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Freitag, 18. Oktober 2019

Evil Dead Trap Review

Horroktober 2019




Evil Dead Trap

Story:

Journalistin Nami Tsuchiya (Miyuki Ono) bekommt ein Snuff-Video zugeschickt. Sie und ihr Team beginnen zu ermitteln. Die Recherchen führen die Gruppe auf eine verlassene, stillgelegene Fabrik. Kurze Zeit später taucht ein unbekannter Killer auf, der die Gruppe zu dezimieren beginnt…

Meine Meinung:

Evil Dead Trap hat mir nach aktueller Sichtung weniger gut gefallen, als dies vor unzähligen Jahren in meiner Jugendzeit der Fall war. Kritisch war in meinen Augen: eher lahmer Beginn, Längen/Füllszenen, wenig Inhalt, billige Optik (Film wirkt statt ein Ende 80er Jahre wie ein billiger direct to Video 90er Jahre Streifen), zu lange Laufzeit.

Der erste Teil der dreiteiligen Evil Dead Trap Reihe, der sich vor allem in Horrorfilmkreisen einen Namen machte und vom Mermaid Legend (der liegt als japanische LD ungesehen rum – Sichtung folgt im «Japanuary») Regisseur Toshiharu Ikeda stammt, bietet einige derbe Szenen, auf dessen sein Bekanntheitsgrad beruht.

Die «Snuff»-Szene mit dem Auge erinnert an ähnliche Szenen mit Augen wie in Der New York Ripper, Thriller: A Cruel Picture oder Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies. Die späteren Morde sind auch alles andere als harmlos, so dass der Film schnell mehr bot, als US-Slasher der damaligen Zeit.

Der Film von Toshiharu Ikeda, der seine Karriere im Erotik-Genre begann (Arbeiten für Nikkatsu), orientiert sich teilweise am internationalen Kino aus Italien (Dario Argento) – was Kamerafahrten, Morde und vor allem die Musik angehen. Dies soll an dieser Stelle positiv erwähnt werden.

Weiterhin positiv ist der Verlauf des dünnen Plots, der mit der Zeit immer fantastischer wird und sogar Bodyhorror-Elemente à la David Cronenberg zeigt.

Die Darsteller sind absolut solide aber bis auf Lead Miyuki Ono (G.I. Samurai) nur Kanonenfutter und sollen teilweise auch aus dem Erotik-Geschäft stammen (nicht abwertend gemeint – viele japanische Filmemacher haben ihre Karrieren im Pinku eiga Genre begonnen). Von Toshiharu Ikeda kenne ich nur Teil drei der Reihe (Teil zwei wurde von Izô Hashimoto realisiert) und den seltenen aber grossartigen Krimi The Man Behind the Scissors = einer seiner letzten Filme, ehe er 2010 verstarb.

Alles in allem hat der Film seine positiven Momente, so dass diese überwiegen (als Gesamtpaket) – aber da wäre trotzdem mehr möglich gewesen (kürzere Laufzeit = weniger Längen = mehr Tempo). 
Fazit: Zumindest für Fans des japanischen Horrorkinos sicherlich zu empfehlen – auch wenn mehr möglich gewesen wäre!

Infos:

O: Shiryô no wana

Japan 1988

R: Toshiharu Ikeda

D: Miyuki Ono, Aya Katsuragi, Hitomi Kobayashi, Eriko Nakagawa, Masahiko Abe

Laufzeit der holländischen DVD: 100:33 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag die DVD aus Holland von Japan Shock vor = VHS Master der jap. VHS. Uncut, O-Ton, englische Subs. Bildqualität auf solidem bis durchschnittlichem bis schlechtem Niveau. Da wäre es spannend zu wissen, ob die US-Disc von Synapse Films besser wäre. Anamorph ist nur die Disc aus England (dafür zensiert). Eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Okt. 2019). In D von X-Rated veröffentlicht worden.

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Devil Fetus Review

Horroktober 2019




Devil Fetus

Story:

Eine ersteigerte Vase beherbergt einen Dämon. Dieser richtet in einer Familie über Generationen Schaden zu. Aktuell fährt der Dämon in den Körper des einen Sohnes (Hsu Meng-Kuang) und terrorisiert die Familie (Ou-Yang Sha-Fei, Eddie Chen), die Haushälterin und die Freundin (Shirley Lui Sau-Ling) des 2. Sohnes. Ein Priester (Chin Yung-Hsiang) soll Abhilfe schaffen…

Meine Meinung:

Devil Fetus habe ich sehr lange nicht mehr gesehen. Die Erstsichtung war 2006 und ich hatte den Film nie als wirklich toll in Erinnerung. Wenn ich mein altes Review studiere, so kann ich dieser Meinung aktuell jedoch nicht mehr entsprechen. Mein Filmgeschmack hat sich verändert und mir gefällt Devil Fetus, auch wenn noch immer kein Meisterwerk, heute besser als früher.

