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Dienstag, 7. Juli 2026

Hen

NIFFF 2026 Spezial

 

Hen

Story:

Dawid (Stian Bam) finden in der südafrikanischen Einöde die Überbleibsel eines Massakers vor. Er vergräbt die Opfer und findet in einer Truhe eingesperrt einen stark eingeschüchterten, verletzen und verwilderten Jungen, der sich später als Lukas (Dawian van der Westhuizen) vorstellt. Dawid nimmt den Jungen zu sich nach Hause. Dawid und seine Ehefrau (Amalia Uys) beschliessen, den Jungen bei sich aufzunehmen…

Meine Meinung:

Hen stellt am diesjährigen NIFFF den bisher besten und interessantesten Film dar. Ich wusste praktisch gar nichts, als ich Hen gebucht habe. Es handelt sich um einen südafrikanischen Film von Nico Scheepers. Ein Regie-Debüt. Dieses darf als gelungen bezeichnet werden. Der Film, der komplett in s/w Bilder gedreht wurde (stark, was für Bilder uns hier präsentiert werden!), ist ein Mix aus Arthouse, Horror (hier und da fällt in anderen Berichten auch das Wort Folkhorror) und ein Slowburner.

Hen bietet von Anfang an fantastische Bilder. Die Kameraführung ist ein Genuss. Die Isolation des Landes und später auf der Farm werden wunderbar stimmungsvoll eingefangen. Der Film ist für einen Slowburner sehr langsam in seiner Entwicklung. Es fallen lange keine Dialoge, und ich musste etwas gegen die Müdigkeit ankämpfen, da zu bequeme Kinositze, über 30 Grad und ich war müde. Aber nach und nach fesselte mich der Plot mit dem Verlauf der Handlung. Natürlich kann der Zuschauer einige Sachen vorhersehen. Ansonsten sei gesagt, dass es viel Tierleid zu sehen gibt. Wer damit ein Problem hat, sollte Hen ggf. meiden.

Was die Hintergründe und Hintergedanken des Regisseurs sind, ist mir nicht bekannt. Die NIFFF Vorstellerin sprach von der Kolonisierung (falls ich das korrekt verstanden habe). Aber eigentlich hatte der Film damit nicht wirklich was zu tun, fand ich. Das ist auch gut so. Manchmal ist es besser, wie à la Backrooms, am Ende keine klaren Antworten zu bekommen. So macht später auch eine neue Sichtung Spass und/oder man geniesst einfach die Bilder und das Schauspiel. Und letzteres war absolut herausragend. Stian Bam und Amalia Uys waren in ihren Rollen überzeugen und Dawian van der Westhuizen spielt den kleinen Jungen absolut phänomenal.

Fazit: Sehenswertes und nicht uninteressantes Regiedebüt!

Infos:

O: Hen

Südafrika 2025

R: Nico Scheepers

D: Dawian van der Westhuizen, Amalia Ulys, Stian Bam

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 109 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Montag, 30. März 2026

They Will Kill You

They Will Kill You

Story:

Asia Reaves (Zazie Beetz) nimmt in einem Hotel eine Stelle als Putzkraft an. Doch dort erwartet sie eine unerwartete Überraschung…

Meine Meinung:

Vor vielen Monaten sah ich im Kino den Trailer zu They Will Kill You. Einem Film, von welchem ich noch nie gehört hatte. Der Trailer sah vielversprechend aus. Gestern ging es ins Kino. Ich wusste praktisch nichts über den Film, die Produktion oder Cast und Crew. Obwohl der Trailer schon einige Story-Inhalte verrät, wusste ich das nicht mehr. Ich wusste nur, dass der Lead eine neue Stelle annimmt und sich in Gefahr begibt und dass es u.a. eine südafrikanische Produktion ist (u.a. in Kapstadt gedreht). Dass es sich um den neuen Film von Kirill Sokolov handelt, schnallte ich erst nach der Sichtung. Dessen Why Don't You Just Die! fand ich toll.

