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Montag, 23. März 2026

Phenomena

 

Phenomena

Story:

Die sensitive Jennifer (Jennifer Connelly), die mit Insekten kommunizieren kann, kommt während ihrem Aufenthalt in einem Fraueninternat in der Schweiz, einer Mordserie auf die Spur. Sie wird dabei von einem Professor (Donald Pleasence) unterstützt…

Meine Meinung:

Zwischen Tenebre und Opera drehte Dario Argento, teilweise vor Ort in den Schweizer Alpen, den mystischen, traumhaften und surrealen «Mystery-Krimi» Phenomena. Der Film ist, was seinen Plot angeht, definitiv kein 08/15-Werk. Und dennoch ist Dario Argento Mal wieder die Optik und Stimmung wichtiger, als sein dennoch zugegebenermassen dünner Plot. Das ist an sich für meinen Geschmack kein wirklicher Kritikpunkt, allerdings zieht sich der Film in den ersten 60 Minuten doch sehr, was das Fortschreiten der Geschichte und wirkliche Horrorparts darin, angehen. Soll heissen, es gibt definitiv auch die ein oder andere lahme Sequenz zu sehen und dass der Film für den US-Markt stark gestrafft wurde (und dann als Creepers veröffentlicht wurde), kann ich sogar nachvollziehen.

Ich mag Phenomena, auch wenn ich diesen persönlich nicht zu den Stärksten Argento-Werken zähle (Suspiria, Deep Red, Sleepless, Opera). Die erste Stunde war wirklich zäh, Affen mag ich nicht (ausser seiner letzten Szene im Film) und der Englische Dub (nicht alle Personen haben sich selbst gesprochen) mindert das Sehvergnügen halt doch auch ein bisschen (wirkt je nach Dialogen und Stimmen billig und künstlich). Die Besetzung von Halloween-Star Donald Pleasence (Specters) war ein gekonnter Schachzug. Die damals noch minderjährige Jennifer Connelly trägt den Film jedoch praktisch allein. In der sehenswerten Anfangssequenz ist zur Abwechslung Mal nicht Dario Argentos Tochter Asia, sondern Fiore zu sehen. Netter Gastauftritt, wie auch jener von Michele Soavi (Stage Fright). Daria Nicolodi (Inferno) spielt eine Nebenrolle. Sie gehörte zu dem Zeitpunkt zum Repertoire eines jeden Dario Argento Filmes.

Weitere Namen aus dem Ital. Film, die sich dazu gesellt haben: Goblin und Claudio Simonetti (Cut and Run), Luigi Cozzi (Demons 6 De Profundis) und Effekte Künstler Sergio Stivaletti (I Tre volti del terrore, Dellamorte Dellamore, Murder Obsession). Letzterer war für einige (zwar wenige aber dennoch sehenswerte) Tötungs- und Make-Up- Masken und Leichenteile zuständig. Der Film bietet in der Hinsicht einige schöne Ekelmomente mit Maden. Diesbezüglich gibt es auch im Finale einige wunderbar makabre Einfälle zu sehen. Die traumähnliche und surrealistische Stimmung plus die sonderbare Musik diverser Metal-Bands (z.B. Flash of the Blade von Iron Maiden) inklusive den Close-Ups von diversen Insekten ist definitiv sehenswert und wertet den Film im gegen Ende hin auf.

Fazit: Fantasievolles Kino von Dario Argento!

Infos:

O: Phenomena

Italien 1985

R: Dario Argento

D: Jennifer Connelly, Donald Pleasence, Daria Nicolodi, Fiore Argento, Michele Soavi, Patrick Bauchau, Franco Trevisi, Francesca Ottaviani, Dalila Di Lazzaro, Federica Mastroianni

Laufzeit der US-Blu: 116:00 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 23.03.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Synapse Films vor, die vor einigen Jahren am Brugggore Filmfestival von Claudio Simonetti signiert wurde. Dieses Set kommt mit Booklet, Steelbook und drei Discs daher = Soundtrack-CD, zwei Blu-Rays (mit insgesamt drei Filmfassungen), limitiert auf 3000 Stück. Das Set bietet den Film in Englisch/Ital. mit englischen Untertiteln an. Dazu gibt es Unmengen an Extras (u.a. Dario Argentos World of Horror Doku, Interview mit Andi Sex Gang, Trailer, TV-Spots, Audiokommentar). Gibt es in Deutschland Uncut von XT-Video auf Blu-Ray (in Deutsch oder Englisch).