Wer 80er Jahre Horrorfilme aus Hong Kong mag – derb, skurril, für westliche Zuschauer fremd, dem sei der Film unbedingt empfohlen uns an Herz gelegt. Der Film ist kein Highlight, weil es doch im Grossen und Ganzen eher wenig Effekte zu sehen gibt und vor allem wegen der lahmen ersten halben Stunde, in welcher wirklich kaum etwas passiert (sieht man vom Beginn ab).

Doch nach der lahmen halben Stunde gibt es, mehr oder weniger, Dauer-Action bis zum Ende zu sehen. Effekte nehmen zu. Diese haben mir gut gefallen, trafen nun meinen Filmgeschmack und bei einigen Szenen/Effekten hatte ich sehr grosse Freude.

Es handelt sich um eine Lo Wei Produktion, die das Geld dann doch auch in einige sehenswerte Effekte einfliessen liess: das Monster (Gummianzug) ist mehrfach zu sehen, wie es Sex mit den Opfern hat. Daneben gibt es ein Ausweiden von einem Hund zu sehen (inklusive Essen des Inhaltes), Tier-Snuff (Adler – nehme nicht an, dass es ein Effekt war), Haut abziehen und Maden kommen zum Vorschein, Würmer in einem Kuchen die zuerst gegessen und dann erbrochen werden (im Gegenschnitt zu den essenden Gästen auf der Party) und im Finale folgen dann die besten Effekte des Filmes (lasst euch überraschen).

Die Darsteller sind mir allesamt unbekannt. Sie agieren solide. Die Figuren sind z.T. aber, wie man es aus dem HK-Kino kennt, herrlich naiv was westliche und ungeübte Zuschauer vor den Kopf stossen könnte. Ein weiteres Highlight, was nicht unerwähnt bleiben soll, war das Ritual des Priesters und sein Kampf gegen den Dämon. Sehr stark und fantasievoll in Szene gesetzt. Chin Yung-Hsiang braucht sich hinter dem späteren «Taoist-Priester» Star Lam Ching-Ying nicht zu verstecken. Coole Szenen im Finale!

Fazit: Für 80er Jahre HK-Horrorfilmfans zu empfehlen! Kein Kracher, aber gut und hat seine Momente!

Infos:

O: Moh Toi

HK 1983

R: Lau Hung-Chuen

D: Hsu Meng-Kuang, Ou-Yang Sha-Fei, Eddie Chen, Shirley Lui Sau-Ling, Chin Yung-Hsiang

Laufzeit der HK-DVD: 86:57 Min.

Gesehen am: Juli 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Joy Sales/Fortune Star (The Legendary Collection) vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, anamorphes Bild, in Gewalt Uncut, in Sex- und Nacktszenen zensiert. Uncut ist das HK VHS von Ocean Shores (Nachteil = Vollbild). Daneben gäbe es mind. noch eine (wenn nicht sogar zwei) HK Laserdiscs und ein Thai. (oder indonesisches) VHS/Betamax (Englisch Dubbed, weiss nicht mehr ob VHS oder Betamax). Eine Blu-Ray und/oder eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Okt. 2019).

Mittwoch, 16. Oktober 2019

Cemetery of Regret Review

Horroktober 2019




Cemetery of Regret

Story:

Korea zur Zeit der Koryo-Zeitspanne:

So-Yah wird vergewaltigt, nachdem ihr Ehemann von Jo umgebracht wurde. So-Yah tötet sich danach selbst. Ihr Katzen-Geist nimmt daraufhin Besitz von Jos Frau um Rache an Jo zu üben. Nach diversen Attacken sucht dieser einen Priester heim, der ihn retten soll. Eine Vernichtungskation gegen Katzen beginnt, doch zwingt dies So-Yahs Geist wirklich in die Knie?

