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Donnerstag, 26. April 2018

Update

Neue Reviews



- Butterfly Sword (komplett überarbeitet)

- High Crime aka Tote Zeugen singen nicht

- The Jade Raksha

Butterfly Sword Review




Butterfly Sword

Story:

Mehrere Attentäter (Tony Leung Chiu-Wai, Donnie Yen, Michelle Yeoh) sind hinter dem Leben von Lord Suen Yuk Pa (Elvis Tsui) her, um danach die Martial Arts Welt zu beherrschen. Doch der Auftraggeber (Wong Chung-Kui) hat den Attentätern eine Falle gestellt und will am Ende selbst an der Spitze stehen und die Killer am Ende selbst unter die Erde bringen…

Meine Meinung:

Butterfly Sword, dessen literarische Vorlage schon zu Shaw Brothers Zeiten verfilmt wurde (Killer Clans 1976), gefällt mir auch heute noch sehr gut. Fantasievolle Wu Xia / Swordplay Streifen wie Butterfly Sword waren Anfang der 90er Jahre in Hong Kong gern gesehen und erfolgreich! Ich denke da nur an Streifen wie die dreiteilige Swordsman Reihe, die dreiteilige A Chinese Ghost Story Reihe oder Filme wie The Moon Warriors, Dragon Inn, The Heroic Trio, Flying Dagger, The Three Swordsmen, Deadful Melody oder Wonder Seven.

Alle haben sie vor allem die Action gemeinsam: wirblig, fantasievoll, ohne der Gesetze der Schwerkraft und Natur folgend, schnell, Einsatz von Wirework aber durch und durch spektakulär, trotz rasanter Kameraführung hat man nie das Gefühl, dass die Kampfszenen unübersichtlich sind und/oder was zu verpassen und es gefällt sehr! Die Actionszenen sind auch in Butterfly Sword das grosse Highlight des Filmes, die einfach Spass machen und sehr ausgefallen arrangiert sind. Wer die oben genannten HK-Filme und deren Action mag, wird daher auch an Butterfly Sword seine Freude haben.

Der Film, dessen Action von keinem geringeren als Tony Ching Siu-Tung stammen, wartet zudem mit vielen Stars auf: Tony Leung Chiu-Wai (Hard Boiled), Donnie Yen (Tiger Cage), Michelle Yeoh (Project S) oder Elvis Tsui (Long Arm of the Law III). Der Inhalt scheint, wenn der Zuschauer die Stars nicht den Figuren zuordnen kann und im Genre neu ist, durchaus etwas verwirrend. Eigentlich sollte man nur eines wissen: alle sind hinter Elvis Tsui her und wollen ihn töten, am Ende wird zudem als Überraschung ein weiterer Endgegner aus dem Hut gezaubert (mit übergrosser Freddy Krüger Kralle).

Nebst Action hat mir vor allem der Endboss gut gefallen, von welchem ich dann doch gerne auch mehr gesehen hätte. Soll heissen: das Finale war gar etwas kurz und zu schnell vorbei, was schade ist. Ansonsten war der Film recht kurzweilig, auch wenn es die Liebesgeschichten und oder Joey Wongs Figur meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte – hätte man alles weglassen und den Film somit noch gradliniger und actionreicher machen können. Vor allem, weil der Twist am Ende ausser auf den taiwanesischen Fassungen so oder so fehlt (Michelle Yeoh begeht Suizid, weil sich Tony Leung für Joey Wong entscheidet, Donnie Yen, der heimlich in Michelle Yeohs Figur verliebt ist, stürzt sich mit ihr in den Tod = Ende).

Von den vier Stars geraten vor allem Joey Wong (keine Actionszenen) und Donnie Yen zur Nebenrolle, weil vor allem Tony Leung und Michelle Yeoh beleuchtet werden. Nur um das gesagt zu haben.

Fazit: Fantasievolle und actionreiche Verfilmung einer Gu Long Geschichte! Als Fan solcher Anfang 90er Jahre HK-Actionfilmen klar zu empfehlen!

Infos:

O: San Lau Sing Woo Dip Gim

HK 1993

R: Michael Mak

D: Tony Leung Chiu-Wai, Donnie Yen, Michelle Yeoh, Elvis Tsui, Wong Chung-Kui, Joey Wong, Jimmy Lin Zhi-Ying, Lee Wai

Laufzeit der US-DVD: 87:01 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / 2. Sichtung: Anfang Feb. 2018

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD von Tai Seng aus den USA vor = Uncut im Sinne der HK Kino Fassung (Taiwan Scheiben zeigen Originalende, in welcher sich zwei Figuren in den Tod stürzten), O-Ton, englische Subs vorhanden, gute Bild- und Tonqualität. Das Ende ist als Bonus auf der DVD. In Deutschland von Splendid in der gleichen Fassung mit den teilweise gleichen Extras und auch O-Ton und Subs (jedoch deutsche) auf DVD veröffentlicht.