Daher überrascht es mich auch nicht, dass ich an They Will Kill You Gefallen fand. Selten hat mich ein Kinofilm in den letzten Monaten so gut unterhalten, wie They Will Kill You. Es ist gut, vor der Sichtung möglichst wenig über den Film zu wissen und zu sehen. Der Film hat mich an Filme wie The Raid, Kill Bill: Vol. 1 oder Bride of Re-Animator und Co. erinnert. Der Film war besser und deutlich blutiger als erwartet. Es gab zwei kleine Mankos, die aber nicht sonderlich ins Gewicht fallen = dreimal gefiel mir die Musik (Rap) nicht, da nicht meinem persönlichen Geschmack entsprechend und der Schweinekopf im Finale war billig (CGI).

Abgesehen davon waren die Effekte toll und stark anzusehen. Die Kampfszenen waren cool inszeniert. Es gibt mehrere epische Szenen, die optisch ein Genuss waren. Style over Substance Faktor. Die Splattereffekte waren auch cool. Der Plot war dünn und Mittel zum Zweck. Der Inhalt wird in Rückblenden und Kapiteln erzählt. Der Inhalt ist an sich nicht wirklich originell, aber perfekt geeignet, um spassig, blutig und actionreich zu unterhalten. Kirill Sokolov scheint zudem ein Fan von Quentin Tarantino zu sein. Viele Momente erinnern an das kultige Vorbild. Der schwarze Humor war speziell, hat für mich auch nicht immer, aber meistens, funktioniert.

Die mir unbekannte Zazie Beetz hat eine starke Leistung abgegeben. Man nahm ihr die Actionrolle durchaus ab. Man darf gespannt sein, was sie in Zukunft für Rollen annehmen wird. Dasselbe gilt für Regisseur Kirill Sokolov. Bitte mehr davon! Daneben ist der Film mit Namen wie Heather Graham (From Hell) und Patricia Arquette (A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors) auch prominent besetzt. Aber auch (mir unbekannte) Namen wie Tom Felton, Gabe Gabriel oder Myha'la (Bodies Bodies Bodies) waren überzeugend. Nur das vielgelobte Finale fand ich persönlich am schwächsten. Das hohe Niveau, welches der Film zuvor hält, kann nicht bis zum Ende mitgetragen werden.

Fazit: Spassig und unterhaltsam!

Infos:

O: They Will Kill You

Südafrika, USA, Kanada 2026

R: Kirill Sokolov

D: Zazie Beetz, Heather Graham, Tom Felton, Gabe Gabriel, Patricia Arquette, Myha'la, Paterson Joseph

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 29.03.26

Fassungen: In Bern im Kino gesehen = Englisch mit Untertiteln, Uncut, ab 16 Jahren freigegeben. Eine deutsche DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: März 2026).

Sonntag, 5. November 2023

Dust Devil


Horroktober 2023

Dust Devil

Story:

Wendy (Chelsea Field) hat genug von ihrem toxischen Ehemann und flüchtet ins Nirgendwo im südafrikanischen Backwood. Sie nimmt einen Anhalter (Robert John Burke) mit. Dieser ist jedoch in Wahrheit eine Art Dämon, ein Seelen stehlender «Serienkiller». Sie begibt sich in Gefahr. Derweil machen sich Wendys Ehemann (Rufus Swar) und ein Polizist (Zakes Mokae) auf die Suche nach dem Anhalter…

Meine Meinung (The Final Cut):

Nach seinem sehenswerten Überraschungserfolg und Erstlingswerk Hardware wurde Regisseur Richard Stanley (Die Farbe aus dem All), der vor kurzem auch zum Opfer des Social Media Mobs wurde (Frauen haben ihm fehlbares Verhalten und/oder Ähnliches vorgeworfen, von denen er kürzlich rechtlich freigesprochen wurde), von Miramax unterstützt. Richard Stanleys Werk Dust Devil ist von einem Mainstream-Film weit entfernt, was Miramax gar nicht passte.

Der Film wurde in den USA stark geschnitten. Sämtliche mythologischen und übernatürlichen Szenen flogen aus dem Film. Dust Devil ist in der Tat ein spezieller Film. Bei dieser 2. Sichtung war ich nicht 100% bei der Sache, was nicht gut war. So werde ich dem Film später (in einer neuen Version, mehr dazu unter Fassungen) nochmals eine Chance geben. Teilweise ist die Stimmung unglaublich gut, die Musik gefällt und auch das Schauspiel. Vor allem das Übernatürliche in Kombination mit einer Dämon-Serienkiller-Road-Trip Fantasy-Endzeit-Stimmung hat mir eigentlich noch gut gefallen. Es braucht etwas Zeit, sich auf den Film, den wirren Inhalt, die Figuren und den Verlauf einzulassen. Man muss dafür offen sein.

