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Sonntag, 18. August 2019

Update

Neuer Neukauf und neue Reviews

 

- Neuer Neukauf



- Fist of Legend (komplett überarbeitet)

- Timecop

- Mécanix

- Once Upon a Time in Hollywood

Once Upon a Time in Hollywood Review





Once Upon a Time in Hollywood

Story:

Hollywood, Los Angeles 1969:

Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) steht inmitten einer Sinnkrise, was seine Karriere angeht. Zusammen mit seinem treuen Freund und Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt) versucht er, diese Zeit zu meistern, so gut es geht. Zu gerne wäre er so bekannt, wie seine Nachbarn Sharon Tate (Margot Robbie) und deren Ehemann und Regisseur Roman Polanski (Rafal Zawierucha). Marvin Schwarz (Al Pacino), bekennender Rick Dalton Fan, verschafft ihm Kontakte nach Italien, damit er dort seine Karriere mit Italo Western in Sergio Corbucci Filmen neu lancieren kann. Derweil wächst in L.A. die Kommune von Charles Manson (Damon Herriman) und dessen Familie (Margaret Qualley, Austin Butler, Mikey Madison u.a.) zur echten Bedrohung an…

Meine Meinung:

Obwohl mir die letzten zwei Filme (u.a.  The Hateful 8) von Quentin Tarantino weniger zusagten (beide okay für einmalige Sichtungen) und ich nicht jeden Film von ihm mag (z.B. Kill Bill oder Jackie Brown) zieht es mich doch immer wieder ins Kino, wenn seine neuen Filme dort zu sehen sind. Auf Once Upon a Time in Hollywood war ich gespannt – vor allem wegen dem Charles Manson Setting und der Frage, was Tarantino daraus machen würde (nach dem fiktiven Abgang von Adolf Hitler in Inglourious Basterds traut man Tarantino in dieser Lage alles zu = Spannung ist vorhanden).

Um falsche Erwartungen zu verhindern: Charles Manson und seine Family spielen nur eine Nebenrolle (Manson ist z.B. nur einmal zu sehen). Dem sollte man sich bewusst sein. Hintergründe zur schrecklichen Tragödie, welche sich mit der Manson Family und Sharon Tate abspielten, zu kennen, ist jedoch von Vorteil. Somit wird in zwei Szenen Spannung garantiert (Ranch und Finale) – mehr soll an der Stelle aber nicht verraten werden bzw. es geht Tarantino mehr um «1969» als um die Manson Morde.

Man sollte den Film und Inhalt einfach geniessen. Der Film ist sehr ruhig für Tarantino Verhältnisse, sehr zahm und auch oft lustig. Trotz der langen Laufzeit von über zwei Stunden wurde es zu keiner Sekunde langweilig. Ich mochte den Film – der Cast war super und optisch war der Film ein Genuss – wunderschön gefilmt und das 1969er Hollywood kam sehr gut zur Geltung. Man meint wirklich, sich in dieser Zeitspanne zu befinden (die Hippies kommen allgemein sehr schlecht weg im Film).

Tarantino bleibt sich treu (auch seinem Fussfetisch) – es wird fleissig zitiert und Hommagen an seine (Film)Vorbilder gesponnen, viele Film-im-Film Elemente kommen ebenso vor wie Plakate und Anschriften im Hintergrund – es gibt Huldigungen für den Italo-Western (Antonio Margheriti, Sergio Corbucci), ans Poliziotteschi-Genre (inklusive DiCaprio mit Auto-Stunt), ein Tora! Tora! Tora! Plakat, Fake-Italo-Western Plakate und Stars, welche echte Darsteller spielen (Bruce Lee, Steve McQueen, Sharon Tate, Roman Polanski) sind zu sehen = Liebeserklärung von Quentin Tarantino an Hollywood!

Jede Rolle ist perfekt besetz – der Cast ist wunderbar: Leonardo DiCaprio und Brad Pitt haben beide Tarantino Erfahrungen (Inglourious Basterds, Django Unchained) und beide sind eine Wucht – sie allein tragen den Film. Margot Robbie als Sharon Tate war ebenso eine Wucht! Daneben sind noch zu sehen (meist in Neben- oder Kurzauftritten): Al Pacino, Emile Hirsch (An Evening with Beverly Luff Linn, The Autopsy of Jane Doe), Harley Quinn Smith (Yoga Hosers), Danielle Harris (Halloween 2), Clu Gulager (Return of the Living Dead), Rebecca Gayheart (Düstere Legenden), Kurt Russell (Death Proof), Zoë Bell (Raze) oder Michael Madsen (Kill: Bill)…

Fazit: Jedem Tarantino Fan zu empfehlen – Kino zum Geniessen!

Infos:

O: Once Upon a Time in Hollywood

USA, UK, China 2019

R: Quentin Tarantino

D: Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Rafal Zawierucha, Al Pacino, Margot Robbie, Damon Herriman, Margaret Qualley, Austin Butler, Mikey Madison, Emile Hirsch, Dakota Fanning, Luke Perry, Harley Quinn Smith, Danielle Harris, Clu Gulager, Rebecca Gayheart, Kurt Russell, Zoë Bell, Michael Madsen

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 161 Min.

