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Sonntag, 30. August 2026

Mean Mother

 

Mean Mother

Story:

Die zwei US-Soldaten Beauregard (Dobie Gray) und Joe (Dennis Safren) drücken sich vor dem Einsatz in Vietnam. Beide flüchten, trennen sich und finden sich in Europa wieder. Beauregard landet in Rom, während es Joe nach Spanien zieht. Beide geraten in illegale Machenschaften und planen, danach in Kanada ein neues Leben zu beginnen…

Meine Meinung:

Mean Mother ist ein weiteres Schundwerk von Al Adamson (The Female Bunch, Horror of the Blood Monsters, Nurses for Sale). Und leider kein wirklich gutes. Der Hauptgrund ist die Tatsache, dass es sich um ein Flickwerk à la Godfrey Ho (Copy and Paste) handelt. Die Produzenten nahmen sich León Klimovsky (The People Who Own the Dark) spanischen Film El hombre que vino del odio zur Brust und haben die US-Recht erworben. Al Adamson drehte dann mit schwarzem Cast neuen Szenen und baute diese in das «El hombre que vino del odio» Gerüst ein um daraus einen neuen, eigenen Film zu «kreieren».

Al Adamson erkannte nämlich den Ruf der Zeit und drehte damit, wenn ich es richtig im Kopf habe, seinen ersten Blaxploitation-Streifen. Leider ist Mean Mother wirklich nicht gelungen und kann nicht wirklich empfohlen werden. Da waren spätere Blaxploitation-Filme von Al Adamson sehenswerter (Black Samurai). Das Problem von Mean Mother sind zwei Dinge. Erstens ist der Streifen einfach total langweilig. Action ist extrem Mangelware. Auch Sleaze gibt es bis auf 1-2 Szenen nicht zu sehen und der tolle Mean Mother Song, der fetzt, ist praktisch nie zu hören.

Als zweites sind die negativen Folgen zu nennen, die neu gedrehten Szenen in einen anderen Film einzufügen und daraus einen neuen Film zu zaubern. Der Plot ist total hohl und wirr. Da passt hinten und vorne nichts zusammen. Dobie Gray als schwarzer Lead ist ganz passabel, auch wenn er kein Jim Kelly ist. Bei den Mädels überzeugt, auch in den fleischigen Szenen, Marilyn Joi (Nurse Sherri, Ilsa, Harem Keeper of the Oil Sheiks), die schon in anderen Filmen von Al Adamson vor der Kamera stand. Dennis Safren war eine Schlaftablette und die wenigen Action-Momente (z.B. die Prügelei in der praktisch leeren Bar) war ultraschwach und fast schon trashig inszeniert.

Fazit: Nur für Hardcore Al Adamson Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Mean Mother

USA, Italien, Spanien 1974

R: Al Adamson, León Klimovsky

D: Dobie Gray, Dennis Safren, Luciana Paluzzi, Lang Jeffries, Bedy Moratti, Marilyn Joi

Laufzeit der US-Blu: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Al Adamson: The Masterpiece Collection) = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton mit englischen Subs. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2026). Der Produzent hatte die Rechte am spanischen Film El hombre que vino del odio (von León Klimovsky) erworben und Al Adamson hat den Film danach mit neuen Szenen, neuen Sub-Plots, neuen Darstellern aufgepeppt = Copy and Paste Produktion à la Godfrey Ho.

Sonntag, 23. August 2026

Burial Ground

 

Burial Ground

Story:

Diverse Pärchen (Antonella Antinori, Mariangela Giordano, Karin Well) und ein Kind (Pietro Barzocchini) werden auf einem ländlichen Anwesen von Zombies angegriffen…

Meine Meinung:

Ein Raclette-Abendessen mit Freunden förderte im Gespräch den Italienischen Zombiefilm Burial Ground in Erinnerung. Besser bekannt als Die Rückkehr der Zombies. Der Film, der seit dem Jahr 2003 nach wie vor (in Deutschland) beschlagnahmt ist (!!!), ist in meinen Augen nebst Zombi 2 einer der besten Ital. Zombiefilme überhaupt. Heute, einen Tag nach dem Abendessen, sah ich mir den Film nach langer Zeit wieder an und war schlichtweg begeistert.

Ich hatte sehr grosse Freude an Andrea Bianchis (Die Rache des Paten) Zombiefilm. Der Plot ist simpel und der Film kommt schnell zur Sache. Füllszenen beinhalten erotisches Material der diversen Damen wie Antonella Antinori (Maya), Mariangela Giordano (Patrick Still Lives) oder Karin Well und die Figur Michael, gespielt von Pietro Barzocchini, gibt dem Film wunderbare schweinische Exploitation-Vibes, die Kultstatus geniessen. Für die Effekte zeichnete sich Gino De Rossi (City of the Living Dead, Piranha II: The Spawning, Cannibal Ferox) verantwortlich.

Die Spezialeffekte sind eine Wucht. Der Film war blutiger, als ich es in Erinnerung hatte. Teilweise wirkte der Film in seinen Effekten wie ein Zombie 2 oder The House by the Cemetery. Es wurde auch mit echten Tierinnereien gearbeitet, wie es oft in den Filmen von Lucio Fulci zu sehen war. Aber auch Maden, Würmer und Spinnweben sorgen für stimmungsvolle Zombie-Momente. Die Make-Up-Masken sind der Wahnsinn. Das Aussehen der Zombies unterscheidet sich von denen aus anderen Italo-Zombiefilmen. Der Film ist stimmungsvoll, da die Zombies klassisch langsam agieren und z.T. gibt es coole Ideen, wenn die Zombies z.B. auch Gegenstände benutzen (Äxte, Sensen), um ihre Opfer zu kriegen.

Fazit: Must See Titel für Zombie-Fans!

Infos:

O: Le Notti del terrore

Italien 1981

R: Andrea Bianchi

D: Antonella Antinori, Pietro Barzocchini, Mariangela Giordano, Karin Well

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 85:11 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von 88 Films vor = Wendecover, Booklet, Englisch oder Ital. mit englischen Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Extras sind vor allem die geschnittenen Szenen (ohne Ton) interessant. In Deutsch gibt es den Film als Die Rückkehr der Zombies in Österreich von diversen Labels auf Blu-Ray (XT Video, Cinestrange Extreme). Die US-Blu-Ray von Severin Films hat zudem viele exklusive Interviews mit Cast und Crew.

