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Freitag, 2. Oktober 2026

Cold War 1994

 
ZFF 2026

Cold War 1994

Story:

Hong Kong drei Jahre vor Übergabe an China:

Die Polizei ermittelt in einem Entführungsfalles. Beim Einsatz stirbt ein Polizist. MB Lee (Terrance Lau Chun-Him) schwört Rache am Triaden Tiger Wong (Samuel Pang King-Chi). MB Lee gerät bei seinem Ziel, Tiger Wong zu finden, zwischen die Fronten aus Polizei (Michael Chow Man-Kin), Triaden (Tai Bo), reichen Geschäftsmännern (Tse Kwan-Ho, Kent Cheng) und zwielichtigen Politikern (Aidan Gillen)…

Meine Meinung:

Das ZFF (Zürich Film Festival) zeigt jährlich Produktionen aus Hong Kong. Meist schaue ich mir dort mind. einen Film pro Jahr zusammen mit dem Kumpel aus Zürich an. Leider selten lohnenswert. Filme wie Sons of the Neon Night oder Detective vs. Sleuths waren schon nicht wirklich toll und so ist es auch mit Cold War 1994, der zweiten Fortsetzung zum Film Cold War (und eine neue Fortsetzung soll auch kommen). Aus der HK-Reihe und ZFF war eigentlich nur Back Home gut. Cold War sah ich nur einmal und wusste nichts mehr. Den zweiten Teil liess ich links liegen, so dass mir die ganze Vorgeschichte nicht mehr präsent war.

Cold War 1994 krankt an einem nicht fesselnden, eigentlich auch uninteressanten Plot. Das haben die Italiener besser drauf, wenn sie Filme mit Mafia, Polizei, Vatikan und Politik-Inhalten drehen. Die politischen Einschübe (mit Aidan Gillen aus der irischen Gangster-Serie Kin) gegen Ende kamen zu spät und was die Actionszenen angehen, war eigentlich keine einzige wirklich gute dabei. Es ist schon erschreckend, wenn HK-Film zwischen 1985-1995 zehnmal bessere Actionszenen bieten als ein heutiger HK-Film. Die mit dem Flugzeug war noch cool, aber ansonsten war die Kameraführung viel zu nah dran, zu unübersichtlich, viel zu billig (Motorradsequenzen) oder ohne Biss und Substanz (die Schiessereien).

Was der Film gut machte, war der Retro-Charme. Der Plot, der leider immer wieder durch Flashbacks und Zeitsprünge verzögert wird, spielt hauptsächlich im Jahr 1994 und das dortige Hong Kong wird stimmungsvoll eingefangen. Auch die Szenen mit den Triaden oder die Tatsache, dass alle am Rauchen sind, gefiel mir. Was ebenso cool war, war die grosse Anzahl an Gaststars, die Kurzauftritte oder sogar Nebenrollen spielten. Aaron Kwok (Close Escape) habe ich für Louis Koo (Paradox) gehalten. Chow Yun-Fat (Long Good Bye) sowie Yuen Biao (A Kid from Tibet) inklusive Kent Cheng (Run and Kill) waren natürlich einfach zu entdecken.

Michael Chow Man-Kin (The Third Full Moon) fiel mir besonders durch sein markantes Gesicht auch auf und stolz war ich, Tai Bo (Law with Two Phases) und Karen Mok (Black Mask) während der Sichtung gesehen zu haben. Tai Bo ist nur zweimal ultrakurz im Gambling-House zu sehen und Karen Mok taucht einmal im letzten Viertel des Filmes auf. Karen Mok scheint nicht gealtert zu sein. Nicht aufgefallen sind mir Daniel Wu (Overheard) und der Gastauftritt von Cecilia Yip (Nomad). Tony Leung Ka-Fai (She Shoots Straight) erkannte ich natürlich auch. Er und Chow Yun-Fat dürften auch in der weiteren Fortsetzung wieder zum Zug kommen. Terrance Lau Chun-Him (Twilight of the Warriors: Walled In) als Lead hat überzeugt. Während dem Abspann wird besagte Fortsetzung angedeutet.

Fazit: Einmal schauen und vergessen!

Infos:

O: Han zhan 1994

HK 2026

R: Lok Man Leung

D: Terrance Lau Chun-Him, Samuel Pang King-Chi, Tse Kwan-Ho, Aidan Gillen, Michael Chow Man-Kin, Tai Bo, Yuen Biao, Chow Yun-Fat, Karen Mok, Kent Cheng, Louis Koo, Aaron Kwok, Tony Leung Ka-Fai, Cecilia Yip, Daniel Wu

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 120 Min.

Gesehen am: Okt. 2026

Fassungen: Gesehen am ZFF in Kantonesisch (paar Dialoge auch in Englisch) mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD inklusive deutsche Fassung (Stand: Okt. 2026).

Montag, 18. Mai 2026

Der Superfighter

Der Superfighter

Story:

Dragon (Jackie Chan) und seine Freunde (u.a. Tai Bo, Mars) arbeiten bei der Küstenwache. Diese plus die Polizei (Yuen Biao) und Freunde (Sammo Hung) machen es sich zur Aufgabe, störende Piraten (u.a. Dick Wei, Lee Hoi-Sang) aufzuhalten…

Meine Meinung:

Aka Project A. Den Film sah ich nur einmal und das ist 20 Jahre her. Der Superfighter, besser bekannt unter seinem englischen Titel Project A, gilt als Klassiker in Jackie Chans Karriere. Jackie Chan (The Protector, Police Story, Snake and Crane Arts of Shaolin) führte Regie, spielt die Hauptrolle, war am Drehbuch beteiligt und war zusammen mit seinem Stunt-Team und Co. (Mars, Sammo Hung) an der Kampf-Choreographie und den Stunts beteiligt. Jackie Chan das Multitalent. Ich war gespannt auf den Film, da ich bis auf ein-zwei Details (der Uhrwerk-Stunt und das Piraten-Setting) nichts mehr wusste.

Ich bin kein allzu grosser Piraten-Fan. Das ist auch ein Setting, welches im HK-Kino eher selten zum Einsatz kommt. Da kommen mir spontan z.B. The Pirate (Shaw Brothers), Once Upon a Time in China 5 - Dr. Wong gegen die Piraten oder King of the Sea in den Sinn. Der Superfighter ist nebst Filmen wie Wheels on Meals, Winners and Sinners (wobei Jackie Chan und Yuen Biao nur Neben- und Gastrollen haben), My Lucky Stars, Twinkle, Twinkle Lucky Stars und Dragons Forever einer der Filme, in denen Jackie Chan auch mit seinen «Brüdern» Sammo Hung (Point of No Return, Don't Give a Damn) und Yuen Biao (Kick Boxer, On the Run) vor der Kamera stand.

