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Sonntag, 9. Juni 2024

Horrible

Horrible

Story:

Mikos Stenopolis (George Eastman) wird verletzt aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Dort fallen den Ärzten gewisse Abnormalitäten auf (Wunden, die viel zu schnell heilen etc.). Mikos erwacht und beginnt einen Amoklauf. Die Polizei versucht ihn aufzuhalten…

Meine Meinung:

Horrible gilt je nach Quelle als Fortsetzung von Man-Eater, da gleiches Genre, Herstellungsland, Regisseur und Hauptdarsteller. Der Plot hat aber nichts mit Man-Eater zu tun und, zumindest laut imdb, spielt George Eastman auch jeweils unterschiedliche Figuren. Die Namen sind anders gelistet, wobei das das erstmal auch wenig heissen mag (wurden die Namen der US- oder der Ital. Fassung verwendet etc.?). Auf jeden Fall ist Man-Eater der bessere Film der beiden Werke.

In den 80ern war der Film, vor allem auch durch den Man-Eater Bezug, die Beschlagnahmung in Deutschland und aufgrund einiger expliziter, blutiger Morde sehr erfolgreich und vor allem bei Euro Cult und Splatter-Fans beliebt. Der Kult hält bis heute an. Ich sah den Film wohl ca. 15 Jahre nicht mehr und der Film konnte mich nicht mehr gänzlich überzeugen und fliegt auch aus der Sammlung. Schlecht ist Horrible nicht, aber bis auf paar vereinzelte Gore-Szenen bietet der Film nichts.

Horrible ist weder stimmungsvoll noch atmosphärisch und der Plot ist nahezu inexistent und die Figuren weder besonders sympathisch noch fühlt man mit ihnen mit. Alles solide, aber halt auch einfach Effekthascherei. Nur das zählte und das ist doch, jetzt ab einem gewissen Alter, relativ unspektakulär. Wäre der Plot interessanter, die Musik prägender oder der Film stimmungsvoller, hätte Horrible richtig gut werden können. So hatten Joe D'Amato (Death Smiles on a Murderer) und George Eastman (Baba Yaga) einfach Glück, vorher Man-Eater, der ein grosser Erfolg war, abgeliefert zu haben. Nicht mehr, und nicht weniger.

Fazit: Auch wenn mir persönlich Horrible nicht mehr sonderlich gefällt, können Horrorfans einen Blick riskieren!

Infos:

O: Rosso Sangue

Italien 1981

R: Joe D'Amato

D: George Eastman, Annie Belle, Charles Borromel, Katya Berger, Kasimir Berger, Hanja Kochansky

Laufzeit der US-DVD: 93:50 Min.

Gesehen am: Juli 2009 / Neusichtung am: 04.04.24

Fassungen: Mir lag die US-DVD von mya Communication vor = Uncut in Englisch oder Ital. ohne Subs (guter Englischer Dub), sehr gute Bildqualität (aber nicht anamorph) bis auf aus der belgischen Fassung eingefügte Handlungsszenen. Die Fassung ist gut schaubar. Die US- und Ital. Version unterscheiden sich. Auf Blu-Ray (z.B. 88 Films aus England, Severin Films aus den USA oder XT-Video aus «Österreich») sind jeweils beide Fassungen enthalten. Die Severin Films sieht für meinen Geschmack auf Review-Seiten (im Vergleich zur 88 Films) zu dunkel aus.

Samstag, 12. August 2023

Deep Blood

Deep Blood

Story:

 

à la Jaws von Steven Spielberg

 

Meine Meinung:

 

Deep Blood sah ich als Kind im deutschen Free-TV (als Shakka – Bestie der Tiefe). Ich wusste kaum mehr was, aber ein nostalgisches Gefühl war vorhanden. Und ältere Tierhorrorfilme können doch nicht wirklich schlecht sein, oder? Leider doch! Deep Blood von Raffaele Donato und Joe D'Amato (Emanuelle in America) lohnt leider nicht. Die Gründe sind schnell erläutert: zu langweilig & zu billig!

 

Deep Blood ist eine dreiste Jaws Kopie. Jedoch war scheinbar kaum Geld vorhanden. Das heisst Effekte (Splatter, Haiangriffe, Fake Haie) dürfen nicht erwartet werden. Es gibt in 2-3 Szenen rote Farbe im Wasser zu sehen, einmal einen toten Fisch und einen toten Hai. Sonst nichts. Sämtliche Unterwasser-Szenen mit Haien sind Aufnahmen aus Dokumentationen (?). Die Szene, in der der Junge im Meer schwimmt, sind in einem Schwimmbad oder Swimming Pool entstanden (was man dank der HD-Qualität noch besser erkennt).

 

Den Film würde ich nicht als schlecht betiteln, sondern als durchschnittlich. Die Figuren waren solide und ok gezeichnet. Ich mag diese Stereotypen, die ihm Film vorkommen. Den über Kinder motzenden, immer verschwitzen alten Cop mochte ich. Eine der Frauen (Co-Star) war ganz nett anzusehen und in einer Szene ist Laura Gemsers (Emanuelle and the Last Cannibals) Rücken zu bewundern. Im Vorspann gibt es Bratwürste zu sehen. Für mich als Fleischfresser nett. Was dem Film halt wirklich fehlte, waren Effekte und Action.

