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Mittwoch, 23. September 2026

The Flag of Iron

The Flag of Iron

Story:

Cao Fung (Lu Feng) organisiert eine Falle, um seinen Clan-Leader (Liang Yao-Wen) zu töten. Nun wird er selbst zum Leader und will weitere ehemalige Clan-Mitglieder (Phillip Kwok) töten lassen…

Meine Meinung:

The Flag of Iron von Chang Cheh (Four Riders, Iron Bodyguard, The Bloody Escape) sah ich sehr lange nicht mehr (April 2008). Am kommenden Wochenende steigt ein Event in London, in welchem Venom- und Shaw Brothers Star Lu Feng (Fight Among the Supers, Masked Avengers, Crippled Avengers) als Gast geladen ist. The Flag of Iron hat ein schönes Artwork (HK-DVD) und ausserdem spielt Lu Feng dort, nachdem ich recherchiert habe, die Rolle des Bösewichts. Das find ich cool. Als Bösewicht gefiel er mit schon in anderen Filmen wie Masked Avengers, Crippled Avengers oder sein Kampf gegen Andy Lau und Beardy in The Shanghai 13.

The Flag of Iron mag nicht der allerbeste Venom-Film sein, aber im Grossen und Ganzen ist das natürlich trotzdem allemal sehenswerte Martial Arts Unterhaltung. Lu Feng, der u.a. auch die Kampfszenen inszeniert hat, spielt den Bösewicht, vor allem im Verlauf des Plots, immer besser. Zunächst wirkt er in seiner Rolle etwas steif und dass er für den Tod seines Meisters verantwortlich ist, ist eigentlich schnell klar. Der Plot ist wenig originell. Nett waren die Heroic-Bloodshed Momente mit Lung Tien-Hsiang (Usurpers of Emperor's Power, Little Dragon Maiden, Demon of the Lute). Letzterer hat nebst Lu Feng und Phillip Kwok (Ninja Kung Fu, The Big Heat, Das Höllentor der Shaolin) am meisten überzeugt.

Der Plot ist natürlich nur Mittel zum Zweck. Ich fand, in den ersten 30 Minuten und auch kurz vor dem Finale, gab es Längen. Dialoge und zu wenig Kämpfe. Da hätte der 108 Minuten lange Film kürzer ausgefallen dürfen. Die Venoms schaffen es auch nicht, was ihr Charisma angeht, an andere Shaw-Stars wie Ti Lung (Death Ring), Jimmy Wang Yu (The Criminal), David Chiang (Vengeance!), Gordon Liu (Dirty Ho) oder Chen Kuan-Tai (Killer Constable) anzuknüpfen. Dafür haben es die Venoms halt in Sachen Kämpfen und Choreographie extrem drauf. Das, was sie an Charisma nicht haben, kompensieren sie mit absolut spektakulären Kampfszenen und ihrer physischen Fähigkeiten. Und das sind auch die Highlights des Filmes, auch wenn ich der Meinung bin, dass das Finale gerne noch etwas länger hätte laufen dürfen. Die Musik im Vorspann ist jene aus Shaolin and Wu Tang. Die passt perfekt zu einem Eastern und ist auch später immer wieder im Film zu hören.

Fazit: Für Shaw Brothers und Venom-Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Tie Qi Men

HK 1980

R: Chang Cheh

D: Lu Feng, Phillip Kwok, Liang Yao-Wen, Chiang Sheng, Chan Shen, Lung Tien-Hsiang, Wong Lik

Laufzeit der HK-DVD: 108:06 Min.

Gesehen am: April 2008 / Neusichtung am: Sept. 2026

Fassungen: Gesehen via HK-DVD von IVL = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. In Deutschland als 5 Kämpfer aus Stahl auf DVD raus (filmArt). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Sept. 2026).

Montag, 7. September 2026

Four Riders


Four Riders

Story:

Nach dem Ende des Korea-Krieges bekommen es vier Soldaten (Chen Kuan-Tai, Ti Lung, David Chiang, Wang Chung) mit einer Rauschgiftbande zu tun (Yasuaki Kurata )…

Meine Meinung:

Mit Four Riders wurde ich irgendwie bereits in der Vergangenheit nicht 100% warm. Ich weiss auch nicht genau warum. Chang Cheh (The Fantastic Magic Baby, The Duel, Heaven and Hell), der diesmal mit seinen Stars Chen Kuan-Tai (Return to Action), Ti Lung (Shaolin Prince, Inheritor of Kung Fu, A Warrior's Tragedy), David Chiang (The Singing Killer, What Price Survival, The Generation Gap) und Wang Chung (Cops and Robbers, The Informer, The Imp) in Korea drehte, lässt die Geschichte im Korea der 50er Jahre spielen. Eine Abwechslung zu sonstigen klassischen Kung-Fu-Geschichten. Reviews lassen erahnen, dass die Settings mehr an die 70er erinnern, satt an die 50er. Dennoch war es nett, Mal andere Settings zu sehen.

Allerdings gefallen mir i.d.R. die klassischen Chang Cheh-Filme meist besser. Was mich an Four Riders störte waren diverse Dinge. Zum einen gab es mit Ausnahme des Finales zu wenig Action. Und diese war auch zu harmlos, zu unblutig. Es gab Längen und mich störte die Tatsache, dass Yasuaki Kurata (Aces Go Places II, Return of the Sister Street Fighter, Wang Yu - Der Karatebomber) nicht der Hauptbösewicht ist, sondern nur der Lakaie eines ausländischen Bösewichtes. Und die Konstellation der vier Hauptfiguren als Freude fand ich unglaubwürdig. Es dauert ewig, bis die vier überhaupt Mal zusammenkommen und einige Dinge waren schlicht unglaubwürdig (David Chiang, der Chen Kuan-Tais Verlust nicht ernst nimmt). Zudem fand ich auch das Schauspiel in einigen dramatischen Momenten schlecht gespielt (Chen Kuan-Tai und sein Verlust).

Die Kampfszenen waren absolut solide und immerhin im Finale dann auch hart, blutig und abwechslungsreich. Mehr davon, schon vor dem Finale, wäre wünschenswert gewesen. Von den vier Stars bekommt Chen Kuan-Tai am wenigsten Szenen, gefolgt von Wang Chung. David Chiang ist der eigentliche Star der Stunde. Am Ende sind sie aber alle tot. Ich mochte das nihilistische und Happy End freie Ende. Lily Li (Relentless Broken Blade) spielt eine Nebenrolle und endet in einer überraschend blutigen Szene. Tina Chin Fei bringt eine Spur Erotik und Sleaze (kurze Nacktszene) in den Film. Ansonsten wirkten die Helden relativ blass und eigentlich auch wenig sympathisch, in ihren Rollen. Aber das Finale und Setting entschädigt dafür.