Meine Meinung:

Vom Regisseur der sehr stimmungsvollen Gruselfilme Evil Under the Moon und Cemetery of Beautiful Women, Kim In-soo, kommt mit Cemetery of Regret ein weiterer 80er Jahre Horrorfilm, der im klassischen Korea spielt und eine weitere (Rache/Rape & Revenge) Geistergeschichte erzählt. In Form der Ghost-Cat (etwas, was man auch im japanischen Kino sehr oft sah) vollzieht der weibliche Geist seine Rache.

Der Film ist, wenn man die anderen genannten Werke des Regisseurs mochte, klar zu empfehlen. Ich empfand die anderen zwei Filme jedoch als stimmungsvoller, vor allem Cemetery of Beautiful Women, sein bisher bester Film in meinen Augen, bleibt unerreicht. Das heisst jedoch nicht, dass es hier gar keine stimmungsvollen und atmosphärischen Bilder gäbe.

Der Film hat eine sehr gute vor allem helle Bildqualität für VHS Verhältnisse (was alte, unbekannte Schinken aus Südkorea angehen). Allgemein spielt wenig in der Dunkelheit und/oder nachts, was sich negativ auf die Stimmung auswirkt. Die Figuren sind solide bis gut bis hin zu typischem asiatischem Klamauk und Overacting (selten). Stimmung kam u.a. in den wenigen Nacht-Szenen und in der Rückblende im Schnee zur Geltung.

Was Effekte angehen, darf man nicht zu viel erwarten. Es gibt natürlich ein Katzen-Make-Up bei der Geister-Frau zu sehen, ein Skelett (sehr cool), hier und da würde ich auch von einer Puppen-Katze sprechen und ein-zwei blutige Schwertszenen gibt es zu sehen. Wo auf Effekte verzichtet wurde, war bei der Katzen Vernichtungsaktion, wo mit grosser Wahrscheinlichkeit einige echte Katzen ihr Leben liessen. Die Szenen sind für Katzenliebhaber nur schwer zu ertragen. Dies als Warnung.

Fazit: Sehenswerter Grusel aus Südkorea!

Infos:

O: Wonhanui gongdongmyuji

Südkorea 1983

R: Kim In-soo

D: Seo Ok-mo, Kwak Oh-kyeong, Park Am, Oh Eun-ju

Laufzeit des südkoreanischen VHS: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea von A-Joo Videoproduction vor = Uncut, Vollbild, recht gue Bildqualität, in Koreanisch, keine Subs. Es gibt keine DVD, keine Blu-Ray, keine deutsche Fassung und ausserhalb Südkoreas ist der Film nie veröffentlicht worden (d.h. es gibt keine Fassung mit englischen Subs). Stand: Okt. 2019.

Dienstag, 15. Oktober 2019

Kolobos Review

Horroktober 2019




Kolobos

Story:

Kyra (Amy Weber) wird verletzt aufgefunden und ins Spital eingeliefert. Sie leidet an Gedächtnisverlust. Erst nach und nach erinnert sie sich, was passiert ist: sie nahm mit anderen jungen Erwachsenen an einer TV-Show/Experiment à la Big Brother Teil. Doch als ein Mitglied bestialisch umgebracht wird, beginnt der wahre Horror…

Meine Meinung:

Die letzte Sichtung von Kolobos ist über 14 Jahre her. Ich wusste kaum mehr etwas über den Independent-Film. Der Horroktober, ein neuartiges Internetphänomen (zumindest seit meiner Wahrnehmung erst seit einem Jahr bekannt), brachte nun die Chance, den Film wieder zu sichten. Und das hat viel Spass und Freude bereitet. Grund: Kolobos wirkte wie ein neuer Film, da letzte Sichtung so lange her. Das Karma meinte es gut mit mir – ich mochte den Film auch heute noch – sehr sogar.

Der Film erzählt eine nicht uninteressante und spannende Story. Es geht um das mysteriöse Kolobos – was ist das? Was hat es mit den Morden zu tun? Handelt es sich um einen Namen? Ein Monster? Was hat es mit dieser Show auf sich? Die Figuren sind sehr erträglich und agieren motiviert und solide. Figuren, die nerven, werden als erstes ins Jenseits geschickt.

Was sehr positiv ist: der Film versteht sich auch als Hommage ans Ital. Euro-Cult Kino rund um Dario Argento und Co. Der Soundtrack (z.B. Vorspann, Abspann etc.) erinnert an Suspiria. Die Farben und Beleuchtung ebenso (und/oder an Inferno). Die Morde und/oder wie gefilmt könnte direkt aus dem Giallo-Kino stammen. Für mich als Fan des Giallo Kinos war das sehr erfreulich.