 

Die ersten ¾ des Filmes waren am besten. Das lange Finale ist zäh, lahm und uneffektiv. Die Musik war billig und Sleaze/Schmuddel dürfen nicht erwartet werden. In der Hinsicht hätte der Film verbessert werden können. Aber die Filmemacher wollten halt einen gewinnorientierten Tierhorrorfilm drehen. Billig um möglichst Gewinn zu machen. Da hätte Sleaze/Schmuddel in dem Film wohl gestört und wäre als unpassend empfunden worden. Die Musik hätte aber deutlich besser sein dürfen.

 

Fazit: Schon Cruel Jaws fand ich enttäuschend und Deep Blood ist nochmal eine Nummer langweiliger! Wer Italo. Shark Filme sehen will, sollte sich besser The last Jaws - Der weisse Killer gönnen!

 

Infos:

 

O: Deep Blood

 

Italien 1990

 

R: Raffaele Donato, Joe D'Amato

D: Frank Baroni, Allen Cort, Keith Kelsch, James Camp, Tody Bernard, John K. Brune

 

Laufzeit der US-Blu: Ca. 91 Min.

 

Neusichtung am: 14.07.23

 

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Uncut, hervorragende Qualität, Englisch/Ital. Audio mit englischen Subs. O-Ton ist Englisch. In Deutschland von X-Rated auf Blu-Ray zu haben (Deutsch/Ital. mit deutschen Subs).Obwohl die US-Disc als Region All Disc betitelt wird, ist sie tatsächlich nur Region A.

Montag, 21. November 2022

Images in a Convent Review

 

Images in a Convent

Story:

 

Die junge Isabella (Paola Senatore) wird gegen ihren Willen, im Italien des 17. Jahrhunderts, in ein Kloster gesteckt. Dort soll sie vom Schmutz der Welt geschützt werden. Isabella entdeckt jedoch, dass es im Kloster alles andere als fromm zu und her geht. Es werden Orgien gefeiert und Lust zelebriert. Isabella plant, zu fliehen. Als Gangster (Angelo Arquilla) der Aussenwelt ins Kloster eindringen und zusätzlich ein Exorzist (Donald O'Brien) auftaucht, der dem feuchtfröhlichen Treiben im Kloster ein Ende setzen soll, erschwert dies Isabellas Fluchtpläne…

 

Meine Meinung:

 

Zu Ehren von Nico Fidenco, der Mitte November 2022 verstarb, gab es eine Neusichtung zum Nunsploitation-Streifen Images in a Convent. Den sah ich vor unendlich langer Zeit einmal als alte (zensierte) US-DVD und wusste nichts mehr. Images in a Convent ist besonders für Nunsploitation-Fans geeignet, die es gerne nackt und erotisch mögen. Joe D'Amato (Man-Eater), der oft Erotik, Sex (auch HC) und Horror miteinander verband, schien der richtige Mann für diesen Job!

 

Images in a Convent erzählt einen sehr dünnen Plot. Mit richtigem Horror hat dies kaum zu tun. Der Film legt wirklich viel mehr Wert auf Erotik-Szenen, besonders hervorzuheben sind lesbischer Sex und Selbstbefriedigungsszenen durch Nonnen. Es wurde ursprünglich mehr Szenen gedreht, um die Figuren zu charakterisieren. Diesen wurden dann entfernt (auf der neuen US-Blu-Ray als Bonus drauf). Ich finde, zu recht wurden die Szenen entfernt. Solche Filme schauen die Fans nicht wegen anspruchsvollen Figurenzeichnungen an…

 

Der Cast ist mir unbekannt. Mit einigen der Mädels im Film soll Joe D'Amato, laut Kat Ellinger (sie spricht den Audiokommentar auf der US-Blu-Ray), schon in anderen Filmen zusammengearbeitet haben und einige davon sollen nebst Mainstream-Produktionen auch im Pornogeschäft Geld verdient haben. Auch das überrascht nicht, da der Film auch 2-3 HC-Szenen bietet (in der Rape-Szene oder Dildo-Stimulation im Finale).Mir persönlich war es zu viel Sex. Ich hätte gerne mehr Plot/Horror gesehen. Das ist mir lieber (oder der Mix).

 

Paola Senatore sah man in Emanuelle in America, Giovanna Mainardi in Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen, Marina Hedman (Pornodarstellerin) in Play Motel, Maria Rosaria Riuzzi in Bewaffnet und gefährlich, Donald O’Brien in Zombies unter Kannibalen, Brunello Chiodetti (Pornodarsteller) in The Killer Nun oder Rossana Canghiari in Die Kröte. Die Musik besorgte Nico Fidenco. Dessen Klänge in Zusammenhang mit dem dünnen Plot, ellenlangen, ästhetischen und erotischen Sexszenen, wirken sich teilweise auf den Zuschauer hypnotisch aus. Teilweise hatte der Film Jess Franco Vibes!