Mittwoch, 8. Mai 2024

Massacre at Central High

Massacre at Central High

Story:

David (Derrel Maury) ist der neue Student an der High School. Er trifft dort auf einen alten Freund, Mark (Andrew Stevens), der mit Theresa (Kimberly Beck) zusammen ist. Mark ist mit drei Bullies (u.a. Damon Douglas, Steve Bond, Ray Underwood) befreundet, die die anderen Schüler schikanieren, tyrannisieren und an der Schule das Sagen haben. David soll in den Kreis aufgenommen werden. Doch David setzt sich für die Schwachen und Gemobbten (u.a. Cheryl Smith, Robert Carradine) ein, mit fatalen Folgen…

Meine Meinung:

Massacre at Central High war ein Titel, den ich sicher schon meiner Jugendzeiten kannte. In Deutschland ist der Film nämlich besser bekannt als Massaker in Klasse 13. Und davon gab es eine Red Edition DVD und das Cover-Artwork war mir stets bekannt. Den Film sah ich aber mangels Alternativen nie und die Synapse Vö war die weltweit erste Blu-Ray Vö bzw. erste würdige Fassung zum Film. Daher dauerte es mit der Sichtung ewig.

Der Film stammt von Rene Daalder. Einem Holländer. Massacre at Central High ist sein US-Debüt als Regisseur. Der Film passt gut in die Kerbe mit Filmen wie Class of 1984. Schule, Mobbing, Selbstjustiz, Rache. Weiter zeigt der Film, wie sich Charaktere aber auch zum Schlechten ändern können und von Opfern dann selbst Täter werden. Der Film ist sicher nicht sozialkritisch gemeint, sondern Exploitation-Unterhaltung, aber dennoch kann man das dem Film positiv ankreiden.

Ich mag Themen wie Selbstjustiz und wenn das Pack das bekommt, was es verdient. Es gibt heuer genug Youtube und Co. Videos, in denen «Bullies» gleich ihr Fett abbekommen oder deren Titel und Zusammenstellungen «Instant Karma» lauten. So Dinger machen manchmal Spass. Massacre at Central High nimmt solche (realen) Ereignisse auf Streaming-Plattformen vorneweg. Der Film ist technisch gut gemacht. Nicht übermässig brutal und gegen Ende leider zu repetitiv, aber doch recht unterhaltsam und bietet die Klischees, die man von dieser Art Film erwartet.

Die 1. Hälfte gefiel mir besser: David kommt als neuer Student, bringt Unruhe rein, lässt sich nicht unterordnen und kämpft gegen das System an! Toll! Was am Film interessant ist, sind zwei Tatsachen: die Polizei und/oder Lehrkräfte scheinen in dem Film nicht zu existieren, trotz Unfällen mit Todesfolgen. Die drei Bullies werden gut gespielt. Gut genug, so dass man die Figuren nicht mag und Freude hat den Racheaktionen hat. Derrel Maury macht seine Sache auch ordentlich und fürs Männerherz gibt es auch genug Sleaze- und nackte Haut dank den Schönheiten Kimberly Beck (Friday the 13th: The Final Chapter) und Cheryl Smith (The Incredible Melting Man). Cheryl Smith war sogar im Soft-Sex-Film aktiv (Sex-Musical Cinderella).

Fazit: Fans von Class of 1984 können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Massacre at Central High

USA 1976

R: Rene Daalder

D: Derrel Maury, Cheryl Smith, Kimberly Beck, Damon Douglas, Robert Carradine, Steve Bond, Ray Underwood

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 88 Min.

Gesehen am: 19.02.24

Fassungen: Mir lag die limitierte US-Blu-Ray von Synapse Films vor = Booklet, Schuber, Steelbook, DVD/Blu-Ray, Region All-Disc, exklusive Extras, Uncut, absolut fantastische Bild- und Tonqualität, die von Synapse Films selbst restauriert und bearbeitet wurde. Es handelte sich um ein jahrelanges Projekt. Gibt es inzwischen in Deutschland Uncut auf Blu-Ray von filmArt (Massaker in Klasse 13).

