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Montag, 4. Dezember 2023

Malastrana

Malastrana

Story:

Journalist Gregory Moore (Jean Sorel) wird leblos in einem Park aufgefunden. Der Arzt stellt fest, dass Gregory tot ist. Doch dem ist nicht so: er kann hören und sehen, was um ihn herum passiert. Aber nicht auf seine Situation aufmerksam machen. Er droht, aufgeschnitten zu werden (Autopsie). Gregory versucht sich zu erinnern, was zuvor passiert sein könnte, in der Hoffnung, dass dies seine Rettung bedeuten könnte…

Meine Meinung:

Zu Ehren des vor kurzem verstorbenen Regisseur Aldo Lado, von dem ich nur ganze zwei Filme habe und kenne, kam es zu einer Neusichtung von Malastrana, einer Co-Produktion zwischen mehreren Ländern (Italien, dem damaligen Jugoslawien und Deutschland). Das erklärt auch den internationalen Cast wie Jean Sorel (In the Eye of the Hurricane), Fabijan Šovagović (Der Rattengott), Barbara Bach (Ein Bürger setzt sich zur Wehr) oder Mario Adorf (Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale).

Malastrana sah ich bisher nur einmal. Ich wusste nichts mehr vom Film. Die Sichtung fühlte sich also so an, als guckte ich den Film zum ersten Mal. Schon als ich die Inhaltsangabe las, war das Interesse geweckt. Der Film funktioniert vor allem dann, wenn man möglichst wenig im Vorfeld weiss. Nicht tot aber als tot abgestempelt zu werden (und somit eine Autopsie an sich selbst mit zu erleben und zu fühlen und/oder lebendig vergraben zu werden) ist definitiv guter Stoff für einen phantastischen Horrorfilm.

Malastrana würde ich als einen Mix aus Krimi, Horror, Mystery und Giallo beschreiben. Der Film startet mit einem stimmungsvollen, Unheil versprechen Soundtrack durch die Strassen Prags. Sehr stimmig eingefangen und macht Lust auf mehr. Für die Musik/Songs zeichneten sich Ennio Morricone (Der Schwarze Tag des Widders), Bruno Nicolai (The Bloody Judge) und Jürgen Drews ab. Letzterer ist als Strassenmusiker zu sehen und darf einen Song trällern. Die Musik von Ennio Morricone/Bruno Nicolai ist gelungen. Der Verlauf des Filmes ist langsam.

Der Film wartet am Ende mit coolen Szenen und Überraschungen auf. Gegen Ende geht der Film mehr Richtung Horror, erinnert dabei aber von der Stimmung her immer etwas an Filme wie The Sentinel, Spider Labyrinth oder Rosemaries Baby. Geübte Zuschauer werden so was in die Art und Richtung vermuten. Es ist also nicht ganz neu, aber speziell für ein Regiedebüt ist der Inhalt doch sehr innovativ, beachtlich und originell. Der langsame Verlauf der Story könnte aber nicht jedem gefallen.

Fazit: Sehenswert! 

Infos:

O: La Corta notte delle bambole di vetro

Italien, Jugoslawien, Deutschland 1971

R: Aldo Lado

D: Jean Sorel, Ingrid Thulin, Mario Adorf, Barbara Bach, Fabijan Šovagović, Piero Vida, José Quaglio, Luciano Catenacci, Semka Sokolovic-Bertok

Laufzeit der deutschen DVD: 92:50 Min.

Gesehen am: ? / Neusichtung am: 29.11.23

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Camera Obscura vor = Schuber, Booklet, Doppel DVD, Uncut, Deutsch/Ital. mit Subs, recht gute Bild- und Tonqualität. Gibt es inzwischen vom Label auch auf Blu-Ray.

Freitag, 23. April 2021

Fair Game Review

Fair Game

Story:

 

Drei Känguru-Jäger (Peter Ford, David Sandford, Garry Who) provozieren die ansässige und alleinlebende junge Frau Jessica (Cassandra Delaney), die sich in ihrem Reservat für verletzte Tiere stark macht. Was als Spass beginnt, artet immer mehr aus…

 

Meine Meinung:

 

Mitte 80er Jahre Ozploitation den ich mir nach der Camera Obscura Ankündigung und dem Sichten des vielversprechenden Trailers auf die Wunschliste gesetzt habe. Fair Game fesselt, ist spannend und unterhält vom Anfang bis zum Ende.

