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Dienstag, 7. Juli 2026

Hen

NIFFF 2026 Spezial

 

Hen

Story:

Dawid (Stian Bam) finden in der südafrikanischen Einöde die Überbleibsel eines Massakers vor. Er vergräbt die Opfer und findet in einer Truhe eingesperrt einen stark eingeschüchterten, verletzen und verwilderten Jungen, der sich später als Lukas (Dawian van der Westhuizen) vorstellt. Dawid nimmt den Jungen zu sich nach Hause. Dawid und seine Ehefrau (Amalia Uys) beschliessen, den Jungen bei sich aufzunehmen…

Meine Meinung:

Hen stellt am diesjährigen NIFFF den bisher besten und interessantesten Film dar. Ich wusste praktisch gar nichts, als ich Hen gebucht habe. Es handelt sich um einen südafrikanischen Film von Nico Scheepers. Ein Regie-Debüt. Dieses darf als gelungen bezeichnet werden. Der Film, der komplett in s/w Bilder gedreht wurde (stark, was für Bilder uns hier präsentiert werden!), ist ein Mix aus Arthouse, Horror (hier und da fällt in anderen Berichten auch das Wort Folkhorror) und ein Slowburner.

Hen bietet von Anfang an fantastische Bilder. Die Kameraführung ist ein Genuss. Die Isolation des Landes und später auf der Farm werden wunderbar stimmungsvoll eingefangen. Der Film ist für einen Slowburner sehr langsam in seiner Entwicklung. Es fallen lange keine Dialoge, und ich musste etwas gegen die Müdigkeit ankämpfen, da zu bequeme Kinositze, über 30 Grad und ich war müde. Aber nach und nach fesselte mich der Plot mit dem Verlauf der Handlung. Natürlich kann der Zuschauer einige Sachen vorhersehen. Ansonsten sei gesagt, dass es viel Tierleid zu sehen gibt. Wer damit ein Problem hat, sollte Hen ggf. meiden.

Was die Hintergründe und Hintergedanken des Regisseurs sind, ist mir nicht bekannt. Die NIFFF Vorstellerin sprach von der Kolonisierung (falls ich das korrekt verstanden habe). Aber eigentlich hatte der Film damit nicht wirklich was zu tun, fand ich. Das ist auch gut so. Manchmal ist es besser, wie à la Backrooms, am Ende keine klaren Antworten zu bekommen. So macht später auch eine neue Sichtung Spass und/oder man geniesst einfach die Bilder und das Schauspiel. Und letzteres war absolut herausragend. Stian Bam und Amalia Uys waren in ihren Rollen überzeugen und Dawian van der Westhuizen spielt den kleinen Jungen absolut phänomenal.

Fazit: Sehenswertes und nicht uninteressantes Regiedebüt!

Infos:

O: Hen

Südafrika 2025

R: Nico Scheepers

D: Dawian van der Westhuizen, Amalia Ulys, Stian Bam

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 109 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Freitag, 19. Juni 2026

Backrooms

Backrooms

Story:

Clark (Chiwetel Ejiofor) arbeitet in einem Möbelgeschäft und findet heraus, dass es im Erdgeschoss eine geheime Tür gibt, durch die man in ein weites, verwinkeltes Räume-System gelangt. Zusammen mit zwei Angestellten (Finn Bennett, Lukita Maxwell) versucht er, weiter in die Räumlichkeiten vorzudringen und zu recherchieren. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Um Backrooms gibt es aktuell, wie auch Obsession, einen sehr grossen Hype. Ich habe mich über die Hintergründe nicht informiert und mit Ausnahme eines Trailers auch nichts zum Film angesehen. Mir war nicht Mal der Plot bekannt und ich las auch keine Reviews. Ich wollte völlig losgelöst von Informationen und/oder falschen Erwartungen an den Film herangehen. Backrooms reiht sich zu Filmen wie Talk to Me oder den bereits erwähnten Obsession. Alle haben gemeinsam, dass ihre Regisseure sehr jung sind und ihre Karriere auf YouTube starteten.

Kane Parsons hat 2016 als minderjähriger auf YouTube einen Kurzfilm namens The Backrooms (Found Footage) realisiert. Inzwischen ist diese Reihe auf über 20 weitere Filme auf YouTube gewachsen und bereits The Backrooms (Found Footage) wurde zu einem viralen Hit. A24 haben das Talent (und den möglichen kommerziellen Erfolg) erkannt und Kane Parsons drehte nun seinen ersten richtigen Kinofilm mit einem bescheidenen Budget von 10 Mio. USD. Dabei hat der Film bisher schon 260 USD an den Kinokassen eingenommen. Erstaunlich! Backrooms ist also bereits jetzt, wie auch Obsession, ein voller Erfolg.

Hat mir Obsession gut gefallen, so gefiel mir Backrooms sogar noch besser. Ich fand den Inhalt und den Film als Ganzes kreativ, spannend, gruselig, mysteriös und faszinierend. Endlich Mal kein 08/15-Kino. Der Film lässt viele Fragen offen und ist gewollt mysteriös. Man muss sich auf diese Art Film aber auch einlassen können. Seine Backrooms-Serie wurde auf Social Media und Foren (Reddit und Co.) seitenweise analysiert. Dasselbe wird auch mit Backrooms passieren. Der Zuschauer kann viel in den Inhalt oder das Ende interpretieren. Daher freue ich mich schon auf eine zukünftige Zweitsichtung, um ggf. Anzeichen oder Dialoge zu deuten, die Hinweise geben, was es mit dem Ende auf sich hat. Auf der anderen Seite, muss immer alles erklärt, sinngebend oder logisch sein? Ich denke nicht. Warum nicht einfach geniessen, statt alles zu hinterfragen?!

Die Settings wie auch wenigen Effekte und Make-Up-Sequenzen sind toll getrickst und der Film schafft es, ohne 08/15 Jump-Scares, unbehaglich und gruselig zu sein. Auch die Found-Footage Momente sind gut in den Film integriert. Das Ende hat mir gut gefallen und die mir unbekannten Darsteller waren superb. Allen voran Chiwetel Ejiofor sowie Renate Reinsve. Auch die Nebenfiguren sind gut gespielt und wirken authentisch. Das Sound-Design war stark und passte immer hervorragend zum Gezeigten. Ob ich mir Kane Parsons frühere YouTube Serie noch ansehen werde? Ich weiss es nicht. Aber es dürfte gespannt sein, was Kane Parsons in der Zukunft noch abliefern wird.

Fazit: Für mich bisher eine der besten Horrorfilme in diesem Jahr!

Infos:

O: Backrooms

USA 2026

R: Kane Parsons

D: Finn Bennett, Avan Jogia, Lukita Maxwell, Renate Reinsve, Chiwetel Ejiofor, Mark Duplass

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 110 Min.

