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Freitag, 2. Oktober 2026

Cold War 1994

 
ZFF 2026

Cold War 1994

Story:

Hong Kong drei Jahre vor Übergabe an China:

Die Polizei ermittelt in einem Entführungsfalles. Beim Einsatz stirbt ein Polizist. MB Lee (Terrance Lau Chun-Him) schwört Rache am Triaden Tiger Wong (Samuel Pang King-Chi). MB Lee gerät bei seinem Ziel, Tiger Wong zu finden, zwischen die Fronten aus Polizei (Michael Chow Man-Kin), Triaden (Tai Bo), reichen Geschäftsmännern (Tse Kwan-Ho, Kent Cheng) und zwielichtigen Politikern (Aidan Gillen)…

Meine Meinung:

Das ZFF (Zürich Film Festival) zeigt jährlich Produktionen aus Hong Kong. Meist schaue ich mir dort mind. einen Film pro Jahr zusammen mit dem Kumpel aus Zürich an. Leider selten lohnenswert. Filme wie Sons of the Neon Night oder Detective vs. Sleuths waren schon nicht wirklich toll und so ist es auch mit Cold War 1994, der zweiten Fortsetzung zum Film Cold War (und eine neue Fortsetzung soll auch kommen). Aus der HK-Reihe und ZFF war eigentlich nur Back Home gut. Cold War sah ich nur einmal und wusste nichts mehr. Den zweiten Teil liess ich links liegen, so dass mir die ganze Vorgeschichte nicht mehr präsent war.

Cold War 1994 krankt an einem nicht fesselnden, eigentlich auch uninteressanten Plot. Das haben die Italiener besser drauf, wenn sie Filme mit Mafia, Polizei, Vatikan und Politik-Inhalten drehen. Die politischen Einschübe (mit Aidan Gillen aus der irischen Gangster-Serie Kin) gegen Ende kamen zu spät und was die Actionszenen angehen, war eigentlich keine einzige wirklich gute dabei. Es ist schon erschreckend, wenn HK-Film zwischen 1985-1995 zehnmal bessere Actionszenen bieten als ein heutiger HK-Film. Die mit dem Flugzeug war noch cool, aber ansonsten war die Kameraführung viel zu nah dran, zu unübersichtlich, viel zu billig (Motorradsequenzen) oder ohne Biss und Substanz (die Schiessereien).

Was der Film gut machte, war der Retro-Charme. Der Plot, der leider immer wieder durch Flashbacks und Zeitsprünge verzögert wird, spielt hauptsächlich im Jahr 1994 und das dortige Hong Kong wird stimmungsvoll eingefangen. Auch die Szenen mit den Triaden oder die Tatsache, dass alle am Rauchen sind, gefiel mir. Was ebenso cool war, war die grosse Anzahl an Gaststars, die Kurzauftritte oder sogar Nebenrollen spielten. Aaron Kwok (Close Escape) habe ich für Louis Koo (Paradox) gehalten. Chow Yun-Fat (Long Good Bye) sowie Yuen Biao (A Kid from Tibet) inklusive Kent Cheng (Run and Kill) waren natürlich einfach zu entdecken.

Michael Chow Man-Kin (The Third Full Moon) fiel mir besonders durch sein markantes Gesicht auch auf und stolz war ich, Tai Bo (Law with Two Phases) und Karen Mok (Black Mask) während der Sichtung gesehen zu haben. Tai Bo ist nur zweimal ultrakurz im Gambling-House zu sehen und Karen Mok taucht einmal im letzten Viertel des Filmes auf. Karen Mok scheint nicht gealtert zu sein. Nicht aufgefallen sind mir Daniel Wu (Overheard) und der Gastauftritt von Cecilia Yip (Nomad). Tony Leung Ka-Fai (She Shoots Straight) erkannte ich natürlich auch. Er und Chow Yun-Fat dürften auch in der weiteren Fortsetzung wieder zum Zug kommen. Terrance Lau Chun-Him (Twilight of the Warriors: Walled In) als Lead hat überzeugt. Während dem Abspann wird besagte Fortsetzung angedeutet.

Fazit: Einmal schauen und vergessen!

Infos:

O: Han zhan 1994

HK 2026

R: Lok Man Leung

D: Terrance Lau Chun-Him, Samuel Pang King-Chi, Tse Kwan-Ho, Aidan Gillen, Michael Chow Man-Kin, Tai Bo, Yuen Biao, Chow Yun-Fat, Karen Mok, Kent Cheng, Louis Koo, Aaron Kwok, Tony Leung Ka-Fai, Cecilia Yip, Daniel Wu

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 120 Min.

Gesehen am: Okt. 2026

Fassungen: Gesehen am ZFF in Kantonesisch (paar Dialoge auch in Englisch) mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD inklusive deutsche Fassung (Stand: Okt. 2026).

Mittwoch, 24. September 2025

Lord of East China Sea II

Lord of East China Sea II

Story:

Nach den Ereignissen in Lord of East China Sea geht es weiter wie folgt:

Luk Yu-San (Ray Lui), der mächtigste Mann in Shanghai und seine Verbündeten (Kent Cheng, Elvis Tsui), sehen sich in den 30er Jahren neuen Problemen konfrontiert, als die Japaner Shanghai angreifen…

Meine Meinung:

War schon der erste Film eine eher mässige und zähe Angelegenheit (und nichts für meine Filmsammlung), so ist der zweite Teil noch weniger interessant geworden. Vor allem der Inhalt ist diesmal weniger fesselnd und ich würde auch sagen, dass es a) weniger Actionszenen gibt, und diese b) weniger sehenswert sind, im Vergleich zum Vorgänger. Ob der Film nach dem ersten Film gedreht wurde oder der Film als Ganzes einfach in zwei Stücke zerteilt wurde, ist mir nicht bekannt.