Gesehen am: 16.08.19

Fassungen: Gesehen im Schweizer Kino Uncut ab 16/14 im O-Ton mit deutsch Subs. In Deutschland soll der Film Mitte Januar 2020 auf DVD und Blu-Ray erscheinen.

Mécanix Review




Mécanix

Story:

Die Welt wird von (maschinenähnlichen) Kreaturen beherrscht. Die Menschen dienen diesen nur als Sklaven. Doch die Monster fürchten sich vor dem Embryo, welches die Menschheit retten könnte…

Meine Meinung:

Mécanix war ein Geschenk und ein Film, von dem ich zuvor nie was hörte. Es handelt sich um einen kanadischen Arthouse Animations-Film aus dem Jahre 2003. Regie führt der mir unbekannte Rémy M. Larochelle, der zumindest laut imdb keine anderen filmischen Arbeiten als Regisseur vorzuweisen hat.

Mécanix war eines von vier Geschenken meines Südkorea-Dealers – denn dieser war früher, als er noch in Kanada lebte, auch im DVD-Label-Geschäft tätig. Er hat jedoch nur vier DVDs veröffentlicht und einer der vier Titel war Mécanix, der mich auch am meisten angesprochen hat. Schon nur die Bilder auf dem Cover sahen interessant aus, Online Reviews bestätigten mir diesen Eindruck.

Es gibt sehenswerte Arthouse Filme (z.B. Tetsuo: The Iron Man), es gibt schlechte Arthouse Filme (z.B. Begotten). Mécanix fällt in die Kategorie gut. Der Film bietet kaum eine Geschichte. Man sollte mehr das Endzeit-Szenario, die sonderbare Stimmung, die tollen Settings und die liebevollen Monster/Maschinen-Effekte (auch Stop-Motion Effekte) geniessen statt nach einer gross logischen Geschichte Ausschau zu halten.

Es gibt Visionen, alptraumhafte Blech-Horror-Szenarios und sogar Operationen – der Kreativität der Monster/Maschinenwelt scheinen keine Grenzen gesetzt. Für echte Menschen hat es kaum Platz – es agieren nur zwei Darsteller in dem Film. Der Film läuft mit 70 Minuten vielleicht einen Tick zu lang. Das Ganze wäre eventuell als Kurzfilm besser aufgehoben gewesen, da es inhaltlich nicht sonderlich viel Abwechslung gibt und Ermüdungserscheinungen auftauchen können.

Dennoch: wer Arthouse-Filme mag, kann sich diesen unbekannten Geheimtipp bedenkenlos ansehen!

Infos:

O: Mécanix

Kanada 2003

R: Rémy M. Larochelle

D: Stéphane Bilodeau, Julianne Côté

Laufzeit der kanadischen DVD: Ca. 70 Min.

Gesehen am: Anfang Juni 2019

Fassungen: Mir lag die DVD aus Kanada von Crippled Brothers (= ehemaliges Ein Mann Label von meinem jetzigen Korea-Dealer) vor = O-Ton, englische Subs (Film hat kaum Dialoge), Uncut, Trailer und Bildergalerie als Bonus. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2019).

Timecop Review




Timecop

Story:

Max Walker (Jean-Claude Van Damme) ist ein «Timecop» - er reist in die Vergangenheit, um Gangster aufzuhalten, welche ebenso in der Zeit zurückreisen, um Verbrechen zu begehen und um die Zukunft durch Beeinflussung anders zu gestalten.. Max bekommt es in der aktuellen Zeitspanne mit dem jetzigen Senator (Ron Silver) zu tun, der Präsident werden will und über Leichen geht – u.a. steht auch Max Ehefrau (Mia Sara) auf der Abschussliste…

Meine Meinung:

Timecop ist gute, alte und solide 90er Jahre US-Action, wie sie dazumal x-fach inszeniert wurde mit einem Jean-Claude Van Damme auf dem Höhepunkt seiner Karriere sprich damals lockte er die Menschen noch in die Kinos und nur schon der Name versprach Erfolg.

Grosses Studio hinter sich und namhafter Mainstream-Regisseur (zumindest für dazumal) – Peter Hyams, der damals Filme wie Sudden Death (Die Hard Variante mit Van Damme), The Relic (sehenswerter Monsterhorror im Museum) und End of Days (Arnie Comeback) in die Kinos brachte. Sudden Death sollte nicht die letzte Van Damme und Peter Hyams Zusammenarbeit bleiben.

2013 arbeitete die zwei in der Direct to Video/DVD Produktion Enemies Closer zusammen – einem netten, kleinen B-Actionfilm. Van Damme konnte zuletzt aber nie mehr an Erfolg von früher (seine besten 90er Jahre Filme sind zweifelsfrei Universal Soldier und Harte Ziele) anknüpfen. Als ich mir früher die ganzen Van Damme 90er Jahre Werke ansah, habe ich Timecop immer verpasst.