Davon sind Der Superfighter, Wheels on Meals sowie Dragons Forever sicher die bekanntesten und besten Werke. Der Superfighter hat die 2. Sichtung bestanden. Der Film ist alles in allem wirklich gut, aber für mich dennoch nicht ein Kracher. Wie ich bereits sagte, ich bin kein allzu grosser Piraten-Fan und es gab doch auch einige Längen. Es dauert auch sehr lange, bis der Hauptplot loslegt. Statt Gruppenkämpfe hätte ich mir lieber mehr Ein Mann gegen Ein Mann Duelle gewünscht und da sich Jackie Chan den Film mit Yuen Biao und Sammo Hung teilt, kommen die Stars auch etwas zu kurz. Da gilt auch für die Bösewichte, die von Dick Wei (kommt praktisch nur im Finale vor) und Lee Hoi-Sang (Kung Fu Genius) gespielt werden.

Alles in allem ist der Film dennoch mehr oder weniger unterhaltsam und das nötige Budget war auch vorhanden. Einige der Stunts sind auch heute noch sehr spektakulär und an der Kampf-Choreographie gibt es nichts auszusetzen. Es gibt jedoch weniger zu lachen, als erwartet. Eines der Highlights war für mich nach wie vor die Verfolgungsjagd mit den Fahrrädern. Zudem war es schön, bekannte Gesichter wie Tai Bo (Ninja in the Dragon's Den), Mars (Police Story 3 Super Cop), Wu Ma (Just Heroes), Kwan Hoi-San (Devil Curse), Fung Ging-Man (Two Toothless Tigers), To Siu-Ming (The First Vampire in China) oder Chin Ka-Lok (Mr. Vampire Saga IV) in Gastauftritten gesehen zu haben.

Fazit: Ich habe die Fortsetzung immer favorisiert. Etwas, was ich nach dieser Sichtung bestätigt sehe. Dennoch für Jackie Chan Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Project A Part II

Infos:

O: 'A' Gai Waak

HK 1983

R: Jackie Chan

D: Jackie Chan, Sammo Hung, Yuen Biao, Dick Wei, Tai Bo, Mars, Kwan Hoi-San, Lee Hoi-Sang, Wu Ma, Fung Ging-Man, To Siu-Ming

Laufzeit der deutschen DVD: 100:34 Min.

Gesehen am: Juli 2006 / Neusichtung am: 18.05.26

Fassungen: Gesehen via deutsche DVD von Splendid = Uncut, O-Ton mit deutschen Subs, solide Bild- und Tonqualität (Nicht anamorph). Gibt es inzwischen in Deutschland auch auf Blu-Ray und UHD.

Dienstag, 11. März 2025

Iceman Cometh

Iceman Cometh

Story:

Ming Dynastie:

Fang Shou Zheng (Yuen Biao) jagt den Mörder und Vergewaltiger Feng San (Yuen Wah). Durch einen Zufall werden beide eingefroren und erwachen im Hong Kong des Jahres 1989 wieder. Fang Shou Zheng tut sich mit der modernen Technik schwer. Er gerät an die Prostituierte Polly (Maggie Cheung), während Feng in seine alten Tugenden abdriftet. Dies hat zur Folge, dass Fang ihm auf die Schliche kommt. Die Jagd beginnt erneut…

Meine Meinung:

Nebst Naked Killer dürfte Iceman Cometh, nicht zu verwechseln mit dem taiwanesischen Film Iceman Cometh aus dem Jahr 1990 mit Child of Peach Star Lin Hsiao-Lu, Clarence Ford bekanntester und kommerziellster Film darstellen. Ihm zu Ehren (Clarence Ford Todesnachricht wurde erst vor paar Tagen kommuniziert) kam es zu einer Neusichtung der Golden Harvest-Produktion. Ich sah den Film ich seit unendlich vielen Jahren nicht mehr. Ich konnte mich nur noch an den Finalkampf und 1-2 andere Szenen erinnern. Ich fand den Film früher überbewertet. Und das hat sich auch aktuell nicht geändert.

Für meinen Geschmack gab es zu wenig Action. Wenn ich mir ansehe, wer im Film involviert war (Biao, Yuen Wah, Chin Ka-Lok, Yuen Tak) grenzt das Gezeigte an Potenzialverschwendung. Mit den Namen wäre so viel mehr möglich gewesen. Daher überrascht es mich auch nicht, dass der Film, der zwar an der HK Film Awards für mehrere Preise nominiert war, diese schlussendlich nicht gewann. Für meinen Geschmack gibt es zu wenig Action, zu wenig Kampfszenen, im Mittelteil zu viele Längen und die Laufzeit ist mit fast zwei Stunden zu lang geraten.

Die Schwertkampfszenen im klassischen Setting zu Beginn waren überraschend cool und stark gefilmt. An das Setting konnte ich mich noch erinnern. Die Kameraführung war ziemlich gelungen und der Schnee und die weisse Landschaft sorgen für viel Atmosphäre. Zwischendurch gibt es einige nette Cameo-Auftritte mit gutem Humor (Stanley Fung, Tai Bo, Ka Lee, Corey Yuen). Das Highlight war jedoch der Finalkampf zwischen Yuen Biao (A Kid from Tibet, The Champions, Above the Law) und Yuen Wah (Kick Boxer, To Kill a Mastermind, Eastern Condors). Teilweise gibt es auch Shoot-Outs und Schwertkämpfe. Die Kampfszenen ohne Waffen im Finale fand ich am besten.

Maggie Cheungs (The Twin Dragons, The Seventh Curse, Police Story 1, 2 + 3) Figur fand ich hingegen relativ nervend und eigentlich wenig sympathisch. Ihr nahm man die Rolle als Prostituierte nicht ab. Den Humor, der von ihr oder der Moderne, die Yuen Biaos gespielte Figur überfordert, nehmen Zuviel Platz im Mittelteil ein. Maggie Cheungs Figur hätte man komplett weglassen und den Film straffen können. So wäre der Film rasanter geworden. Und besser. Die Musik war leider auch relativ unspektakulär. Was die Gastauftritte angehen, haben mir Stanley Fung (Thrilling Story) und vor allem Tai Bo (Back Home) am meisten zugesagt.

