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Sonntag, 23. August 2026

Hamburger Hill

Hamburger Hill

Story:

Vietnamkrieg 1969:

Eine US-Infanterieeinheit hat den Auftrag, einen Hügel einzunehmen. Ein schwieriges Unterfangen, weil der Gegner verlustreiche Angriffe auf die US-Soldaten startet…

Meine Meinung:

John Irvin starb am 11.08.26. Ihm zu Ehren sah ich mir den Antikriegsfilm Hamburger Hill an, den er 1987 realisiert hat. Von John Irvin kenne ich sonst nur Der City Hai (toller Film) und mein Kumpel hat mir The Dogs of War empfohlen. Ich sah Hamburger Hill nur einmal und wusste nichts mehr. Der Film basiert auf wahren Tatsachen. Während elf verlustreichen Tagen gelang es US-Soldaten im A-Shau-Tal (nahe der Grenze zu Laos), Hügel Nr. 937 einzunehmen (den die Soldaten dann «Hamburger Hill tauften»). Dies jedoch mit vielen Toten (über 70) und noch mehr verletzen US-Soldaten. Als der Hügel eingenommen war, wurde er einige Tage später auf Befehl kampflos aufgegeben, da er für den Krieg strategisch unwichtig war und danach übernahm der Feind den Hügel wieder, was in den USA (zurecht) für Kontroversen sorgte.

Diese Sinnlosigkeit des Krieges wird in Hamburger Hill gut, intensiv und ungeschönt eingefangen. Im Gegensatz zu anderen Antikriegsfilmen wie Platoon, Full Metal Jacket und Co., geht es in Hamburger Hill gradliniger zur Sache. Es gibt weniger Charaktertiefe, weniger Ausbildung und die negativen Auswirkungen auf die Psyche sind weniger beschrieben (was nicht heisst, dass diese Dinge gar nicht erwähnt werden). Der Film zeigt die US-Soldaten und die Gegner (auch wenn diese viel weniger Szenen und Bewusstsein erhalten) aus neutraler Sicht. Die US-Soldaten werden nicht als Helden dargestellt, die nordvietnamesischen Soldaten nicht als Unmenschen. Auf beiden Seiten sterben sie. Die Sinnlosigkeit des Krieges um einen unwichtigen Hügel.

Der Film ist technisch toll anzusehen. Der Film und die Settings wirken authentisch. Aus heutiger Zeit ist es eine Wohltat, echte Hubschrauber, echte Brücken, echte Explosionen und echte Flugzeuge zu sehen. Wie gut das tut merke ich erst, wenn ich mit heutigen (CGI)Effekten vergleiche. Schlimm. Das sah früher einfach viel besser und echter aus. Ein-zwei Make-Up-Effekte gibt es obendrauf (explodierender Kopf z.B.). Die mir unbekannten Darsteller spielen fiktive Figuren. Jedoch wurden vor dem Film intensiv Interviews mit Kriegsveteranen geführt, um das Gezeigte so realistisch wie möglich auf die Leinwand zu bringen. Ich denke, was die angespannte Stimmung angeht, wurde das Ziel nicht verfehlt. Die Kameraeinstellungen und Aufnahmen sind ein Augenschmaus.  Heute sind Kameraaufnahmen verwackelt oder viel zu nah am Geschehen dran und somit oft unübersichtlich. Daher genoss ich die weiten Aufnahmen und die teilweise ruhigen Bilder, die im krassen Gegensatz zum direkten Kriegs-Geschehen stehen.

Fazit: Sehenswerter Antikriegsfilm!

Infos:

O: Hamburger Hill

USA 1987

R: John Irvin

D: Anthony Barrile, Michael Boatman, Don Cheadle, Michael Dolan, Don James, Dylan McDermott, Michael A. Nickles

Laufzeit der US-DVD: Ca. 110 Min.

Gesehen am: Juli 2008 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lions Gate vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton mit englischen Subs. Als ich die Disc kaufte, gab es den Film dazumal noch nicht Uncut in Deutschland. Ein Umstand, der sich geändert hat = deutsche Blu-Ray von NSM Records / AL!VE.

Montag, 8. Juni 2026

Repo! The Genetic Opera

Repo! The Genetic Opera

Story:

In der Zukunft:

Wer neue Organe braucht, kann diese durch die Biotech Firma GeneCo erwerben und springt dem Tod von der Schippe. Doch wer seine Raten nicht abzahlen kann, den erwartet ebenfalls der Tod. Dann schickt GeneCo ihren Repo Man (Anthony Stewart Head) los, um die Organe zurück zu holen. Interne Machtkämpfe in der GeneCo-Dynastie (Bill Moseley, Paul Sorvino, Kevin 'ohGr' Ogilvie, Paris Hilton) belasten zukünftige Strukturen und auch Repo Man hadert mit seinem Schicksal, als er droht, seine Tochter (Alexa PenaVega) an GeneCo zu verlieren…

Meine Meinung:

Repo! The Genetic Opera wurde zu Ehren von Anthony Stewart Head angesehen, der am 01.06.26 an einer Lungenentzündung verstorben ist. Ich kenne den Schauspieler vor allem aus der 90er Jahre Serie Buffy - Im Bann der Dämonen und eben aus besagtem Spielfilm aus dem Jahr 2008. Bei Repo! The Genetic Opera handelt es sich um eine Bühnenverfilmung. Darren Lynn Bousman inszenierte zwei Jahre zuvor bereits einen zehnminütigen Kurzfilm (mit Michael Rooker) und dann diesen abendfüllenden Spielfilm mit Anthony Stewart Head als Repo Man.