Montag, 17. August 2026

Curse II: The Bite

Curse II: The Bite

Story:

Lisa (Jill Schoelen) und Clarks (J. Eddie Peck) Road-Trip wird zum Höllentrip, als Clark von einer Schlange gebissen und sich danach zu verändern beginnt…

Meine Meinung:

Curse II: The Bite ist die, wie es scheint, nicht offizielle «Fortsetzung» von The Curse aus dem Jahr 1987 (H.P. Lovecraft Story), für dessen Effekte sich Lucio Fulci auszeichnete (und er hat den Film mit produziert.). Eigentlich fast eine internationale Produktion. So verhält es sich auch mit Curse II: The Bite, dessen Herstellungsländer Italien, Japan, Holland sowie USA lauten. Regie führte Italiener Frederico Prosperi, der u.a. Wild Beasts produziert hat. Auch ein Horrorfilm mit Tieren. Ovidio G. Assonitis (Piranha II: The Spawning) hat den Film produziert. Zudem wurde der Film auch mit Geldern aus Japan finanziert.

Apropos Japan: Spezialeffekte-Künstler Screaming Mad George, der für Filme wie Faust: Love of the Damned, Predator, A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors, A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master, Bride of Re-Animator, Dentist II, The Guyver oder Necronomicon die Effekte und Make-Up Masken und Monster kreierte, war auch in Curse II: The Bite für die Effekte zuständig. Heute wurde bekannt, dass Screaming Mad George, bereits im Feb. dieses Jahres, verstorben ist. Ihm zu Ehren kam es zur Neusichtung von Curse II: The Bite. Vergleiche mit dem Vorgänger kann ich aktuell keine mehr anbringen.

Curse II: The Bite ist solide, aber kein Kracher. Der Film erzählt eine simple Story, die teilweise Motive des Backwood- wie auch Tierhorrorfilmes aufzeigt. Der Film nahm sich für meinen Geschmack etwas zu viel Zeit mit dem Plot. Etwas mehr Effekte und Horror wären schon am Anfang und Mittelteil wünschenswert gewesen. Die Musik empfand ich teilweise als etwas unspektakulär und billig. Die wenigen Effekte, die am Anfang und Mitte des Filmes präsentiert werden, waren auch etwas zu simpel und zu wenig abwechslungsreich. Zudem war der schmutzige Verband eklig und es gab einige eklige Szenen (als Clark damit während der Autofahrt zwischen den Beinen seiner Partnerin rumfummelt).

Dafür wird der Fan im Finale mit hervorragenden Effekten belohnt, die ich so nicht mehr in Erinnerung hatte. Verwandlungsszenen, Verfolgungsjagden, Ekel-Szenen, Fake- und echte Schlangen und teilweise hatte der Film HK-Black-Magic-Horror-Vibes, wenn Clark z.B. Baby-Schlangen erbricht. Es gibt einige herrlich fiese und widerwärtige Szenen. Vor allem wer Angst vor Schlangen hat, dem dürften einige dieser Sequenzen in Schockstarre versetzen. Toll. Es lohnt sich also, zu warten. Der Fan wird im Finale mit sehenswerten Effekten belohnt. Starke Arbeit von Screaming Mad George. Beim Cast hat vor allem Jill Schoelen gefallen, die Erfahrungen im Genre vorzuweisen hat (Chiller, The Stepfather, Cutting Class, The Phantom of the Opera, Popcorn).

Fazit: Tolles Finale!

Gefolgt von: Panga

Infos:

O: Curse II: The Bite

Italien, Japan, Niederlande, USA 1989

R: Frederico Prosperi

D: Jill Schoelen, J. Eddie Peck, Jamie Farr, Savina Gersak, Marianne Muellerleile, Bo Svenson

Laufzeit der US-DVD: Ca. 98 Min.

Gesehen am: Dez. 2007 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via US-DVD von MGM/20th Century Fox. Beide «The Curse» Filme auf einer Flipper-DVD. Uncut, O-Ton, englische Subs, solide Bild- und Tonqualität (Vollbild). Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray (UK, US). In Deutschland bisher nur auf DVD (The Bite). In Deutsch oder Englisch ohne Subs.

Samstag, 25. Juli 2026

Mercenario - Der Gefürchtete

Mercenario - Der Gefürchtete

Story:

Paco (Tony Musante) will eine Revolution anzetteln und erkauft sich dafür die Hilfe des Söldners Sergei 'Polack' Kowalski (Franco Nero). Um ihr Ziel erreichen zu können, müssen sie jedoch zuerst Ricciolo (Jack Palance) aus dem Weg räumen…

Meine Meinung:

Mercenario - Der Gefürchtete ist ein Italo-Western (Mithilfe von spanischen Hilfsmitteln) des legendären Sergio Corbucci (Fahrt zur Hölle, ihr Halunken, Django, Leichen pflastern seinen Weg). Dazu kommen Namen wie Franco Nero (Die Klette, Djangos Rückkehr, High Crime), Jack Palance (Zwei Supertypen räumen auf, Tango & Cash, Die Strickmütze), Ennio Morricone (Malastrana, The Thing) sowie Bruno Nicolai (The Case of the Scorpion's Tail, The Night Evelyn Came Out of the Grave). Letztere waren selbstverständlich für den tollen Soundtrack und die Musik des Filmes zuständig.

Leider hat mir Mercenario - Der Gefürchtete nicht gut gefallen. Aufgrund des Cast war ich am Ende sogar sehr enttäuscht von dem Film. Der Film ist kein Vergleich zu den anderen Italo-Western, die ich von Sergio Corbucci gesehen habe. Franco Nero war solide. Der Film ist technisch auch gut gemacht und zum Teil aufwändig (kleinere Stunts, Explosionen, Massenszenen, Pferdestürzte). Die Musik war, wie bereits erwähnt, toll. Sie kam mir auch bekannt vor. Ob Quentin Tarantino diese in einem seiner Filme benutzt hat? Am besten war Jack Palance.

Abgesehen davon hat mir der Film nicht gefallen. Die Handlung empfand ich als uninteressant und langweilig. Ich mochte die Tatsache nicht, dass der Plot als Rückblende erzählt wird. Und dann sehen wir Paco noch als Clown. Ich mag Clowns nicht (Ausnahme als Gestalten in Horrorfilmen). Der Film war viel zu zahm und harmlos, der Humor hat mir nicht gefallen und der Verlauf der Handlung fesselte nicht. Ich mag keine Revolutionsgeschichten und der Humor triggerte mich selten, zu lachen. Und das Jack Palance nach seinem tollen Auftritt bis zum Finale von der Bildfläche verschwindet, war ein fataler Schachzug.

