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Samstag, 5. September 2026

The Teahouse

 

The Teahouse

Story:

Boss Wang Cheng (Chen Kuan-Tai) führt zusammen mit Fa Ta-Chu (Yang Chi-Ching) und seinen Angestellten (u.a. Wong Yu, Bruce Le) ein Teehaus. Doch es machen sich diverse interne und externe Probleme breit: die Arbeitsmoral der Angestellten lässt zu wünschen übrig, diverse Triaden haben mit diversen Angestellten Probleme, die jedoch durch Boss Wang Cheng Schutz erfahren, sehr zum Wiederwillen der Triaden. Und die Polizei ist auch am Beobachten, während diverse Triaden (Fung Ging-Man, Chung Chan-Chi, Fan Mei-Sheng) planen, Boss Wang Cheng zu töten…

Meine Meinung:

The Teahouse ist ein sonderbarer Shaw Brothers Film. Gemäss meiner alten Besprechung würde ich sagen, dass ich aktuell mit dem Film mehr anfangen konnte als während meiner Erstsichtung vor 16 Jahren. Der Film von Kuei Chih-Hung (Die Wilden Engel von Hong Kong, Corpse Mania, The Gold Connection) ist kein Martial Arts Film und laut Datenbanken soll es ein Kantonesisch gesprochener Film sein. Und das bereits 1974. Die Shaw Brothers haben früher ihre Filme in Mandarin veröffentlicht, erst einige Jahre vor Beendigung ihrer Kinofilme haben sie begonnen, die Filme in Kantonesisch zu veröffentlichen (und natürlich wurden jeweils beide Audio-Optionen in den jeweiligen Regionen veröffentlicht).

Bei The Teahouse handelt es sich um einen Mix aus Gangster- und Triaden-Streifen, der gleichzeitig gewisse sozialkritische Themen aufgreift. Am ehesten würde ich den Film, auch vom Inhalt und der Machart her, mit der Criminals Reihe (The Criminals, The Criminals 2 - Homicides, The Criminals 3 - Arson, The Criminals 4 - Assault, The Criminals 5 - The Teenager's Nightmare), dem Meisterwerk The Delinquent sowie dem Kino von Kinji Fukasaku vergleichen. Auf jeden Fall bekam der Film eine CAT. III Freigabe (zumindest auf DVD) und schien erfolgreich, denn es folgte eine Fortsetzung. Zudem legte Chen Kuan-Tai als «Big Brother Cheng» in Big Bad Sis einen Gasteintritt hin.

The Teahouse hat nicht viel Action und vor allem keine wirklich klassischen Kung-Fu Kämpfe. Das störte mich nicht, da ich das Triaden-Setting mochte. Ich mochte auch den Zusammenhalt von Wang Cheng und seiner Truppe, wie er gegen diverse Bedrohungen vorgeht. Der Film wirkt aber auch sehr episodenhaft und unzusammenhängend. Gewisse Figuren kommen vor, nur um später in eigenen Handlungssträngen, die per se nichts zum Film beitragen, wieder zu verschwinden (z.B. Wong Yu, der sich selbst ins Gefängnis bringt). Zudem wirkt der Film hier und da auch sprunghaft. Chen Kuan-Tai und Co. machen ihre Sache aber sehr ordentlich. Nebst Chan Kuan-Tai überzeugte vor allem auch Yang Chi-Ching (The Bloody Escape). Fan Mei-Sheng (Green Killer) spielt eine typische Nebenrolle als Schurke und interessant war die kleine Nebenrolle von Bruceploitation-Star Bruce Le (Concord of Bruce Lee). Der Film endet quasi offen, und der Plot wird in der Fortsetzung, wenn ich nicht irre, zu Ende erzählt.

Fazit: Ein nicht uninteressanter Beitrag der Shaw Brothers!

Gefolgt von: Big Brother Cheng

Infos:

O: Sing Gei Cha Low

HK 1974

R: Kuei Chih-Hung

D: Chen Kuan-Tai, Yang Chi-Ching, Wong Yu, Bruce Le, Fung Ging-Man, Chung Chan-Chi, Fan Mei-Sheng

Laufzeit der HK-DVD: 95:36 Min.