Fazit: Überbewertet. Dennoch können Chang Cheh Fans einen Blick riskieren!

Infos:

O: Si Qi Shi

HK 1972

R: Chang Cheh

D: Chen Kuan-Tai, Ti Lung, David Chiang, Wang Chung, Lily Li, Yasuaki Kurata, Ching Li, Tina Chin Fei, Lu Ti, Andre Marquis

Laufzeit der HK-DVD: 103:55 Min.

Gesehen am: Jan. 2008 / Neusichtung am: Sept. 2026

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von IVL vor, die 2011 in Amsterdam von Chen Kuan-Tai signiert wurde = in Action Uncut (= es fehlen ca. 25 Sek. = eine Dialogszene, der im deutschen VHS zu sehen war), sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Gibt es in Deutschland von mehreren Anbietern als Blu-Ray (Deutsch/Mandarin mit Englischen und/oder deutschen Subs, je nach Label).

Samstag, 5. September 2026

The Teahouse

 

The Teahouse

Story:

Boss Wang Cheng (Chen Kuan-Tai) führt zusammen mit Fa Ta-Chu (Yang Chi-Ching) und seinen Angestellten (u.a. Wong Yu, Bruce Le) ein Teehaus. Doch es machen sich diverse interne und externe Probleme breit: die Arbeitsmoral der Angestellten lässt zu wünschen übrig, diverse Triaden haben mit diversen Angestellten Probleme, die jedoch durch Boss Wang Cheng Schutz erfahren, sehr zum Wiederwillen der Triaden. Und die Polizei ist auch am Beobachten, während diverse Triaden (Fung Ging-Man, Chung Chan-Chi, Fan Mei-Sheng) planen, Boss Wang Cheng zu töten…

Meine Meinung:

The Teahouse ist ein sonderbarer Shaw Brothers Film. Gemäss meiner alten Besprechung würde ich sagen, dass ich aktuell mit dem Film mehr anfangen konnte als während meiner Erstsichtung vor 16 Jahren. Der Film von Kuei Chih-Hung (Die Wilden Engel von Hong Kong, Corpse Mania, The Gold Connection) ist kein Martial Arts Film und laut Datenbanken soll es ein Kantonesisch gesprochener Film sein. Und das bereits 1974. Die Shaw Brothers haben früher ihre Filme in Mandarin veröffentlicht, erst einige Jahre vor Beendigung ihrer Kinofilme haben sie begonnen, die Filme in Kantonesisch zu veröffentlichen (und natürlich wurden jeweils beide Audio-Optionen in den jeweiligen Regionen veröffentlicht).

Bei The Teahouse handelt es sich um einen Mix aus Gangster- und Triaden-Streifen, der gleichzeitig gewisse sozialkritische Themen aufgreift. Am ehesten würde ich den Film, auch vom Inhalt und der Machart her, mit der Criminals Reihe (The Criminals, The Criminals 2 - Homicides, The Criminals 3 - Arson, The Criminals 4 - Assault, The Criminals 5 - The Teenager's Nightmare), dem Meisterwerk The Delinquent sowie dem Kino von Kinji Fukasaku vergleichen. Auf jeden Fall bekam der Film eine CAT. III Freigabe (zumindest auf DVD) und schien erfolgreich, denn es folgte eine Fortsetzung. Zudem legte Chen Kuan-Tai als «Big Brother Cheng» in Big Bad Sis einen Gasteintritt hin.

The Teahouse hat nicht viel Action und vor allem keine wirklich klassischen Kung-Fu Kämpfe. Das störte mich nicht, da ich das Triaden-Setting mochte. Ich mochte auch den Zusammenhalt von Wang Cheng und seiner Truppe, wie er gegen diverse Bedrohungen vorgeht. Der Film wirkt aber auch sehr episodenhaft und unzusammenhängend. Gewisse Figuren kommen vor, nur um später in eigenen Handlungssträngen, die per se nichts zum Film beitragen, wieder zu verschwinden (z.B. Wong Yu, der sich selbst ins Gefängnis bringt). Zudem wirkt der Film hier und da auch sprunghaft. Chen Kuan-Tai und Co. machen ihre Sache aber sehr ordentlich. Nebst Chan Kuan-Tai überzeugte vor allem auch Yang Chi-Ching (The Bloody Escape). Fan Mei-Sheng (Green Killer) spielt eine typische Nebenrolle als Schurke und interessant war die kleine Nebenrolle von Bruceploitation-Star Bruce Le (Concord of Bruce Lee). Der Film endet quasi offen, und der Plot wird in der Fortsetzung, wenn ich nicht irre, zu Ende erzählt.

Fazit: Ein nicht uninteressanter Beitrag der Shaw Brothers!

Gefolgt von: Big Brother Cheng

Infos:

O: Sing Gei Cha Low

HK 1974

R: Kuei Chih-Hung

D: Chen Kuan-Tai, Yang Chi-Ching, Wong Yu, Bruce Le, Fung Ging-Man, Chung Chan-Chi, Fan Mei-Sheng

Laufzeit der HK-DVD: 95:36 Min.

Gesehen am: Sept. 2010 / Neusichtung am: Sept. 2026

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von IVL vor = 2011 in Amsterdam von Chen Kuan-Tai signiert, Uncut, O-Ton (O-Ton soll Kantonesische sein) und englische Subs, gute Bildqualität, nicht anamorph. Ende Nov. erscheint von Arrow Video das Set Shawscope Presents: Street Gangs of Hong Kong Limited Edition. In dieser wird u.a. auch The Teahouse enthalten sein. Es ist eine eigene, neue Restauration von Arrow Video (keine Framecuts). O-Ton und englische Subs werden vorhanden sein, dazu exklusive Extras wie das letzte Interview mit Chen Kuan-Tai vom Januar dieses Jahres sowie weiteren Interviews mit Bruce Le. Dazu darf Tony Rayns, wohl auch sein letztes Interview vor seinem überraschenden Tod durch Unfall (Treppensturz), ein Special über Kuei Chih-Hung zum Besten geben. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2026).