Fazit: Solider Durchschnitt, aber definitiv nicht zu Yuen Biaos besten Filmen zählend!

Infos:

O: Gap Dung Gei Hap

HK 1989

R: Clarence Ford

D: Yuen Biao, Yueh Wah, Maggie Cheung, Walter Tso, Tai Bo, Ka Lee, Elvis Tsui, Wong Jing, Stanley Fung

Laufzeit der HK-DVD: 113:56 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 08.03.25

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Joy Sales / Fortune Star vor = Schuber, Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität.  In England und den USA gibt es den Film als Blu-Ray (von 88 Films und Vinegar Syndrome). Diese beinhalten auch den zehn Minuten längeren Cut aus Taiwan. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2025).

Freitag, 24. Januar 2025

Fast Fingers

 

Fast Fingers

Story:

Uncle Dong Bill (Bill Tung) ist ein Meisterdieb. Er und seine zwei Schüler Qiu Qi (Chin Siu-Ho) und Ma Cheung (Chiang Kam) stehlen und stehlen und stehlen. Captain Tie Li Wei (Lo Meng) macht sich das Trio zu Nutzen und lässt die drei für sich arbeiten. Sein Ziel ist es, Gangster Dragon (Johnny Wang Lung-Wei) zu schnappen…

Meine Meinung:

Hsu Hsia (Shaolin Hand Lock, Full Moon Scimitar, Shaolin Abbot), ein Shaw Darsteller (meist Cameos oder Kurzauftritte), führte am Ende der Shaw Brothers Ära auch in einigen Shaw Filmen Regie. Er erreichte nie die Aufmerksamkeit und Klasse eines Chang Cheh, Liu Chia-Liang und Co. Dennoch war er für einige tolle und spassige Filme wie Kid from Kwangtung, Ghosts Galore oder I Will Finally Knock You Down, Dad! zuständig. Fast Fingers, sein 4. Film, ist ein Mix aus Komödie, Action und Gambling. Die Shaw Brothers versuchten dazumal, den damals noch jungen und nicht bekannten Chin Siu-Ho als neuen Star zu etablieren. Er spielte auch in Hsu Hsias späterem Film I Will Finally Knock You Down, Dad! mit.

Die Mitte der 80er Jahre Produktion sprang auf den Zug von Kung Fu Komödien, ausgelöst durch Drunken Master und Co. (1979) und dessen Erfolg, auf. Die Konkurrenz war jedoch hoch. Golden Harvest und andere, kleinere unabhängige Studios gewannen mehr und mehr die Oberhand. Stars wanderten ab (Jimmy Wang Yu, John Woo, Yuen Wah…). Das gleiche trifft auf Chin Siu-Ho (Love Me Vampire, The Seventh Curse, The Blonde Fury) zu, der hier eine starke Performance bietet und schon zuvor mit Kollege Johnny Wang Lung-Wei (Shaolin and Wu Tang, Lovers Blades, This Man Is Dangerous) zusammengearbeitet hat (in Brothers from Walled City). Johnny Wang Lung-Wei macht seine Sache als Bösewicht souverän.

Chin Siu-Ho spielt hier zusammen mit Fatty Chiang Kam (Two Fists Against the Law) einen Taschendieb und Schüler von Meister-Dieb Uncle Bill, gespielt von Police Story Star Bill Tung (The Inspector Wear Skirts II, First Strike, Just Heroes). Diese geraten im Verlauf des Filmes an Bösewichte und dienen damit Venom-Star Lo Meng (Pursuit of a Killer, Men from the Gutter, Five Element Ninjas). An Lo Leng hatte ich Freude, aber auch Chiang Kam und Bill Tung haben gut mit Chin Siu-Ho und dem Plot harmoniert. In kleine Nebenrollen und Gastauftritten sind Namen wie Chan Shen (Die 7 goldenen Vampire), Charlie Cho Cha-Lee (Funny Ghost) und Tai Bo (The Ghost Informer) zu sehen. Vor allem Tai Bos Szenen waren sehr amüsant. Schade, dass die Mädels wie Liu Lai-Ling oder Chiu Man-Yan nicht mehr (Kampf)Szenen abbekommen haben. Der Film hatte deutlich mehr und bessere Kampfszenen, als erwartet.

Fazit: Spassig und unterhaltsam!

Infos:

O: Leung Seung Gwan Ji

HK 1983

R: Hsu Hsia

D: Bill Tung, Chin Siu-Ho, Chiang Kam, Lo Meng, Johnny Wang Lung-Wei, Eva Lai Yin-Shan, Liu Lai-Ling, Maria Yuen Chi-Wai, Chan Shen, To Siu-Ming, Charlie Cho Cha-Lee, Tai Bo, Ko Hung

Laufzeit der Originalversion: Ca. 93 Min.

Gesehen am: 27.11.24

Fassungen: Gesehen via ZiiEagle-Box = O-Ton, englische Subs, recht gute Bild- und Tonqualität, Uncut. Es gibt nebst VHS-Fassungen (HK = Ocean Shores, Taiwan = Kings Video) mind. eine VCD von IVL/Celestial. Ob es auch eine DVD gab, weiss ich nicht. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2024).

Donnerstag, 29. August 2024

Rosa

Rosa

Story:

Die HKer Polizei (u.a. Yuen Biao, Lowell Lo Koon-Ting) beschützen das Modell Rosa (Lu Hsiao-Fen) vor Killern (u.a. Dick Wei, Chung Fat). Derweil versucht Lowell bei Rosa zu landen und Yuen Biao verliebt sich in Lowells Schwester (Kara Hui) und umgekehrt...

Meine Meinung:

Ich sah den Film im März 2008. Nun, nach über zehn Jahren folgte die 2. Sichtung und ich empfand Rosa als nette, kleine und solide Unterhaltung. Die Hong-Kong-Produktion aus dem Jahr 1986 ist ein Genremix aus Action, Liebesgeschichte (vor allem im Mittelteil zwischen der 30. und 60. Minute) und Komödie. Für meinen Geschmack hätte der Film von Joe Cheung Tung-Cho (Return Engagement), der einige sehenswerte Filme realisiert hat (Flaming Brothers, Pom Pom and Hot Hot, The Killer in White, The Incredible Kung Fu Master), mehr Action haben dürfen.