 

Fazit: Für Fans von Filmen wie Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne und Co. zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Immagini di un convento

 

Italien 1979

 

R: Joe D'Amato

 

D: Paola Senatore, Nana Aslanoglu, Donald O'Brien, Angelo Arquilla, Paola Maiolini, Giovanna Mainardi, Marina Hedman, Maria Rosaria Riuzzi

 

Laufzeit der US-Blu: Ca. 103 Min.

 

Neusichtung am: 21.11.22

 

Fassungen: Siehe Story of a Cloistered Nun! Die US-Blu-Ray soll diesmal (im Gegensatz zur älteren US-DVD von Shriek Show) komplett Uncut sein und läuft ca. zehn Min. länger als die US-DVD. Der Film liegt im O-Ton Ital. mit englischen Subs vor. Region A Disc. Nebst Audiokommentar (von einer Frau) gibt es noch 25 Minuten an geschnittenen Szenen zu bestaunen (uninteressant). Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Soll in Deutschland unter dem Titel Sündigen Nonnen von Santa Fiora im März 2023 auf DVD erscheinen (von Donau Film).

Freitag, 21. August 2020

Emanuelle in America Review

Emanuelle in America

Story:

Reporterin Emanuelle (Laura Gemser) schlüpft für eine neue Story Undercover ins Sex-Milieu und wird Zeuge von wilden Orgien, illegalen Waffenlieferungen und Snuff-Filmen…

Meine Meinung:

Joe D’Amato, Produzent (Stagefright, Ghosthouse), Drehbuchautor (Death Smiles on a Murderer) und Kameramann (Cosa avete fatto a Solange?) ist für seine notorischen Filme wie Man-Eater und Buio Omega bekannt. Er startete im Horrorfilmsektor, vermischte später mehr und mehr Erotik/Sex und Horror um später im Pornogeschäft zu landen.

Erfolg hatte Joe D’Amato auch mit seiner Emanuelle Reihe. Seiner Black Emanuelle Reihe. Sich an den original Emmanuelle Filmen orientierend, brachte Joe D’Amato Laura Gemser als Black Emanuelle ins Kino. Mit Erfolg.

Nebst Emanuelle in America spielte Laura Gemser auch in Emanuelle and the Last Cannibals (aka Nackt unter Kannibalen), Nackte Eva, Black Emanuelle 2. Teil oder Emanuela – Alle Lüste dieser Welt mit und machte sie damit weltweit bekannt. Weitere Joe D’Amato Emanuelle Filme: Foltergarten der Sinnlichkeit aka Emanuelle e Françoise (Le sorelline).

Ich selbst kenne nur Emanuelle in America und Emanuelle and the Last Cannibals, wobei mir letzterer wegen dem Soundtrack und dem Kannibalen-Setting mehr zusagte. Emanuelle in America ist aber nicht schlecht und Fans von Joe D’Amato, dem Ital. Erotikfilm oder Fans von Laura Gemser klar zu empfehlen. Ernstnehmen sollte man den Film, trotz mind. zwei krassen Inhalten (Fake Snuff-Szenen, Zoophilie-Szene), für die der Film berühmt wurde, nicht. Teilweise meint man gar, eine Komödie anzusehen.

Es gibt selbstverständlich viel nackte Haut und Sex. Soft-Sex aber auch HC-Szenen, auf welche wie auch die Zoophilie-Szene (die dort vorkommenden Dialoge in der Ital. Fassung werden auf der US-Blu Ray nicht Mal untertitelt) hätte verzichtet werden können. Immerhin sind die Sex-Szenen, auch wenn hier und da Mal HC-Elemente zu sehen sind, schön gefilmt und von toller Musik begleitet, so dass sich diese Szenen von anderen HC-Elementen aus anderen Schmuddel-Filmen abgrenzen.

Der Soundtrack ist nebst Laura Gemser eines der Highlights des Filmes, dessen Story episodenhaft und unzusammenhängend wirkt und richtig doof endet. Der Soundtrack steuerte Bruno Nicolai (Light the Fuse... Sartana Is Coming, The Bloody Judge, A Pistol for Ringo, The Night Evelyn Came Out of the Grave) bei (wie schon auch in Emanuelle and the Last Cannibals). Die wenigen Effekte, die der Film zeigt (Fake-Snuff Film-im-Film Szenen à la Cannibal Holocaust), sind gut getrickst und stellen eine willkommene und stimmungsvolle Abwechslung zur vielfältigen Fummelei dar.

Fazit: Euro-Cult Schund der Extraklasse! Für Laura Gemser Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Infos:

O: Emanuelle nera in America

Italien 1977

R: Joe D’Amato

D: Laura Gemser, Gabriele TintiRoger BrowneRiccardo SalvinoLars Bloch

Laufzeit der US-Blu Ray: 99:58 Min.

Gesehen am: 15.06.20

Fassungen: Mir lag die Code Free US-Blu Ray von Mondo Macabro vor = Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, Englisch/Ital. mit englischen Subs, vielen Extras (u.a. eine über 1stündige Joe D’Amato Doku) und Booklet (in der Limited Edition). In Deutschland nur von X-Rated und Astro zu haben (Uncut, aber Master sind aus diversen Fassungen zusammengeschnitten = z.T. hoher Qualitätsverlust). Eine deutschsprachige Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Juni 2020).