Hier geht es jedoch mehr um Story und Politik als um unsere «Gangster-Helden». Teilweise gerät das Trio um Ray Lui (Fatal Termination), Kent Cheng (Run and Kill) und Elvis Tsui (Sentenced to Hang) arg in den Hintergrund. Aber auch Lam Wai (Visa to Hell), Carina Lau (Shadow Cop) und Cecilia Yip (Nomad), die alle auch aus dem Vorgänger zurückkehren, verschaffen es nicht, beim Zuschauer ein Interesse zu erwecken. Der Plot fesselt viel zu wenig. Der Vorgänger war als Gesamtpaket «greifbarer» und «menschlicher».

Der 1. Film lief über zwei Stunden und hatte eine stolze Laufzeit von 141 Minuten. Die Fortsetzung hingegen läuft 98 Minuten. Dennoch fühlte sich Lord of East China Sea II länger an. Ich empfand den Plot als lahmer und es gab mehr Längen. Auf der anderen Seite habe ich in einem Review gelesen, dass der 2. Film (vom Verleih, dem Studio oder den Produzenten?) für die (Kino?) Auswertung um 30 Minuten verkürzt wurde. Es liegt also der Verdacht nahe, dass der Film ursprünglich länger gewesen wäre. Aber da der erste Film nicht an den Erfolg von To Be Number One anknüpfen konnte, sahen sich die Produzenten wohl dazu genötigt, den zweiten Film zu verkürzen. Genutzt hat es wenig…

Fazit: Noch schwächer als der Vorgänger…

Infos:

O: Seung Hoi Wong Dai Ji: Hung Ba Tin Ha

HK 1993

R: Poon Man-Kit

D: Ray Lui, Kent Cheng, Elvis Tsui, Carina Lau, Cecilia Yip, Lam Wai

Laufzeit der taiwanesischen DVD: 98:39 Min.

Gesehen am: 21.09.25

Fassungen: Mir lag die taiwanesische DVD von Catalyst Logic/Fortune Star vor = O-Ton und englische Subs, Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Sept. 2025).

Lord of East China Sea

Lord of East China Sea

Story:

Shanghai in den 20ern:

Der Film erzählt, wie Ganove Luk Yu-San (Ray Lui) zu einem der mächtigsten Männer in Shanghai wurde. Er wird unter die Fittiche von Polizei-Chef Wong Chuen-Wing (Kent Cheng) genommen und vermittelt in einem Fall, der gestohlenes Opium beinhaltet. Es gelingt Luk, zwischen Wong Chuen-Wing und Yuen Siu-Kwan (Elvis Tsui), dem Besitzer des Opiums, einen Deal auszuhandeln. Das macht die Männer reich. Doch politische Spannungen bedrohen das Machtgefüge des Trios…

Meine Meinung:

2015 kaufte ich in Taiwan vor Ort in Urlaub Lord of East China Sea 1 + 2. Es handelt sich um zwei Gangster-Streifen von Regisseur Poon Man-Kit. Poon Man-Kit ist diesen Monat, um genau zu sein am 09.09.25, verstorben. Ihm zu Ehren wurden die beiden Filme, welche noch ungesehen in meiner Sammlung lagerten, angesehen. Praktisch Stück am Stück.

Poon Man-Kit dürfte Fans vor allem durch seien zwei Gangster-Filme Shanghai Grand (mit Andy Lau und Leslie Cheung) sowie dem Gangster-Epos To Be Number One bekannt sein. Dabei hat er noch andere Filme wie Hero of Tomorrow (auch hier geht es um einen Mann, der in der Triaden-Welt aufsteigt), City Kids 1989 (weitere Zusammenarbeit zwischen Regisseur Poon Man-Kit mit Max Mok und Andy Lau), Lung Fung Restaurant (mit Stephen Chow) sowie dem Wuxia The Sword of Many Lovers inszeniert. 

Shanghai Grand habe ich als stark in Erinnerung (kämpft da Leslie Cheung nicht gegen eine Gummischlange?). To Be Number One habe ich erst vor paar Monaten als Blu-Ray aufgefrischt. Der ist ebenso sehenswert und The Sword of Many Lovers sah ich vor einigen Wochen als Laserdisc. Der war auch unterhaltsam. Leider kann Lord of East China Sea nicht mit To Be Number One mithalten. Beide Filme sind ähnlich.

Der Film sieht zwar gut aus, aber es gibt zu wenig Actionszenen und zu viele Längen. Zudem wurde ich mit Ray Lui (Hunting List) als Lead nicht wirklich warm. Auch Elvis Tsui (The Seventh Curse) bleibt hinter den Erwartungen. Vom Trio gefällt nur Kent Cheng (The Accident), der hingegen eine starke und packende Darbietung abliefert. In einer Nebenrolle überzeugt Lam Wai (The Dignified Killers). Die wenigen Actionszenen sind z.T. recht blutig geraten. Schade, dass es nicht mehr davon gibt. Am Ende flacht der Plot ab.

Fazit: Besser To Be Number One schauen!

Gefolgt von: Lord of East China Sea II

Infos:

O: Seung Hoi Wong Dai Ji: Sui Yuet Fung Wan

HK 1993

R: Poon Man-Kit

D: Ray Lui, Kent Cheng, Elvis Tsui, Carina Lau, Cecilia Yip, Lam Wai, William Ho Ka-Kui

Laufzeit der südkoreanischen DVD: 141:50 Min.

