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Freitag, 10. Juli 2026

Ikatan Darah

NIFFF 2026 Spezial

Ikatan Darah

Story:

Kämpferin und Ex-Champion Mega (Livi Ciananta) hilft ihrem verschuldeten Bruder, sich aus den Fängen von brutalen Gangstern zu befreien und sagt diesen den Kampf an…

Meine Meinung:

Aka Blood Ties. Iko Uwais, Star aus The Raid 1 + 2 sowie The Night Comes for Us, hat eine eigene Produktionsfirma namens Uwais Pictures gegründet. Diese helfen Produktionen bei der Finanzierung, bei den Action-Szenen und bei der Choreographie. Zum Teil spielt Iko Uwais auch selbst mit, so z.B. in Timur. Ikatan Darah ist der 2. Film aus dieser neu gegründeten Produktionsschmiede. Ich sah bereits in einem deutschen Forum einen Eintrag zu Ikatan Darah inklusive Trailer und das was ich sah, sah vielversprechend aus. Daher freute ich mich auf die Sichtung am NIFFF.

Ikatan Darah hat mir dann auch gefallen und ist nebst Hen der zweite gesehene Film am NIFFF 2026, der es auf meine Wunschliste schafft. Nach The Raid und Co. gab es diverse Nachahmer, die nie die Qualität des grossen Vorbildes erlangt haben (z.B. Jailbreak, Farang, BuyBust). Ikatan Darah erreicht natürlich auch keine The Raid Qualität, aber im Gegensatz zu den in der Klammer genannten Filmen ist Ikatan Darah deutlich besser und sehenswerter. Der Film erzählt zwar auch nur einen dünnen, wenig originellen Plot, aber es wird sich für die Figuren Zeit gelassen.

Die authentischen Settings waren ein grosses Plus des Filmes. Trotz des Budgets gibt es schöne Aufnahmen und die Actionszenen, von Iko Uwais Team choreographiert, waren stark anzusehen. Relativ bodenständig, hart, blutig und innovativ was die Bösewichte und deren Gimmicks angehen. Es gibt auch mehrere handgemachte Splattereffekte (Äxte die Köpfe spalten etc.), auch wenn hier und da auch mit CGI nachgeholfen wurde. Mind. fünf Besucherinnen haben die Vorstellung verlassen. Die Actionszenen haben mir gut gefallen. Der Plot war absolut okay. Die Bösewichte agieren mit viel Overacting. Dem sollte man sich bewusst sein. Asiatischer Klamauk halt. Damit hatte ich keine Mühe.

Livi Ciananta als Mega war toll anzusehen. Sie ist sympathisch und macht ihre Sache ordentlich. Sie ist eine Newcomerin und hat bisher nur in wenigen Filmen mitgewirkt. Der Film gibt am Ende einen Hinweis für eine mögliche Fortsetzung. Ich hätte nichts dagegen, Livi Ciananta erneut in Action zu sehen. Ismi Melinda spielt Megas Freundin, die sich im Film auch einige coole Kämpfe liefert (ihr Kampf gegen Mega in der kleinen Wohnung war eines der Highlights des Filmes). Die diversen Bösewichte des Filmes waren u.a. in Filmen wie The Night Comes for Us, Impetigore, Headshot oder Suzzanna: Buried Alive zu sehen.

Fazit: Martial Arts Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Ikatan Darah

Indonesien 2025

R: Sidharta Tata

D: Livi Ciananta, Derby Romero, Ismi Melinda

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 119 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Donnerstag, 28. September 2023

The Expendables 4

 

The Expendables 4

Story:

Bei einer Mission der Söldner-Truppe Expendables wird Barney (Sylvester Stallone) getötet. Christmas (Jason Statham) wird aus dem Team ausgeschlossen, da er einen Befehl missachtet hat. Das Team (50 Cent, Dolph Lundgren, Megan Fox, Randy Couture, Jacob Scipio, Levy Tran) ist nun hinter dem Mörder von Barney (Iko Uwais) her, Christmas ebenso…

Meine Meinung:

Der dritte Teil der Expendables-Reihe flog damals gleich nach der 1. Sichtung aus der Sammlung bzw. wurde nicht in diese integriert. Würde der vierte Teil wieder besser werden? Leider nein! Ich hörte vor dem Kinostart viel Schlechtes. Trotz angepasster Erwartungen muss ich eingestehen, dass The Expendables 4 wirklich in jeder Hinsicht grottenschlecht geworden ist. Der Film vom Hidden Strike Regisseur kann getrost links liegen gelassen werden.  Warum man immer wieder solche unbekannten No-Names als Regisseure verpflichtet, ist für mich unverständlich.