Freitag, 4. September 2026

The Bloody Escape



The Bloody Escape

Story:

Gu Hui (Chen Kuan-Tai) gehört zur Wolf Head Gang. Dessen neuer Chief (Wu Chi-Chin) ändert traditionelle Regeln. Es folgen Morde, Entführungen und Vergewaltigungen. Gu Hui kann dies moralisch nicht akzeptieren und hilft einer Geisel (Shih Szu) zur Flucht. Damit zieht er jedoch auch den Zorn der Bande und deren Mitglieder (Wu Chi-Chin, Chan Shen, Chiang Tao) auf sich und wird danach gejagt. Gleichzeitig macht sich ein Agent (Wai Wang) daran, die Mitglieder der Bande exekutieren zu lassen…

Meine Meinung:

The Bloody Escape ist eine Shaw Brothers Arbeit der Regisseure Sun Chung (The Proud Youth, City War) sowie Chang Cheh (Kuan - Der unerbittliche Rächer, Chinatown Kid). Letzterer soll mit anderen Projekten beschäftigt gewesen sein, so dass Sun Chung den Film dann zu Ende gestellt hat. Diese Anfang der 70er Jahre Produktion mit Chen Kuan-Tai (Dragon Tiger Gate, Just Heroes, Thirty Six Killers) ist am Ende weniger blutig, als er der Titel vermuten lässt, hat aber die Zweitsichtung bestanden. Wie schon bei anderen Filmen sah ich The Bloody Escape sehr lange nicht mehr. 16 Jahre. Und wie bei anderen Filmen kannte ich nun viel mehr Gesichter, was den Cast des Filmes anging = macht einfach mehr Laune beim Schauen! Der Film hat mir gut gefallen.

Der Vorspann, teilweise in Zeitlupe gefilmt, hatte fast Italo-Western Vibes. Der Plot des Filmes ist sehr simpel und bietet, trotz der kurzen Laufzeit von nur 84 Minuten, einige Phasen zum Durchschnaufen. Der Plot und die Entwicklung der Figuren, insbesondere von Chen Kuan-Tai, der zu seinen moralischen Prinzipien steht und einen Wandel durchmacht, bekommen trotz den vielen Kampfszenen, Zeit zur Entfaltung. Daher bietet The Bloody Escape fast etwas mehr Anspruch, als andere Kung-Fu-Filme aus dieser Zeit. Chen Kuan-Tai macht in den Kampfszenen sowie in den dramatischen Momenten einmal mehr eine gute Figur. Die Kampfszenen (es wird praktisch nur mit Fäusten und Kicks gekämpft, selten mit dem Einsatz von Waffen) sollen eher realistisch und bodenständig aussehen, statt spektakulär. Diese wurden u.a. von Lau Kar-Wing (Skinny Tiger), der auch einen kurzen Auftritt vor der Kamera liefert, inszeniert.

Shih Szu (The Naval Commandos) spielt ebenso stark in den dramatischen Momenten (Mord an ihren Eltern, die versuchte Vergewaltigung). Bei den Bösewichten gefallen vor allem Chan Shen (Kiss of Death), Chiang Tao (hier noch ohne Schnauz) und Wu Chi-Chin (The Bastard). Kurze Auftritte haben zudem noch The One-Armed Swordsman Bösewicht Yang Chi-Ching (The Sword of Swords) sowie Wong Ching (The Prodigal Boxer, The Shanghai Thirteen). Bei letzterem fand ich es fast schade, als ich sah, dass er auch an Bord ist, dass er nur einen Gastauftritt hinlegt und zudem keinen der Gangster spielte. Weil ihn sehe ich immer gerne als Bösewicht. Dafür hat er in seinen Kampfszenen absolut überzeugt. Wer damit leben kann, dass es im Mittelteil doch die ein oder andere längere Handlungssequenz ohne Kämpfe gibt und letztere praktisch blutlos inszeniert sind, kann sich problemlos an den Streifen wagen!

Infos:

O: Tao Wang

HK 1973

R: Sun Cung, Chang Cheh

D: Chen Kuan-Tai, Shih Szu, Wai Wang, Wu Chi-Chin, Chan Shen, Chiang Tao, Yang Chi-Ching, Lau Kar-Wing, Wong Ching

Laufzeit der HK-DVD: 84:23 Min.

Gesehen am: Okt. 2010 / Neusichtung am: Sept. 2026

Fassungen: Mir lag die HK-DVD, die 2011 in Amsterdam von Chen Kuan-Tai signiert wurde, vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2026).

Montag, 24. August 2026

The Proud Youth

Shawgust 2026

The Proud Youth

Story:

Nangong Song (Wong Yu) wird von seinem Clan durch Clan Führer Luo Chaojun (Stanley Fung) verstossen. Er trifft auf Sacred Lady (Shih Szu), die nach ihrem vermissten Vater (Ku Feng) sucht. Nangong Song trifft auf Shi (Wang Chung), der weiss, wo Sacred Ladys Vater gefangen gehalten wird. Sie befreien ihn. Danach beginnt ein Killer (Michael Chan Wai-Man), etliche Clan-Anführer zu töten…

Meine Meinung:

Diese Shaw Brothers Arbeit von Sun Chung (The Devil’s Mirror, Revenge of the Corpse, A Fistful of Talons) basiert auf dem Roman The Smiling, Proud Wanderer. Mein letzter Shawgust Beitrag in diesem Jahr. Ich habe den Film ausgewählt, da Michael Chan Wai-Man (Prince Charming, Broken Oath, Talk to Me, Dicky) als Co-Star dient und da seit meiner Erstsichtung im Jahr 2013 nichts mehr wusste = die neue Sichtung würde sich mehr wie eine Premiere als ein Auffrischen anfühlen!

Der Film ist, was den Plot betrifft, sonderbar und auch wirr. Am besten ist, wenn man als Vorbereitung das weiss, was ich oben bei Inhaltsangabe geschrieben habe. Der Rest ist unwichtig, wenig nachvollziehbar und bestehend aus Füllszenen. Anhand der oben genannten Beschreibung kann der Fan dem Plot gut folgen, sofern der Zuschauer Namen wie Wong Yu (The Spiritual Boxer, Dress Off for Life), Ku Feng (Bruce and the Iron Finger, The Furious Killer), Shih Szu (The Great Cheat, Lady of the Law), Wang Chung (The Delinquent, Police Force), Stanley Fung (Thrilling Story, Ghost in Me) sowie Michael Chan Wai-Man kennt.

Der Hauptplot formt sich jedoch erst gegen ca. 50 Minuten oder noch später. Einige Figuren (Ku Feng, Wang Chung) kommen fast noch später vor und Michael Chan Wai-Man kommt nur in den ersten fünf Minuten und danach erst wieder im Finale vor. Das war sonderbar und passte irgendwie nicht ganz zusammen. Quasi wie zwei Plots, die dann zu einem verlaufen. An Michael Chan Wai-Man hatte ich Freude, da fies, Bösewicht und coole Waffe. Wong Yu war sehr solide, so auch Ku Feng, Shih Szu und Wang Chung (auch hier: coole Waffe). In Nebenrollen sind noch Chan Shen (Die 7 goldenen Vampire), Alan Chui Chung-San (Two Fists Against the Law) und ein junger Yuen Wah (Iceman Cometh) zu sehen. An Stanley Fung hatte ich auch Freude, da er einen Dreckssack spielt. Das Ende hat mir daher gut gefallen und gab unerwartete Pluspunkte.