Vor allem im Mittelteil. Die «Beziehungskiste» um Yuen Biao (Peacock King, Knockabout), Lowell Lo (Pedicab Driver), Ex-Shaw Brothers Legende Kara Hui (Wu Xia, Mrs K) und Lu Hsiao-Fen (Exposed to Danger, Kill for Love) waren die vielleicht schwächsten Szenen in einem sonst relativ amüsanten Film. Am Anfang herrscht guter Humor, auch durch Figuren wie Tai Bo (Into the Night) und vor allem Paul Chun (In the Line of Duty III) in einer amüsanten Rolle als Vorgesetzter von Yuen Biao und Lowell Lo. Blacky Ko Shou-Liang (Imperial Sword) habe ich im Gegensatz zu Ka Lee (Heroes Shed no Tears) nicht erkannt und Charlie Cho Cha-Lee (Who Cares) spielte eine ungewohnt ernste Rolle (mehr oder weniger).

Wer Yuen Biao mag, kommt dennoch auf seine Kosten, da Hauptrolle. Für die wenigen, aber grandiosen Action-Szenen und deren Choreographie war Yuen Biao zusammen mit Yuen Wah (Kick Boxer) und Mr. Vampire Star Lam Ching-Ying (The Ultimate Vampire) verantwortlich. In den ersten 60 Minuten gibt es jedoch nur ca. zwei Kampfszenen. Der Rest folgt im Finale. Etwas schade ist, dass Kara Hui und Chung Fat verhältnismässig wenig Kampfszenen bekommen haben. Und an Potenzialverschwendung erinnert auch der Ausgang des Kampfes von Dick Wei (City Warriors) gegen Yuen Biao. Ansonsten mochte ich, speziell Dick Wei und Chung Fat (Twinkle Twinkle Lucky Stars) als Bösewichte und die Kampfszenen rockten derbe.

Fazit: Für Yuen Biao und HK-Filmfans zu empfehlen!

Infos:

O: San Yung Seung Heung Baau Chuk Chap

HK 1986

R: Joe Cheung Tung-Cho

D: Yuen Biao, Dick Wei, Lu Hsiao-Fen, Lowell Lo Koon-Ting, Kara Hui, Paul Chun, Charlie Cho Cha-Lee, Chung Fat, Ka Lee, Blacky Ko Shou-Liang, Tai Bo

Laufzeit der HK-DVD: 91:49 Min.

Gesehen am: März 2008 / Neusichtung am: 27.05.24

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Universe vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, Code Free, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2024).

Dienstag, 20. August 2024

Fist of Fury 1991

Fist of Fury 1991

Story:

Lau Ching (Stephen Chow) gerät in Hong Kong an den Dieb Smart (Kenny Bee) und über Umwege (Shing Fui-On) an Master Fok Wan (Corey Yuen) und dessen Tochter Nandy (Sharla Cheung Man). Als Lau Ching japanische Herausforderer und Co. (Chan Leung-Shing, Tai Bo) in die Flucht schlägt, erobert er das Herz von Nandy - sehr zur Missgunst von Master Fok Wans bestem Schüler Cheng Wai (Vincent Wan Yeung-Ming). Diesem gelingt es, durch List und Betrug, Lau Ching aus der Gemeinschaft auszuschliessen. Auf einem Kampfturnier mit hohem Preisgeld treffen sich die beiden wieder…

Meine Meinung:

Fist of Fury 1991 war 1991 ein Erfolg für Stephen Chow. Der Titel suggeriert Bruce Lee Vibes (Fist of Fury). Dies wird jedoch nur in einer Szene als Hommage deutlich, in der Stephen Chow seine Kräfte demonstriert und die bösen Japaner in die Flucht schlägt. Ansonsten hat der Film mit Fist of Fury nichts zu tun. Trotz CAT. III Rating war der Film erfolgreich, so dass es eine Fortsetzung gab (ein Jahr später). Diese ist aber weniger bekannt.

Fist of Fury 1991 wurde zu Ehren des verstorbenen Corey Yuen (The 7 Grandmasters, Born Invincible) angesehen. Ich sah den Film seit November 2011 nicht mehr. Ich wusste kaum mehr etwas über den Film und freute mich, den Film auffrischen zu können. Teilweise hatte ich falsche Erinnerungen (dass Smart von Corey Yuen gespielt wird und/oder dass Billy Chow als Bösewicht dabei sein würde). Corey Yuen spielt einer der Hauptrollen, schrieb am Skript und hat die tollen Action-Szenen, die sogar aus Stephen Chow (King of Comedy, Triad Story) einen Actionhelden machen, inszeniert.

Stephen Chow, der im Jahr zuvor mit All for the Winner grosse Erfolge feierte (und hier auch in einer kurzen Doppelrolle als Saint of Gamblers zu sehen ist inklusive Gastauftritt von Ng Man-Tat) macht im Regiedebüt von Joh Chung-Sing, der danach nur noch den 2. Teil realisieren sollte (konnte ansonsten keine Regie Arbeiten mehr verzeichnen), eine tolle Figur. Sowohl in den lustigen wie auch den Actionmomenten. Auch Co-Star Kenny Bee (100 Ways to Murder Your Wife, My Heart Is That Eternal Rose) war zum Brüllen komisch. Der Humor zuweilen eklig und derb (anspucken und so). Sharla Cheung (Deadly Dream Woman) macht ihre Sache wie auch Corey Yuen als Meister ordentlich und nebst Ng Man-Tat (The Prince of Temple Street) hatte ich an den Gastauftritten um Shing Fui-On (Thank You, Sir), Tai Bo (Crazy Mission) sowie Yuen Tak (Millionaires Express) Freude. Nat Chan Pak-Cheung (The Last Blood) fiel mir hingegen nicht auf.

Fazit: Wer 90er Jahre Komödien (vor allem Stephen Chow) und/oder Actionfilme aus Hong Kong mag, kann sich sorgenlos an Fist of Fury 1991 wagen!

Gefolgt von: Fist of Fury 1991 II

Infos:

O: San Cheng Miu Moon 1991

HK 1991

R: Joh Chung-Sing

D: Stephen Chow, Corey Yuen, Kenny Bee, Sharla Cheung Man, Vincent Wan Yeung-Ming, Shing Fui-On, Ng Man-Tat, Nat Chan Pak-Cheung, Tai Bo, Yuen Tak, Chan Leung-Shing

Laufzeit der HK-DVD: 96:38 Min.