Aus dem Kurzfilm kehrten Terrance Zdunich und Sarah Brightman in gleichen Rollen zurück. Der Rest wurde neu gecastet. Der Film ist ein Musical, der in einem futuristischen, düsteren und gotischen Comic-Look inszeniert wurde. Teilweise hatte der Film auch leichte The Rocky Horror Picture Show Vibes. Der Film hat, obwohl ich kein allzu grosser Musical-Fan bin, die Neusichtung bestanden. Das war schon ziemlich originell, kreativ und einfach Mal was Anderes. Der Plot selbst ist natürlich bekannt. Es gibt auch andere Spielfilm, die die Geschichte des Repo Man erzählen (z.B. Repo Men 2010 mit Jude Law als Actionfilm).

Der Plot ist daher bekannt. Visuell gefällt Repo! The Genetic Opera. Das Set-Design ist klasse und auch die Mehrheit der Songs sind toll. Anthony Stewart Head gefällt in der Rolle des Vaters und des Repo Man. Noch besser haben mir die Bösewichte gefallen. Die schräge, reiche Familie, die dank dem Verkauf von Organen an Macht und Reichtum gelangt, vermag durch den Humor und dem Overacting zu gefallen. Schrill. Die waren irrwitzig dargestellt. Dass Paris Hilton im Film mitwirkt, wusste ich nicht mehr. Ich habe sie während der Sichtung nicht Mal erkannt. Erkannt habe ich hingegen Horror-Star Bill Moseley (The Texas Chainsaw Massacre 2, Night of the Living Dead, House of 1000 Corpses), der eine ebenfalls zu überzeugen weiss.

Fazit: Wer gerne Horror-Musicals hat, sollte sich Repo! The Genetic Opera nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Repo! The Genetic Opera

USA 2008

R: Darren Lynn Bousman

D: Anthony Stewart Head, Bill Moseley, Alexa PenaVega, Paul Sorvino, Kevin 'ohGr' Ogilvie, Sarah Brightman, Paris Hilton, Terrance Zdunich

Laufzeit der US-DVD: Ca. 98 Min.

Gesehen am: April 2009 / Neusichtung am: 08.06.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lions Gate vor = gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton und englische Subs vorhanden. Wurde in Deutschland von Kinowelt auf DVD und später auch Blu-Ray veröffentlicht (in Englisch mit deutschen Subs).

Samstag, 24. Januar 2026

Freaky Tales

Freaky Tales

Story:

Es werden vier Geschichten erzählt, die am Ende miteinander verknüpft werden. Es beginnt damit, dass Punks (Ji-young Yoo, Jack Champion, Marteen) und Schwarze (Normani, Dominique Thorne) nach dem Kinobesuch von The Lost Boys von Nazis beschimpft werden. Danach kommt es zu einem Schlagabtausch zwischen den Punks und Nazis. Später geht es u.a. mit einem Battle-Rap weiter, in dem zwei Freundinnen (Normani, Dominique Thorne) gegen zwei Rapper antreten…

Meine Meinung:

Freaky Tales schaute ich mir ohne Vorwissen an. Ich wusste nur, dass es ein Film ist, der Kurzgeschichten erzählt. Eine Ansammlung von Anthologien. Dabei erinnert der Film von seinem Aufbau her leicht an den Horrorfilm Weapons. Hier werden diverse Momente aus diversen Blickwickeln erzählt. Die Episoden laufen am Ende z.T. zusammen und werden verknüpft. Eine Spur Quentin Tarantino Hommage darf dabei auch nicht fehlen. Der Film versteht sich als Hommage an die 80er Jahre und spielt 1987 in Oakland. Es werden vier Episoden erzählt. Freaky Tales war einer der schlechtesten Filme, den ich in den letzten Monaten sah. Schlechter geht es kaum.

Ich fühlte mich genervt und wollte die Sichtung abbrechen. Der Film, der eine Laufzeit von fast 110 Minuten bietet, fühlte sich deutlich länger an. Die Episoden waren sehr langweilig. Der Inhalt stark nervend. Der Film soll zwar als Hommage ans 80er Jahre Kino verstanden werden, aber die Figuren und Inhalte erinnern mehr an die heutige Woke-Kultur. Minderheiten in Opferrollen, Stereotypen (Nazi-Darstellungen), viel Sozialkritik (Rassistische Cops). Wurde in den 80ern im Mainstream z.B. wirklich schon von Homophobie gesprochen? Ich denke nicht. Heutige Botschaften in einem angeblichen 80er Jahre Setting, das passt nicht zusammen. Wer sehen will, wie sich Nazis und Punks bekämpfen, sollte sich stattdessen lieber Green Room notieren.