Gesehen am: 18.06.26

Fassungen: Gesehen in Kino = Uncut, O-Ton, deutsche Untertitel. Soll Ende Dez. dieses Jahres in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Freitag, 22. Mai 2026

Passenger

Passenger

Story:

Tyler (Jacob Scipio) und Maddie (Lou Llobell) wollen Unabhängigkeit und begeben sich mit einem umgebauten Van auf ein Abenteuer. Als sie jedoch Zeuge eines Unfalls werden, ändert sich der abenteuerliche Trip zu einem Horrortrip…

Meine Meinung:

Als ich im Kino einen kurzen Teaser zu Passenger sah, war der Kinobesuch beschlossene Sache. Der Teaser zeigte nur einen kurzen (verkürzten) Clip aus dem Film. Es handelte sich nicht um einen echten Trailer. Danach schaute ich mir auch keine weiteren Clips oder Trailer an. Mit anderen Worten: als ich gestern im Kino sass, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Der Inhalt des Teasers ist auch der Anfang des Filmes. Ich hoffte auf schaurig gruselige Horrorunterhaltung. Regie führte André Øvredal (Troll Hunter). Zumindest dessen The Autopsy of Jane Doe fand ich sehr spannend und stimmungsvoll. Dass er auch hier Regie führte, wurde mir aber erst beim Schreiben dieser Zeilen klar.

Passenger hat mich dann auch wirklich gut unterhalten. Langweilig wurde es nie und der Film ist eine Achterbahnfahrt des Gruselkinos. Sehr kurzweilig, aber für mich war der Film, auch wenn es einige spannende Szenen gab, dennoch nie wirklich gruselig. Das war etwas schade. Es wird viel mit Jump-Scares gearbeitet. Wer sensibel ist, wird sich mit Sicherheit fürchten oder mehrfach im Kino zusammenzucken. Die Tonspur im Kino war schon absolut gelungen und intensiv. Auf jeden Fall war der Film sehr unterhaltsam. Das Duo um Jacob Scipio (Expend4bles) und Lou Llobell war auch sympathisch und der Film gut gespielt. Zudem sah der Film optisch, mit Ausnahme des Finales (CGI-Feuer), auch sehr gut aus.

Wo der Film sehr punktet ist sein Spiel mit den Settings, die Tools, die damit einhergehen und dem Konzept des Vans. So weiss man zuerst nie, wohin die Reise geht und es ist kein alltägliches Setting, welches in vielen anderen Filmen schon zu sehen war. Das war schon innovativ und interessant, wie das mit Horrorthemen und Schrecken verschmolzen wurde. Machte Lust auf mehr. Mit wenig wurde viel rausgeholt und so ist eine Grundspannung immer gegeben. Wo der Film hingegen schwächelt ist das Drehbuch und dessen Verlauf. Das Paar findet zu einfach heraus, was Sache ist. Dazu passt auch die schwach gezeichnete Nebenfigur Diana. Zudem war das Finale enttäuschend.  

Fazit: Horrorfans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Passenger

USA 2026

R: André Øvredal

D: Melissa Leo, Jacob Scipio, Lou Llobell, Bonni Dichone, Devielle Johnson

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 21.05.26

Fassungen: Im Kino gesehen = Uncut, O-Ton und deutsche Untertitel. Es ist noch keine deutsche DVD; Blu-Ray oder UHD angekündigt (Stand: Mai. 2026).

Freitag, 6. März 2026

Epitaph

Epitaph

Story:

Ein Krankenhaus soll geschlossen werden. Ein ehemaliger Arzt erinnert sich an diverse (Grusel)Geschichten, die er 1942 im dortigen Anwesen erlebt hat…

Meine Meinung:

Epitaph habe ich 2019 in Südkorea im Urlaub gekauft. Quasi ein Blindkauf. Ich glaube, durch einen anderen Blog (eines Kumpels) auf den Film aufmerksam geworden zu sein. So genau weiss ich das nicht mehr. Ich wusste nichts über den Film. Ich dachte, als ich mir heute das Cover der DVD ansah, dass es sich wohl um einen alten Streifen à la The Housemaid oder The Insect Woman handeln würde. Pustekuchen. Es handelt sich um einen «neuen» Film aus dem Jahr 2007. Ein Regie-Debüt der Brüder Jeong Beom-sik und Jeong Sik, die später Gonjiam: Haunted Asylum realisieren sollten.

Ich las vor der Sichtung nur ein Review auf einer anderen Schweizer Homepage und habe nichts erwartet. Aber immerhin wusste ich nun, um was es geht. Ein koreanischer Arzt, der in den 40ern im durch Japan besetzten Korea in einem Krankenhaus arbeitete, erinnert sich, als er erfährt, dass das Krankenhaus geschlossen werden soll, an seine Arbeit. Und der Inhalt sind mehrere Geister-Geschichten, die z.T. auch miteinander verknüpft sind. Und dann sorgt auch noch ein Serienkiller-Sub Plot für Angst und Schrecken.

Ich wurde positiv überrascht. Für mich stellt Epitaph einen Geheimtipp dar und einen der besten südkoreanischen Filme, welchen ich in letzter Zeit sah. Der Film ist optisch eine Wucht. Das gilt sowohl für die Bildsprache, wie auch der innovativen Arbeit der Kameraführung oder der passenden, wunderschönen Musik. Es wird hier Spannung und Grusel durch Stimmung, Bilder und Musik erzeugt, und nicht durch billige Jump-Scares. Toll. Die Effekte und Bilder sind der Wahnsinn, zumal der Film durch die verschiedenen Sub-Plots auch zu keiner Sekunde langweilig wird.

Ich konnte mich gut auf den Film und Inhalt einlassen und wurde somit auch gefesselt. Es kam definitiv Gruselstimmung auf. Die starke Vertonung der südkoreanischen DVD half dabei. Die mir unbekannten Darsteller haben alle durch die Bank überzeugt. Unbekannt heisst, ich kenne diese von den Namen nicht, was jedoch nicht bedeutet, dass es unerfahrene Darsteller sind. Das ist nicht der Fall. Namen wie Jin Goo (A Bittersweet Life), Kim Bo-kyung (Tae Guk Gi: The Brotherhood of War), Kim Tae-woo (JSA) oder Kim Eung-soo (Attack the Gas Station) haben Erfahrung im Film. Einige kreiden dem Plot an, wirr und konfus zu sein. Ich würde meinen, den Film einfach auf sich wirken zu lassen und die Bilder und Musik zu geniessen.

Fazit: Schöner Geheimtipp. Ich freue mich schon auf eine zukünftige Zweitsichtung!

Infos:

O: Gidam

Südkorea 2007

R: Jeong Beom-sik, Jeong Sik

D: Jin Goo, Kim Tae-woo, Lee Dong-gyoo, Kim Bo-kyeong, Ko Joo-yeon, Kim Eung-soo

Laufzeit der südkoreanischen DVD: Ca. 102 Min.

Gesehen am: 06.03.26

Fassungen: Mir lag die südkoreanische DVD von SM Pictures vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und hervorragende Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung und es scheint (noch) keine Blu-Ray zu geben (Stand: März 2026).

Dienstag, 10. Februar 2026

The Bell from Hell

 

The Bell from Hell

Story:

Juan (Renaud Verley) wird unter Auflagen aus einer Nervenanstalt entlassen. Das passt Juans Tante, welche drei Töchter hat, nicht in den Kram. Diese kann im Moment über das Erbe verfügen, doch steht es eigentlich Juan zu. Juan vermutet, dass seine Tante ihn bewusst in die Anstalt steckte, um an das Gesamtvermögen seiner verstorbenen Mutter zu kommen. Oder ist Juan wirklich verrückt und krank?

