionreicher wirken zu lassen. Nebst dem Finale, in dem u.a. Lee Hoi-Sang (Der Superfighter) als Bösewicht zu sehen ist, hat vor allem der Anfang des Filmes mit Gastauftritten von Ti Lung (Black Magic II), Wilson Tong (The Two Jolly Cops) sowie Chen Kuan-Tai (Ambitious Kung Fu Girl) gut gefallen. Die Kämpfe, vor allem jene im Finale, wurden von Liu Chia-Liang choreographiert.

In weiteren Rollen sind u.a. noch Liu Chia-Liang (zweimal kurz als Schüler von Wong Yu zu sehen), Lin Chen-Chi (Dangerous Encounter - 1st Kind, Haunted Tales) als Tomboy, Fung Hak-On (eher enttäuschende Nebenrolle), Chan Shen (auch ohne wirkliche Kampfszene) und Addy Sung Gam-Loi (nur einmal für einen Bruchteil einer Sekunde zu sehen). Es gibt zudem weitere, spätere Stars in Miniauftritten zu sehen. Diese sind mir jedoch beim Schauen nicht aufgefallen. Dies wären Namen wie Lam Ching-Ying (Mr. Vampire), Eric Tsang (Ghost Punting) sowie Simon Yam (Run and Kill) gewesen. Der Film war so erfolgreich, dass vier Jahre später eine Fortsetzung folgte, die mir gemäss meinem alten Review besser gefiel!

Gefolgt von: Spiritual Boxer, Part II

Infos:

O: Shen Da

HK 1975

R: Liu Chia-Liang

D: Liu Chia-Liang, Wong Yu, Lin Chen-Chi, Chiang Yang, Shih Chung-Tien, Fung Hak-On, Lee Hoi-Sang, Ng Hong-Sang, Ti Lung, Chen Kuan-Tai, Wilson Tong, Chan Shen, Addy Sung Gam-Loi

Laufzeit der US-Blu: Ca. 103 Min.

Gesehen am: Aug. 2011 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory (Shaw Brothers Classics Vol. Seven) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität.

Mittwoch, 5. August 2026

The Reckless Cricket

Shawgust 2026

The Reckless Cricket

Story:

Um seine Liebe Ah Zhu (Yau Chui-Ling) heiraten zu können, muss er ein Kung Fu Meister werden. So verlangt es Ah Zhus Vater. Also sucht sich Cricket (Hon Kwok-Choi) diverse Meister, die er mit Gold bezahlt, damit sie ihn ausbilden. Doch er fällt auf Schwindler herein, die sich das Gold krallen und danach das Weite suchen. Doch so schnell gibt Cricket nicht auf…

Meine Meinung:

The Reckless Cricket ist ein seltener Shaw Brothers Film, da es den Titel nie physikalisch zu erwerben gab. The Reckless Cricket ist Shaws Antwort auf die Jackie Chan Erfolge Im Schatten der Schlange des Adlers sowie Drunken Master. Horror-Regisseur Kuei Chih-Hung (Misfire, Corpse Mania, Spirit of the Raped) wurde mit dem Job beauftragt. Kuei Chih-Hung sollte später erneut einen Kung Fu Film drehen = Coward Bastard. Ansonsten blieb er dem Exploitation- und Horror-Genre treu.  Gut möglich, dass Kuei Chih-Hung damit beauftragt wurde, da er ein Jahr zuvor die Komödie Crazy Imposters drehte. In dieser ist The Reckless Cricket «Star» Hon Kwok-Choi bereits als Hauptrolle zu sehen.

Das könnte der Grund sein, warum Hon Kwok-Choi in The Reckless Cricket als Jackie Chan Klon herhalten musste. Auf den ersten Blick keine gute Wahl. Hon Kwok-Choi, der in einer deutschen Besprechung zum Film passend als Zappelphilipp betitelt wird, nervte mich schon in vielen anderen Eastern (z.B. in Little Super Man). The Reckless Cricket erreicht dann auch nie und nimmer die Qualität der beiden Jackie Chan Erfolgsfilme. Absolut kein Vergleich. Dennoch ist The Reckless Cricket für sich losgelöst betrachtet okay und solide. Man muss den Film einfach als das sehen, was er ist: eine Blödel-Komödie mit viel doofem und grenzdebilen Szenen. Und da passt ein schräger Vogel wie Hon Kwok-Choi dann halt doch ganz gut dazu.

Dennoch wäre es in meinen Augen kein Film für meine Shaw Brothers Sammlung. In einer Sammelbox würde ich den sicherlich nehmen, aber sonst nicht. Dafür war der Film dann halt doch zu unspektakulär. Eigentlich gibt es kaum sehenswerte Kampfszenen zu sehen. Jene im Finale und davor, waren besser, aber nicht wirklich toll. Der Humor hat dagegen öfters funktioniert und war zum Teil auch eklig (die Fressszene oder wenn mit «stinky fingers» oder Fürzen geneckt wird). Und etwas muss man dem Film lassen: langweilig wird es nie. Der Film ist unterhaltsam und kurzweilig. Addy Sung Gam-Loi (The Informer) und Chiang Tao (Five Shaolin Masters) spielen zwei der Endgegner. Lee Hoi-Sang (Bruce and the Iron Finger) einen der Fake-Meister während Lo Lieh (King Boxer) nur eine kleine Nebenrolle als Meister von Hon Kwok-Choi spielt. Kara Hui (Mrs K) hat nur einen Gastauftritt.

Fazit: Mit richtigen Erwartungen an den Film gehen, sonst wird man enttäuscht!  

Infos:

O: Kei Moon Gwaai Chiu Laan Tau Sut

HK 1979

R: Kuei Chih-Hung

D: Yau Chui-Ling, Hon Kwok-Choi, Lo Lieh, Lee Hoi-Sang, Chiang Tao, Addy Sung Gam-Loi, Kara Hui

Laufzeit der Originalversion: 89:02 Min.

Gesehen am: Aug. 2026

Fassungen: Diesen Shaw Brothers Film gab es nie auf VHS, DVD, VCD, LD oder Blu-Ray. Auch in der ZiiEagle Box ist der Film nicht zu finden. 2022 lief der Film in Singapur auf einem Pay-TV-Kanal. Auf YouTube gibt es den Film mind. dreimal, darunter auch in HD, im O-Ton Kantonesisch mit englischen und chinesischen Untertiteln. Die englischen Untertitel steuerte der Webmaster der Homepage Silver Emulsion Film Reviews bei. Er hat daran ein Jahr gearbeitet.