Charaktere wie Punks, Basketball-Spieler (NBA) oder Rapper sind nicht Figuren-Zeichnungen, welche ich mag. Nicht mein Fall. Eher das Gegenteil ist der Fall. Ich nerve mich daran. Passend (z.B. zur zweiten Episode mit dem Battle Rap) gab es selbstverständlich auch viel Hip-Hop-"Musik" zu hören. Das mag ich persönlich auch nicht. Da rettet auch Tom Hanks Gastauftritt nichts (er arbeitet im Film in einer Videothek). Am schlimmsten war der Schwarze Martial Arts Held/Superheld. Peinlich und eine Beleidigung für das (Martial Arts) Auge und Grössen wie Carl Scott (Die Depesche des Todes), Michael Woods (Tiger Cage) oder Eugene Thomas (Ninja in U.S.A.). Die können nämlich auch kämpfen und tun nicht nur so.

Fazit: Abgesehen von einem Bruce Lee Plakat und der Musik aus Hardware (The Order of Death), die einmal kurz läuft, ein absoluter Totalausfall! 

Infos:

O: Freaky Tales

USA, Kanada 2024

R: Anna Boden, Ryan Fleck

D: Too $hort, Ji-young Yoo, Jack Champion, Marteen, Zack Roberts, Normani, Dominique Thorne, Tom Hanks

Laufzeit der US-DVD: Ca. 107 Min.

Gesehen am: 24.01.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lions Gate vor. Diese stammt aus einem Blu-Ray/DVD-Set und die Disc bekam ich geschenkt. Uncut, Englischer O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es scheint noch keine deutsche Fassung zu geben (Stand: Jan. 2026).

Montag, 1. April 2024

Sundown - The Vampire in Retreat

Sundown - The Vampire in Retreat

Story:

In einer Kleinstadt leben Vampire (David Carradine, M. Emmet Walsh, Deborah Foreman) eine friedliche Co-Existenz mit Menschen. Doch radikale Vampire (Maxwell Caulfield, John Ireland) gieren nach echtem Menschenblut, was gewissen Touristen (Morgan Brittany, Jim Metzler, Dana Ashbrook, Elizabeth Gracen) nicht gut bekommt. Die radikalen Vampire planen einen Aufstand. Und dann taucht noch Van Helsings Nachfahre (Bruce Campbell) in der Ortschaft auf…

Meine Meinung:

Sundown - The Vampire in Retreat wurde zu Ehren von M. Emmet Walsh (Blood Simple) geschaut, der im März 2024 verstorben ist und sich in Genre-Filmen wie Blade Runner, Missing in Action, Critters oder Red Scorpion einen Namen machte und im Film fast die beste Szene spendiert bekommt. Sundown - The Vampire in Retreat sah ich genau vor zehn Jahren das erste und bisher einzige Mal. Inzwischen sind einige der Filme von Regisseur Anthony Hickox (Full Eclipse) nach Neusichtungen aus der Sammlung geflogen (Titel wie Hellraiser 3: Hell on Earth oder Warlock: The Armageddon). Ob es Sundown - The Vampire in Retreat auch erwischen wird?

Negativ! Der Film ist zwar kein Kracher, aber charmant und unterhaltsam. Es handelt sich bei Sundown - The Vampire in Retreat um eine Vampir-Komödie mit starken Western-Vibes: so spielt der Plot in einer Kleinstadt in der Wüste, die Kostüme, Shoot-Outs sowie Musik erinnern ans Western-Genre. Man hat eher das Gefühl, einen Western zu schauen, statt einen Horrorfilm. Western und Horror. Gab es das schon? Später sollten Filme wie From Dusk Till Dawn 3 – The Hangman’s Daughter (ganz ok), Gallowwalkers (Billig) oder Bone Tomahawk (habe ich als sehenswert in Erinnerung) das ebenfalls versuchen.

Sundown - The Vampire in Retreat gefällt durch den Humor, die verschiedenen Genre-Stars, seinen amüsanten Unterhaltungswert und einige charmante Make-Up-Effekte, auch wenn es davon gerne mehr hätte dürfen geben. Ich kann mir zudem vorstellen, dass sich, gerade bei den (teilweise) blutigen Shoot-Outs, ein Upgrade auf eine Blu-Ray Fassung lohnt. Viele der Stars haben schon in anderen Filmen zusammen mit Anthony Hickox zusammengearbeitet (Waxwork 1 + 2).