Dies habe ich nun nachgeholt. Der Film ist kein Kracher, aber durch und durch solide, kurzweilige und unterhaltsame 90er Jahre Action-Ware mit netten Sience Fiction Elementen und vielen bekannten Gesichtern in Haupt- und Nebenrollen. Ron Silver gibt einen wunderbaren Fiesling und Bösewicht ab. Ihn kennt man, ebenfalls als Bösewicht und Irrer, aus dem sehenswerten Thriller Blue Steel. Bruce McGill hingegen dürften Fans aus dem Bruce Willis Actionfilm Last Boy Scout kennen. Mia Sara spielt die schöne Ehefrau von Van Damme. Aus ihrer Filmegraphie kenne ich nichts, aber mind. ein Film hört sich gut an (Nacht der Dämonen von 1988, gäbe es von Arrow Video).

Die Actionszenen und Stunts wurden solide und mit viel Übersicht eingefangen, choreographiert und gefilmt – Van Damme darf sich mehrfach, auch in Zeitlupe, auszeichnen (auch wenn er nicht alle Stunts selbst ausführte). Seine Fans dürften voll auf ihre Kosten kommen. Nur bei den Shoot-Outs sollte man leichte Abstriche machen (fehlende blutige Einschusslöscher).

Fazit: Kein Kracher aber durch und durch gut und jedem Van Damme Fan zu empfehlen! 

Gefolgt von: Timecop 2 - The Berlin Decision

Infos:

O: Timecop

USA 1994

R: Peter Hyams

D: Jean-Claude Van Damme, Ron Silver, Mia Sara, Bruce McGill

Laufzeit der dt. DVD: 94:00 Min.

Gesehen am: 26.05.19

Fassungen: Gesehen beim Kollegen als deutsche DVD = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton/Deutsch, diverse Subs etc. Gäbe es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Fist of Legend Review





Fist of Legend

Story:

Shanghai unter japanischer Besatzung: als sein Meister stirbt, reist Student Chen Zhen (Jet Li) aus Japan nach Shanghai und findet heraus, dass sein Meister mit Gift getötet wurde. Dahinter stecken die Japaner bzw. das Militär in Form von General Fujita (Billy Chow). Racheakte von Chen Zhen, der zudem mit seiner Kampfschule und seinem Meister (Chin Siu-Ho) Differenzen auszutragen hat, erschweren die Situation…

Meine Meinung:

Remake des Bruce Lee Klassikers Fist of Fury, welches Fortsetzungen erhielt (Jackie Chan schlüpfte nachdem Tod von Bruce Lee in The New Fist of Fury in die Rolle von Chen Zhen) plus weitere, comicartig übertriebene Kommerzverfilmungen (Legend of the Fist mit Donnie Yen). TV-Serien und Zusammenschnitte (auch mit Donnie Yen) gab es auch noch.

Fist of Legend, das erste Remake von 1994, ist ein Klassiker des Genres und einer der besten Jet Li (The One) Filme. Fist of Legend braucht sich nicht hinter dem Bruce Lee Klassiker zu verstecken. Wie auch andere Filme von Jet Li (Born to Defend) ist Fist of Legend phasenweise sehr düster gehalten und wartet auch mit Inhalten wie geschichtlichen Ereignissen, dramatischen Parts und Rassismus auf.

Der Film bietet viele sehenswerte Kampf- und Actionszenen, die eindrücklich in Szene gesetzt und choreographiert wurden. Man hatte fähige Männer vor und hinter der Kamera. Daher verwundert es nicht, dass die Kampfszenen von Fist of Legend zu den besten zählen, die das damalige HK-Kino dazumal hervorgebracht hat.

Eine Spannung ist vorhanden, das Schicksal der Figuren ist einem nicht egal, die Musik fand ich stark und die Darstellung der Japaner als Bösewichte missfiel mir nicht. Ausserdem werden mind. zwei japanische Figuren als nicht böse und menschlich dargestellt – dass Jet Lis Figur im Film eine Japanerin liebt und umgekehrt (die liebliche und herzige Real-Life Sängerin Nakayama Shinobu) brachte spannende, amüsante aber auch berührende Szenen in den Film = Gerichtsverhandlung), fand ich passend und nicht störend. 

Zurück zum Wichtigsten, der Action: der von Gordon Chan (Fight Back to School) stammende und von Jet Li produzierte Film wartet mit einem tollen Cast auf, die einen Garant für tolle Actionszenen versprechen:

Auffallend ist das Mitwirkenden durch Ex-Shaw Brothers Figuen: Jet Li (Martial Arts of Shaolin), Kurata Yasuaki (Angry Guest), Yuen Woo-Ping (The Bastard) oder Chin Siu-Ho (Demon of the Lute). Jet Li spielt die Hauptrolle und wie bereits gesagt: eine seiner besten Rollen. Dass Chin Siu-Ho, den ich aus unzähligen anderen Filmen kenne, hier mitwirkt, habe ich bei vorherigen Sichtungen gar nicht realisiert (z.B. kennt man ihn aus Mr. Vampire, The Seventh Curse, Killer's Nocturne). Er macht auch einen sehr guten Job.