Montag, 3. August 2026

Das Geheimnis der Todesschlange

Das Geheimnis der Todesschlange

Story:

Wan Li (Bruce Li) und Chuen Sing (Larry Lee Gam-Kwan) wollen auf der Schlangeninsel ein altes Volk studieren. Dort treffen sie jedoch auf einem Perlen suchenden Gangster (Nick Cheung Lik) ehe Wan Li knapp ein Kampf mit dem Stammesanführer Great Wizard (Chan Sing) überlebt. Er wird von Princess Ankawa (Dana) gefunden und gesundgepflegt. Beide verlieben sich, sehr zur Missgunst von Great Wizard. Dennoch lässt Great Wizard Wan Li nach Hong Kong zurückkehren. Dafür muss Princess Ankawa jedoch Great Wizards Sohn (San Kuai) heiraten. Derweil plant Wan Li, auf die Insel zurückzukehren, um seine grosse Liebe zu retten…

Meine Meinung:

Aka Bruce Lee in New Guinea. Das Geheimnis der Todesschlange sah ich seit Ewigkeiten nicht. Ob ich den überhaupt schonmal auf Deutsch sah (die Erstsichtung muss dazumal beim Kumpel als US-DVD gewesen sein)? Es wird immer offensichtlicher, dass der Film in der kommenden Box von Severin Films (The Game of Clones: Bruceploitation Collection Vol. 2) enthalten sein wird. Zudem gibt es Gerüchte über eine Langfassung d.h. Uncut- und Alternativfassung. Ich war also motiviert, den Film aufzufrischen.

Bei Das Geheimnis der Todesschlange handelt es sich um einen trashigen Bruceploitation-Streifen mit Bruce Lee Klon Bruce Li (Counter Attack, The Dragon Lives, The New Game of Death) in der Hauptrolle. Ansonsten hat der Film und dessen Inhalt nichts mit Bruce Lee zu tun. Regie führte Yang Chi-Yao und scheinbar wurde echt vor Ort in New Guinea gedreht. Mehrheitlich spielt die Handlung auf der «Schlangeninsel». Der Film ist solide, kurzweilig und unterhaltsam. Aber dennoch nicht ganz ein Kracher. Dafür war der Film zu harmlos und die Kampfszenen doch zu unspektakulär.

Der Trash-Faktor entsteht durch das Overacting der Bösewichte, durch den grenzdebilen Humor (die Söhne von Chan Sing oder die zwei schielenden Begleiter von Bruce Li), in der Uncut-Fassung auch durch die Nacktszenen und durch einen Fake-Gorilla (Kostüm tragender Mensch), der auch einmal kämpft, nachdem Addy Sung Gam-Loi (4 Robbers) die Mädels am Strand erschreckt hat. Die Outfits und Kleider waren sehr exotisch und erinnerten an den taiwanesischen Film Return of the Kung Fu Dragon mit Polly Shang-Kuan Ling-Feng (und auch mit Chan Sing). Beim Plot sollte nicht nach Realismus gesucht werden.

Bruce Li macht seine Sache ordentlich. In Nebenrollen als Kämpfer sind noch Bolo Yeung (Bruce, Hong Kong Master, Enter Three Dragons) sowie Lee Hoi-Sang (The Kung-Fu Warrior, Die Schlitzaugen mit dem Superschlag) zu sehen. Letzteren habe ich aufgrund seiner ungewohnten (langen) Haarpracht inklusive Schnauz zuerst fast nicht erkannt. Beide machen ihre Sache ordentlich. Als Bösewicht und Endgegner ist Chan Sing (Shaolin Monk, Two Great Cavaliers) zu sehen, der mit seinem Overacting begeistert, ohne lächerlich zu wirken. Und Dana (The Super Inframan) bringt so was wie eine Spur Marketing und Erotik in den Film. Aufgewertet wird der Film durch die Tatsache, dass die deutsche Synchronisation sehr gelungen ist.

Fazit: Bruce Li und Chan Sing Fans können bedenkenlos einschalten!

Infos:

O: She Nu Yu Chao

HK 1978

R: Yang Chi-Yao

D: Bruce Li, Larry Lee Gam-Kwan, Nick Cheung Lik, Chan Sing, Dana, San Kuai, Bolo Yeung, Lee Hoi-Sang, To Siu-Ming, Yue Tau-Wan, Addy Sung Gam-Loi

Laufzeit der deutschen DVD: 84:17 Min.

Gesehen am: Dez. 2008 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von cmv-Laservision vor. Die Vorteile dieser Version sind a) das Widescreen-Format und b) die deutsche Qualitätssynchronisation (dem englischen, miesen Dub klar vorzuziehen). Leider handelt es sich bei der deutschen Fassung um eine alternative, harmlose Fassung (in vier Szenen sind Frauen bekleidet statt nackt). Die Uncut-Nacktszenen sind als Bonus auf der DVD. Warum man keine echte Uncut gebastelt und z.B. als Bonusversion angeboten hat, ist mir nicht bekannt. Die Bildqualität ist sehr mässig und entspricht nicht dem DVD-Zeitalter = sehr unscharf und in Wald- und Nachtszenen viel zu dunkel, so dass kaum was zu erkennen ist. Eine O-Ton Fassung (mit oder ohne Subs), eine Blu-Ray oder UHD sind mir nicht bekannt (Stand: Aug. 2026). Es ist gut möglich, dass der Film in der kommenden The Game of Clones: Bruceploitation Collection Vol. 2, die 2027 erscheinen soll, enthalten sein wird.

Sonntag, 26. Juli 2026

Butcher Wing

Butcher Wing

Story:

Ah Tang (Hon Kwok-Choi) und Lam Sai-Wing (Ng Ming-Choi) haben Stress mit örtlichen Gangstern (Lee Hoi-Sang, Addy Sung Gam-Loi). Wong Fei Hung (Jason Pai Piao) nimmt die Beiden daraufhin als Schüler bei sich auf und unterrichtet sie in Kung Fu…

Meine Meinung:

Butcher Wing ist ein Drunken Master und Die Schlange im Schatten des Adlers Nachzügler. In der First Film Produktion von Gam Ming und Luk Pak-Sang gibt es nichts Neues oder Originelles zu sehen (cool war aber die Musik aus Suspiria, die dreimal vorkommt). Der Film ist kein Kracher, aber auch kein schlechter Film. Butcher Wing ist ein solide Kung Fu Komödie. Der Plot ist simpel und wie schon in Drunken Master und Co. wird hier eine Wong Fei Hung-Geschichte erzählt. Diesmal schlüpft Shaw Brothers Star Jason Pai Piao (Portrait in Crystal, Bolo, Men from the Gutter) in die Rolle des chinesischen Volkshelden.

Er ist ein Plus des Filmes, gerät aber hier und da in den Hintergrund. Sein Kampf im Finale ist eine der besten Szenen des Filmes. Der Finalgegner wird von Lee Hoi-Sang (Fists and Guts, Shaolin and Wu Tang, Shaolin Prince) verkörpert. Auch er macht seine Sache mehr als ordentlich. Schade, dass er im Film nicht mehr Kampfszenen bekommen hat. Jason Pai Piao beisst sich an ihm die Zähne aus. Dass der Held nicht einfach gewinnt, das schätze ich im Kung-Fu-Genre. Die rechte Hand von Lee Hoi-Sang wird von Addy Sung Gam-Loi (The Treacherous Breed, Kung Fu from Beyond the Grave, Fury of a Virgin) gespielt, der immer wieder Kampfszenen zum Besten geben darf.

