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Donnerstag, 8. Juni 2017

Only God Forgives Review



Only God Forgives

Story:

Thailand: Dealer Billy (Tom Burke) vergewaltigt und tötet eine 16jährige. Thai. Cop Chang (Vithaya Pansringarm) sorgt für Gerechtigkeit, indem er Billy dem Vater der Getöteten überlässt – dieser tötet Billy. Daraufhin reist Billys Mutter Crystal (Kristin Scott Thomas) aus den USA an, um den Tod von Billy zu rächen. Auch Billys Bruder Julian (Ryan Gosling) soll dabei eine Rolle spielen…

Meine Meinung:

Only God Forgives war meine erste bewusste filmische Nicolas Winding Refn Erfahrung welche ich 2013 erfahren habe obwohl ich seinen Valhalla Rising paar Jahre zuvor am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) gesehen habe (machte aber keinen Bezug zu Refn und merkte mir damals seinen Namen nicht).

Only God Forgives hat mir schon damals im Kino sehr gut gefallen und hat sich seitdem zu einem meiner Lieblingsfilme formiert, welchen ich theoretisch wöchentlich schauen könnte. Seit dem Kinobesuch 2013 habe ich den Film sicher 5-6x gesehen.

Danach habe ich mich mit weiteren Refn Werken auseinandergesetzt (= Drive, Pusher 1-3 und zuletzt The Neon Demon) und mir gefällt Only God Forgives zusammen mit Valhalla Rising und The Neon Demon am besten (Drive ist zwar auch gut, aber dann doch zu kommerziell und «normal»).

Die Story von Only God Forgives ist auf den ersten Blick relativ dünn und lässt vieles im Unklaren. Man kann viel interpretieren und sollte gar nicht zu viel hinterfragen, sondern einfach den Film und vor allem die visuelle Optik des Filmes geniessen. Die Stimmung und Atmosphäre auf sich wirken lassen, darin eintauchen. Zusammen mit dem grandiosen Soundtrack von Cliff Martinez, der ruhigen, monotonen Kameraführung/Kameraeinstellungen, der beeindruckenden Bildsprache und dem absolut passenden Schauspiel aller Beteiligten, die einen grossartigen Job leisten, verkommt jede einzelne Szene zu einem optischen Hochgenuss. Bildsprachlich und audiovisuell ist der Film ein absolutes Meisterwerk. Ein Fest für die Sinne!

Die Darsteller sind durchs Band toll anzusehen und mir ansonsten nicht bekannt. Hollywood Star Ryan Gosling wird teilweise gar in den Hintergrund gedrängt vom Thai. Vithaya Pansringarm (dem John Woo Lookalike Klon) und Kristin Scott Thomas gibt ein extrem boshaftes Miststück ab (im wahrsten Sinne des Wortes). Sie agieren aber alle sehr gut (inkl. jede Nebenrolle). 

Natürlich sind solche Filme (für einige sicher auch pseudointellektueller Mist, kann ich teilweise gar verstehen) bzw. Refn allgemein auch arg Geschmackssache und nicht jedermanns Sache – doch mir gefällt sein Schaffen sehr, so dass mir die teilweise ungeklärten Inhalte nicht sauer aufstossen. Denn für Refn gilt: «style over substance» und zumindest was seine Filme angehen (und wohlmöglich auch zukünftige Werke) werde ich davon sicherlich nie genug kriegen können!

Fazit: Wer nur durch Drive auf Refn aufmerksam wurde muss aufpassen – denn Drive war zwar sehr erfolgreich und auch ein guter Film, aber ist doch deutlich kommerzieller und fürs breite Mainstream Publikum gedacht im Gegensatz zu den anderen Refn Werken. Man darf also keinen Film à la Drive erwarten, sonst wird man ggf. schwer enttäuscht werden. Ich denke, entweder liebt oder hasst man seine Filme und ich gehöre definitiv zu den Fans, die seine Filme mögen (und auch die Musik von Cliff Martinez).

Infos:

O: Only God Forgives

Frankreich, Schweden, Thailand, USA 2013

R: Nicolas Winding Refn

D: Ryan Gosling, Vithaya Pansringarm, Kristin Scott Thomas, Tom Burke

Laufzeit der dt. Blu Ray: 89:34 Min.

Gesehen am: August 2013 im Kino

Review überarbeitet: 05.05.17

Fassungen: Die dt. Blu Ray kann ich nur empfehlen, weil: Uncut, Wendecover, O-Ton und dt. Subs, erstklassige Bild- und Tonqualität. Mir lag die Single Blu Ray Disc Edition vor = billig in der Anschaffung. Gibt auch Auflagen mit mehr Extras etc.

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