Dienstag, 21. Juli 2020

Cosa avete fatto a Solange? Review

 NIFFF 2008 Spezial
Cosa avete fatto a Solange?

Story:

Eine Schülerin einer katholischen Schule wird ermordet aufgefunden. Lehrer Enrico Rosseni (Fabio Testi), der eine heimliche Beziehung zur 18jährigen Schülerin Elisabeth (Cristina Galbó) pflegt, wird durch sein Verhalten schnell zur Zielscheibe von Inspektor Barth (Joachim Fuchsberger). Elisabeth war Zeugin der Tat und zieht somit die Aufmerksamkeit des Killers auf sich und weitere Mädchen werden ermordet aufgefunden. Enrico verheimlicht die Beziehung zu Elisabeth, da mit Herta (Karin Baal) verheiratet aber versucht, den Killer auf eigene Faust zu finden…

Meine Meinung:

Cosa avete fatto a Solange?, am NIFFF 2008 gesehen und besser bekannt als What Have You Done to Solange? und Das Geheimnis der grünen Stecknadel, ist der lose erste Teil einer «Schulmädchen» Reihe gefolgt von Der Tod trägt schwarzes Leder und Orgie des Todes. Teilweise stammen die Filme vom gleichen Regisseur (Massimo Dallamano) und/oder gleiche Darsteller kommen vor (Fabio Testi), aber es werden unterschiedliche Handlungen erzählt. Die Gemeinsamkeit der drei Filme: Schulmädchen als Opfer.

Cosa avete fatto a Solange?, eine Deutsch-Ital. Co-Produktion, die in D in einer «Edgar Allan Poe» Reihe vermarktet und veröffentlicht wurde, ist ein Ital. Giallo, spielend und gedreht in London mit internationalem Cast mit einer typischen «Wer ist der Mörder?» und «was ist das Motiv?» Story vermischt mit leichtem Sleaze-Anteilen.

Wer das Italo-Kino der Zeit mag, wird mit Cosa avete fatto a Solange? nicht viel falsch machen. Der Film von Massimo Dallamano (Kaliber 38 - Genau zwischen die Augen) wartet mit einer spannenden und unterhaltsamen Story auf, die jedoch am Ende eine relativ simple Auflösung präsentiert. Einige inhaltliche Szenen sind bescheuert und sollten nicht hinterfragt werden (Fabio Testis Ehefrau und ihre Handlungen, obwohl ihr Mann eine Schülerin liebt), aber so war das halt in diesen Filmen.

Der Film punktet durch eine starke, ruhige und teilweise fast schon hypnotische Kameraarbeit (z.B. im Vorspann) von Joe D’Amato (Buio Omega, Emanuelle and the Last Cannibals, Antropophagus), durch einen starken Soundtrack von Ennio Morricone und Bruno Nicolai und einigen inhaltlich fiesen Ideen.

Die Darsteller haben ihre Sache ordentlich gemacht, die Mädels (u.a. Cristina Galbó aus Let Sleeping Corpses Lie) waren hübsch anzusehen (waren selbstverständlich NICHT minderjährig) und Poliziotteschi-Star Fabio Testi (Revolver – Die perfekte Erpressung) macht als Lehrer, der auf eigene Faust nach dem Killer sucht, eine gute Figur.

Wer das Ital. Euro-Cult und Giallo Genre der 60er-80er mag, dem sei Cosa avete fatto a Solange? uneingeschränkt empfohlen!

Infos:

O: Cosa avete fatto a Solange?

Deutschland, Italien 1972

R: Massimo Dallamano

D: Fabio Testi, Cristina Galbó, Joachim Fuchsberger, Karin Baal

Laufzeit der Ital.-DVD: 102:00 Min.

Gesehen am: Juli 2008 / Review überarbeitet am 26.04.20

Fassungen: Mir lag die Ital. DVD von iiF vor = Uncut, Ital./Englisch mit englischen Subs, erstklassige Bild- und Tonqualität. In Deutschland Uncut auf Blu-Ray von Koch Media zu haben. Blu Ray Alternative: UK Disc von Arrow Video.

Samstag, 11. Juli 2020

Death Smiles on a Murderer Review


Death Smiles on a Murderer

Story:

Eine unbekannte Frau (Ewa Aulin) wird bei einem Kutschenunfall verletzt vorgefunden. Dr. Sturges (Klaus Kinski) bringt die Frau, die Greta heisst, ins Anwesen von Eva und Walter von Ravensbrück (Angela Bo, Sergio Doria). Dort erholt sie sich. Und bald darauf verdreht sie dem Ehepaar Walter den Kopf, mit tödlichen Folgen…

Meine Meinung:

Death Smiles on a Murderer, in Deutschland bekannt als Die Mörderbestien, habe ich seit Jugendjahren nicht mehr gesehen. Der Film des späteren Pornofilmers Joe D’Amato (Buio Omega, Emanuelle and the Last Cannibals, Antropophagus) ist ein Mix aus Erotik, Giallo- und Horrorfilm, dessen Erzählung und einzelnen Szenen mich an Filme wie Two Evil Eyes und Sergio Martinos Your Vice Is a Locked Room and Only I Have the Key erinnerten.