Der Cast besteht aus Namen wie David Carradine (Kill: Bill Vol. 1 + 2), den bereits erwähnten M. Emmet Walsh, Bruce Campbell (The Evil Dead, Evil Dead II) Deborah Foreman (Waxwork, April Fool’s Day), Jim Metzler (976-EVIL, Children of the Corn III: Urban Harvest), Maxwell Caulfield (Waxwork II: Lost in Time, The Supernaturals), John Ireland (Salon Kitty, Incubus), Dana Ashbrook (bekannt aus der grossartigen Twin Peaks Serie) oder Elizabeth Gracen (Marked for Death).

Fazit: Horrorfans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Sundown - The Vampire in Retreat

USA 1989

R: Anthony Hickox

D: David Carradine, M. Emmet Walsh, Morgan Brittany, Bruce Campbell, Deborah Foreman, Jim Metzler, Maxwell Caulfield, John Ireland, Dana Ashbrook, Elizabeth Gracen

Laufzeit der US-DVD: Ca. 104 Min.

Gesehen am: Aug. 2014 / Neusichtung am: 30.03.24

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lions Gate vor = Horror Collection 6 Movie Pack. Sundown - The Vampire in Retreat wurde zusammen mit fünf anderen Filmen (Blood Diner, Parents, Boy Eats Girl, Fido und Earth Girls are Easy) auf zwei DVDs veröffentlicht. Abgespeckte Low-Budget Vö d.h. keine Extras, keine Untertitel, nicht anamorph. Inzwischen gibt es den Film (in den USA und UK) auf Blu-Ray. In Deutschland als Sundown – Der Rückzug der Vampire auf DVD zu haben.

Mittwoch, 13. September 2023

Bodies Bodies Bodies


Bodies Bodies Bodies

Story:

Sophie (Amandla Stenberg) und ihre Freundin Bee (Maria Bakalova) fahren zu einer Party. Diese eskaliert, als David (Pete Davidson) sterbend vorgefunden wird. Wer ist der Killer?

Meine Meinung:

Bodies Bodies Bodies wird als Mix aus Slasher, Horror- und Komödie bezeichnet. Eine Mördersuche und die Frage nach dem Motiv im Generationen Z-Setting. Reiche und oberflächliche Teens in ihren 20ern feiern eine Tornado-Party, ehe ein Mitglied tot aufgefunden wird. Wer ist der Täter? Das ist der Inhalt dieser A24 (Pearl) Produktion. Ich fand schon den Trailer kaum ansprechend. Kein Film, denn ich mir gekauft hätte. Ich bekam die DVD geschenkt und daher guckte ich mir den Film an.

Bodies Bodies Bodies kann gut einmal geschaut werden. Dennoch kein Film für die Sammlung und/oder der lohnt, nochmals angesehen zu werden. Der Film war mehr oder weniger unterhaltsam und spannend im Sinne von «Wer ist der Täter?» / «Was ist passiert?» / «Wie endet der Film»? Die Schauspielleistungen waren gut, aus dem wenigen Budget wird alles rausgeholt und das Ende mochte ich (überraschend). Fast eine Art Kammerspiel.

Einige Fragen bleiben jedoch unbeantwortet. Ein echter Slasher ist der Film in meinen Augen nicht. Dazu ist der Film viel zu harmlos, es gibt zu wenig Action, kaum Gore. Echter Grusel oder Thrills sind Fehlanzeige. Ich würde nicht Mal von Horror sprechen. Eine Satire (Abgesang auf die Generation Z) trifft es da besser. Die Figuren dürften der «heutigen Norm» entsprechen. Ziemlich alle Figuren sind nervtötend und unsympathisch. Die Musik traf auch überhaupt nicht meinen Geschmack, passt aber perfekt zu den Figuren und dem Setting. Der Film war zwar nicht sonderlich toll, aber immerhin unterhaltsam.

Fazit: Nicht wirklich und höchstens für einen langweiligen Abend geeignet…

Infos:

USA 2022

R: Halina Reijn

D: Amandla Stenberg, Maria Bakalova, Pete Davidson, Myha'la Herrold, Lee Pace, Rachel Sennott

Laufzeit der US-DVD: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 22.08.23

Fassungen: Vom Kumpel bekam ich die US-DVD (nur die Disc, da anscheinend ein Blu-Ray/DVD-Set gewesen) von Lions Gate geschenkt = sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Soll im Oktober in Deutschland von Sony erscheinen.

Sonntag, 6. August 2023

Pearl

Pearl

Story:

 

1918 USA:

 

Pearl (Mia Goth) wächst unter der strengen und religiösen Hand ihrer Mutter (Tandi Wright) auf. Zusammen betreiben sie den Hof und kümmern sich um ihren kranken Vater/Ehemann (Matthew Sunderland), während Pearls Ehemann (Alistair Sewell) für den Krieg eingezogen wurde.

 

Meine Meinung:

 

Pearl soll die Vorgeschichte von X erzählen, in welcher Mia Goth auch mitwirkt (jedoch eine andere Rolle). Beides sind A24 Produktionen und wie bereits in X führt auch hier Ti West Regie. An allzu viel aus X kann ich mich nicht erinnern. Netter Retro-Look und Blutgericht in Texas Vibes. War gut. Pearl mochte ich auch, wenn nicht sogar mehr. Auch wenn der Film schlussendlich nichts Neues bietet.