Meine Meinung:

The Bell from Hell ist der erste Spielfilm, den ich mir aus Severin Films Box Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain angesehen habe. Und die Sichtung hat sich gelohnt. Ich wurde positiv überrascht. Der Film und Inhalt boten mehr, als ich erwartet hätten und waren definitiv weniger 08/15, als ich zuerst dachte. Teilweise hat der Film fast schon Gialli Vibes und mutet zudem schön surreal an. Der Film von Claudio Guerín ist extrem stimmungsvoll inszeniert. Der Dreh endet für Claudio Guerín tragisch: er verstarb am letzten Drehtag und der Film wurde von seinem Onkel fertiggestellt.

Ich empfand den Inhalt und dessen Verlauf als interessant, spannend, rätselhaft, mysteriös und fesselnd. Bevor ich mich in den Film einverleiben konnte, musste ich aber erst den Vorspann des Werkes überstehen. In diesem wurden echte Schlachthof-Sequenzen gefilmt und diese Szenen waren alles andere als leicht zu ertragen, besonders die Schreie der Kühe. Immerhin wurden die Tiere nicht extra für den Film getötet, dennoch unschöne Momente, die im späteren Verlauf jedoch so was wie eine Metapher darstellen sollten (und erinnerte leicht an den spanischen Film Cannibal Man).

Der Film ist gut gespielt und bleibt bis zum überraschenden Ende sehenswert. Mir hat es sehr gut gefallen. Auffallend waren auch einige sehr innovative und spezielle Kameraeinstellungen. Auch der Einbezug von diversen Tieren war spannend. Hier und da fühlte ich mich fast leicht an Phenomena von Dario Argento erinnert. Die Musik passte auch immer wunderbar dazu. Und hier und da gibt es nebst fiesen, sleazigen Hintergrundgedanken auch ab und zu einen Hauch unterschwellige Erotik zu erhaschen, ohne dabei jedoch sonderlich explizit zu werden.

Die mir unbekannten Darsteller um Renaud Verley (Franzose), Viveca Lindfors (Creepshow), Alfredo Mayo (In the Folds of the Flesh), Maribel Martín (The Blood Spattered Bride), Nuria Gimeno (The Orgies of Dr. Orloff) und Christina von Blanc (A Virgin Among the Living Dead) haben ihre Sache mehr als ordentlich gemacht. Zudem waren sie im damaligen europäischen Genre-Kino, wie man sieht, gut vertreten und bringen Erfahrung und Talent mit. So darf es (mit der Box von Severin Films) gerne weitergehen. Ich wurde durch und durch positiv überrascht! Bitte mehr davon!

Infos:

O: La Campana del Infierno

Frankreich, Spanien 1973

R: Claudio Guerin Hill, Juan Antonio Bardem

D: Viveca Lindfors, Renaud Verley, Alfredo Mayo, Christine Betzner, Juan Cazalilla

Laufzeit der US-Blu: Ca. 97 Min.

Gesehen am: 10.02.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain Box) vor = absolut hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut, spanischer O-Ton mit englischen Subs (2-3 Dialoge sind auch in der spanischen Originalfassung nur auf Englisch). Als Bonus gibt es u.a. einen Kurzfilm von Regisseur Claudio Guerin Hill. In Österreich wurde eine deutschsprachige Uncut-DVD veröffentlicht. Deren Titel lautet: Ein Toter lacht als Letzter.

Dienstag, 3. Februar 2026

Demon

 

Demon

Story:

Piotr (Itay Tiran), der in London lebte, kehrt in sein Heimatland Polen zurück. Dort will er seine Freundin Zaneta (Agnieszka Zulewska) zur Frau nehmen, was seinem neuen Schwiegervater (Andrzej Grabowski) nicht sonderlich passt, da ihm Piotr fremd ist. Piotr und Zaneta bekommen ein Haus auf dem Anwesen von Zanetas Familie. Als Piotr bei Arbeiten (Aushebung für einen Swimming-Pool) ein Skelett findet, nimmt die Hochzeit unerwartete Formen an…

Meine Meinung:

Demon ist ein polnisch-israelischer Film von Marcin Wrona und mit Itay Tiran in der Hauptrolle aus dem Jahr 2015. Der Film, der am Filmfestival in Toronto (International Film Festival) erfolgreich gezeigt worden sein soll, markiert den letzten Film von Marcin Wrona. Letzterer hat sich im Hotelzimmer erhängt, während der Film kurz vor seiner polnischen Premiere stand (Gdynia Film Festival). Demon ist ein nicht uninteressanter und durchaus sonderbarer Film, der gut in Severin Films Sammlung von Folk-Horrortiteln in deren Box All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 passt.

Was Israel und fantastisches Kino angeht, ist mir eigentlich nur The Vigil und eine Akte-X Folge bekannt (Der Golem). Demon ist vor allem sozialkritisches Kino an dem Schicksal der Juden in Polen. Ein Film, der, wie der Plot am Ende auch zeigt, verneint und wegschaut. Auf der anderen Seite ist es ein Folk-Horror-Streifen und es geht um Besessenheit und den Dibbuk. Beim Dibbuk handelt es sich um den Geist einer Verstorbenen Person, welche eine Person in Besitz nimmt, um unerledigte Aufgaben zu meistern. Das Setting ist eine polnische Hochzeitsnacht. Der Film bietet einen Mix aus Sozialkritik, Surrealität (die Szenen der Hochzeitsparty am Ende hatten fast Twin Peaks Vibes), Komik und Horror.

Der Musik gelang es mehrfach, dass eine Gänsehaut-Stimmung aufkam. Das fand ich sehr gelungen Das hätte ich von der Musik und den einzelnen, stimmungsvollen Gruselmomenten nicht erwartet. Da wurde ich angenehm überrascht, da so nicht erwartet (zumal die US-Blu-Ray fantastisch vertont wurde). Obwohl das Setting weniger mein Fall ist (ich weiss schon, warum ich nie heiraten werde), war die Darstellung, nehme ich Mal an, relativ authentisch, was polnische Traditionen und Feste angeht. Auf jeden Fall war der Film glaubhaft gespielt. Das Ende mag zwar konsequent sein, auf der anderen Seite nimmt die Gruselstimmung im letzten Viertel leider rasant ab.

Fazit: Nicht uninteressanter Folk-Horror!

Info:

O: Demon

Polen, Israel 2015

R: Marcin Wrona

D: Maja Barelkowska, Maria Debska, Piotr Domalewski, Katarzyna Gniewkowska, Andrzej Grabowski

Laufzeit der US-Blu: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 03.02.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films = All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. Der Film ist Uncut und im O-Ton (vor allem Polnisch mit englischen Subs). Die Bildqualität ist sehr gut, die Tonqualität sogar exzellent. Als Extras gibt es u.a. einen Kurzfilm. In Deutschland wurde der Film unter dem Titel Dibbuk - Eine Hochzeit in Polen (siehe Plakat unten) von Donau Film auf DVD veröffentlicht.