Die Handlung ist wirr, verworren und nach Logik sollte man nicht suchen. Man sollte versuchen, den Film als leicht surrealistisches Werk, in dem alles möglich scheint, auf sich wirken zu lassen. Am Ende bleiben auch Fragen offen. Die Musik und Optik hingegen haben mir sehr gut gefallen. Joe D’Amato gelang es, für den Film ein bekanntes Gesicht zu gewinnen: Weltstar Klaus Kinski (Jack the Ripper, Creature, Leichen pflastern seinen Weg).

Er spielt jedoch nur eine kleine Nebenrolle. Als Hauptrolle konnte man die wunderschöne Schwedin Ewa Aulin gewinnen, welche mich zuletzt in der Ital.-Franz.-Co-Produktion Death Laid an Egg überzeugte – sie hier zu sehen, war toll, zumal Joe D’Amato immer ein gutes Händchen beweist, wenn es darum geht, knisternde Erotik stimmungsvoll in Szene zu setzen. Und sie mittendrin. Jede Szene ein Genuss.

Die erste Filmhälfte, sehr stimmungsvoll, ruhig, mysteriös und mit mehr Erotik ausgestattet, sagte mir mehr zu als die zweite Filmhälfte, in der es mehr Action, Horror und blutige Effekte zu sehen gab. Ewa Aulin gerät nämlich etwas in den Hintergrund und mit der Erotik ist es aus in der zweiten Filmhälfte – dafür gefiel dann wieder das Ende des Filmes.

Fazit: Für Fans von Euro-Cult Filmen aus Italien und Joe D’Amato zu empfehlen!

Fazit:

Infos:

O: La Morte ha sorriso all' Assassino

Italien 1973

R: Joe D’Amato

D: Klaus Kinski, Ewa Aulin, Angela Bo, Sergio Doria, Attilio Dottesio

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 89 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 06.04.20

Fassungen: Mir lag die alte deutsche DVD von X-Rated und die neue UK-Ausgabe (als Blu-Ray) von Arrow Video vor = die ultimative Fassung zum Film. Bild- und Tonqualität sind hervorragend, es gibt Englischen oder Ital. Ton, englische Subs, ein informatives Booklet und informatives und exklusives Bonusmaterial (z.B. ein ca. 40minütiges Interview mit Ewa Aulin).

Freitag, 15. Februar 2019

Emanuelle and the Last Cannibals Review


Emanuelle and the Last Cannibals

Story:

Eine Reporterin (Laura Gemser) reist in den Amazonas, um über einen kannibalistischen Stamm zu recherchieren. Dabei wird sie von diversen Personen (Gabriele Tinti, Nieves Navarro, Donald O'Brien, Percy Hogan, Mónica Zanchi, Annamaria Clementi) begleitet.

Meine Meinung:

Emanuelle and the Last Cannibals verbindet zwei dazumal erfolgreiche Ital. Genre miteinander: das Softsex/Erotik-Kino mit Star Laura Gemser als Emanuelle und den berühmt-berüchtigten Ital. Kannibalenfilm à la Eaten Alive, Cannibal Holocaust oder Cannibal ferox. Und der Mix kann sich sehen lassen – mit Emanuelle and the Last Cannibals lieferte der spätere Pornofilmer Joe D’Amato (Die Mörderbestien, Papaya - Die Liebesgöttin der Cannibalen, Caligula 2 - The Untold Story) eine seiner besten Arbeiten nebst Buio Omega und Man-Eater.

Ich finde sogar – im direkten Vergleich zu Buio Omega und Man-Eater, dass Emanuelle and the Last Cannibals der leicht bessere Film ist, da einfach deutlich stimmungsvoller. Der Film bietet eine perfekte Schmuddel- und Sleaze-Stimmung. Was Suspense, stimmungsvolle Bilder und Atmosphäre angehen, sah ich Joe D’Amato im Gegensatz zu anderen Ital. Regisseuren immer eine Stufe tiefer – aber nicht diesen Film betreffend.

Emanuelle and the Last Cannibals hat mir z.B. mehr Spass bereitet als ein Eaten Alive – und das soll schon was heissen. Der Mix aus Erotik, hier und da etwas Schmuddel/Sleaze (der Film bietet diverse Szenen, die man heute so im Film nicht mehr sehen würde – wegen politischer Korrektheit die heutzutage überall zu herrschen scheint) und blutiger Kannibalen-Action (am Anfang des Filmes, später als snuffartige Film-im-Film Elemente und danach erst im letzten ¼ wieder) funktioniert erstaunlich gut. Kein Wunder, da beide Genres die Menschen in Europa und ausserhalb in die Kinos lockten. Speziell die Italiener waren gut darin, solche Trends bis zu den letzten Minuten voll auszukosten – was Geld einbrachte, wurde gedreht so lange es Gewinn bedeutete.