Fazit: Besser Compañeros schauen!

Infos:

O: Il Mercenario

Italien, Spanien 1968

R: Sergio Corbucci

D: Franco Nero, Jack Palance, Tony Musante, Giovanna Ralli, Eduardo Fajardo, Álvaro de Luna

Laufzeit der deutschen DVD: 101:55 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Koch Media vor = Booklet, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, diverse Audio (Deutsch, Englisch oder Ital.) und Untertitel (Deutsch) Optionen. Die deutsche Sprachfassung ist die beste. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Freitag, 24. Juli 2026

Das Syndikat des Grauens




Das Syndikat des Grauens

Story:

Zigarettenschmuggler (u.a. Fabio Testi, Saverio Marconi) aus Neapel werden von einem Gangsterboss aus Marseille (Marcel Bozzuffi), der in Neapel mit Rauschgift dealen möchte, angegriffen…

Meine Meinung:

Das Syndikat des Grauens ist ein kleiner, legendärer Poliziotteschi, der von keinem geringeren als Lucio Fulci stammt. Der Godfather of Gore hat nicht nur seine Zombie- und Horrorfilme (Zombi 2, City of the Living Dead, House by the Cemetery, The Beyond) gedreht, sondern war auch in anderen Genres wie dem Giallo (Lizard in a Woman's Skin), dem Italo-Western (Verdammt zu leben – verdammt zu sterben) oder Endzeitfilmen (Conquest) beheimatet. Selbst Krimis (Der New York Ripper, Don't Torture a Duckling) waren dabei. Das Syndikat des Grauens hatte, auch aufgrund seines mehrjährigen Verbots in Deutschland, unter Splatter- und Horrorfans einen gewissen Ruf.

Mag Das Syndikat des Grauens inhaltlich keine grosse Originalität bieten, so gibt es immerhin einen soliden, einfach zu folgenden und unterhaltsamen Plot. Ein neuer Gangster will sich vor Ort etablieren und räumt die Konkurrenz aus dem Weg. Die Musik steuerte Fabio Frizzi (A Cat in the Brain, Der Gorilla) bei und die Hauptrollen spielen Fabio Testi (Dealer Connection – Die Strasse des Heroins, Orgie des Todes, Cosa avete fatto a Solange?), Saverio Marconi sowie Marcel Bozzuffi. Porno-Darstellerin Ajita Wilson ist in einer Nebenrolle zu sehen. Sie war dazumal oft im europäischen Kino zu sehen (z.B. in Macumba Sexual, Sadomania oder Hotel Paradise). Lucio Fulci legt im Finale als einer der alten Bosse einen Gastauftritt hin.

Durch die Drehorte in Neapel und die Settings im Meer (z.B. die lange Verfolgungsjagd zu Beginn oder später die Beerdigungszeremonie) hebt sich der Film von anderen Italo-Filmen dieser Zeit ab. Neapel wirkt stimmungsvoll und authentisch. Die Darsteller machen ihre Sache alle ordentlich und die deutsche Synchronisation ist mehr als gelungen und wertet den Film mit einigen herrlichen Dialogen, die zum Schmunzeln anregen, weiter auf (es handelt sich um eine Qualitäts-Synchro von Schier). Für die herausragenden Splatter-Effekte (sind wirklich paar ganz derbe Dinger dabei) waren Franco Di Girolamo, Germano Natali sowie Roberto Pace zuständig. Die haben viel Erfahrung in Sachen Effekten (u.a. für Produktionen wie Zombie Holocaust, Deep Red oder Zombie 3).

Fazit: Für Lucio Fulci, Splatter- sowie Fans des Poliziotteschi-Genres zu empfehlen!

Infos:

O: Luca il Contrabbandiere

Italien 1980

R: Lucio Fulci

D: Fabio Testi, Ajita Wilson, Saverio Marconi, Marcel Bozzuffi, Ivana Monti, Cintia Lodetti, Enrico Maisto, Tommaso Palladino

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 96:49 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Juli 2026

Fassungen: Ich habe die UK-DVD von Shameless Screen Entertainment in der Sammlung da schickes Artwork welches von Fabio Frizzi am BIFFF signiert wurde. Für diese Neusichtung lag mir hingegen die deutsche Blu-Ray von filmArt vor = Booklet, Deutsch/Englisch/Ital. mit Untertiteln (die deutsche Synchronisation ist hervorragend und einige der Dialoge regen zum Schmunzeln an), Uncut und nicht mehr beschlagnahmt (das Verbot wurde vor einigen Jahren aufgehoben) und in Sachen Bild- und Tonqualität weiss die Blu-Ray auch zu gefallen. Das ca. 10minütige Interview mit Uwe Schier ist sehenswert.

Freitag, 10. Juli 2026

The Holy Boy

NIFFF 2026 Spezial

The Holy Boy

Story:

Ein Lehrer nimmt in einem abgelegenen Berg-Dörfchen eine Stelle als Lehrer an. Bald muss er erkennen, dass die Ortschaft ein schreckliches Geheimnis hütet…

Meine Meinung:

Was genau mich in The Holy Boy, einem Italienischen Film von Paolo Strippoli (Flowing, A Classic Horror Story), erwarten würde, war mir nicht bekannt. Ich habe zwar kurz in den Trailer gesehen und das was ich sah, erinnerte mich irgendwie leicht an Midsommar, aber so genau wusste ich das nicht. Ich wusste nur, dass ein Lehrer in einem abgelegenen Dorf eine befristete Stelle annimmt und das in der Ortschaft etwas nicht stimmt. The Holy Boy hat zwar versucht, etwas Neues zu schaffen, dennoch erinnert der Film mit seinem Spiel aus Trauer, Verlust und Traumata, und wie Menschen damit umgehen, an andere Genre-Werke der letzten Jahre.

Der phantastische Umgang damit verdient sicherlich Anerkennung. Dennoch konnte mich The Holy Boy nicht wirklich vollumfänglich überzeugen. Der Film bleibt am Ende Antworten schuldig, es gibt mieses CGI (Feuer) und die Figuren sind mehrheitlich wenig sympathisch. Michele Riondino (Interstate), er spielt den Lehrer, fand ich sehr unsympathisch. Er erinnerte mich an den Protagonisten aus Hokum. Auch die anderen Figuren (der Junge, dessen Vater oder der Geistliche etc.) fand ich allesamt unsympathisch. Auf der einer Seite kann man fast sagen, dass der Junge durch die Ankunft des Lehrers eine Art Coming of Age Erfahrung macht.