Sängerin Nakayama Shinobu blieben weitere Film-Auftritte im HK-Kino untersagt – sie sorgt, zusammen mit ihrer (Film)Beziehung zu der von Jet Lis gespielten Figur, für Emotionen und Gefühl. Als zweiter «guter» Japaner agiert Kurata Yasuaki (Die Todesrächer von Bruce Lee, The Brink, Die Todesfaust der Killerkralle) während Billy Chow (Iron Monkey 2, City of Darkness) Mal wieder einen Bösewicht spielt – aber was für einen: als Killer- und Kampfmaschine General Fujita liefert er sich am Ende einen langen, harten und sehenswerten Kampf gegen Jet Li, der vor allem Dank der Grössenunterschiede zwischen den zwei Akteuren zu fesseln und überzeugen vermag. Die spektakuläre Action, die jedoch künstlich auch beschleunigt wurde, wurde von Meister Yuen Woo-Ping (Tiger Cage, Dreadnaught, Wing Chun, Mismatched Couples, Tough Guy, Black Mask) choreographiert.

Fazit: Einer der besten HK-Actionfilme mit Jet Li und ein würdiges Remake! Jedem HK-Kung Fu Film-Fan zu empfehlen!

Infos:

O: Cheng Miu Ying Hung

HK 1994

R: Gordon Chan

D: Jet Li, Chin Siu-Ho, Nakayama Shinobu, Billy Chow, Kurata Yasuaki

Laufzeit der CH DVD: Ca. 98 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 24.05.19

Fassungen: Mir lag die CH DVD von Evolution vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und Subs (deutsch – auch wenn auf Cover nicht erwähnt) vorhanden. Extras: u.a. Szenen aus der Taiwan Fassung. Lächerlicherweise ist die Disc ab 18 (18+ Empfehlung vom SVV). Wer eine Blu-Ray möchte, sollte zur US-Disc greifen (Dragon Dynasty) und wer auf mehr Extras aus ist aber bei der DVD bleiben möchte zur US-DVD von Dragon Dynasty, zur UK DVD von Dragon Dynasty oder zur franz. DVD von HK Vidéo (NIX Englisch).

Neukauf Mitte August








Winchester
Abarbeitung meiner Wunschliste. Trotz sparen (der nächste Einkauf mit vereinzelten DVDs/Blu-Rays und mind. einer teuren Anschaffung folgt erst Ende Monat nachdem Lohn reinkommt) gekauft da Aktion (zehn Franken) und ich die Karton-Packung des Shops für einen Tauschhandel brauche (so wie es aussieht, verlässt die signierte DVD von Sympathy for Mr. Vengeance die Sammlung Richtung Deutschland).

Dienstag, 13. August 2019

Update

Neue Reviews

 

 

- House on the Edge of the Park

- Martial Club

- Above the Law

- Dr. Wai in the Scriptures with No Words



ALLE komplett überarbeitet! 




Dr. Wai in the Scriptures with No Words Review





Dr. Wai in the Scriptures with No Words

Story:

Chow (Jet Li) schreibt für eine Tageszeitung Fantasy- und Abenteuergeschichten. Er schreibt über den King of Adventures (Jet Li), der zusammen mit seinen Gefährten (u.a. Takeshi Kaneshiro) abenteuerliche Geschichten erlebt. Sein neuster Auftrag: die Schrift ohne Worte zu finden. Doch diverse Bösewichte (u.a. Billy Chow) sind auch hinter dieser her…

Meine Meinung:

Nebst The One und The New Legend of Shaolin der nächste Jet Li Titel, der aus der Sammlung fliegt. Die meisten Jet Li Filme bzw. deren letzten Sichtungen sind sicher zehn Jahre oder länger her. Nun werden sie neu geschaut – und nicht alles gefällt mir wir früher. Ich hielt Dr. Wai in the Scriptures with No Words auch früher für kein Highlight, aber dass ich den Film heue so grottig finde, hat mich schon überrascht.

Der Film hat mich inhaltlich nicht überzeugt. Die ganze Rahmenhandlung hat genervt, war uninteressant, die Szenen in der Moderne wirkten deplatziert und haben, durch die ständigen Wechsel, viel Stimmung kaputt gemacht. Zudem sorgte es für Längen.

Es gab für meinen Geschmack zu wenig Action und diese war, bis auf vielleicht 1-2 Szenen, nie wirklich toll. Der Film wirkt comicartig übertrieben – dies gilt für Settings (diese sind auch am aufwändigsten), Effekte (die jedoch Charme haben) und den Blödel-Humor, der nicht allen zusagen dürfte. Leider nervte der Humor und einige Figuren auch – so wurde z.B. der Japaner Takeshi Kaneshiro als doofer Sidekick vollkommen verschenkt!

Billy Chow kann nicht an andere Rollen als Bösewicht anknüpfen, Rosamund Kwan war solide und Collin Chou fiel mir nicht auf (ob er den Bösewicht mit Maske spielte?). Jet Li war solide – wobei seine Schauspielleistung vor allem die Rolle der Figur in der Rahmenhandlung betreffend schlecht gespielt war.

Dazu kommt, dass der Soundtrack mega billig war und die DVD technisch übel vertont. Nochmals zur enttäuschenden Action: Tony Ching Siu-Tung war diesmal nicht nur Action-Regisseur, sondern auch Regisseur – gerade er, der für tolle Action-Szenen in Filmen wie The Killer, Butterfly Sword, Dragon Inn oder Wonder Seven verantwortlich war, liefert in Dr. Wai in the Scriptures with No Words eine mehr oder weniger mässige und enttäuschende Arbeit ab – als Regisseur und als Action-Regisseur.

Fazit: Nur für ultimative Jet Li Freaks zu empfehlen!

