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Donnerstag, 26. April 2018

Update

Neue Reviews



- Butterfly Sword (komplett überarbeitet)

- High Crime aka Tote Zeugen singen nicht

- The Jade Raksha

Butterfly Sword Review




Butterfly Sword

Story:

Mehrere Attentäter (Tony Leung Chiu-Wai, Donnie Yen, Michelle Yeoh) sind hinter dem Leben von Lord Suen Yuk Pa (Elvis Tsui) her, um danach die Martial Arts Welt zu beherrschen. Doch der Auftraggeber (Wong Chung-Kui) hat den Attentätern eine Falle gestellt und will am Ende selbst an der Spitze stehen und die Killer am Ende selbst unter die Erde bringen…

Meine Meinung:

Butterfly Sword, dessen literarische Vorlage schon zu Shaw Brothers Zeiten verfilmt wurde (Killer Clans 1976), gefällt mir auch heute noch sehr gut. Fantasievolle Wu Xia / Swordplay Streifen wie Butterfly Sword waren Anfang der 90er Jahre in Hong Kong gern gesehen und erfolgreich! Ich denke da nur an Streifen wie die dreiteilige Swordsman Reihe, die dreiteilige A Chinese Ghost Story Reihe oder Filme wie The Moon Warriors, Dragon Inn, The Heroic Trio, Flying Dagger, The Three Swordsmen, Deadful Melody oder Wonder Seven.

Alle haben sie vor allem die Action gemeinsam: wirblig, fantasievoll, ohne der Gesetze der Schwerkraft und Natur folgend, schnell, Einsatz von Wirework aber durch und durch spektakulär, trotz rasanter Kameraführung hat man nie das Gefühl, dass die Kampfszenen unübersichtlich sind und/oder was zu verpassen und es gefällt sehr! Die Actionszenen sind auch in Butterfly Sword das grosse Highlight des Filmes, die einfach Spass machen und sehr ausgefallen arrangiert sind. Wer die oben genannten HK-Filme und deren Action mag, wird daher auch an Butterfly Sword seine Freude haben.

Der Film, dessen Action von keinem geringeren als Tony Ching Siu-Tung stammen, wartet zudem mit vielen Stars auf: Tony Leung Chiu-Wai (Hard Boiled), Donnie Yen (Tiger Cage), Michelle Yeoh (Project S) oder Elvis Tsui (Long Arm of the Law III). Der Inhalt scheint, wenn der Zuschauer die Stars nicht den Figuren zuordnen kann und im Genre neu ist, durchaus etwas verwirrend. Eigentlich sollte man nur eines wissen: alle sind hinter Elvis Tsui her und wollen ihn töten, am Ende wird zudem als Überraschung ein weiterer Endgegner aus dem Hut gezaubert (mit übergrosser Freddy Krüger Kralle).

Nebst Action hat mir vor allem der Endboss gut gefallen, von welchem ich dann doch gerne auch mehr gesehen hätte. Soll heissen: das Finale war gar etwas kurz und zu schnell vorbei, was schade ist. Ansonsten war der Film recht kurzweilig, auch wenn es die Liebesgeschichten und oder Joey Wongs Figur meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte – hätte man alles weglassen und den Film somit noch gradliniger und actionreicher machen können. Vor allem, weil der Twist am Ende ausser auf den taiwanesischen Fassungen so oder so fehlt (Michelle Yeoh begeht Suizid, weil sich Tony Leung für Joey Wong entscheidet, Donnie Yen, der heimlich in Michelle Yeohs Figur verliebt ist, stürzt sich mit ihr in den Tod = Ende).

Von den vier Stars geraten vor allem Joey Wong (keine Actionszenen) und Donnie Yen zur Nebenrolle, weil vor allem Tony Leung und Michelle Yeoh beleuchtet werden. Nur um das gesagt zu haben.

Fazit: Fantasievolle und actionreiche Verfilmung einer Gu Long Geschichte! Als Fan solcher Anfang 90er Jahre HK-Actionfilmen klar zu empfehlen!

Infos:

O: San Lau Sing Woo Dip Gim

HK 1993

R: Michael Mak

D: Tony Leung Chiu-Wai, Donnie Yen, Michelle Yeoh, Elvis Tsui, Wong Chung-Kui, Joey Wong, Jimmy Lin Zhi-Ying, Lee Wai

Laufzeit der US-DVD: 87:01 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / 2. Sichtung: Anfang Feb. 2018

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD von Tai Seng aus den USA vor = Uncut im Sinne der HK Kino Fassung (Taiwan Scheiben zeigen Originalende, in welcher sich zwei Figuren in den Tod stürzten), O-Ton, englische Subs vorhanden, gute Bild- und Tonqualität. Das Ende ist als Bonus auf der DVD. In Deutschland von Splendid in der gleichen Fassung mit den teilweise gleichen Extras und auch O-Ton und Subs (jedoch deutsche) auf DVD veröffentlicht.

