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Freitag, 7. Juli 2023

6. NIFFF Tag

Heute musste ich von zu Hause deutlich früher gehen als die Tage zuvor und ich war nach dem Schlafen müde. Es sah nach einem sonnigen, warmen Tag aus und so war es auch: ich verbrannte mich wie schon vor paar Wochen beim Wandern. Eingecremt habe ich mich nämlich nicht. Es standen zwei Filme auf dem Programm. Ich hatte nach dem gestrigen, enttäuschenden Tag schon irgendwie das Gefühl, dass auch das Programm von heute nicht genial ausfallen würde. Es zog mich am Mittag nach Neuchatel. Die erste Vorstellung war immerhin, welch Wunder, klimatisiert! Ich war erstaunt, dass Let's Scare Jessica to Death nicht von der Englisch sprechenden Anna Bogutskaya aus London vorgestellt wurde (ich dachte sie stellt alle Filme aus der Female Trouble Sparte vor). Es war ein mir unbekannter Mann, der Französisch gesprochen hat = habe kein Wort (ausser Slow burner) verstanden.

Der Film war ok. Aber nichts Besonderes. Aber immerhin: Kino weder voll und klimatisiert. Cool. Danach hatte ich eine ganze Stunde Pause, was ich bisher selten hatte. Ich versuchte im Liberty Lounge - Tapas Espagnoles et Burger einen Burger zu bestellen, da mir Haselnussrollen und Sandwiches, was ich seit 1.7 täglich esse, langsam aus dem Hals hängt. Jedoch wurde mir gesagt, dass nur Trinken möglich sei da Küche noch geschlossen. Schade! Sah von ihnen angenehm leer und kühl aus. Plus: bequeme Sitze! Also doch Sandwich und Haselnussrolle!

Danach stand der 2. und letzte Film am heutigen Tag an: Flowing! Der zwar ziemlich ausverkauft und es wurde sehr warm. Ich empfand den Film als ok. D.h. kann man 1x schauen, aber nichts Besonderes! Danach war ich deutlich früher fertig als an den Tagen zuvor, so dass ich via Brünnen (beim Westside) nach Hause fahren konnte und sogar noch zehn Minuten Zeit hatte, bevor der Bus kam, paar Sachen im Westside einzukaufen. Nebst verbrannter Haut hatte ich seit dem Nachmittag auch unterschwellig Kopfweh und da re Knie tat mir weh (vom vielen Sitzen?). Kopfweh sicher von der Sonne. Ich war die Tage oft lange an der prallen Sonne, ohne Hut oder Einzusalben. Zuhause nahm ich vorsorglich ein Ibubrufen und salbte das re Knie mit Ecofenac.

Und John McTiernan: nach wie vor nicht gesehen. Ich denke, der geniesst nicht gern das Bad der Menge. Zudem ist es heiss und er ist nicht mehr der jüngste. Es gab auch zuvor schon Gäste, die sich kaum haben blicken lassen: Dario Argento oder John Carpenter. Ich denke, die Konferenz mit John McTiernan war der einzige Anlass (nebst vielleicht noch Eröffnung und kommendem Abschlussfilm/Zeremonie), in dem er zu sehen war. Natürlich, laut Homepage wird er seine Filme vorstellen, die gehe ich aber nicht schauen. 

Heute wäre z.B. Die Hard gelaufen. Aber um auf John McTiernan zu warten hätte mich mehr als drei Stunden Wartezeit gekostet, und darauf hatte ich keinen Bock. Und ob er dann unterschrieben hätte, wäre auch nicht sicher. Auch am letzten Tag (da wird Predator gezeigt werden) werde ich schon längst zu Hause sein. Nur am Freitag könnte ich theoretisch versuchen, John McTiernan vor/nachdem er Last Action Hero vorstellt (weil der einzige seiner Filme, der in einem der Kinos und nicht am weiter weg entfernen Openair läuft), abzupassen. Dabei würde ich aber wohl den Start von The Nightingale verpassen, was auch schade wäre. Soll das Schicksal entscheiden!

PS: Die Reviews inklusive Bericht vom Freitag werden erst am Samstagabend (oder späten Nachmittag) Online sein!

 

Flowing Review

 
NIFFF 2023 Spezial

Flowing

Story:

Rom wird von Dauerregen heimgesucht. Der Dampf, der als Folge aus der Kanalisation dampft, löst in den Menschen etwas Tödliches aus. Vor allem Vater Thomas (Fabrizio Rongione) und Sohn Enrico (Francesco Gheghi) spüren die Folgen davon…

Meine Meinung:

Flowing bietet keine uninteressante Grundidee. Die Idee, dass ein mysteriöser Nebel, der aus Abflüssen (Lavabo Küche, Badewanne) oder der Kanalisation steigt, die Menschen verrückt werden und Dinge sehen lässt, welche sie für real halten und sich davon negativ leiten und beeinflussen lassen, ist erstmal interessant. Leider wurde der Film, der in mehrere Kapitel unterteilt ist (scheint mehr und mehr in Mode zu kommen, warum auch immer), nicht wirklich spannend umgesetzt.