Dienstag, 28. März 2023

The Kindred Review


The Kindred 

Story:

 

Wissenschaftler John (David Allen Brooks) erfüllt seiner sterbenden Mutter (Kim Hunter) ihren letzten Wunsch: gemeinsam mit seinem Team und Freunden sucht er das Haus seiner Mutter auf, um nach einem sogenannten «Anthony Experiment» zu suchen und es zu vernichten. Dumm nur, dass "Anthony" ein Monster-Hybride ist…

 

Meine Meinung:

 

The Kindred, der in Deutschland als 1. Teil der "Anthony Reihe" (gefolgt von The Cellar) veröffentlicht wurde, ist einer der besten 80er Jahre US-Monster-Filme überhaupt. Umso erschreckender ist es, das es bis 2021 dauerte, bis eine würdige Fassung veröffentlicht wurde (mehr dazu unter Fassungen). Regie führte das Regie-Gespann Stephen Carpenter und Jeffrey Obrow, die ansonsten nur durch den Slasher The Dorm That Dripped Blood auf sich aufmerksam machten.

 

Die neue Restauration (der US-Blu-Ray) lässt The Kindred quasi als neuen Film erscheinen. Man könnte fast meinen, einen aktuellen, neuen Film zu sehen, statt einen Film aus dem Jahr 1987. Der Film braucht etwas, um in Fahrt zu kommen. Das ist aber im Tier- und Monster-Genre nicht unüblich. Es soll eine Spannung generiert werden. Zeigt man das Tier und/oder Monster zu früh, ist es um die Spannung geschehen. Der Plot spielt sich zu 90% in einem Haus ab. Mad Scientist Motive kommen auch vor.

 

Die Figurenzeichnung ist hier und da leicht naiv und angestaubt, aber im Grossen und Ganzen ok. Bekannte Namen sind nicht wirklich dabei. Wo der Film punktet sind seine atemberaubenden Schleim, Monster- und Make-Up Effekte. Egal ob Kinder-Monster im Einmachglas, Tentakel-Action à la einem Adult-Anime, grosse Gummimonster oder spektakuläre Verwandlungen (Mensch-Fisch-Frau), die Effekte sind einfach der Wahnsinn!

 

Charmant, toll getrickst, aufwändig, fies, schmerzhaft und mit viel Schleim umbunden. Dass der Film für eine Creature-Effects keinen Preis gewann, ist eigentlich ein Skandal. Die vielen Namen der Verantwortlichen (siehe Cast Liste in der imdb) sind mir unbekannt, auch wenn sie teilweise auch in bekannten Horrorfilmen beteiligt waren (From Beyond, Witchtrap, Friday the 13th Part VII: The New Blood, A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master, Halloween 4: The Return of Michael Myers, The Thing, Alarmstufe: Rot, Slumber Party Massacre II).

 

Fazit: Wer Monster-Filme mag, sollte sich The Kindred nicht entgehen lassen!

 

Infos:

 

O: The Kindred

 

USA 1987

 

R: Stephen Carpenter, Jeffrey Obrow

 

D: David Allen Brooks, Kim Hunter, Amanda Pays, Rod Steiger

 

Laufzeit der US-Blu: 92:38 Min.

 

Neusichtung am: 15.03.23

 

Fassungen: Erstsichtung war dazumal die deutsche DVD = nur zensierte R-Rated Fassung und grottenschlechte Qualität. Später kaufte ich mir die DVD aus Japan = unbrauchbar da miserable Qualität und, soviel ich noch weiss, auch nur R-Rated Fassung. Erst mit dem Kauf der UK-VHS von  Entertainment in Video war ich glücklich: viel bessere und hellere Bildqualität als bei den DVDs aus Deutschland oder Japan. Endlich waren die Effekte zu erkennen und vor allem handelte es sich um die härtere Unrated Fassung. Doch erst Synapse Films, die 15 Jahre an ihrer Blu-Ray gearbeitet haben, verdanken die Fans eine würdige Fassung zum Film. Mir lag das limitierte Steelbook vor = Unrated Fassung, hervorragende Bild- und Tonqualität, englische Subs, Booklet, exklusive Extras und auch eine DVD zum Film und eine Soundtrack-CD liegen vor. Die DVD ist Code Free bzw. Region All. Inzwischen gibt es auch eine reguläre Amaray-Fassung.