High Crime Review






High Crime

Story:

Der harte Kommissar Belli (Franco Nero) und dessen Vorgesetzter Scavino (James Whitmore) arbeiten an einem langanhaltenden Fall, über welche Scavino schon eine ganze Akte zusammengetragen hat. Doch man will die «Big Bosse» und nicht die kleinen Fische – also geht es weiter mit dem Kampf gegen das organisierte Verbrechen, welche in Genua den Drogenhandel durchführen und sich auch gegenseitig das Leben schwermachen. Korruption bis in die höchsten Stellen erschweren zudem die Arbeit der Polizei. Als Scavino seine Akte mit Beweisen öffentlich machen will, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

High Crime, der in Deutschland unter dem kultigen Titel Tote Zeugen singen nicht veröffentlicht wurde, ist ein Kracher des Ital. Gangster/Polizeikinos. Es ist eine Schande, dass es den Film bisher nur in Italien und Japan auf DVD gibt (ohne Englische Sprache / Untertitel). Dass sich kein renommiertes Label an diesen starken Film gewagt hat, ist mir ein Rätsel (Blue Underground, Arrow Video, Raro Video, filmArt…).

Man merkt schon in den ersten 15 Minuten, dass man es mit einem Highlight zu tun hat: lange, spektakulär choreographierte Auto-Verfolgungsjagd inklusive Stunts und Crashs, gefolgt von einer schönen Explosion, in welcher die zerfetzen Körper in Zeitlupe aus dem Wagen geschleudert werden um danach die brennenden Opfer im Wagen zu zeigen. Der Film ist sicherlich nebst Contraband oder Die Rache des Paten einer der härteren Poliziotteschi Titel – blutige Shoot-Outs, ein Mord via Haken und/oder das Überfahren von diversen Personen (sogar vor Kindern wird nicht halt gemacht) – und alles in Zeitlupe und mehreren Einstellungen!

Letzteres ist ein Markenzeichen von Regisseur Enzo G. Castellari, der seine Regie-Karriere mit Italo-Western startete. Ich glaube High Crime war sein erster Poliziotteschi, was überrascht, da so hohe Qualität. Es folgten weitere Filme wie Ein Bürger setzt sich zur Wehr (wieder mit Franco Nero) auch bekannt als Ein Mann schlägt zurück, Racket (der ist auch toll – mit Fabio Testi), Dealer Connection - Die Straße des Heroins (auch mit Fabio Testi, liegt hier noch ungeschaut herum) oder Der Tag der Cobra (einmal mehr mit Franco Nero).

Franco Nero (Djangos Rückkehr) gefällt als harter Cop, der am Ende aber auch selbst einstecken muss (seine Familie wird miteinbezogen). Auch sein Boss wird sehr überzeugend gespielt und die Wortgefechte, welche sich beide mehrfach liefern, sind dramatisch, emotional und amüsant anzusehen. Die einzelnen Gangster sind hier und da toll, hier und da weniger prägnant dargestellt. Auf alle Fälle ist der Film nicht langweilig. Der Grundton ist düster und pessimistisch. Man fragt sich als Zuschauer schnell einmal, ob Franco Neros Figur die Drahtzieher überhaupt schnappen und dingfest machen kann, bei der Situation (Korruption in den eigenen Reihen) und ob es überhaupt möglich ist, ein Happy End zu erleben oder nicht. Und ein Happy End würde ich das Ende auch nicht nennen…

Castellaris Tochter wirkt im Film ebenfalls mit und selbstverständlich sollen an dieser Stelle die De Angelis Brüder nicht vergessen werden, welche dem Film einen schönen und passenden Soundtrack spendiert haben, der gleich zu Beginn bei der langen Auto-Verfolgungsjagd so richtig zur Geltung kommen darf. Die De Angelis Brüder gesellen sich damit zu anderen Komponisten, welche dem Italo-Genre (Western, Giallo, Poliziotteschi, Horrorfilme, Komödien etc.) wunderschöne Musik zugeliefert haben (Ennio Morricone, Band Goblin, Riz Ortolani, Luis Bacalov, Nico Fidenco, Bruno Nicolai etc.).

Fazit: Einer der besten Poliziotteschi Titel = Fans absolut zu empfehlen!

Infos:

O: La Polizia incrimina la legge assolve

Italien, Spanien 1973

R: Enzo G. Castellari

D: Franco Nero, James Whitmore, Delia Boccardo, Fernando Rey, Duilio Del Prete, Silvano Tranquilli

Laufzeit der Originalversion: Ca. 98 Min.

