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Donnerstag, 25. Oktober 2018

Dead Alive Review


Horroktober 2018 Spezial



Dead Alive

Story:

Durch einen Tiervirus verwandeln sich Menschen in einer neuseeländischen Kleinstadt in gefrässige Zombies. Muttersöhnchen Lionel (Timothy Balme), dessen Mutter zum Zombie wird, kämpft gegen die Verbreitung derselben, versucht das Herz seiner grosse Liebe (Diana Peñalver) zu erobern und beschützt sein Haus gegen bösartige Verwandte (Ian Watkin) – doch auf einer grossen Feier kommt es zum ultimativen Blutbad…

Meine Meinung:

1992 landete Peter Jackson, der später Der Herr der Ringe verfilmt hat, in Horrorfankreisen einen Hit und schuf mit Braindead einen der blutigsten, wenn nicht den blutigsten Film aller Zeiten (spontan fällt mir noch Premutos – Der gefallene Engel ein, der damit mithalten könnte). Er machte schon zuvor mit Bad Taste auf sich aufmerksam und präsentierte ausserdem eine amüsante Muppet Show für Erwachsene (Meet the Feebles) bevor er Braindead drehte und später langsam in den Mainstream abdriftete (The Frighteners, Der Herr der Ringe, King Kong…), leider…

Ich kenne den Film seit Jugendjahren. Als junger Horrorfilmfan hatte ich im Internet und Büchern massiv viel über den Film gelesen. Die Erwartungen waren extrem. Ich war so neugierig, den Film damals endlich sehen zu können. Ausgerechnet eine Videothek im Kanton Wallis schuf Abhilfe – Familienfest – und eine Cousine meiner Mutter hat uns den Film, da wir minderjährig waren, ausgeliehen und wir guckten uns den Film am Familienfest (!!!) an (mein Grossvater war vom Angel of Death Trailer, einem Andreas Bethmann Film, sichtlich schockiert).

Aber die Eltern taten das richtige – die Kinder wurden dank Film ruhig gestellt und man brauchte sich nicht um uns kümmern – der Film war der Wahnsinn und ist es auch heute noch – die hohen Erwartungen wurden übertroffen, das Video wurde nach Hause genommen und kopiert, bevor ich später dann legale Fassungen davon in die Sammlung stellte. Ach – welche hübschen Jugenderinnerungen:-)

Man merkt es Peter Jackson an, dass er ein grosser Filmfan ist. Sein Liebe für kleine Details sind unverkennbar. Der Film wartet mit einer herzlichen Liebesgeschichte, sympathischen und abgedrehten Figuren (Lionels Onkel, Paquita Maria Sanchez als Lionels Freundin und Peter Jackson selbst in einem Cameo beim Bestatter als verrückter Nichtsnutz der eine Ohrfeige kassiert) und gutem Humor auf. Es handelt sich um einen nichternstzunehmenden und übertriebenem Fun-Splatter – unvergessen der kämpfende Priester auf dem Friedhof, amüsante Kommentare und Dialoge oder die Szene, in welcher Lionel das Zombie-Baby spazieren fährt (wohl eines der Fun-Highlights nebst der herrlich ekligen Dinner-Szene mit Lionel, seiner Mutter und dem Besuch).

Auf der krassen Gegenseite zum Humor steht der Blutgehalt – und ich meine nicht den Härtegehalt. Dank dem comicartigen Stiel des Filmes ist der Film nicht hart oder schockierend anzusehen – das will Peter Jackson mit Braindead auch gar nicht. Der Film macht einfach unglaublich viel Spass mit originellen und witzigen (Blut)Einfällen (Kampf gegen Innereien, Rasenmäher und Mixer-Szene, Riesen-Monster-Zombie am Ende) – die Spezialeffekte suchen auch ihresgleichen und sind einfach wahnsinnig gut geworden – tolle Make-Up Masken, Effekte und Zombies (z.B. Lionels Onkel als Zombie ist eine Wucht – erinnert an eine Steve Johnson Kreation und/oder umgekehrt aus Brian Yuznas Return of the Living Dead 3). Da werden Gliedmassen ausgerissen, Blut spritzt in Litern durch die Gegend, an Knochen wird genagt und Menschen werden halbiert oder anderswertig in Zombies verwandelt oder dienen diesen als Nahrungsquelle.

Kein Spass hingegen verstanden die Moralapostel und Sittenwächter, so wurde der Film in Deutschland wegen gewaltverherrlichenden Charakters bundesweit beschlagnahmt – was absolut nicht nachvollziehbar ist. Während der Film international Erfolg um Erfolg verbuchte, an Filmfestspielen Preise gewann und nominiert war, zum weltweiten Hit in Horrorfilmkreisen wurde und Peter Jackson als Sprungbrett für Hollywood diente, kam der Film in Deutschland nicht gut weg. Der Film ist, leider, bis heute in Deutschland verboten. Hier sollten sich Labels daran machen, die Beschlagnahme aufheben zu lassen (wie schon gesehen bei Filmen wie Blutgericht in Texas, Hexen bis aufs Blut gequält, Das Böse, Tanz der Teufel, Battle Royale, Und wieder ist Freitag der 13.) damit der Film endlich vom «Index» verschwindet.

Fazit: Einer der besten Klassiker des Fun-Splatter- und Zombiefilms! Allen Horrorfilmfans zu empfehlen!

Infos:

O: Braindead

Neuseeland 1992

R: Peter Jackson

D: Timothy Balme, Diana Peñalver, Elizabeth Moody, Ian Watkin, Brenda Kendall, Stuart Devenie

Laufzeit der dt. DVD: 99:24 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 25.10.18

Fassungen: Mir lag die dt. DVD von Laser Paradise vor = Uncut, Deutsch/Englisch, keine Subs, gute Bild- und Tonqualität. Auf Blu-Ray gibt es den Film, der in D noch immer verboten ist (lächerlich), nur in den USA (zensierte R-Rated Fassung, Stand: Okt. 2018). Als Sammelstück liegt mir zusätzlich das VHS aus Japan von SHV vor (mit Wendecover). Ende Oktober 2018 gab Peter Jackson in einem Radio/Internet-Interview bekannt, dass er an Restaurationen zu Bad Taste, Meet the Feebles und Braindead arbeitet. Man darf gespannt sein!