Gesehen am: 21.09.25

Fassungen: Mir lag die taiwanesische DVD von Catalyst Logic/Fortune Star vor = O-Ton und englische Subs, Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Sept. 2025). 

Montag, 21. Juli 2025

Sentenced to Hang

Sentenced to Hang

Story:

Drei «Blutsbrüder» (Elvis Tsui, Kent Cheng, Tony Leung Ka-Fai) planen den Sohn (Stuart Ong) ihres reichen Bosses (Tien Feng) zu entführen und Lösegeld zu erpressen. Doch es läuft nicht wie geplant, mit fatalen Folgen…

Meine Meinung:

Schon erstaunlich, wie viele Stars des HK-Kinos an Krebs verstorben sind. Oft zu jung. Egal ob Lam Ching-Ying (Vampire Vs. Vampire, Her Vengeance, Forced Nightmare), Anita Mui (Rouge, Scared Stiff, A Better Tomorrow 3), Suet Nei (A Mysterious Weapon, Paragon of Sword and Knife) oder Shing Fui-On (Hong Kong Adam's Family, Return of the Evil Fox, Enemy Shadow). Nun hat es auch Taylor Wong getroffen. Der hat vielleicht nicht so viele Regie-Arbeiten wie andere Regisseure aus Hong Kong vorzuweisen, aber seine Auswahl bietet an breiteres und interessantes Spektrum.

In seinen Anfängen drehte er die Indie-Produktion Return of the Deadly Blade, ehe er zu den Shaw Brothers ging. Dort heuerte er an, Jahre bevor diese ihre Kinoproduktionen einstellen sollten. Es entstanden Titel wie Buddha's Palm (1982), Behind the Yellow Line (1984) sowie Pursuit of a Killer (1985). Danach waren seine und die Zeit von Shaw vorbei. Danach folgten Filme wie Tragic Hero (Chow Yun-Fat), Triads - The Inside Story (liegt mir noch ungesehen vor), Deadly Dream Woman, No More Love, No More Death (Michael Chan Wai-Man), The Three Swordsmen (Andy Lau) oder Girls Unbutton (CAT. III).

Ich hätte Taylor Wong zu Ehren einige Filme schauen können, aber aktuell hatte ich kaum Zeit. Viel Arbeit, wenig Frei. Es blieb daher bei nur einer Sichtung. Ich entschied mich für die True-Crime Verfilmung Sentenced to Hang. Der Plot wurde schon durch die Shaw Brothers verfilmt (Kidnap mit Lo Lieh). Beim Fall handelt es sich um einen Entführungs- und Mordfall (bzw. mehrere Morde), die sich Ende der 50er und Anfang der 60er in Hong Kong zugetragen haben. Im HK-Trailer des Filmes werden echte Menschen auf der Strasse zu ihren Ansichten zum Fall (inklusive der Todesstrafe) gefragt. Spannend.

Der Film, der in HK eine CAT. III Freigabe bekam (angeblich einer, wenn nicht sogar der erste Film mit diesem Rating), sah ich bisher nur einmal im Juli 2012. Der Film hat die Zweitsichtung bestanden. Sentenced to Hang ist ein durch und durch eindrücklicher Film. Vor allem die letzten 20-30 Minuten gehen unter die Haut und gehen am Zuschauer nicht spurlos vorbei. Wenn es einem Film gelingt, solche Emotionen im Zuschauer zu wecken, haben die Filmemacher schon alles richtig gemacht. Stark gespielt von Elvis Tsui (Shaolin Intruders), Kent Cheng (Crazy Boy & Pop-Eye) und Tony Leung Ka-Fai (The Twins Effect 2), den ich sonst nicht sonderlich mag. In weiteren Rollen sind noch Carrie Ng (Thrilling Story), Stuart Ong (Robotrix) und Tien Feng (My Son) zu sehen.

Fazit: Eindrückliches Drama! Sehr zu empfehlen!

Infos:

O: San Lang Qi An

HK 1989

R: Taylor Wong

D: Elvis Tsui, Kent Cheng, Tony Leung Ka-Fai, Carrie Ng, Stuart Ong, Tien Feng

Laufzeit der HK-DVD: 104:42 Min.

Gesehen am: Juli 2012 / Neusichtung am: 16.07.25

Fassungen: Mir lag die Code Free-HK-DVD von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) vor = Uncut, O-Ton, englische Subs vorhanden. Jedoch ist die Bildqualität nicht mehr zeitgemäss. Nur durchschnittlich und sehr oft viel zu dunkel und unscharf. Da bräuchte es dringend eine bessere, hellere und restaurierte Fassung. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2025).

Freitag, 4. Juli 2025

Crazy Boy & Pop-Eye

 

Crazy Boy & Pop-Eye

Story:

Gold Haired Lion (Kwan Hoi-San) will eine Kampfschule übernehmen und es kommt zum Kampf. Der Meister und dessen Familie sterben. Dessen Schüler Mo (Yuen Bo) und dessen Kumpel (Alan Chan Kwok-Kuen) wollen den Kampf gegen Gold Haired Lion aufnehmen…

Meine Meinung:

Crazy Boy & Pop-Eye ist eine weitere 1979er Kung Fu Komödie aus Hong Kong, wie so viele andere auch, die nach den Jackie Chan Erfolgsfilmen Die Schlange im Schatten des Adlers und Drunken Master gedreht wurden. Alle wollten vom Erfolg etwas abhaben. So ist es wenig überraschend, dass auch Phillip Kams Film auf die gleichen Prinzipien setzt: Kung Fu, Klamauk, Schüler-Meister-Rache-Plot. Interessanterweise war Crazy Boy & Pop-Eye die einzige Regiearbeit von Phillip Kam.