Gesehen am: 01.02.18

Fassungen: Mir lag das VHS aus Israel unter dem Titel High Crime vor = gute VHS Bildqualität, gute Englische Sprachfassung mit hebräischen Subs und das beste und wichtigste: komplett Uncut! Die einzigen DVDs, die mir bekannt sind, sind aus Italien und Japan = in Ital. ohne Subs bzw. mit japanischen Subs, aber nicht englischfreundlich. Die dt. Fassungen (nur VHS) sind zensiert (1Min.15Sek.). Hier wäre es wünschenswert, dass sich ein Label wie filmArt anschickt, den Film würdig in Deutschland zu veröffentlichen!

The Jade Raksha Review





The Jade Raksha

Story:

Leng Qiu Han (Chen Pei-Pei) ist auf dem Rachetrip. Ihre Eltern wurden von jemanden namens Yan umgebracht. Sie weiss jedoch nicht welcher Yan – da ein häufiger Name. Also tötet sie ALLE Yan unter ihrem Pseudonym «Jade Raksha». Sie trifft auf Xu Ying Hao (Tang Ching), der sie rettet und verliebt sich in sie. Das dumme: dieser arbeitet für Master Yan Tian Long (Yeung Chi-Hing), der damals Lengs Eltern bzw. Familie hat töten lassen, was Xu Ying Hao aber nicht weiss. Um es für Leng noch schlimmer zu machen, verliebt sich Xu Ying Hao in die Bettlerin / Sängerin Jiang Yin Fung (Wong Ching-Wan) und umgekehrt, wobei dessen Vater (Ku Feng) ein Geheimnis verbirgt, welches Xu Ying Hao Familienhintergrund betrifft…

Meine Meinung:

Dieser Ende 60er Jahre Schwertkampffilm der Shaw Brothers hat mir gut gefallen. Es wird eine interessante Rache-Story erzählt, welche am Ende mehr bietet, als nur eine 08/15 Handlung. Es tauchen mehrere Figuren auf, welche für den Verlauf der Geschichte von Wichtigkeit sind. Zudem werden die Taten der Figuren auch erläutert – wobei einige ethische Dilemmas wiederfahren. Das macht den Reiz der Geschichte aus da es eben nicht nur um richtig oder falsch geht.

Der Film ist dabei sehr schön gefilmt und war für damalige Zeiten aufwändig in Szene gesetzt worden - viele tolle Kulissen, Effekte und schöne Hintergründe. Cheng Pei-Pei, welcher zwei Jahre zuvor mit Come Drink with Me der grosse Durchbruch gelang und danach in unzähligen Shaw Brothers Produktionen mitwirkte und zu den bekanntesten weiblichen Vertragsschauspielerinnern gehörte, spielt die Rolle der titelgebenden Jade Raksha sehr gut, auch wenn die Figur mehr als einmal unsympathisch agiert und wirkt. Aber gut gespielt, auch in den Actionszenen (als ehemalige Tänzerin konnte sie von ihren Ressourcen Gebrauch machen).

Aber auch die anderen Darsteller figurieren sehr gut: Tang Ching (sagt mir nichts, aber war sympathisch), Yeung Chi-Hing als Bösewicht (dachte zuerst es sei Ku Feng!!!), Ku Feng (als blinder Kämpfer), Wong Ching-Wan (als schüchternes Mädel, etwas farblos) und Fan Mei-Sheng ist als Film-Sohn des Bösewichtes zu sehen, der am Ende blutig stirbt.

Die Kampfszenen, vor allem mit Schwertern und kleinen, fliegenden «Darts» und/oder Fallen und Hinrichtungsgeräte angereichert, sind teilweise recht blutig ausgefallen wie so viele andere der Ende 60er Jahre Swordplay Streifen.

Fazit: Gut – Empfehlung an alle Shaw Brothers Fans!

Infos:

O: Yu Luo Cha

HK 1968

R: Ho Meng-Hua

D: Cheng Pei-Pei, Tang Ching, Yeung Chi-Hing, Ku Feng, Wong Ching-Wan, Fan Mei-Sheng

Laufzeit der Originalversion: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 01.02.18

Fassungen: Gesehen via Ziieagle Box = Uncut, sehr gute Bildqualität, O-Ton, englische Subs vorhanden. Gäbe es in dieser Form auch auf DVD (von IVL in HK, von United in Thailand). Es gibt keine dt. Fassung (Stand: Feb. 2018).