Man muss sich einfach auf mehr Erotik als Kannibalen-Action einstellen und wissen, dass man mit den Kannibalen sparsam umging (und diese erst im Finale so richtig zuschlagen). Dann funktioniert es auch mit den richtigen Erwartungen. Was der Stimmung nebst exotischen Darstellern und exotischer Schaulätze gut tat war der hörenswerte, perfekt passende Soundtrack von Nico Fidenco. Das war auch einer der Gründe, warum ich den Film in einer weiteren Version kaufte (mehr dazu unter Fassungen).

Die blutigen Effekte von Fabrizio De Angelis* sind auch gut getrickst – blutig, derb und zum Teil auch in Kombination Erotik und Gewalt auftretend, was gut zum Film und den aufeinander prasselnden Genres Softsex und Kannibalenfilm passt. Es gibt jedoch deutlich weniger blutige Effekte und Fressszenen zu sehen als bei filmischen Kollegen wie Cannibal ferox, Eaten Alive oder Cannibal Holocaust. Da sollte man auch mit den richtigen Erwartungen an den Film gehen.

*der sonst vor allem als Regisseur (wahrscheinlich sein bester Film: Killer Crocodile) in Erscheinung trat – in der imdb sind keine weiteren Arbeiten als Spezialeffekte-Künstler aufgeführt. Ob er nach dieser Arbeit diesbezüglich genug hatte?

Was die Darsteller betrifft, griff man auf die Exotin Laura Gemser zurück, welche in vielen ital. Filmen dieser Genres und Zeitspanne mitwirkte. Sie kennt der Fan u.a. aus Black Emanuelle (einer ihrer ersten Rollen), Die Nonne und das Biest (weitere Zusammenarbeit zwischen Gemser und der Bernerin Mónica Zanchi), In der Gewalt der Zombies (erneut Zusammenarbeit mit Regisseur Joe D’Amato), Die Nackte von Sados (Skandalfilm, da eine minderjährige Livia Russo dort Nacktszenen spielte), Murder Obsession (sehenswerter Italo Horror, der als US-Blu Ray noch auf der Wunschliste steht da Ital. Ton Fassung) oder Laura - Eine Frau geht durch die Hölle (wie Teil 2 von Bruno Mattei – Wechsel ins WIP – Women in Prison Genre).

Interessant und was ich bis vor kurzem nicht wusste (nur dank dem Bonusmaterial der Severin Disc): Mónica Zanchi, welche in dem Film in einigen Erotikszenen zu sehen ist (unter anderem mit Laura Gemser in einem See) und die auch in anderen Filmen mit Laura Gemser vor die Kamera trat (Die Nonne und das Biest) ist Schweizerin bzw. Bernerin – genau wie ich! Als 7jährige ist sie aber nach Italien ausgewandert wo sie in einigen Ital. (Erotik)Filmen dabei war (z.B. im grossartigen Autostop rosso sangue mit Franco Nero und David Hess) und die meisten Filme scheinen ausserhalb Italiens (oder Frankreichs) gar nie veröffentlicht worden zu sein – handelt sich vor allem um Erotikfilme. Trotzdem: interessante Info, welche ich ohne exklusives Bonusmaterial dank Severin nicht wüsste.

Fazit: Wer Ital. Kannibalen- und Emanuelle Filme mag, sollte sich diesen gelungenen Mix aus beidem nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Emanuelle e gli ultimi cannibali

Italien 1977

R: Joe D’Amato

D: Laura Gemser, Gabriele Tinti, Nieves Navarro, Donald O'Brien, Percy Hogan, Mónica Zanchi, Annamaria Clementi

Laufzeit der US-Blu Ray: 93:06 Min.

Gesehen am: 2004 / Review überarbeitet: 15.12.18

Fassungen: Mir lagen die UK Blu-Ray von 88 Films und später die US Blu-Ray von Severin vor. Die UK Disc kaufte ich damals, da neuster Master und vor allem Ital. Ton mit englischen Subs (daher wurde meine US DVD, nur Englisch Dubbed, aussortiert). Die US-Disc kaufte ich trotzdem, da die UK Frame-Cuts hat und vor allem im Gegensatz zur neueren US-Scheibe eine schlechte d.h. zu dunkler Bildqualität bietet. Die Fassung von Severin, welche Uncut ist ohne Frame-Cuts und exklusive Extras bietet (neue Interviews mit Stars aus dem Film), bietet zudem eine viel bessere, hellere Bildqualität. Kauf nicht bereut. Ital. Ton und englische Subs bietet Severin auch. Film gibt es in Deutsch nur Uncut auf DVD von X-Rated oder XT-Video. PS: Und vor allem ist bei der US-Disc noch der Soundtrack als CD im Set!