Dazu: die Morde sind hübsch blutig, originell und die Effekte sind allesamt handgemacht. Stark! Einige der Morde erinnern an Klassiker wie Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies oder Silent Night, Dealdy Night. Splatterfans werden bestens bedient.

Fazit: Story ok, Figuren ok, audiovisuell stark, Effekte stark = für Horrorfilmfans zu empfehlen, bevorzugt für Fans des Ital. Kinos!

Infos:

O: Kolobos

USA 1999

R: Daniel Liatowitsch, David Todd Ocvirk

D: Amy Weber, Donny Terranova, Nichole Pelerine, John Fairlie, Promise LaMarco

Laufzeit der US-DVD: 87:10 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag die US-DVD von York Home Video vor = Uncut, Englischer Ton, keine Subs, gute Bild und Tonqualität, in Widescreen. In Deutschland bisher nur von Laser Paradise (Red Edition) zu haben (Vollbild, kein O-Ton). Von Arrow dieses Jahr auf Blu-Ray erschienen (mit vielen exklusiven Extras, englischen Subs, neuer Abtastung vom Originalnegativ).

Montag, 14. Oktober 2019

Evil Dead II Review


Horroktober 2019



Evil Dead II

Story:

Ash (Bruce Campbell) schlägt sich in einer Waldhütte gegen Dämonen, heraufbeschworen aus dem Buch der Toten, dem Necronomicon, herum und kämpft um sein Leben. Zu seiner Person stösst später eine Gruppe dazu…

Meine Meinung:

Teil zwei der kultigen «Tanz der Teufel» Reihe ist weniger gut als Teil eins. Dies ausfolgenden Gründen: Teil eins war bedrohlicher, ernster, unheimlicher. Man spielte mit den Erwartungen des Zuschauers. Es wird mehr Stimmung und Nostalgie geboten und es gibt deutlich mehr Splatter als im 2. Film.

Trotzdem ist Teil zwei alles andere als ein schlechter Film. Im Gegenteil: er hat mir aktuell besser denn je gefallen! Zwar handelt es sich fast mehr um ein Remake als um eine Fortsetzung (Story aus Teil eins wird quasi nur neu aufgelegt), doch der Unterhaltungswert des Fun-Splatters ist sehr hoch. Dasselbe gilt für das Tempo. Der Film hat eine Laufzeit von knapp etwas mehr als 80 Minuten (mit Abspann) und die Handlung und Action legen sofort los. Keine lange Einleitung, keine Längen. Ash ist praktisch permanent den Dämonen, dem Wahnsinn und skurrilen Gegnern ausgesetzt. Das macht enorm viel Spass und Bruce Campbells Karriere wurde danach so richtig lanciert (im B-Film).

Andere Namen sind wenig bekannt und interessant. Bruce Campbell hat den Film mit produziert. Auf dem Regiestuhl nahm erneut Sam Raimi Platz. Wo die zwei auftauchen, dürfen Namen wie Ted Raimi (spielt einen der Dämonen), Rob Tapert (Produzent von Teil eins oder der Ash Vs. Evil Dead Serie, die viel später erscheinen sollte) oder Scott Spiegel (Bruce Campbell legte in dessen Intruder einen Gastauftritt hin) nicht fehlen.

Nebst weniger Längen, mehr Ash, grossem Unterhaltungswert sieht man dem Film das höhere Budget deutlich an – vor allem die Effekte sind stark geworden und genug nach meinem Geschmack (nur der von Ted Raimi gespielte Dämon sieht doch arg billig aus). Das gilt nicht nur für Splattereffekte sondern für die Dämonen-Make-Up Masken, Stop-Motion Effekte und sonstige Effekte (die Monster-Bäume, die Baum-Hand, die lebenden Gegenstände wie Stühle, Lampe, Hirsch-Kopf) waren Spitzenklasse. Das farbige Blut (wegen der Freigabe) passte aber auch wunderbar dazu, da herrlich surreal. Für die Effekte war die KNB FX Group zuständig.

Fazit: Wer Teil eins mochte, kann sich Teil 2 bedenkenlos ansehen! Fun-Splatter vom Feinsten!