Fazit: Solide Shaw Brothers Arbeit!

Infos:

O: Xiao Ao Jiang Hu

HK 1978

R: Sun Chung

D: Wong Yu, Shih Szu, Stanley Fung, Michael Chan Wai-Man, Wang Chung, Ku Feng, Chan Shen, Yang Chi-Ching, Alan Chui Chung-San, Yuen Wah

Laufzeit der thailändischen DVD: 92:38 Min.

Gesehen am: Aug. 2013 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via DVD aus Thailand von United und Celestial = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität (jedoch soll die neue DD 5.1 Tonspur neue Musik, die nichts mit der Originaltonspur zu tun haben soll, beinhalten). In Deutschland als Die Todeskammern der Shaolin auf VHS zu haben (zensiert). Es scheint noch keine Blu-Ray oder UHD zu geben (Stand: Aug. 2026).

Donnerstag, 2. April 2026

Hell Has No Boundary

Hell Has No Boundary

Story:

Cheung (Derek Yee Tung-Sing) führt seine Freundin May (Leanne Lau Suet-Wah) zum Geburtstag aus. Dumm nur, dass May währenddessen von einem Geist heimgesucht wird, die ihren Körper als Rachewerkzeug benutzt. Das kommt Mays Umfeld (u.a. Wong Ching-Ho, Yueh Hua) nicht gut zu stehen…

Meine Meinung:

Hell Has No Boundary ist besser als Sex Beyond the Grave aus Vinegar Syndromes Set Shaw Scares! Vol. 1 aber gehört nicht zu den besten Shaw Brothers Horrorfilmen à la The Boxer’s Omen, Corpse Mania oder Curse of Evil. Dafür war die erste Filmhälfte zu unspektakulär, und irgendwie fehlt es dem Film am gewissen Etwas. Zudem waren mit Derek Yee (Bat Without Wings, Shaolin Prince, Shaolin Intruders) und Co. auch nicht unbedingt meine Favoriten aus dem Shaw Universum an Bord. Die erste Hälfte, die leicht an westliche Filme wie Das Omen und andere Filme dieser Art erinnert, nimmt sich für den Verlauf zu viel Zeit.

Der Plot ist dünn. Am Ende gibt es auch eine Flashback-Szene zu sehen. Die reisst einen aus der eigentlichen Geschichte und verlängert unnötigerweise den Plot. Auf der anderen Seite gibt es einige fiese Momente in diese Sequenz zu sehen. Allgemein gibt es etliche fiese Momente. Der Einfallsreichtum an grotesken und ekligen Momenten war in der Tat erstaunlich. Einige Dinge wie der Mord via WC-Papier stand laut Drehbuchautor Lawrence Cheng Tan-Shui aus nicht im Drehbuch, sondern wurde am Set improvisiert. Die Effekte waren solide.

Zu den Ekel-Highlights gehört das Trinken von unsauberem WC-Wasser und eine Sequenz, in der die arme Leanne Lau Suet-Wah (White Hair Devil Lady) viermal nacheinander lebende Maden in ihren Mund befördert, um genüsslich darauf zu kauen (während Derek Yee kotzt). Maden kommen auch schon im Vorspann oder auch später nochmals vor (immer toll in solchen Filmen). Die zweite Hälfte ist dann definitiv auch sehenswerter, da abgedrehter, effektiver. Alles solide. Yueh Hua (Killer Clans, The Green Dragon Inn, Come Drink with Me) ist nebst Derek Yee der bekannteste Name an Bord.

Fazit: Mit mehr Action in der ersten Filmhälfte und interessanteren Figuren hätte daraus ein echter Kracher werden können. Horrorfans können dennoch einen Blick riskieren. Die 2. Hälfte dürfte Horrorfans mit reichlich Befriedigung zurücklassen.

Infos:

O: Mo Gaai

HK 1982

R: Richard Yeung Kuen

D: Derek Yee Tung-Sing, Leanne Lau Suet-Wah, Wong Ching-Ho, Yueh Hua, Kent Tong Chun-Yip

Laufzeit der US-Blu: 96:16 Min.

Gesehen am: März 2008 / Neusichtung am: 02.04.26

Fassungen: Für die Neusichtung lag mir die US-Blu-Ray (Shaw Scares! Vol. 1) von Vinegar Syndrome vor = Drei Filme in einem Set inklusive Booklet, neue Restaurationen (bombastische Bild- und Tonqualität), Canto-O-Ton mit englischen Subs und als Extras gefällt vor allem das 30minütige Interview mit dem Drehbuchautor. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2026).

Dienstag, 24. März 2026

The Fake Ghost Catchers

 


The Fake Ghost Catchers

Story:

Zwei Fake Ghost Catchers (Hsiao Ho und Cheung Chin-Pang) helfen einem Geist bei ihrer Rache. Dazu müssen sie jedoch Wu Shunchao (Alexnader Fu Sheng) finden. Daneben bekommen sie es mit korrupten Offizieren (Johnny Wang Lung-Wei) und einem Casino-Boss (To Siu-Ming) zu tun…

Meine Meinung:

The Fake Ghost Catchers ist eine Anfang der 80er Jahre Produktion der Shaw Brothers. Den Film sah ich bisher nur einmal (im Jahr 2014). Ich wusste eigentlich nichts mehr über den Film. Ein Kumpel von mir sah sich den Film vor kurzem an, was mich motivierte und anspornte, den Film aufzufrischen. The Fake Ghost Catchers ist ein Mix aus Komödie, Ghost-, Gamble- und Kung Fu wobei vor allem der Humor dominiert gefolgt von den Ghost Szenen (vor allem in den ersten 30 Minuten). Gekämpft wird eher wenig und Alexander Fu Sheng (Chinatown Kid, The Brave Archer, Heroes Two) spielt nicht die Hauptrolle und gruselig wird es nie.

