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Dienstag, 9. Juli 2019

Update

Neuer NIFFF Bericht und neue Reviews

 

 

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- The Prey (NIFFF 2019 Spezial)

- Papi Gudia

- Tone-Deaf (NIFFF 2019 Spezial)

Tag 4 NIFFF Bericht

Erneut super geschlafen! Leider noch immer warm, auch wenn nicht mehr ganz so heiss und mehr Wolken am Himmel. Gewitter blieben leider aus. Kurz vor Mittag brachen wir (Kollege aus Zürich und ich) auf, um das einzige am Montag geöffnete Thai. Restaurant zu besuchen (von drei Thai. Restaurants hatten zwei geschlossen). Ich freute mich, da ich noch nie Thai. gegessen habe. Leider war auch dieses Restaurant geschlossen (Bis August Sommerpause).

Also suchten wir etwas anderes und ich ass in einem Restaurant ein wunderbares Stück Fleisch – das beste seit Freitag! Danach im Hotel ausruhen und Film schauen = ich guckte mir das indische Child’s Play Remake Papi Gudia an – 130 Minuten! Danach noch am See lesen (Stars keine getroffen, aber Tipp bekommen, dass Takashi Miike am Dienstag zu gewissen Zeiten Interviews geben soll) und dann ging es in den ersten Film, wo ich gegen die Müdigkeit kämpfte.

Danach gingen wir wieder essen, da lange Pause. Und wir fanden ein super Restaurant, das zwar zum Teil (was Fleischgerichte angehen) sehr teuer ist, aber qualitativ war das Essen erste Sahne! Zudem deutschsprachige Speisekarte und eine göttliche Dessert-Karte – dort muss ich unbedingt noch 2-3 essen gehen diese Woche! Mein Hals kratzt ein wenig – ob sich eine Erkältung anbahnt? Ende Mai / Anfang Juni lag ich fast zwei Wochen mit Grippe flach (das erste Mal seit der Kindheit hat es mich wieder erwischt – man wird halt nicht jünger), also nahm ich zu Hause im Hotel gleich paar Medikamente bevor es in Film Nr. 2 ging – in dieser Vorstellung nahm ich phasenweise einen sehr ekligen Geruch im Kino war (so als ob jemand in die Hosen gemacht hätte und/oder ob Gummi / Plastik verbrannt würde). War ekelhaft…

Am Abend habe ich mich vom Kumpel, der am Dienstag sehr früh abreisen wird (wegen Urlaub in Wien), verabschiedet und zog mich zum Reviews schreiben ins Hotel zurück!





Tone-Deaf Review

NIFFF 2019 Spezial




Tone-Deaf

Story:

Olive (Amanda Crew), dessen Vater (Ray Wise) sich umbrachte, als sie noch ein Kind war, hat Pech im Leben: sie und ihr Freund trennen sich und sie verliert ihren Job. Sie befolgt den Rat von Kolleginnen und nimmt sich für das Wochenende eine Auszeit auf dem Land. Sie mietet sich im Anwesen von Harvey (Robert Patrick) ein, nicht ahnend, dass es sich bei Harvey um eine gestörte und gefährliche Persönlichkeit handelt…

Meine Meinung:

Tone-Deaf hätte ich am NIFFF 2019 fast verpasst. Ich wurde durch einen Kollegen auf den Titel aufmerksam. Da ich Robert Patrick als Bösewicht sehr mag (The Faculty, Terminator 2, Last Gasp) buchte ich den Film bzw. die Vorstellung. Im gekauften NIFFF Katalog erfuhr ich dann noch, dass Regisseur Richard Bates Jr. zuvor den sehenswerten und zum Teil ekligen Film Excision (2012) drehte, den ich damals ebenfalls am NIFFF sah. Nach dieser Info sind meine Erwartungen leicht angestiegen…

Tone-Deaf hat mir gut gefallen. Zusammen mit Extra Ordinary und The Gangster, the Cop, the Devil stellt Tone-Deaf den bisher besten Film am NIFFF 2019 dar. Die Handschrift von Regisseur Richard Bates Jr., dessen andere Filme sich auch interessant anhören (Suburban Gothic und Trash Fire), ist unverkennbar: keine 08/15 Story, schräge Figuren mit Traumata, originelle, psychedelische Alptraum-Visionen/Szenen (à la Excision), ein Wiedersehen mit Twin Peaks Star Ray Wise (damit spielt er schon in drei Streifen vom Regisseur mit – scheint ein Lieblingsschauspieler von Richard Bates Jr. zu sein) und eine spannende, amüsante, bitterböse und satirische Handlung erwarten den Zuschauer, über dessen Verlauf man sich nie sicher sein kann.

