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Mittwoch, 10. Juli 2019

Update

Neuer NIFFF Bericht, neue Reviews und Ergänzung

 

 

- Neuer NIFFF Bericht und Bilder mit Takashi Miike = HIER Klicken



Hier gibt es eine Foto Ergänzung:

- Stars



Neue Reviews:

- Srigala

- All the Gods in the Sky (NIFFF 2019 Spezial)

- Why Don't You Just Die! (NIFFF 2019 Spezial) 



Tag 5 NIFFF Bericht

Heute ist der erste Tag, an welchem ich alleine am NIFFF weilte. Da ich die Reviews zu den Filmen von gestern bereits in der Nacht schrieb, konnte ich es heute locker nehmen und ausspannen. Das hiess bis am Mittag schlafen. Danach holte ich Verpflegung und ging essen. Ich erhielt gestern einen Tipp der besagte, dass heute Takashi Miike zwischen 14.00-15.00 Uhr diverse Interviews geben würde (wohl in der Passage 1). Mein Ziel war es, ab ca. 13.00 Uhr dort zu verweilen um zu lesen und nach ihm Ausschau zu halten.

Doch würde er alle Cover, welche ich mitschleppte signieren? Hatte er Zeit, wenn er Interviews gab oder gab es Zeitdruck? War diese Info öffentlich (ich fand auf der NIFFF HP nichts dazu – auch nicht auf FB, Twitter und Instagram)? Wenn ja, würden dann nicht viele Fans davon Gebrauch machen wollen?

Nachdem Mittagessen schlenderte ich bereits das erste Mal Richtung Passage 1 und wer sass dort und rauche eine Zigarette? Takashi Miike, der zu dritt (u.a. mit der Produzentin von First Love) an einem Tisch sass. In der Menge und niemand schien ihn zu kennen. Ich ging gleich hin, fragte nach Autogrammen und erhielt diese plus zwei Fotos.

Er war sehr ruhig, wirkte nicht schüchtern, sprach gut Englisch (und kommentierte die 30 Cover gegenüber der First Love Produzentin, wobei er bei einigen Covern sichtlich Freude hatte). Ohne zu maulen hat er alle 30 Cover/Boxen signiert und mir damit eine grosse Freude gemacht, nachdem ich ihn vor zwei Jahren am NIFFF verpasste!

Cool! Cool ist auch, dass ich die ganzen Boxen und Cover von nun an nicht mehr mitschleppen musste! Am Nachmittag ging ich am See lesen um danach im Hotel das indonesische Freitag der 13. Remake Srigala zu schauen. Heute standen nämlich nur zwei Filme auf dem Programm, die beide spät starten sollten (ca. 22.00 Uhr und ca. 01.00 Uhr). 

Schön war auch, dass heute die besten Filme auf dem Programm standen: All the Gods in the Sky sowohl Why Don't You Just Die! landen beide auf der Wunschliste! Die ersten Filme vom NIFFF 2019, die ich auch zu kaufen plane! 









Srigala Review




Srigala

Story:

Schatzjäger (Schatz soll in einem See versteckt sein) und Camper werden von einem unbekannten Killer dezimiert…

Meine Meinung:

Srigala ist ein Anfang 80er Jahre Horrorfilm aus Indonesien, der im Vergleich zu anderen Filmen seiner Art ausserhalb des Landes nur wenig bekannt wurde. Soweit bekannt gibt es ausserhalb Indonesiens keine Fassungen zum Film (mehr dazu unter Fassungen). Da waren anderen Filme aus Indonesien bekannter (The Queen of Black Magic, Mystics in Bali, Special Silencers, The Warrior plus Fortsetzungen etc.).

Dass man den Film hier und da trotzdem kennt verdankt man dem Internert, Youtube, Sammlern und der Tatsache, dass der Film zu gewissen Teilen ein dreistes Ripp-off von Freitag der 13. darstellt. Man kann Srigala sogar als inoffizielles Remake von Freitag der 13. betiteln. Das ist nicht falsch, wenn man sich das Setting und vor allem die letzte halbe Stunde des Filmes anschaut.

Zunächst gibt es einige Abweichungen: Schatzsucher, Motorboot Action (inklusive Stunts und Explosionen), 1-2 sogar so etwas wie Martial Arts und Kampfszenen bis dann Mal ne Leiche im See gefunden wird. Starten tut der Film mit einer Gore-Szene – ein Mann wird in der Ego Shooter Perspektive getötet. Danach ist erst Mal Ruhe angesagt.

Der Film kommt nicht an Freitag der 13. ran und auch in Sachen Blutgehalt sollte man sich keine Hoffnungen machen. Überraschenderweise ist der Film harmlos: die Morde sieht man zu 90% nicht da im off screen stattfindend, Bildqualität viel zu schlecht und dunkel und/oder die Fassung auch zensiert scheint (mehr dazu unter Fassungen).