Samstag, 21. April 2018

Neue Reviews und neuer Neuauf



- Neuer Neukauf


- Shaolin Temple Strikes Back

- Exposed to Danger

- Auge um Auge

- La mansión de Araucaima (Archiv Review)

Neukauf







Die neun Pforten
Thriller von Roman Polanski mit Johnny Depp. Könnte spannend und stimmungsvoll sein. DVD fast wie geschenkt (Ebay von einem Deutschen), Wunschliste abgearbeitet.

Shock Wave
Letztes Jahr am FFF in Berlin gesehen. Auf Wunschliste gesetzt, diese abgearbeitet. HK DVD war sogar billiger als die deutsche DVD...

A Taxi Driver
Neuer Film aus Südkorea. Beruht auf wahren Ereignissen. Soll gut sein. HK DVD im O-Ton mit englischen Subs. 

Re:Born
Japanische Martial Arts Action mit Versus Star Tak Sakaguchi. Trailer sah vielversprechend aus. UK Ausgabe (DVD, Blu-Ray) in Japanisch mit englischen Subs. 

Manhunt
Neuer John Woo Streifen. Bin sehr skeptisch (China Action), da HK-DVD aber sehr billig war trotzdem zugeschlagen. 

Port of Call
True Crime Thriller aus Hong Kong in der Director's Cut Version. Reiner Hong Kong Film. Keine Ahnung wie sich der DC von der Kinofassung unterscheidet - aber habe mich für den DC entschieden. 

The Hand That Feeds the Dead
Türkisch-ital. Euro Cult mit Klaus Kinski - als US-DVD. War sehr billig. 

Trivisa
Reiner HK-Film der gute Kritiken bekommen hat. Produziert von Johnnie To. Soll mit vielen HK-Stars aufwarten. HK DVD.

The Brink
Neue Action und reiner HK-Film mit Shawn Yu und Yasuaki Kurata. Trailer sah cool aus - bestellt. HK DVD.

Paradox
Teil drei der "SPL" Reihe. Bin sehr skeptisch, aber trotzdem gekauft da billig. HK-DVD. Wilson Yip führt wieder Regie, besetzt mit Louis Koo, Ken Lo und Tony Jaa.

The Rebel
Aka Poliziotto solitudine e rabbia aka Der Mann, der Venedig hieß - Abarbeitung meiner Wunschliste von Ital. Gangster- und Polizeifilmen. Jap. VHS 2x auf Facebook gesehen - aber nicht zum Kaufen. Dann zufällig günstig auf Ebay von einem Japaner gekauft.

Taeguk School and Shaolin Temple
Aka Shaolin and the Tae-keuk Martial Arts (Sorimgwa taegeukmun) und 소림과 태극문. Old School Kung Fu Film aus Südkorea 1983. Da selten und ich das Genre mag gekauft - als VHS aus Südkorea. 

Shaolin Temple Strikes Back Review




Shaolin Temple Strikes Back

Story:

Ming-Chinesen werden im ganzen Land gejagt und getötet. Die Ming-Prinzessin kann mit ihrem Helfer (Chen Kin-Cheong) in einen Shaolin Tempel entkommen. Doch der bösartige Qing-General Wong (Chen Shan) ist ihnen mit seinen Truppen bereits auf den Fersen…

Meine Meinung:

Ich dachte es handelt sich um einen der vielen The Shaolin Temple (der grosse Jet Li Klassiker und Festland Film, welchen Jet Li über Nacht zum gefragten Star machte) Nachzügler, die im Rahmen des Jet Li Filmes entstanden sind, aber Pustekuchen! Der Film ist, zumindest laut Internetangaben und Filmdatenbanken 1981 entstanden – also vor The Shaolin Temple.

Regisseur Joseph Kuo hat Erfahrungen im Shaolin und/oder Old School Kung Fu Genre: Dragon's Claws ist einer aber vor allem die Carter Wong Shaolin Filme hat man als Fan ihm zu verdanken, z.B. The Blazing Temple, The 18 Bronzemen (plus Fortsetzung), The Eight Masters, The Shaolin Brothers (Alias: Legend of the Living Corpse -was für ein TITEL!) oder The Shaolin Kids. Und überall ist Carter Wong dabei – nur in diesem Streifen nicht.

Der in Taiwan billig entstandene und viel Natur aufweisende Film hat mir ausgezeichnet gefallen, war besser als erwartet. Grund: es gibt sehr viel Action, meist in Form von Kampfszenen und auch Trainingsszenen. Ich denke, man hat auch mit echten Shaolin Mönchen, echten Kämpfern, Stuntmännern und/oder Wushu Champs zusammen gearbeitet- gerade die Trainingsszenen waren extrem stark und immer, wie auch die Kampfszenen, sehr bodenständig und realistisch. Im Finale gibt es dann Dauer-Action, die teilweise auch recht brutal geworden ist (Arme abhacken).