Zwar gibt Regisseur Paolo Strippoli seinen Figuren ausreichend menschliche Tiefe, aber das Drama und die Klischees waren kaum zu ertragen und nervend. Immerhin hat sich Paolo Strippoli gemacht, denn seinen A Classic Horror Story aus dem Jahr 2021 (Netflix) war grottenschlecht. Und Flowing kämpft aktuell sogar in der internationalen Sparte am NIFFF um den Gewinn des Hauptpreises (wird er sicher nicht gewinnen).

Die Figuren waren, obwohl sie Raum und Tiefe bekommen, wenig sympathisch. Das Schicksal ist dem Zuschauer fast egal. Besonders Sohn Enrico nervt wie Hölle. Dass er überlebt, ist eine Schande! Total unsympathische Figur. Die Musik war auch gar nicht mein Fall und die Horrorparts waren der Sparte 08/15 und nichts Besonderes entsprungen. Die besten Szenen hat der Film am Anfang und Mittelteil, wo sich das Grauen langsam steigert und das explosive und effektive Finale/letzte Kapitel anzukünden beginnt.

Fazit: Einen Film, den man sich Mal ansehen kann, aber nichts Besonderes! Wäre auf Netflix und Co. besser aufgehoben gewesen…

Infos:

O: Piove

Italien, Belgien 2022

R: Paolo Strippoli

D: Fabrizio Rongione, Cristiana Dell'Anna, Francesco Gheghi

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 93 Min.

Gesehen am: NIFFF 2023

Fassungen: Am NIFFF 2023 gesehen im O-Ton mit Subs. Eine DVD/Blu-Ray/UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: Juli 2023).

Let's Scare Jessica to Death Review

 
NIFFF 2023 Spezial

Let's Scare Jessica to Death

Story:

Jessica (Zohra Lampert) wird aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen. Zusammen mit ihrem Ehemann und einem Kollegen beziehen sie in einer Kleinstadt ein Haus – um fortan dort leben zu können. Doch nicht nur eine Hippie-Frau, welche das Anwesen bewohnte, erschreckt Jessica, sondern auch Stimmen in ihrem Kopf und mysteriöse Bilder – ob sie einen Rückfall erleidet?

Meine Meinung:

Anfang der 70er Jahre Independent-Film aus den USA, der am NIFFF 2023 in der Sparte Female Trouble zu sehen war. Der Film bietet die nicht neue Grundidee, die wie folgt lautet: ist Jessica verrückt oder geht vom Anwesen wirklich eine Gefahr aus? Solche Geschichten wurden auch oft im Italo-Film erzählt, wo Ehemänner die Frauen z.B. in den Suizid treiben wollten. Oder in Klassikern von Polanski und Co. (The Sentinel, Rosemaries Baby). Ob dies auch in Let's Scare Jessica to Death der Fall ist? Vielleicht. Plus etwas Dead & Buried Vibes, wenn man so will.

Von dem, was der Typ, der den Film am NIFFF vorgestellt hat (alles auf Französisch) sagte, verstand ich nur "slow burner". Von einem USA Film aus dem Jahr 1971 mit dem Inhalt hätte ich jedoch auch nichts Anderes erwartet (nicht negativ gemeint). Der Film ist mehr oder weniger ok, gut schaubar und für eine einmalige Sichtung geeignet. Aber es handelt sich jetzt nicht um einen Film, den ich nochmal sehen müsste. Dazu ist der Film eben zu wenig speziell und bietet dem Zuschauer im Grunde nichts Neues.

Der Cast ist mir unbekannt, aber solide und glaubhaft. Die Bilder sind schön und hier und da ist der Film auch stimmungsvoll. Es wird versucht, mehr mit Stimmung und Plot Grusel zu erzeugen, als mit Bluteffekten. Es kamen z.T. fast Jean Rollin Vibes auf durch die Bilder, den Nebel, den See und die langsame, monotone Art und Weise, wie der Film in Szene gesetzt ist. Die Musik war etwas vom besten am Film. Nur einen Hauch Erotik habe ich vermisst. Die Kleinstadt mit den sonderbaren Bewohnern hat mir gefallen.

Fazit: Passabler 70er Jahre Grusel! Ok, aber kein Film für meine Filmsammlung!

Infos:

O: Let's Scare Jessica to Death

USA 1971

R: John D. Hancock

D: Zohra Lampert, Barton Heyman, Kevin O'Connor, Gretchen Corbett, Alan Manson, Mariclare Costello

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 89 Min.

Gesehen am: NIFFF 2023

Fassungen: Am NIFFF 2023 gesehen im O-Ton. Der Film lief in Deutschland als Grauen um Jessica im Pay- und Free-TV. Ob es eine VHS/DVD/Blu-Ray Vö in Deutschland gibt, ist mir nicht bekannt (Stand: Juli 2023). Wer eine Blu-Ray möchte, kauft die US-Ausgabe von Shout Factory.