Sonntag, 16. November 2025

Weapons


Weapons

Story:

In einer Kleinstadt verschwinden in der gleichen Nacht 17 Kinder aus einer einzigen Schulklasse. Die Polizei (Alden Ehrenreich) ermittelt, die Bewohner (Josh Brolin) sind besorgt und die Lehrerin (Julia Garner) der betroffenen Schulklasse wird angefeindet…

Meine Meinung:

Weapons ist der neuste Film vom Regisseur von Barbarian. Letzterer war «nur» ein Film abrufbar via Streaming. Sein neuster Streich kommt nun in die Kinos. Obwohl mich Barbarian nicht überzeugen konnte (was vor allem an der 2. Filmhälfte lag), freute ich mich ohne Vorurteile auf den Kinobesuch von Weapons. In einem Filmforum schaute ich mir den 2. geposteten Trailer zum Film an. Ich fand den Trailer und dessen Inhalt creepy, stimmungsvoll und vielversprechend. Sonst wusste ich nichts über den Film und dessen Inhalt.

Weapons gefiel mir gut und besser als Barbarian. Der Film war zwar weniger gruselig als erhofft, aber im Grossen und Ganzen war der Film nur schon aufgrund der kreativen und originellen Geschichte fesselnd und interessant. Es handelt sich definitiv nicht um einen 08/15 Inhalt (auch wenn hier und da an andere Filme erinnernd) und wer sich Antworten auf Fragen erhofft, guckt am Ende in die Röhre. Das wird einige Zuschauer stören. Mich störte es nicht. Die Frage ist auch, entdeckt der Zuschauer vielleicht bei der 2. Sichtung neue Details, die zuvor übersehen wurden.

Weapons hatte hier und da Longlegs und Shining Vibes. Der Film war zu keiner Sekunde langweilig, stark gefilmt & stark gespielt, auch wenn ich Julia Garner (Apartment 7A, Wolf Man) nicht mag. Zum Glück gerät sie nach dem 1/4 des Filmes erst Mal in den Hintergrund, denn der Film wird in Kapiteln aus Sicht diverser Figuren erzählt und zu Ende gebracht. Justin Long, schon in Barbarian zu sehen, liefert einen Gastauftritt ab.

Fazit: Zach Cregger ist definitiv ein Name, den es sich zu merken gilt!

Infos:

O: Weapons

USA 2025

R: Zach Cregger

D: Julia Garner, Josh Brolin, June Diane Raphael, Benedict Wong, Austin Abrams, Alden Ehrenreich, Amy Madigan

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 128 Min.

Gesehen am: 07.08.25

Fassungen: In Bern in Englisch mit deutschen Untertiteln und Uncut (ab 16/14) im Kino gesehen. Eine deutsche DVD, Blu-Ray und UHD sind noch nicht angekündigt (Stand: Aug. 2025).

Montag, 30. Dezember 2024

Black Christmas

Black Christmas

Story:

Während der Weihnachtsferien wird ein Frauenstudentenheim von einem unheimlichen Anrufer terrorisiert. Als dann noch eines der Mädchen verschwindet, nehmen die Sorgen der anderen Bewohnerinnen (u.a. Olivia Hussey) zu. Derweil sucht die Polizei (u.a. John Saxon) nach der Vermissten…

Meine Meinung:

Black Christmas, von welchem ich zuerst das Remake (aus dem Jahr 2006) sah ehe ich 2008 das Mitte der 70er Jahre Original gesehen habe, hat die 2. Sichtung zu Ehren von Olivia Hussey, die am 27.12 dieses Jahres verstarb, bestanden. Nicht nur das: Black Christmas, von dem ich kaum mehr was wusste, hat mir sogar besser als früher gefallen. Von den drei Filmen, welche ich mit Olivia Hussey gesehen habe, gefiel mir ihr Schauspiel in Black Christmas am besten. Sie spielt die Hauptrolle und macht das fantastisch. Der Film wurde zu einem überraschenden Erfolg an den Kinokassen und bei den Fans.

Der kanadische Film legt dabei mehr Wert auf Plot, Suspense und Optik, statt auf blutige Morde. Der Film ist mehr ein Psychothriller statt ein Slasher. Hier und da mit ggf. Gialli-Anleihen (Morde, Kameraeinstellungen).  Der Plot spielt sich in einer Kleinstadt, in der praktisch jeder jeden zu kennen scheint, und in einem Studentenwohnheim, ab. Ich mag solche Geschichten, welche in Kleinstädten spielen. Obwohl ein kanadischer Film, wirkt der Film sehr amerikanisch. Wo der Film weiter punktet ist die Tatsache, den Täter praktisch nie zu zeigen. Die Kameraeinstellungen und Kamerafahrten bei den Taten oder im Finale sind geschickt und innovativ. Zudem helfen sie, für perfekte Gruselstimmung zu sorgen und tragen viel zur creepy Atmosphäre des Filmes bei.

Ich fühlte mich an spätere Klassiker wie Scream und Konsorten erinnert. Weitere Filme mit Telefonterror oder Stalking, die mir da als Vergleich in den Sinn kommen, sind Streifen wie Visiting Hours (auch aus Kanada mit Michael Ironside als Täter) oder Eyes of a Stranger (mit Effekten von Tom Savini). Nebst dem 2006er Remake erfuhr Black Christmas 2019 ein weiteres, diesmal jedoch wohl sehr unnötiges (feministisches) Remake, welches sogar von 111 Minuten auf 92 geschnitten wurde (auch Gewaltmomente), auch um eine niedrigere Freigabe fürs Kino zu bekommen. Dieses werde ich mir jedoch nie ansehen. In einer Nebenrolle als Polizist ist John Saxon (Nightmare Beach, Pelts, Die Gewalt bin ich) zu sehen. Da kamen etwas A Nightmare on Elm Street Vibes auf…

Fazit: Stimmungsvoll, spannend und sehenswert!

Infos:

O: Black Christmas

Kanada 1974

R: Bob Clark

D: Olivia Hussey, Keir Dullea, Margot Kidder, John Saxon, Marian Waldman, Andrea Martin, James Edmond

Laufzeit der kanadischen DVD: Ca. 98 Min.

Gesehen am: Feb. 2008 / Neusichtung am: 28.12.24

Fassungen: Mir lag die kanadische DVD von Critical Mass vor (25th Anniversary Edition) = Uncut, O-Ton, keine Subs, ca. zweiminütiges Interview mit John Saxon als Bonus, gute Bild- und Tonqualität. In Deutschland gibt es den Film unter dem Titel Jessy - Die Treppe in den Tod auf Blu-Ray und UHD.

Mittwoch, 2. Oktober 2024

Dead & Buried

Horroktober 2024

Dead & Buried

Story:

Sheriff Dan Gillis (James Farentino) bekommt in dem kleinen Küsten-Städtchen Potter's Bluff alle Hände voll zu tun, als mehrere Leichen gefunden werden. Unfälle, Morde und gestohlene Leichen bringen Dan Gillis Gemüt aus der Fassung…

Meine Meinung:

Toller Film, den ich schon mehrfach aber nun erstmals in Deutsch sah. Dead & Buried mochte ich schon immer und das hat sich auch bei dieser Neusichtung nicht geändert. Wer meine Reviews seit Jahren verfolgt weiss, dass ich Geschichten, die in Kleinstädten spielen, sehr mag. Und Dead & Buried ist praktisch ein Musterbeispiel für einen stimmungsvollen Horrorfilm, der in einem kleinen Fischerdörfchen an einer US-Küste spielt. Eine Stadt, wo jeder jeden kennt. Eine Stadt mit nur einem Sheriff.