Gesehen am: Nov. 2011 / Neusichtung am: 13.08.24

Fassungen: Mir lag die Code-Free-DVD aus HK von Mei Ah vor = Schuber, Uncut, recht gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt weder eine UHD noch Blu-Ray noch eine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2024).

Ninja in the Dragon's Den


Ninja in the Dragon's Den

Story:

Shadow Ninja (Sanada Hiroyuki) sucht in China nach einem Verräter, dessen sein Vater zum Opfer gefallen ist. Dieser ist der «Onkel» von Jay (Conan Lee). Jay kann es nicht zulassen, dass sein Onkel getötet wird und stellt sich Shadow Ninja in den Weg. Zudem plant ein Meister (Hwang Jang-Lee), dessen Schüler von Jay öffentlich blossgestellt wurde, seine Rache…

Meine Meinung:

Ninja in the Dragon's Den wurde zu Ehren von Corey Yuen (Sturmstaffel der Hölle, She Shoots Straight) angesehen, dessen Tod erst vor paar Tagen offiziell verkündet wurde. Einer der «Brüder» von u.a. Yuen Wah (To Kill a Mastermind, Police Story 3 Super Cop), Yuen Tak (Iron Angels II, My Young Auntie), Sammo Hung (Twilight of the Warriors: Walled In, The Dead and the Deadly), Jackie Chan (The Protector, First Strike) oder Yuen Biao (Tough Beauty and the Sloppy Slop, On the Run). Ninja in the Dragon's Den war sein Regie-Debüt.

Danach war Corey Yuen im HK-Kino ein gefragter Mann als Regisseur (Police Assassins), Darsteller (In the Blood) oder Choreograph (The Bodyguard from Beijing). Zudem brachte ihn sein Erfolg auch ins Ausland (Kiss of the Dragon, Lethal Weapon 4). Ninja in the Dragon's Den, für welchen er auch am Drehbuch mitwirkte, wurde vom legendären Seasonal Film Gründer Ng See-Yuen (The Good and the Bad, The Butterfly Murders) produziert.  Der Film war ein voller Erfolg an den Kinokassen. Zwar waren einige humoristische Parts zwischen Conan Lee und Tai Bo etwas zu viel des Guten, aber der Film fängt sich schnell wieder.

Abgesehen von Filmen wie Heroes of the East oder Five Element Ninjas darf Ninja in the Dragon's Den als einer der besten 80er Jahre HK-Filme gelten, der chinesische und japanische Kampfkünste in einer Produktion verewigt. Daher war es ein kluger Schachzug, mit Sanada Hiroyuki (Royal Warriors, Message from Space), Kaname Tsushima und Tanaka Hiroshi (Sword of Doom, Return of the Street Fighter) auch drei Japaner an Bord zu holen. Aus Südkorea durfte Hwang Jang-Lee (Game of Death II, Phantom Thief) als Bösewicht ran. Er taucht jedoch wirklich nur im Finale auf. Tai Bo (Two Toothless Tigers, Sea Wolves) taucht mit der Zeit ab, um im Finale nochmals etwas Klamauk zu verbreiten.

Der fetzige Titelsong und das Intro in den Film sind einfach cool. Auch die Kampfszenen. Im ¼ sind, wie ich bereits erwähnte, einige humoristische Szenen zu überstehen. Danach wird der Film immer besser, die Anzahl Kämpfe nehmen mehr und mehr zu und auch dessen Qualität wird besser und besser. Daher ist es nicht übertrieben zu sagen, dass Corey Yuen, der nebst Mang Hoi (Little Super Man, Legacy of Rage) auch für die Kampfszenen und deren Inszenierung zuständig war, hier einige seiner besten Arbeiten überhaupt auf die Leinwand gezaubert hat. Grosse Kunst. Spektakel garantiert! Besonders die Fights zwischen Conan Lee (Aces Go Places V, The Cyprus Tigers), der hier wie Jackie Chan aussieht, und Sanada Hiroyuki sind grosse Klasse!

Fazit: Klassiker und einer der besten Filme von Corey Yuen!

Infos:

O: Lung Ji Yan Che

HK 1982

R: Corey Yuen

D: Sanada Hiroyuki, Conan Lee, Hwang Jang-Lee, Kaname Tsushima, Tanaka Hiroshi, Tai Bo, Chin Lung, Tien Feng

Laufzeit der UK-DVD: 96:12 Min.

Gesehen am: Juli 2007 / Neusichtung am: 13.08.24 / Sichtung der deutschen Blu: 27.12.25

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von HKL vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs runden die Disc ab. Leider ist meine DVD fehlerhaft und spielt die letzten 20 Minuten nicht mehr ab. Diese habe ich dann via YouTube in Kantonesisch ohne Subs zu Ende gesehen. Als Extras gibt es geschnittene Szenen, einen Audiokommentar und Interviews. Die deutsche Blu-Ray von Shamrock Media ist Uncut, hat nebst Deutschem Ton auch den O-Ton mit Untertiteln zu bieten und nebst japanischer Alternativfassung soll sich als Easter Egg auch die koreanische Fassung von Nam Ki-nam auf der Disc befinden. Nachtrag Dez. 2025: Nachdem ich meine UK-DVD entsorgen musste (spielte die letzten 20 Min. nicht mehr ab), sah ich mir den Seasonal Film-Klassiker nun erstmals in Deutsch an. Und der Film, der in Deutschland Ninja Kommando heisst, macht mit der Synchro schon auch mächtig viel Spass! O-Ton und Subs wären auch an Bord wie auch die jap. Langfassung. Die Bildqualität der Disc ist sehr gut. Es gibt ein Wendecover. Henry Sanada und Conan Lee liefern gut ab, Tai Bo bringt viel Humor in den Film und Hwang Jang-Lee überzeugt im Finale (kommt nur dann vor). 