Mir hat der Film gefallen, auch wenn der Film nicht zu den besten Shaw Brothers Arbeiten zählt. Ich fühlte mich jedoch bestens unterhalten. Der Plot, der sich mehrere Genres bedient, stammt von Wong Jing (High Risk, Magic Crystal, The Romancing Star). Der Film, der scheinbar vor Ghostbusters entstand, war wohl Shaws Antwort auf den Erfolg von Sammo Hungs Encounters of the Spooky Kind. Regie führte Lau Kar-Wing (The Odd Couple, His Name Is Nobody, Good Bad & Losers). Ich empfand den Plot als unterhaltsam, da abwechslungsreich. Die ersten 30 Minuten sind vor allem aufgrund der Ghost-Szenen, der diversen Zeremonien und einer starken Lily Li (One Foot Crane, Shadow Girl, The Bastard) als Geist sehenswert (toller Spezialeffekt mit den Augen).

Danach wechselt der Film Richtung Komödie und Gamble-Film. Erst nach 30 Minuten kommt Alexander Fu Sheng zum Zug. Dem wird jedoch von den Leads Hsiao Ho (My Young Auntie) und Alexander Fu Shengs Bruder Cheung Chin-Pang (This Man Is Dangerous) den Rang abgelaufen. Die beiden harmonieren prächtig zusammen. Obwohl Alexander Fu Sheng solide agiert, wirkt er im Film irgendwie schwächer. In The Treasure Hunters haben die Brüder deutlich besser harmoniert. Wer in den humoristischen Szenen fast am meisten überzeugt, ist der schielende To Siu-Ming (The First Vampire in China). In Sachen Bösewicht überzeugt dann einmal mehr Johnny Wang Lung-Wei (Fast Fingers). Es gibt verhältnismässig wenig Kampfszenen, doch er bekommt die beste des Filmes spendiert. Das zweite Finale gegen den Geist hätte dann gerne noch etwas länger laufen dürfen. Der Kampf war leider relativ schnell (und eigentlich auch unspektakulär) vorbei. 

Fazit: Shaw Brothers Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Gwai Waa Fu

HK 1982

R: Lau Kar-Wing

D: Hsiao Ho, Cheung Chin-Pang, Johnny Wang Lung-Wei, To Siu-Ming, Alexnader Fu Sheng, Lily Li, Lam Fai-Wong, Yang Chi-Ching, Sek Gong

Laufzeit der UK-Blu: 103:03 Min.

Gesehen am: Okt. 2014 / Neusichtung am: 23.03.26

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Shawscope Volume 4) = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton (ist Kantonesisch) mit englischen Subs, leider keine Extras. Es handelt sich um eine neue Restauration ohne Frame-Cuts. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2026).

Freitag, 6. März 2026

The New One-Armed Swordsman

 

The New One-Armed Swordsman

Story:

Durch List und Intrige gelingt es Long Yizhi (Ku Feng), dem jungen Helden und Schwertkämpfer Lei Li (David Chiang) ein Verbrechen anzuhängen, ihn zu provozieren und im Kampf zu besiegen. Dies hat zur Folge, dass sich Lei Li einen Arm abtrennt und sich aus der Martial Arts Welt zurückzieht. Als Long Yizhi dies später wiederholt und Lei Lis Freund Hero Fung (Ti Lung) dabei ums Leben kommt, schwört Lei Li blutige Rache…

Meine Meinung:

Der dritte und letzte Teil der «The One-Armed Swordsman» Reihe von Chang Cheh (The Savage 5, The Nine Demons) kommt nicht ganz die die Vorgänger (The One-Armed Swordsman und Return of the One-Armed Swordsman) heran. Dennoch ist auch The New One-Armed Swordsman ein sehenswerter Eastern, der noch immer aus der Masse herausragt. Superstar Jimmy Wang Yu (The Chinese Boxer, Die Todesbucht der Shaolin) stand für die neuste Fortsetzung nicht zur Verfügung und wurde durch David Chiang (Kuan - Der unerbittliche Rächer, It Remains) ersetzt.

Der Hauptgrund, warum mir die zwei vorherigen Teile mehr zugesagt haben, ist die Tatsache, dass es hier im Mittelteil doch einige Längen gibt. Das ist der Grund. Und die Musik fand ich stellenweise unpassend. Was ich nicht wusste ist, dass sich die Musik im O-Ton und z.B. der englischen Sprachfassung unterscheiden. Ggf. wäre jene vom englischen Dub besser gewesen. Abgesehen davon ist der Film unterhaltsam. David Chiang gibt einen wunderbaren Jimmy Wang Yu Ersatz ab und Ku Feng mag ich als Bösewicht so oder so. Auch hier liefert er in der Hinsicht ab, auch wenn sein Umfeld etwas naiv agiert.

Ti Lung (Ti Lung – Die tödliche Kobra) spielt diesmal nur eine grosse, tragische Nebenrolle. Er macht das jedoch stark und sein Heldentot ist äussert derb in Szene gesetzt. In weiteren Nebenrollen sind Namen wie Wang Chung (The Delinquent), Chan Sing (Tiger Force) oder Cheng Kang-Yeh (Drunken Master Slippery Snake) zu sehen. Und selbst eine Frau (Li Ching) kommt vor und spielt einen nicht unwichtigen Charakter. Immerhin ist es ihr Schwert, welches sie David Chiang geschenkt hat, mit welchem er am Ende, einem sehenswerten Finale auf einer Brücke, voller blutiger Momente und einem hohen Bodycount, für Rache sorgt.

Fazit: Must See Titel für Shaw Brothers Fans!

Infos:

O: Xin Du Bi Dao

HK 1971

R: Chang Cheh

D: Ku Feng, David Chiang, Ti Lung, Li Ching, Wang Chung, Chan Sing, Cheng Kang-Yeh

Laufzeit der UK-Blu: 102:33 Min.

Gesehen am: Juni 2008 / 2. Sichtung am: 06.03.26

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Shawscope Volume Three) = Uncut und ohne Frame Cuts, O-Ton mit englischen Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Gemeldete Asynchronitäten sind mir beim Schauen nicht aufgefallen. In Deutschland von TVP (als Das Schwert des gelben Tigers) auf Blu-Ray zu haben.

Freitag, 6. Februar 2026

Bat Without Wings

 

Bat Without Wings

Story:

Lei Feng (Susanna Au-Yeung Pui-San), die Tochter von Sicherheitschef Chief Lei Xun (Wang Yong), wird ermordet. Als Täter wird der mysteriöse Bat Without Wings (Tang Ching/Ku Feng) identifiziert, der jedoch seit fünf Jahren nach einer Reihe von Morden und Vergewaltigungen in einem Duell getötet worden sein soll. Plötzlich fällt der Verdacht auf den Schwertkämpfer Xiao Qi (Derek Yee). Xiao Qi tut sich mit Lei Fengs Freund Han Shen (Ku Kuan-Chung) und Chief Lei Xun zusammen, um den Fall zu klären und den wahren Täter zu ermitteln…

Meine Meinung:

Bat Without Wings ist ein solider Wuxia der Shaw Brothers. Chu Yuan (Perils of the Sentimental Swordsman, Die Bande des gelben Drachen, Killer Clans), der hier so viel Nebel präsentiert, dass selbst Lucio Fulci vor Neid erblassen würde, führte Regie. Er macht das gekonnt. Im Vergleich zu anderen Wuxia dieser Art ist der Plot weniger komplex und verständlicher. Ich mag taiwanesische Wuxia von kleinen, unabhängigen Studios jedoch fast lieber, als diese Shaw Produktion. Die Produktionen aus Taiwan sind meist noch mehr drüber und noch fantasievoller, was mir besser gefällt. 