Gesehen am: Sept. 2010 / Neusichtung am: Sept. 2026

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von IVL vor = 2011 in Amsterdam von Chen Kuan-Tai signiert, Uncut, O-Ton (O-Ton soll Kantonesische sein) und englische Subs, gute Bildqualität, nicht anamorph. Ende Nov. erscheint von Arrow Video das Set Shawscope Presents: Street Gangs of Hong Kong Limited Edition. In dieser wird u.a. auch The Teahouse enthalten sein. Es ist eine eigene, neue Restauration von Arrow Video (keine Framecuts). O-Ton und englische Subs werden vorhanden sein, dazu exklusive Extras wie das letzte Interview mit Chen Kuan-Tai vom Januar dieses Jahres sowie weiteren Interviews mit Bruce Le. Dazu darf Tony Rayns, wohl auch sein letztes Interview vor seinem überraschenden Tod durch Unfall (Treppensturz), ein Special über Kuei Chih-Hung zum Besten geben. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2026).

Montag, 24. August 2026

The Proud Youth

Shawgust 2026

The Proud Youth

Story:

Nangong Song (Wong Yu) wird von seinem Clan durch Clan Führer Luo Chaojun (Stanley Fung) verstossen. Er trifft auf Sacred Lady (Shih Szu), die nach ihrem vermissten Vater (Ku Feng) sucht. Nangong Song trifft auf Shi (Wang Chung), der weiss, wo Sacred Ladys Vater gefangen gehalten wird. Sie befreien ihn. Danach beginnt ein Killer (Michael Chan Wai-Man), etliche Clan-Anführer zu töten…

Meine Meinung:

Diese Shaw Brothers Arbeit von Sun Chung (The Devil’s Mirror, Revenge of the Corpse, A Fistful of Talons) basiert auf dem Roman The Smiling, Proud Wanderer. Mein letzter Shawgust Beitrag in diesem Jahr. Ich habe den Film ausgewählt, da Michael Chan Wai-Man (Prince Charming, Broken Oath, Talk to Me, Dicky) als Co-Star dient und da seit meiner Erstsichtung im Jahr 2013 nichts mehr wusste = die neue Sichtung würde sich mehr wie eine Premiere als ein Auffrischen anfühlen!

Der Film ist, was den Plot betrifft, sonderbar und auch wirr. Am besten ist, wenn man als Vorbereitung das weiss, was ich oben bei Inhaltsangabe geschrieben habe. Der Rest ist unwichtig, wenig nachvollziehbar und bestehend aus Füllszenen. Anhand der oben genannten Beschreibung kann der Fan dem Plot gut folgen, sofern der Zuschauer Namen wie Wong Yu (The Spiritual Boxer, Dress Off for Life), Ku Feng (Bruce and the Iron Finger, The Furious Killer), Shih Szu (The Great Cheat, Lady of the Law), Wang Chung (The Delinquent, Police Force), Stanley Fung (Thrilling Story, Ghost in Me) sowie Michael Chan Wai-Man kennt.

Der Hauptplot formt sich jedoch erst gegen ca. 50 Minuten oder noch später. Einige Figuren (Ku Feng, Wang Chung) kommen fast noch später vor und Michael Chan Wai-Man kommt nur in den ersten fünf Minuten und danach erst wieder im Finale vor. Das war sonderbar und passte irgendwie nicht ganz zusammen. Quasi wie zwei Plots, die dann zu einem verlaufen. An Michael Chan Wai-Man hatte ich Freude, da fies, Bösewicht und coole Waffe. Wong Yu war sehr solide, so auch Ku Feng, Shih Szu und Wang Chung (auch hier: coole Waffe). In Nebenrollen sind noch Chan Shen (Die 7 goldenen Vampire), Alan Chui Chung-San (Two Fists Against the Law) und ein junger Yuen Wah (Iceman Cometh) zu sehen. An Stanley Fung hatte ich auch Freude, da er einen Dreckssack spielt. Das Ende hat mir daher gut gefallen und gab unerwartete Pluspunkte.

Fazit: Solide Shaw Brothers Arbeit!