Mittwoch, 18. Januar 2023

Organ Review

Japanuary 2023

Organ

Story:

 

Zwei Cops arbeiten an einem Fall, in dem eine Bande von illegalen Organhändlern am Werk ist. Mit ungesunden Folgen…

 

Meine Meinung:

 

Kei Fujiwara, die Regisseurin des Filmes, liess sich für ihre Arbeit von David Cronenberg (Body-Horror Inhalte à la Die Fliege, Videodrome etc.) und von Shinya Tsukamoto (Tetsuo: The Iron Man) inspirieren. Ganz von ungefähr kommt dies nicht, denn Kei Fujiwara spielt in Tetsuo: The Iron Man mit (die Frau, die dem Metall-Penis zum Opfer fällt). Kei Fujiwara ist eine Theaterbesitzerin und führt dort mit ihrer Gruppe bizarre Stücke auf.

 

Eines davon war auch Ursprung des Filmes Organ. Organ, 1996 veröffentlicht, ist eine Verfilmung eines ihrer Theaterstücke. Dabei ist nicht nur sie als Regisseurin und Hauptdarstellerin, sondern auch viele andere Darsteller der Theatergruppe haben Rollen im Film übernommen. So viel zur spannenden Hintergrundgeschichte zum Film. Dass die Darsteller vom Theater und nicht per se vom Film kommen, sieht man ihnen nicht an. Also gute Leistung.

 

Der Film ist im Grossen und Ganzen nicht uninteressant, aber irgendwie nichts mehr für die Sammlung. Das war so in Jugendjahren als Gore-Fan interessant, aber jetzt nicht mehr. Wobei ich dem Film nicht unterstellen will, nur ein billiger Splatterfilm zu sein. Der Film hat durch seine Machart, Hitergründe und Inszenierung mehr Anspruch als manch anderer solcher Titel.

 

Warum der Film nicht in der Sammlung bleibt? Wo der Film sehr krankt ist der Plot und wie in Handlung in Szene gesetzt wurde. Nämlich total mühsam, wirr und schwer zu folgen. Etwas zu viel des Guten (Figuren und Sub-Plots). Da wäre es besser gewesen, sich z.B. nur auf die von Kei Fujiwara gespielte Figur und deren Film-Bruder, der nebenbei noch mit Schulmädchen Experimente anstellt, zu fokussieren. Schade. Das macht dann leider wenig Lust sich auf die an sich interessanten Inhalte (Yakuza, Organ-Handel, Rache-Plot, Mad Scientist, Arthouse, Gore, Body Horror) zu konzentrieren und daran Freude zu haben.

 

Fazit: Stark Geschmackssache. Wer Filme wie Guinea Pig, All Night Long, Evil Dead Trap, Pinocchio 964 oder Female Harakiri: Glorious Death mag, kann auch hier einschalten!

 

Gefolgt von: Id

 

Infos:

 

O: Orugan

 

Japan 1996

 

R: Kei Fujiwara

 

D: Hasegawa Kimihiko, Natsuyo Kanahama, Kei Fujiwara, Reona Hirota, Ryo Ookubo

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 105 Min.

 

Neusichtung am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Synapse Films vor = Code Free, Jap. O-Ton, englische Subs, Uncut, durchschnittliche und solide Bild- und Tonqualität. Gibt es mit deutschen Subs von Shock Entertainment (DVD aus Österreich). Eine Blu-Ray Vö ist mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2023).

Montag, 2. Januar 2023

Madame O Review

 

Japanuary 2023

Madame O

Story:

Seiko (Michiko Aoyama), die als Jugendliche vergewaltigt wurde, trägt das Trauma noch immer mit sich herum. Dennoch arbeitet sie nun selbst als Ärztin und hat eine eigene Praxis. Doch ihre Vergangenheit holt sie noch immer heim...