Infos:

O: Mo Him Wong

HK 1996

R: Ching Siu-Tung

D: Jet Li, Takeshi Kaneshiro, Billy Chow, Rosamund Kwan, Charlie Yeung Choi-Nei, Law Kar-Ying, Collin Chou

Laufzeit der HK DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 24.05.19

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Mei Ah vor = Solide Bild- und schlechte Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Langfassung (es gibt einen kürzeren Cut der auf alle Szenen aus der Rahmenhandlung verzichtet = könnte diesmal tatsächlich besser sein). Gäbe sogar eine HK-Blu-Ray. Die franz. DVD z.B. hat beide Fassungen und exklusive Extras. Die dt. Fassungen sind nur in Deutsch.

Above the Law Review





Above the Law

Story:

Staatsanwaltschaft Hsai (Yuen Biao) nimmt das Gesetz in die eigene Hand, um Verbrecher, die vor Gericht ihrer gerechten Strafe entgehen, zu strafen. Dies zieht die Polizei (Cynthia Rothrock) auf den Plan. Der Fall von Hsai schlägt aber höhere Wellen: Supt. Wong (Melvin Wong) ist selbst ein Killer, der schon mehrere Zeugen (Corey Yuen u.a.) auf dem Gewissen hat. Nun sollen Hsai und ein Junge (Fan Siu-Wong) die nächsten sein und die Killer (Karen Sheperd, Peter Cunningham) sind schon unterwegs. Das ihr Vorgesetzter Wong bei der Polizei selbst Dreck am Stecken hat, ahnen die Kollegen bei der Polizei (Tai Bo, Wu Ma, Ka Lee) nicht…

Meine Meinung:

Above the Law ist einer der besten Filme von Corey Yuen (In the Blood) und mit Yuen Biao (The Young Master, Dreadnaught) und auch allgemein gesehen einer der besten HK-Actionfilme aus dieser Zeit. Bezogen auf Star Cynthia Rothrock lässt sich auch sagen, dass der Film eine ihrer besten Arbeiten ist – allerdings hat sie diesbezüglich noch mehr vorzuweisen und auch andere HK-Filme mit ihr sind nicht minder sehenswert (Yes, Madam!, Magic Crystal, The Inspector Wears Skirts, The Blonde Fury und der zu oft unterschätze Prince of the Sun mit dem aus dem Fenster fallen Running Gag).

Selbstjustiz-Inhalte mag ich immer – wenn sie dann noch so rasant, simpel und actionreich in Szene gesetzt werden wie hier, bitte nur mehr davon! Das nötige Kleingeld war selbstverständlich vorhanden (Golden Harvest Produktion) und Längen gibt es kau. Das wichtigste rockt derbe und ist superb – nämlich die Action in Form von Explosionen, Auto-Crashs, waghalsigen, fast tödlichen Stunts, blutigen Shoot-Outs und knüppelharten Kämpfen!

Was die Kampfszenen, Action und Stunts angehen sind u.a. Highlights: Auftragskiller Vs. Yuen Biao in der Tiefgarage, Yuen Biao Vs. Cynthia Rothrock, Yuen Biao Vs. Melvin Wong, Yuen Biao Vs. Peter Cunningham, Melvin Wong Vs. Cynthia Rothrock, Cynthia Rothrock Vs. Karen Sheperd. Das die Qualität der Kampfszenen so gut ist verdankt der Film dem Budget (Yuen Biao und Corey Yuen haben den Film sogar mitfinanziert) und waren beide auch an den Action-Szenen und der Choreographie beteiligt, nebst Sammo Hung Stuntmen's Association und/oder Mang Hoi (The Ring of Death, Framed).

Das einzige negative Detail: dass der Endgegner am Ende nicht im Kampf besiegt wird! Dies ist aber nur ein kleines Detail. Positiv waren auch die vielen bekannten HK-Darsteller in Haupt, Neben- und Kurzauftritten: Yuen Biao, Freund von Sammo Hung und Jackie Chan, erwähnte ich bereits wie auch US-Kampfkünstlerin Cynthia Rothrock oder Regisseur Corey Yuen, der auch eine Nebenrolle spielt.

Weiter geht’s mit: Melvin Wong (The Rape After), von dem ich überrascht und traurig bin, dass er nicht mehr solche Kampfrollen gespielt hat, Ex-Shaw Brothers Star Wu Ma (The Black Tavern), Tai Bo (The Vampire Partner), Ka Lee (einer der Action Regisseure von Armageddon), Roy Chiao Hung (Richter – bekannt aus Ein Hauch für Zen) und dann wären da noch die zwei exotischen Gweilos Karen Sheperd (US-Stunt- und Actor) und Peter Cunningham (Stuntman und auch Darsteller) – das sehe ich immer gerne, wenn HK Stars gegen ausländische Gegner kämpfen!

Fazit: Klare Kauf/Sehempfehlung für alle HK-Actionfilmfans!

Infos:

O: Zhi Fa Xian Feng

HK 1986

R: Corey Yuen

D: Yuen Biao, Cynthia Rothrock, Melvin Wong, Corey Yuen, Fan Siu-Wong, Karen Sheperd, Peter Cunningham, Tai Bo, Wu Ma, Ka Lee, Roy Chiao Hung

Laufzeit der US-DVD: 96:58 Min.