Auch die wenigen Effekte sind gut getrickst: vor allem Leichen, abgetrennte Körperteile oder veränderte Dämonen-Fratzen und ein cooler Head-Shot sind in der Hinsicht zu erwähnen. Aber von einem Splatter-Film ist Dust Devil, der vor allem durch die Story, das Schauspiel, die Optik/Bilder und Stimmung punktet, weit entfernt. Jedoch hat mir nicht alles am Film gefallen: einige optische Spielereien waren fast etwas zu viel des Guten und der Sprecher, der sich ab und zu immer wieder meldet, hätte man sich sparen können. Der gefiel mir nicht.

Die Schauspieler, allen voran Chelsea Field (Last Boy Scout, The Birds II), Robert John Burke und Zakes Mokae (Body Parts) waren in ihren Rollen sehenswert und authentisch. Glaubhafte Darstellungen. Auch wenn ich nicht alles und jede Szene im Film mochte, muss ich sagen, dass ich mich auf eine zukünftige 3. Sichtung (in einer noch besseren Fassung) freue. 

Fazit: Wer Hardware mochte, kann auch bei Dust Devil einen Blick riskieren!

Infos:

O: Dust Devil

Südafrika, Großbritannien 1992

R: Richard Stanley

D: Chelsea Field, Robert John Burke, Rufus Swar, Zakes Mokae

Laufzeit der US-DVD: 108:02 Min.

Gesehen am: Juni 2008 / Neusichtung am: Okt. 2023

Fassungen: Mir lag die Subversive Cinema - Limited Collector's Edition vor. In dieser US-DVD Box sind folgende Dinge zu finden: Dust Devil als Final Cut (die vom Regisseur bevorzugte Fassung), Dust Devil als Workprint, eine Soundtrack CD und drei Dokumentationen vom Regisseur verteilt auf zwei DVDs. Also insgesamt fünf Discs beinhaltet das Set. Das US-Set wird verkauft und die deutsche Blu-Ray von Koch Films (Mediabook) habe ich mir bereits (überraschend billig auf Ebay = 20 CHF) bestellt! Warum? Das Set hat deutsche / englische Subs zum Hauptfilm (US-Fassung hat keine Subs), die Bildqualität ist besser und das Format ist leicht anders (im Finale ist in einer Szene spritzendes Blut zu sehen, welches in der US-Fassung vom schwarzen Balken verdeckt wird). Ich will dem Film gerne nochmal eine Chance geben, in einer noch besseren Fassung. Im deutschen Set sind auch der Final Cut, der Workprint und zudem noch die deutsche Kinofassung zu sehen (wohl der Miramax Cut). Es gäbe noch ein limitiertes Mediabook mit Soundtrack-CD und Dokus, aber das brauch ich alles nicht (oder hätte ich ja noch auf der US-DVD Fassung, falls die niemand kauft). Nachtrag 01.05.24: für eine weitere Sichtung lag mir nun das deutsche Mediabook von Koch Films vor = DVD, Blu-Ray, drei Fassungen (Final Cut, Deutsche Kinofassung und Workprint) und Booklet. Ich habe dem Film nochmals eine Chance gegeben und war diesmal auch mehr bei der Sache. Die Bild- und Tonqualität sind exzellent. Massiv besser als bei der US-DVD. Dazu gibt es zum O-Ton auch englische Untertitel, was löblich ist (viele deutsche Vös haben nur deutsche Subs). Es gibt viele Extras und bei der Szene im Finale mit dem Messer ist der Bildausschnitt der deutschen Blu-Ray optimiert worden: das blutige Messer ist nun ganz zu sehen während dies in der US-DVD nicht der Fall ist. Ich mochte den Film deutlich mehr als bei meiner Sichtung im letzten Horroktober. So bin ich froh, dem Film in einer verbesserten Fassung nochmals eine Chance gegeben zu haben. 