Dragon Lord

Dragon Lord

Story:

Die beiden Lausbuben Lung (Jackie Chan) und Wong (Mars), die sich seit Jugendjahren kennen, geraten durch mehrere Zufälle zwischen die Fronten einer Gangster-Bande. Ein Gangster (Hwang In-Shik) und dessen Bande wollen chinesische Schätze stehlen und ausserhalb Chinas verkaufen. Deputy Hoi (Michael Chan Wai-Man) kann dies ethisch nicht akzeptieren und will die Gruppe verlassen, zum Wiederwillen des Bosses. Diese haben es nun auf seinen Kopf abgesehen und da stösst der verwundete Deputy Hoi zufällig auf Lung und Wong…

Meine Meinung (Hong Kong Cut):

Zweitsichtung seit März 2007. Ich wusste bis auf ein bis zwei Momente (Rugby-Spiel, ein Stunt im Finale) nichts mehr. Ich hatte aber noch im Gefühl, dass ich Dragon Lord immer etwas schwächer fand als andere Jackie Chan Werke. Und dieser Erinnerung muss ich auch nach dieser Zweitsichtung zustimmen: Dragon Lord ist durchschnittlich und deutlich überbewertet. Wäre da nicht das tolle, 20minütige Finale, könnte man den Film getrost in die Tonne treten.

Das Problem ist die Tatsache, dass der Film von und mit Jackie Chan (The Accidental Spy, The Twins Effect 2) bis zum Finale kaum Action bietet. Natürlich, es gibt die stark choreographierte Start-Sequenz mit dem «Rugby-Spiel» und im Mittelteil die Federball-Fussball-Sequenz. Allein an letzterer wurde laut Interview mit Mars vier Wochen und mehr gedreht. Aber ohne Kung Fu sind auch diese Momente schlussendlich irgendwie lahm und unspektakulär.

Wenn ich «Fussball» in Verbindung mit Kung Fu sehen will, dann à la The Champions. Der viele Humor war auch oft unlustig und einige der Nebenfiguren wie Tai Bo (We're Going to Eat You, Back Home) oder Cheng Kang-Yeh (The Gambling Syndicate, 2 tödliche Fäuste im Schatten der Schlange) nervend. Die Sidekicks dienten nur dem Klamauk. Es wird damit zu viel Zeit vergeudet. Die Musik war billig. Der eigentliche Plot kommt kaum zur Sprache. Laut Interview mit Mars betrug das gefilmte Material am Ende fünf Stunden. Da musste natürlich viel entfernt werden.

Das könnte auch die Ursache sein, warum vieles unausgereift wirkt. Oder in der Extended Fassung unpassend verändert wurde (z.B. Rugby-Szene im Finale nach dem Endkampf statt zu Beginn). Jackie Chan machte dabei als Regisseur aber noch wichtige Erfahrungen, ehe er später Erfolg nach Erfolg abliefern sollte. Er war nebst seinem Stunt-Team, Fung Hak-On (A Mad World of Fools, The Fantastic Magic Baby), der im Film auch in einem Gastauftritt zu sehen ist und dem leider verstorbenen Corey Yuen (Buddha Killer, Fong Sai Yuk), dem zu Ehren die Zweitsichtung abgehalten wurde, für die Choreographie und Action zuständig.

Die Action-Szenen im Finale sind der Wahnsinn. Auch die Stunts knallen schön heftig rein. In den Szenen zeigen Jackie Chan und Mars (Lackey and the Lady Tiger, Knockabout) ihr Talent und Können. Für die Golden Harvest Produktion, die komplett in Taiwan gedreht wurde (in Südkorea war es dazumal, gedreht wurde u.a. im Oktober, viel zu kalt), wurde aus Südkorea Hwang In-Shik (The Association, A Fist Full of Talons) eingeflogen. Der «Endboss» aus Jackie Chans The Young Master. Auch er überzeugt restlos. Corey Yuen ist in einer Minirolle zu sehen, Tien Feng (The Snake Girl Drops In, Kwan-Fu – Das Schwert des Todes) sorgt auch nur für Klamauk und Michael Chan Wai-Man (The Deadly Breaking Sword, The Master Strikes Back) bekommt leider so gut wie keine Action-Sequenz spendiert. Aber schön, ihn in einem Jackie Chan Film zu sehen.

Fazit: Nur dank dem Finale und zwei zugedrückten Augen und nur für ultimative Jackie Chan Fans sehenswert!

Infos:

O: Lung Siu Yau

HK 1982

R: Jackie Chan

D: Jackie Chan, Mars, Hwang In-Shik, Michael Chan Wai-Man, Suet Lee, Paul Chang Chung, Tien Feng, Tai Bo, Cheng Kang-Yeh, Fung Hak-On, Corey Yuen

Laufzeit der US-Blu: Ca. 96 Min. (Hong Kong Cut) / Ca. 103 Min. (Extended Cut)

Gesehen am: März 2007 / Neusichtung am: 13.08.24

Fassungen: Mir lag für eine 2. Sichtung die US-Blu-Ray von Shout Factory vor. Die Box enthält mehrere Jackie Chan Filme. Für eine Zusammenstellung siehe das Dragon Fist Review. Zu Dragon Lord sind zwei Fassungen enthalten. Für mich ist aber der Hong Kong Cut die priorisierte Fassung. Die 2. Fassung (= Extended Version) ist mir zu lang, zu verändert (Rugby-Szene nach dem Finalkampf statt zu Beginn) und Michael Chan Wai-Man bekommt in dieser gar keine Action-Szene spendiert. Auf der deutschen Blu-Ray sind auch beide Fassungen enthalten (von Splendid). Als Extras gibt es Interviews mit Louis Sit, Mars und Hwang In-Shik.

Mittwoch, 22. Mai 2024

We're Going to Eat You

We're Going to Eat You

Story:

Agent 999 (Norman Tsui) ist hinter dem Dieb Rolex (Melvin Wong) her. Dieser versteckt sich in einem kleinen Dorf. Agent 999 und ein weiterer Dieb (Hon Kwok-Choi) landen in diesem Dorf, in welchem sich Rolex versteckt hält. Agent 999 hofft auf Hilfe des örtlichen Chiefs (Eddy Ko). Dumm nur, dass das Dorf vom Kannibalismus lebt und sich über das «Frischfleisch» freut…

Meine Meinung:

Tsui Hark (Knock Off, The Twin Dragons, Black Mask 2: City of Masks) hat Blut geleckt. Nach seinem Erstlingswerk, The Butterfly Murders, dreht er nur ein Jahr später einen zweiten Film für Seasonal Film: We're Going to Eat You! Diesmal liess sich Tsui Hark vom Ital. Kannibalenfilm und vor allem dem Backwood- und Terrorklassiker Blutgericht in Texas inspirieren. Dazu kommt knackige Martial Arts und amüsanter Slapstick und Klamauk und fertig ist das nächste, sehenswerte Kapitel in der damals noch jungen Karriere von Regisseur Tsui Hark.