Die Kampf- und Trainingsszenen sind solide. Gegen Ende werden sie besser und alle Kampfszenen, an denen Jason Pai Piao und Lee Hoi-Sang beteiligt sind, sind sogar sehenswert. Leider nervt der Humor und der englische Dub ist sehr schlecht. Und noch schlimmer ist die Wahl der beiden Helden, die zu den Schülern von Jason Pai Piao werden: es handelt sich um Hon Kwok-Choi (Call Me Dragon) und Ng Ming-Choi (Little Super Man). Beides meiner Meinung nach Schauspieler der C-Riege und wenig sympathisch und nervend. Die Nebenrolle von Cheng Fu-Hung (The Brave Lion) passt hervorragend dazu. Da wäre ein anderer Cast deutlich aufwertender gewesen.

Fazit: Fans von Jason Pai Piao können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Zhu Rou Rong

HK 1979

R: Chin Ming, Luk Pak-Sang

D: Ng Ming-Choi, Hon Kwok-Choi, Lee Hoi-Sang, Addy Sung Gam-Loi, Jason Pai Piao

Laufzeit der US-DVD: 89:21 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Videoasia vor = Englischer Dub (übel schlecht), Vollbild, solide Bild- und Tonqualität, Ocean Shores Kopie, Uncut-Status unbekannt. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2026).

Donnerstag, 30. April 2026

Shaolin Monk

Shaolin Monk

Story:

Frank (Chen Sing) wird zu Unrecht beschuldigt, seinen Chef ermordet zu haben. Er flüchtet in den Shaolin Tempel. Danach ist die Zeit gekommen, den wahren Täter zu finden und seinen Namen aus dem Dreck zu ziehen…

Meine Meinung:

Aka The Furious Monk from Shaolin aka Shaolin Vengeance. Nicht nur bei südkoreanischen Filmen handelt es sich oft um eine Mogelpackung (falsche Titel, falsche Bilder, nicht der erwartete Film auf dem Band), sondern scheinbar auch in Indonesien. Der Film trägt den Titel Shaolin Monk. Chen Sing spielte in besagtem Film aus dem Jahr 1976 mit. Bei diesem «Shaolin Monk» handelt es sich jedoch um den zwei Jahren zuvor gedrehten The Furious Monk from Shaolin, ebenfalls mit Chen Sing in der Hauptrolle.

Warum ich den Film, obwohl der sogar länger läuft als die deutsche Fassung mit dem kultigen Titel Chen Sing - Der Mönch mit der Todesfaust (mehr dazu unter Fassungen), nicht in die Sammlung aufnehme? Das liegt an 2.5 sehr simplen Gründen. Der Hauptgrund ist, dass der Film so gut wie keine Action- oder Kampfszenen bietet. In den ersten 67 Minuten passiert einfach Mal gar nichts. Super langweilig. Das ist der Hauptgrund. Danach gibt es zwar paar Kämpfe, aber da empfand ich nur den Endkampf als solide. Die Kämpfe zuvor waren total kurz und nicht spektakulär. Und einen solchen Film schaue ich halt wegen Kampfszenen und nichts anderem.

Der zweite Grund liegt an der Fassung. Da kann der Film per se nichts dafür. Die englische Sprachfassung meiner Version war ungeniessbar, grottenschlecht, nicht zum Aushalten und hat den Film qualitativ nach unten gezogen. Und da der Film in den ersten 67 Minuten sehr dialoglastig war, war das natürlich eine absolute Tortur. Der Film will eigentlich dramatisch und ernst sein, aber durch die Synchro wird es trashig und ungewollt lustig. Da passen einzelne Momente dazu, die komisch anmuten, z.B. wenn Chen Sing vor dem Finalkampf gegen mehrere Fettsäcke kämpft oder der Hauptbösewicht im Finale von einem Vogel Kot aufs Gesicht bekommt (trug nichts zur Story bei).

Der offene halbe Punkt beträgt Chen Sing. Der ist hier ohne Schnauz zu sehen, was irgendwie «weird» war. In den wenigen Kampfszenen macht Chen Sing (Two Great Cavaliers, The New One-Armed Swordsman, Kung Fu Art: Horse, Monkey & Tiger) einen mehrheitlich gelangweilten Eindruck. Nur im reinen Finalkampf wirkt er motivierter. Andere Namen wie Shan Mao (keine Kampfszene), Philip Ko (praktisch nicht zu sehen) oder Addy Sung Gam-Loi (rettet den Film auch nicht) sorgen auch nicht wirklich für mehr Kämpfe. Wer Chen Sing in einer sehenswerten Rolle als Shaolin Kämpfer sehen möchte, dem sei stattdessen Shaolin Warrior zu empfehlen!

Infos:

O: Shao Lin He Shang

HK 1974

R: Hou Cheng

D: Chen Sing, Joan Lin Feng-Chiao, Shan Mao, Gam Sai-Yuk, Betty Pei Ti, Shaw Luo-Hui, Philip Ko, Addy Sung Gam-Loi

Gesehen am: 30.04.26

Fassungen: Mir lag die indonesische Betamax von Suma Video mit dem englischen Titel Shaolin Monk vor. Und jetzt wird es richtig fies: Es handelt sich nicht um Shaolin Monk (HK 1976 mit Chen Sing) sondern um The Furious Monk from Shaolin aka Shaolin Vengeance mit Chen Sing, Betty Pei Ti, Philip Ko und Addy Sung Gam-Loi. Die Fassung ist Englisch Dubbed mit indonesischen Subs. In Deutschland gibt es den Film nur zensiert und unter dem kultigen Titel Chen Sing - Der Mönch mit der Todesfaust. Es gibt keine Blu-Ray Fassung (Stand: April 2026). In D läuft der 81 Minuten, während meine Betamax 86:33 Min. läuft. Die Bildqualität ist sehr gut, der englische Dub hingegen ist absolut ungeniessbar und furchtbar schlecht. In den USA gibt es eine Englisch Dubbed DVD (auch nur 81 Minuten). 

Mittwoch, 11. Februar 2026

The Treacherous Breed

The Treacherous Breed

Story:

Leader Cop (Addy Sung Gam-Loi) ist sicher, dass der neue Ehemann seiner Cousine ein Frauenmörder ist. Nach der Hochzeit kommt es zu mysteriösen Vorfällen im Anwesen von Leader Cops Cousine. Er und sein Team beginnen zu ermitteln…

Meine Meinung:

The Treacherous Breed ist ein seltener Film, der in einigen Datenbanken nicht zu finden ist (Letterboxd, ofdb). In anderen Datenbanken gibt es keine Reviews (imdb) und auch auf YouTube finde ich den Streifen nicht. Das Artwork der VHS sieht toll aus. Als ich den angeboten bekam, schlug ich zu. Es handelt sich um einen Anfang der 80er Jahre Thriller aus Taiwan von Regisseur Chung Gwok-Yan (Hong Kong Butcher). Die Hauptrolle und Action Choreographie übernahm Addy Sung Gam-Loi (The Black Dragon vs. The Yellow Tiger), der schon in weiteren Filmen von Chung Gwok-Yan vor der Kamera stand (Vier Schlitzaugen rechnen ab, 0.38, Hired Guns).