Samstag, 26. Februar 2022

Fried Barry Review

Fried Barry

Story:

 

Barry (Gary Green) ist ein Drogenwrack und auf einem Trip, als er von Aliens entführt und sein Körper ausgewählt wird, damit ein Alien in Barrys Körper die Menschen ausspähen kann. Doch die Wirkungen der Drogen sorgen für eine ganz besonderen Trip durch Cape Town…

 

Meine Meinung:

 

Fried Barry, der 2020 am BRUGGGORE Horror Movie Festival lief, hat mich mit einem vielversprechenden Trailer angesprochen. Daher wurde der Film auch blind gekauft. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was ich erwarten sollte und erwartete gar nichts. Doch leider wurde ich enttäuscht. Und im Nachhinein war mir auch klar, warum auf der Rückseite der deutschen Blu-Ray keine Inhaltsangabe notiert wurde.

 

Wenn ich im Online-Duden das Wort sinnlos aufsuche (= ohne Vernunft, ohne erkennbaren Sinn oder Zweck, "ein sinnloser Streit, Krieg") könnte Fried Barry als synonym zu sinnlos gelten. Selten sah ich einen sinnloseren Film ohne Sinn und Verstand als Fried Barry. Komischer Film ohne richtigen Plot. Kein Film, wo man sich konzentrieren muss oder Angst haben muss, wenn man schnell weggeht, was zu verpassen.

 

Vielleicht sollte der Inhalt witzig, originell oder modern sein?! Ein style over Substance oder ein Arthouse-Film? Oder vielleicht waren die Macher, wie Filmfigur Barry auch einfach nur high und auf Drogen. Gary Green spielt gut und teilweise gefiel mir die Musik im Film. Aber ansonsten war der Plot abstossend, uninteressant, langweilig, belanglos und sehr repetitiv.

 

Fried Barry kann leider auch nicht durch seine Produktion (Südafrikanischer Film) oder Settings überzeugen. Der Film könnte in jeder Grossstadt und genau so gut überall anders gedreht worden sein. Schade. Fried Barry ist übrigens eine Weiterführung des gleichnamigen Kurzfilmes (drei Minuten) aus dem Jahr 2017 vom gleichen Regisseur und Lead – dies würde auch den sinnlosen Plot des Spielfilmes erklären. Da hat man sich noch einen Alien-Plot und Sci-Fi Elemente dazu gedichtet, um das ganze auf Spielfilmlänge zu bringen. Hat leider nicht funktioniert. Als längerer Kurzfilm oder Musikvideoclip wäre Fried Barry eine deutlich bessere Idee gewesen.

 

Fazit: Sinnlos und langweilig!

 

Infos:

 

O: Fried Barry

 

Südafrika 2020

 

R: Ryan Kruger

 

D: Gary Green, Brett Williams,Joey Cramer, Sean Cameron Michael, Steve Wall, Hakeem Kae-Kazim

 

Laufzeit der deutschen Blu: 98:37 Min.

 

Gesehen am: 26:11.21

 

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Spirit Media / WVG vor = Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs, Wendecover, sehr gute Bild- und Tonqualität.

Mittwoch, 8. Dezember 2021

The Empty Man Review

The Empty Man

Story:

 

Auf eine Inhaltsangabe wird bewusst verzichtet. Nicht zu wissen, um was es in The Empty Man geht (+ keine Trailer schauen) = Film wirkt so am besten! Spreche aus eigener Erfahrung!

 

Meine Meinung:

 

The Empty Man wurde mir vom Kumpel empfohlen. Zudem hielt ich mich an zwei Ratschläge von ihm: ich habe keine Inhaltsangabe/Reviews gelesen und schaute mir auch keinen Trailer an. Und ich muss sagen, dass sich das gelohnt hat!

 

The Empty Man ist einer der besten Horrorfilme seit langem, welche ich sah. Ich habe schon lange keinen solch packenden, fesselnden und spannenden Film mehr gesehen. Damit reiht sich The Empty Man in die Kategorie Film wie The Witch, It Follows oder Hereditary. Die wirkten auf mich ähnlich faszinierend.