Die mir nicht bekannten aber unverbrauchten und in den Actionszenen eine sehr gute Figur machende Schauspieler/Kämpfer, haben mir sehr gut gefallen. Haben einen fantastischen Job gemacht. Auf sonderbaren Humor und Klamauk wird zwar nicht verzichtet, aber man schraubt diesen schon nach unten und der Film ist mehr oder weniger ernst und düster. Von den Figuren haben mir die zwei Frauen, der Helfer der Prinzessin, der kämpfende Ober-Shaolin-Mönch am Ende und vor allem der Bösewicht (Chen Shan agiert sehr gut, gibt Pluspunkte, herrlich fieser Schurke vom Dienst) am besten gefallen.

Einziges Manko: das schmalzige Happy End kam dem Film nicht gut zu stehen – nachdem der Oberbösewicht besiegt ist, hätte sofort die The End Einblendung kommen können! Alles was danach noch ist, ist langweilig und wenig interessant.

Trotzdem: sehr hohe, überdurchschnittliche Qualität was die Actionszenen, Realismus oder Choreographie angehen: stark! Klare Empfehlung an jeden Old School Kung Fu Film Fan!

Infos:

O: He Nan Song Shan Shao Lin Si

Taiwan 1981

R: Joseph Kuo

D: Chen Shan, Chen Kin-Cheong, Mark Lung Koon-Mo, Chiang Nan, Cliff Ching Ching

Laufzeit der HK VCD: Ca. 89 Min.

Gesehen am: 31.01.18

Fassungen: Es gibt keine dt. Fassung (Stand: Feb. 2018). Mir lag die HK VCD vor (Label unbekannt, steht nichts Englisches auf dem Cover) = k.A. ob Uncut/cut (hat viele Master-Fehler und Sprünge), durchschnittliche Bildqualität (in Nachtszenen leicht dunkel, li und re fehlt Bildmaterial, sonst recht hell und gut schaubar). Vom gleichen Label auf VCD veröffentlicht, alles Filme aus Taiwan: Sword With the Windbell mit David Chiang, New Pilgrims to the West mit Chen Kuan-Tai sowie der Fantasy Film The Imperial Sword Killing the Devil.

Exposed to Danger Review




Exposed to Danger

Story:

Chou Tien Chi (Lu Hsiao-Fen) verbüsst eine lange Haftstrafe für den angeblichen Mord an einem Mann, welchen sie jedoch gar nicht getötet hat. Da kommt ihr ein Jobangebot in einem kleinen, ruhigen Küstenort gerade recht. Doch dort bekommt sie es mit einer Psychopathin (Chang Fu-Mei) zu tun, welche ihr (und auch anderen) nach dem Leben trachtet…

Meine Meinung:

Exposed to Danger ist ein taiwaneischer Psychothriller / Slasher der sich zudem in einigen Szenenabläufen 1:1 im Finale an Freitag der 13. orientiert. Der Film ist solide und gut schaubar, aber kein Highlight. Was man dem Werk positiv anrechnen muss ist der Verzicht auf Humor, der düstere Grundton, der den ganzen Film durchzieht und dass der Film sich eben am westlichen Kino orientiert und dies gut gelingt. Und ganz schlimme 80er Jahre Frisuren zeigend...

Dass der Film dabei nicht an grosse US-Vorbilder herankommt, versteht sich von alleine. Teilweise hat es auch paar Längen und/oder Unglaubwürdigkeiten (Story, Logik, Verhalten der Figuren). Angeblich soll es eine in Handlung gestraffte Export-Version geben, welche sogar besser sein könnte, je nachdem was man alles weggelassen hat. Die Figuren waren solide. Chang Fu-Mei als «Pamela Voorhees» Verschnitt schrammt jedoch teilweise stark am Overacting vorbei.

Der Film ist nicht nur düster, sondern wird im Finale teilweise auch blutig, wobei man nicht zu viel erwarten sollte (also auch hier: keine Freitag der 13. Qualitäten erwarten was sichtbare Bluteffekte angeht). Es gibt aber einige gute Schockszenen (gefundene Leichen, blutige Messer, Maden in einer Augenhöhle) und auch paar Szenen, in denen Tiere nichts zu lachen haben (aufgehängter Affe, Huhn wird Kopf abgehackt, Schildkröte welche am Strang von Kindern mit Stöcken geschlagen wird).

Weil der Film dabei westlicher als andere asiatische Filme aus der Zeit wirkt, ragt Exposed to Danger trotzdem aus der Masse hervor und kann daher gut geschaut werden.

Fazit: Solider Psychothriller mit actionreichem Finale und guten Schocksequenzen.