Gefolgt von: Die Armee der Finsternis

Infos:

USA 1987

R: Sam Raimi

D: Bruce Campbell, Sarah Berry, Dan Hicks, Kassie Wesley DePaiva, Ted Raimi

Laufzeit der US-DVD: 84:12 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: Okt. 2019

Fassungen: Mir lagen die US-DVD von Anchor Bay vor (Book of the Dead Edition* und die Tin Box) = * Uncut (Kinofassung), Englischer Ton, keine Subs, exklusive Extras, sehr gute Bild- und Tonqualität. Für die Kinofreigabe wurde der Film zensiert. Es gibt Bootleg, Workprint- und Alternative-Fassungen (mexikanische TV-Fassung). Auf der deutschen Blu-Ray befindet sich eine Fassung mit mehr Szenen (die z.T. aus dem Making of stammen).

Sonntag, 13. Oktober 2019

Dark Waters Review

Horroktober 2019




Dark Waters

Story:

Elizabeth (Louise Salter) reist nach dem Tod ihres Vaters an die russische Küste. Dort befindet sich ein Kloster, welches ihr Vater jahrelang finanziell unterstützte und auch im Erbe bedachte. Elizabeth will herausfinden wieso und kommt einem mysteriösen Geheimnis auf die Spur…

Meine Meinung:

Dark Waters vom Ital. Regisseur Mariano Baino ist eine kleine, vergesse Euro-Cult Perle, die leider weitaus weniger bekannt und geschätzt wird, als Arbeiten von anderen Ital. Regisseuren wie Dario Argento, Mario Bava, Lucio Fulci und Michele Soavi. Das ist schade und wird dem grossartigen Dark Waters, einem echten Geheimtipp (wobei der Film heute doch aktueller ist als noch vor 10+ Jahren), nicht gerecht.

Der Film, der von der Stimmung, den Settings, den Inhalten und Bildern an H.P. Lovecraft erinnert, ist eine spannende und mysteriöse und höchst unterhaltsame Angelegenheit. Schon im Vorspann beginnt der Film zu fesseln. Sehr stimmungsvoll, dichte und intensive Atmosphäre, welche die Bilder aus der Küstenregion und die Ausstattung des Klosters (und die Tunnelsysteme darin) vermitteln.

Die Optik und Bildersprache bleiben weiterhin tadellos schön – eine Pracht fürs Auge. Das Ganze ist auch unheimlich toll eingefangen und gefilmt worden. Im Zusammenhang mit dem spannenden, unheimlichen und mysteriösen Inhalt (coole Auslösung), den starken Effekten (nur einige, aber die haben es in sich!) und den starken Leistungen der mir unbekannten Darsteller (allesamt mit starker Performance) macht dies Dark Waters zu einem phänomenalen Genre-Beitrag, der, berücksichtigt man das Herstellungsjahr 1993, fast seines gleichen sucht!

Interessant ist, dass weder Star Louise Salter noch Regisseur Mariano Baino (drehte sonst praktisch nur Kurzfilme) auf eine grosse Karriere zurückblicken konnten. Es handelt sich um eine russisch-englische Co-Produktion. Der Film wirkt aber, wohl wegen Mariano Baino und dessen Talent, sehr «italienisch». Dass man Mariano Baino wegen Dark Waters kennt, seinem einzigen Feature Film, spricht ebenso für das Talent des Italieners. Schade, dass er nicht mehr solche Filme gedreht hat!

Fazit: Absolut zu empfehlender Genre-Beitrag aus Europa!

Infos:

O: Temnye vody

Großbritannien, Russland 1993

R: Mariano Baino

D: Louise Salter, Venera Simmons, Mariya Kapnist, Lubov Snegur, Alvina Skarga

Laufzeit der US-DVD: 92:06 Min.

Gesehen am: Nov. 2006 / Review überarbeitet: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag die limitierte DVD aus den USA von NoShame Films vor = Uncut, zum ersten Mal DC vom Regisseur bearbeitet u restauriert (= sehr gute Bild- und Tonqualität). Zum Englischen Ton gibt es auch englische Subs. Die Bildqualität ist mir ausreichend. Es gäbe seit ca. 2018 auch Blu-Ray Neuauflagen von Severin Films (USA) und Wicked-Vision Media (Deutschland).

Samstag, 12. Oktober 2019

Stepfather 2 Review

 Horroktober 2019


Stepfather 2

Story:

Vorgeschichte siehe: The Stepfather

Jerry Blake (Terry O'Quinn) entkommt einer psychiatrischen Einrichtung, nimmt eine neue Identität an und versucht erneut, eine perfekte Familie zu Gründen. Dass das nicht für alle gesund endet, ist selbstverständlich…

Meine Meinung (X-Rated Fassung):

Teil zwei fand ich immer von allen drei Teilen der Reihe am schlechtesten. Ob dies aktuell noch der Fall ist, kann ich nicht sagen. Dazu muss zuerst eine Neusichtung zu Teil drei her. Für sich gesehen funktioniert der Film natürlich, mit der Grundidee, der Kleinstadtstimmung und einem erneut stark agierenden Terry O'Quinn als «Stepfather» auch so gut. Stepfather 2 ist also kein schlechter Film.