Gesehen am: Juli 2006 / Review überarbeitet: 23.05.19

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dragon Dynasty vor = Englisch/O-Ton mit englischen Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, exklusive Extras (Audiokommentar, Interviews, alternatives Ende etc.). In Deutschland nur zensiert auf VHS zu haben, wer eine Blu-Ray möchte muss zur HK Fassung greifen.

Martial Club Review





Webmaster mit Gordon Liu 2011 in Amsterdam (und dort wurde auch diese DVD signiert)





Martial Club

Story:

Meister Lu Zhengfu (Chu Tit-Wo), Meister einer Kampfschule, steht im Clinch mit anderen Kampfschulen. Meister Wong Qiying (Ku Feng) und Meister Zheng Tian Shou (Wilson Tong) sind ihm ein Dorn im Auge. Auch dessen Schüler (u.a. Kara Hui, Gordon Liu, Robert Mak Tak-Law) sind ihm ein Dorn im Auge. Mit einer List durch seinen Sohn (King Lee King-Chu) und einen Kämpfer aus dem Norden (Johnny Wang Lung-Wei) will Meister Lu Zhengfu endgültig die Vorherrschaft in der Region an sich reissen…

Meine Meinung:

Als ich Martial Club vor genau zehn Jahren 2009 das erste Mal sah, war ich überwältigt. Das entnehme ich heute meinen damaligen, alten Review. Und die Meinung dazu hat sich auch heute nicht geändert: Martial Club ist sicherlich einer der besten Martial Arts Filme der Shaw Brothers, welche diese je veröffentlicht haben!

Die Story ist simpel und hat man so zum Teil schon oft gesehen. Der Film vermittelt aber auch Botschaften um Regeln, Ehre und für was Martial Arts stehen sollte. Die Philosophie hinter dem Kämpfen. Dies wird schon im Vorspann vom Regisseur selbst, Liu Chia-Liang (New Killers in Town), in einer Kurzrolle, erklärt. Danach verschwindet er von der Bildfläche, aber sein Stil ist unverkennbar, da er auch als Action Regisseur tätig war und die hervorragenden, erstklassigen und phänomenale Kampf- und Trainingsszenen choreographiert hat.

Die Action-Szenen sind es, die Martial Club so stark machen. Die Qualität, der Einfallsreichtum, die vielen diversen Kampftechniken und Stile, die gezeigt und demonstriert werden, und die Anzahl der Kampfszenen. Auch ein Drachenkampf darf nicht fehlen (war im Vergleich der aus Dreadnaught aber spektakulärer). Langweilig wird es Dank der Action nie. Wenn man dem Film was ankreiden könnte, dann dass der Film eine Kung Fu Komödie ist, wobei der Ton des Filmes im Verlauf ernster wird.

Man hat auf einen sehr guten Cast zurückgegriffen:

Gordon Liu (7-Man Army), der Volksheld Wong Fei Hung spielt (andere Filme, in denen die Figur vorkommt: Once Upon a Time in China 5 - Dr. Wong gegen die Piraten, Hero Among Heroes, Iron Monkey), macht hier einen fantastischen Job. Sehr lausbübisch aber immer sympathisch und charismatisch und in den Kampfszenen absolut überragend. Eine seiner besten Rollen! Als weibliche und herzige Kämpferin überzeugt Kara Hui (Mrs K) die einen nicht minder tolle Arbeit verrichtet – auch ihre Fans kommen auf ihre Kosten.

In Nebenrollen: Ku Feng (The Black Tavern) und Wilson Tong (Überraschung: wusste nicht, dass der Star aus Daggers 8, auch bei den Shaw Brothers mitwirkte). Nebst Gordon Liu überzeugte mich am meisten Johnny Wang Lung-Wei, der hier den harten aber ehrenhaften Kämpfer aus dem Norden spielt, der sich am Ende ein unglaubliches Duell mit Gorden Liu liefert – ein langes, harte und einzigartiges Duell in einer engen Strassengasse, in welchem diverse Kampfstile zum Tragen kommen.

Ich wusste gar nicht um die Kampfqualitäten, Flexibilität und Beweglichkeit von Johnny Wang Lung-Wei. Sehr schade, dass er nicht mehr solcher Martial Art Hauptrollen gespielt hat und öfters auf Nebenrollen als Bösewicht reduziert wurde. Ich kann mich an keinen Film erinnern, in welchem er solche Kampfszenen spendiert bekommen hat, wir hier. Wobei ich einige alte Klassiker der Shaw Brothers seit 10-15 Jahren nie mehr gesehen habe und die ersten Filme, in welchen Johnny Wang Lung-Wei möglicherweise mitwirkte, welche ich sah, kannte ich diese Shaw Brothers Legende noch nicht.

