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Mittwoch, 18. September 2019

Update

Neuer Neukauf und neue Reviews

 

 

- Neuer Neukauf




- Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert 

- The Raid (komplett überarbeitet)

- The Raid 2 (komplett überarbeitet)

- Die Hölle der lebenden Toten (zu Ehren von Franco Garofalo)



Neukauf









Nightwish
Endlich! Nachdem die VHS die bisher beste Fassung zum Film darstellte (siehe Review), gibt es nun eine würdige Fassung. Die neue US-Blu Ray aus den USA von Unearthed Films kommt mit Schuber, Booklet, neuem 4K Master und Uncut daher. Dazu gibt es exklusiv einen Kommentar mit dem Produzent zum Film und Unearthed Films Boss Stephen Biro. Da freue ich mich, den Film zukünftig mit einer tollen Bildqualität geniessen zu dürfen, in welcher die spektakulären Effekte voll zu Geltung kommen dürften! Die Blu-Ray wurde im Sept. 2019 veröffentlicht. Ich hatte diese seit Mai 2019 vorbestellt gehabt.

 

Die Hölle der lebenden Toten Review





Die Hölle der lebenden Toten

Story:

Eine Spezialeinheit (u.a. Franco Garofalo) bekommt es im neusten Job mit einem tödlichen Virus zu tun, welches Menschen in zombieähnliche Kannibalen mutieren lässt…

Meine Meinung:

Zu Ehren des Ital. Genre Darstellers Franco Garofalo, der bereits Ende August an Lungenkrebs starb, gab es eine Neusichtung und ein überarbeitetes Review zum Bruno Mattei Zombieheuler Die Hölle der lebenden Toten. Den Film hatte ich lange als mässig in Erinnerung. Die Erstsichtung war viele Jahre her (plus 10-15 Jahre) und ich wusste kaum mehr etwas.

Erst Dank der deutschen Sprachfassung, die sicherlich durch die Qualität der Sprecher mithalf, empfand ich den Film als sehr gut. Der Film war besser und auch deutlich blutiger und effektegeladener, als ich dies in Erinnerung hatte. Langweilig ist das Werk auch nicht – im Gegenteil: simple, gut zusammen geklaute Story. Bruno Mattei war halt auch ein Meister seines Fachs.

Der Regisseur von Filmen wie Robowar und Co. machte hier alles richtig: die Story erinnert mehr als nur einmal, auch von Szenenfolgen und Dialogen, an George A. Romeros grossen Zombieklassiker Dawn of the Dead. Da dieser ein Welterfolg wurde, stahl Mattei auch die bekannte Goblin Musik aus Dawn of the Dead, um diese in seinen Film einzufügen. Und: dies steht dem Film natürlich gut. Goblin Musik, Euro-Cult Zombiefilm = geht immer. Grosses Plus.

Die Darsteller, mir allesamt unbekannt, machen einen soliden Job. Mattei verwurstet mehrere Themen, die Erfolg versprechen sollten: Sozialkritik (Umweltschutz – aktueller denn je, wenn man die Medien heute anschaut), Zombies, Mondo-Inhalte. Letzteres sind Szenen, die Mattei aus Naturdokumentationen und/oder Ital. Mondos in den Film geschnitten hat. Dies reicht von harmlosen Tier/Naturaufnahmen zu Tiersnuff und zu einigen ekligen Riten von afrikanischen Stämmen (glaube einige Szenen stammen aus Castiglioni* Mondos) die natürlich so richtig zur damaligen Zeit passten (Mondos, Ital. Kannibalenfilme).

* Gebrüder Alfredo Castiglioni und Angelo Castiglioni

Die handgemachten Zombie-Make-Up Masken, Wunden, Fratzen und Splattereffekte sind deutlich blutiger und besser getrickst als ich in Erinnerung hatte. Wer den roten Lebenssaft gerne strömen sieht, ist in diesem Film gut aufgehoben, da es einige sehenswerte Effektekreationen zu bestaunen gibt.

Fazit: Einer der besseren Ital. Zombie-Filme aus der Zeit und einer der besten Filme von Bruno Mattei!