Das hat mich aber alles relativ kalt gelassen und wenig gefesselt. Richtig spannend war der Film auch nicht. Gerne hätte sich der Film am Anfang mehr Zeit nehmen dürfen. Die Begegnung zwischen dem Lehrer und dem Jungen und deren Kraft ging für meinen Geschmack viel zu schnell. Diese Szenen wirkten gehetzt und unglaubwürdig. Abgesehen davon sieht der Film ansonsten schick aus. Die Settings wirken authentisch und das abgelegene Dorf in Italiens Bergen hat definitiv seinen Charme. Die Musk hat mir in vielen Szenen hingegen nicht gefallen. Wirkte unpassend. Falls ich das Ende richtig interpretiert habe, erinnerte es an Hexensabbat (1977).

Fazit: Hat mich leider am Ende nicht überzeuget. Aber es gibt definitiv Extrapunkte für den Versuch, etwas Kreatives zu präsentieren!

Infos:

O: La valle dei sorrisi

Italien 2025

R: Paolo Strippoli

D: Michele Riondino, Romana Maggiora Vergano, Roberto Citran

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 122 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Den Film gibt es in Deutschland bereits auf Blu-Ray (Deutsch/Ital. mit deutschen Untertiteln, Uncut). 

Samstag, 23. Mai 2026

Rabid Dogs

Rabid Dogs

Story:

Drei Gangster (Maurice Poli, George Eastman, Don Backy) flüchten vor der Polizei und nehmen Geiseln (u.a. Lea Lander, Riccardo Cucciolla). Ein Kampf ums Überleben beginnt…

Meine Meinung:

Rabid Dogs wurde zu Ehren von George Eastman angesehen, der im echten Leben den Namen Luigi Montefiori trägt. George Eastman ist sein Pseudonym. Bekannt wurde der grosse und stämmige Italiener vor allem im Ital. Horrorfilm Man-Eater, in der er den Kannibalen spielte. Dank seiner Statur war George Eastman (Baba Yaga, Absurd, Hands of Steel) die perfekte Wahl für diese Rolle. Dieser starb vor drei Tagen. Zu seinen Ehren schaute ich mir Rabid Dogs an.

Rabid Dogs, der eine interessante Fassungsgeschichte hinter sich hat, ist in meinen Augen einer der besseren Filme von Mario Bava (Caltiki – The Immortal Monster, Blutige Seide, Kill Baby Kill, Planet der Vampire). Rabid Dogs verschwand kurz seiner Beendigung Mitte der 70er Jahre da die Firma Pleite ging. Der Film wurde erst Mitte der 90er Jahre und nach dem Tod von Mario Bava fertiggestellt. Dabei half sein Sohn Lamberto Bava (Demons 1 + 2). Daher wird letzterer je nach Quelle auch als Regisseur gelistet.

Deren Version namens Kidnapped beinhaltete jedoch auch Nachdrehs, neue Figuren und eine neue Musik. Rabid Dogs hingegen ist die Version basierend auf Mario Bavas Drehbuch (und bekam den Titel Rabid Dogs). Die Rabid Dogs Fassung ist bei Fans daher auch beliebter als die veränderte Fassung. Rabid Dogs ist ein intensives Gangsterfilmchen welches mehrheitlich in einem Auto spielt. Ähnlich wie das Euro-Cult-Highlight Wenn Du krepierst - lebe ich. Eine Art Kammerspiel mit unterschiedlichen Figuren und Spannungen. Und selbstverständlich läuft nichts so, wie geplant.

Das Schauspiel ist gut, auch wenn gerade zwei der drei Gangster hin und wieder durch ihr Overacting fast ins Lächerliche kippen. Darunter auch George Eastman. Zudem war der Film in einigen Szenen sleaziger als ich das in Erinnerung hatte. Eine Szene hat mich sogar an Wes Cravens Last House on the Left erinnert. Der Film lebt vom Plot, dem Kammerspiel und seiner Stimmung. Die dicke Überraschung folgt dann im Finale und diese finde ich einfach nur gelungen. Dazu gibt es einen wunderbaren Soundtrack von Stelvio Cipriani (Das Syndikat, Der Tod trägt schwarzes Leder, Piranha II – Fliegende Killer).

Fazit: Fans des Ital. Kinos können bedenkenlos zugreifen!

Infos:

O: Cani arrabbiati

Italien 1974

R: Mario Bava, Lamberto Bava (je nach Quelle)

D: Maurice Poli, George Eastman, Don Backy, Lea Lander, Riccardo Cucciolla

Laufzeit der UK-Blu: 95:51 Min.

Gesehen am: Okt. 2006 / Neusichtung am: 22.05.26

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Arrow Video vor = nebst der bekannten Kidnapped Fassung befindet sich auch die näher an Mario Bavas Original-Film orientierter Rabid Dogs im Set (Ital. mit englischen Subs). Der Film ist Uncut und die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Nebst Booklet mit vielen Infos gibt es auch exklusive Extras (Interviews, Audiokommentar, Making of etc.). In Deutschland mit ebenso beiden Fassungen und den Extras der Arrow Disc von Tiberius Film auf Blu-Ray zu haben.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Vier Fliegen auf grauem Samt

Vier Fliegen auf grauem Samt

Story:

Roberto (Michael Brandon) wird von einem unbekannten, mysteriösen Hutträger verfolgt und beschattet. Eines nachts folgt Roberto dem Hutträger um ihn zur Rede zu stellen. Bei dem Handgemenge stirbt der Hutträger. Derweil hält eine Person, die eine Maske trägt, den Akt auf Fotos fest. Danach wird Roberto von einem unbekannten Killer terrorisiert. Roberto heuert einen Detektiv (Jean-Pierre Marielle) an, um mehr herauszufinden. Es kommt zu Morden an Robertos Umfeld…

Meine Meinung:

Vier Fliegen auf grauem Samt ist Dario Argentos (Tenebrae, Sleepless, Phenomena) dritter Teil seiner Tier-Trilogie nach Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe und Die neunschwänzige Katze. Leider hat der Film seine Zweitsichtung, diesmal sah ich mir den Film erstmals in Deutscher Sprache an, nicht bestanden. Vier Fliegen auf grauem Samt ist leider nur eine durchschnittliche und relativ öde Angelegenheit. Das hatte ich besser in Erinnerung, denn der Film gefiel mir früher, warum auch immer, besser.