Mein Fazit zur Pause (in der Schweiz laufen Filme, je nach Kino, mit Pause) lautete:

«Erbärmlich, peinlich, in jeder Hinsicht grottenschlecht, zum Fremdschämen, Katastrophe»

Die 2. Hälfte des Filmes ist minim weniger schlecht, aber alles in allem auch nicht wirklich gut. The Expendables 4 ist eine Fortsetzung, auf die die Welt nicht gewartet hat. Völlig unnötig. Der schwache Start an den Kinokassen gibt mir Recht – R-Rating hin oder her (der 3. Teil bekam ja nur ein PG-13 Rating, was viele der Fans kritisiert haben). Na ja, so richtig viel Derbes gibt es in The Expendables 4 nicht zu sehen. Ein-zwei CGI-Blutmomente, paar Schimpfwörter (Fuck), sexuelle Themen (Golden Shower Witze) und die Nippel der Megan Fox waren wohl die Gründe für die R-Freigabe. Also, alles halb so wild. 

Der Plot ist an sich ok und die Zeit geht mehr oder weniger vorbei. Ex- Expendables sind nicht mehr dabei: Jet Li, Wesley Snipes, Antonio Banderas oder Terry Crews (kein Verlust). Jason Statham bekommt hier die meisten Szenen zu sehn. Sylvester Stallone hat eine kleine Nebenrolle und Dolph Lundgren wird total verschenkt. Die restlichen Neuzugänge um 50 Cent (sogar einer seiner Songs ist im Film zu hören), Megan Fox (sieht, wohl verunstaltet durch Schönheitsoperationen und Botox, wie ein Roboter aus, hässlich) oder Jacob Scipio (Humor zum Fremdschämen) sind allesamt schlecht und den Vorgängern der Reihe unwürdig. Dialoge und Humor zum Fremdschämen…

Zudem mag ich es nicht, wenn sich «Sänger» (50 Cent) als Schauspieler versuchen. Es gibt natürlich positive Ausnahmen, z.B. Canto-Pop-Sänger Andy Lau (Magic Crystal), der eine grossartige Film-Karriere dargelegt hat. Oder Grössen wie Alice Cooper in Die Fürsten der Dunkelheit oder Meat Loaf in Dario Argentos Pelts. Aber im Grossen und Ganzen bin ich davon kein Fan. Vor allem nicht, wenn es Rapper sind. 

Wo ich vor der Sichtung Hoffnungen hatte waren die Auftritte der asiatischen Stars wie Tony Jaa (Tom Yum Goong), Iko Uwais (The Raid) oder Dan Chupong (Born to Fight). Doch dank der miesen Action-Darstellung bleiben diese weit hinter ihren Möglichkeiten. Es gibt keine einzige gute Action-Szene. Furchtbares CGI, praktisch ein Greenscreen-Bild nach dem anderen, schlechte, miese, viel zu nahe dran und unübersichtliche Kameraführung zerstören praktisch jede Action-Szene. Die Verantwortlichen hätte man eigentlich feuern sollen. Im Grunde ist das Arbeitsverweigerung. Wer mag denn bitte solche CGI-Effekte und solche Action-Szenen?

Fazit: Schlecht, schlechter, The Expendables 4Sollte jemals ein 5. Teil kommen, wird der definitiv nicht mehr geschaut werden…

Infos:

O: Expend4bles

USA 2023

R: Scott Waugh

D: Sylvester Stallone, Jason Statham, 50 Cent, Dolph Lundgren, Megan Fox, Tony Jaa, Iko Uwais, Randy Couture, Jacob Scipio, Levy Tran, Dan Chupong

Laufzeit der Schweizer Kinofassung: Ca. 103 Min.

Gesehen am: 22.09.23

Fassungen: Im Schweizer Kino gesehen = Uncut, O-Ton, englische Subs, Freigabe 16/14. In Deutschland läuft der Film ab 18 Jahren (der Film ist so dumm, der hätte auch locker ne FSK12 bekommen können). Die deutsche Blu-Ray soll am 02.12.23 erscheinen.

Mittwoch, 15. April 2020

Triple Threat Review

Triple Threat

Story:

Söldner (u.a. Scott Adkins, Michael Jai White, JeeJa Yanin, Ron Smoorenburg, Dominiquie Vandenberg) bekommen den Auftrag eine reiche Politikerin (Celina Jade) zu töten, die in der Gegend mit Gangster-Syndikaten aufräumen will. Der Zielperson gelingt jedoch die Flucht. Hilfe bekommt sie von Ex-Söldnern (Tiger Chen, Iko Uwais, Tony Jaa) die mit den angeheuerten Söldnern noch eine offene Rechnung zu begleichen haben…

Meine Meinung:

Triple Threat ist eine amerikanisch-chinesisch-thailändische Co-Produktion und kleines Actionfest von B-Action Regisseur Jesse V. Johnson à la The Expendables, nur mit besserer Action. Triple Threat hat mir besser gefallen als erwartet.