Infos:

O: Virus

Italien, Spanien 1980

R: Bruno Mattei, Claudio Fragasso

D: Margit Evelyn Newton, Franco Garofalo, Selan Karay, Robert O'Neil, José Gras, Gaby Renom

Laufzeit der XT-DVD: 96:28 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 17.09.19

Fassungen: Mir lag die «österreichische» DVD von XT-Video vor. Gekauft da Ital. Ton und Subs. Habe das Ding aber in Deutsch geschaut und die deutsche Sprachfassung ist von astreiner Qualität (viele bekannte, professionelle Sprecher von dazumal), welche den Film zusätzlich, wie so oft im Ital.-Genre der damaligen Zeit, aufwerten. Die Bildqualität ist auch sehr gut, Film Uncut und ohne Frame-Cuts (wie dies in späteren Blu-Ray Fassungen der Fall war).

The Raid 2 Review


NIFFF 2014 Spezial






The Raid 2

Story:

Undercover-Cop (Iko Uwais) begibt sich mehrere Jahre in den Knast, um das Vertrauen eines Gangsters zu gewinnen, dessen Leibwächter er nach Gefängnis Entlassung wird. Er plant, einerseits die Gangster schachmatt zu setzen wie auch den Tod seines Bruders zu rächen…

Meine Meinung:

Vor fünf Jahren sah ich The Raid 2 am NIFFF. Damals war ich, trotz meiner alten, guten Kritik, etwas enttäuscht von dem Film. Dies sehe ich heute anders. The Raid 2 braucht sich hinter Teil 1 nicht verstecken und trotz mehrfacher Sichtung muss der Film als überdurchschnittliches Action-Fest gewertet werden.

Aus Teil eins kehrten zurück: Regisseur Gareth Evans, Iko Uwais (der männliche Star und Hauptrolle), Yayan Ruhian (spielte in Teil eins Mad Dog – spielt nun einen anderen Charakter), der Verräter aus Teil eins (mit den weissen Haaren und wird in den ersten Minuten des Filmes getötet) sowie Ikos Filmbruder aus Teil eins (auch er stirbt gleich zu Beginn des Filmes und bietet danach das Rachemotiv für die von Iko gespielte Figur).

Die Story spielt nach Teil eins und die Story ist, wie schon in Teil eins, nur Mittel zum Zweck und nicht originell. Sie ist aber eine Schwächung im Vergleich zu Teil eins. Nach dem grossen Erfolg von Teil eins und sicherlich mehr Budget wollte Gareth Evans ein episches Gangster-Actionfest auf die Menschheit loslassen mit einer stolzen Laufzeit von 150 Minuten. Doch die Story ist dafür viel zu «billig» so dass es auch Längen gibt. Die Story bietet zudem alle B-Action-Film Klischees, die man sich nur vorstellen kann (Undercover Cop, Vater-Sohn Missgunst, Verrat, diverse Clans, die gegeneinander hetzen etc.). Da hätte man zugunsten einer kürzeren Laufzeit auf einige Story-Plots verzichten sollen. Zwar gibt es deutlich mehr Settings als in Teil eins (spielt ja praktisch nur in einem Hochhaus), doch eine Spannung ist nie vorhanden. Zu keiner Sekunde.

Heuer finde ich den Film jedoch gleich gut wie Teil eins! Woran das liegt? An der sagenhaft sehenswerten und abwechslungsreichen Action, die den Film, trotz schwacher Story und hier und da Längen, auf dasselbe Niveau hievt wie Teil eins. Das Budget und Können der Macher in Sachen Actionsequenzen sieht man dem Werk in jeder Szene an. Mit Blut, originellen Waffen und Tötungsideen und gebrochenen Knochen à la Steven Seagal inklusive Auto-Crashs, krassen Stunts und knüppelharten Fights wird der Action- bzw. Martial Arts Fan belohnt! Und davon gibt es eine Menge.

Zwar sind einige der Szenen comicartig übertrieben (auch die Killer), doch das tut dem Unterhaltungswert keinen Abbruch. Selten gelingt gar ein epischer Moment (das «Ende» von «Mad Dog» im Schnee) und vor allem gegen Ende toppt sich der Film immer wieder, was Actionszenen angehen. Die letzten 40 Minuten sind quasi ein Daueraction-Feuerwerk. Im alten Review habe ich die Kameraarbeit bemängelt. Davon krebse ich inzwischen zurück. Die Kamera ist nicht zu schnell und/oder verwackelt, sondern während einer Szene bewegt sie sich, nicht selten, um eine Actionszene herum, so dass damals im Kino der Eindruck entstand, «es sei eine Wackelkamera». War wohl ein Versuch, sich aus den Action-Szenen aus Teil eins abgrenzen zu können (oder ein Stilmittel).