 

Es muss aber auch klar gesagt werden, dass der Inhalt wenig originell, die Darstellung der männlichen Figuren sehr stereotyp/sexistisch sind und der Streifen relativ "harmlos" ist – vergleicht der Genre-Freund mit anderen Filmen dieser Art aus Australien.

 

Aber – ich will Fair Game damit nicht schlecht schreiben. Der Film ist packend, die Geschichte spannend und wartet mit einem coolen und immer passenden Soundtrack für das Gezeigt auf. Und eines der grössten Highlights des Filmes sind die wunderbaren Aufnahmen vom Outback und die Settings = exzellent! Nur schon deshalb zu empfehlen!

 

Die Darsteller haben ihre Sache sehr gut gemacht – und mutig! Das gilt vor allem für Cassandra Delaney, die auch einige Stunts selbst und mutig (und halbnackt) durchführte! Die männlichen Kollegen sind zwar alles Arschlöcher und sexistisch dargestellt, aber mich stören diese Klischees im Grunde auch gar nicht. Im Gegenteil: von dieser Art Film erwartet man genau DAS und bekommt es auch!  Schöne Redneck-Darstellungen à la Razorback und Co. Dazu kommen einige grandiose Action-Sequenzen, so dass ich Fair Game jedem Ozploitation-Fan nur empfehlen kann!

 

Infos:

 

O: Fair Game

 

Australien 1986

 

R: Mario Andreacchio

 

D: Cassandra Delaney, Peter Ford, David Sandford, Garry Who

 

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 85:55 Min.

 

Gesehen am: 19.01.21

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD/Blu Ray Combo Fassung mit Booklet von Camera Obscura vor = Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs, diverse Extras (z.B. Doku in Spielfilmlänge). Bild- und Tonqualität sind exzellent.

Freitag, 9. Februar 2018

Deadly Games Stille Nacht/Tödliche Nacht

Deadly Games Stille Nacht/Tödliche Nacht

Story:

Der neunjährige Thomas (Alain Lalanne) freut sich über Weihnachten und den Weihnachtsmann. Thomas ist mit seinem Opa allein zu Hause, während die Mutter noch am arbeiten ist. Da dringt ein als Weihnachtsmann verkleideter Psychopath in die Wohnung ein und macht Jagd auf Thomas. Doch dieser weiss sich zu wehren…

Meine Meinung:

Von diesem Film habe ich zuvor noch NIE gehört oder gelesen. Das Label Camera Obscura hat den französischen «Kevin allein zu Haus» Verschnitt, der sich lohnt, während der Weihnachtszeit geschaut zu werden und auch parodistische Rambo Anspielungen bereithält, vor Weihnachten 2017 in Deutschland auf DVD und Blu Ray veröffentlicht. Der Film scheint einige Fans zu haben, welche den Film als Kindheitserinnerung oder nostalgische Erinnerung titulieren. Da ich den Film nicht als Kind oder Jugendlicher gesehen habe, kann ich die teilweise hohe Freude über den Film nicht teilen.

Deadly Games ist kein Überfilm, aber er ist spassig und kurzweilig. Ich hatte Bedenken (nervt das Kind?) die zum Glück zu Unrecht waren. Das Kind nervt nicht und die viele Gimmicks und Geheimgänge in dessen zu Hause und der Kampf gegen den Weihnachtsmann erinnern nicht nur an Kevin allein zu Haus sondern auch an Das Haus der Vergessenen von Wes Craven.

Das Setting und die Kameraführung waren speziell. Es entsteht eine einzigartige Stimmung, die den Film vom typischen US-Kino unterscheidet. Die Darsteller, mir allesamt unbekannt, haben ihre Sache grossartig gemacht. Trotz vieler übertriebenen Szenen kommt das Gezeigte glaubhaft rüber.

Es sind kühle, kalte und trostlose Bilder, die eine düstere und bedrohliche Atmosphäre schaffen, welche perfekt zu den weissen, verschneiten Bildern und zur Bedrohung, die vom Psychopathen ausgehen, passen.

Fazit: Zuvor noch nie gehört doch Blindkauf nicht bereut. Die ganz grosse Euphorie kann ich nicht teilen, da ich keinen speziellen Bezug zum Film hege (sprich ist für mich keine Kindheitserinnerung, kein Nostalgie-Bonus), aber ich wurde doch ganz gut und vor allem kurzweilig unterhalten, so dass ich den Film empfehlen kann.