High Crime Review






High Crime

Story:

Der harte Kommissar Belli (Franco Nero) und dessen Vorgesetzter Scavino (James Whitmore) arbeiten an einem langanhaltenden Fall, über welche Scavino schon eine ganze Akte zusammengetragen hat. Doch man will die «Big Bosse» und nicht die kleinen Fische – also geht es weiter mit dem Kampf gegen das organisierte Verbrechen, welche in Genua den Drogenhandel durchführen und sich auch gegenseitig das Leben schwermachen. Korruption bis in die höchsten Stellen erschweren zudem die Arbeit der Polizei. Als Scavino seine Akte mit Beweisen öffentlich machen will, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

High Crime, der in Deutschland unter dem kultigen Titel Tote Zeugen singen nicht veröffentlicht wurde, ist ein Kracher des Ital. Gangster/Polizeikinos. Es ist eine Schande, dass es den Film bisher nur in Italien und Japan auf DVD gibt (ohne Englische Sprache / Untertitel). Dass sich kein renommiertes Label an diesen starken Film gewagt hat, ist mir ein Rätsel (Blue Underground, Arrow Video, Raro Video, filmArt…).

Man merkt schon in den ersten 15 Minuten, dass man es mit einem Highlight zu tun hat: lange, spektakulär choreographierte Auto-Verfolgungsjagd inklusive Stunts und Crashs, gefolgt von einer schönen Explosion, in welcher die zerfetzen Körper in Zeitlupe aus dem Wagen geschleudert werden um danach die brennenden Opfer im Wagen zu zeigen. Der Film ist sicherlich nebst Contraband oder Die Rache des Paten einer der härteren Poliziotteschi Titel – blutige Shoot-Outs, ein Mord via Haken und/oder das Überfahren von diversen Personen (sogar vor Kindern wird nicht halt gemacht) – und alles in Zeitlupe und mehreren Einstellungen!

Letzteres ist ein Markenzeichen von Regisseur Enzo G. Castellari, der seine Regie-Karriere mit Italo-Western startete. Ich glaube High Crime war sein erster Poliziotteschi, was überrascht, da so hohe Qualität. Es folgten weitere Filme wie Ein Bürger setzt sich zur Wehr (wieder mit Franco Nero) auch bekannt als Ein Mann schlägt zurück, Racket (der ist auch toll – mit Fabio Testi), Dealer Connection - Die Straße des Heroins (auch mit Fabio Testi, liegt hier noch ungeschaut herum) oder Der Tag der Cobra (einmal mehr mit Franco Nero).

Franco Nero (Djangos Rückkehr) gefällt als harter Cop, der am Ende aber auch selbst einstecken muss (seine Familie wird miteinbezogen). Auch sein Boss wird sehr überzeugend gespielt und die Wortgefechte, welche sich beide mehrfach liefern, sind dramatisch, emotional und amüsant anzusehen. Die einzelnen Gangster sind hier und da toll, hier und da weniger prägnant dargestellt. Auf alle Fälle ist der Film nicht langweilig. Der Grundton ist düster und pessimistisch. Man fragt sich als Zuschauer schnell einmal, ob Franco Neros Figur die Drahtzieher überhaupt schnappen und dingfest machen kann, bei der Situation (Korruption in den eigenen Reihen) und ob es überhaupt möglich ist, ein Happy End zu erleben oder nicht. Und ein Happy End würde ich das Ende auch nicht nennen…

Castellaris Tochter wirkt im Film ebenfalls mit und selbstverständlich sollen an dieser Stelle die De Angelis Brüder nicht vergessen werden, welche dem Film einen schönen und passenden Soundtrack spendiert haben, der gleich zu Beginn bei der langen Auto-Verfolgungsjagd so richtig zur Geltung kommen darf. Die De Angelis Brüder gesellen sich damit zu anderen Komponisten, welche dem Italo-Genre (Western, Giallo, Poliziotteschi, Horrorfilme, Komödien etc.) wunderschöne Musik zugeliefert haben (Ennio Morricone, Band Goblin, Riz Ortolani, Luis Bacalov, Nico Fidenco, Bruno Nicolai etc.).

Fazit: Einer der besten Poliziotteschi Titel = Fans absolut zu empfehlen!