The Treacherous Breed ist kein Kracher. Und ist weniger gut, als das reisserische VHS-Artwork weismachen will. Der Film ist durchschnittlich und teilweise ähnlich vergleichbar mit Chung Gwok-Yans Hong Kong Butcher. Der Inhalt von The Treacherous Breed ist nicht zwingend neu und die Auflösung auch nicht. Der Film, der westlich wirken will und der Musik aus ausländischen Filmen klaut (bin nicht 100% sicher, aber meine Musik aus Freitag der 13. oder einem anderen US-Horrorfilm aus der Zeit im Film wahrgenommen zu haben), wirkt trotz dieser Bemühungen vor allem eines: langweilig und hier und da auch unfreiwillig komisch (z.B. die erste, lange Autofahrt zu seiner Cousine).

Es gibt Längen und Highlights sind rar gesät. Die Figuren und Inszenierung wirkten schludrig und naiv. Die wenigen Actionmomente (paar Prügeleien) sind oft kaum er kennen, da bei Nacht spielend und zu dunkel. Addy Sung Gam-Loi ist jedoch bemüht und gibt alles. Sein Fleiss, Einsatz und Motivation will ich dem Film nicht absprechen. Seine Schlussszene war zudem überraschend, auch wenn sie drüber war. Eigentlich unglaubwürdig, auf der anderen Seite braucht es auch Mut, so eine Szene zu schreiben, auch wenn sie nicht so wirkt, wie sie eigentlich wirken sollte. Aber sicher ein Moment, der kurz in Erinnerung bleibt.

Die anderen Figuren spielten zum Teil solide, zum grossen Teil laienhaft. Der bekannteste Name nebst Addy Sung Gam-Loi dürfte Eagle Lee sein. Er spielte damals in vielen Taiwan Black Movies mit (The Guy at Simenting, Golden Fists of a Duo, Make a Right Decision). Richtige Horrorparts gibt es selten, Blut oder Gore darf mit Ausnahme von 1-2 Szenen nicht erwartet werden und auch was Sleaze und Nacktszenen angehen, bleibt es mit Ausnahme einer Szene (in welcher sicherlich ein Body-Double eingesetzt wurde) harmlos (Shootings mit Bikini tragenden Frauen). Kein Film für die Sammlung. Allerdings, sollte ich den nicht verkaufen können, kann ich mir dennoch vorstellen, den als Unikat in der Sammlung zu lassen. Vorerst.

Infos:

O: Hei se de hun li

Taiwan 1982

R: Chung Gwok-Yan

D: Addy Sung Gam-Loi, Ko Chun-Hsiung, Gua Ah-Lei, Eagle Lee Siu-Fei, Homer Cheung Hung-Cheong, Lai Kim-Hung, Liu Meng-Yan, Tian Tian

Laufzeit der mir vorliegenden VHS: 86:45 Min.

Gesehen am: 11.02.26

Fassungen: Mir lag eine VHS vor, die aus China oder HK stammt (Label laut Übersetzer: Haiya Trading Company). Der Film ist statt in Widescreen in Vollbild und liegt in Kantonesisch mit festen englischen und chinesischen Untertiteln vor. Die Bildqualität ist, bis auf Nachtszenen, gut. Es scheint noch eine VHS in Südkorea zu geben. O-Ton müsste eigentlich Mandarin sein, da Film aus Taiwan. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Feb. 2026).

Montag, 26. Januar 2026

Die Fliegenden Feuerstühle

Die Fliegenden Feuerstühle

Story:

Um einen hartnäckigen Polizisten (Leung Tin) erpressen zu können, heuern Gangster (u.a. James Nam Seok-Hoon, Tina Chin Fei, Addy Sung Gam-Loi) dessen Bruder (Charlie Chin Chiang-Lin) an. Letzterer ahnt nicht, dass sein Arbeitgeber Dreck am Stecken hat. Bald schon wird er zur Jagd ausgeschrieben und auch seine Freundin (Nancy Liang Lan-Si) gerät in Gefahr…

Meine Meinung:

Aka The Deadly Chase. Nicht zu verwechseln mit dem Michael Chan Wai-Man Streifen Deadly Chase for Justice oder dem 1973er Film Hard Man in Danger (Der On-Screen Titel der taiwanesischen VHS von Die Fliegenden Feuerstühle lautet nämlich auch Hard Man in Danger, wobei ich letzteren noch ungesehen als US-VHS in der Sammlung stehen habe). Die Fliegenden Feuerstühle ist ein Anfang der 70er Jahre Basher aus Hong Kong von Stanley Siu Wing (Winner Takes All?, Heart of Danger), der in den 90ern vor allem mit dem Frauenpower-Actionfilm The Avenging Quartet auf sich aufmerksam machte.

Die Fliegenden Feuerstühle ist ein solider Basher, der vor allem durch sein modernes Setting und die Drehorte (zum Teil wurde in Macau gedreht) zu überzeugen weiss und sich daher gekonnt von anderen Filmen dieser Art, die im klassischen Kung-Fu Setting gedreht wurden, abhebt. Der Film ist kein Kracher und am Anfang etwas lahm, wie auch die Biker-Szenen. Wenn ich an Hong Kong und Biker-Szenen denke, kommt mir der Shaw Brothers Film Die Wilden Engel von Hong Kong in den Sinn. Die Biker-Szenen in Die Fliegenden Feuerstühle waren, um bei der Wahrheit zu bleiben, relativ öde und boten wenig Spektakel.

Doch das Tempo nimmt im humorlosen Plot schnell zu und bleibt, und das ist überraschend, bis zur The End Einblendung bestehen. Das macht den Film definitiv kurzweilig und unterhaltsam. Die deutsche Fassung überzeugt auch durch eine starke Bildqualität (bis auf eingefügte Szenen) und eine solide deutsche Synchronisation. Aus dem Plot wird, Bruder-Twist und Dramatik im Finale hin oder her, etwas wenig gemacht. Charlie Chin Chiang-Lin (Heroes Behind the Enemy Lines) nahm man sein Opfer am Ende nicht ab, aber er war der sympathischere der zwei Brüder und machte, wie auch die Gangster um James Nam Seok-Hoon (Little Superman) oder Addy Sung Gam-Loi (nur kurzer Auftritt) eine gute Figur. Kämpfe gibt es genug.

Fazit: Solider Basher!

Infos:

O: Zhui Sha

HK 1973

R: Stanley Siu Wing

D: Charlie Chin Chiang-Lin, James Nam Seok-Hoon, Tina Chin Fei, Nancy Liang Lan-Si, Leung Tin, Addy Sung Gam-Loi

Laufzeit der deutschen DVD: 80:22 Min.

Gesehen am: 25.01.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Savoy Film / SchröderMedia vor = Uncut, Deutsch (gute Synchro), meist sehr gute Bildqualität (35mm Print und ehemals zensierte Szenen sind aus einer schlechteren Quelle eingefügt worden), kein O-Ton. Wendecover. Eine O-Ton-Fassung (mit oder ohne Subs) ist mir nicht bekannt. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Jan. 2026).