Der Plot ist minimalistisch, wie oft bei Argento. Es geht um die Suche nach dem Mörder und Motiv. Das erinnert an frühere und spätere Auflösungen im Schaffen von Dario Argentos Filmwelt. Das Detail mit den Fliegen fand ich einen interessanten Ansatz und gefiel mir. Ebenso der Traum mit der Köpfung. Die Kameraführung war zuweilen erneut exzellent, fantasievoll und innovativ. Die Musik war hingegen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits tolle Klänge von Ennio Morricone (Compañeros, Das Ding aus einer anderen Welt, Malastrana), andererseits hat mich nicht jedes Stück abgeholt.

Leider war der Film für seine Laufzeit sehr langweilig. Zudem haben mir, praktisch durch die Bank, alle Figuren missfallen. Ich fand diese nicht wirklich sympathisch oder charismatisch. Was die Morde angehen, muss gesagt werden, dass der Bodycount relativ klein und der Film in Sachen Blutgehalt relativ harmlos und blutleer ausgefallen ist. In der Hinsicht waren andere Filme von Dario Argento fieser. Etwas, was mich während dieser zweiten Sichtung am meisten gestört hat, war der unpassende Klamauk und Humor. Das ist nebst der Langeweile auch der Hauptgrund, warum der Film jetzt aus der Sammlung fliegt. Wie ich das früher nicht bemängeln konnte, wissen nur die Sterne.

Fazit: Wird seinem Ruf nicht gerecht. Zu langweilig und zu lustig…

Infos:

O: 4 mosche di velluto grigio

Italien 1971

R: Dario Argento

D: Michael Brandon, Francine Racette, Mimsy Farmer, Bud Spencer, Jean-Pierre Marielle, Marisa Fabbri

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 103:16 Min.

Gesehen am: Mitte Feb. 2009 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag das deutsche Mediabook (Drei Discs d.h. DVD, Blu-Ray, Bonusdisc sowie Booklet) von Koch Media vor = bis auf ein-zwei Handlungsszenen, die aus einer schwächeren Quelle stammen, gute bis sehr gute Bildqualität, Uncut, Deutsch, Englisch oder Ital. mit deutschen Untertiteln. Die deutsche Synchronisation ist gut. Den Film gibt es inzwischen von Plaion Pictures auch als UHD (inklusive Blu-Rays und Soundtrack CD).

Dienstag, 5. Mai 2026

The Killer Must Kill Again

The Killer Must Kill Again

Story:

Giorgio (George Hilton) plant, um an Geld zu kommen, seine Ehefrau (Teresa Velázquez) zu töten. Als er nachts einen Mörder (Antoine Saint-John) bei der Beseitigung einer Leiche beobachtet, handelt er mit diesem einen Deal aus. Der Plan scheint aufzugehen. Doch als das Auto mit der Leiche im Kofferraum gestohlen wird, nimmt der Fall unerwartet Wendungen an und Unbeteiligte (Femi Benussi, Cristina Galbó, Alessio Orano) geraten zwischen die Fronten…

Meine Meinung:

The Killer Must Kill Again ging mir irgendwie immer durch die Lappen und den hatte ich, bis zu einem Tauschgeschäft mit einem Sammler aus Deutschland, nie auf dem Schirm. Bei dem Film, einer französisch-italienischen Ko-Produktion, handelt es sich um das Regiedebüt von Luigi Cozzi (Demons 6 De Profundis, Godzilla, Nosferatu in Venedig). Und für ein Regiedebüt fand ich den Film mehr als gelungen und ordentlich.

Der Film ist ein Mix aus Krimi, Giallo und Sleaze. Ich fand die Mischung toll. Der Film macht aus der Identität des Killers kein Geheimnis. Der ist am Anfang schon zu sehen. Den Plot fand ich interessant und eine gewisse Spannung war gegeben. Wo wird der Plot hinführen? Was wird schiefgehen? Was sind die Folgen? Was passiert mit den Figuren, die zwischen die Fronten geraten? Das macht den Reiz des Filmes aus. Zuerst wird das Story-Gerüst erklärt, dann folgen mehr ruhige Momente und das Finale und die Story-Inhalte davor haben dann die grösste Giallo Vibes plus hübsch fiese, schmierige Sleaze-Momente und eine Hauch Erotik.

In den Momenten ist auch die Kameraarbeit exzellent und Giallo-Fans werden voll auf ihre Kosten kommen, auch wenn der Film definitiv mehr Wert auf Plot und Verlauf statt auf blutige Morde legt. Mir haben der Film und sein Mix zugesagt. Der Cast, vor allem Antoine Saint-John (The Beyond), Cristina Galbó (What Have You Done to Solange?) sowie Alessio Orano haben sehr gut agiert. Aber auch George Hilton (Der Killer von Wien), Teresa Velázquez, Eduardo Fajardo (Django) sowie Femi Benussi (Der Vernichter) waren solide.

Fazit: Fans von Euro-Cult Filmen aus der Zeit können bedenkenlos einschalten!

Infos:

O: L'Assassino è Costretto ad Uccidere Ancora

Italien, Frankreich 1975

R: Luigi Cozzi

D: Antoine Saint-John, George Hilton, Teresa Velázquez, Femi Benussi, Cristina Galbó, Alessio Orano, Eduardo Fajardo

Laufzeit der US-DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 05.05.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Mondo Macabro vor = Uncut, Englisch/Ital. mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Ich sah mir den Film in Ital. mit Untertiteln an. Als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Regisseur Luigi Cozzi. Es gibt weder eine Blu-Ray, noch eine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Mittwoch, 29. April 2026

Libido

Libido

Story:

Christian Coreau (Giancarlo Giannini) ist ein traumatisierter junger Mann, seit er als Kind mit ansehen musste, wie sein kranker Vater seiner Mutter während einer S/M-Session umgebracht hat um sich danach selbst das Leben zu nehmen. Um sein Trauma bewältigen zu können, macht sich Christian zusammen mit seiner Ehefrau, seinem Anwalt und dessen Frau auf den Weg, den Ort des Schreckens zu besuchen. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Libido ist ein s/w-Gothic-Mystery-Thriller, der auch als Giallo betitelt wird. Der Film erinnert an spätere Werke aus Italien mit Carroll Baker (A Quiet Place to Kill, Knife of Ice, The Fourth Victim) und stammt von den Regisseuren Ernesto Gastaldi sowie Vittorio Salerno (Die grausamen Drei, Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen). Die Mitte der 60er Jahre Produktion ist zwar durchaus solide, bringt dem Genre aber nichts Neues.