Der Film hält sich mehr oder weniger an die Vorgaben, die das damalige Old School Kung Fu Genre ausmachte. Viel Klamauk, ein episodenhafter Plot, Klischees, gestohlene Italo-Western Musik (nur wenig und nur auf der 1. Disc der VCD), viele Outdoor-Aufnahmen, Low-Budget-Produktion. Im Vergleich zu anderen Produktionsfirmen, die unabhängig und abseits von Shaw Brothers und Golden Harvest Filme produzierten, fehlen in Crazy Boy & Pop-Eye die wirklich grossen Namen.

Mir waren nur Kwan Hoi-San (Crocodile Evil) als Bösewicht (er spielt eine Nebenrolle), Fatty Kent Cheng (The Man from Vietnam, Spooky Family) und Chiu Chi-Ling (The Dragon on Fire, Twins) bekannt. Letztere haben sogar nur Gastauftritte. Die Hauptfiguren wurden von den mir nicht bekannten Alan Chan Kwok-Kuen (The Daring Kung-Fu Refugee, Shaolin Prince) sowie Yuen Bo (Martial Arts Director in Ghost Killer oder Shadow Cop) gespielt. Letzterer macht in den akrobatischen Kampfszenen eine solide Figur. Dennoch vermag er nicht, an Jackie Chan und Co. heranzureichen. Seine Karriere verbrachte er mehr als Action Director, statt als Actor.

Fazit: Kung Fu Klamauk von der Stange. Alles schon gesehen und vor allem schon besser gesehen. 

Infos:

O: Zhuang Ju Zai Yu Niu Gan Yan

HK 1979

R: Phillip Kam

D: Kwan Hoi-San, Yuen Bo, Alan Chan Kwok-Kuen, Lee Heung-Kam, Pak Man-Biu, Kent Cheng, Chiu Chi-Ling

Laufzeit der HK-VCD: 79:45 Min.

Gesehen am: Ende März 2025

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Ocean Shores vor = Canto/Mandarin mit englischen Subs, Vollbild, solide Bild- und Tonqualität. Mir ist keine DVD mit Originalton bekannt. Es gibt keine Blu-Ray und auch keine deutsche Fassung (Stand: Ende März 2025). Zufällig gesehen, dass mir unter dem Titel The Dragon, the Odds noch eine VHS aus Indonesien von Casa Vision vorliegt (Englisch Dubbed, indonesische Subs). Diese VHS bekam ich geschenkt.

Sonntag, 6. April 2025

Once Upon a Time in China

Once Upon a Time in China

Story:

Spätes 19. Jahrhundert Kanton:

Arzt und Martial Arts Meister Wong Fei-Hung (Jet Li) und seine Schüler (u.a. Kent Cheng, Jacky Cheung) finden sich in einer Zeit wieder, in welcher Ausländer (Jonathan Isgar, Mark King, Steve Tar) vor Ort ebenso wie ansässige Kleingangster (Yau Gin-Gwok) für Unruhe sorgen. Dazu kommt, dass Wong Fei-Hung von Iron Robe Yim Chun Tung (Yen Shi-Kwan) zum Duell herausgefordert wird und dann muss Wong Fei-Hung auch noch seine 13. Tante (Rosamund Kwan) beschützen…

Meine Meinung:

Basierend auf dem realen Volksheld Wong Fei-Hung, der in Hong Kong schon durch ältere Generationen verkörpert wurde (Gordon Liu in Martial Club oder Kwan Tak-Hing in 77!!! einzelnen Filmen), schickt Tsui Hark (Knock Off, The Twin Dragons, Aces Go Places III) Jet Li (Hitman, Fong Sai Yuk II, Lethal Weapon 4) ins Rennen. Once Upon a Time in China ist der erfolgreiche und aufwändige Blockbuster des damaligen HK-Kinos, der für viele Preise nominiert wurde, einige einsackte und u.a. fünf Fortsetzungen nach sich zog.

Ich sah den Auftakt der Once Upon a Time in China Reihe sehr lange nicht mehr. So freute ich mich, heute mit dem 1. Teil meine Rewatch-Serie gestartet zu haben. In Once Upon a Time in China steckt viel Qualität. Das sieht man der Produktion trotz diverser Probleme beim Dreh (Cast und Crew, die abgesprungen sind oder Jet Li, der sich verletzt hat und im Finale z.T. gedoubelt werden musste) deutlich an. So muss der Film zu den besseren Werken von Tsui Hark gezählt werden, auch wenn ich Filme wie Dangerous Encounter - 1st Kind, The Butterfly Murders oder We're Going to Eat You nach wie vor zu seinen absoluten Highlights zähle. Noch vor Once Upon a Time in China.

Once Upon a Time in China hat tolle Kulissen, stark choreographierte Kampf- und Actionsequenzen, einen eigentlich tollen, namhaften Cast und eine visuell beeindruckende Kameraarbeit. Dazu ein wunderbares Lied, welches zu Beginn des Filmes im Vorspann die Herzen der Fans erfreut. Der erste Kampf von Jet Li gegen den Bösewicht (Yen Shi-Kwan) im Regen ist für mich eine der besten Szenen des ganzen Filmes. Da konnte dann leider auch das Leiter-Finale nicht anknüpfen. Im 1/4 des Filmes gab es mir zu wenig Action und mit einer stolzen Laufzeit von 134 Minuten war der Film doch vielleicht etwas zu lang.