Bat Without Wings ist solide, aber kein Kracher. Die Kampfszenen ebenso. Da bin ich seitens Shaw Brothers auch Besseres gewohnt (mehr Spektakel, schnellere Fights, mehr spektakuläre Choreographien, höherer Blutgehalt etc.). Zudem gehören die männlichen Hauptfiguren um Derek Yee und Co. nicht gerade zu meinen Shaw Lieblingen. Bekannte Gesichter wie Yang Chi-Ching (The Swordmates), Jason Pai Piao (Bolo) sowie Chan Shen (The Psychopath) haben nur Mini-Auftritte. Yuen Wah ist in einer grossen Nebenrolle zu sehen. Aber auch er war in besseren Shaw Arbeiten zu sehen, die mehr in Erinnerung bleiben (Killer Constable) als seine Beteiligung in Bat Without Wings.

Ein Name machte es besser als Derek Yee (Shaolin Prince): Ku Feng (The Avenging Eagle). Er spielt den Bösewicht gekonnt. Nur im Finale, wenn er «verblödet» (durch ein Gift), fand ich das, ehrlich gesagt, etwas albern. Das gefiel mir nicht. Die diversen Mädels im Film haben auch stark agiert. Von anderen Leads wie z.B. Ku Kuan-Chung (In the Line of Duty V - Middle Man) war ich nie ein grosser Fan. Wo der Film dafür nebst Ku Fengs Leistung auftrumpft und punktet sind die nebligen, stimmungsvollen Bilder, die innovative Kameraführung und abwechslungsreichen Settings. Optisch waren die Filme von Chu Yuan immer prachtvoll und toll anzusehen. Bat Without Wings macht dabei keine Ausnahme.

Fazit: Solide Arbeit der Shaw Brothers!

Infos:

O: Miu Yik Bin Fook

HK 1980

R: Chu Yuan

D: Susanna Au-Yeung Pui-San, Wang Yong, Derek Yee, Ku Kuan-Chung, Ku Feng, Jason Pai Piao, Chan Shen, Yuen Wah, Tang Ching, Yang Chi-Ching

Laufzeit der UK-Blu: 88:22 Min.

Gesehen am: April 2009 / Neusichtung: 06.02.26

Fassungen: Für meine 1. Sichtung lag die US-DVD vor, welche ich inzwischen verkauft habe. Für die 2. Sichtung lag die UK-Blu-Ray von Arrow Video vor (Shaw Scope Vol. 4) = Eigene Restauration ohne Frame Cuts, O-Ton, englische Subs, Uncut. Die Bild- und Tonqualität sind exzellent. Gibt es in Deutschland als Der Killer mit der Todesmaske von Lucky Seven auf Blu-Ray (Deutsch/Mandarin mit deutschen Untertiteln).

Mittwoch, 5. November 2025

Kiss of Death

Kiss of Death

Story:

Chu Ling (Chen Ping) wird aus dem Nachhauseweg von einer Gruppe Männer (Fan Mei-Sheng, Hui Siu-Hung, Chan Shen, Lin Wen-Wei, Chiang Tao) vergewaltigt und steckt sich mit einer Krankheit an. Hilfe findet sie später im Nachtclub von Krüppel Wong Ta (Lo Lieh). Dort bereitet sich Chu Ling, als sie einen der Täter wiedererkennt, auf ihre Rache vor…

Meine Meinung:

Als ich Kiss of Death zum ersten Mal sah (vor elf Jahren), war mir nicht bewusst, dass Her Vengeance ein Remake zu Kiss of Death darstellt. Ich scheine Her Vengenace zu dem Zeitpunkt noch nicht gekannt zu haben. Kiss of Death wurde nun Ehren von Hui Siu-Hung gesichtet, der von paar Tagen aufgrund einem Multiorganversagen (Krebs war der Auslöser) verstorben ist. Das hat im westlichen Social Media mehr Aufmerksamkeit erregt, als bei anderen HK-Stars, die verstorben sind.

Ich bin ehrlich. Mir sagte Hui Siu-Hung weder vom Namen noch vom Gesicht etwas. Ich weiss auch nicht, ob er in den 70ern und 80ern Haupt- oder eher kleine Rollen spielte. Eine seiner ersten Rollen spielte er in Kiss of Death. Einer mehr, der seine Karriere bei den Shaw Brothers startete. Hier spielt er einen Vergewaltiger. Der Film erinnert in der Tat an Her Vengeance, den ich erst vor paar Monaten (als US-Blu-Ray) aufgefrischt habe. Ich könnte fast von einem 1:1 Remake sprechen. Die Macher hielten sich an die Vorgaben. Beide Filme sind lohnenswert.

Kiss of Death macht «Spass» und stellt beste 70er Jahre Exploitation à la I Spit on Your Grave dar. Chen Ping (Queen Hustler, The Psychopath) spielt die Rächerin überzeugend. Lo Lieh mimt den Part, den später (in Her Vengeance) Lam Ching-Ying spielte sollte: den Krüppel, der sich ins Mädchen verliebt und sie in ihrer Rache unterstützt und sie beschützt. Lo Lieh (The Concrete Jungle, The Big Boss Part II, Ghosts Galore) gefällt in dem Part. Die hübsch überzeichneten Bösewichte gefallen auch. Nebst Hui Siu-Hung sind da noch namhafte Personen wie Fan Mei-Sheng (Die Eroberer, Last Breath), Chan Shen (Die 7 goldenen Vampire, Lost Souls) oder Chiang Tao (The Savage 5, The Mysterious Foot-works of Kung Fu) an Bord. Simon Yuen (Ol' Dirty & the Bastard, Crystal Fist) legt einen amüsanten Gastauftritt hin.

Fazit: Für Fans des Rape & Revenge Genres zu empfehlen!