Obwohl ich z.B. die Ernsthaftigkeit und den Verzicht von Humor in The Butterfly Murders genossen und gelobt habe, so will ich gerade den Slapstick in We're Going to Eat You nicht missen. Dies in Verbindung mit blutigen Kannibalen-Gore und Kung-Fu macht den Film zu einem herrlich irrwitzigen und unterhaltsamen Vergnügen. Aus dem «Vorgänger» kehrt Eddy Ko (Das Todesduell der Shaolin, The Jade Fox) zurück, der nun eine der Hauptrollen als böser Chief des Kannibalen-Dorfes spielt.

Sein Overacting ist herrlich und jede Szene mit ihm ist ein Genuss. Sein Gegenüber wird von Shaw Brothers Star Norman Tsui (The Dragon Chronicles - The Maidens of Heavenly Mountains, The 36th Chamber of Shaolin) gespielt. Er ist eine wirklich coole Socke und geniesst es sichtlich, als Held und Hauptstar des Filmes im Mittelpunkt zu stehen. Beide machen in den Kampfszenen eine gute Figur. Diese sind spektakulär. Das resultiert aus Corey Yuen (Buddha Killer, Fong Sai Yuk), der die rasanten Action-Szenen meisterhaft choreographiert hat.

Besonders jene in der engen Gasse oder dem Schlachthaus sind sehenswert geworden. Aber auch die restlichen Kampfszenen machen Laune, zumal viele Waffen und Gegenstände involviert sind. Hon Kwok-Choi (Crocodile Evil) gibt zudem einen aberwitzigen Comic-Charakter ab, während Melvin Wong (Two Fists Against the Law, Crimson Street) mehr eine Nebenrolle spielt und vielleicht von allen genannten Stars am schwächsten agiert. Nebst Eddy Ko kehrt auch Michelle Yim (Ambitious Kung Fu Girl) aus The Butterfly Murders zurück. In einem Gastauftritt darf Tai Bo (Back Home, Two Toothless Tigers) gegen Norman Tsui antreten und aufgespiesst werden. Längen gibt es keine und es wurde Musik aus Dario Argentos Suspiria geklaut. Die hat gut zu den Szenen gepasst.

Fazit: Auch die 2. Regie-Arbeit von Tsui Hark kann bedenkenlos empfohlen werden!

Infos:

O: Di Yu Wu Men

HK 1980

R: Tsui Hark

D: Norman Tsui, Melvin Wong, Eddy Ko, Fung Fung, Hon Kwok-Choi, Tai Bo

Laufzeit der HK-DVD: 89:49 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 10.03.24

Fassungen: Mir liegen die franz. DVD von HK Vidéo (Tsui Hark Box) und die HK-DVD von Mei Ah vor. Für das Review wurde die HK-DVD gesichtet = Schuber, O-Ton, englische Subs, Uncut HK-Fassung, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland (zensiert) unter dem Titel Wir kommen und werden euch fressen nur als VHS (Stand: März 2024). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: März 2024).

Freitag, 6. Oktober 2023

Back Home

 

Horroktober 2023 / ZFF 2023 

Back Home

Story:

Heung Wing (Anson Kong) hat die Gabe, Geister zu sehen. Dies befremdet ihn und sorgte dafür, dass er eine schwere Kindheit hatte. Die Folge: er wandert nach Kanada aus und lässt Hong Kong hinter sich. Erst nach einem mysteriösen Suizidversuch seiner Mutter (Bai Ling) kehrt Heung nach Hong Kong zurück. Und dort holt ihn seine Vergangenheit wieder ein…

Meine Meinung:

Ohne grosses Vorwissen und mit so kleinen Erwartungen wie möglich sah ich mir am Zürich Film Festival den Horrorfilm Back Home an. Eine HK-Produktion. Das Regiedebüt von Nate Ki. Laut der Sprecherin am Zürich Film Festival habe Nate Ki Film nicht studiert, sondern sei ein grosser Horrorfilmfan und nahm daraus seine Inspirationen für Back Home. Wie kam Nate Ki ohne Filmstudium zum Film? Durch mm2 Hong Kong, eine Produktions- und Vertriebsfirma aus Hong Kong.

mm2 Hong Kong verleiht von Zeit zu Zeit für Arbeiten an Neulinge und Greenhorns Awards (Movie Makers Award) – und so einen gewann auch Nate Ki im Jahr 2017 mit seinem Werk namens Hong Kong Horror Story - I Opened An Umbrella At Home – und somit war die Tür offen, einen Spielfilm realisieren zu dürfen. Ich habe von Back Home unterbewusst einen reinen Ghost-Film erwartet. Etwas, was ich im HK-Kino der 90er oft sah: Aberglaube, Geister, Taoist-Priester, Besessenheit, bizarre Rituale, Flüche. Der Film fängt auch so an. Speziell ist, dass Heung Geister sehen kann. Es geht nicht nur um Geister. Die Negativität, die mit Hong Kong für Heung auftaucht, kann metaphorisch gesehen auch politisch betrachtet werden (Chinas Einfluss in Hing Kong). Das wurde hier und da zwischen den Zeilen deutlich.

Back Home gefiel mir besser als erwartet. Dabei verlässt der Film mit der Zeit das 08/15 Ghost-Genre und Einflüsse von diversen Horrorfilmen werden deutlich: Rosemaries Baby, The Sentinel (die Katze), The Wicker Man, Midsommar oder Hereditary d.h. man merkt wirklich, dass Nate Ki ein grosser Horrorfilmfan ist. Der Film ist, und das ist wohl das Einzige, was ich dem Film ankreiden kann (nebst einer schlechten CGI-Effekt-Szene), nicht wirklich gruselig. Hier und da stimmungsvoll, aber erschrocken oder Angst hatte ich nie. Es lohnt sich nicht zu spoilern, aber der Film ist am Ende eben doch mehr, als nur ein 08/15 Ghost-Film (Themen wie Missbrauch/Traumata/Familie sind auch wichtige Themen im Plot). Der Film nimmt sich dabei auch ernst: auf Humor und Klamauk wird verzichtet und die Kameraarbeit ist exzellent.