 

Das mag überraschen, da Pearl der bedeutend harmlosere und ruhigere Film ist. Der Film ist ein Mix aus Retro, Backwood (Erneut: Blutgericht in Texas und Eaten Alive), Drama (à la Carrie), Horror und Satire. Ich nahm den Film vor allem als satirische Charakter-Studie wahr. In der Hinsicht ist der Film toll anzusehen. Mia Goth spielt irrsinnig. Ihr Spiel mit der Mimik, ihr psychopathisches Lächeln oder ihr Monolog am Ende sprechen Bände. Was für eine Leistung von ihr, die mir in anderen Filmen nie bewusst aufgefallen ist (Suspiria, Nymphomaniac Vol. 2).

 

Ansonsten trifft es der Carrie Vergleich ganz gut, auch wenn es par Klischees gibt, auf die hätte Verzichtet werden können (Pearl ist Deutscher Abstammung). Der religiöse Wahn und die Isolation kommen gut zur Geltung und machen glaubhaft, welcher Qual Pearl ausgesetzt ist. Einzelne Serienkiller-Motive kommen glaubhaft rüber (sich zuerst an Tieren vergehen, später an Menschen). Das ist evidenzbasiert. Der Film ist unterhaltsam und sieht gut aus. Vor allem Intro und Abspann sind im netten Retro-Look gehalten.

 

Der Film ist wenig blutig und die Morde sind wenig explizit. Auf ein-zwei Szenen (CGI-Krokodil) hätte verzichtet werden können. Die Angriffe sind aber stimmungsvoll in Szene gesetzt und auch gut gefilmt. Um nötiges Kleingeld zu kaschieren, wohlmöglich. Aber eine gute Lösung. Obwohl nicht explizit, sind die Szenen nett anzusehen (die Szene mit der Axt vor dem Finale). Dafür gibt es sonst paar eklige Szenen zu sehen (Nasenrotz, Maden auf Schwein etc.). Cool! Das Ende ist gelungen und das Warten darauf lohnt sich. Wer X mochte, kann bei Pearl bedenkenlos einschalten.


Gefolgt von: MaXXXine

 

Infos:

 

O: Pearl

 

USA, Kanada 2022

 

R: Ti West

 

D: Mia Goth, Tandi Wright, Matthew Sunderland, Alistair Sewell, David Corenswet, Emma Jenkins-Purro

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 103 Min.

 

Gesehen am: 27.06.23

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lions Gate vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die Disc stammt aus einer Blu-Ray/DVD-Combo-Fassung und ich bekam die DVD vom Kumpel geschenkt. Soll in Deutschland von Turbine erscheinen. Es gibt noch kein Vö-Datum.

Samstag, 1. Juli 2023

Warlock

Warlock 

Story:

 

17. Jahrhundert:

 

Ein Warlock (Julian Sands) entkommt seiner Hinrichtung. Er flieht ins 19. Jahrhundert. Ebenso sein Feind Redferne (Richard E. Grant), der ihm zusammen mit Kassandra (Lori Singer), die vom Warlock verflucht wurde, zu finden und besiegen versucht…

 

Meine Meinung:

 

Zu Ehren von Julian Sands, der beim Wandern verschollen ist und Monate später tot geborgen wurde (zwischen Januar und Juni dieses Jahres), gab es eine Neusichtung von Warlock. Wenn ich Julian Sands höre, verbinde ich den Schauspieler sofort mit seiner Rolle als Warlock in Warlock und Warlock: The Armageddon, auch wenn ich noch andere Filme mit ihm in der Sammlung stehen habe (Naked Lunch, Romasanta, Das Phantom der Oper). Aber in meinen Augen ist seine beste Rolle jene des Warlock.

 

Warlock bekam zwei Fortsetzungen und sogar ein mässiges SNES-Videospiel spendiert. Regie führt der Horror erfahrene Steve Miner (Friday the 13th Part 2, Halloween H20, House, Friday the 13th Part 3, Lake Placid, Day of the Dead, The Exorcism at Lincoln High). Der Film ist ein Mix aus Fantasy, Horror, Zeitreisen-Film und Road-Movie. Einige Szenen erinnern an The Terminator oder Iceman Cometh (Yueh Biao, Yuen Wah). Der Wechsel vom stimmungsvollen Anfang in die Moderne hat seinen Reiz. Nur schon aufgrund der Idee.

 

Der Film ist unterhaltsam und gut gemacht, auch wenn einige der Effekte etwas veraltet sind (Laserstrahlen oder der fliegende Warlock). Die restlichen, wenn auch zugegebenermassen wenigen Effekte- und Make-Up Kreationen (Augen, abgetrennter Finger, verbrennender Warlock, Leiche, alternde Kassandra), sind gelungen und vermögen tricktechnisch auch heute noch zu überzeugen. Der Rest hat Charme.