Infos:

O: Du Nu

HK 1973

R: Ho Meng-Hua

D: Fan Mei-Sheng, Hui Siu-Hung, Chan Shen, Lin Wen-Wei, Chiang Tao, Chen Ping, Lo Lieh, Lily Chen Ching, Simon Yuen

Laufzeit der US-DVD: 98:25 Min.

Gesehen am: Okt. 2014 / Neusichtung: 30.10.25

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Image Entertainment vor = Uncut, O-Ton, sehr gute Bild- und Tonqualität, englische Subs. Es gibt keine Blu-Ray, keine UHD und keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2025).

Sonntag, 24. August 2025

Challenge of the Gamesters


Shawgust 2025

Challenge of the Gamesters

Story:

Im Auftrag von Lieutenant Guo Sheng (Melvin Wong) plant Gambler Luo Sihai (Patrick Tse) den mächtigen Spieler-Meister Zhang Lie (Chen Kuan-Tai) aufzuspüren um ihm eine politisch wichtige Liste abzunehmen. Beide sind Meister ihres Fachs und Meister des Betrugs. Luo Sihai nimmt sich den jungen Lei Li (Wong Yue) zum Schüler. Mit diesem hofft er, Zhang Lie knacken zu können…

Meine Meinung:

Challenge of the Gamesters hat die 2. Sichtung bestanden. Den Film sah ich seit Ewigkeiten nicht mehr (es muss vor dem Jahr 2006 gewesen sein). Es handelt sich nicht nur um einen Shaw Brothers Film, sondern auch um das Regie-Debüt von Wong Jing (High Risk, Magic Crystal, The Romancing Star). Auch er startete seine Karriere bei den Shaw Brothers. Er sollte später mit God of Gamblers (mit Chow Yun-Fat) einen Riesenerfolg feiern und dem Gambler-Genre ein Revival bescheren.

King Gambler dürfte 1976 wohl einer der ersten Gambler-Filme aus Hong Kong gewesen sein. Auch mit Chen Kuan-Tai (Return of Bastard Swordsman, The Master, Gang Master) und ebenso eine Shaw Brothers Produktion. Chen Kuan-Tai spiele dort wie auch hier in Challenge of the Gamesters eine der Hauptrollen. In Challenge of the Gamesters spielt er den Bösewicht. Der Mix aus Gambling, Komödie und Kung Fu funktioniert ausgezeichnet.

Auf jeden Fall ist ein Challenge of the Gamesters ein starkes, fantasievolles, originelles und unterhaltsames Regie-Debüt, in dem Chen Kuan-Tai, Patrick Tse Yin (The Raiders) als Held und Wong Yu (Thirteen) als dessen Schüler perfekt miteinander harmonieren. Natürlich sind auch noch paar andere bekannte Gesichter in Nebenrollen dabei (Melvin Wong, Yang Chi-Ching, Chan Shen). Auch Cecilia Wong Hang-Sau (Die Schlitzaugen mit dem Superschlag) als Chen Kuan-Tais Filmtochter war überzeugend.

Die Gamble-Szenen sind toll anzusehen. Das Highlight war für mich das Mahjong Duell zwischen den Parteien. Köstlich. Einfach amüsant anzusehen. Aber auch andere Details sind äussert gelungen, z.B. dass das ganze Haus von Chen Kuan-Tai nachgebaut wird oder die fotografierenden Augen von Yang Chi-Ching. Die Kampfszenen sind toll anzusehen und etwas nackte Haut und blutige Shoot-Outs dürfen auch nicht fehlen. Was Kämpfe angehen, ist mehrheitlich Wong Yue integriert. Das Finale in einer Lagerhalle bietet dann Feuer-Stunts und besagte Shoot-Outs.

Fazit: Starkes Debüt, toller Film und einfach super unterhaltsam!

Infos:

O: Qian Wang Dou Qian Ba

HK 1981

R: Wong Jing

D: Chen Kuan-Tai, Wong Yue, Patrick Tse, Melvin Wong, Yang Chi-Ching, Chan Shen, Wong Jing, Lam Wai, Cecilia Wong Hang-Sau, Pei Ju-Hua, Chan Sze-Kai

Laufzeit der HK-DVD: 99:17 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Aug. 2025

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von IVL vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die DVD wurde von Chen Kuan-Tai signiert. Am 30.09.25 erscheint in den USA eine Blu-Ray von Shout Factory. Der Film wird in der Box Hong Kong Gamblers & Gangsters zu finden sein.

Sonntag, 17. August 2025

The Brave Archer

Shawgust 2025

The Brave Archer

Story:

Kuo Tsing (Alexander Fu Sheng) wächst bei den 7 Seltsamen (u.a. Tsai Hung, Lam Fai-Wong, Lo Meng, Lu Feng) auf. Er macht sich nach einem Angriff auf den Weg zu einem Duell. Unterwegs trifft er auf neue Freunde (u.a. Dick Wei und Kara Hui) und trifft auf diverse Meister (u.a. Ku Feng und Phillip Kwok), welche ihn trainieren. Am Ende muss er gegen Ouyang Ke (Danny Lee) antreten, um das Herz seiner Liebe (Tien Niu) zu gewinnen…

Meine Meinung:

The Brave Archer stellt die Verfilmung chinesischer Literatur dar. Die Shaw Brothers verfilmten The Legend of the Condor Heroes. Insgesamt umfasst die Reihe vier Filme. Ende der 70er Jahre wurde Chang Cheh (Kuan - Der unerbittliche Rächer, Five Element Ninjas, Dancing King) beauftragt, den Stoff mit seinem damaligen Star Alexander Fu Sheng (Chinatown Kid, Heroes Two, Disciples of Shaolin) zu verfilmen. Der Film ist sehr komplex und konnte mich während der 2. Sichtung nicht 100% überzeugen. Es kommen etliche Figuren vor, die alle im Vorspann vorgestellt werden. Einige der Darsteller kommen nur im Vorspann vor und dessen gespielte Figuren sind nicht Mal im Film zu sehen. Schräg.

Nebst Alexander Fu Sheng tummeln sich hier Namen wie Phillip Kwok (einer der Meister, den Fu Sheng trifft), Ku Feng (Dito), Johnny Wang Lung-Wei (taucht nur im Finale auf und kämpft unspektakulär gegen Ku Feng), Danny Lee (mit ihm werde ich ihn Shaw Produktionen nicht warm), Dick Wei (Vater von Kara Hui), Kara Hui (Tochter von Dick Wei), Chan Shen (spielt fast immer die gleichen Rollen), Fan Mei-Sheng, Lo Meng (Venom-Star), Lu Feng (Venom-Star) oder Ti Lung (kommt nur im Vorspann vor). Tsai Hung sah durch seine Perücke doof aus und Ku Kuan-Chung und Lam Fai-Wong waren wenig sympathisch und (durch ihr Aussehen) fast schon nervend.