Dienstag, 16. Oktober 2018

Stagefright Review

Horroktober 2018 Spezial
Stagefright

Story:

In einem Theater (während den Proben) bringt ein Killer die Beteiligten (u.a. Giovanni Lombardo Radice) um – der einzige Ausgang aus dem Gebäude ist verschlossen…

Meine Meinung:

Stagefright stellte Michele Soavis Regiedebüt dar. Er machte sich damit und seinen Nachfolgern (vor allem Dellamorte Dellamore) in Horrorfilmkreisen einen Namen und stieg zur Hoffnung des neuen Ital. Genre-Kinos auf. Doch es bleib (leider) bei einer kleinen Anzahl an Filmen (u.a. The Sect, The Church, Dellamorte Dellamore und Uno Bianca) was dem damaligen Zusammenbrechen der Ital. Filmindustrie und nicht der Qualität von Soavis Können oder seiner Filme lag.

Trotz deutlich weniger Filmen als die Konkurrenz (Lucio Fulci, Dario Argento und Co.) ist Michele Soavi bei Horrorfilmfans weltweit beliebt und nicht minder bekannt. Das liegt vor allem daran, dass Michele Soavi in Dario Argento einen starken Mentor hatte, der ihm viel beigebracht hat. So Erinnern Kameraführungen- und Einstellungen nicht selten an die Filme von Dario Argento. Auch die Wahl der Musik ist gekonnt ausserwählt worden, so dass sich Stagefright, als Vergleich vor allem vom US-Slasher, gekonnt abhebt was Musik und Kamera/Optik angehen.

Die Optik ist eines der dicken Plus des Filmes, der mir auch heute noch so gut gefällt, wie vor langer Zeit bei der Erstsichtung. Inhaltlich ist das ganze hingegen so schwach, wie bei 90% aller Slashern: auf Plot-Überraschungen darf nicht gehofft werden. Im Gegenteil: so wird hier auch keine Überraschung aus der Identität es Killers gemacht. Spannung wird versucht zu erzeugen, indem man nicht weiss, wer überleben und wer (wie) sterben wird. Für das Drehbuch war George Eastman (Man-Eater) zuständig, produziert wurde u.a. von Joe D’Amato (Buio Omega).

Die Darsteller, die Mehrheit sind mir unbekannt, machen ihre Sache gut bis solide. Die Hauptfigur macht nicht nur optisch, sondern auch darstellerisch alles richtig. Bekannt ist mir nur Giovanni Lombardo Radice, der hier einmal mehr unter seinem Pseudonym John Morghen aufgeführt wird. Er hat in unzähligen Ital. Genre-, vor allem Horrorfilmen, mitgewirkt. Kleine Auswahl gefälligst?!

Bitteschön: City of the Living Dead (wird durch den Bohrer – eine der bekanntesten Gore-Szenen des Filmes, getötet, Nebenrolle), The House on the Edge of the Park (nebst Soziopath David Hess – in D bekannt unter dem reisserischen Titel Der Schlitzer), Cannibal Apocalypse (nebst John Saxon vor der Kamera), Cannibal ferox (einer der besten Filmen von Umberto Lenzi), The Church (Nebenrolle), The Sect (Nebenrolle), Body Puzzle (Giallo, der mir weniger zusagte – hat nicht für die Sammlung gereicht) oder A Day of Violence (vom Sudden Fury Regisseur).

Die Effekte sind blutig, die Tötungsszenen originell. Da wird auch der Splatterfan alter Schulte bestens bedient. So gesehen ein starkes Debüt von Michele Soavi, dessen Stagefight ich jedem Fan des Ital. Horrorkinos nur empfehlen kann (wie auch seine anderen, mehrfach erwähnten Filme).

Infos:

O: Deliria

Italien 1987

R: Michele Soavi

D: David Brandon, Barbara Cupisti, Robert Gligorov, Martin Philips, Ulrike Schwerk, Giovanni Lombardo Radice

Laufzeit der US-DVD: 90:40 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 16.10.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Anchor Bay vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Englischer Ton (soll O-Ton sein). Als Sammelstück liegt mir noch die DVD aus Hong Kong (oder Taiwan?) vor (Mal im Urlaub gekauft). Ist auch Uncut und in Englisch – aber in schlechterer Qualität als die US-DVD. Inzwischen gibt es schicke Blu-Ray Fassungen, die qualitativ erste Sahne sein sollen (z.B. UK Blu-Ray). Gibt es auch in den USA (Blue Underground) und in Deutschland (84 Entertainment – in Deutsch/Englisch/Ital. mit deutschen Subs) auf Blu-Ray.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Antropophagus Review

Horroktober 2018 Spezial
Antropophagus

Story:

Touristen (u.a. Tisa Farrow) werden auf einer Insel von einem Kannibalen (George Eastman) gejagt…

Meine Meinung:

Antropophagus ist in Deutschland vor allem durch seine Zensurgeschichte bekannt. Der Film wurde in Deutschland zensiert und verboten. Szenen aus dem Film liefen im Free-TV zur besten Sendezeit (sogar einige der zensierten Szenen), nur um gegen «Brutalos» und Horrorfilme hetzen zu können. Traurige Szenen aus Deutschland. Auch in anderen Ländern erging es dem Film nicht besser (z.B. in England gehörte der Film auch zu den «Video Nasties»).