 

The Empty Man ist irgendwie ein Mix aus The Ring, The Ritual, Candyman, Suicide Club und Angel Heart und dennoch genug Eigenständigkeit bietend. Der Film ist trotz seiner über zwei Stunden Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig, auch wenn gegen Ende hin einige Twists doch vorhersehbar sind (für geübte Zuschauer). Der Inhalt packt aber definitiv!

 

Es gibt einige herrlich stimmungsvolle und hübsch gruselige Momente, welche ich so schon seit langem beim Schauen eines Filmes nicht mehr wahrnahm. Mein Tipp: alleine schauen, abdunkeln, Ton voll aufdrehen! Wirkung = Intensiv! Der Soundtrack des Filmes ist bombastisch und der Wahnsinn! So wird Stimmung gemacht (in dem Fall ohne 08/15 Jump-Scares sondern durch Bilder, Musik und dem Generieren von Stimmung).

 

Der Cast ist mir total unbekannt. Regisseur David Prior hat bisher so gut wie keinen richtigen Spielfilm realisiert und auch die Darsteller sagen mir nichts. Aber James Badge Dale, Marin Ireland (Piercing), Sasha Frolova oder auch Samantha Logan machen ihre Sache mehr als ordentlich. Einziges Manko sind vielleicht einige billige Greenscreen Aufnahmen zu Beginn, die das Setting suggerieren sollen (solche Szenen sind jedoch z.B. in jedem Film aus China 100x mieser). Die Szenen heben sich zum Glück in Grenzen.

 

Fazit: Wer einen spannenden, originellen und fesselnderen Horror-Genre-Beitrag sehen möchte, macht mit The Empty Man alles richtig!

 

Infos:

 

O: The Empty Man

 

USA, Südafrika, UK 2020

 

R: David Prior

 

D: James Badge Dale, Samantha Logan, Stephen Root, Joel Courtney, Marin Ireland

 

Laufzeit der Online-Fassung: Ca. 137 Min.

 

Gesehen am: 21.09.21

 

Fassungen: Gesehen via Stream (Rakuten TV) in Englisch mit deutschen oder englischen Subs. Die deutschen Subs waren nach 80 Minuten unbrauchbar, da plötzlich so stark verzögert, dass man diesen nicht mehr folgen konnte. Die englischen Subs sind von diesem Fehler nicht betroffen. Stream war kaufbar in SD, HD und UHD. Ich guckte in HD. Es gibt keine DVD/Blu-Ray und es ist nicht bekannt, ob der Film auf Scheibe überhaupt erscheinen wird. Im Moment sieht es nicht danach aus (Stand: Sept. 2021). Nachtrag: es gibt mind. in Australien eine DVD, jedoch wohl ohne Subs (und nix Blu-Ray).

Donnerstag, 8. Juli 2021

Gaia Review

NIFFF 2021 Spezial

Gaia

Story:

Gabi (Monique Rockman) und Winston (Anthony Oseyemi) sind im afrikanischen Busch unterwegs. Als Gabi ihre Drohne verliert, willigt Winston ein, dass er ihr eine Stunde Zeit gibt, danach zu suchen. Doch Gabi gerät in eine Falle und schleppt sich verletzt in ein Holzhäuschen, welches von zwei Einsiedlern (Alex van Dyk, Carel Nel) bewohnt wird. Ob sie diesen trauen kann? Wo ist Winston, der bereits nach ihr suchte? Und was sind das für komische Geräusche und Laute, die von draussen ins Häuschen schallen?

Meine Meinung:

Gaia hat Vibes die an den auch am NIFFF gezeigten In the Earth erinnern. Ich war gespannt, so mochte ich den Trailer zum Film (sah ich bereits vor der NIFFF Ankündigung) - vor allem optisch schien der Film interessant. Ich malte mir aus: Ein Kult? Monster? Halluzinationen? Veränderungen (am Körper)? Optische Spielereien? Tönt nach einem tollen Genre-Film!  

Leider hat mich Gaia nicht überzeugt. Das Konzept ist zunächst interessant. Der Film ist optisch, wie erwartet, wunderschön und die Story entwickelt sich langsam (was ich mochte). Viel wird nicht erklärt, aber es gibt nichts Neues in dem Film zu sehen. Dreist ist sogar, und das erfuhr ich erst nach der Sichtung, dass sich der Film bei den Monstern am Videospiel The Last of Us orientiert hat bzw. die Monster quasi einfach 1:1 aus dem Videospiel geklaut hat. «Rechtestreit, ich hör dich trapsen»!