Samstag, 20. Dezember 2025

The Black Dragon vs. The Yellow Tiger


The Black Dragon vs. The Yellow Tiger

Story:

Eine Gangster-Organisation schickt Kämpfer und Killer los, um Tong Lung (Tong Lung) auszuschalten. Dieser hat Bruce Lee (nach den Ereignissen in Way of the Dragon) im Wettkampf besiegt und somit die Organisation um viel Geld gebracht…

Meine Meinung:

Aka The Growling Tiger. Mitte der 70er Jahre Bruceploitation -Film und nicht offizielle The Way of the Dragon Fortsetzung aus Taiwan, in welcher Tong Lung (The Two Tigers) die Hauptrolle spielt und einen auf Bruce Lee macht. Der Plot ist kaum vorhanden und unglaubwürdig. Gegen Ende wird es zu einer persönlichen Rache-Geschichte, nachdem ein kleiner Junge getötet wurde und es gibt einen (relativ schwachen) Finalkampf gegen einen schwarzen Kämpfer auf einer Pagode.

Der Film von Regisseur Yang Yang war übrigens seine einzige Regiearbeit. Gleichzeitig soll er auch das Drehbuch verfasst haben. Der Film bietet zwar eine gesunde Anzahl an Kampfszenen und richtig langweilig wird es nie, dennoch ist der Film kein Kracher des Bruceploitation-Genres und/oder gehört nicht zu den besseren Titeln aus Severin Films Box (siehe Fassungen). Was dem Film fehlt, ist das gewisse Extra. Die Musik hätte besser ausgewählt werden können (Italo-Western Stücke), der Film hätte blutig oder schmuddelig (Nacktszenen und Sex als Füllszenen) sein dürfen. Das wären Details gewesen, die den Film etwas aufgewertet hätten. Zudem fehlt es dem Film an wirklich bekannten Namen. Mit Ausnahme von Addy Sung Gam-Loi (Bruce, Hong Kong Master), der mit Hitler-Schnauz zu sehen ist, sind mir die meisten Darsteller inklusive die Gweilos im Film, unbekannt. Wenig charismatische Gesellen. Die besten Szenen hat der Film im letzten Viertel des Filmes (auch die besten Kampfszenen).

Fazit: Durchschnittlicher Bruceploitation-Beitrag!

Infos:

O: Tang Shan Hu Wei Jian Sha Shou

Taiwan 1974

R: Yang Yang

D: Tong Lung, Addy Sung Gam-Loi, Tit Yan, Ching Ai-Hua, Jin Ke-Han

Laufzeit der US-Blu: 88:03 Min.

Gesehen am: 01.12.25

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films via The Game of Clones: Bruceploitation Collection Vol. 1 = Uncut, nur Englischer Dub (mieser Dub), kein Ton dafür auch englische Subs, sehr gute Bildqualität (quasi nicht restauriertes HD = Zusammenschnitt aus zwei 35mm Prints, z.T. sehr dunkel). Die deutsche DVD (Titel: Rache für Bruce Lee) ist zwar heller (Bildqualität), aber nicht ganz Uncut und an den Seiten im Vergleich zur US-Blu-Ray stark beschnitten. Eine O-Ton Fassung ist mir unbekannt (Stand: Dez. 2025).

Dienstag, 2. Dezember 2025

Fearless Dragons

Fearless Dragons

Story:

Zwei Geheimagenten (Leung Kar-Yan, Phillip Ko Fei) versuchen zwischen einem Gangster (Johnny Wang Lung-Wei) und einer Straftat eine Verbindung zu finden, um ihn überführen zu können…

Meine Meinung:

Fearless Dragons befand sich längere Zeit als Betamax aus Indonesien ungesehen in meiner Sammlung. Die neu erschienene US-Blu-Ray brachte nun Abhilfe und der Film wurde gesichtet. Regie führte Lee Chiu (Cantonen Iron Kung Fu, Kung Fu from Beyond the Grave), der zuvor auch bei den Shaw Brothers tätig war. Es handelt sich um eine Goldig Films Produktion. Diese haben einige tolle Filme veröffentlicht (Duel of the 7 Tigers, The Gold Connection, Snake in the Monkey's Shadow, Two Wondrous Tigers). Fearless Dragons ist durch und durch solide.

Der Film ist eine Kung Fu Komödie. Solche waren seit 1979 sehr gefragt und daher war das Thema sehr populär. Fearless Dragons hat dabei jedoch wirklich kaum einen Plot. Unsere Helden, gespielt von Leung Kar-Yan (Profile in Anger, The Postman Fights Back, Sleeping Fist) und Phillip Ko Fei (Fatal Termination, Bandits, Prostitutes & Silver, Angel’s Mission), blödeln sich gut eine Stunde durch den Film, dessen dünne Handlung kaum vom Fleck kommt. Erst im Finale wird dann alles entlarvt (die Motive).

Zwar ist der Film nicht langweilig und beide Stars können immer Mal wieder etwas von ihrem Talent zeigen, aber es wirkt auf Dauer nicht zwingend fesselnd, da eben kein wirklicher Plot und Verlauf erkennbar sind. Das Gezeigte wirkt mehr wie eine Ansammlung von kurzen Sketchen. Die Musik ist unauffällig und der Klamauk nicht wirklich lustig oder wird zu lange zelebriert (die «Jaws» Momente). In einem Gastauftritt ist noch Addy Sung Gam-Loi (Twins of Kung Fu) zu sehen, der den Film auch choreographiert hat. In einer Nebenrolle, natürlich als Bösewicht, sehen wir ein bekanntes Gesicht: Chiang Tao (The Mysterious Foot-works of Kung Fu).

Als Haupt-Bösewicht ist Johnny Wang Lung-Wei (Dirty Ho, The Treasure Hunters, City Warriors) zu sehen. Er kämpft eigentlich nur im Finale und kurz zuvor. Dem sollten sich Fans, die ihrem Liebling gerne als Bösewicht sehen, bewusst sein und sich korrekt darauf einstellen, um nicht enttäuscht zu werden. Das lange Finale und die Kampfszenen zuvor alleine rechtfertigen aber bereits den Kauf und die Sichtung des Filmes. Johnny Wang Lung-Wei wird im Finale vom Duo Leung Kar-Yan und Phillip Ko Fei bearbeitet. Zuerst kämpfen sich nacheinander gegen ihn, dann zusammen. Die Szenen sind absolut spektakulär und aufwändig choreographiert worden. Toll!

Fazit: Für Kung Fu Film-Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Jeung Ying Hung Chung Ying Hung

HK 1980

R: Lee Chiu

D: Leung Kar-Yan, Phillip Ko Fei, Johnny Wang Lung-Wei, Chiang Tao, Addy Sung Gam-Loi, Tsang Chiu-Yue, Siu Gam

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 86 Min.

Gesehen am: 11.09.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films. Diese haben den Film direkt restauriert von Goldig Films, die ihren Filme-Katalog nun auch in HD restauriert zum Verkauf anbieten, erworben. Somit sind die Bild- und Tonqualität hervorragend. Es gibt mehrere Tonspuren (Canto, Mandarin, Englisch) und auch für jede einzelne Tonspur individuelle englische Subs. Der Film ist Uncut. Als Extras gibt es ein exklusives Interview mit Regisseur Lee Chiu (ca. 20 Minuten). Das fand ich interessant. Zuerst spricht er über seine Karriere, während die 2. Hälfte Infos zu Fearless Dragons beinhaltet. Als 2. Extras spricht Philip Ko (ca. 8 Minuten) über den Film. Es war sein letztes Interview. Vier Monate später sollte er an Krebs sterben. Es gibt noch einen Audiokommentar und die Blu-Ray ist eine Region All Disc. Zudem befindet sich eine indonesische Betamax (Titel: Two on the Road) in meinem Besitz. In Englisch. Das bekam ich geschenkt und behalte ich in der Sammlung (der Englisch Dub tönt furchtbar). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2025).