 

Der Cast ist gut. Bis in die kleinsten Rollen. Lori Singer und Richard E. Grant harmonieren prächtig. Hat teilweise schon fast Buddy-Movie Qualitäten. Und Julian Sands gibt eine höllisch diabolische Darbietung als Warlock ab. Seine beste Rolle und jede Szene mit ihm oder seinem Schauspiel sind ein grosser Genuss. Kein anderer hätte die Rolle so geprägt, wie er. Absolut fantastisch. Julian Sands alleine macht den Film absolut sehenswert. Die Musik von Jerry Goldsmith (Rambo, Das Omen, Alien) passt auch zum Setting. Schön!

 

Fazit: Sehenswerter Horrorfilm von Steve Miner mit einer herausragenden Leistung von Julian Sands als Warlock! 

 

Gefolgt von: Warlock: The Armageddon

 

Infos:

 

O: Warlock

 

USA 1989

 

R: Steve Miner

 

D: Julian Sands, Richard E. Grant, Lori Singer

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 103 Min.

 

Neusichtung am: 28.06.23

 

Fassungen: Mir lag die alte US-DVD von Trimark / Lions Gate vor = Uncut, durchschnittliche Bild- und Tonqualität, O-Ton, keine englischen Subs. Gibt es inzwischen in Deutschland wie auch den USA auf Blu-Ray. Da werde ich wohl in Zukunft ein Upgrade tätigen.

Sonntag, 19. Februar 2023

My Bloody Valentine Review

My Bloody Valentine

Story:

Junge Männer (u.a. Paul Kelman, Neil Affleck, Keith Knight), die in einer Mine arbeiten, bereiten sich mit ihren Mädels (u.a. Gina Dick, Lori Hallier) auf die kommende Valentinsfeier vor. Doch als die ersten Leichen gefunden werden, verbietet der örtliche Sheriff (Don Francks) die Feier. Doch die Gruppe plant, eine eigene Party zu veranstalten. Mit fatalen Folgen, als ein unbekannter Killer auftaucht…

 

Meine Meinung (Unrated Fassung):

 

My Bloody Valentine erschien zur Blütezeit des 80er Jahre Slasher-Kinos. Kanada, die unter anderem auch andere Slasher wie Ab in die Ewigkeit veröffentlicht haben (1981), haben mit My Bloody Valentine, der 2009 ein US-Remake erfuhr (in 3D), einen der besseren und sehenswerteren Slasher veröffentlicht. Vor allem in der Unrated Fassung (auch Extended Fassung genannt), die erst 2009 (!!!) erschien, macht der Film viel Spass!

 

Lange hielten sich Gerüchte, dass die ehemals zensierten Szenen unauffindbar wären. Bilder gab es. Somit auch Gerüchte. Für die Kinofreigabe musste der Film, wie viele andere Filme (Freitag der 13., A Nightmare on Elm Street, From Dusk Till Dawn, Stirb langsam 2, Sex oder stirb, Scream, The Crow…), in Gewaltszenen zensiert werden. Dass nach über 20 Jahren doch eine Uncut Fassung auftauchte, war ein tolles Erlebnis, dass Hoffnung macht, dass es auch bei anderen Filmen auch möglich sein könnte.

 

Zum aktuellen Valentinstag gönnte ich mir, Auftakt in ein langes Frei (zehn Tage am Stück = deshalb arbeite ich als Nachtwache), eine Neusichtung zum Klassiker von 1981. My Bloody Valentine hat die Neusichtung bestanden. Der Film erzählt gekonnt die typischen 08/15 Klischees des Slasher-Kinos: unbekannter Killer terrorisiert Teens, Kleinstadt als Setting, Teens, die Drogen nehmen und/oder miteinander Sex haben, vergangenes Ereignis als Motiv für die Morde (das Motiv und die Rückblende könnten gar aus einem Ital. Giallo stammen), Warnungen, die nicht beachtet werden (Bar-Besitzer statt Tankstellen-Besitzer).

 

Dazu kommt, dass der Film unterhaltsam ist, die Effekte stark getrickst und fantasievoll, fies und schmerzhaft (kochendes Wasser, Nagelpistole, Pickel) in Szene gesetzt wurden. Tolle Make-Up Effekte. Die Figuren sind im Gegensatz zu anderen Slasher-Filmen relativ wenig nervend und auch sympathisch gezeichnet, so dass der Film auch in den Füllszenen zu unterhalten vermag. Das Theme, unter anderem im Abspann zu hören ("The Ballad of Harry Warden"), mag ich. Somit macht My Bloody Valentine alles richtig!