Infos:

O: Xiao Ao Jiang Hu

HK 1978

R: Sun Chung

D: Wong Yu, Shih Szu, Stanley Fung, Michael Chan Wai-Man, Wang Chung, Ku Feng, Chan Shen, Yang Chi-Ching, Alan Chui Chung-San, Yuen Wah

Laufzeit der thailändischen DVD: 92:38 Min.

Gesehen am: Aug. 2013 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via DVD aus Thailand von United und Celestial = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität (jedoch soll die neue DD 5.1 Tonspur neue Musik, die nichts mit der Originaltonspur zu tun haben soll, beinhalten). In Deutschland als Die Todeskammern der Shaolin auf VHS zu haben (zensiert). Es scheint noch keine Blu-Ray oder UHD zu geben (Stand: Aug. 2026).

Sonntag, 23. August 2026

The Flying Guillotine

 



Shawgust 2026

The Flying Guillotine

Story:

Emperor Yung Cheng (Chiang Yang) lässt unter der Führung von Chief Xin Kang (Ku Feng) eine tödliche Geheimwaffe entwickeln: die fliegende Guillotine. Chief Xin Kang stellt eine Spezialeinheit (u.a. Ricky Hu, Norman Tsui) zusammen und lässt diese mit der Waffe trainieren. Als diese geschult sind, erledigen sie im Auftrag von Emperor Yung Cheng Morde. Zu viel für Mitglied Xie Tian-Fu (Wong Yu) der daraufhin selbst getötet wird, und zwar von seinem Kollegen Xu Shuang-Kun (Wai Wang). Das passt Mitglied Ma Tang (Chen Kuan-Tai) nicht, der seit längerem moralische Bedenken hat und somit auf die Todesliste gesetzt wird. Doch Ma Tang gelingt die Flucht…

Meine Meinung:

The Flying Guillotine ist ein erwähnenswerter Film der Shaw Brothers aufgrund der innovativen Waffe, die hier, wohl zum ersten Mal im Eastern, eingesetzt wird und in weiteren Filmen (The Flying Guillotine II, One-Armed Boxer vs. the Flying Guillotine, The Fatal Flying Guillotines, The Guillotines, Imperial Sword, Shaolin – Eine Faust die tötet, A Sword Renounced) folgen sollte. Der Film von Regisseur Ho Meng-Hua (Shaolin Abbot, Black Magic, The Jade Raksha) bekam eine offizielle Fortsetzung und mir gefiel der Film, den ich seit 2008 nicht mehr sah, besser als früher.

Ich mochte die simple Geschichte um einen irren Kaiser, die spezielle Waffe und die «Spezialeinheit», welche damit mordet und die Intrigen in der Gruppe inklusive der moralischen Bedenken, die dann zum weiteren Verlauf der Handlung beitragen. Obwohl ich ein Happy End nicht immer mag, auch ein fieses, böses und nihilistisches Ende kann toll sein, war ich in The Flying Guillotine jedoch froh, dass Chen Kuan-Tai und seine Frau und das Kind überlebt haben. Dennoch ist der Plot nicht ganz zu Ende erzählt, da der Kaiser nach wie vor lebt und nach Ma Tang suchen wird. Es ist zu lange her, um zu wissen, ob die Fortsetzung an die offenen Ereignisse anschliesst oder eine neue, eigenständige Geschichte erzählen wird.

Ich mochte (abgesehen von der fliegenden Guillotine) den Realismus in den Kampfszenen. Die Kampfszenen sind mehr bodenständig inszeniert und gefallen. Vor allem Lead Chen Kuan-Tai zeigt, dass er ein echter Kämpfer ist, der Martial Arts beherrscht. Sobald die fliegenden Guillotinen dann zum Einsatz kommen, wird es skurril und schön fantasievoll. Die kopflosen, noch zappelnden Körper erinnerten mich an geköpfte Hühner, die noch paar Meter weitergeflogen sind, ehe die Reflexe aufhörten, Befehle über die Nervenbahnen zu senden. Ich mochte Chen Kuan-Tai (Gang Master, Long Road to Gallantry, I Will Finally Knock You Down, Dad!) sehr in dieser heldenhaften Rolle. Das Finale war, vor allem aufgrund der Settings (Klippe, Wasserfall), toll gewählt.