Wo ein grausiger Plot den Zuschauer perfekt fesselt und unterhält. Inzwischen gibt es zwar keine Überraschungen mehr und das Ende kann für geübte Zuschauer gar leicht vorhersehbar sein, aber das war dazumal, 1981 sicher noch anders da weniger vergleichbare Filme dieser Art. Ich fand den Film mit seinen dunklen Szenen und Nebelschwaden nach wie vor stark atmosphärisch. Perfektes Setting und Inhalte für einen Horrorfilm. Das haben die Drehbuchautoren um Dan O'Bannon (Alien, Return of the Living Dead) und Co. gut gemeistert.

Die mir unbekannten Darsteller (Ausnahme ist Robert «Freddy Krüger» Englund in einer Nebenrolle) haben ihre Sache auch sehr ordentlich gemacht. Egal ob Namen wie James Farentino als Sheriff, Melody Anderson als dessen Ehefrau, Lisa Blount (Cut and Run, Needful Things) als Krankenschwester oder Jack Albertson als Bestatter. Für die sehenswerten Make-Up Masken und Spezialeffekte zeichnete sich u.a. Stan Winston (Pumpkinhead - Das Halloween Monster, Wrong Turn) aus. Ich empfand den Film teilweise, was die Tötungen angehen, als grausam (Feuer, Spritze). Die Effekte sind auch heute noch klasse anzusehen.

Fazit: Absolut sehenswerter Horrorfilm!

Infos:

O: Dead & Buried

USA 1981

R: Gary Sherman

D: James Farentino, Melody Anderson, Jack Albertson, Dennis Redfield, Nancy Locke, Lisa Blount, Robert Englund

Laufzeit der spanischen Blu-Ray: 94:00 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Okt. 2024

Fassungen: Mir lag die spanische Blu-Ray vor, welche ich als Wichtelgeschenk geschenkt bekam = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, diverse Audio und Untertitel-Optionen (Englisch, Deutsch etc.). Laut Cover-Artwork eine Region-All-Disc. Könnte ein Bootleg sein. Laut Internetquellen werden diese gepressten Blu-Rays jedoch offiziell auf spanischen Shops und Länden verkauft. Gibt es in Deutschland von capelight pictures auf Blu-Ray.

Sonntag, 14. Juli 2024

Longlegs


NIFFF 2024

Longlegs

Story:

Eine FBI-Agentin (Maika Monroe) versucht eine Mordserie aufzuklären und einen Serienkiller zu finden…

Meine Meinung:

Seit der erste unheimliche und stimmungsvolle Teaser zu Longlegs veröffentlicht wurde, war ich ganz heiss auf den Film. Das Karma meinte es gut mit mir und ich bekam auf der Arbeit Frei = Kompensation. Eigentlich hätte ich heute meine 2. von sechs Nächten (Nachtwache, Pflegeheim) auf der Arbeit absolviert, aber ich habe das Glück herausgefordert und es bekommen. So konnte ich mir Longlegs am NIFFF ansehen. Oz Perkins Film lief dort als offizieller Abschlussfilm. Die Vorstellung war ausverkauft. Ich versuchte nicht zu viel zu erwarten, sondern das Gezeigte einfach vorurteilsfrei geniessen zu können.

Anthony Perkins ältester Sohn Oz Perkins, der sich seit 2015 als Regisseur versucht, kehrt somit nach February, seinem Regie-Debüt, ans NIFFF zurück. Diese zeigten sein Erstlingswerk im Sommer 2016. Zwischenzeitliche Arbeiten vermochten wenig zu überzeugen und kamen nicht in die Sammlung (Gretel & Hansel). Longlegs war nebst Mermaid Legend, Des Teufels Bad sowie Twilight of the Warriors: Walled In der 4. wirklich gute Film, den ich am diesem NIFFF sah und der Film wird auch in die Sammlung aufgenommen.

Der Film überzeugt vor allem durch die Musik, das Schauspiel, durch seine creepy Stimmung/Atmosphäre und durch seine Cinematography. Der Film und jede Einstellung sind ein Genuss. Maika Monroe versteht es, trotz dem Jungen Alter, ähnlich wie früher eine junge Jodie Foster, als FBI-Agentin zu überzeugen. Ich mochte Maika Monroe bereits in dem grossartigen It Follows. Hier macht sie erneut einen starken Job, wie eigentlich jeder der Darsteller. Und Fans von Nic Cage (Mandy, Dream Scenario) können sich freuen: sensationelle Darbietung!

Wo der Film jedoch seine Schwächen hat, ist ausgerechnet beim Inhalt und Plot. Der gibt sich zwar schön mysteriös und oberflächlich spannend, aber im Grossen und Ganzen überzeugt Longlegs mehr durch die oben genannten Aspekte (Schauspiel, Cinematography, Musik) aber weniger durch seine «Geschichte». Diese ist nämlich einfach wenig originell und in mehreren Szenen sogar vorhersehbar. Ich persönliche fühlte mich da an Filme wie Sieben, Das Schweigen der Lämmer, Hereditary oder Oz Perkins Frühwerk February erinnert. February-Star Kiernan Shipka bekam in Longlegs übrigens auch eine kleine Nebenrolle spendiert. Ihr Gesicht ist unverkennbar.

Fazit: Ich freue mich auf eine 2. Sichtung auf Blu-Ray!

Infos:

O: Longlegs

USA, Kanada 2024

R: Oz Perkins

D: Maika Monroe, Nicolas Cage, Blair Underwood, Kiernan Shipka

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 101 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024 / 2. Sichtung: 06.02.26

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2024 Uncut und im O-Ton. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024). Nachtrag 2026: Für eine 2. Sichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von DCM / Leonine vor = Uncut, Wendecover, Deutsch/Englisch mit deutschen oder englischen Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Gibt es vom Label auch als UHD. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden. Longlegs gefiel mir sogar noch leicht besser als damals im Kino. Stimmungsvoll, schön gefilmt, top gespielt, mysteriöser (Akte-X)Plot.

Samstag, 13. Juli 2024

Shining

Shining

Story:

Eine Familie (Jack Nicholson, Shelley Duvall, Danny Lloyd) zieht für den Winter für fünf Monate ins abgelegene Oberlook Hotel. Das Jobangebot umfasst das Hotel vor winterlichen Schäden zu bewahren. Ehemann Jack kann die Einsamkeit brauchen, um an seinem neuen Roman zu schreiben. Dass in dem Hotel früher eine schreckliche Tragödie stattfand, hält ihn nicht vor der Jobzusage ab. Ein Fehler…

Meine Meinung (Internationale Fassung):

Bei Shining handelt es sich um einen Klassiker von Stanley Kubrick (2001: Odyssee im Weltraum) und um eine Stephen King (Stark - The Dark Half) Verfilmung. Obwohl King mit der Verfilmung nicht zufrieden war und später fürs TV eine eigene Adaptation realisierte, wurde Shining für Stanley Kubrick zum gefeierten Erfolg. Zurecht. Das lag auch an den starken Leistungen von Jack Nicholson und Shelley Duvall. Ich kenne den Roman, der sich doch recht vom Film unterscheiden soll, nicht. Ich kann daher keine Vergleiche liefern.