Co-Star Yuen Biaos (Mr. Vampire II) Potenzial wird total verschenkt. Der bekommt eigentlich nicht eine wirklich tolle Kampfszene spendiert. Das ist schon sehr schade, wenn man so einen Namen an Bord hat. Sein Part wurde, wie auch jener von Jacky Cheung (Comic-Charakter ohne Action), für den 2. Film ausgetauscht. Weiter besetzt mit Kent Cheng (Run and Kill), Yuen Cheung-Yan (Sohn von Simon Yuen), Wu Ma (Gastauftritt) und Rosamund Kwan (ihren ganzen Sub-Plot hätte man zugunsten von mehr Action streichen können). Yen Shi-Kwan als Bösewicht war überzeugend. Dies sollte er später in Iron Monkey, wenn er Donnie Yen gegenübersteht, erneut unter Beweis stellen.

Fazit: Jet Li Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Once Upon a Time in China II

Infos:

O: Wong Fei-Hung

HK 1991

R: Tsui Hark

D: Jet Li, Yuen Biao, Kent Cheng, Jacky Cheung, Yen Shi-Kwan, Yuen Cheung-Yan, Rosamund Kwan, Wu Ma, Jonathan Isgar, Mark King, Steve Tar, Yau Gin-Gwok

Laufzeit der US-Blu: Ca. 134 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung: 19.01.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray Box Once Upon a Time in China: The Complete Films = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, alle sechs Filme und Booklet in einer Box. Als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Tsui Hark (in Englisch), ein Interview mit Yen Shi-Kwan (Englischer Voice Over), Audioaufnahmen von Jet Li (in Englisch), ein kurzes (und uninteressantes) Behind-the-Scenes Spezial und es kommt HK-Film-Kenner Tony Rayns zu Wort (sehr zu empfehlen). In Deutschland von Splendid auf Blu-Ray zu haben (Uncut, Deutsch/Kantonesisch mit Subs).

Dienstag, 11. März 2025

The Man from Vietnam

The Man from Vietnam

Story:

Drei Flüchtlinge aus Vietnam (u.a. Wang Chung) versuchen ihr Glück in Hong Kong. Dort kommt es zu einem Schusswechsel, bei dem drei Personen sterben. Die Flüchtlinge flüchten. Die Polizei (Paul Chu) ermittelt und findet heraus, dass die Flüchtlinge in Aktivitäten mit örtlichen Gangstern (Melvin Wong, Stanley Fung) involviert sind….

Meine Meinung:

The Man from Vietnam stellt, laut dem Hong Kong Film-Archiv, das Regiedebüt von Regisseur Clarence Ford (Iceman Cometh) dar. Der Film, der zwar 1980 gedreht aber erst zwei Jahre später veröffentlicht worden sein soll, soll ein Flop gewesen sein. Eigentlich schade, da der Film definitiv New Wave Vibes bietet und einer der besseren Filme von Clarence Ford darstellt. Filme mit Flüchtlingen beschäftigten zu der Zeit auch andere New-Wave Regisseure (z.B. The Story of Woo Viet sowie Boat People von Ann Hui).

Es überrascht daher nicht, dass sich Clarence Ford diesem dazumal brisanten und aktuellen Thema angenommen hat. Eine folgerichtige Wahl. Bei The Man from Vietnam handelt es sich um einen, wie es aussieht, sehr seltenen Film. Ich finde im Netz kein einziges Review. Der Film ist ein Flüchtlings-Drama mit vereinzelten Action- und Gangster-Szenen (vor allem blutige Shoot-Outs). New Wave Vibes und Sozialkritik lassen in dieser First Films Produktion nicht lange auf sich warten und sind von Beginn an spürbar. Die meisten Action-Momente hat der Film am Anfang und am Ende.

Wang Chung (Blooded Treasury Fight, The Beauty Escort, Cops and Robbers) spielt eine der Hauptrollen. Er, der zuvor vor allem in Produktionen der Shaw Brothers zu sehen war, flüchtet zusammen mit zwei Männern aus Vietnam nach Hong Kong, wo sie an Gangster geraten (Melvin Wong und Stanley Fung). Und die Polizei ist ihnen auf den Fersen (Paul Chun aus The Killer). Paul Chu ist die 2. Hauptrolle. Kent Cheng (Run & Kill) spielt eine Nebenrolle und die Mehrzahl seiner Szenen sind peinlich (à la die Chow Yun-Fats "Eat the Rice" Szene aus A Better Tomorrow 2).

Fazit: Fans von New Wave Anfang der 80er Jahre Filme aus Hong Kong können definitiv einen Blick riskieren!

Infos:

O: Yue Nan Zai

HK 1982 (1980 aber erst 1982 veröffentlicht worden)

R: Clarence Ford

D: Wang Chung, Paul Chu, Stanley Fung, Melvin Wong, Chan Mei-Ling, Kent Cheng

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 83:00 Min.

Gesehen am: 09.03.25

Fassungen: Mir lag das Vollbild-VHS aus Südkorea von Hwa Soung vor = Canto O-Ton mit koreanischen Subs, solide Bild- und Tonqualität. Die Version machte einen unzensierten Eindruck (blutige Shoot-Outs, blutiger Messer-Mord, mehrere Nacktszenen). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: März 2025).