Bei den Bösewichten haben mir vor allem Ku Feng (The Black Tavern, The Thundering Sword) sowie Wai Wang (Oath of Death, The Savage 5) gefallen. Wong Yu, der mich zuletzt etwas genervt hat (The Spiritual Boxer) spielte hier eine ernste Rolle ohne humoristische Einlagen (der Film verzichtet komplett auf Klamauk, was der Dramatik gut bekommt). In sehr kleinen, kaum auffallenden Nebenrollen sind noch Norman Tsui (Bastard Swordsman, Invitation of Ghost) sowie Ricky Hui (The Contract, Aces Go Places III) zu sehen. Die spielen ebenfalls Mitglieder der Gruppe, die auserwählt wurde, die fliegende Guillotine zu trainieren.

Fazit: Shaw Brothers Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: The Flying Guillotine II

Infos:

O: Xue Di Zi

HK 1975

R: Ho Meng-Hua

D: Chiang Yang, Ku Feng, Wong Yu, Wai Wang, Chen Kuan-Tai, Ricky Hui Koon-Ying, Norman Tsui

Laufzeit der ZiiEagle-Version: Ca. 101 Min.

Gesehen am: Sept. 2008 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Ich hatte früher die DVD aus China, welche ich verkauft habe, nachdem ich die US-Blu-Ray von Shout Factory erworben habe (Shaw Brothers Classics Vol. Two). Leider läuft die Disc bei mir, warum auch immer, nicht (= «unbekannte Disc»). Daher sah ich mir den Film nun via ZiiEagle Box an = Gute Bild- und Tonqualität, Mandarin O-Ton, englische Subs, sah Uncut aus. In Deutschland gibt es den Film von TVP auf Blu-Ray (als Die Fliegende Guillotine in Deutsch oder Mandarin mit Subs).

The Spiritual Boxer

 
Shawgust 2026

The Spiritual Boxer

Story:

Hsiao Chien (Wong Yu) wird von seinem Meister (Chiang Yang) getrennt. Er zieht allein durchs Land und täuscht diverse Parteien in der Hinsicht, dass er Spirits bekämpfen und befreien kann. Dafür schlüpft er in diverse Identitäten (z.B. Monkey King, God of War etc.). Er trifft auf Jin Lian (Lin Chen-Chi), die ihn unterstützt. Hsiao Chien Bekanntheitsgrad steigt. Er findet viele Schüler (u.a. Addy Sung Gam-Loi, Liu Chia-Liang), die er neu ausbildet. Örtliche Gangster (Shih Chung-Tien, Fung Hak-On) sehen dem Treiben kritisch zu und als sich diese mit zwei gesuchten Kriminellen (Lee Hoi-Sang, Ng Hong-Sang) vereinen, scheint Hsiao Chiens Fassade zu bröckeln…

Meine Meinung:

The Spiritual Boxer gilt als Liu Chia-Liangs (Challenge of the Masters, Heroes of the East, The Eight Diagram Pole Fighter) Regie-Debüt, auch wenn er paar Jahre zuvor bereits für den Film Breakout from Oppression (nebst Gordon Liu und Yang Fan) als Regisseur geleistet wurde. Laut KI wurde Breakout from Oppression jedoch erst nach dem Erfolg von The Spiritual Boxer und Die 36 Kammern der Shaolin veröffentlicht und daher gilt offiziell The Spiritual Boxer als Liu Chia-Liangs Regiedebüt. Der Film markiert auch leichte Ghost-Vibes (noch vor Sammo Hungs Encounters of the Spooky Kind) und gilt als Kung-Fu-Komödie (noch vor Die Schlange im Schatten des Adlers sowie Drunken Master).

Eigentlich wollte ich heute The Flying Guillotine schauen, aber die Disc von Shout Factory scheint irgendwie beschädigt (= unbekannte Disc), was mich sehr genervt und viele Nerven gekostet hat. Also sah ich mir aus einer anderen Shout-Box The Spiritual Boxer an. The Spiritual Boxer empfand ich aktuell als mittelmässig und durchschnittlich. Das lag an folgenden Gründen: Wong Yu (Dirty Ho, Thirteen, Executioners from Shaolin) mag ich in den Shaw Brothers Produktionen weniger als in unabhängigen Eastern von kleineren Studios (z.B. The Young Avenger). Dort nervt er mich weniger. Er gehört nicht gerade zu meinen Favoriten in Sachen Shaw Brothers Darstellern.