Erst gegen Ende wird die Story gradlinig zu Ende erzählt. Der Erzählstil, die optischen Spielereien in den Traumsequenzen (oder wenn Olive ihren toten Vater in Alpträumen sieht) waren ziemlich cool. Viel Gore sollte man nicht erwarten, viel geschieht auch unübersichtlich, zu schnell, im off screen stattfindend. Der Film ist im Ganzen harmloser als Excision. Einzelne Szenen haben an Lars von Trier The House That Jack Built erinnert (wenn Psycho Robert Patrick z.B. direkt zum Publikum spricht).

Der Film ist, vom Genre her, ein Mix aus «Psycho», Horrorfilm, Komödie/Satire, What the Fuck Elementen und Terrorkino / Home Invasion. Das Ganze funktioniert recht gut, auch wenn das Finale irgendwie leicht enttäuschend war (und der eine Schlag mit dem Tomahawk doch zu sehr CGI – auch wenn nur aus der Ferne zu sehen). Aber langweilig wurde es kaum und wer Robert Patrick mag (oder die anderen Filme des Regisseurs), sollte sich Tone-Deaf nicht entgehen lassen!

PS: Ray Santiago, bekannt aus der Serie Ash Vs Evil Dead, ist in einer Kurzrolle zu sehen (als Chef, der Olive feuert).

Infos:

O: Tone-Deaf

USA 2019

R: Richard Bates Jr.

D: Amanda Crew, Robert Patrick, Hayley Marie Norman, Ray Wise

Laufzeit der Originalversion: Ca. 87 Min.

Gesehen am: NIFFF 2019

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2019. Es gibt noch keine DVD/Blu-Ray und auch keine dt. Fassung (Stand: Juli 2019).

Papi Gudia Review





Papi Gudia

Story:

Ein Gangster (Shakti Kapoor) wird von der Polizei (Avinash Wadhavan) gejagt und erschossen. Im Sterbeprozess lässt der Gangster, der schwarze Magie praktiziert, seine Seele in eine Spielzeugpuppe fahren. Diese landet bei einem kleinen Jungen (Master Amar) und dessen älteren Schwester (Karisma Kapoor). Als dessen Umfeld wegstirbt, schaltet sich die Polizei (Avinash Wadhavan der den Killer schon einst tötete) in den Fall ein…

Meine Meinung:

Chucky – Die Mörderpuppe (Originaltitel = Child’s Play) ist, wie auch die Teile zwei und drei der Reihe, eine schöne Horrorfilm-Kindheitserinnerung von mir. Bald startet in den Deutschschweizer Kinos das Remake – Child’s Play mit Aubrey Plaza (An Evening with Beverly Luff Linn) – um mich vorzubereiten habe ich mir statt dem Original von 1988 das indische inoffizielle Remake von 1996 (Film wirkt aber wie ein 80er Jahre Film) angesehen.

Der Film hat gegen das Original natürlich keine Chance, trotzdem finde ich es amüsant, dass es in Indien inoffizielle Remakes von solchen Filmen gibt. Das wusste ich bis vor kurzem nicht. Es gibt ja eine ganze Reihe von Filmen aus Indien, Indonesien und Co., die US-Filme neuverfilmen. Beispiele? Aatank (Der weisse Hai), Pembalasan rambu (Rambo), Srigala (Friday the 13th Variante mit Barry Prima), Mahakaal (A Nightmare on Elm Street)…und diese Liste würde sich ganz sicher beliebig fortsetzen lassen…Da es aktuell kaum möglich sein wird, solche unbekannten Filme (als Original-Fassungen) zu kaufen/erwerben/sammeln, schaue ich mir hier und da, z.B. am NIFFF (in langen Pausen), solche Filme an.

Papi Gudia hatte seinen Reiz, gerade weil man mit dem US-Film vergleichen will. Einzelne Story-Elemente sind fast 1:1 übernommen (Mord mit dem Hammer, explodierende Haus, Angriff der Puppe auf den Cop im Auto…). Die Puppe ist in Papi Gudia jedoch nicht wirklich gruselig, angsteinflössend sondern mehr niedlich, unfreiwillig komisch.

Die Horrorparts, die auf die ganze Länge gesehen nicht viele Szenen ausmachen, haben mir, trotz 1:1 aus dem US-Film gestohlen, gut gefallen. Trotz 1996 wirkt der Film wie ein 80er Jahre Filme und die Musik fetzt. Das mochte ich. Neu dazu kommen Nebenplots und paar Actionszenen (Schlägereien), die sehr solide in Szene gesetzt sind. Das haben die Filmemacher aus Indien halt einfach drauf.

Die mir total unbekannten Darsteller haben alle gut gespielt. Zum Teil sind sie sehr bekannt und in Indien grosse Stars, das gilt sowohl für Shakti Kapoor der den Bösewicht spielt wie auch für die sehr hübsche Karisma Kapoor, dessen nahezu ganze Familie im Filmgeschäft tätig ist. Avinash Wadhavan, der den Cop spielt, ist sicher auch ein bekanntes Gesicht im indischen Kino. Er wirkt wie der heldenhafte Rebell und Rambo in einer Person.