Freitag, 3. Mai 2024

The Dragon Family

The Dragon Family

Story:

Lung Ying (Ko Chun-Hsiung) ist das Oberhaupt der «Dragon Family» (Alan Tam, Andy Lau, Max Mok, Lau Kar-Wing, Kent Cheng, Kara Hui, Lisa Chiao Chiao, Cheung Kwok-Keung, Kent Tong Chun-Yip) und plant, innerhalb von zwei Jahren nur noch legal zu arbeiten. Dafür gibt er sich zwei Jahre Zeit. Das und das harte Vorgehen gegen die Konkurrenz, die mit Drogen ihr Geld verdient, sorgt in der Triaden-Welt für Unstimmigkeiten. Vor allem White Wolf (Ku Feng) und seinen Männern (Norman Tsui, William Ho Ka-Kui, Phillip Ko Fei, Shing Fui-On) ist Lung Ying ein Dorn im Auge. Als ein Coup eskaliert und Lung Yings Tod daraus resultiert und es bei dessen Beerdigung zu einem Massaker kommt, sinnen drei der Überlebenden auf Rache…

Meine Meinung:

2. Sichtung seit März 2009. Als ich den Film damals sah, wusste ich um die erste ruhige Filmhälfte nicht Bescheid und kannte jede Menge der Stars vor und hinter der Kamera (noch) nicht. Den Film nun mit richtigen Erwartungen zu sehen und die ganzen Stars zu erkennen, machte The Dragon Family zu einem absoluten Sehvergnügen. Mir gefiel auch die ruhige Hälfte des Filmes ausgezeichnet, gerade wegen den vielen bekannten Gesichtern.

Im Film tummeln sich Namen wie Alan Tam (Pantyhose Hero), Andy Lau (The Last Blood), Max Mok (The Assassin), Lau Kar-Wing (der auch die Regie übernahm), Kent Cheng (The Club), Kara Hui (Legend of the Drunken Tiger), Ku Feng (Return of the Sentimental Swordsman), Norman Tsui (Dirty Trick), William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness), Phillip Ko Fei (Profile in Anger), Shing Fui-On (Legacy of Rage) oder Stanley Fung (Sketch). Für die Action- bzw. Kampf-Szenen zeichnete sich ein weiterer ehemaliger Shaw Brothers Star zuständig: Lau Kar-Leung (Challenge of the Masters).

Der Film war zu keiner Sekunde langweilig. Die 1. Hälfte zeigt Einblicke in die Triaden-Welt und wie versucht wird, aus dieser zu entfliehen. Was Regeln, Traditionen aber auch Verrat bedeuten und wo sie hinführen könnten. Heroic Bloodshed Motive kommen ebenso zur Geltung wie Klischees, welche aus anderen Klassikern stammen (das verkrüppelte Bein aus A Better Tomorrow). Der Film ist technisch einwandfrei in Szene gesetzt und auf asiatischen Klamauk wird verzichtet.

Der Film hat zwar nicht viele Action-Szenen, die sind aber hart in Szene gesetzt, abwechslungsreich und mit viel Kraft, Wucht und Schmerzen verbunden: blutige Shoot-Outs, originelle Tötungsszenen (durch Feuer, Schwert, Glasscheiben…), Stunts und Martial Arts Einlagen runden die Sequenzen ab. Im Finale darf sogar noch zwei Gweilos (Nick Masters u Wayne Archer) mitmischen. Stanley Fung, Kent Cheng und Lau Kar-Wing haben sehr prägende Rollen und fast mehr Screentime als z.B. ein Andy Lau, Max Mok oder ein Alan Tam, dessen Charaktere am Ende zwar die Rache übernehmen, aber zuvor länger durch Abwesenheit glänzen.

Das nicht jede Figur viel Screentime bekommt, versteht sich bei den vielen Stars im Film von selbst. Vor allem Fans von Kara Hui dürfen nicht viel erwarten. Sie ist kaum zu sehen. Freude hatte ich ansonsten an den Bösewichten. Namen wie Ku Feng, Norman Tsui, William Ho Ka-Kui, Phillip Ko oder Shing Fui-On sehe ich immer gerne als Bösewichte und diese machen alle einen sehenswerten, hübsch fiesen Job. Der einzige bekannte Name, der mir im Film nicht auffiel, war The Two Jolly Cops Star Charlie Cho Cha-Lee. Habe ihn wirklich nicht ausmachen und entdecken können. Kleines Detail am Rande…

Fazit: Must See Titel für Freunde des 80er/90er Jahre HK-Actionfilmes!

Infos:

O: Lung Ji Ga Chuk

HK 1988

R: Lau Kar-Wing

D: Ko Chun-Hsiung, Alan Tam, Andy Lau, Max Mok, Lau Kar-Wing, Kent Cheng, Kara Hui, Lisa Chiao Chiao, Cheung Kwok-Keung, Kent Tong Chun-Yip, Ku Feng, Norman Tsui, William Ho Ka-Kui, Phillip Ko Fei, Shing Fui-On, Stanley Fung, Nick Masters, Wayne Archer

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: März 2009 / Neusichtung am: 17.02.24

Fassungen: Mir lag die Code Free-DVD von Universe aus HK vor = Uncut, solide bis durchschnittliche (Nacht-Szenen) Bild- und Tonqualität (nicht anamorph), O-Ton und englische Subs vorhanden. Da wäre eine restaurierte Blu-Ray wünschenswert! Die HK-DVD von Mega Star ist hingegen anamorph.

Samstag, 2. September 2023

The Prince of Temple Street

The Prince of Temple Street

Story:

Twelve (Andy Lau) ist der junge Triaden-Boss der Tempel Street. Als sich eine religiöse und missionierende Glaubensgemeinschaft um Teresa (Joey Wong) dort niederlässt, sorgt das zunächst für diverse Spannungen, ehe sich Twelve in Teresa verliebt. Die Harmonie wird durch einen anderen Triaden (Chin Ho) gestört, der die Macht an sich reissen und Twelve zur Hölle schicken will…

Meine Meinung:

The Prince of Temple Street lag vier Jahre ungesehen rum und wurde nun nach der Sichtung gleich nach Deutschland verkauft. Der Film hat mir nicht gefallen, trotz paar schönen Bildern aus Hong Kongs Nachtleben, ein bis zwei soliden Actionszenen und einem Cast bestehend aus Andy Lau (Magic Crystal), Joey Wong (A Chinese Ghost Story) oder Ng Man-Tat (Rape and Die). Die Chemie und Harmonie im Film passen nicht zusammen. Der Mix aus Triaden-Film, Komödie, Romanze, Drama und Action passt in Jeffrey Chiangs Film nicht gut zusammen. Es überrascht nicht, dass Regisseur Jeffrey Chiang keine grosse Karriere genoss.

