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Donnerstag, 30. Januar 2020

Gojoe Review

Japanuary 2020 / NIFFF 2010




Gojoe

Story:

Japan im 12. Jahrhundert:

Das vor Krieg gebeutelte Land wird weiterhin von Morden, Attentätern und verfeindeten Clans geplagt. Besonders auf und um die Gojoe Brücke kommt es, spezifisch nachts, zu Morden, die einem Dämon zugeschrieben werden. Benkei (Daisuke Ryû), ein ehemaliger Kämpfer und jetzt Mönch, will sich dem «Dämonen»-Problem annehmen…

Meine Meinung:

Gojoe von Regisseur Gakuryû Ishii (mir selbst unbekannt – kenne nach Recherche nur einen weiteren Film aus dessen Karriere = Isn't Anyone Alive?) sah ich 2010 am NIFFF. Dieser lief dort an einer Retroperspektive. Auf meiner alten Homepage betitelte ich Gojoe damals als besten Film des ganzen NIFFF 2010 – also schlug Gojoe Filme wie Mutant Girls Squad, 5150 Elm's Way, Agora, Bedevilled, Gallants, Dream Home, Black Death, Enter the Void, Valhalla Rising, Tetsuo: The Bullet Man, Murderer sowie Raging Phoenix. Nicht schlecht. Ob der Film auch jetzt, Jahre später und ausserhalb des Kinos zu überzeugen vermag?

Ja – und wie! Gojoe ist wunderschönes und sinnliches Kino, wie es nur aus Japan kommen kann! Der Film, der im klassischen Japan spielt, nimmt sich für die Story viel Zeit und baut von Beginn an, eine halluzinatorische, fesselnde und spannende Stimmung auf, die vor allem durch einen grossartigen Soundtrack und Ton/Geräuschkulisse untermauert wird (Soundtrack stammt z.T. von der Band Mach 1.67).

Besonders im Finale, in welchem auch metallische Klänge, Funken/Blitze und Feuer als optische sprich audiovisuelle Spielereien nicht fehlen, wird der Film zu einem absoluten Höhepunkt. Die zuweilen sehr rasanten Actionschwertkampf-Szenen sind stark choreographiert und der Bodycount ist allgemein sehr hoch. Bisschen Humor lockert das ganze hier und da auf (Benkei und seine Beziehung zu seiner Ex-Gang).

Im Grossen und Ganzen ist Gojoe jedoch ernst, humorlos, inhaltlich philosophisch, spirituell und symbolträchtig. Daisuke Ryû als Mönch mit intensiver Wahrnehmung als «Dämonen» Jäger macht einen grossartigen Job. Er – und sein Gegenüber, Tadanobu Asano, tragen den Film allein und der Fan darf sich freuen, bevor die zwei im Finale aufeinandertreffen. Beide agieren ganz wunderbar – für mich Tadanobu Asano beste Rolle nebst seiner Kakihara Rolle in Ichi the Killer. Auch der restliche, mir jedoch unbekannte Cast, ist in seinen Rollen überzeugend.

Fazit: Audiovisuell bild- und tonverliebter, ruhiger, stark gespielter und fesselnder Film, den ich Fans des jap. Kinos nur empfehlen kann!

Infos:

O: Gojoe senki

Japan 2000

R: Gakuryû Ishii

D: Tadanobu Asano, Masatoshi Nagase, Daisuke Ryu, Masakatsu Funaki, Kunimura Jun

Laufzeit der US-DVD: 137:50 Min.

Gesehen am: Juli 2010 / Review überarbeitet: Jan. 2020

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Tokyo Shock vor = Gute Bildqualität, sehr gute Tonqualität, Uncut, O-Ton und englische Subs. Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Jan. 2020).