Shining sah ich als Kind/Jugendlicher und empfand den Film als unangenehm, da unheimlich. Auch heute empfinde ich den Film, besonders durch die grossartige, stimmungsvolle Musik, als bedrohlich, atmosphärisch und spannend. Nur schon der Vorspann mit der Autofahrt, den Credits, der Musik und diesen fantastischen Kameraaufnahmen - der Wahnsinn. Apropos Kamera: Shining war einer der ersten Filmproduktionen, welche Aufnahmen mit der vor kurzem neu entwickelten Steadicam in den Film einbaute. Das ist auch der Grund, warum es auf der DVD einen Audiokommentar von Garrett Brown gibt, dem «Erfinder der Steadicam».

Shining ist ein ruhiger, unheimlicher Film, dessen Plot sich langsam, aber von Beginn an mit bedrohlichem Gefühl, entwickelt. Nebst grandioser Kameraarbeit und Soundtrack sind es eben besagte Darsteller, die ihre Sache unglaublich gut machen. Das dürfte wohl Jack Nicholsons beste Arbeit sein und die vor kurzem verstorbene Shelley Duvall, ihr zu Ehren kam es nur Neusichtung, brachte ein teilweise wütender Stanley Kubrick bis zu ihrem Limit und darüber hinaus, was jedoch mit hervorragenden Leistungen Shelley Duvalls belohnt wurde.

Was dem Film vielleicht vorgeworfen kann, ist der Inhalt. Der ist eigentlich relativ dünn. Eine Familie verfällt dem Wahnsinn. Leicht vorhersehbar, wenn man so will. Immerhin im Bezug auf die von Jack Nicholsons gespielten Figur. Die wirkte schon von den ersten Szenen an wenig belastbar, kränkend, unterschwellig aggressiv und gereizt seiner Ehefrau gegenüber. 

Die US-Fassung würde mehr Infos zu den Figuren bieten: die von Jack Nicholsons gespielter Figur kam schon mehrfach mit dem Sohn aneinander, verlor den Job und hat Alkoholprobleme. Etwas, was ich im Roman Doctor Sleep furchtbar kitschig fand. Daher bin ich froh, solche 08/15 Klischees in der internationalen Fassung nicht oder nur noch ansatzweise vorgesetzt zu bekommen. Die verschneite Umgebung tat ihr übriges dazu und passte perfekt zum Setting. Der Film wurde in Oregon gedreht (Timberline Lodge). Dieses habe ich 2012 in meinem US-Urlaub in Portland und Oregon (u.a. noch Seattle und Bruce und Brandon Lees Grab) besucht.

Fazit: Sehenswert, so hat Film auszusehen und zu wirken!

Infos:

O: The Shining

USA, UK 1980

R: Stanley Kubrick

D: Jack Nicholson, Shelley Duvall, Danny Lloyd, Scatman Crothers, Barry Nelson

Laufzeit der deutschen DVD: 114:40 Min.

Neusichtung am: 12.07.24

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Warner vor = Deutsch/Englisch mit Subs (wobei die deutsche Synchronisation hervorragend gelungen ist), sehr gute Bild- und Tonqualität, internationale Fassung. Die US-Fassung bietet mehr Handlung (ca. 143 statt 114 Minuten). Die deutsche UHD/Blu-Ray Fassung bietet hingegen nur die längere US-Fassung.

Montag, 8. Juli 2024

Oddity

NIFFF 2024

Oddity

Story:

Darcys (Carolyn Bracken) Zwillingsschwester Dani (Carolyn Bracken) wurde vor einem Jahr brutal ermordet. Der damals Tatverdächtige wurde jedoch auch kurze Zeit später tot aufgefunden. Darcy sagt man übernatürliche Mächte nach. Sie sei ein Medium. Zusammen mit einer mysteriösen Holzpuppe versucht sie, Licht in das Dunkel zu bringen, welches ihre Schwester vor einem Jahr dem Leben entriss…

Meine Meinung:

Oddity ist nach Caveat (2020) der 2. Spielfilm des irischen Regisseurs und Horrorfilmfan Damian Mc Carthy, sieht man Mal von diversen Kurzfilmen ab. Oddity ist zwar kein Kracher (etwas vorhersehbar), aber dennoch ein kleiner, netter und vor allem stimmungsvoller Horrorfilm geworden, der gut unterhält und zu fesseln vermag. Mit limitierten Settings (das Haus wo gedreht wurde gehört einem Kollegen von ihm) und kleinem Budget (und ohne CGI) hat er das meiste aus den Ressourcen gemacht, was möglich war. Alleine das Haus ist ein Garant für Grusel. Die Holzfigur sowieso. Damian Mc Carthy stand nach der NIFFF Vorstellung für ein Q&A zur Verfügung, wo er diese Infos preisgab.

Zwar erinnert der Film leicht hier und da an andere Filme (The Conjuring und Co.), doch tut das dem Spass keinen Abbruch. Die Kameraarbeit und das Editing sind intelligent eingesetzt worden, so dass vor möglichen Jump-scares jede Menge Stimmung aufkommt. Toll. Hier wird nicht Grusel durch einen Jump-scare nach dem anderen produziert, sondern durch Kameraarbeit, Musik und Stimmung. Ein langsamer Spannungsaufbau. Die wenigen Effekte sind für das Budget ordentlich in Szene gesetzt und der Cast war im Grossen und Ganzen sehr gut.

Einige der Akteure konnten bereits im Horrorfilm Erfahrungen sammeln: Tadhg Murphy (The Northman) in Boy Eats Girl (lief auch am NIFFF), Carolyn Bracken in You Are Not My Mother, Steve Wall in The Hole in the Ground (lief auch am NIFFF) oder Joe Rooney in Wretch. Einige der Akteure haben auch schon in Damian Mc Carthys ersten Film Caveat zusammengearbeitet. Die Darsteller haben ihre Sache wirklich ordentlich gemacht.

Fazit: Damian Mc Carthy ist ein Name, den man sich merken darf. Gespannt, was er in Sachen Horror in Zukunft noch abliefern wird!

Infos:

O: Oddity

Irland 2024

R: Damian Mc Carthy

D: Gwilym Lee, Carolyn Bracken, Tadhg Murphy, Caroline Menton, Steve Wall, Johnny French

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 98 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen in Englisch, Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024).

Samstag, 22. Juni 2024

Die Körperfresser kommen

Die Körperfresser kommen

Story:

Sporen aus dem Weltall sorgen auf der Erde, zuerst in San Francisco, für den Untergang der Menschheit: durch die Sporen wachsen Pflanzen. Schläft der Mensch, entsteht ein Duplikat ohne Gefühle und Emotionen. Das «Original» zerfällt, der Mensch ist tot. So übernimmt die ausserirdische Lebensform mehr und mehr die Kontrolle. Elisabeth (Brooke Adams) bemerkt zuerst, dass mit ihrem Freund Geoffrey (Art Hindle) etwas nicht stimmt. Später vertraut sie sich ihrem Kollegen Matthew (Donald Sutherland) an, der beim Gesundheitsamt arbeitet. Zusammen mit ihren Freunden (u.a. Leonard Nimoy, Jeff Goldblum und Veronica Cartwright) versuchen sie, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen…

Meine Meinung:

Erstes Remake des Filmes Die Dämonischen aus dem Jahr 1956, dessen Plot aus dem Roman The Body Snatchers stammt. Ich kenne nur diese Version aus dem Jahr 1978 und das zweite Remake aus den 90ern von Abel Ferrara (Body Snatchers, 1993). Die Körperfresser kommen ist dabei die beste Fassung, auch wenn ich das Original aus dem Jahr 1956 nicht kenne. Aber an so alten Filmen habe ich selten Freude. Das war einfach nicht meine Zeit.