Den ersten fand ich aber angenehmer, spannender, packender. Ein Teenager-Girl konnte man im Drehbuch auch gegen den Stepfather besser einbringen als ein kleiner Junge wie in Teil zwei. Dafür gibt es hier eine bissige Nachbarin, die früh den Braten riecht und Jerry verdächtigt, Geheimnisse und Dreck am Stecken zu haben.

Nebst Terry O'Quinn wartet der Film mit zwei weiteren bekannten Namen auf: Meg Foster (The Lords of Salem) als seine «neue Frau» und Caroline Williams (The Texas Chainsaw Massacre 2) als herumschnüffelnde Nachbarin. Regie führt der horrorfilmerfahrene Jeff Burr (From a Whisper to a Scream, Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III), der dies sehr gekonnt und solide tut.

Die von Terry O’Quinn gespielte Figur, Psychopath hin oder her, bleibt natürlich der Sympathieträger, so dass all seine Szenen, sein Auftreten, sein Versteckspiel und seine Dialoge, mehr als nur einmal zum Schmunzeln anregen. Er ist eine Figur, wessen sich der Inhalt als Film bereits lohnt. Verstärkt wird dies durch sein Schauspiel.

Fazit: Wer Teil eins mochte, kann sich den zweiten Teil bedenkenlos ansehen, auch wenn nicht mehr so stark in Sachen Intensität und Spannung wie der Vorgänger!

Infos:

O: Stepfather II

USA 1989

R: Jeff Burr

D: Terry O'Quinn, Meg Foster, Caroline Williams, Jonathan Brandis, Henry Brown

Laufzeit der deutschen DVD: 88:59 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag die Stepfather Box von Marketing Film vor = alle drei Teile enthalten. Teil 2 liegt nebst US-Kinofassung auch mit einer eigenständigen erstellen Langfassung vor = man hat die zensierten Szenen, die es z.B. auf der US-DVD als Bonus gibt, in den Film geschnitten. Die Szenen haben eine schlechtere Bildqualität und in der X-Rated Fassung, die auch mehr Handlung hat, fehlen jedoch auch zwei Morde komplett im Gegensatz zur Kinofassung – dafür gibt es in anderen Morden mehr Gewalt und Effekte zu sehen. Beide Fassungen sind daher nicht optimal. Allgemein fehlt es dem Film an einer anständigen Fassung…Eine Blu-Ray scheint es auch noch nicht zu geben (Stand: Okt. 2019).

Freitag, 11. Oktober 2019

Suicide Club Review


 Horroktober 2019 / Webmaster mit Sion Sono am NIFFF




Suicide Club

Story:

Nachdem sich 54 Schüler aus diversen Schulen zeitgleich unter einen Zug werfen und weitere rätselhafte Suizide gemeldet werden, beginnt die Polizei zu ermitteln…

Meine Meinung:

Die Sichtung von Suicide Club ist lange her. Dazumal war Sion Sono kaum bekannt und mir kein Begriff. Heute ist er ein bekannter und erfolgreicher Regisseur in Japan, der einige tolle Genre-Filme auf die Menschheit losgelassen hat. Zum Beispiel: Exte: Hair Extensions, Love Exposure, Cold Fish, Guilty of Romance oder Why Don't You Play in Hell?. Viele seiner neuen Filme kenne ich nicht – glaube sein letzter gesehener Film war Tag.

Daher war ich auf die Neusichtung des schon fast 20 Jahre alten Filmes gespannt. Doch leider konnte mich der Film heute nicht mehr fesseln und überzeugen. Gefiel mir nur noch bedingt. Der Film erinnert an viele 90er Jahre / Anfang 2000er Mystery-Krimis aus Japan, doch im Verlauf der 2. Filmhälfte und mit dem Ende hat es der Film bei mir verspielt.