Der Plot von The Spiritual Boxer gibt eigentlich nur wenig Kampfszenen her und überzeugen tun eigentlich praktisch nur jene aus dem Finale. Das ist auch schade. Es gibt Längen und der Plot wirkt episodenhaft. Für den Inhalt empfand ich die Laufzeit auch als zu lang. Der Film läuft über 100 Minuten. Da wäre eine Laufzeit von nur 80 Minuten angenehmer gewesen, um den Film actionreicher wirken zu lassen. Nebst dem Finale, in dem u.a. Lee Hoi-Sang (Der Superfighter) als Bösewicht zu sehen ist, hat vor allem der Anfang des Filmes mit Gastauftritten von Ti Lung (Black Magic II), Wilson Tong (The Two Jolly Cops) sowie Chen Kuan-Tai (Ambitious Kung Fu Girl) gut gefallen. Die Kämpfe, vor allem jene im Finale, wurden von Liu Chia-Liang choreographiert.

In weiteren Rollen sind u.a. noch Liu Chia-Liang (zweimal kurz als Schüler von Wong Yu zu sehen), Lin Chen-Chi (Dangerous Encounter - 1st Kind, Haunted Tales) als Tomboy, Fung Hak-On (eher enttäuschende Nebenrolle), Chan Shen (auch ohne wirkliche Kampfszene) und Addy Sung Gam-Loi (nur einmal für einen Bruchteil einer Sekunde zu sehen). Es gibt zudem weitere, spätere Stars in Miniauftritten zu sehen. Diese sind mir jedoch beim Schauen nicht aufgefallen. Dies wären Namen wie Lam Ching-Ying (Mr. Vampire), Eric Tsang (Ghost Punting) sowie Simon Yam (Run and Kill) gewesen. Der Film war so erfolgreich, dass vier Jahre später eine Fortsetzung folgte, die mir gemäss meinem alten Review besser gefiel!

Gefolgt von: Spiritual Boxer, Part II

Infos:

O: Shen Da

HK 1975

R: Liu Chia-Liang

D: Liu Chia-Liang, Wong Yu, Lin Chen-Chi, Chiang Yang, Shih Chung-Tien, Fung Hak-On, Lee Hoi-Sang, Ng Hong-Sang, Ti Lung, Chen Kuan-Tai, Wilson Tong, Chan Shen, Addy Sung Gam-Loi

Laufzeit der US-Blu: Ca. 103 Min.

Gesehen am: Aug. 2011 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory (Shaw Brothers Classics Vol. Seven) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität.

Montag, 22. Mai 2023

The 36th Chamber of Shaolin




The 36th Chamber of Shaolin 

Story:

 

Chinesische Rebellen und Patrioten (Lau Kar-Wing, Wai Wang, Wong Yu, Norman Tsui) kämpfen gegen die mordlustigen Tataren (u.a. Lo Lieh, Wilson Tong) an. Liu Yu-de (Gordon Liu) flieht verletzt ins Shaolin Kloster, wo er sich zum Rächer ausbilden lässt…

 

Meine Meinung:

 

The 36th Chamber of Shaolin ist ein Klassiker und sicher einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Filme der Shaw Brothers, der unzählige Nachahmer und zwei Fortsetzungen zur Folge hatte. Der Film von Liu Chia-Liang (Challenge of the Masters, The Eight Diagram Pole Fighter, My Young Auntie), in dem er auch gleich die Actionszenen in Szene setzte, ist für jeden Shaw Brothers Fan ein Must See Titel!

 

Ich sah den Film seit extrem langer Zeit nicht mehr. Mir sind nun mehr Stars aufgefallen als früher. Gordon Liu (Heroes of the East, Dirty Ho, Fury in Shaolin Temple) wurde danach zum gefeierten Star und auch im Ausland, vor allem in England und den USA, bekannt und beliebt (als "Master Killer"). Bei Fans geht er als Legende durch und auch aus der Popkultur ist er nicht mehr wegzudenken = Einflüsse in der Musikszene, z.B. RZA und sein Wu-Tang Clan = ihr Debütalbum hiess z.B. Enter the Wu-Tang (36 Chambers).