Optisch ist der Film toll anzusehen und wer es gerne knüppelhart und kompromisslos mag (Action-Szenen mit oder ohne Waffen), wird mit dem Actionfest The Raid 2 mehr als belohnt! Nur in Sachen Story sollte man keine Erwartungen hegen und sich hier und da auf Längen einstellen…

Fazit: Uneingeschränkt zu empfehlen – wohl bleibt eigentlich The Raid 3? Darf gerne kommen…

Infos:

O: Serbuan maut 2

Indonesien, USA 2014

R: Gareth Evans

D: Iko Uwais, Yayan Ruhian, Raiden Integra, Donny Alamsyah, Julie Estelle, Tio Pakusodewo

Laufzeit der UK Blu: 150:13 Min.

Gesehen am: NIFFF 2014 / Review überarbeitet am: 04.07.19

Fassungen: Zu empfehlen: die UK Blu-Ray von Entertainment One = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. In D Uncut von Koch Media zu haben.

The Raid Review




The Raid

Story:

Ein SWAT Team (u.a. Iko Uwais) soll in einem schäbigen Viertel ein Hochhaus stürmen, welches von einem Gangsterboss und seinen Männern bewohnt wird. Ziel ist es, den obersten Gangsterboss zu schnappen. Dieser wird jedoch von unzähligen Gangstern, und vor allem von seiner rechten Hand, Mad Dog (Yayan Ruhian), gut bewacht…

Meine Meinung:

Nach dem indonesischen „Ong Bak“ Verschnitt Merantau, der mir schon gut gefallen hat, legt Regisseur Gareth Evans nach und bringt mit The Raid einen erstklassigen Actionfilm, der Merantau in allen Belangen überlegen ist! Aus Merantau bringt Gareth Evans auch gleich seinen talentierten Hauptdarsteller Iko Uwais mit, der hier die Hauptrolle spielt und in dieser ernsten und sehr actionbetonten Rolle absolut zu überzeugen vermag. Ein neuer Action-Star ist geboren.

So wundert es nicht, dass Iko Uwais danach nicht nur in der Fortsetzung, sondern auch in weiteren Actionfilmen zu sehen war (Man of Tai Chi, Headshot, in einem der neuen Star Wars Filme, The Night Comes for Us oder in Triple Threat). Das gleiche gilt für Yayan Ruhian, der Mad Dog spielt. Er spielte nebst Fortsetzung (jedoch andere Rolle) auch in diversen Action-Filmen mit (Hit & Run, John Wick: Chapter 3 – Parabellum, Beyond Skyline oder in Takashi Miikes Yakuza Apocalypse). Regisseur Gareth Evans liess es hingegen ruhiger angehen. Was ihn betrifft, würde mich nur Apostle (2018) reizen – leider ein Netflix-Film.

The Raid, der nun auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist natürlich nicht mehr so intensiv wie bei Erstsichtung, was die Gefühlslage und Staunen (ähnlich wie bei Filmen wie Ong-Bak und Co.) beim Zuschauer angehen. Dennoch muss der Film als überdurchschnittlicher Action-Film angesehen werden, der höllisch viel Spass macht – auch bei mehrfacher Sichtun, auch heute noch. 

Die Story, die an Dredd und umgekehrt erinnert, ist schwach (Mittel zum Zweck), aber das ist sie in vielen solchen Filmen und mehr erwarte ich auch nicht. Mehr wäre schade gewesen und man hätte weniger Zeit gehabt, die starken und abwechslungsreichen Actionszenen zu präsentieren. Das ist also, zumindest für meinen Geschmack, nicht wirklich negativ zu werten. Mehr neutral. Nebst Star Iko Uwais werden nur 2-3 andere Figuren stärker charakterisiert, der Rest in Kanonenfutter. Andere Figuren: Gangser-Boss, dessen rechte Hand Mad Dog, Ikos Chef (der sich spektakulären Kampf gegen Mad Dog liefert), der oberste Chef (Verräter) und Ikos Film-Bruder.

Ich mochte die klaustrophobische Stimmung rund um das Eingeschlossen sein im Hochhaus voller Feinde. Ich mochte die engen Kämpfe im Korridor. Der Film legt auch nicht gleich los, sondern startet langsam, intensiv und sehenswert. Regisseur Gareth Evans hat den Film stimmungsvoll und spannend inszeniert. Das Unheil liegt von der ersten Sekunde an in der Luft, die Spannung steigt und steigt. 