Mittwoch, 5. November 2025

Bruce, Hong Kong Master


Bruce, Hong Kong Master

Story:

Wang Li-Shans (Dean Shek) Freundin wird von Gangstern überfallen, vergewaltigt und getötet. Danach nimmt sein Kollege Xiao Long (Bruce Leung Siu-Lung) das Gesetz in die eigene Hand und säubert die Strassen Hong Kongs vor Abschaum, ehe er sich im Finale, als Dr. Cheng Dong-Qiao (Stanley Fung) und Shirley (Sylvia Chang Ai-Chia) von Gangstern (Sammo Hung, Bolo Yeung, Addy Sung Gam-Loi) entführt werden, einem Kampf auf Leben und Tod gegenübersteht...

Meine Meinung:

Aka Hong Kong Superman. Von Bruce, Hong Kong Master wurde ich positiv überrascht. Ich habe, aufgrund dem «Bruce» im Titel und der Tatsache, dass Bruce Leung Siu-Lung (Bruce and the Iron Finger, The Dragon Lives Again, Call Me Dragon) mitspielt, einen Bruceploitation-Film erwartet. Pustekuchen. Stattdessen gibt es einen Mix aus Drama, Kung Fu und Rape & Revenge Streifen zu sehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen aus der Zeit ohne Klamauk und Humor. Das Ganze ist ernst, humorlos, hart und dramatisch inszeniert. Der Film spielt im damaligen Hong Kong der 70er Jahre.

Nebst Bruce Leung Siu-Lung, der auch für die Kampfchoreographie zuständig war, sehen wir im Film Namen wie Sylvia Chang (sehr schnuckelig), Stanley Fung (RIP), Dean Shek (seine Rolle hat A Better Tomorrow 2 Vibes), Carter Wong (nur am Anfang kurz zu sehen), Bolo Yeung (Bösewicht, dessen Tod im Finale zensiert wurde), Sammo Hung (Bösewicht an der Seite von Bolo), Addy Sung Gam-Loi (Bösewicht an der Seite von Bolo) und Mars (nicht erkannt). Ich würde den Film zu den besten Rollen von Bruce Leung Siu-Lung zählen. Dean Shek fungiert zudem noch als Assistent Director.

Regie führte Ting Shan-Hsi, der auch das Drehbuch schrieb und auch für die Shaw Brothers tätig war (Blood Reincarnation, Imperial Tomb Raiders, Whiplash). Ob sich Ting Shan-Hsi am US-Vorbild Death Wish orientiert hat? Möglich wäre es. Der entstand ein Jahr vor Bruce, Hong Kong Master. Die erste Hälfte von Bruce, Hong Kong Master ist die ruhigere. In dieser werden die Figuren gekonnt vorgestellt, zu ihnen wird eine Beziehung aufgebaut und es gibt dramatische Momente zu sehen. In der zweiten Hälfte dominieren dann knallharte Kampfszenen, die praktisch pausenlos bis zum Finale anhalten. An Sammo Hung und Bolo Yeung als Bösewichte und «Endgegner» von Bruce Leung Siu-Lung hatte ich grosse Freude.

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Xiang Gang Chao Ren

HK 1975

R: Ting Shan-Hsi

D: Bruce Leung Siu-Lung, Sammo Hung, Bolo Yeung, Dean Shek, Stanley Fung, Addy Sung Gam-Loi, Carter Wong, Mars, Sylvia Chang Ai-Chia

Laufzeit der HK-VHS: 76:58 Min.

Gesehen am: 31.10.25 / 2. Sichtung (DVD-R): Dez. 2025

Fassungen: Mir lag das VHS von Ocean Shores vor = nebst dem On-Screen Titel fehlt auch im Finale etwas. Den Tod von Bolo Yeung sieht man überhaupt nicht. Da scheint ein ganzer Block zu fehlen. Auf der Rückseite der VHS hat es zudem ein Bild vom Finalkampf zwischen Bruce Leung Siu-Lung, Sammo Hung und Bolo Yeung, welches auch im Film nicht zu sehen ist. Der englische Dub ist erträglich, die Bildqualität ist gut, Originalbildformat liegt nicht vor. Mir ist keine Uncut Fassung bekannt und auch keine O-Ton mit Untertiteln Fassung. Die deutschen Fassungen (Der Supermann mit der Todespranke) sollen allesamt nochmals ca. fünf Minuten kürzer sein als diese HK-Fassung. Jedoch soll es in der deutschen Fassung im Finale auch definitiv eine Szene geben, die in der HK-Fassung fehlt. Laut der ofdb (Datenbank) soll das HK-VHS 84:30 Min. laufen. Mein VHS hingegen läuft nur 76:58 Minuten. Laut Douban soll es gar eine 92minütige Mandarin Fassung geben. Als ich diese Zeilen schreibe, bin ich dran, eine solche Fassung aus China zu kaufen (DVD-R). Nachtrag Dez. 2025: Nach der Sichtung der HK-VHS (nur Englisch Dubbed, ggf. zensiert) streckten sich meine Fühler nach einer Mandarin Fassung aus. Auf einem Auktionshaus in China wurde ich fündig. Leider war das Ding ausverkauft. Via Google fand ich aber eine Mandarin-Version auf Taobao. Angeblich Mandarin und 90 Minuten Laufzeit (das HK-VHS läuft nur 76:58 Min.). Die Fassung auf Taobao gekauft. Das Bootleg ist eine Kuriosität. Das Frontcover ziert das deutsche Filmplakat. Auf der Back-Seite ziert das Motiv einer spanischen Fassung die Disc und der Text auf der Rückseite ist in Chinesisch. Der Film ist definitiv länger als die HK-VHS-Fassung, jedoch nicht in Sachen Action oder Gewalt. Ggf. nackte Tatsachen im Finale, das muss ich noch 1:1 vergleichen. Aber mehr Handlung und mehr Charaktertiefe (und leider auch eine Szene, in der Bruce Leung einen lebenden Krebs auf den Boden schleudert der sich dann in paar Einzelteile zerlegt). Das Ding wurde aus mehreren Quellen zusammen gebastelt. Das Hauptmaster dürfte die OS VHS gewesen sein. Dann gibt es aber auch etliche Momente mit einer schlechteren Bildqualität. 2x wird auch in gelb FLK eingeblendet. Ob da Szenen aus einer möglichen Bootleg FLK Version verwendet wurden? Zu 80% ist die chinesische Tonspur in Mandarin, zu 20% in Englisch. Interessant sind auch die diversen Untertitel Optionen wie Englisch und sogar Deutsch! Den Film mochte ich noch immer. Leider gibt es aber auch in dieser Fassung keine erweiterten Kampf- oder Todesszenen von Sammo Hung und Bolo Yeung.