 

Gordon Liu macht seine Sache toll. Fans von ihm kommen voll auf ihre Kosten. In kleineren Nebenrollen sind u.a. Namen wie Lau Kar-Wing (The Odd Couple), Wong Yu (The Young Avenger), Norman Tsui (Blood Ritual), Chan Shen (Five Element Ninjas) oder Drunken Master Star Simon Yuen (Crystal Fist) zu sehen. Nebst Gordon Liu hatte ich am meisten Freude an den Bösewichten im Film: Lo Lieh (The Concrete Jungle) spielt den feindlichen General unglaublich gut und fies. Seine rechte Hand wird gekonnt böse von Wilson Tong (Snake Deadly Act) verkörpert. In den Kampfszenen hat mich zudem Lee Hoi-Sang (Die Schlitzaugen mit dem Superschlag) sehr überzeugt. Seine Trainingskämpfe und Duelle gegen Gordon Liu im letzten Viertel des Filmes waren überragend.

 

Der Film bietet zunächst am Anfang Kämpfe und vor allem im Finale. Zu 90% des Filmes spielt der Film hingegen im Shaolin Kloster. Das lange Training, die diversen Kammern und der Aufstieg zum Rächer sind Inhalte des Filmes. In den Kammern werden diverse Körperpartien gezielt trainiert (Arme, Beine, Kopf…). Ich muss sagen, dass ich genau diese Szenen auf Dauer doch recht repetitiv fand, da halt kein wirkliches Kung Fu zu sehen ist. 

 

Diese Szenen finde ich überbewertet. Es wird besser, wenn es mehr und mehr direkt ums Kung Fu geht, z.B. besagte Duelle zwischen Gordon Liu und Lee Hoi-Sang. Mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden, kann der Film genug Inhalte liefern. Die Kampfszenen am Anfang und vor allem Finale sind dann von aller höchster Qualität und absolut sehenswert.

 

Fazit: Klarer Must See Titel für Shaw Brothers Fans oder solche, die es noch werden wollen!

 

Gefolgt von: Die Rückkehr zu den 36 Kammern der Shaolin

 

Infos:

 

O: Shao Lin San Shi Liu Fang

 

HK 1978

 

R: Liu Chia-Liang

 

D: Gordon Liu, Lo Lieh, Wilson Tong, Lau Kar-Wing, Lee Hoi-Sang, Wai Wang, Chan Shen, Simon Yuen, Wong Yu, Norman Tsui

 

Laufzeit der US-DVD: 115:56 Min.

 

Neusichtung am: 20.04.23 / Sichtung der UK-Blu: 03.11.25

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dragon Dynasty vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, von Gordon Liu signiert (Mai 2011 in Amsterdam), hervorragende Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland als Die 36 Kammern der Shaolin von filmArt auf Blu-Ray. In England in einer Shaw Brothers Box (Shaw Scope Volume Two) von Arrow Video auf Blu-Ray zu haben. Nachtrag Nov. 2025: Neu gesehen als UK-Blu-Ray von Arrow Video (Shaw Scope Volume Two): Klassiker von Liu Chia-Liang mit Gordon Liu. Der Film war ein extremer Erfolg (auch in den USA) und machte Gordon Liu zum Star. Ich fand den Film zwar immer leicht überbewertet, aber umso mehr ich den ansehe, umso mehr muss ich anerkennen, dass der aus der Masse herausragt, auch wenn der 2. Teil noch immer mein Liebling der Reihe ist. Gordon Liu, Lo Lieh und Wilson Tong machen ihre Sache ausgezeichnet. Die Bild- und Tonqualität der neuen UK-Disc sind fantastisch. Es gibt sehr viele Extras auf der Disc. Das 1. Interview mit Gordon Liu ist solide. Es zeigt auch, was für ein sympathischer Kerl er ist. Das Interview mit Arthur Wong, dem Kameramann des Filmes, fand ich das beste Extras der Disc (Trailer, Englischer Vorspann, Audiokommentar, Bildergalerie und das Spezial mit Tony Rayns sah ich mir nicht an), vor allem auch, weil er in ausländischen Produktionen mitwirkte (er spricht auch sehr gut Englisch). Sogar Jumping Ash erwähnt er! Dann folgen Archiv-Extras von Celestial (2003) = hier erzählt Gordon Liu ähnliches, wie im anderen Interview von Frédéric Ambroisine. Das Extra über den Einfluss der Shaw Brothers auf die Musikindustrie und Dreck wie Hip Hop sah ich mir nicht an. Hat mich nicht interessiert. Ein ebenfalls 2003 durch Celestial gedrehtes Feature befindet sich auch auf der Disc. Es erzählt vor allem von diversen Shaw Produktionen. Es kommen Stars wie Gordon Liu, Kara Hui oder Liu Chia-Liang zu Wort. Das war noch cool, auch wenn nicht sonderlich viel Neues geboten wird. 