Der Film punktet vor allem durch seine Optik und die Bilder. Die wurden stimmungsvoll und stark eingefangen. Der Film ist solide gespielt. Die vier Hauptfiguren werden von Luciano Pigozzi (Zombi 3, Seven Deaths in the Cat’s Eye, The Last Hunter), Giancarlo Giannini (der es sogar nach Hollywood geschafft hat), Dominique Boschero sowie Mara Maryl. Letztere, das «blonde Gift», bringt leider unnötigen Klamauk und Slapstick in den Film, so dass selbst ihre Szenen wenig erotisch wirken. Der Humor wirkt unpassend.

Der Film ist allgemein sehr konservativ und harmlos. Effekte, Blut oder Sex dürfen nicht erwartet werden. Das Drehbuch überzeugt nicht und es gibt am Anfang und Mittelteil viel zu viele Längen. Und wenn am Ende das Tempo erhöht wird, ist der Film kurze Zeit später schon vorbei. Die Musik war unspektakulär. Das fiese Ende war ganz okay und nett, aber rettet den Film nicht. Für mich war der Film zu alt, zu unspektakulär und zu langweilig.

Fazit: Kein Film für die Sammlung!

Infos:

O: Libido

Italien 1965

R: Ernesto Gastaldi, Vittorio Salerno

D: Giancarlo Giannini, Dominique Boschero, Luciano Pigozzi, Mara Maryl

Laufzeit der US-Blu: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 29.04.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Schuber, Englisch/Ital. Audio mit englischen Subs und als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Regisseur Ernesto Gastaldi. Die Bild- und Tonqualität sind fantastisch. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2026).

Samstag, 11. April 2026

Fahrt zur Hölle, ihr Halunken

Fahrt zur Hölle, ihr Halunken

Story:

Brad (Johnny Hallyday) macht sich auf den Weg nach Blackstone, was einigen Anwohnern den Schlaf raubt. Denn Brad hat nur ein Ziel: den Tod seines Bruders zu rächen und gestohlenes Geld zu finden…

Meine Meinung:

Wie schon Das Syndikat wurde Fahrt zur Hölle, ihr Halunken, ebenso eine Ko-Produktion zwischen Deutschland, Italien und Frankreich, zu Ehren von Mario Adorf angesehen, der vor paar Tagen in einem stolzen Alter dieses Leben verlassen hat. Die letzte Sichtung ist sehr lange her (2009), so dass ich mich auf den Ende der 60er Jahre Italo-Western von Sergio Corbucci (Compañeros, Django, Leichen pflastern seinen Weg) freute. Sergio Corbucci wurde mit seinem Kultfilm und Mithilfe von Star Franco Nero (Wenn Du krepierst - lebe ich) dank Django zur Legende im Italo-Western-Genre.

Der Film hat die 2. Sichtung bestanden, auch wenn ich jetzt einige Punkte fand, welche mir im Gegensatz zu früher, leicht missfielen. Kurz gesagt war mir der Tonfall des Filmes im Grossen und Ganzen zu wenig ernst und zu wenig düster. Im Gegenteil: der Film war mir zu harmlos und vor allem zu lustig. Dass viele der Szenen mit lustigen und komischen Momenten in der deutschen Fassung früher fehlten (nicht zensurbedingt), konnte ich sogar nachvollziehen. Vor allem der Spieler, der Brad immer als Freud betitelt und die «Randständigen», die im Finale sogar für ein 2. Finale sorgen, empfand ich als etwas doof und störend. Der Film hätte auch ohne diese Szenen, wenn nicht sogar besser, funktioniert.

Mario Adorf spielt hier El Diabolo. Eine Nebenrolle als mexikanischer Bandenanführer. Er kommt ab ca. Mitte des Filmes bis zum Finale vor. Er macht das sehr gut. Wie ich bereits in der Besprechung zu Das Syndikat anfügte, sehe ich ihn definitiv lieber in solchen Rollen statt als Helden. Die Hauptrolle spielt er mir unbekannte Johnny Hallyday, der vor allem als Sänger Karriere machte und dementsprechend in vielen Filmen mit solchen Settings zu sehen war. Er macht seinen Job auch ordentlich. In weiteren grösseren Rollen sind Françoise Fabian und Gastone Moschin zu sehen. Gastone Moschin (Die Zuhälterin) spielte bereits in The Sicilian Checkmate sowie Caliber 9 (wohl seine kultigste Rolle) an der Seite von Mario Adorf.

Fazit: Unterhaltsamer Italo-Western!

Infos:

O: Gli Specialisti

Deutschland, Frankreich, Italien 1969

R: Sergio Corbucci

D: Johnny Hallyday, Gastone Moschin, Françoise Fabian, Sylvie Fennec, Angela Luce, Serge Marquand, Gino Pernice, Mario Adorf

Laufzeit der deutschen DVD: 99:01 Min.

Gesehen am: Juli 2009 / 2. Sichtung: 10.04.26

Fassungen: Gesehen via deutsche DVD von Kinowelt = gute Bild- und Tonqualität (die deutsche Synchronisation ist exzellent), Uncut (ehemals fehlende Szenen sind in Franz. mit Untertiteln). Gibt es inzwischen in Deutschland von Filmjuwelen / AL!VE auf Blu-Ray.

Freitag, 10. April 2026

Das Syndikat

Das Syndikat

Story:

Kommissar Bertone (Enrico Maria Salerno) bekommt es mit diversen Fällen, Gangstern (u.a. Jürgen Drews, Franco Fabrizi) und der Presse, die die Polizei vor allem kritisiert, zu tun. Dann wäre da noch eine geheime Spezialeinheit, welche Gangster, die dem Justizapparat durch die Fänge gehen, eliminieren…

Meine Meinung:

Das Syndikat erfuhr zu Ehren von Mario Adorf (Der letzte Ritt nach Santa Cruz, Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale, Malastrana), der am 08.04.26 in Paris verstarb, eine Neusichtung. Ich sah den Film bisher nur einmal, was lange her ist (2012). Da der Film auf dem Blog noch nicht besprochen wurde und die letzte Sichtung lange her war, freute ich mich auf den Film. Der Film von Steno hat die Neusichtung bestanden, auch wenn ich den Film nicht ganz in die Sphären zu Krachern wie Der Tod trägt schwarzes Leder oder Milano Kaliber 9 zähle.