Solches Marketing war für Regisseur Joe D’Amato natürlich ein gefundenes Fressen, so wurde der Film weltweit bekannt und stiess bei Horrorfans aller Welt auf grosses Interesse. Nach einer erneuten Sichtung – die letzte ist über zehn Jahre her, komme ich zum Schluss, dass es schade ist, dass der Film oft nur auf seine Gewalt, die darüber hinaus auch nur vereinzelt in zwei-drei Szenen härter erscheint, reduziert wird.

Das hat Antropophagus nicht verdient. Heute fand ich den Film deutlich stimmungsvoller als in der Vergangenheit. Der Film spielt mit den Klischees des Horrorfilmes – man denkt, jederzeit schlägt der Man-Eater zu und dann wartet man trotzdem noch ab (à la Tanz der Teufel). Es dauert auch sehr lange, bis man den Mörder sieht. Oder dessen Jagd und Gewaltszenen. Da kommen schon fast Tierhorrorfilm-Motive zum Tragen, wie auch bei den Szenen im Meer zu Beginn und Ego-Shooter Perspektiven fanden schon damals statt und lange vor Maniac oder Hardcore Henry Einsatz im Kino. Der Film bietet stimmungsvolle, schöne und abwechslungsreiche Settings, die eine grossartige Atmosphäre heraufbeschwören. Zum Teil kann man dem Film Gothic-Elemente, die sich auch in jeder Hammer-Produktion gut machen würden, nicht absprechen.

Für die Wahl des «Man-Eater» (so der Titel in Deutschland) hat man bewusst den grossen George Eastman (2019: After the Fall of New York, Hands of Steel) genommen, der als Hüne perfekt in die Rolle passt. Dazu das zerzauste, verrückte Haar und Make-Up Maske – und fertig ist der irre Kannibale. Er spielte in vielen Ital. Filmen und Genres mit, auch oft im Horrorfilm, obwohl er das Genre eigentlich nicht mag. Die anderen Stars sind okay, aber mir bis auf Tisa Farrow (Zombi 2, The Last Hunter, Dokumentation Video Nasties: Moral Panic, Censorship & Videotape) unbekannt.

Bekannter ist Regisseur Joe D’Amato, vor allem mit seiner späteren Verbindung von Sex- und Horrorfilmmotiven. Er hat jeglichen Schund gedreht und jede noch so negative Kritik war ihm willkommen. Er drehte mit Grössen wie Klaus Kinski (Death Smiles on a Murderer), weitere Zusammenarbeiten mit George Eastman (Foltergarten der Sinnlichkeit), der hübschen Laura Gemser (Emanuelle and the Last Cannibals), Schmuddel-Schund (Papaya - Die Liebesgöttin der Cannibalen), starke Verbindung von Sex und Gewalt (In der Gewalt der Zombies), Absurd (die «Fortsetzung» zu Man-Eater) oder Caligula 2 - The Untold Story (Fortsetzung zu Caligula). Nebst Man-Eater und Absurd ist ausserdem noch Buio Omega aka Sado - Stoß das Tor zur Hölle einer der bekannteste Titel in Deutschland, da auch wegen Zensuren und Verboten betroffen.

Was die Effekte angehen, wurde gutgetrickst und sparsam gearbeitet (so kam z.B. auch ein totes Kaninchen zum Einsatz, welches als Fötus der schwangeren Frau herhalten musste). Die derberen Szenen lassen sich an einer Hand ablesen – eine 18er Freigabe sollte heute problemlos möglich sein. Ich würde Antropophagus auch nicht als Splatterfilm, sondern als Horrorfilm mit vereinzelten Splatterszenen bezeichnen. Reine Gore-Fans dürften so oder so enttäuscht werden, da der Film mit der Mehrheit der Effekte bis zum Finale zuwartet.

Fazit: Besser als in Erinnerung habend – vor allem was die stimmungsvollen Bilder und die Gruselatmosphäre angehen! Jedem Fan des Ital. Genre-Kinos zu empfehlen!

Infos:

O: Antropophagus

Italien 1980

R: Joe D'Amato

D: Tisa Farrow, George Eastman, Saverio Vallone, Serena Grandi, Margaret Mazzantini, Mark Bodin

Laufzeit der Ital. DVD: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: 02.10.18

Fassungen: Mir lagen die Ital. DVD von Beat Records und die DVD aus Japan von SPO Entertainment vor. Zur Ital. DVD = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (Bildqualität auch für heutige Verhätlnisse noch immer sehr gut), Ital. Ton und englische Subs. Englisch Dubbed Fassung auch enthalten. Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray in diversen Ländern - einige der neuen HD Master sind mir, im Vergleich zur alten DVD aus Italien, aber klar zu dunkel (Bildvergleiche, welche ich im Netz gesehen habe). Früher hat man Master, die zu dunkel waren (auch eine Art der Zensur), kritisiert, heute sind einige der neuen Master für meinen persönlichen Geschmack zu dunkel. Die DVD aus Japan steht als Sammelstück in meiner Sammlung (beim Kauf gab es die Ital. DVD damals noch nicht). Was Blu-Rays angehen würde ich die Severin nehmen (sehr hell) oder die Erstauflage aus England  (wobei: eher Severin). Die Neuauflage von 88 Films aus England ist z.T. so dunkel, dass man gar nichts erkennt.