Meine Meinung:

Es gibt verschollene Filme, die hat scheinbar noch nie jemand gesehen und/oder es sind keine Fassungen bekannt. Zum Beispiel Gogola aus Indien (1966). Ihre Antwort auf Godzilla. Was die Shaw Brothers angehen gibt es einige unveröffentlichte Titel wie The Psychopath (Giallo, 1978) oder den Michael Chan Wai-Man Streifen Godfather's Fury aus dem Jahr 1978. Diese zwei Titel könnten aber von Celestial lizensiert werden, im Gegensatz zum verschollenen Jimmy Wang Yu Film Tiger Boy. Da gibt’s Gerüchte, dass der im HK-Filmarchiv vor sich hinvegetiert. Dann gibt es Filme, die, so unglaublich es tönt, doch, auch nach 20-30 Jahren, plötzlich veröffentlicht werden, z.B. der südkoreanische Kaiju Space Monster Wangmagwi aus dem Jahr 1967, der wohl im Januar 2023 endlich verschickt werden dürfte (dank SRS Cinema).

Madame O, ein japanischer Film aus dem Jahr 1967 und eine Fortsetzung zum verschollenen Erstlingswerk (Akutokui 1966), wäre auch fast ein verschollener Film. Nur dem US-Verleiher Audubon Films verdanken die Fans es, dass davon eine Englisch Dubbed Ausgabe existiert, da der Film dazumal in die US-Kinos kam. Ob die Fassung ggf. verändert oder umgestaltet oder gar zensiert wurde, ist nicht bekannt. Bekannt ist jedoch, dass es keine Fassungen in Japanischer Sprache gibt.

Das ist also auch der Grund, warum die US-DVD nur Englisch Dubbed vorliegt (habe mich schon immer gefragt, warum das so ist). Der 1967er Film ist ein Mix aus Drama, Thriller und Rape & Revenge-Streifen, der mehr Wert auf Optik, Bildsprache, Plot und Figuren legt, als auf ausgewalzte Sex- oder Rape-Szenen. Für heutige Verhältnisse ist der Film, der teilweise auch s/w Bilder als optische Spielereien bietet, zahm.

Der Film von Regisseur Seiichi Fukuda ist optisch schick. Dennoch mehr Drama als Erotikfilm. Da sollte man mit korrekten Erwartungen an den Film herangehen. Es gibt auch Längen, trotz der kurzen Laufzeit (81 Min.). Der Rache-Plot, die Twists und das Ende haben aber gefallen, auch wenn es für heutige Massstäbe wenig schockierende Szenen gibt. Vor allem das Ende stimmte zufrieden, da eigentlich alle Figuren mehr oder weniger Dreck am Stecken haben und das bekommen, was sie verdienen. In einer Nebenrolle als Nurse Keiko ist der spätere Nikkatsu S/M-Star Naomi Tani (Flower & Snake) zu sehen. Schön!

Fazit: Wer das klassische Erotikkino aus Japan mag, kann einen Blick riskieren!

Infos:

O: Zoku akutokui: Joi-hen

Japan 1967

R: Seiichi Fukuda

D: Michiko Aoyama, Akihiko Kanbara, Yuichi Minato, Michiko Sakyô, Naomi Tani

Laufzeit der US-DVD: 80:25 Min.

Gesehen am: Sept. 2008

Neusichtung am: Jan. 2023

Fassungen: Mir lag die die Code Free US-DVD von Synapse films vor = statt O-Ton Japanisch nur Englisch Dubbed, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Dazu gibt es ein Booklet. Eine O-Ton mit Subs Fassung ist mir nicht bekannt und es scheint noch keine DVD-Ausgabe zu geben (Stand: Jan. 2023).

Mittwoch, 16. Februar 2022

Thriller - A Cruel Picture Review



Thriller - A Cruel Picture

Story:

 

Madeline (Christina Lindberg), die als Kind vergewaltigt und seither stumm durchs Leben geht, wird als junge Frau in der Grossstadt zum Opfer von Zwangsprostitution. Als ihr Leben zerfällt (Auge ausgestochen, Kontakt zu Eltern verloren, Eltern sterben) plant sie Rache an ihrem Zuhälter (Heinz Hopf)…

 

Meine Meinung:

 

Thriller - A Cruel Picture wurde vor kurzem in den USA auf Blu-Ray angekündigt, so dass ich mir den Film nach langer Zeit wieder ansah. Die Frage stand im Raum: brauche ich davon ein Upgrade auf Blu-Ray ja/nein und die Antwort lautet: nein. Der Film, der Quentin Tarantino beeindruckte, hat die Neusichtung ansonsten bestanden und bliebt in der Film-Sammlung bestehen.