Freitag, 26. August 2022

Executioners from Shaolin Review




Executioners from Shaolin

Story:

 

Pai Mei, Master White Brows (Lo Lieh) lässt im ganzen Land Shaolin-Kloster zerstören und Shaolin-Kämpfer (u.a. Gordon Liu) töten. Hong Xi Guan (Chen Kuan-Tai) gelingt die Flucht. Dieser heiratet Fang Yung Chun (Lily Li). Als sie einen Sohn (Wong Yu) gebären, bringen sie diesem Kung Fu bei. Das Ziel von Hong Xi Guan: Rache und Pai Mei und seine Widersacher (u.a. Chiang Tao, Liu Chia-Liang) töten…

 

Meine Meinung:

 

Executioners from Shaolin ist der Vorgänger des Shaw Brothers Filmes Clan of the White Lotus. Nach meinem Urlaub habe ich den geschaut, da die DVD bald meine Sammlung Richtung Deutschland verlassen wird. "WAS?" werden einige von euch denken?! So ein Film und dann noch mit Autogrammen versehen? Verkaufen? Als ich 2011 in Amsterdam war und 60 Autogramme von Gordon Liu und Chen Kuan-Tai bekam, war Executioners from Shaolin nicht dabei da zu dem Zeitpunkt nicht in der Sammlung.

 

Ich bekam die 60 Autogramme am Samstag in Chinatown. Das Event, an welchem die zwei Stars teilnahmen (Guo Shu Cup am 22.05.11), fand dann am Sonntag statt. Dort kaufte ich diese DVD - und diese war zu dem Zeitpunkt bereits vor signiert. Das heisst: die DVD wurde so gekauft. Für mich sind gekaufte, bereits signierte Editionen weniger wertvoll als wenn ich diese persönlich signieren liess. Daher kann ich es verschmerzen und die DVD ist Teil eines wichtigen Tauschgeschäftes. Ich werde dafür die extrem seltene VHS des Michael Chan Wai-Man Filmes For Whom to Be Murdered bekommen.

 

Nun zum Film: Der Film startet toll (Gordon Liu in einer Märtyrer Szene) und flacht danach erst Mal ab. Plot gibt es so gut wie keinen und die nächsten 30 Min. oder so sind lahm und nervend. Vor allem der Humor ist echt doof. Betrifft vor allem die Szenen mit Cheng Kang-Yeh. Ohne diese wäre der Film klar sehenswerter gewesen. Der Film wäre besser und rasanter gewesen. Cheng Kang-Yeh war leider oft ein Comic-Charakter. So nervte er z.B. auch im grossartigen Heroes of the East…

 

Danach gewinnt der Film jedoch deutlich an Fahrt und wird besser und besser d.h. auch ernster. Humor ist bald Geschichte und es folgen tolle Trainings- und Kampfszenen. In denen überzeugen Chen Kuan-Tai (Gang Master), Lily Li (The Pier), Wong Yu (The Young Avenger) und vor allem Lo Lieh (The Concrete Jungle) als weisshaariger Bösewicht, der kaum zu besiegen ist. Längen sind auch definitiv vorbei und der Plot wird noch dünner. Zugunsten von spektakulärem Kung Fu. Dem Fan darf es recht sein. Der Film gewinnt an Qualität und hebt sich somit gut aus der Masse von Shaw Brothers Produktionen ab. Regisseur und Choreograph Lau Kar-Leung (Police Force) liefert sich auch einen sehenswerten Gastauftritt, in welchem er gegen Chen Kuan-Tai kämpft. Starke Leistung von ihm (vor allem was die Action- und Choreographie angehen).