Erst gegen Ende wird es dann ein 1:1 Remake. Die letzten 20-30 Minuten sind dann quasi aus Freitag der 13. gestohlen und damit erlangte der Film international auch Aufmerksamkeit. Barry Prima, der eine der Figuren spielt (Nebenrolle), ist sicherlich, zumindest für europäische Film-Fans, der bekannteste Name.

Er, der in die Rolle von Jaka schlüpfte in The Warrior (wer Film sehen will, sollte die US Disc von Mondo Macabro kaufen) und den Fortsetzungen oder in bekannten Filmen wie Special Silencers, Primitif (indonesischer Beitrag zur Italo Kannibalen-Film Welle) oder The Devil’s Sword (gibt es eine wunderbare Fassung von Mondo Macabro).

Regisseur Sisworo Gautama Putra war, zumindest wenn man seine Filmographie anschaut, gerne im Horrorgenre zu Hause. Da tummeln sich Filme wie (die z.T. bereits erwähnten): Primitif, The Warrior, Ghost with Hole (1982), Satan's Slave (der ein Remake erhielt = HIER KLICKEN), The Snake Queen (1982 plus die zwei Fortsetzungen zum Film), White Crocodile Queen (1987) oder Samson & Delilah (dessen Korea VHS mir ein Sammler aus Genf für über 600 USD wegschnappte).

Fazit: Wer das obskure, seltene und bizarre Kino aus Indonesien mag, kann sich Srigala problemlos ansehen! Sehr schade, dass es davon scheinbar keine sehenswerte und brauchbare (und unzensierte) Fassung zu geben scheint…

Infos:

O: Srigala

Indonesien 1981

R: Sisworo Gautama Putra

D: Dorman Borisman, Lydia Kandou, Barry Prima

Laufzeit der Originalfassung: Ca. 85 Min.

Gesehen am: 09.07.19

Fassungen: Film via Youtube gesehen = durchschnittliche bis schlechte, zu dunkle und unscharfe Bildqualität, auf Indonesisch und ohne Subs. Fassung sah in einzelnen Szenen bewusst zensiert (Gewaltschnitte) aus. Ob dies auch auf Original-Fassungen aus Indonesien zutrifft, ist mir nicht bekannt. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2019). In Indonesien soll es den Film mind. auf VCD geben (Qualität soll schlecht sein und Fassung einen zensierten Eindruck machen = dürfte als Master für die Youtube Fassung gedient haben). Ausserdem gibt es Film auch in Malaysia auf VCD.

Why Don't You Just Die! Review

NIFFF 2019 Spezial



Why Don't You Just Die!

Story:

Andrey (Vitaliy Khaev) ist ein Detektiv und ein berühmt berüchtigter dazu. Eines Tages klingelt es an der Türe - ein junger Mann namens Matvey (Aleksandr Kuznetsov) stellt sich vor. Er sei der Freund von Andreys Tochter Olya (Evgeniya Kregzhde) und wolle auf sie warten. Matvey verhält sich jedoch merkwürdig und als Andrey entdeckt, dass Matvey einen Hammer bei sich hat, dauert es nicht lange, bis sich beide aufs Blut bekämpfen. Doch was steckt dahinter? Blut fliesst – und es sollte nicht das einzige Blut werden, welches an diesem Tag fliessen wird…

Meine Meinung:

Why Don't You Just Die! hat mir, wie der erste Film an diesem Tag (All the Gods in the Sky), bisher am besten gefallen und landet auch auf der Wunschliste. Mit russischen Filmen kenne ich mich kaum aus. Why Don't You Just Die! fetzt aber von der ersten Sekunde an (18er Freigabe Einblendung) und Blut und Gewalt stehen ganz weit oben nebst viel derbem schwarzem Humor.

Gewalt und Spass gehen hier Hand in Hand – made in Russia. Und das passt perfekt zusammen! Der Film, der sich nicht ernst nimmt und der comicartig total übertrieben ist, ist mehr als gewalttätig. Es gibt in der Tat viel Blut und was einzelne Szenen angehen, braucht man sich nicht hinter Hostel und Co. zu verstecken.

Der Film ist quasi in drei Abschnitte gegliedert (da drei Personen dem Vater und Detektiv ans Leben wollen). Erklärt werden die Motive in Rückblenden und am Ende endet alles in einem Fiasko. Höchst unterhaltsam und sicher auch geeignet, mehrfach geschaut zu werden da einfach spassig, nicht langweilig, Mal was Anderes und auch optisch und vor allem die Kameraführung und Musik betreffend auch stark und sehens- und hörenswert.

Man kann sogar öfters von amüsanten Zufällen und Situationskomik sprechen. Vorsehbar ist der Film und Verlauf definitiv nicht. Langweilig auch nicht. Mehr schwer abwechslungsreich, kurzweilig und unterhaltsam. Die Darsteller haben mir alle durch die Bank sehr gut gefallen, starke Leistungen. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass Kirill Sokolov mit Why Don't You Just Die! seinen ersten Feature-Film abgeliefert hat (zuvor drehte er Kurzfilme).

Fazit: Brutal spassig und extrem unterhaltsam!