Die Monster sah man vielleicht auch deshalb immer nur ultrakurz (und natürlich nur CGI Geschöpfe). Body-Horror-Elemente à la David Cronenberg kommen auch vor. Diese gefielen mir. Eine gewisse Spannung ist gegeben, zumindest in den ersten ¾ des Filmes. Danach verschlechtert sich der Plot: es geht alles Schlag auf Schlag wo die Erzählweise und Entwicklung zuvor halluzinatorisch langsam erzählt wurde. Zudem wirkt der Plot danach mehr und mehr zu konstruiert. Die Monster geraten in den Hintergrund und die Sozialkritik mit der letzten Szene (Vorschlaghammer) ist doof und gefiel mir nicht.

Das ist schade. Das Drehbuch liess den Film am Ende im Stich. Teilweise hatte ich auch das Gefühl, die Macher wussten selbst nicht, auf das sie den Fokus legen sollten. Optisch ist der Film ein Hochgenuss und der Mix aus gefährlichem Kult, Wahnsinn, Monstern, Sozialkritik und Szenen die aus dem japanischen Film Matango: Attack Of The Mushroom People hätten stammen können plus ein sehr gutes Schauspiel der Darsteller machen Gaia vordergründig zu einem interessanten Genre-Werk.

Fazit: Kann man einmal ansehen aber endete für mich enttäuschend! Ich empfehle den klar sehenswerteren In the Earth!

Infos:

O: Gaia

Südafrika 2021

R: Jaco Bouwer

D: Monique Rockman, Carel Nel, Alex van Dyk

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 96 Min.

Gesehen am: NIFFF 2021

Fassungen: Gesehen am NIFFF im O-Ton mit englischen Subs. Es gibt noch keine DVD/Blu-Ray (Stand: Juli 2021).

Sonntag, 24. Mai 2020

Return of the Family Man Review

Return of the Family Man

Story:

Zwei Gruppen von Menschen (ein Paar inklusive Freund und eine Touristengruppe) werden in einem abgelegenen Ort von einem ausgebrochenen Serienkiller verfolgt…

Meine Meinung:

Den Film habe ich aus drei Gründen gekauft:

1. Slasher Genre

2. Scheint es den Film bis dato weder auf DVD noch Blu-Ray zu geben

3. War er als Korea VHS mit schönem Cover-Artwork und Motiv verfügbar

Als Slasher Fan kann ich sagen: der Film ist okay und mit den richtigen Erwartungen kurzweilig. Aber Return of the Family Man ist definitiv kein Kracher. Dazu war der Film teilweise zu zahm und auf gewisse Slasher-Elemente/Klischees wartet der Fan vergeblich (Drogenkonsum, Sex). Auch in dieser Hinsicht ist der Film zu zahm.

Die Protagonisten sind jedoch Erwachsene, und keine Teens. Vielleicht lag es daran? Der Bodycount ist auf jeden Fall hoch, nur schon zu Beginn des Filmes, wenn es in einem Drogenlabor zu einer blutigen Schiesserei kommt oder dem Ausbruch des Killers, der im Bus ein Massaker unter den Cops und anderen Gefangen anrichtet.

Der Crash mit dem Bus war sehenswert in Szene gesetzt. Unübliche Szene für einen Slasher. Das Südafrika-Setting kommt dem Film gut zu stehen. Das Overacting und die Figurenzeichnung waren stellenweise doof und ich kann verstehen, wenn 1-2 Figuren den Zuschauer sehr nerven.

Trotz hohem Bodycount sei jedoch gesagt, dass die meisten Morde unblutig und/oder im off screen stattfinden. Dennoch gehen von einzelnen Szenen eine gewisse Härte und Kompromisslosigkeit aus und in einzelnen Szenen ist eine leichte Spannung vorhanden.

Die Figuren und ihre Handlungen machen es dem Killer aber auch einfach, sich einen nach dem anderen zu holen. Stellenweise führen sich die Figuren extrem doof und unglaubwürdig auf. Trennen sich wieder und wieder statt z.B. zusammen zu bleiben und zusammen gegen den Killer bestehen zu können.