Freitag, 13. Juni 2025

The Rangers

The Rangers

Story:

Lin Jo Nan (Polly Shang-Kuan Ling-Feng) will den Namen ihres Vaters rächen. Dieser wurde von Salz-Schmugglern unter der Führung von Chang (Yasuaki Kurata) hereingelegt. Lin gibt sich als Mann aus und infiltriert die rivalisierende Bande von Chang, um ihren Vater zu rächen und Chang das Handwerk zu legen…

Meine Meinung:

70er Jahre Basher von Hou Cheng (Unsubdued Furies, The Shaolin Invincibles, On the Waterfront), der viele Filme mit Star Polly Shang-Kuan Ling-Feng realisierte = Heroine of Tribulation, The Zodiac Fighters, Fight for Survival, Heroine Kan Lien Chu, Empress Dowager's Agate Vase, Seven to One. Nach Seven to One und A Girl Called Tigress trifft Star Polly Shang-Kuan Ling-Feng (Little Hero, The Mysterious Heroes, Shaolin Traitorous) erneut auf Japaner Yasuaki Kurata (The Secret of Shaolin Poles, Wang Yu - Der Karatebomber), der den Bösewicht spielt.

The Rangers fängt gut an, kann das Niveau aber nicht durchgehend halten. Trotz gutem Cast mit Namen wie Polly Shang-Kuan Ling-Feng, Yasuaki Kurata, Chin Kang (The Silver Spear) oder Addy Sung Gam-Loi (Kung Fu from Beyond the Grave) kommt es im Verlauf zu Längen. Vor allem der Klamauk und die Tatsache, dass auch ein kleiner, extrem nervtötender Junge (Yeh Hsiao-Yee aus Mars Men), im Film mitspielt, schwächen den Film doch erheblich. Verstärkt wird dies durch den Gender-Tausch. Polly Shang agiert im Tomboy Look und ihr kleiner Bruder bekommt eine Perücke und spielt ein Mädchen, dass im Finale einem Bösewicht in Nahaufnahme ins Gesicht uriniert (nicht der einzige Urin-Joke). Muss ich nicht sehen.

Hätte man das weggelassen und/oder diese «humorvollen» Szenen durch harte Kampfszenen ersetzt, wäre der Film um einiges besser geworden. So trübt das Endergebnis am Ende doch etwas, was schade ist. Schade um Polly Shang-Kuan Ling-Feng, Yasuaki Kurata und Addy Sung Gam-Loi, die ansonsten in den Kampfszenen zu gefallen wissen. Addy Sung Gam-Loi spielt dabei einer der Männer an Yasuaki Kuratas Seite. So was wie seine rechte Hand. Trotz Urin-Joke im Finale wird der Film gegen Ende wieder etwas härter und die Kampfszenen nehmen wieder zu = solide!

Fazit: Auch wenn kein Kracher für Fans von Polly Shang-Kuan Ling-Feng und Yasuaki Kurata zu empfehlen!

Infos:

O: Daai Siu Yau Lung

HK 1974

R: Hou Cheng

D: Polly Shang-Kuan Ling-Feng, Yasuaki Kurata, Addy Sung Gam-Loi, Han Ching-Hsiang, Chin Kang

Laufzeit der China VCD: Disc 1 (47:50 Min.) / Disc 2 (40:06 Min.)

Gesehen am: 20.03.25

Fassungen: Mir lag die VCD aus China vor = In Mandarin mit englischen & chinesischen Subs, solide Bild- und Tonqualität, sah Uncut aus, Vollbild. Es gibt keine Blu-Ray oder deutsche Fassung (Stand: März 2025).

Samstag, 24. Mai 2025

Bruce and the Iron Finger

 

Bruce and the Iron Finger

Story:

Ein Cop (Bruce Lai) ermittelt in einer Mordserie, in welcher der Täter seine Opfer mit der Iron Finger Technik tötete. Das führt ihn zu diversen Kämpfern (u.a. Bruce Leung), ehe er den richten Täter (Ku Feng) findet…

Meine Meinung:

Von den Filmen aus der The Game of Clones: Bruceploitation Collection Vol. 1., die ich bisher sah (Enter Three Dragons, The Big Boss Part II, Challenge of the Tiger, The New Game of Death, The Dragon Lives Again), gefällt mir Bruce and the Iron Finger, den ich ursprünglich als VHS aus Holland hatte (ungesehen), am besten. Zugegeben, Bruce Lee – Seine Erben nehmen Rache tönt auch amüsant, aber an den kann ich mich kaum erinnern. Zudem schaute ich davon die deutsche Fassung, nicht jene Version aus Severin Films Box. Nachdem Severin Films ihre Box ankündigten, verkaufte/entsorgte ich das VHS aus Holland.

Der Film von Tu Lu-Po (Magic Curse, Crocodile Evil, The Big Boss 2 – Rache in Shanghai!) überzeugt vor allem durch eine grosse Anzahl an Kämpfen, die zudem stark choreographiert wurden. Längen gibt es praktisch keine. Vor allem am Anfang und Mittelteil gibt es erstmal viel Kampfszenen zu sehen, bevor etwas Plot folgt. Der Plot ist sehr dünn. Auf Klamauk wird fast gänzlich verzichtet und der Cast um Bruce Lai (The Ming Patriots, Bruce Lee the Invincible, Edge of Fury), Bruce Leung (Gang Master, Little Super Man, Kidnap in Rome), Addy Sung Gam-Loi (Twins of Kung Fu, Relentless Broken Blade, The Informer), Ku Feng (The Psychopath, The Avenging Eagle, Kuan - Der unerbittliche Rächer) und Lee Hoi-Sang (Die Schlitzaugen mit dem Superschlag, The36th Chamber of Shaolin, Fists and Guts) ist sehenswert.

Die Kampfszenen und deren Choreographie besorgte u.a. Bruce Leung zusammen mit seinem Bruder. Die Kampfszenen von Bruce Leung und Bruceploitation-Star Bruce Lai sind am besten. Ku Feng, der natürlich den Bösewicht spielt, fällt dabei etwas ab. Die Kampfszenen mit Bruce Lai und Bruce Leung rocken. Die sind schnell und rasant choreographiert. Allgemein macht auch die Kamera einen tollen Job. Der Kurzauftritt von Lee Hoi-Sang mündet in einem harten Kampf auf Leben und tot und die 2-3 Kampfszenen von Addy Sung Gam-Loi können sich auch sehen lassen. Addy Sung Gam-Loi spielt einen Schüler von Ku Feng.

Fazit: Ein sehenswerter Bruceploitation-Beitrag mit vielen tollen Kampfszenen!

Infos:

O: Daai Gaau Tau Jyu Sou Noeng Zi

HK 1979

R: Tu Lu-Po

D: Bruce Lai, Ku Feng, Bruce Leung, Addy Sung Gam-Loi, Lee Hoi-Sang

Laiufzeit der US-Blu: 89:28 Min.