Infos:

O: Papa, sdokhni

Russland 2018

R: Kirill Sokolov

D: Aleksandr Kuznetsov, Vitaliy Khaev, Evgeniya Kregzhde

Laufzeit der Originalversion: Ca. 95 Min.

Gesehen am: NIFFF 2019

Fassungen: Gesehen am NIFFF im O-Ton mit u.a. englischen Subs. Es gibt noch keine DVD/Blu-Ray und/oder deutsche Fassung (Stand: Juli 2019).

All the Gods in the Sky Review

NIFFF 2019 Spezial




All the Gods in the Sky

Story:

Der 30jährige Fabrik-Arbeiter Simon (Jean-Luc Couchard) lebt zusammen mit seiner behinderten Schwester Estelle (Melanie Gaydos ) auf dem Land. An dem Zustand seiner Schwester ist Simon schuld, als es, als beide jünger waren, zu einem Unfall beim Spielen kam (durch Revolverschuss). Simons Gewissen wird von Depressionen und Schuldgefühlen aufgefressen. Seit Simon ein Jugendlicher ist, ist er überzeugt, Signale von einer anderen Welt zu erhalten. Simon ist überzeugt, dass diese seine Schwester und ihn retten werden…

Meine Meinung:

All the Gods in the Sky ist der bisher beste Film am NIFFF 2019 der sogar auf der Wunschliste landet! Nach fünf Tagen der erste NIFFF Film, den ich auch in die Sammlung aufnehmen werde. Es handelt sich um einen schrägen, speziellen Film, den man mehrfach schauen sollte, um neue Details zu erfahren. Man kann dem Film sogar Arthouse-Elemente unterstellen und der Film hat mich gefesselt und war in seiner Radikalität intensiv und interessant.

Inhaltlich wusste ich nur wenig und der Film stellt das Regiedebüt von Regisseur Quarxx dar. Und für ein Regiedebüt ist der Film mehr als gelungen. Bei Quarzz dürfte es sich um einen Künstlernamen (?!) handeln. Mehr Hintergründe zum Regisseur kenne ich nicht.

Der Film hat inhaltlich zunächst etwas von Save the Green Planet und somit hält sich eine Spannung aufrecht. Spinnt Simon oder werden er und seine behinderte Schwester Estelle, um welche er sich kümmert, von einer höheren Macht und/oder Aliens gerettet?

Die Spannung hält lange an und das Ende ist, diesbezüglich offen bzw. unklar. Man kann mutmassen und das wird nicht jedem Zuschauer gefallen. Es gibt einige Nebenplots und Figuren, die für sich gesehen mit der Hauptgeschichte nichts zu tun haben und diese, nüchtern betrachtet, auch nicht weiterbringen und/oder für diese wichtig sind.

Aber auch diese Szenen könnten eventuell bei wiederholtem Schauen Aufschlüsse oder neue Details verraten, die vielleicht doch wichtig sind für die Geschichte…deshalb freue ich mich schon jetzt, den Film ein 2. Mal zu sehen.

Die Darsteller sind durch die Bank überzeugend und glaubhaft. Melanie Gaydos, welche die «Behinderte» spielt, leidet an der gleichen Krankheit wie Michael Berryman (The Hills Have Eyes) und war daher die perfekte Wahl, die ans Bett gefesselte und kognitiv beeinträchtige Schwester zu spielen. Mutige Leistung. In dieser Hinsicht (Pflegefall) gibt es auch ungeschönt einige Szenen zu sehen, die Personen, die nicht aus dem Pflegeberiech kommen, z.T. anekeln könnten.

Interessante Nebenplots, die für die Story relevant sind, sind der Arbeitsplatz von Simon (und wie er sich dort verhält) und die Tatsache, dass man seine Wohnung und Pflege von extern überprüfen lassen will, um ggf. die Pflege selbst und nicht mehr durch Simon durchzuführen zu lassen (was er natürlich nicht will).

Der Film ist allgemein technisch gut gemacht, spannend, stimmungsvoll (immer wieder werden Flashbacks von Planeten, der Sonne, dem Weltall etc. gezeigt, um die «Save the Green Planet» These aufrechtzuerhalten), schön gefilmt und hier und da trotz allem auch schwarzhumorig (wobei es sogar Szenen gab, wo niemand lachte, da so grotesk und/oder verstörend).

Fazit: Radikales Kino wie es nur aus Frankreich kommen kann! Film, mit offenem, unklarem Ende und vielen Hinweisen/Details/Symbolen/Nebenplots/Figuren, der sich sicherlich lohnt, mehrfach geschaut zu werden um neue Verknüpfungen und Links zu entdecken!

Infos:

O: Tous les dieux du ciel

Frankreich 2018

R: Quarxx

D: Jean-Luc Couchard, Melanie Gaydos, Zelie Rixhon, Thierry Frémont, Albert Delpy

Laufzeit der Originalversion: Ca. 110 Min.

Gesehen am: NIFFF 2019

Fassungen: Gesehen am NIFFF im O-Ton mit englischen Subs. Es gibt noch keine DVD/Blu-Ray und/oder eine dt. Fassung (Stand: Juli 2019).