Fazit: Return of the Family Man ist okay. Kein Kracher. Aber kann man als Slasher-Fan gut weggucken.

Infos:

O: Return of the Family Man

Südafrika 1989

R: John Murlowski

D: Ron Smerczak, Liam Cundill, Terence Reis, Michelle Constant, Debra Kaye

Laufzeit der koreanischen VHS: Ca. 88 Min.

Gesehen am: 30.03.20

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea von Shin Han Production vor = Sah Uncut aus (die in Deutschland zensierte Szenen sind enthalten), gute, helle Bildqualität, Englischer O-Ton mit koreanischen Subs. In Deutschland nur zensiert als VHS zu haben. Scheint weltweit keine DVD/Blu-Ray zu geben (Stand: März 2020).

Mittwoch, 20. Mai 2020

Leprechaun Returns Review

Leprechaun Returns

Story:

25 Jahre nach Teil eins:

Der Leprechaun (Linden Porco) ist zurück und geht auf der Suche nach Gold über Leichen. Lila (Taylor Spreitler), dessen Mutter den Leprechaun zusammen mit Ozzie (Mark Holton) im ersten Film besiegten, kämpft nun mit ihren Freundinnen ums Überleben…

Meine Meinung:

Leprechaun Returns, ein TV-Film, spielt 25 Jahre nach Teil eins und ignoriert alle anderen Fortsetzungen (à la Halloween). Der neuste Streich mit dem irischen Killer-Kobold hat mir sehr gut gefallen und diese Fortsetzung lässt die Vorgänger schnell vergessen machen. Nach der miesen Neuinterpretation der ‎WWE Studios‎ (Leprechaun: Origins) kehrt man hier zu den Wurzeln zurück.

Mit Mark Holton kehrt sogar die Figur Ozzie aus Teil eins zurück und der Leprechaun wird wieder klassisch dargestellt – nicht als animalisches Monster wie in Leprechaun: Origins. Zwar nerven die Figuren zum Teil recht, dafür sterben sie auch fast alle.

Der Film ist unterhaltsam und kurzweilig. Das Make-Up und die Maske des Leprechaun sehen schön aus. Allgemein, für einen TV-Film bietet der Film ordentliche Effekte und eine grosse Anzahl an blutigen Splattereffekten, die dazu noch handgemacht sind. Schön, Effekte der alten Schule. Erstaunlich, dass man dafür das Budget hatte.

Ich nehme jedoch an, dass die Laiendarsteller, das billige Setting und Drehorte (Südafrika) dafür verantwortlich waren – dürfte wohl nur wenig gekostet haben, so dass genug Budget für die Effekte übrig blieb. Ich habe nichts erwartet und wurde positiv überrascht, auch wenn ich mir am Ende noch 1-2 Effekte mehr gewünscht hätte. Aber man kann nicht alles haben.

Der Leprechaun wurde übrigens nicht mehr von Warwick Davis verkörpert, sondern vom Kanadier Linden Porco. Er macht auf jeden Fall einen guten Job, die Sprüche des Koboldes sind amüsant und wenn man nicht wüsste wer unter dem Make-Up steckt, so könnte es genauso gut Warwick Davis sein. Mit anderen Worten: überzeugend gespielt von Linden Porco.

Fazit: Leprechaun Fans sollten zugreifen, lohnt sich – einer der besseren Fortsetzungen der Reihe!

Infos:

O: Leprechaun Returns

USA, Kanada, Südafrika 2018

R: Steven Kostanski

D: Linden Porco, Taylor Spreitler, Mark Holton, Pepi Sonuga, Sai Bennett

Laufzeit der UK-DVD: Ca. 89 Min.

Gesehen am: 26.03.20

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Lions Gate UK vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, englische Subs vorhanden. Eine Blu-Ray gäbe es in den USA und in Deutschland ist der Film zumindest Online verfügbar (Video on Demand = Amazon Instant Video in Englisch mit deutschen Subs). Eine deutsche DVD/Blu Ray gibt es nicht (Stand: März 2020).