 

Thriller - A Cruel Picture hat mir mehr gefallen als früher. Der Film, der im Herstellungsland Schweden zuerst zensiert und später verboten wurde, wartet mit dem damaligen Erotik-Star Christina Lindberg auf, die nebst schwedischen Erotikfilmen auch den Sprung ins Ausland geschafft hat. So sah man sie sogar in Japan in zwei Toei (Journey to Japan & Sex & Fury) Produktionen oder in Deutschland (Schulmädchen-Report, 4. Teil - Was Eltern oft verzweifeln lässt).

 

Thriller - A Cruel Picture ist trotz Nackt- und Sexszenen kein Erotikfilm. Der Erotikfaktor liegt bei null. Wie der englische Titel vermuten lässt, ist der Film in vielerlei Hinsicht «grausam». Der Tod von Madelines Eltern, das Ausnutzen ihrer Naivität, das Ausstechen ihres Auges oder die Vergewaltigung, die sie bereits als junges Mädchen über sich ergehen lassen musste.

 

Dass Quentin Tarantino den Film mochte, macht bei der starken Frauenrolle, dem Rache- und Selbstjustiz-Thema inklusive Rape & Revenge Motiven, schnellen Autos, coolen Aufnahmen, blutigen Shoot-Outs, exotische Karate-Einlagen und tabubrechenden Szenen (HC-Sex-Szenen oder die Benützung einer angeblich echten Leiche = Szene in welcher das Skalpell ins Auge sticht) auch Sinn, so dass er quasi in Kill: Bill die fiktive Figur Elle Driver schuf. 

 

Mir hat der Film gefallen, auch wenn von der Laufzeit zu lang und die Slow Mo Szenen im letzten Viertel hier und da klar zu eintönig waren. Ansonsten hübsch schmuddeliger und verruchter Film mit einer sonderbar fesselnden, monotonen, langsamen und wortkargen Stimmung = mag ich. Christina Lindberg ist in jeder Szene ein Augenschmaus und war übrigens nicht in den HC-Szenen dabei. Dennoch wurden diese passend ins Geschehen eingefügt, anders als in manch anderer Produktion, wo diese wie ein Fremdkörper wirken (z.B. 99 Women).

 

Fazit: Fans des schmuddeligen 70er/80er Jahre «Bahnhof-Kinos» schlagen zu! Kleiner Exploitation-Klassiker und für Fans von Christina Lindberg so oder so lohnenswert!

 

Infos:

 

O: Thriller - En grym film

 

Schweden 1973

 

R: Bo Arne Vibenius

 

D: Christina Lindberg, Heinz Hopf, Solveig Andersson, Despina Tomazani, Per-Axel Arosenius, Gunnel Wadner

 

Laufzeit der US-DVD: 106:36 Min.

 

Neusichtung am: 20.11.21

 

Fassungen: Mir lag die Limited Edition DVD aus den USA von Synapse Films vor = Uncut, Englisch/O-Ton mit englischen Subs, sehr gute Bildqualität, interessante Extras. Wurde nun vom gleichen Label auch auf Blu-Ray angekündigt. Lief in D im Kino und es gibt eine Super-8 Fassung. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Nov. 2021). Nachtrag 20.08.23: Was ich im November 2021 nicht wusste, war die Tatsache, dass bei der Synapse Films Fassung einzelne Szenen (Rollenwechsel) fehlen - also ohne Absicht und das fiel Jahre nicht auf. Leider hat es auch einige der Nacktszenen mit Christina Lindberg erwischt. Diese neue Fassung von Vinegar Syndrome (US-Blu-Ray) lag nun für eine neue Sichtung vor = zwei Filmfassungen, Wendecover, O-Ton, englische Subs, Uncut, Region-All. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut, wenn mir das Master etwas dunkel schien. Die neue Doku (ca. 40minütig), in welcher auch Christina Lindberg zu Wort kommt, war informativ und sehenswert.