Die Körperfresser kommen ist für mich ein nahezu perfekter, stimmungsvoller und sehenswerter Science-Fiction-Film. Schon als ich den im Juni 2006 das erste Mal beim Kumpel sah, war ich begeistert und hin und weg. Die Wirkung hält an, auch nach wiederholtem Schauen. Zu Ehren von Donald Sutherland und dessen Tod, gab es eine Neusichtung. Von Donald Sutherland kenne ich mit Ausnahme von Die Körperfresser kommen nur drei Filme: The Setting Sun mit Yuen Biao, Citizen X und The Art of War.

Meine Wahl, ihn zu Ehren, fiel sofort auf Die Körperfresser kommen von Philip Kaufman. Mir gefiel der Drehort vor Ort d.h. das San Francisco-Setting. Ich war ja dort im Urlaub und es fiel mir sofort auf. Regisseur Philip Kaufman hat bei der Wahl der Darsteller ein gutes Händchen bewiesen: Egal ob Brooke Adams, Donald Sutherland, Leonard Nimoy (verbachte fast seine ganze Karriere im Sci-Fi Genre), Jeff Goldblum (Die Fliege) und Veronica Cartwright (Alien), alle spielen sie grandios. Tolle Akteure, glaubhaftes Schauspiel, sehr überzeugend. Denen hätte ich noch stundenlang zusehen können.

Die Story ist beklemmend, eine Spannung ist stets gegeben, der Film ist atmosphärisch und stark gespielt. Die wenigen aber starken Effekte (Duplikate, Verwandlungsszenen) und ein tolles Ende runden den Film ab. Das Ende war genau nach meinem Geschmack, wie auch die starken Spezialeffekte. Da diese so selten und erst spät zu sehen sind, wirken sie dafür umso intensiver. Und so unglaublich schön getrickst. Das wird CGI niemals so (authentisch) hinbekommen. Eine wahre Kunst.

Fazit: Spannender, absolut zu empfehlender und sehenswerter Sci-Fi-Klassiker!

Infos:

O: Invasion of the Body Snatchers

USA 1978

R: Philip Kaufman

D: Donald Sutherland, Brooke Adams, Jeff Goldblum, Veronica Cartwright, Leonard Nimoy, Art Hindle

Laufzeit der deutschen DVD: 110:34 Min.

Gesehen am: Juni 2006 / Neusichtung am: 20.06.24

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MGM vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit Untertiteln (die deutsche Synchronisation ist jedoch sehr gelungen). Die DVD ist nicht anamorph. Den Film gibt es inzwischen in Deutschland auch auf Blu-Ray und UHD.

Mittwoch, 5. Juni 2024

Pumpkinhead - Das Halloween Monster


Pumpkinhead - Das Halloween Monster

Story:

Als der Sohn (Matthew Hurley) des Tankstellen-Besitzers Ed (Lance Henriksen) durch einen Unfall von Jugendlichen, die in der Gegend Motocross fahren, getötet wird, schwört Ed Rache. Dazu nutzt er die Hilfe eines Einheimischen und lässt den «Pumpkinhead» auferstehen, der als Rachewerkzeug dient und die Gruppe von Jugendlichen zu dezimieren beginnt…

Meine Meinung:

Pumpkinhead - Das Halloween Monster hat die 2. Sichtung bestanden. Ich sah den Film seit Ewigkeiten nicht mehr. Viel wusste ich nicht mehr. Ich würde meinen, dass mir der Film sogar noch etwas besser als früher gefiel. Früher wollte ich möglichst viel Action und (Horror)Effekte sehen. So störte mich die 1. Hälfte des Filmes. Dies war aktuell nicht mehr der Fall. Im Gegenteil: nach einem stimmungsvollen Vorspann wird der Plot gekonnt inszeniert, um dem Zuschauer die Figuren näher zu bringen.

Der Aufbau der Story hat mir gut gefallen. Ich mochte zudem die Kleinstadt- und Backwood-Stimmung. Allgemein darf der Film von Stan Winston, einem Effekte-Künstler, der unter anderem mithalf, Effekte für Filme wie Aliens, Predator, Congo, Friday the 13th: Part 3 oder The Thing zu realisieren, als atmosphärisch dicht und stimmungsvoll betitelt werden. Auf die ruhige 1. Hälfte, folgt dafür actiongeladene Horror-Unterhaltung bis zum Ende.

Und dies pausenlos. Der Film läuft angenehme 82 Minuten, so dass ich den Film als sehr unterhaltsam und kurzweilig empfand. Den Cast fand ich bis in die kleinsten Rollen glaubhaft. Lance Henriksen (House III, Piranha II – Fliegende Killer, Harte Ziele) nimmt man den trauernden Vater gut ab. Inhaltlich erinnert der Film leicht an Friedhof der Kuscheltiere. Vielleicht war seine Kehrtwende im Film, sein ethischer Konflikt, etwas zu schnell, aber das war nur ein Detail am Rande.

Der Pumpkinhead und allgemein die Effekt-Arbeit ist sehenswert. Wie im damaligen Monster- oder Tierhorrorfilm üblich, wird lange zugewartet, bis das Monster zu sehen ist. So wird auch eine Art Spannung beibehalten. Die Effekte waren nach meinem Geschmack. Sehr charmant. Der Film ist, vom Gewaltgrad, relativ harmlos. Aufgrund der Selbstjustiz durch das Monster war der Film in Deutschland früher dennoch ab 18 Jahren freigegeben (wurde inzwischen runtergestuft).

Für die Effekte zeichneten sich u.a. Tom Woodruff Jr. (It, Alien 3, Demolition Man, Starship Troopers) und weitere Mitarbeiter von der Stan Winston Studios zuständig. Sogar ein junger Howard Berger war involviert. Er, der danach ein Teil der KNB-FX Group (Skinner, Dr. Giggles, Night Angel, Nightwish) werden sollte holte sich in dieser Produktion erste Erfahrungen. Howard Berger arbeitete zudem mit Tom Savini (Dawn of the Dead) und Kevin Yagher (A Nightmare on Elm Street 2: Freddy's Revenge) zusammen, ehe er sich später selbständig machte. Stan Winston konnte, zumindest als Regisseur, kaum grössere Erfolge verbuchen. Arbeiten wie Pumpkinhead - Das Halloween Monster blieben die Ausnahme. Der Film war ein gewisser Erfolg und daher waren diverse Fortsetzungen die konsequente Folge.

Fazit: Horror-Fans können einen Blick riskieren!