Infos:

O: Leng Yan Sha Ji

Taiwan 1982 (andere Seiten sagen 1984)

R: Yang Chia-Yun

D: Alan Tam, Luk Siu-Fan, Cheung Foo Mei, Lam Joi Pau, Hua Lun

Laufzeit der HK LD: Ca. 102 Min.

Gesehen am: 30.01.18

Fassungen: Es gibt keine dt. Fassung (Stand: Jan. 2018). Mir lag die HK LD von Ocean Shores vor = Uncut (ob die Enthauptung in den anderen Versionen zu sehen ist, wage ich zu bezweifeln, wohl nicht gedreht, weil keine Effekte Techniker à la Tom Savini an Bord), solide Bildqualität, O-Ton, englische Subs. Gibt es in den USA auf DVD in einer Sammelbox mit über 30 Filmen (Englisch Dubbed, fürchterliche Ton- und Bildqualität, k.A. ob Uncut). Es scheint noch ein VHS aus den USA zu geben (Tai Seng).

Auge um Auge Review



Auge um Auge

Story:

Gangster entführen den Sohn eines reichen Geschäftsmannes (James Mason). Zufällig gerät der Sohn von Mario (Luc Merenda), einem einfachen Mechaniker, zwischen die Fronten und wird ebenfalls entführt. Die Polizei ermittelt, doch der Geschäftsmann sträubt sich, die geforderte Summe zu zahlen. Die Gangster erhöhen den Druck und töten Marios Sohn. Dieser schwört daraufhin Rache…

Meine Meinung:

Auge um Auge, ein ital. Gangster/Polizeistreifen, hat mir gut gefallen und kann ich Fans des Genres wärmstens empfehlen. Fernando Di Leos Können und Erfahrungen, er ist kein unbekannter im Genre, sieht man im ganzen Film an. Von ihm stammen auch Filme wie Toy, Killer Vs. Killers, Shoot First, Die Later, Der Teufel führt Regie oder Milano Kaliber 9. Darunter sind einige starke Filme, die es zu empfehlen gilt.

Luc Merenda, ein Franzose, war im Poliziottesco Genre nebst Stars wie Tomas Milian, Franco Nero, John Saxon, Mario Adorf oder Maurizio Merli ein gefragter Mann. Doch nicht alle Hintergrundinfos, welche man über Merenda findet, stimmen auch. Wiki gibt z.B. an, dass Merenda nie in Rollen mit Selbstjustiz aufgetreten sei – was in der Rolle in Auge um Auge schon wiederlegt wird.

Das ehemalige Modell macht seine Sache sehr gut, sowohl in den ruhigen Momenten (1. Filmhälfte, z.B. als er seinen toten Sohn identifizieren muss, die ganzen Gespräche mit dem Inspektor) als auch in den Actionszenen (2. Filmhälfte = Selbstjustiz à la Charles Bronson). Von den Bösewichten gefällt vor allem der Mittelsmann, der auch den Film-Sohn von Luc Merenda getötet hat. Die obersten Bosse bleiben blass und kommen erst während der Hinrichtungsszene vor (die Szene ist sehr cool, aber auch etwas naiv von den Bossen, dass Merenda gar nicht durchsucht wird).

James Mason als harter Geschäftsmann, der um das Leben der Kinder pokert und teilweise verliert, macht seine Sache auch sehr gut. Schade ist, dass seine Person, nachdem Luc Merenda seinen Rachefeldzug startet, einfach so von der Bildfläche verschwindet und keine Erwähnung mehr findet.

Der wild um sich gestikulierende Inspektor, der mit vielen emotionellen Szenen und politischen Themen aufwartet (die ganzen Gespräche mit Luc Merenda), fand ich gelungen und sympathisch. Genau aus dem Grund hat mir die sehr ruhige erste Hälfte, welche vor allem vom Schauspiel, der Zeichnung der Figuren und von Emotionen her geprägt sind, sehr gut gefallen bzw. genau so gut gefallen wie die actionreiche 2. Hälfte (Shoot-Outs, paar Motorrad-Stunts, Verfolgungsjagd durch enge Gassen). Zu den gefühlsvollen Momenten stösst der grandiose Soundtrack von Luis Bacalov positiv dazu, der letztes Jahr leider verstorben ist.

Fazit: Jedem Poliziottesco Fan ans Herz zu legen!

Infos:

O: La Città sconvolta: caccia spietata ai rapitori

Italien 1975

R: Fernando Di Leo

D: Luc Merenda, James Mason, Irina Maleeva, Marino Masé, Daniele Dublino

Laufzeit der dt. DVD: Ca. 95 Min.