 

Fazit: Aufgrund des nervenden Humors und Längen nach starkem Beginn nicht die Oberliga, aber nahe dran und jedem Shaw Brothers Fan dank der Action in der 2. Filmhälfte (praktisch pausenlos) zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Hong Xi Guan

 

HK 1977

 

R: Liu Chia-Liang

 

D: Lo Lieh, Gordon Liu, Chen Kuan-Tai, Lily Li, Wong Yu, Chiang Tao, Liu Chia-Liang, Cheng Kang-Yeh, Lam Ching-Ying

 

Laufzeit der HK-DVD: 96:03 Min.

 

Neusichtung am: 17.08.22

 

Fassungen: Mir lag die HK-DVD vor, die ich 2011 in Amsterdam bei einem Event, in welchem Gordon Liu (Challenge of the Masters) und Chen Kuan-Tai als Gäste geladen waren, gekauft habe (und am Vortag holte ich mir persönlich 60 Autogramme der beiden = HIER KLICKEN = Special auf der alten HP). Die DVD ist ebenfalls signiert, aber nicht persönlich, sondern so gekauft. Die DVD wandert für einen Deal (für sein extrem seltenes VHS, welches ich unbedingt haben muss) Richtung Deutschland. Zur Not habe ich den Film noch auf der Ziieagle Box. Jedoch plane ich, den neu zu kaufen (HK DVD). Auf Blu-Ray gibt es den bisher nur von Arrow Video (Shaw Scope Volume One). Vielleicht kaufe ich mir auch diese. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2022). Nachtrag Nov. 2024: Wie oben unter Fassungen angekündigt, kaufte ich mir inzwischen die Box von Arrow Video (Shawscope Vol. 1) und sah mir den Film erneut an. Ich mag den Film inzwischen mehr als früher. Der Humor ist noch immer (grösstenteils) störend, es fällt aber weniger ins Gewicht als bei der letzten Sichtung. Es handelt sich um einen sehenswerten Eastern. Der Film war dazumal einer der ersten Shaw Filme, die ich sah. Der Plot ist wie gehabt (weisshaariger Priester Pai Mei will alle Shaolin Kämpfer töten und die Kloster zerstören) und dient nur als Mittel zum Zweck. Starker Cast und tolle Kampf- und Trainingsszenen machen viel Freude. Vor allem Fans von Chen Kuan-Tai, der vor kurzem verstorbenen Lily Li, Lo Lieh (spielt Pai Mei) und Wong Yu kommen auf ihre Kosten. In Neben- und Gastauftritten sind ausserdem Namen wie Fung Hak-On, Wilson Tong, Chiang Tao, der vor kurzem verstorbene Lee Hoi-Sang und Gordon Liu (spielt im 2. Teil eine Hauptrolle und einen anderen Charakter) zu sehen. Der Film ist Uncut, die Bild- und Tonqualität sind hervorragende, O-Ton und englische Subs vorhanden. Dazu viele andere Filme und ein Buch. Toll. Als Extras stechen zwei Interviews hervor. In einem gibt Tony Rayns Auskunft über Lau Kar-Leung  ("Appreciation of Lau Kar-Leung by film critic and historian Tony Rayns"). Das hat eine Laufzeit von ca. 28 Minuten und Tony Rayns zuzuhören, macht Spass. Der Mann weiss, wovon er spricht. Informativ. Im 2. Interview kommt Chen Kuan-Tai zu Wort ("Interview with star Chen Kuan-Tai, filmed in 2007 by Frédéric Ambroisine"). Er spricht allgemein über die Zusammenarbeit mit Chang Cheh, Lau Kar-Leung oder Kuei Chi-Hung. Und über Executioners from Shaolin.