 

Fazit: Abseits grösserer Slasher-Reihen wie Freitag der 13. & Halloween und Filmen wie Intruder, Blood Rage, The Boogeyman, The Burning, Death Spa, Ab in die Ewigkeit, He Knows You're Alone, Hide and Go Shriek, The Mutilator, The Prowler, Silent Night, Deadly Night, der Sleepaway Camp Reihe oder The Slumber Party Massacre zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: My Bloody Valentine

 

Kanada 1981

 

R: George Mihalka

 

D: Paul Kelman, Neil Affleck, Keith Knight, Gina Dick, Lori Hallier, Don Francks

 

Laufzeit der US-DVD (Unrated): 92:55 Min.

 

Neusichtung am: 14.02.23

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lions Gate vor = Special Edition mit Schuber, O-Ton, englischen Subs, exklusiven Extras und zwei Filmfassungen. Nebst der bisherigen regulären, stark zensierten Kinofassung bot die Fassung dazumal erstmalig die Unrated Fassung zum Film. Die ehemals zensierten Szenen haben alles in allem eine gute, ordentliche und vor allem auch helle Bildqualität.  Die Uncut Fassung gibt es bisher nur in den USA und Kanada (Stand: Feb. 2023). Von Shout Factory wurde inzwischen auch eine Blu-Ray nachgeschoben.

Sonntag, 13. November 2022

From Dusk Till Dawn 2 - Texas Blood Money Review

From Dusk Till Dawn 2 - Texas Blood Money

Story:

 

Bankräuber (u.a. Robert Patrick, Duane Whitaker, Raymond Cruz) bekommen es nicht nur mit der Polizei (u.a. Bo Hopkins) zu tun, sondern auch mit Vampiren (u.a. Danny Trejo)…

 

Meine Meinung:

 

Nach dem grossen Erfolg von From Dusk Till Dawn ist es auf eine Art verständlich, dass drei Jahre später die erste von zwei Fortsetzungen erschien. Deutlich später erschien noch eine TV-Serie, die es auf bisher auf drei Staffeln brachte. Robert Rodriguez und Quentin Tarantino fungierten bei From Dusk Till Dawn 2 - Texas Blood Money, der ausserdem eine Direct to Video Produktion darstellt, nur noch als Produzenten.

 

Wenn der Fan mit der Qualität des ersten Filmes vergleicht und diese erwartet, kann er am Ende nur enttäuscht werden. Mit den richtigen Erwartungen macht der B-Film aber Spass. Ich denke sogar, dass der besser ist, als spätere Direct to Video Horror-Fortsetzungen (z.B. die Hellraiser, God’s Army oder Pumpkinhead Reihe betreffend). Auf dem Regiestuhl nahm Scott Spiegel Platz.

 

Scott Spiegel, der auch für das Drehbuch verantwortlich war, hat Horrorerfahrungen im Horror-Genre vorzuweisen. So stammt der legendärere 80er Jahre Slasher Intruder von ihm. Später sollte er in eine weitere Horrorreihe einsteigen: Hostel! So drehte er die 2. Fortsetzung dazu, die auch direkt auf DVD/Blu-Ray erschienen ist. Ansonsten war er vor allem im Kurzfilm-Sektor, Drehbuchautor (Evil Dead II) und als Produzent (2001 Maniacs) tätig.

 

From Dusk Till Dawn 2 - Texas Blood Money geht einfach alles etwas kleiner an. Weniger bekannte Stars, weniger Effekte, weniger Splatter, weniger Titty Twister, weniger Qualität. Dem muss man sich bewusst sein. Das Titty Twister wird durch eine Bank ersetzt, in der es am Ende knallt (Gangster Vs. Vampir-Gangster Vs. Cops). Das ist zwar nicht so geil wie beim Vorgänger, aber alles in allem auch nicht übel. Danny Trejo kehrt in einer Nebenrolle zurück und als Cameo darf Evil Dead Star Bruce Campbell ran.

 

Scott Spiegel bringt einige innovative Kamerawinkel und Aufnahmen in den Film, die er schon in Intruder demonstriert hat. Der Cast und die Figuren sind cool = Robert Patrick (Tone-Deaf), Duane Whitaker (Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III), Raymond Cruz (Under Siege), Danny Trejo, Bo Hopkins (The Wild Bunch). Viele Machos, viel Overacting, aber ohne ins Lächerliche abzudriften. Für die Effekte war einmal mehr die KNB-FX Group (Jason Goes to Hell) zuständig. An den Effekten und Monstern (plus Fledermäuse in Nahaufnahme) hatte ich Freude. Da gab es schon paar nette Gore-Szenen. Nur die Shoot-Outs im Finale und miesen digitalen Effekte (Lift, Fledermäuse) waren mies getrickst…

 

Fazit: Kein Kracher und eine Fortsetzung, die es eigentlich nicht gebraucht hätte. Hätte man gut unter einem anderen Titel statt als direkte Fortsetzung vermarkten sollen. So gesehen kann der Film "nur verlieren". Schlecht ist aber anders und Horrorfans finden mit dem Film einen kurzweiligen, sympathischen Genre-Film vor.