Warum die lange Laufzeit von über zwei Stunden? Das lag auch daran, dass der Film, immerhin ein Bollywood-Werk, auch mit viel Gesang und Tanz aufwartet. Es gab insgesamt sechs Lieder wobei die meisten unterhaltsam, sehenswert und amüsant waren. Nur das eine Stück auf Englisch gefiel mir gar nicht. Ein weiteres Lied erinnerte an Thriller von Michael Jackson. Dass das Remake von solchen Unterbrüchen begleitet wird, empfand ich als exotische Abwechslung, da mir das indische Kino unbekannt ist.

Fazit: Nicht uninteressant – ich werde mir sicher noch paar andere solche Titel (Srigala, Mahakaal…) ansehen in Zukunft!

Infos:

O: Papi Gudia

Indien 1996

R: Lawrence D'Souza

D: Avinash Wadhavan, Karisma Kapoor, Shakti Kapoor, Master Amar

Laufzeit der Originalversion: Ca. 130 Min.

Gesehen am: 08.07.19

Fassungen: Gesehen via Youtube – gute Bildqualität, im O-Ton (Hindi) und ohne Subs (wobei man mit Youtube Funktion sogar hätte anzeigen lassen können was ich erst NACH der Sichtung merkte). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2019). Es scheint den Film nebst VHS (nix Subs), VCD (nix Subs) und DVD (drei Filme auf einer Disc, keine Subs) aus Indien auch mind. in England auf DVD zu geben mit englischen Subs (oder Bootleg).

The Prey Review

NIFFF 2019 Spezial




The Prey

Story:

Ein Undercover Cop (Gu Shangwei) landet in einem Dschungelgefängnis, in welchem Menschenjagden durchgeführt werden…

Meine Meinung:

Auf The Prey freute ich mich im Vorfeld. Actionhandlung, Menschenjagd, was kann dabei schon schief gehen? Leider einiges. Der Film vom Jailbreak Regisseur (schon dieser war kein Meisterwerk) ist leider sogar schlechter und weniger sehenswert als Jailbreak, der sich immerhin nicht ernst nahm und der, auch wenn nicht wirklich tolle, immerhin viel Action bot, so dass der Film zumindest kurzweilig war.

Dies ist The Prey, der sich ernst gibt, leider nicht. Klischeehafte Story à la Harte Ziele und Co., wobei der Film nicht Mal als B-Actionfilm funktioniert. Zu viele Klischees und vor allem zu viele Längen. Dazu kommen schlecht gezeichnete Figuren (vor allem die Bösewichte), doofe Ideen (der Crazy Guy und seine Halluzinationen), lahme Action und ein ödes Finale, welches praktisch in purer Dunkelheit stattfindet, so dass man kaum was sieht.

Das niedrige Budget sieht man dem Film leider in jeder Sekunde an. Wenig Geld heisst nicht, dass man nicht tolle Action drehen kann. Leider hat The Prey nicht nur wenig Budget, sondern auch kein Talent hinter der Kamera und/oder auf dem Regiestuhl. Soll heissen:

Die Action rockt nicht. Definitiv nicht. Kämpfe gibt es fast keine, dafür viele (auch unblutige) CGI Shoot-Outs. Die Choreographie und Kameraführung der Actionszenen sind unter aller Sau. Da war definitiv kein Talent vorhanden. Alles wirkt billig, nicht speziell, viel zu nah am geschehen sprich unübersichtlich. Gu Shangwei war zumindest ein solider Lead und auch etwas sympathisch / charismatisch.

Das gilt leider nicht für den Rest des Cast. Besonders die Jäger waren schlecht gecastet wie auch die Vorgesetzten des Undercover Agenten, welche auf der Suche nach ihm sind. Vithaya Pansringarm ist sicher der bekannteste Name, der in Jimmy Hendersons Film mitwirkt. Er wurde vor allem dank Only God Forgives bekannt und spielt nunmehr mehr oder weniger in solchen Trash-Filmen mit (The Meg).

Und die Action wäre, gerade in diesem Film / Genre, das allerwichtigste. Wenn diese schlecht ist, ist der ganze Film schlecht. Sind die Action und der Rest schlecht, ist alles schlecht. Leider kann ich The Prey daher nicht empfehlen.

Fazit: Langweilig und Action ist schlecht = nicht zu empfehlen!

Infos:

O: The Prey

Kambodscha 2018

R: Jimmy Henderson

D: Byron Bishop, Sahajak Boonthanakit, Nophand Boonyai

Laufzeit der Originalversion: Ca. 93 Min.

Gesehen am: NIFFF 2019

Fassungen: Gesehen am NIFFF im O-Ton mit u.a. englischen Subs. Es gibt noch keine DVD/Blu-Ray und dt. Fassung (Stand: Juli 2019).