Für Chang Cheh Verhältnisse ist das Fazit eigentlich (vor allem in Sachen Action, Blutgehalt und Choreographie) enttäuschend. Die 1. Hälfte mochte ich mehr als die 2. Eigentlich geht es darum, dass sich Alexander Fu Sheng in die Welt auf macht, um sich zu duellieren. Zuerst denkt der Zuschauer noch, dass es eine Rache-Story gibt. Am Ende muss Fu Sheng dann gegen Danny Lee antreten, um das Herz seiner Liebe (Niedlich: Tien Niu) zu erobern. Zwischendurch lässt er sich von diversen Meistern weiter trainieren. Alexander Fu Sheng wirkt gehemmt/lustlos und viele der anderen Stars kommen viel zu kurz oder können kaum bis nichts von ihrem Können zeigen. Schade. Der Film wirkt überladen und verschenkt viel Potenzial. Die beste Szene ist jene mit der grossen Gummi-Schlange. Warum nicht mehr davon?

Fazit: Da wäre mehr möglich gewesen!

Gefolgt von: The Brave Archer 2

Infos:

HK 1977

R: Chang Cheh

D: Alexander Fu Sheng, Tien Niu, Phillip Kwok, Ku Feng, Johnny Wang Lung-Wei, Danny Lee, Dick Wei, Kara Hui, Chan Shen, Fan Mei-Sheng, Lo Meng, Ti Lung, Tsai Hung, Ku Kuan-Chung, Lam Fai-Wong, Lu Feng

Laufzeit der US-Blu: Ca. 122 Min.

Gesehen am: Jan. 2013 / Neusichtung am: Aug. 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor (The Brave Archer Collection) = O-Ton, englische Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, 15minütiges Extra mit David West. In Deutschland lief der Film als Der Schwur des Karateka in einer stark zensierten Form im Kino. Es gibt in Deutschland keine VHS, DVD oder Blu-Ray (wohl, weil ca. 50 Min. an Handlung entfernt wurden).

Samstag, 16. August 2025

Man of Iron

Shawgust 2025

Man of Iron

Story:

20 Jahre nach den Ereignissen in The Boxer from Shantung:

Qiu Lian Huan (Chen Kuan-Tai) taucht in Shanghai auf und sorgt für Unruhe. Er behauptet sich gegen diverse Gangs, demonstriert eindrücklich seine Kampfkünste, gewinnt im Casino und verliebt sich in Shen Ju-Fang (Ching Li). Dumm nur, dass diese von einem Gangster als seinen Besitz angesehen wird und dieser hat gar nicht Freude, dass Qiu sich in Shen verguckt hat…

Meine Meinung:

Man of Iron ist zwar eine Fortsetzung von The Boxer from Shantung und wartet wieder mit Star Chen Kuan-Tai (Killer Constable, Butcher, Ambitious Kung Fu Girl) in der Hauptrolle auf, doch dieser spielt eine andere Figur als im Vorgänger. Natürlich tut er das, immerhin starb sein Charakter im Finale von The Boxer from Shantung. Man of Iron erklärt zu Beginn, dass der Plot 20 Jahre nach dem Vorgänger spielt. Chen Kuan-Tais Leiche wird entfernt und mehr Bezug als das Shanghai-Setting gibt es zum Vorgänger nicht.

Ich würde sagen, dass das Budget etwas kleiner war. Vor allem die Aussenaufnahmen von Shanghai wirkten lustlos und billig. Menschenleer. Keine Statisten, kein wirkliches Leben, keine Stimmung. Abgesehen davon macht Man of Iron trotzdem Spass. Der Film, in welchem nebst Chang Cheh noch Pao Hsueh-Li (Tough Guy, The Heroes, Finger of Doom) als Regisseur geleistet ist, überraschend (speziell für einen Chang Cheh Film) mit einer grösseren Frauenrolle, die für den Plot dramatisch (aber wenig überraschend) enden sollte.

Chen Kuan-Tai macht als Titelheld (mit cooler Lederjacke im Finale, die nicht so Rest zum restlichen Setting passen möchte) eine tolle Figur. Selbstsicher, charismatisch und auch in den Kampfszenen absolut überzeugend. Die Kampfszenen wirken dank der Choreographie von Liu Chia-Liang (Martial Club, Martial Arts of Shaolin, Dirty Ho) realistischer als in anderen Filmen aus der Zeit. Und im Finale wird auch definitiv mit Blut nicht gespart. Dabei ist die von Chen Kuan-Tais Figur bei Leibe nicht unzerstörbar, sondern menschlich und verletzlich (die Szene mit der Kopfverletzung zeigt dies eindrücklich).

Allgemein gibt es einige epische Momente in dem Film: Chen Kuan-Tai im Regen, das blutige Finale oder die Exekution von Wang Chung (The Delinquent, Police Force, Mobfix Patrol). Letzterer ist nebst Chen Kuan-Tai, Bloodsport Star Bolo Yeung (Bolo, Chinese Hercules) als Bösewicht und Yang Chi-Ching (The One-Armed Swordsman) inklusive Chiang Tao (Revenge of Shaolin Kid) der einzige mir bekannte Name im Film und spielt eine wichtige Nebenrolle. Nebst dem Gamble-Szenen darf auch ein Motorrad, eine Fahrradkette als Waffe und ein fetziger Soundtrack nicht fehlen.

Fazit: Für Shaw Brothers, Chang Cheh und Chen Kaun-Tai Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Chou Lian Huan

HK 1972

R: Chang Cheh, Pao Hsueh-Li

D: Chen Kuan-Tai, Ching Li, Wang Chung, Chu Mu, Chiang Tao, Yang Chi-Ching, Tin Ching, Bolo Yeung

Laufzeit der US-Blu: Ca. 99 Min.

Gesehen am: Sept. 2011 / Neusichtung am: Aug. 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor (Shaw Brothers Classics Vol. Two) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es ein über 60mintügies Feature mit Meredith Lewis, einer australischen Autorin, die vor paar Jahren ein Buch über die Shaw Brothers schrieb (Ask For The Moon). Sie erzählt in dem 77minütiugen Feature über das Shaw Universum. Ich habe das Feature nebenherlaufen lassen. Ich fand es zuerst nicht uninteressant, aber doch sehr monoton vorgetragen. Und spätestens als sie Chang Cheh als sexistisch betitelt, habe ich die Sichtung vorzeitig abgebrochen. Den Film gibt es in Deutschland von filmArt auf Blu-Ray (Titel: Der Mann mit der Tigerpranke).