Gesehen am: 30.01.18

Fassungen: Mir liegen zwei Fassungen vor: Dt. DVD von NEW, die es wegen der deutschen Sprachfassung, meist qualitativ exzellent und die Filme gar aufwertend, zu bevorzugen gilt (Englisch/Ital. und dt. Subs wären auch an Bord). Uncut ist die Scheibe auch, die Bildqualität ist sehr gut, aber «nur» auf DVD Standard. Zudem liegt mir die US-Blu Ray von Raro Video vor = Fernando Di Leo Crime Collection 2, gekauft wegen dem dort enthaltenen Film Shoot First, Die Later.

La mansión de Araucaima Review

 NIFFF 2016 Spezial


La mansión de Araucaima

Story:

In einer alten, abgelegenen Behausung wohnen diverse Bewohner unter sich, isoliert von der Aussenwelt: Don Graci (der Chef und Besitzer des Landes), La Machiche (die einzige Frau und Haushure), Paul (der Aufpasser der im Garten im Zelt schläft), The Priest (ein ehemaliger Priester), Camilo (ein im Mitleid versunkener, ehemaliger Pilot ohne Manneskraft) und Cristobal (der schwarze Diener des Hauses, der von Paul gehasst wird). Als die junge wie bildhübsche Angela (Adriana Herrán) im Anwesen auftaucht sind zunächst alle erfreut - doch nach und nach kommen negative Gedanken und Veränderungen und Feindseligkeiten auf, denn Angelas Lieblichkeit verändert die Strukturen der einzelnen Bewohner…

Meine Meinung:

Dieser seltene aber durch und durch zu einem Fantasy Film Festival passende und phantastische Film lief am NIFFF in der Retroperspektive (Filme über Südamerika). Jemand aus Cast und Crew (glaub Produzent oder Editor, auf jeden Fall hatte er auch noch einen kleinen Part im Film als Darsteller) war anwesend und hat zuvor über den Film berichtet (in Englisch). War sympathisch.

Den Film fand ich gut, auch wenn es geschmacklich dann nicht für die Sammlung reicht. Aber für den frühen Auftakt am Mittag war der Film wirklich gut und ich fühlte mich keine Sekunde gelangweilt, zumal ich von der Story kaum was wusste (Inhalt diesmal erst nach dem Schauen geschrieben bzw. korrigiert & angepasst). Die Story war gar spannend, sehr atmosphärisch.

Der im Vorgespräch erwähnte Sub-Genre Titel "Tropical Gothic" war gar nicht schlecht gewählt, wobei ich dem Begriff Gothic dann doch eher etwas Gruseliges oder Unheimliches gleichsetze, was dann doch nicht ganz zum Film passte. Jedoch passt es zur Behausung des Filmes - denn durch diese und das seltsamen Zusammenleben der in der Inhaltsangabe genannten Figuren entsteht eine sonderbare, jedoch zu jederzeit fesselnde und anziehende Atmosphäre, welche durch das tolle Set-Design und die starken Leistungen der mir unbekannten Darsteller verstärkt wird.

Dazu kommt, dass der Film sehr erotisch ist - auch wenn nur vereinzelt Sex- oder Nacktszenen zu sehen sind, so ist viel öfters eine latente, unterschwellige Erotik auszumachen. Der Film hat mich am meisten an ein erotisches, surreales Märchen erinnert mit dramatischen Einflüssen (Story Verlauf am Ende). Und das beste: alles passt zusammen und der Mix funktioniert.

Fazit: Ein recht schöner und ansehnlicher Film, den man sich gut einmal ansehen kann! Da wurde ich am NIFFF schon schlechter unterhalten. Nun freue ich mich noch mehr auf Pura Sangre der von den ähnlichen Filmemachern zu sein scheint, jedoch dann im Horrorgenre zu Hause ist!

Infos:

O: La Mansión de Araucaima

Mexiko 1986

R: Carlos Mayolo

D: Carlos Mayolo, Adriana Herrán, José Lewgoy

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 85 Min.

Gesehen am: Juli 2016 am NIFFF

Fassungen: Habe den Film am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) 2016 gesehen in Spanisch mit englischen UT. Es scheint nur in Südamerika eine DVD zu geben ohne englischen Ton / UT. Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: April 2018).

Montag, 16. April 2018

Update

Neue Reviews und neuer Neukauf



- Neuer Neukauf


- Gang War in Milan

- The Lair of the White Worm

- The Executioner II: Karate Inferno

Neukauf 16.04.18






Der Tollwütige
Die Erstsichtung ist über zehn Jahre her - damals als Anchor Bay DVD aus den USA beim Kumpel. Weiss kaum mehr etwas über den Film. Abarbeitung meiner Wunschliste von Ital. Gangster- und Polizeifilmen. In Deutschland von X-Cess neu veröffentlicht worden als Mediabook (Booklet, DVD, Blu-Ray). Neues Master, Uncut, Deutscher, Ital. und Englischer Ton mit Subs. Die dt. Synchro dürfte exzellent sein. Die Fassung war seit Jahren angekündigt, daher entschied ich mich gegen Importe (z.B. die UK Blu-Ray).  