Freitag, 20. Juli 2018

Panga Review

Panga

Story:

50er Jahre Afrika:

Die junge amerikanische Ärztin Elisabeth (Jenilee Harrison) lebt bei ihrem Mann Geoff (Andre Jacobs) in Südafrika auf einer Farm. Eines Tages stört sie mit zwei Freunden ein afrikanisches Ritual eines Eingeborenenstammes (sie retten eine Ziege vor dem Tod). Dafür werden sie mit einem Fluch belegt, der schon kurze Zeit später die ersten Opfer fordert. Ein ansässiger Arzt (Christopher Lee) versucht Elisabeth zu helfen…

Meine Meinung:

Panga, im Original Curse III: Blood Sacrifice heissend, ist der dritte Teil einer nicht uninteressanten, kleinen Horrorfilmreihe nach Teil eins (The Curse 1987, von Lucio Fulci produziert und auch die Effekte stammen von ihm) und Teil zwei (Curse II: The Bite 1989 mit Effekten von Screaming Mad George).

Obwohl der Film im direkten Vergleich weitaus weniger Effekte verzeichnen kann als die ersten beiden Streifen, hat mir der Film gut gefallen und ich mag die ganze Reihe. Alles sehr solide, sympathische Filme. Mir gefiel das 50er Jahre Afrika Setting und die Tatsache, dass der Film Wert auf Story, Aufbau und Stimmung legt statt Effekte.

Auch die Darsteller haben ihre Sache sehr gut gemacht. Sehr souverän, sehr solide. Und mit Christopher Lee (Howling II) hat man sogar einen ganz grossen und bekannten Namen an Bord, der seine Sache ebenfalls sehr gut meistert. Jenilee Harrison als junge Amerikanerin in Afrika sorgt jedoch hier und da für etwas unfreiwillige Komik, wenn sie, wenn sie in Panik gerät, sagt sie sei Amerikanerin oder wiederholt «Amerika» ruft, wenn sie sich bedroht fühlt (z.B. dem Eingeborenen Stamm bzw. Oberhaupt gegenüber während der Zeremonie).

Der Film bietet nur wenig Effekte. Es gibt eine aufgehängte Leiche, einen auf dem Boden fallenden Kopf, der dem Zuschauer Sicht auf dem blutigen Halsstumpf preisgibt und am Ende ein Gummimonster, welches ich sehr charmant fand (so à la Watchers). Im Gegensatz zu den Effekten der ersten zwei Streifen (durch Lucio Fulci und Make-Up Künstler Screaming Mad George) hat Teil drei jedoch keine Chance. Für das Gummikostüm, welches in vielen anderen Reviews (meiner Meinung nach) zu Unrecht belächelt wird, war Chris Walas zuständig, der immerhin in seiner Karriere schon einen Oscar absahnte und auch für Effekte in Filme wie Die Fliege 1-2, House II, Naked Lunch, Humanoids from the Deep (1980er Version – da sind wir wieder bei den Gummimonstern!), Piranha (Joe Dante Original), Gremlins (war auch für Preis nominiert), Deep Star Six (Creature Effekte) oder Scanners zuständig war. Den Oscar gab es übrigens für Die Fliege – absolut nachvollziehbar da einfach tolle Effekte-Kreationen.

Die wenige Anzahl von Effekten wird durch Spannung und vor allem stimmungsvolle, unheimliche, atmosphärische Bilder und Suspense, vor allem im letzten Viertel fast durchgehend bis zum Ende haltend, positiv kompensiert. So macht das Horror- bzw. phantastische Kino Spass und muss es sein – da stört es dann auch nicht, wenn es nicht viele Effekte oder Blut zu sehen gibt (allein das, hat Filme auch noch nie sehenswert oder besser gemacht).

Fazit: Wie die Teile eins bis zwei zu empfehlen!

Infos:

O: Curse III: Blood Sacrifice

Großbritannien, Südafrika1991

R: Sean Barton

D: Jenilee Harrison, Andre Jacobs, Christopher Lee, Olivia Dyer

Laufzeit der US-DVD: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 23.04.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von MGM vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Englischer Ton, keine Subs. Es gibt keine deutsche DVD (Stand: April 2018). In Deutschland wurde der Film nur auf VHS (Uncut und unter dem Titel Blood Sacrifice) veröffentlicht.