Technisch ist der Film eine Wucht – die Kameraarbeit ist stark und übersichtlich (vor allem wichtig in Sachen Action und Choreographie) und es waren fähige Männer (und Martial Arts Experten) die die Actionszenen besorgt haben. Keine Wackelkamera, ultrabrutal und abwechslungsreich. Zuerst Feuerwaffenaction, welche dann ab ca. 40 Minuten Handkämpfen (und mit vielen Waffen, die schmerzen) weicht. 

Fazit: Grosses Action-Kino welches ich jedem Martial Arts Film-Fan nur empfehlen kann!

Gefolgt von: The Raid 2

Infos:

O: Serbuan maut

Indonesien, Frankreich, USA 2011

R: Gareth Evans

D: Iko Uwais, Joe Taslim, Donny Alamsyah, Yayan Ruhian, Pierre Gruno, Ray Sahetapy

Laufzeit der US-Blu Ray: 100:37 Min.

Gesehen am: Aug. 2012 / Review überarbeitet am: 03.07.19

Fassungen: Mir lag die US-Blu Ray von Sony vor = Uncut, O-Ton, englische Subs. Unrated Fassung (= Uncut) und zensierte US-Kinofassung. Musik = Originalscore oder US-Score auswählbar. Bild- und Tonqualität sind sehr gut. In D Uncut von Koch Media erschienen.

Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert Review





Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert

Story:

Commissario Bonavia (Martin Balsam) kämpft in einer korrupten Welt gegen Mafia-Gangster Lommuno (Luciano Catenacci) an. Dreimal hat er ihn schon verhaftet, jedes Mal wurde Lommuno freigesprochen. Nun versucht Bonavia mit unorthodoxen (und illegalen Mitteln) an Lommuno ranzukommen. Doch der Fall landet auch bei Staatsanwalt Traini (Franco Nero), der ebenfalls ermittelt (jedoch ohne illegale Machenschaften) – die zwei ungleichen Typen kommen sich beim Aufklären des Falles gegenseitig in den Weg…

Meine Meinung:

Weiteres Meisterwerk von Damiano Damiani (Allein gegen die Mafia, Das Verfahren ist eingestellt: Vergessen Sie's!) welches ich jedem Poliziotteschi-Fan nur empfehlen kann. Wer die Arbeiten von Damiano Damiani kennt weiss, dass in diesen Actionszenen nicht im Mittelpunkt stehen. Diese werden oft zugunsten des Inhaltes reduziert – was aber nicht negativ gemeint ist und sich auch nicht negativ auf die Filme auswirkt.

Dies trifft auch auf Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert (was für ein toller deutscher Titel) zu: Action gibt es kaum, dafür eine spannende, amüsante, interessante und sozialkritische Story mit tollem Traum-Cast. Das Ende, die pessimistische und zynische Art und Weise, wie Damiano Damiani seine Geschichten filmisch erzählt, sind einfach ein Genuss.

Dazu kommt das perfekte Zusammenspiel und herrlich amüsante Wortgefechte von Franco Nero (Die Klette) und Martin Balsam* (seine beste Rolle, welche ich bisher in dem Genre von ihm sah), die zwei sehr unterschiedliche Figuren darstellen. Und auch die Bösewichte sind herrlich schmierig und toll anzusehen, auch wenn ich diese namentlich (die Schauspieler) nicht kenne. Dazu kommt ein schöner Soundtrack von Riz Ortolani (Killer Crocodile), was will man mehr?

* spielte in einigen Poliziotteschi-Titeln mit: Allein gegen die Mafia (Serie), Höllenhunde bellen zum Gebet, Tote pflastern seinen Weg, Die wilde Meute oder Im Dutzend zur Hölle

Fazit: Kracher, Highlight = kaufen!

Infos:

O: Confessione di un commissario di polizia al procuratore della repubblica

Italien 1971

R: Damiano Damiani

D: Franco Nero, Martin Balsam, Marilù Tolo, Claudio Gora, Luciano Catenacci, Giancarlo Prete

Laufzeit der dt. Blu: 105:59 Min.

Gesehen am: 30.06.19

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von filmArt vor = DVD/Blu-Ray Combo mit Booklet, Uncut, Deutsch/Ital./Englisch mit Subs (dt. Synchro erstklassig und zu empfehlen). Einige Stellen, die zu VHS Zeiten cut waren, liegen nur mit deutschen Subs vor. Die Bildqualität ist ausgezeichnet.