Johnny Wang Lung-Wei war vor allem für die Shaw Brothers (My Rebellious Son, Brothers From Walled City, Coward Bastard, Full Moon Scimitar) tätig, wobei er auch danach noch im Filmgeschäft zu sehen war und danach neu als Regisseur (Hong Kong Godfather, This Man Is Dangerous, Widow Warriors, Escape from Brothel), Action Director (The Pier, Fury, City Warriors, The Innocent Interloper) oder weiterhin als Schauspieler (The Millionaires' Express, The First Vampire in China, Project A Part II, Tiger Cage, The Twin Dragons, Run and Kill) sein Geld verdiente. In Zukunft, wenn ich die Shaw Brothers Filme neu sichten werde, vor allem jene, bei welcher die Sichtung 15 Jahre her ist, werde ich mich freuen, diese neu zu entdecken (ggf. mit mehr Augenmerkt auf Johnny Wang Lung-Wei).

Fazit: Highlight und Kracher der Shaw Brothers. Nur schon alleine wegen dem sehenswerten Finalkampf zwischen Gordon Liu und Johnny Wang Lung-Wei sollte man den Film als Kung Fu Film Fan gesehen haben! Besser geht nicht!

Infos:

O: Mo Goon

HK 1981

R: Liu Chia-Liang

D: Chu Tit-Wo, Ku Feng, Wilson Tong, Kara Hui, Gordon Liu, Robert Mak Tak-Law, King Lee King-Chu, Johnny Wang Lung-Wei, Liu Chia-Liang

Laufzeit der US-DVD: 107:33 Min.

Gesehen am: April 2009 / Review überarbeitet am: 23.05.19

Fassungen: Mir lag die US-DVD im Schuber von Tokyo Shock vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Exklusive Extras kann man knicken bzw. würde man nur in der franz. DVD vorfinden.

House on the Edge of the Park Review




Signierte DVD zum Film von Regisseur Ruggero Deodato, am NIFFF 2008 und NIFFF 2012 getroffen




House on the Edge of the Park

Story:

Zwei Draufgänger und Psychopathen (David Hess, Giovanni Lombardo Radice) geraten durch Zufall an eine «High Society» Party, wo sie die Gäste (Christian Borromeo, Annie Belle, Marie Claude Joseph, Gabriele Di Giulio, Brigitte Petronio) bedrohen, misshandeln, schlagen, vergewaltigen…

Meine Meinung:

House on the Edge of the Park, der den in Deutschland passenden Titel «Der Schlitzer» trägt, ist nebst Cannibal Holocaust, Jungle Holocaust und Cut and Run der beste Film des Ital. Regisseurs Ruggero Deodato geworden. David Hess, Star des Filmes, bezeichnet Last House on the Left (Wes Craven Terrorklassiker), Hitch-Hike («A-Film») und diesen hier als Trilogie – wobei sie ausser seiner Rolle und einigen sadistischen Inhalten nicht viel gemein haben – zwei der drei Titel sind Ital. Produktionen. David Hess hat es durch die drei Filme auf jeden Fall, zumindest bei Euro-Cult und Horrorfilmfans, zu Weltruhm geschafft und auf solchen Erfolg konnte er nie mehr zurückblicken (auch nicht auf solch intensives Schauspiel).

House on the Edge of the Park, der natürlich auf den Erfolg, den Last House on the Left erreichte (und nur deshalb holte man sich David Hess an Bord) aufbaut, macht Vieles richtig! Man gaukelt dem Zuschauer New York als Drehort vor, spendiert sexuelle Perversitäten durch zwei sadistische Psychopathen ausgeübt, die heute in der Filmwelt undenkbar wären, da sexuelle Gewalt. Sleaze vom Feinsten, was Ruggero Deodato hier zelebrieren lässt. Und dafür war das Duo David Hess und Giovanni Lombardo Radice (Cannibal Ferox) eine gute Wahl. David Hess zieht hier, einmal mehr, alle Register seines Könnens. An nackter Haut, Sex, Schmuddel und Sleaze fehlt es dem Exploitation-Werk definitiv nicht (nur ein Gore-Fest sollte man nicht erwarten).

Vor allem im Finale, die Szenen mit David Hess und Cindy, sind an Sadismus kaum zu toppen! Dazu kommen die mutigen Darsteller(innen), ein nicht weniger fieses Ende (Twist), die Tatsache, dass Hess Frau das Vergewaltigungsopfer am Anfang spielte (unter Pseudonym) und ein wunderbarer Soundtrack von Riz Ortolani dazu, die den Film für jeden Euro-Cult Exploitation-Fan so richtig interessant machen!

Wer Filme wie The Last House on the Left, I Spit on Your Grave und Co. mag, kurzum, es richtig «fies» mag, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen!

Infos:

O: La Casa sperduta nel parco

Italien 1980

R: Ruggero Deodato

D: David Hess, Giovanni Lombardo Radice, Christian Borromeo, Annie Belle, Marie Claude Joseph, Gabriele Di Giulio, Brigitte Petronio

Laufzeit der US-DVD: 91:26 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 23.05.19

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Englischer Ton (zumindest Hess spricht sich selbst), interessante exklusive Interviews. Es gibt mehrere – das mit Hess und am Ende mit seiner Frau (ca. 39 Min.) ist sehr zu empfehlen (besonders was Hess von den Zensoren hält). Wer den Film in Deutsch haben möchte, sollte die XT-Video Blu-Ray kaufen (Deutsch/Ital. mit Subs, Uncut).