Infos:

O: 3615 code Père Noël

Frankreich 1989

R: René Manzor

D: Brigitte Fossey, Louis Ducreux, Patrick Floersheim, Alain Lalanne

Laufzeit der deutschen DVD: 87:47 Min.

Gesehen am: 27.12.17

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Camera Obscura vor = Uncut, sehr gute Bildqualität, Deutsch (sehr gute Synchro) oder Franz. mit deutschen Subs. Gibt es in diversen Auflagen vom Label d.h. u.a. auch als Blu Ray. Die DVD genügte meinen Ansprüchen und war in der Anschaffung am billigsten.

Montag, 20. November 2017

Die Grausamen Drei Review

Die Grausamen Drei

Story:

Drei junge Männer (u.a. Joe Dallesandro) sorgen in Turin für Angst und Schrecken. Aus Langeweile heraus fallen diverse Personen den Männern zum Opfer – willkürlich und weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Ein alter Polizist beginnt zu ermitteln…

Meine Meinung:

Der Film wirkte auf mich als ein Mix aus A Clockwork Orange (da drei Männer wahllos töten und vergewaltigen), typisch Ital. Polizeifilm und Krimi. Zunächst war ich skeptisch aber während dem Fortlaufen der Story konnte ich mich mit Die Grausamen drei (der Titel ist gut gewählt) gut anfreunden. Der etwas untypische Inszenierung-Stil des Filmes und der Soundtrack waren gewöhnungsbedürftig, passten aber letztendlich sehr gut zum Inhalt und den Figuren.

Es wird auf alle Fälle nicht langweilig, dass Katz- und Mausspiel zwischen den drei Tätern (vor allem Joe Dallesandro und dem Cop) machen grossen Spass und sind spannend und amüsant in Szene gesetzt. Die Taten und Scherze, welche das Trio ausführt, sind zunächst eher harmlos, steigern sich aber mehr und mehr in Gewalt und Tod.

Die Themenlage trifft auch den heutigen Zeitgeist noch sehr gut. Joe Dallesandro (Flesh for Frankenstein, Blood for Dracula, The Climber), Playboy aus der Zeit und Schützling von Paul Morrissey (auch durch ihn zufällig entdeckt), passt perfekt in die Rolle des Anführers des killenden Trios. Aber auch die anderen zwei Männer, Joes Filmfreundin und der alternde Polizist sind stark und glaubwürdig. So macht ein Film durch und durch Spass: nicht langweilig, spannend, starke Leistungen der Darsteller!

Fazit: Jeden Fan des Ital. Genre-Kinos zu empfehlen!

Infos:

O: Fango bollente

Italien 1975

R: Vittorio Salerno

D: Salvatore Borghese, Martine Brochard, Luigi Casellato, Umberto Ceriani, Joe Dallesandro

Laufzeit der deutschen Blu Ray: 84:38 Min.

Gesehen am: 23.10.17

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu Ray vor = Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, Ital. Ton, deutsche Subs, Booklet mit Infos, Schuber, exklusive Extras (Featurette, Interview, Audiokommentar).

Mittwoch, 14. Juni 2017

Amuck Review

  
Amuck

Story:

Greta (Barbara Bouchet) arbeitet Undercover als Sekretärin für den Ital. Autor Richard Stuart (Farley Granger). Grund: Gretas Freundin Sally (Patrizia Viotti) arbeitete auch für Richard und ist dann plötzlich vor mehreren Monaten spurlos verschwunden. Greta versucht hinter das Geheimnis um Sallys Verschwinden zu kommen…

Meine Meinung:

Amuck war ein Blindkauf. Von dem deutschen Label Camera Obscura kaufe ich fast alles, wenn das Genre eines ist, welches mich interessiert (Arthouse, Giallo, Thriller, Erotik) und sie veröffentlichen halt viele tolle Ital. Genrefilme – die einerseits selten sind, und andererseits bisher immer meinen Geschmack trafen.

So auch Amuck – ein Erotik-Thriller. Der Film, der in einigen Reviews als Softporno betitelt wird, ist davon weit entfernt. Da gibt es viele Ital. Filme, die deutlich mehr nackte Haut und/oder Sex zeigen als Amuck. Amuck bietet hier und da auch nackte Haut – jedoch immer erotisch und ästhetisch, nie schmuddelig. Vor allem die eine Szene mit den zwei hübschen Barbara Bouchet und Rosalba Neri war schon sehr knisternd, stimmungsvoll und sehenswert in Szene gesetzt.