Viele Stars sind nur am Anfang zu sehen (die Runde mit dem Baby), mehr als Cameo-Auftritte: Kenneth Tsang Kong (The Virgin Sword), Amy Yip (Lethal Contact), Kent Cheng (The Accident) oder Ray Lui (Hunting List). In einer Nebenrolle ist Frankie Chan (Full Contact) und als Bösewicht Chin Ho (The Last Blood) zusehen. Letzterer überzeugt am meisten von den Figuren.  Andy Laus Schauspiel war übertrieben, wenig glaubhaft und er oft auch nicht sympathisch. Joey Wong nimmt man die Sektentante zu keiner Sekunde ab und Ng Man-Tat in Kombination mit Deanie Ip Tak-Han, die er immer nur "Bitch" nennt (gemäss den englischen Subs), nervt.

Viele Szenen sind für den Verlauf des Plots nicht relevant und es gibt viel zu wenig echtes Drama und Action, um zu überzeugen. In einzelnen Szenen kommt so was wie Stimmung und Spannung auf, aber viel zu selten. Die viel zu wenigen Actionszenen sind solide, aber mehr auch nicht und vor allem aufgrund der Dunkelheit und der miesen Qualität der DVD kaum zu erkennen. Das kurze Finale war die beste Action-Szene im Film. Aber leider auch sehr schnell vorbei. Ansonsten ist der Film vor allem nervend, lahm und fremdschämend.

Fazit: Nicht wirklich zu empfehlen!

Infos:

O: Miu Gaai Sap Yee Siu

HK 1992

R: Jeffrey Chiang

D: Andy Lau, Ng Man-Tat, Joey Wong, Chin Ho, Frankie Chan, Deanie Ip Tak-Han, Kenneth Tsang Kong, Amy Yip, Kent Cheng, Ray Lui

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 05.08.23

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD aus Südkorea von Dadl Media vor = O-Ton, englische Subs, wohl Uncut, nicht anamorph und schlechte bis durchschnittliche Bildqualität. Es scheint keine Blu-Ray zu geben (Stand: Aug. 2023). Es gibt auch keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2023).

Donnerstag, 23. Dezember 2021

Spooky Family Review

Spooky Family

Story:

 

Kent (Kent Cheng) und seine Familie sind Vampir- und Geisterjäger. Wenn Kent sich nicht gerade mit Vampiren rumschlagen muss, dann mit einer Wahrsagerin, die es auf ihn abgesehen hat, was Kents Ehefrau natürlich gar nicht in den Kram passt. Als allerdings der «copper vampire» auftaucht, haben Kent und Co. alle Hände voll zu tun, sich gegen den mächtigen Vampir zur Wehr zu setzen…

 

Meine Meinung:

 

Spooky Family ist typsicher Ende 80er / Anfang 90er Gyonsi-Streifen (= Hopping Vampire), der vor allem durch den Erfolg von Mr. Vampire im HK-Kino (oder Taiwan) grosse Erfolge feierte. So brachte es die Reihe auf vier Fortsetzungen wie auch die taiwanesische Ableger-Reihe Hello Dracula. Und etliche Filme überfluteten den Markt (The First Vampire in China, New Mr. Vampire II, Doctor Vampire, Encounters of the Spooky Kind 1 + 2, The Ultimate Vampire, The Era of Vampires, The Vampire Partner, Vampire Vs Sorcerer, Love Me Vampire, School for Vampires).

 

Spooky Family gehört sicherlich zu den besseren seiner Art. Der Film spielt im China des 19. Jahrhunderts d.h. im klassischen Setting. Es geht um die Familie von Kent Cheng. Taoist-Priester, der Magie fähig und Vampir-Jäger. Es wird experimentiert (Klamauk), es gibt eifersüchtige Streitereien unter Frauen (Klamauk) und es gibt tolle und sehenswerte Vampir-Action (die besten Szenen des Filmes).

 

Wer das HK Kino aus der Zeit kennt und mag, weiss, was ihn erwartet. Der Humor ist teilweise doof, aber immer mit dem Fleck am rechten Herzen und teilweise auch köstlich amüsant. Der Film wartet mit einem guten Cast und bekannten Namen wie Kent Cheng (The Club), Nina Li (The Defector – Der Dragon Fighter), Pauline Wong (Peacock King), Billy Lau (der störte mich in seiner Nebenrolle nicht Mal), Sandra Ng (She Shoots Straight), Shing Fui-On (Horrible High Heels), Peter Chan (Die Schlitzaugen mit dem Superschlag), Ka Lee (Above the Law) oder Chung Fat (Miss Magic) auf, wobei mir letzterer nicht auffiel.

 

Der Film ist gut im Wechsel zwischen Story, Humor und Action. Einige der Füllszenen tragen rein gar nichts zur Story bei, sind aber amüsant, so z.B. das Experiment das ein wenig an Die Fliege erinnert oder der Besuch der Gangster bei der Wahrsagerin. Zwei Highlights für mich: der erste, lange Kampf von Kent Cheng und seinem Film-Sohn gegen den übermächtigen copper vampire (cooles Make-Up übrigens auch) auf der ersten VCD und die amüsante Versteck-Spiele, schon fast Sketch artige Ansammlung von Bill Laus Flucht vor copper vampire (auf der zweiten VCD). Grossartiges Kino!