Dafür hatte der Film etwas zu wenig Action und es gab einige zu komische, lustige Momente, die nicht so wirklich zum Rest des Filmes passen wollen (z.B. die nächtliche Busfahrt mit Kommissar Bertone und der Presse mit dem «Sightseeing» der etwas anderen Art). Das diese in früheren deutschen Fassungen auch entfernt wurden, um den Film zu straffen, kann ich auf eine Art sogar nachvollziehen. Aber abgesehen von diesen zwei Details hat mir der Film, der an Filme wie Calahan (= Dirty Harry 2) oder Ruggero Deodatos Eiskalte Typen auf heissen Öfen erinnert, sehr gut gefallen.

Es handelt sich um eine Zusammenarbeit zwischen drei Ländern (Italien, Frankreich sowie Deutschland). Das erklärt dann auch den Cast um Mario Adorf oder Jürgen Drews, der im Film einen der zwei Gangster spielt, die von der Spezialeinheit gejagt werden. Wer Selbstjustiz-Inhalte mag (Ein Mann sieht rot und Co.), wird den Film mögen. Auch der Zeitgeist (die angeheizte politische Stimmung und die Unzufriedenheit der Bevölkerung) wurde gekonnt und amüsant eingefangen. Der Unterhaltungswert ist gegeben und die wenigen Actionmomente überzeugen auch.

Von den Figuren haben mir Enrico Maria Salerno (Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien) und Mariangela Melato (Mafian Kosto) als Reporterin am besten gefallen. Mario Adorf spielt eine Nebenrolle als Staatsanwalt. Ihn sehe ich definitiv lieber als Bösewicht. Schwach waren de Bösewichte: die wirken wenig charismatisch und bleiben blass. Da wäre es schön gewesen, wenn ein Name hervorgestochen hätte. Das Ende war etwas vorhersehbar. Etwas vom Besten, was der Film bietet, ist sein unglaublich toller Soundtrack. Jede Szene mit diesem (u.a. der ganze Vorspann) ist ein Genuss. Dieser stammt von Stelvio Cipriani (Piercing, Der Mann, der Venedig hiess, Gewalt über der Stadt).

Fazit: Sehenswerter Poliziotteschi!

Infos:

O: La Polizia ringrazia

Deutschland, Frankreich, Italien 1972

R: Steno

D: Enrico Maria Salerno, Jürgen Drews, Franco Fabrizi, Mariangela Melato, Mario Adorf

Laufzeit der deutschen DVD: 93:42 Min.

Gesehen am: Sept. 2012 / 2. Sichtung am: 10.04.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Colosseo Film / AL!VE vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut (früher zensierte Dialoge wurden mit deutschen Untertiteln versehen). Auf einer 2. Disc gibt es viele Extras (u.a. eine Doku in Spielfilmlänge). Die DVD kommt mit einem Schuber daher. Den Film gibt es vom gleichen Label inzwischen auch auf Blu-Ray.

Montag, 23. März 2026

Phenomena

 

Phenomena

Story:

Die sensitive Jennifer (Jennifer Connelly), die mit Insekten kommunizieren kann, kommt während ihrem Aufenthalt in einem Fraueninternat in der Schweiz, einer Mordserie auf die Spur. Sie wird dabei von einem Professor (Donald Pleasence) unterstützt…

Meine Meinung:

Zwischen Tenebre und Opera drehte Dario Argento, teilweise vor Ort in den Schweizer Alpen, den mystischen, traumhaften und surrealen «Mystery-Krimi» Phenomena. Der Film ist, was seinen Plot angeht, definitiv kein 08/15-Werk. Und dennoch ist Dario Argento Mal wieder die Optik und Stimmung wichtiger, als sein dennoch zugegebenermassen dünner Plot. Das ist an sich für meinen Geschmack kein wirklicher Kritikpunkt, allerdings zieht sich der Film in den ersten 60 Minuten doch sehr, was das Fortschreiten der Geschichte und wirkliche Horrorparts darin, angehen. Soll heissen, es gibt definitiv auch die ein oder andere lahme Sequenz zu sehen und dass der Film für den US-Markt stark gestrafft wurde (und dann als Creepers veröffentlicht wurde), kann ich sogar nachvollziehen.

Ich mag Phenomena, auch wenn ich diesen persönlich nicht zu den Stärksten Argento-Werken zähle (Suspiria, Deep Red, Sleepless, Opera). Die erste Stunde war wirklich zäh, Affen mag ich nicht (ausser seiner letzten Szene im Film) und der Englische Dub (nicht alle Personen haben sich selbst gesprochen) mindert das Sehvergnügen halt doch auch ein bisschen (wirkt je nach Dialogen und Stimmen billig und künstlich). Die Besetzung von Halloween-Star Donald Pleasence (Specters) war ein gekonnter Schachzug. Die damals noch minderjährige Jennifer Connelly trägt den Film jedoch praktisch allein. In der sehenswerten Anfangssequenz ist zur Abwechslung Mal nicht Dario Argentos Tochter Asia, sondern Fiore zu sehen. Netter Gastauftritt, wie auch jener von Michele Soavi (Stage Fright). Daria Nicolodi (Inferno) spielt eine Nebenrolle. Sie gehörte zu dem Zeitpunkt zum Repertoire eines jeden Dario Argento Filmes.

Weitere Namen aus dem Ital. Film, die sich dazu gesellt haben: Goblin und Claudio Simonetti (Cut and Run), Luigi Cozzi (Demons 6 De Profundis) und Effekte Künstler Sergio Stivaletti (I Tre volti del terrore, Dellamorte Dellamore, Murder Obsession). Letzterer war für einige (zwar wenige aber dennoch sehenswerte) Tötungs- und Make-Up- Masken und Leichenteile zuständig. Der Film bietet in der Hinsicht einige schöne Ekelmomente mit Maden. Diesbezüglich gibt es auch im Finale einige wunderbar makabre Einfälle zu sehen. Die traumähnliche und surrealistische Stimmung plus die sonderbare Musik diverser Metal-Bands (z.B. Flash of the Blade von Iron Maiden) inklusive den Close-Ups von diversen Insekten ist definitiv sehenswert und wertet den Film im gegen Ende hin auf.

Fazit: Fantasievolles Kino von Dario Argento!