Der Film erzählt aber definitiv eine Story und das Anwesen des Autors und ihm selbst verbirgt ein Geheimnis. In dieser Hinsicht ist der Film jedoch eher schwach. Solche Geschichten hat man a) schon viele Male im Genre gesehen, und b) auch um einiges interessanter, überraschender oder härter. Der Film ist solide spannend, aber das Ende war dann trotzdem stark vorhersehbar und irgendwie auch leicht enttäuschend. Mag für Neueinsteiger ins Genre originell wirken, nicht aber wenn man schon viele Ital. Genrefilme gesehen hat.

Der Film hat dafür optisch (Das Schloss, die Umgebung, die beiden Frauen) und schauspielerisch sehr überzeugt und zumindest damit die schwache Story und deren Entwicklung ein wenig kompensiert.

Wer das Ital. Kino dieser Zeit mag, kann sich Amuck problemlos ansehen, ohne gross enttäuscht zu werden. Inhaltlich sollte man trotzdem nicht zu viel erwarten und dafür das tolle Schauspiel und die stimmungsvollen Bilder geniessen.

Infos:

O: Alla ricerca del piacere

Italien 1972

R: Silvio Amadio

D: Farley Granger, Barbara Bouchet, Petar Martinovitch, Dino Mele, Rosalba Neri

Laufzeit der deutschn Blu Ray: Ca. 101 Min.

Gesehen am: 07.05.17

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu Ray (inklusive Booklet und Soundtrack CD) von Camera Obscura vor = Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, Englisch Dubbed oder Ital. O-Ton mit englischen oder deutsche UT. Es gibt keine Synchro, da deutsche Erstveröffentlichung seitens Camera Obscura.

Samstag, 6. Mai 2017

Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen Review

Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen

Story:

Fabio Santamaria (Enzo Cerusico) beobachtet beim Angeln einen Mord. Voller Panik meldet er den Vorfall nicht sofort - ganz zu seinem Nachteil. Denn der Täter, ein wohlhabender, angesehener Professor (Riccardo Cucciolla), meldet sich als Zeuge bei der Polizei, führt diese zur Leiche und gibt Fabio Santamaria als Täter an...

Meine Meinung:

Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen hat mir sehr sehr gut gefallen. Der sozialkritische Thriller spielt gekonnt mit der Frage um Recht und Unrecht, richtig und falsch und zeigt ein düsteres Italien der 70er Jahre - für den gängigen Durchschnittsbürger wie es Fabio Santamaria ist.

Der Film fesselt von der ersten Sekunde an und unterhält stabil und spannend bis zum Ende. Der Film beginnt interessant mit dem Mord und dem Zeugen - und dann dem Verlauf der Story die plötzlich eine andere Wendung nimmt, als Fabio selbst als Mörder dargestellt und von der Polizei gesucht wird. Kritik am System, der Polizei wie auch all die anderen Klischees (Unterschichten wie die Prostituierten, die Darsteller der Presse etc.) passen wunderbar zusammen, so dass Fans des Ital. Kinos der 70er hier unbedingt zuschlagen sollten!

Der tolle Soundtrack von Riz Ortolani (mit dem kritischen und passenden Song am Ende) tut sein Übriges dazu. Die fehlende Action (gibt es kaum, wobei es doch eine wilde Fahrt durch die Strassen Italiens zu sehen gibt) stört überhaupt nicht, da der Film von wunderbaren Darstellern, allen voran Enzo Cerusico und Riccardo Cucciolla, getragen wird. Doch auch die Nebenfiguren (Fabios Frau, die Polizei, der Reporter der ans Fabios Unschuld bzw. an die Schuld des Professors glaubt) machen alle einen fantastischen Job, so dass ich diesen hervorragenden Krimi jedem Italo Filmfan nur ans Herz legen kann!

Fazit: Intensive, spannende und fesselnde Unterhaltung mit einem fiesen Ende sind garantiert!

Infos:

O: No il caso è felicemente risolto

Italien 1973

R: Vittorio Salerno

D: Enzo Cerusico, Enrico Maria Salerno, Riccardo Cucciolla, Martine Brochard

Laufzeit der deutschen Blu Ray: 97:51 Min.

Gesehen am: 16.08.16

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu Ray von Camera Obscura vor = erstklassige Bild- und Tonqualität (gesehen in Ital. mit deutschen UT), Uncut, Booklet mit Filminfos etc.