Gefolgt von: Pumpkinhead II

Infos:

O: Pumpkinhead

USA 1988

R: Stan Winston

D: Lance Henriksen, Jeff East, John D'Aquino, Kimberly Ross, Joel Hoffman, Cynthia Bain, Kerry Remsen, Florence Schauffler, Matthew Hurley

Laufzeit der deutschen DVD: 82:24 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 02.04.24 / Sichtung der US-Blu-Ray: Mitte Dez. 2024

Fassungen: Mir lag die alte deutsche DVD von e-m-s vor = Uncut, Deutsch/Englisch, keine Subs, durchschnittliche Bild- und Tonqualität. Da überlege ich mir, ein Upgrade zu tätigen. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut. In den USA gibt es den Film z.B. auf Blu-Ray (Shout Factory). Nachtrag Dez. 2024: Ich bekam vom Kollegen die US-Blu-Ray von Shout Factory geschenkt. Das Upgrade auf Blu-Ray hat sich gelohnt. Die Bildqualität ist deutlich besser, es gibt englische Subs, exklusive Extras und ein Wendecover. Alles in allem nahm ich die Bildqualität aber als leicht zu dunkel war, für meinen Geschmack. Aber dennoch um Welten ansehnlicher, als bei der alten deutschen DVD. Ich mag den Film noch immer. In der 1. Hälfte, die ruhiger ist, wird langsam quälend Stimmung generiert. Die 2. Hälfte gehört dann dem Monster und den tollen Spezialeffekten von Stan Winston, der auch Regie führte. Und Lance Henriksen sehe ich immer gerne. 

Sonntag, 28. April 2024

Strange Dreams

Strange Dreams

Story:

Die junge Sarah (Julia Sarah Stone), eine Ausreisserin, nimmt an einer Schlafstudie teil. Mit ungeahnten Folgen…

Meine Meinung:

Strange Dreams lag einige Jahre ungesehen rum. Ich glaube, ich wurde dazumal durch ein Filmforum auf den kanadischen Film aufmerksam. Nun kam es zur Sichtung und am Ende muss ich sagen, dass viele Emotionen vorhanden sind. Strange Dreams war schon ein ziemlich abgefahrenes Erlebnis. Es ist gut, so wenig wie möglich über den Film zu wissen und bei dem Inhalt und Ende, lohnt es sich auch, den Film wiederholt zu schauen.

Anfangs war ich etwas skeptisch, da mir die Hauptfigur zunächst nur wenig gefiel. Aber der Film nimmt sich für die Figuren, den Plot und den Verlauf Zeit. Das Schauspiel von Julia Sarah Stone und auch allen anderen war hervorragend. Der Film, eine Art Arthouse-Sci-Fi-Bodyhorror-Variante im Stranger Things Retro-Stil (Junge Frau, Fahrrad, Experimente, Kleinstadt, Einsatz von Synth-Musik), wird langsam erzählt. Der Film ist in Kapitel unterteilt.

Ich fühlte mich anhand diverser Momente/Szenen nebst Stranger Things an David Cronenberg, A Nightmare on Elm Street, Nightwish, Drive oder It Follows erinnert. Das war schon ein ganz schönes Stück Film. Intensiv, fesselnd, teilweise herrlich stimmungsvoll. Es gab 1-2 Momente, wo es mir wirklich eiskalt den Rücken runterlief und wo durch Bilder, Stimmung und Musik eine extrem grosse Spannungsblase aufgebaut wurde. Die Kameraführung und Optik waren hervorragend.

Die besten Momente hat der Film im Mittelteil. Als die Beziehungselemente in den Vordergrund treten, verliert der Film für einige Momente etwas von seiner Kraft.  Ich hätte z.B. gerne gewusst, was in der Klinik passiert ist und wie es dort weiterging. Aber man hat sich dann auf den anderen Verlauf konzentriert. Am Ende wird sowieso alles über Bord geworfen. Es wird spannend sein, bei einer 2. Sichtung zu schauen, ob es schon während dem Plot Hinweise auf das Ende gibt. Das Ende wird nicht jedem gefallen. Ich finde es aber gut, dass die Filmemacher damit Mut bewiesen haben.

Fazit: Einer der besten neuen Horrorfilme der letzten Jahre!

Infos:

O: Come True

Kanada 2020

R: Anthony Scott Burns

D: Landon Liboiron, Skylar Radzion, Julia Sarah Stone, Tiffany Helm, Chantal Perron, Tedra Rogers, Carlee Ryski

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 105:07 Min.

Gesehen am: 17.02.24

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Koch Films vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs.

Donnerstag, 25. April 2024

You'll Never Find Me

Brugggore Filmfestival 2024 Spezial

You'll Never Find Me

Story:

Patrick (Brendan Rock) lebt einsam auf einem Wohnwagen-Park. Draussen tobt ein starker Sturm. Plötzlich klopft es mitten in der Nacht an der Türe. Er öffnet und da steht eine ihm unbekannte, junge und total durchnässte Frau (Jordan Cowan)…

Meine Meinung:

You'll Never Find Me ist ein australischer Genre-Beitrag von einem Regie-Gespann. Ein Slowburner und ein Kammerspiel. Die Ausgangslage ist spannend. You'll Never Find Me nimmt sich dabei viel Zeit. Der Film lebt von seinen zwei tollen und überzeugenden Hauptdarstellern Brendan Rock und Jordan Cowan. Brendan Rock hat dabei schon mehrfach mit den Regisseuren zusammengearbeitet. Der Film und Plot sind dabei spannend, mysteriös und unheimlich. Und sehr stimmungsvoll. Das Ganze ist toll gefilmt und stark in Szene gesetzt. Der Sturm passt perfekt zu dem Setting.

Obwohl es ein ruhiger Film mit vielen Dialogen und wenig «Action» ist, wird der Film nie langweilig. Mir haben die ersten ¾ des Filmes sehr gut gefallen. Eine Spannung ist konstant vorhanden. Das letzte Viertel reisst den Film aber nach unten - die Qualität nimmt ab. Gewisse Elemente fand ich schade und enttäuschend. Auf der anderen Seite blieb ich beim Abspann auch ratlos zurück. Was sollte das denn? Und wie war das jetzt gemeint? Richtige Antworten gibt es meiner Meinung nach nicht, nur Andeutungen. Da kann der Zuschauer Interpretieren. Zuweilen gab es fast Maniac Vibes.

Optisch, technisch und schauspielerisch war auch das letzte Viertel stark anzusehen, nur inhaltlich nahm die Qualität meiner Meinung nach ab. Da hätte ich ein anderes Ende befriedigender gefunden. Schade um die ersten ¾ des Filmes, die wirklich sehr fesselnd und ansehnlich waren. Ein gutes Beispiel, wie ein Ende einen Film kaputt machen kann. Das ist natürlich immer Geschmackssache, aber in dem Fall hat es mich gestört.

Fazit: Lange sehenswert, gegen Ende flacht der Film aber ab…

Infos:

O: You'll Never Find Me

Australien 2023

R: Josiah Allen, Indianna Bell

D: Brendan Rock, Jordan Cowan, Elena Carapetis, Angela Korng

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Am Brugggore Filmfestival 2024 gesehen, Uncut und im O-Ton. Erscheint in Deutschland am 9. Mai 2024 auf DVD und Blu-Ray.