 

Fazit: Für Fans des HK-Kinos aus den 80ern/90ern zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Zhuo Gui He Jia Huan

 

HK 1990

 

R: Chin Yuet-Sang

 

D: Kent Cheng, Nina Li Chi, Pauline Wong Siu-Fung, Billy Lau, Sandra Ng, Shing Fui-On, Peter Chan Lung, Chung Fat, Ka Lee

 

Laufzeit der HK VCD: VCD Seite A (54:32 Min.), VCD Seite B (41:53 Min.)

 

Gesehen am: 13.10.21

 

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von China Star vor = Gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton und englische Subs. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Okt. 2021).

Donnerstag, 18. November 2021

Dr. Lamb Review

Dr. Lamb

Story:

 

Ein Taxi-Fahrer (Simon Yam) ist ein perverser Serienkiller, der seine Opfer töte, vergewaltigt, zerstückelt, fotografiert oder die Taten auch filmt. Und dadurch kommt die Polizei (u.a. Danny Lee, Kent Cheng) dem potenziellen Täter auch auf die Spur. Nun geht es darum, ein Geständnis und die Hintergründe (Motiv, wie viele Opfer gab es?, Was wusste sein Umfeld?) in Erfahrung zu bringen. Einfacher gesagt, als getan…

 

Meine Meinung:

 

Dr. Lamb ist einer der bekanntesten True-Crime und CAT. III Streifen aus Hong Kong was die 90er Jahre nebst Titeln wie Ebola Syndrome, The Untold Story, Love to Kill, Daughter of Darkness, Red to Kill und Co. hervorgebracht haben. Leider hat der Film, der auf den wahren Moden des Täters Lam Kor-wan beruht, die Neusichtung nicht bestanden und fliegt, wie bereits zuvor andere CAT. III Titel (Human Pork Chop, Brother of Darkness, A Day Without Policeman, Horrible High Heels) aus der Sammlung.

 

Bei Dr. Lamb hätte ich nicht damit gerechnet. Aber der Reihe nach: der Film ist à la The Untold Story aufgebaut: man kommt dem Täter auf die Spur und in Rückblenden wird die Story erzählt. Es gibt Klamauk, der unpassend wirkt, die typische Folter durch die Polizei, um den Täter zum Sprechen zu bringen und einige derbe Sicko-Szenen, die sich am wahren Fall orientieren (Rape, Zerstückelungen, Nekrophilie…).

 

Der Film hat mir ausfolgenden Gründen zu wenig zugesagt:

 

1. Die erste Filmhälfte war sehr lahm. Da muss man als Fan durch, guckt auf die Uhr, Längen tun sich auf. Die 2. Film-Hälfte ist die klar bessere.

 

2. Die Wahl der Musik gefiel mir nicht. Empfand ich als billig. Der Klamauk war unpassend. Mehr störte mich, dass Szenen fast 1:1 aus The Untold Story übernommen wurden. Der Humor durch Figuren wie Danny Lee, Emily Kwan Bo-Wai, Kent Cheng oder vor allem Parkman Wong Pak-Man waren doch relativ nervend.

 

3. Simon Yam: sein Schauspiel mag ich sonst in CAT. III Filmen gerne (Run & Kill z.B.), aber hier wirkte seine Darstellung oft unfreiwillig komisch.

 

Der Film, der mit bekannten Namen wie Danny Lee (Law with Two Phases), Billy Tang (The Assassin), Simon Yam (Full Contact) oder Kent Cheng (Mobfix Patrol) aufwartet, ist dennoch für CAT. III Fans zu empfehlen. Die drei oben genannten Punkte sind stark Geschmackssache und es gibt definitiv schlechtere CAT. III Streifen als diesen hier.

 

Interessant: der HK-Film Hong Kong Butcher (1983) erzählt ebenso von den Taten den Serienkillers Lam Kor-wan ist aber im Vergleich zu Dr. Lamb deutlich weniger bekannt (gibt es auch nur als VHS) – der liegt noch ungesehen rum. Gespannt, wie sich dieser im Vergleich schlagen wird!

 

PS: Auch im CAT. III Film The Underground Banker kommt die von Simon Yam verkörperte Figur als fiktiver Charakter zurück (aus dem Gefängnis entlassen und Anthony Wong zur Hilfe eilend!).

 

Fazit: CAT. III Fans können einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Gao yang yi sheng

 

HK 1992

 

R: Danny Lee

 

Executive Director: Billy Tang

 

D: Danny Lee, Simon Yam, Kent Cheng, Lau Siu-Ming, Emily Kwan Bo-Wai, Parkman Wong Pak-Man

 

Laufzeit der österreichischen DVD: 86:55 Min.

 

Neusichtung am: August. 2021

 

Fassungen: Die Erstsichtung erfolgte mit der HK-DVD, die dazumal praktisch wie weltweit alle Fassungen in Gewalt zensiert war. Nur das VHS aus Spanien war Uncut. XT-Video nahm sich dessen Master und/oder Szenen an und fügte sie ins HK-Master = XT Video diese haben damit auf DVD die weltweit längste Fassung «gebastelt». Deutsch/Canto mit diversen Subs. Bild- und Tonqualität sind aber sehr schlecht. Die Canto Tonspur auch zensiert (Pips-Geräusche bei Schimpfwörtern). Nervt. Soll Uncut auf Blu-Ray erscheinen (USA von Unearthed Films).