Gesehen am: 01.03.25 / 2. Sichtung Mai 2025

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films = The Game of Clones: Bruceploitation Collection Vol. 1. Dort liegt der Film leider nur Englisch Dubbed vor. Die Synchronisation ist schlecht. Der 35mm Print hingegen schaut richtig gut aus. Es gibt englische Subs, der Film ist Uncut und es diverse Extras, aber keine exklusiven Extras mit Machern der Produktion. In Deutschland heisst der Film Shaolin Handlock. Die deutsche Blu-Ray von Cargo Records hat drei Vorteile gegenüber der US-Blu-Ray: an den Seiten mehr Bildinfos, eine hellere Bildqualität und die deutsche Synchronisation ist mutmasslich hervorragend (ich habe mir den deutschen Trailer auf YouTube angesehen). Die Disc wandert definitiv in meine Sammlung. Dann gibt es noch Aushangfotos mit Nacktszenen, die bisher in keiner bekannten Fassung gefunden wurden. Eine Fassung im O-Ton Kantonesisch ist mir nicht bekannt. Für zehn CHF versuche ich nun, in China eine DVCD zu kaufen. Die dürfte hingegen auf Mandarin sein statt in Canto. Aber mich nimmt es wunder, ob dort ggf. exklusive Szenen zu sehen sind. Nachtrag Mai 2025: Die oben erwähnte DVCD aus China konnte ich erwerben. Der macht in Mandarin (auch wenn Kantonesisch O-Ton wäre) deutlich mehr Spass als mit dem grottenschlechten und ultramiesen Englischen Dub der Severin Films Blu-Ray. Der Plot ist bekannt, daher störten auch fehlende Untertitel nicht und die Kampfszenen sind, trotz Vollbild, nicht verunstaltet. Extra Nacktszenen gibt es aber auch in dieser Fassung nicht. Sehenswerte Bruceploitation mit viel Kung Fu Szenen. Glück, dass trotz den Bilden auf dem Artwork (die nicht vom Film stammen) der korrekte Film auf der Disc zu finden war. 

Dienstag, 18. Februar 2025

Twins of Kung Fu

Twins of Kung Fu

Story:

Michelle Yim und ihr Vater (Lam Kau) erreichen ein kleines Dorf. In diesem sorgen sie mit kunstvollen Auftritten und auf der Suche nach einem Ehemann für Michelle für spassiges Aufsehen. Weniger spassig ist die Tatsache, als später im Wald Leichen gefunden wird. Als Bösewicht Jason (Jason Pai Piao) mit seinem Vater (Leung Pasan) auftaucht, nehmen die Helden (u.a. Addy Sung Gam-Loi, Michelle Yim, Jacky Liu Hong-Yi, Simon Yam) den Kampf gegen die Bösewichte auf…

Meine Meinung:

Aka Twins. Ich besuchte Mitte Dez. meinen Kumpel. Wohl der grösste Kung-Fu Fan, den ich kenne. Auch jener, mit dem grössten Fachwissen. Ich schickte ihm Wochen vor dem Treffen einige Titel, wovon ich zwei gerne schauen würde. Ich habe mich da einfach an Stars, die mich interessieren, orientiert. Ich schickte ihm einige Titel mit u.a. Chang Yi (The War of the Boundary, Kung Fu Zombie - Der Gorilla mit der stählernen Klaue), Chen Kuan-Tai (Gang Master, Blood Brothers) und Jason Pai Piao (Kung Fu Gang Busters, Portrait in Crystal, Men from the Gutter).

Und aus mehreren Filmen durfte ich dann zwei auswählen. Zum einen The Ming Patriots mit Chang Yi, zum anderen Twins of Kung Fu mit Jason Pai Piao. Von Twins of Kung Fu, der in Datenbanken auch lediglich nur Twins heisst (der On-Screen-Titel lautet jedoch Twins of Kung Fu), wusste ich im Vorfeld nichts. Der Kollege informierte mich nur, dass es andere Fassungen gibt, die kürzer sind (ca. 75 Minuten) und dass es sich um eine Kung Fu Komödie handelt. Der Film ist zudem wenig bekannt, wenn ich in Datenbanken nach Reviews suche.

Durch den Erfolg der Jackie Chan Filme Drunken Master und Co. waren ab 1979 Kung Fu Komödien auf dem Markt gefragt. Leung Pasan und Lam Yee-Hung, warum beide als Regisseur gelistet werden ist mir nicht bekannt, haben schlussendlich einen soliden Beitrag mit etwas wirrer und konfuser Story auf die Menschheit losgelassen. Leung Pasan hat den Low-Budget Film auch produziert, spielt den Bösewicht und war auch für die Choreographie zuständig. Laut Datenbank ist dies sein Regie-Debüt, wobei Leung Pasan immer wieder auch als Darsteller (The Twin Dragons) und Choreograph (The Death of Bruce Lee) tätig war.

Er kommt aber erst ab ca. einer Stunde erstmals vor. Der Plot ist, wie bei vielen anderen Kung Fu Komödien aus der Zeit, nicht gradlinig. Lange hat der Zuschauer keinen Plan, um was es geht. Es geht im Film zuerst um örtliche Figuren und viel unlustigen Klamauk. Für den "Humor" ist die Truppe um den schielenden Yue Tau-Wan (Shaolin Prince), den auch schielenden Addy Sung Gam-Loi (The Informer), Hon Kwok-Choi (der mich schon in anderen Filmen nervte), Jacky Liu Hong-Yi (mutiert dann zum Helden) und, und das ist die grösste Überraschung, mit einem sehr jungen Simon Yam (Run and Kill) zuständig.

Simon Yam sah ich, wenn ich mich nicht irre, noch nie in einem Old-School Kung Fu Film. Erst mit dem Auftauchen von Michelle Yim (Dress Off for Life) wird der Film besser. Die bringen bessere Kampfszenen in den Film. Die Qualität nimmt zu. Dazu gibt es à la Fong Sai Yuk eine Sequenz, in welcher Michelle Yim Zuschauer zum Kampf auffordert und der Gewinner bekommt als Preis eine Heirat mit ihr spendiert. Jason Pai Piao, auch als Bösewicht mit dabei, taucht auch erstmal kurz vor der 60. Minute auf. Er spielt also nur im letzten Viertel des Filmes mit. Er spielt nebst Leung Pasan den Bösewicht. Ab diesem Zeitpunkt wird der Film richtig gut. Es folgen Trainingsszenen und danach das Finale. Und diese Szenen machen richtig viel Spass, sind spektakulär choreographiert und mit viel Wucht inszeniert.

Fazit: Fans von günstigen Wald-und-Wiesen Kung Fu Komödien können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Mong Lung Fok Sing

HK 1981

R: Leung Pasan, Lam Yee-Hung

D: Michelle Yim, Jason Pai Piao, Yue Tau-Wan, Addy Sung Gam-Loi, Hon Kwok-Choi, Jacky Liu Hong-Yi, Simon Yam, Leung Pasan, Lam Kau

Laufzeit der HK-VHS: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 11.12.24

Fassungen: Mir lag das HK-VHS von Omni Video (= Ocean Shores vor) = Englisch Dubbed (schlechter Dub), Vollbild, gute Bildqualität, Uncut. Mit ca. 90 Min. läuft es z.B. länger, als die ca. 75minütige DVD aus Holland. Eine Blu-Ray und/oder deutsche Fassung sind mir nicht bekannt (Stand: Dez. 2024).