Weiter war der Film erstaunlich gut gespielt. Ich war skeptisch, als ich hörte, dass der mir total unbekannte Canto-Pop-Sänger Anson Kong die Hauptrolle spielt (am ZFF waren sogar Fans des europäischen Anson Kong Fan-Clubs!). Aber auch andere Sänger und Sängerinnen waren und sind in Hong Kong in der Filmwelt erfolgreich gewesen, wenn ich da an Namen wie Andy Lau (Lucky Stars Go Places), Anita Mui (Magic Crane), Aaron Kwok (China Strike Force), Leslie Cheung (A Better Tomorrow) oder Jacky Cheung (Tiger Cage) denke. Und so macht auch Anson Kong in der Hauptrolle alles richtig und solide. Weiter ist der Film mit Tai Bo (Coffin Homes) und Bai Ling (The Crow) prominent besetzt. Speziell die exzentrische und schrille Bai Ling passt perfekt zur dramatischen Horrorrolle, welche sie verkörpert.

Fazit: Besser als erwartet. Nate Ki ist ein Name, den man sich merken solle. Ein sehenswertes Debüt.

Infos:

O: 七月返歸

HK 2023

R: Nate Ki

D: Anson Kong, Bai Ling, Tai Bo, Tam Yuk-Ying

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 102 Min.

Gesehen am: ZFF 2023

Fassungen: Film am ZFF 2023 im O-Ton mit chinesischen und englischen Subs gesehen. Uncut. Eine DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: Okt. 2023).

Sonntag, 16. April 2023

Two Toothless Tigers



Two Toothless Tigers 

Story:

 

Zwei Brüder (u.a. Lee Hoi-Sang) sind im Besitz einer Schatzkarte. Sie sind zerstritten. Chung (Chung Fat) plant eine Intrige, um in den Besitz der Schatzkarten zu kommen. Dazu täuscht er den Kellner Chin (Yuen Shun-Yi) und den Auftragsmörder Johnny (Johnny Wang Lung-Wei)…

 

Meine Meinung:

 

Two Toothless Tigers ist eine typische Ende der 70er Jahre/Anfang der 80er Jahre Kung Fu Komödie mit Sammo Hung im klassischen Setting. Und trotz des grossen Stars ist der Film bis heute selten. Es gibt einige Bootlegs. Praktisch alle sind in Englisch und viele Master in einer schlechten, massiv zu dunkeln Bildqualität. Warum ausgerechnet dieser Film mit Sammo Hung so wenig veröffentlicht und wenig bekannt ist, ist schade! Und dass, obwohl auch von Sammo Hung produziert.

 

Two Toothless Tigers hat mir, zumindest was die Kung Fu Szenen angehen, ausgezeichnet gefallen. Schwächer war der wirre Plot, hier und da Längen und Klamauk, welcher nicht immer zündet. Doch die Action und Kung Fu Szenen sind in der Tat absolut sehenswert und qualitativ auch besser als in manch anderer ähnlichen Produktion. Doch immerhin versuchte man sich Mal an einem anderen Inhalt. Also keine Rachegeschichte oder keine Schüler-Student Story. Sondern Schatzsuche und Intrigen vermischt mit Kung Fu. Da kommt einem doch glatt The Treasure Hunters von den Shaw Brothers in den Sinn…

 

Apropos The Treasure Hunters: in diesem hat Johnny Wang Lung-Wei (Martial Club) absolut überzeugt. Und das Beste: der Shaw Brothers Star darf auch in Two Toothless Tigers mitmischen und ausserhalb des Shaw Universums zeigen, was er draufhat. Und nur schon wegen seinen Kampfszenen lohnt Two Toothless Tigers. Eine Wucht, was er zeigt! Ein Genuss! Und: er spielt eine Art Bösewicht. Dies nebst Chung Fat (Shadow Cop), der auch einige tolle Kampf-Szenen spendiert bekommt. Die Kampfszenen sind, egal von wem, in jeder Szene toll, rasant und spektakulär anzusehen.

 

Die Choreographie besorgten u.a. Sammo Hung (Der kleine Dicke mit dem Superschlag), Yuen Biao (A Kid from Tibet) und Lam Ching-Ying (Magnificent Butcher). Sammo Hung spielt mehr eine grössere Nebenrolle. Er taucht auch Mal für längere Zeit ab. Lam Ching-Ying ist in einer kurzen Rolle zu sehen, wie auch Wu Ma (Just Heroes). Yuen Shun-Yi, Bruder von Yuen Woo-Ping, zeigt auch viel von seinem Können. Jedoch hat er als Tollpatsch wenig Charisma. Tai Bo (Drug Tiger) ist auch noch in einer Nebenrolle zu sehen. Und auch sonst sind, gerade in Kurzauftritten, einige bekannte Gesichter zu sehen.

 

Die Produktionsfirma hat später noch andere Filme wie Spooky, Spooky, Pedicab Driver, Encounter of the Spooky Kind II, Pantyhose Hero, License to Steal, Slickers Vs Killers oder Don't Give a Damn veröffentlicht. Praktisch alles Titel mit Beteiligung von Sammo Hung und von den meisten davon gibt’s noch keine zufriedenstellenden Fassungen sprich nur LDs, VHS oder VCDs. Schade! Da sind doch einige Kracher dabei! Daumen drücken, dass davon später Mal was auf Blu-Ray erscheinen wird! Und dasselbe darf auch gerne für Two Toothless Tigers gehofft werden!

 

Fazit: Old School Kung Fu Fans können zugreifen, da superbe Kampfszenen, toller Cast und starke Choreographie!  

 

Infos:

 

O: Lat A Liu Foo

 

HK 1980

 

R: Ricky Lau

 

D: Yuen Shun-Yi, Sammo Hung, Chung Fat, Tai Bo, Lam Ching-Ying, Ka Lee, Wu Ma, Johnny Wang Lung-Wei, Fung Ging-Man, Meg Lam Kin-Ming, Lee Hoi-Sang

 

Laufzeit der indonesischen Betamax: Ca. 94 Min.

 

Gesehen am: 26.03.23

 

Fassungen: Mir lag die indonesische Betamax von Video Movies vor = Uncut (?), gute (vor allem helle) Bild- und Tonqualität, Englisch Dubbed mit indonesischen Subs. Eine O-Ton Fassung mit Subs, eine deutsche Fassung oder eine VCD/LD/DVD/Blu-Ray sind mir nicht bekannt (Stand: März 2023). Nachtrag: Eine O-Ton Fassung gibt es in Südkorea (VHS).