Die erste Hälfte war noch ganz passabel: spannend, rätselhaft, blutig, es wird ermittelt (und ich mag Krimis). Doch danach wird es immer abstruser, es tun sich Längen auf, Erklärungen gibt es nicht und spätestens als die Gitarren-Spieler-Tunte auftaucht, ist es zu einem Grossteil um den Film Geschehen. Danach ist Wirrwarr ohne Auflösung angesagt. Effekte-Szenen nehmen ab, so dass auch Freude des roten (Film)Lebenssaft nicht mehr angesprochen werden.

Was das Sehvergnügen auch beeinträchtig ist die grottige Qualität, in der der Film auf den meisten Fassungen zu sehen ist (US Erstauflage, DVD aus Japan wie auch Deutschland sollen alle mehr oder weniger Schrott sein da qualitativ minderwertig). Das wird eigentlich einem Sion Sono Film nicht gerecht.

Fazit: Sicher stark Geschmacksache – dank der 2. Filmhälfte, die qualitativ einbricht, langweilt, konfus und ohne Lösungen präsentiert wird, nicht mehr gut genug für die Sammlung = fliegt trotz Signatur aus der Sammlung!

Infos:

O: Jisatsu sâkuru

Japan 2001

R: Sino Sono

D: Ryô Ishibashi, Masatoshi Nagase, Mai Hôshô, Tamao Satô, Takashi Nomura, Nao Nagasawa

Laufzeit der US-DVD: 99:22 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag die originalsignierte DVD von TLA Releasing vor = Uncut, mittelmässige VHS Bildqualität, jap. Ton, englische Subs. Vom gleichen Label gäbe es eine Neuauflage, welche qualitativ etwas besser (anamorph, bessere Qualität, Subs nicht mehr fest im Bild) sein soll. In Deutschland Uncut von I-On New Media zu haben. Eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Okt. 2019).

Donnerstag, 10. Oktober 2019

The Lighthouse Review


Horroktober 2019 / ZFF 2019




The Lighthouse

Story:

1890 New England:

Ein Leuchtturmwächter (Willem Dafoe) und sein neuer Assistent (Robert Pattinson) verbringen einen Monat auf einer kleinen, abgelegenen Insel, ehe sie wegen einem Sturm von der Aussenwelt abgeschnitten werden, mit unangenehmen Folgen…

Meine Meinung:

Auf The Lighthouse war ich seit dem ersten Trailer (spätere, neuere Trailer guckte ich dann erst gar nicht mehr) sehr gespannt. Ich hoffte gar, dass der Film am NIFFF 2019 laufen würde. Was er nicht tat, was mich enttäuschte. Doch das Zürich Film Festival zeigte den Film und inzwischen ist bekannt, dass gar ein regulärer CH-Kinostart folgen wird – prima (gibt wohl noch gleich eine 2. Sichtung im regulären Kino).

Meine Vorfreude stieg durch die Tatsache, dass es sich a) um einen Film vom The Witch Regisseur handelt (in meinen Augen einer der besten und stimmungsvollsten Horrorfilme der letzten Jahre) und b), dass es sich um eine A24 Produktion handelt. Diese haben in der Vergangenheit interessante Filme auf die Menschheit losgelassen (It Comes at Night, Hereditary, In Fabric, Midsommar, Under the Silver Lake, February, Green Room oder Under the Skin) und dies sollte sich auch mit The Lighthouse, erneut bestätigen.

Robert Eggers hat den Film technisch so gedreht, als sei es ein Film der in den 30ern entstand. Schwarzweissbilder, Bildformat 1.19 : 1. Doch dies tat dem Film optisch gut. Sehr gut. Der Film ist, ähnlich wie The Witch, ein stimmungsvolles und optisches Meisterwerk. Der Film ist unglaublich schön gefilmt und zuweilen generieren die Bilder eine unglaubliche Kraft an Stimmung, Atmosphäre, Spannung und ziehen den Zuschauer in einen hypnotischen Sog. Die Kameraführung ist exzellent. Die Cinematography ist wunderschön, eine Pracht, genau für solche Erlebnisse wurde das Kino erfunden.

Die Story ist zwar spannend, aber gilt es eher zu vernachlässigen. Sie war am Ende, in meinen Augen, auch weniger komplex als gedacht. Es gilt mehr, die Optik und das grandiose Schauspiel von Twilight Fuzzi Robert Pattinson und Willem Dafoe (Antichrist) zu geniessen. Der Film ist kammerspielartig aufgebaut und das Schauspiel der beiden ist ein Genuss. Nebst Spannung, grandiosem Schauspiel und Bild gefällt vor allem der starke Soundtrack von Mark Korven, der schon in Eggers The Witch die Musik besorgte. Passend, intensiv, unheimlich.