Infos:

O: Phenomena

Italien 1985

R: Dario Argento

D: Jennifer Connelly, Donald Pleasence, Daria Nicolodi, Fiore Argento, Michele Soavi, Patrick Bauchau, Franco Trevisi, Francesca Ottaviani, Dalila Di Lazzaro, Federica Mastroianni

Laufzeit der US-Blu: 116:00 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 23.03.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Synapse Films vor, die vor einigen Jahren am Brugggore Filmfestival von Claudio Simonetti signiert wurde. Dieses Set kommt mit Booklet, Steelbook und drei Discs daher = Soundtrack-CD, zwei Blu-Rays (mit insgesamt drei Filmfassungen), limitiert auf 3000 Stück. Das Set bietet den Film in Englisch/Ital. mit englischen Untertiteln an. Dazu gibt es Unmengen an Extras (u.a. Dario Argentos World of Horror Doku, Interview mit Andi Sex Gang, Trailer, TV-Spots, Audiokommentar). Gibt es in Deutschland Uncut von XT-Video auf Blu-Ray (in Deutsch oder Englisch).

Dienstag, 10. März 2026

Conquest


Conquest

Story:

In einer barbarischen und animalischen Welt, in der das Gesetz des Stärkeren regiert, ziehen zwei Männer (Andrea Occhipinti, Jorge Rivero), durch Schicksal vereint, durch die Welt, um diese vor dem Bösen (u.a. Sabrina Siani) zu befreien…

Meine Meinung:

Conquest wird von vielen Fans belächelt, als schwacher Fulci-Film oder als Trash angesehen und betitelt. Ich kann dem nicht zustimmen. Es ist unendlich viele Jahre her, seit ich mir diesen Film, eine italienisch-mexikanisch-spanische Koproduktion, angesehen habe. Heute hatte ich Lust darauf und habe die Sichtung nicht bereut. Conquest gefiel mir heuer sogar noch besser als früher. Ich sah mir den Film heute erstmals in Deutsch an. Die Synchronisation ist dem Englischen oder Ital. Dub klar vorzuziehen.

Ob der Film eine Conan (Conan der Barbar, USA 1982) Kopie ist, ist mir nicht bekannt. Jedoch ist das gut möglich. Lucio Fulci sprang schon auf andere Trends auf (z.B. folgte auf Dawn of the Dead Zombi 2). Conquest spielt in einer eigenen, nicht definierten Welt. Dem Film gelingt es, eine wunderbare Endzeit- und Fantasy-Stimmung zu generieren. Dies durch klug eingesetzt Stilmittel wie z.B. die Kameraoptik oder den Einsatz von viel Nebel. Die Settings sind abwechslungsreich, muten surreal und traumhaft an. Die Bilder sind stark und die Settings abwechslungsreich.

Dazu kommt, dass der Film viele charmante Effekte, Kostüme und Monster nach meinem Geschmack bietet. Es gibt diverse Ungeheuer, die Zombies ähneln, aber per se keine wirklichen Zombies sind. Zu der bösen Monster-Truppe gehören auch Kreaturen, die aus Star Wars entsprungen sein könnten (ein umgewandelter, monströser Chewbacca), fischartige Monster und eine fast splitternackte Anführerin, die den ganzen Film über eine Maske trägt (und erst im Finale ihr tolles Make-Up-Monster-Gesicht präsentiert). Hier und da schmust sie mit einer Schlange.

Dazu gibt es einige CGI-Laser-Effekte. Wenn unsere Helden den Pfeilbogen als Waffe einsetzen, so sind das ebenfalls charmante Effekte nach meinem Geschmack. Es gibt eine Szene, da waren die Effekte in der Tat «billig ins Bild kopiert». Dann, als unsere Helden in Deckung gehen und von unzähligen Pfeilbögen der Bösewichte beschossen werden. Das war die einzige Sequenz, welche tricktechnisch nicht genügt hat. Ansonsten waren es tolle Make-Up Kreationen, Masken und Kostüme. Für Lucio Fulci Verhältnisse mag es zwar eher harmlos zugehen, aber es gibt dennoch auch einige sehenswerte Splattereffekte und genug nackte Haut zu sehen, um Euro-Cult Fans zufriedenzustellen.

Der Film legt ein angenehmes Tempo an den Tag. Der kaum vorhandene Plot bietet immer wieder Verschnaufpausen. Dank den tollen Settings, den soliden Leistungen der Darsteller um Andrea Occhipinti (Der New York Ripper), Jorge Rivero oder Sabrina Siani (Aenigma) inklusive der tollen Musik von Claudio Simonetti (Mother of Tears) überzeugt der Film auch in diesen ruhigeren Momenten. Das Finale hätte etwas effektiver und länger ausfallen dürfen, aber im Grossen und Ganzen bietet Conquest ein unterhaltsames Sehvergnügen. Gehört Conquest also zu den schwächeren Filmen von Lucio Fulci (Lizard in a Woman's Skin, The House by the Cemetery)? Ich sage nein!

Fazit: Italo-Fantasy vom Feinsten!

Infos:

O: Conquest

Italien, Spanien, Mexiko 1983

R: Lucio Fulci

D: Andrea Occhipinti, Jorge Rivero, Sabrina Siani

Laufzeit der deutschen DVD: 85.00 Min.

Gesehen am: 27.07.04 / Neusichtung am: 10.03.26

Fassungen: Früher sah ich den Film via US-DVD von Anchor Bay oder Blue Underground. Als 84 Entertainment dann eine Fassung in Ital. mit Subs anbot, kaufte ich den neu. Die heutige Sichtung erfolgte daher über das deutsche Mediabook von 84 Entertainment. Der Film liegt in zwei Fassungen vor (regulär und als Grindhouse Version). Dazu gibt es ein Booklet und eine Soundtrack CD mit der Musik von Claudio Simonetti. Das Set wurde am Brugggore Filmfestival von Claudio Simonetti signiert. Der Film liegt in Deutsch, Englisch oder Ital. mit deutschen Subs vor. Ich sah mir den Film erstmals in Deutsch an und die Synchronisation ist gelungen und qualitativ besser als der Englische oder Ital. Dub. Wer eine Blu-Ray möchte, muss zur neuen US-Ausgabe von Cauldron Films greifen. Die haben den Film mit einer Soundtrack-CD, mit einer Bonus-Blu-Ray, einer Blu-Ray (Film) und einer UHD (Film) veröffentlicht. Dazu Ital./Englischen Ton mit englischen Untertiteln und vielen Extras (unzählige exklusive Interviews).