 

Gefolgt von: From Dusk Till Dawn 3 - The Hangman's Daughter

 

Infos:

 

O: From Dusk Till Dawn 2 - Texas Blood Money

 

USA 1999

 

R: Scott Spiegel

 

D: Robert Patrick, Duane Whitaker, Raymond Cruz, Danny Trejo, Bo Hopkins, Bruce Campbell

 

Laufzeit der US-DVD: 88:02 Min.

 

Neusichtung am: 09.10.22

 

Fassungen: Mir lag die alte US-DVD von Dimension Films vor = Uncut, O-Ton und englische Subs. Leider für heutige Verhältnisse sehr mässige Bild- und Tonqualität (und ich habe eigentlich kaum Ansprüche): nicht anamorph, viel zu dunkel, unscharf etc. Daher wird die DVD verkauft/entsorgt mit dem Ziel, eine Blu-Ray Ausgabe (UK Disc?) zu kaufen! Gibt es auch in Deutschland auf DVD/Blu-Ray (aber wohl zum O-Ton ohne Subs). Nachtrag 08.12.23: Wie im Okt. 2022 angekündigt, habe ich mir nun die UK-Blu-Ray (von Miramax und Lions Gate) als Upgrade zur US-DVD (= entsorgt) angesehen und diese Fassung hat mich qualitativ überzeugt = Uncut, sehr gute Bildqualität, anamorph, englische Subs vorhanden. Der Film macht, vor allem mit angepassten B-Film Erwartungen, Spass. Robert Patrick ist einfach eine coole Socke und der Film hat vereinzelt sehenswerte Momente und ist allgemein unterhaltsam und abwechslungsreich. Anspruchslose Unterhaltung garantiert. 

Samstag, 6. August 2022

X Review


X

Story:

 

Texas 1979: Eine Gruppe von jungen Erwachsenen (u.a. Mia Goth, Martin Henderson) wollen im texanischen Hinterland einen Amateur-Porno-Film drehen. Dafür wurde sogar ein Anwesen angemietet. Doch der Dreh entwickelt sich anders als geplant und zum tödlichen Alptraum…

 

Meine Meinung:

 

Ich bin kein allzu grosser Fan von Ti West (In a Valley of Violence), auch wenn ich House of the Devil nochmals eine Chance geben sollte (vor ewiger Zeit an einem NIFFF gesehen) und auch wenn ich nicht alle seine Filme kenne (z.B. The Innkeepers). Auch The Sacrament war kein Kracher. X hingegen hat mir aber gut gefallen, auch wenn der Trailer zum Film schon zu viel verraten hat.

 

X, der als Überraschungsfilm auch am NIFFF 2022 gezeigt wurde, erinnerte mich mehr als nur einmal an Tobe Hoopers Klassiker Blutgericht in Texas und Blutrausch. X darf gerne als Hommage an diese Werke genannt werden, auch wenn der Film inhaltlich dann eigene Wege geht. Die 1. Hälfte baut eine klasse Stimmung auf. Wie für Ti West Filme nimmt sich der Film beim Aufbau Zeit.

 

Heuer gefällt mir dieser langsame Spannungs- und Bedrohungsaufbau. Die 1. Hälfte hat mir daher fast besser als die 2. gefallen, die dann mehr Action, Effekte und Horror bietet, dafür an Spannung nachlässt. Es gibt schöne Backwood-Klischees und Blutgericht in Texas Vibes. Neuseeland, wo der Film gedreht wurde, wird gekonnt als Texas-Setting missbraucht.

 

Optisch ist der Film interessant eingefangen und gefilmt worden inklusive toller Film-im-Film Sequenzen. Ti West versteht inzwischen geschickt, sein handwerkliches Können gekonnt auf die Leinwand zu bringen. Es gibt viele ruhige, stimmungsvolle und tolle Aufnahmen (z.B. die See-Szene mit dem Alligator aus der Vogelperspektive).

 

Die Darsteller sind mir allesamt unbekannt, passen aber hervorragend in ihre Rollen. Der Zeitgeist (Film spielt 1979) wurde zudem auch authentisch eingefangen. Es gibt übrigens eine überraschende Doppel-Rolle, welche an der Stelle nicht verraten wird. Tipp: im Abspann genau hinschauen! Mia Goth, die bereits in Nymphomaniac tief blicken liess, schnupperte danach im Suspiria Remake Horrorerfahrung. Auch Martin Henderson spielte bereits in Horrorfilmen mit (The Strangers: Prey at Night).

 

Fazit: Für meinen Geschmack der bisher beste Film von Ti West und Vorfreude auf Pearl, der die Vorgeschichte zu X erzählen wird, ist definitiv gegeben

 

Gefolgt von: Pearl

 

Infos:

 

O: X

 

USA, Kanada 2022

 

R: Ti West

 

D: Mia Goth, Martin Henderson, Jenna Ortega, Brittany Snow, Kid Cudi

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 105 Min.

 

Gesehen am: 06.08.22

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lion Gates vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Soll Anfang Sept. 2022 von Capelight P. auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.