Infos:

O: La Polizia incrimina la legge assolve

Italien, Spanien 1973

R: Enzo G. Castellari

D: Franco Nero, James Whitmore, Delia Boccardo, Fernando Rey, Duilio Del Prete, Silvano Tranquilli

Laufzeit der Originalversion: Ca. 98 Min.

Gesehen am: 01.02.18

Fassungen: Mir lag das VHS aus Israel unter dem Titel High Crime vor = gute VHS Bildqualität, gute Englische Sprachfassung mit hebräischen Subs und das beste und wichtigste: komplett Uncut! Die einzigen DVDs, die mir bekannt sind, sind aus Italien und Japan = in Ital. ohne Subs bzw. mit japanischen Subs, aber nicht englischfreundlich. Die dt. Fassungen (nur VHS) sind zensiert (1Min.15Sek.). Hier wäre es wünschenswert, dass sich ein Label wie filmArt anschickt, den Film würdig in Deutschland zu veröffentlichen!

The Jade Raksha Review





The Jade Raksha

Story:

Leng Qiu Han (Chen Pei-Pei) ist auf dem Rachetrip. Ihre Eltern wurden von jemanden namens Yan umgebracht. Sie weiss jedoch nicht welcher Yan – da ein häufiger Name. Also tötet sie ALLE Yan unter ihrem Pseudonym «Jade Raksha». Sie trifft auf Xu Ying Hao (Tang Ching), der sie rettet und verliebt sich in sie. Das dumme: dieser arbeitet für Master Yan Tian Long (Yeung Chi-Hing), der damals Lengs Eltern bzw. Familie hat töten lassen, was Xu Ying Hao aber nicht weiss. Um es für Leng noch schlimmer zu machen, verliebt sich Xu Ying Hao in die Bettlerin / Sängerin Jiang Yin Fung (Wong Ching-Wan) und umgekehrt, wobei dessen Vater (Ku Feng) ein Geheimnis verbirgt, welches Xu Ying Hao Familienhintergrund betrifft…

Meine Meinung:

Dieser Ende 60er Jahre Schwertkampffilm der Shaw Brothers hat mir gut gefallen. Es wird eine interessante Rache-Story erzählt, welche am Ende mehr bietet, als nur eine 08/15 Handlung. Es tauchen mehrere Figuren auf, welche für den Verlauf der Geschichte von Wichtigkeit sind. Zudem werden die Taten der Figuren auch erläutert – wobei einige ethische Dilemmas wiederfahren. Das macht den Reiz der Geschichte aus da es eben nicht nur um richtig oder falsch geht.

Der Film ist dabei sehr schön gefilmt und war für damalige Zeiten aufwändig in Szene gesetzt worden - viele tolle Kulissen, Effekte und schöne Hintergründe. Cheng Pei-Pei, welcher zwei Jahre zuvor mit Come Drink with Me der grosse Durchbruch gelang und danach in unzähligen Shaw Brothers Produktionen mitwirkte und zu den bekanntesten weiblichen Vertragsschauspielerinnern gehörte, spielt die Rolle der titelgebenden Jade Raksha sehr gut, auch wenn die Figur mehr als einmal unsympathisch agiert und wirkt. Aber gut gespielt, auch in den Actionszenen (als ehemalige Tänzerin konnte sie von ihren Ressourcen Gebrauch machen).

Aber auch die anderen Darsteller figurieren sehr gut: Tang Ching (sagt mir nichts, aber war sympathisch), Yeung Chi-Hing als Bösewicht (dachte zuerst es sei Ku Feng!!!), Ku Feng (als blinder Kämpfer), Wong Ching-Wan (als schüchternes Mädel, etwas farblos) und Fan Mei-Sheng ist als Film-Sohn des Bösewichtes zu sehen, der am Ende blutig stirbt.

Die Kampfszenen, vor allem mit Schwertern und kleinen, fliegenden «Darts» und/oder Fallen und Hinrichtungsgeräte angereichert, sind teilweise recht blutig ausgefallen wie so viele andere der Ende 60er Jahre Swordplay Streifen.

Fazit: Gut – Empfehlung an alle Shaw Brothers Fans!

Infos:

O: Yu Luo Cha

HK 1968

R: Ho Meng-Hua

D: Cheng Pei-Pei, Tang Ching, Yeung Chi-Hing, Ku Feng, Wong Ching-Wan, Fan Mei-Sheng

Laufzeit der Originalversion: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 01.02.18

Fassungen: Gesehen via Ziieagle Box = Uncut, sehr gute Bildqualität, O-Ton, englische Subs vorhanden. Gäbe es in dieser Form auch auf DVD (von IVL in HK, von United in Thailand). Es gibt keine dt. Fassung (Stand: Feb. 2018).