The Lighthouse, dessen Schlussszene zumindest mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte (anhand der Reaktionen im Kino wusste ich, dass die Szene nicht allen gefiel), ist für meinen Begriff einer der besten Filme aus dem Kinojahr 2019 – und ich freue mich schon jetzt, den Film erneut im Kino (oder dann Heimmedium) sichten zu können! Man darf gespannt sein, was Eggers nach The Witch und The Lighthouse auf die Leinwand zaubern wird!

Infos:

O: The Lighthouse

USA, Kanada 2019

R: Robert Eggers

D: Robert Pattinson, Willem Dafoe, Valeriia Karaman

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 109 Min.

Gesehen am: 05.10.19

Fassungen: Im Kino in Zürich (Zürich Film Festival) gesehen im O-Ton mit deutschen Subs. Wird Ende Jahr auch regulär in die Kinos kommen (Deutschland, Schweiz…).

Mittwoch, 9. Oktober 2019

The Beyond Review




 Horroktober 2019 (Webmaster mit  
Catriona MacColl am NIFFF)


The Beyond

Story:

Lisa (Catriona MacColl) erbet ein Haus, welches sie in ein Hotel umwandeln will. Dumm nur, dass das Haus auf einem Tor zur Hölle errichtet wurde…bald schon mehren sich Unfälle, Personen verschwinden und Zombies tauchen auf. Zusammen mit Arzt John (David Warbeck) versucht sie dem Geheimnis auf die Spur zu kommen…

Meine Meinung:

Meisterwerk von Lucio Fulci (City of the Living Dead) und Klassiker der Ital. Zombie-Splatter-Genres! Mit Lucio Fulci werden einige der besten Ital. (Zombie) Horrorfilme in Verbindung gebracht: City of the Living Dead, The House by the Cemetery oder Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies. Dazu gehört auch The Beyond.

Der Film erzählt eine mystische Story, die nebst tollen Make-Up Masken und einer grossen Anzahl von Splattereffekten, auch mit viel Suspense, Atmosphäre und Stimmung aufwarten kann. Zum Teil bietet der Film schon fast eine unheimliche H.P. Lovecraft Atmosphäre. Dazu kommt ein gewisses (US)Kleinstadt-Feeling, welches ich einfach mag.

Den Soundtrack mag ich sehr und es wurde auf einen guten Cast zurückgegriffen. Catriona MacColl war Stammgast bei Lucio Fulci (sie sah man z.B. auch in dessen City of the Living Dead und The House by the Cemetery) wie auch David Warbeck (The Black Cat) wobei letzterer in weiteren Ital. Genre-Filmen zu sehen war (The Last Hunter, Ratman, Panic). Beiden machen einen guten Job.

Für die Effekte und das Make-Up zeichnete sich u.a. Giannetto De Rossi zuständig. Er und sein Team hatten viel zu tun, denn es gibt unzählige Zombie-Make-Up Masken, sonstige Effekte (die Szene mit der Spinne) und ebenso viele handgemachte Splattereffekte, die auch heute noch ihresgleichen suchen. Von hoher Qualität und extrem blutig, so dass Splatterfans voll auf seine Kosten kommen. Solche Effekte sieht man im heutigen Kino leider nicht mehr. Diese Szenen und Kreationen, Kunst in meinen Augen, werden immer unerreicht bleiben.

Der Film ist, dank der mystischen Story und vielen Effekte-Szenen auch zu keiner Sekunde langweilig. Eintauchen, geniessen, es wirken lassen – das Ende passt wunderbar dazu! Stark!

Fazit: Einer von Lucio Fulcis besten Klassikern!

Infos:

O: ...E tu vivrai nel terrore! L'aldilà

Italien 1981

R: Lucio Fulci

D: Catriona MacColl, David Warbeck, Cinzia Monreale, Antoine Saint-John, Veronica Lazar, Anthony Flees

Laufzeit der UK-DVD: 83:52 Min.

Gesehen: Jugendzeit / Review überarbeitet am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Arrow Video vor (original signieret von Catriona MacColl wie auch die franz. DVD zum Film von Neo Publishing) = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Englisch/Ital. mit englischen Subs und vielen exklusiven Extras. Gäbe es inzwischen vom gleichen Label auch auf Blu-Ray. Wer den Film in Deutsch schauen möchte, muss zur XT Video Fassung greifen (auch Blu-Ray).