Donnerstag, 8. August 2019

Update

Neue Reviews

 

 

- A Man to Respect

- Tammy & the Teenage T-Rex

- Child's Play

- Midsommar








Midsommar Review




Midsommar

Story:

Nach einem Schicksalsschlag reist die junge Dani (Florence Pugh) mit ihrem Freund und dessen Freunden in den Urlaub nach Schweden. Grund des Besuchs: ein Sommerfest besuchen und daran teilnehmen. Der Trip wird allerdings anders, als erwartet….

Meine Meinung:

Auf Midsommar, dem neusten Film von Ari Aster, dem Regisseur des grossartigen Hereditary, war ich sehr gespannt. Und dies, ohne irgendwelche Infos und/oder Trailer zum Film zu kennen. Erst der Kinobesuch von Child’s Play hat diesen Umstand geändert und ich sah den Trailer, der mich sofort ansprach und in meinen Bann zog (wobei heutige Trailer schon allgemein sehr geil geschnitten und mit guter und fesselnder Musik unterlegt sind).

In der mehrsprachigen Schweiz haben wir den Vorteil, dass in gewissen Regionen Filme früher in die Kinos kommen – so im Fall vom Midsommar. Der startete am 31. Juli in der Romandie und wird erst im Oktober in der Deutschschweiz starten. Also ging es ab nach Lausanne, wo der Film auch im O-Ton (und mit deutschen und franz. Subs) gezeigt wurde.

Ich hatte, eventuell wegen Hereditary und dem coolen Trailer zum Film zu hohe Erwartungen an Midsommar. Denn: es handelt sich definitiv NICHT um einen 2. Hereditary. Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen überdurchschnittlichen Film und um einen überdurchschnittlichen Regisseur, der mit Talent ausgestattet ist. Ari Aster gilt es sich zu merken…

Das Hauptproblem des Filmes ist, dass der Film nicht spannend / gruselig ist. Eine Spannung ist nur kurz gegeben. Der Film schafft es auch nicht, Unheil in Form von Stimmung und Atmosphäre aufzubauen, wie es z.B. der Trailer schafft. Im Gegenteil: der Film und die Handlung sind ab gewissen Zeitpunkten mehr als vorhersehbar und vor allem nicht originell.

Wer beim Trailer und Inhalt an Filme wie The Wicker Man denkt, denkt richtig. Und genau das ist das Problem des Filmes. Dazu kommt, dass die Laufzeit doch zu lang ist (über zwei Stunden Laufzeit). Ob da ein längerer Cut auf Heimmedium (siehe dazu Fassungen) Vorteile bringen wird, wage ich zu bezweifeln. Obwohl es interessant tönt (zuerst NC-17 Fassung, dann zensiert = R-Rating bekommen) = Im Trailer gibt es auf jeden Fall Szenen, die ich so im Film nicht gesehen habe.

Ari Aster begeistert mit einigen ähnlichen Inhalten wie in Hereditary (der Beginn, Schicksalsschlag, Kamerafahrten, Beziehungsprobleme), optischen Spielereien (optisch ist der Film sehr schick und schön gefilmt worden, das hat Ari Aster einfach drauf) und auch was die Wahl der Darsteller angeht, bewies er ein gutes Händchen – vor allem Lead Florence Pugh als Dani war grossartig und wertet den Film zusätzlich auf! 

Obwohl der Film über zwei Stunden lief, hatte es irgendwie trotzdem wenig Längen (weil man auf Überraschungen hoffte, die leider kaum bis nicht kamen). Es besteht jedoch die Gefahr, dass der ruhige Film bei der 2. Sichtung  phasenweise langweilig wirken könnte – je nachdem, ob und was in einer möglichem Langfassung auf DVD/Blu-Ray neu dazukommt, wird Midsommar vielleicht in die Sammlung integriert werden…

Eines ist auf jeden Fall sicher: auf zukünftige Filme von Ari Aster sollte man ein Auge werfen! 

Das gleiche gilt für die Firma, die den Film vertreibt: A24 ist für einige sehr schöne Genre-Filme verantwortlich:

- It Comes at Night (bester Film am FFF vor zwei Jahren)
- Hereditary (einer der besten Filme am NIFFF 2018)
- Under the Silver Lake (steht noch auf Wunschliste nach NIFFF Sichtung)
- The Blackcoat’s Daughter (auch am NIFFF gesehen)
- Green Room (Dito)
- The Witch 
- Under the Skin (NIFFF)

Weitere potenziell vielversprechende A24 Filme:

- In Fabric (kommt noch diesen Monat, zumindest in England, auf Blu-Ray
- The Lighthouse  

Sollte man sich auch merken!

Infos:

O: Midsommar

USA 2019

R: Ari Aster

D: Florence Pugh, Will Poulter, Jack Reynor, William Jackson Harper, Liv Mjönes, Anna Åström

Laufzeit der Originalversion: Ca. 147 Min.

Gesehen am: 31.07.19

Fassungen: Gesehen im Schweizer Kino = Uncut (im Sinne der Kinofassung), O-Ton, deutsche und franz. Subs (im franz. Teil der Schweiz). In der Deutschschweiz startet der Film erst im Oktober in den Kinos! Auf Heimmedium folgt eventuell ein 30minütiger Director’s Cut (angeblich wäre es ein NC-17 Film geworden und nur wegen den Schnitten gabs die R-Rating Freigabe).