A Pistol for Ringo / The Return of Ringo
UK Blu-Ray von Arrow Video = Uncut, beide Filme auf einer Blu-Ray, Ital. Ton, englische Subs, viele Extras, Wendecover, 43seitiges Booklet. Mir nicht bekannte Italo-Western. Ein Genre, welches ich noch immer zu wenig kenne. Die dt. DVDs sind Out of Stock (Schweizer Shops betreffend). Mir reichte aus, dass Giuliano Gemma die Hauptrolle spielt = Kauf. Günstig auf Ebay gekauft (günstiger als bei Arrow Shop).

The Suspicious Death of a Minor
Film von Sergio Martino. Soll Mix aus Giallo und Poliziotteschi Genre sein. Stand auf der Wunschliste. UK Fassung (DVD/Blu-Ray Combo) von Arrow Video. Uncut, Wendecover, 19seitiges Booklet, exklusive Extras, Ital. Ton, englische Subs. Günstig auf Ebay gekauft (günstiger als bei Arrow Shop).

Gang War in Milan Review




Gang War in Milan

Story:

Salvatore "Toto" Cangemi (Antonio Sabato) hat in Milan das Sagen. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, aber auch ein erfolgreicher Gangster- und Zuhälter. Französische Gangster um «Kapitän» Roger Daverty (Philippe Leroy) tauchen auf und breiten sich in Milan aus. Sie wollen Toto zur Zusammenarbeit zwingen. Dieser ist nicht gewilligt, auf den Deal einzugehen. Beide Parteien überlegen, wie sie die andere vernichten könnten mit Verlusten auf beiden Seiten…

Meine Meinung:

Umberto Lenzi (Cannibal Ferox, Eaten Alive) hat mit dem in Deutschland bis dato noch unveröffentlichten Gangster-Streifen Gang War in Milan einen unterhaltsamen und tollen, wenn jedoch nicht ganz an seine späteren Werke im Genre heranreichenden, Film geschaffen.

Der Film legt im Vergleich zu anderen Streifen mehr Wert auf die Handlung und die Figuren. Obwohl andere Werke deutlich mehr Action, Stunts oder Brutalitäten aufweisen können machte mir Gang War in Milan, gerade wegen der simplen, unterhaltsamen Story und den tollen Figurenzeichnungen, sehr viel Spass.

Man ist schnell in der Handlung und gefesselt, denn es ist amüsant und ideenreich, wie sich die zwei Persönlichkeiten im Film, beide genial gespielt von Philippe Leroy (genau so stelle ich mir einen Franzosen im Film vor) und Antonio Sabato (voller Elan und Emotionen, hat mich hier und da ans Schauspiel eines Mario Adorf erinnert, sehr charismatisch), kaputt machen wollen. Oft haben dabei die Frauen wenig zu lachen.

Man nimmt sich jedoch Zeit mit dem Verlauf des Inhaltes und es gibt Opfer auf beiden Seiten. Die Polizei kommt auch vor, aber steht mit ihren Ermittlungen nicht im Mittelpunkt der Geschichte. Die Geschichte entwickelt zwischen den zwei Gangstern und das Ende hat mir gut gefallen. Auch die Nebenfiguren machen allesamt einen prima Job. Nur die von Alessandro Sperli gespielte Figur (Billy Barone, der Toto helfen soll, gegen den Franzosen anzukämpfen) war etwas schwächer, da relativ blass und 08/15 mässig dargestellt, aber für den Verlauf der Story nicht unwichtig.

Fazit: Kommt zwar nicht ganz an Lenzis Kracher ran (Der Berserker, Die Viper, Die Gewalt bin ich, Die Kröte), aber für Fans des Genres gut genug um amüsant und bestens unterhalten zu werden!

Infos:

O: Milano rovente

Italien 1973

R: Umberto Lenzi

D: Antonio Sabato, Philippe Leroy, Antonio Casagrande, Carla Romanelli, Alessandro Sperli, Franco Fantasia

Laufzeit er US-Blu Ray: 100:16 Min.

Gesehen am: 23.01.18

Fassungen: Mir lag die US-Blu Ray von Raro Video vor = Schuber, Booklet, erstklassige Bild- und Tonqualität, Englisch/Ital. mit englischen Subs. Es gibt keine dt. Fassung (Stand: Jan. 2018).