Die Story ist natürlich sehr dürftig, zuweilen unrealistisch und gewisse Handlungen sollte man nicht hinterfragen. Mittel zum Zweck. Was wichtig ist, ist die Action, und diese rockt. Nebst vielen blutigen Shoot-Outs, Explosionen, Stunts und Verfolgungsjagden gibt es auch mehr Martial Arts als ich es erwartet hätte (mehr wäre natürlich noch wünschenswerter gewesen).

Langweilig ist der Film auch nicht. Es gibt sicher alle zehn Minuten eine Action-Szene und somit wird der Zuschauer kurzweilig unterhalten. Das Setting und der exotische Cast geben dem Film auch eine sonderbare Stimmung. Natürlich wird man nicht jedem Star gerecht, aber die Namen, die hier zu sehen sind, können sich sehen lassen:

Mit Scott Adkins hat Regisseur Jesse V. Johnson schon öfters zusammengearbeitet (Savage Dog, Accident Man, Pay Day, Avengement). Er spielt natürlich einen Bösewicht (wie er es bereits in Undisputed II oder Ip Man 4 tat) und dies kann er einfach sehr gut. Er bekommt jedoch nur eine Kampfszene im Finale spendiert (die es allerdings in sich hat – gleich gegen drei Helden kämpft er an).

Tony Jaa spielt einen der Helden. Es gibt Hommagen an Ong-Bak (Verfolgungsjagd und Stunts durch enge Martkgassen) und Tom Yum Goong (Elefant). An die zwei genannten Filme konnte Tony Jaa nie mehr anknüpfen. Auch in Triple Threat spielt er seine bekannten Moves ab – dennoch ist seine Rolle hier wirklich gut und lässt seine miesen Ausflüge ins HK-Kino (z.B. Paradox, Master Z: The Ip Man Legacy) hinter sich. Er bekommt verhältnismässig viele Kampfszenen ab.

Tiger Chen, mir total unbekannt, hat mich positiv überrascht. Vor allem in den Kampfszenen hat er mir fast am besten gefallen. Ein Name, den man sich merken sollte! Iko Uwais (The Raid, The Raid 2, Headshot, The Night Comes for Us) hat mir auch sehr gut gefallen. Michael Jai White gerät etwas in den Hintergrund – bekommt, wie Scott Adkins, nur im Finale eine Kampfszene spendiert.

Der Rest der bekannten Namen sind Nebenrollen: Chocolate Star JeeJa Yanin (bekommt eine wunderbare Sterbeszene spendiert), Ron Smoorenburg (wer erinnert sich nicht? Bekam in Who Am I ? einen coolen Finalkampf gegen Jackie Chan) und Michael Wong (In the Line of Duty 4) sind noch zu sehen. JeeJa Yanin Szenen waren cool, an Michael Wong als Gast-Star hatte ich sehr Freude.

Die Actionszenen sind alles andere als harmlos und vor allem, wie man es aus dem guten, alten HK-Kino kennt, gut und übersichtlich gefilmt, geschnitten und choreographiert. Eine Wohltat – daher ist die Action auch besser als in The Expendables. Die besten Kampfszenen bekommen Tony Jaa und Tiger Chen ab. Danach kommen Iko Uwais, Scott Adkins und Michael Jai White, während JeeJa Yanin nur kurz vor ihrem Tod gegen Iko Uwais ran darf.

Fazit: Für Actionfilm-Fans klar zu empfehlen!

Infos:

O: Triple Threat

China, Thailand, USA 2019

R: Jesse V. Johnson

D: Tony Jaa, Tiger Chen, Scott Adkins, Iko Uwais, Michael Jai White, Celina Jade, JeeJa Yanin, Michael Wong, Ron Smoorenburg, Dominiquie Vandenberg

Laufzeit der kanadischen DVD: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 02.03.20

Fassungen: Mir lag die kanadische DVD von Well Go USA vor = Uncut, Schuber, erstklassige Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Gäbe es in Deutschland Uncut von Koch Media (die deutsche DVD wäre aber im Preis teurer gewesen als die kanadische Disc – daher letztere gekauft).

Dienstag, 10. Dezember 2019

The Night Comes for Us

 

The Night Comes for Us

Story:

Ein Triaden-Mitglied (Joe Taslim) bekommt Gewissensbisse. Er rettet ein kleines Mädchen vor dem Tod und wird nun von seinen eigenen Leuten (u.a. Iko Uwais) gejagt…

Meine Meinung:

Timo Tjahjanto (Codename 13, Nobody 2), bekannt für Genre-Filme wie Killers, Macabre oder Headshot mit The Raid Star Iko Uwais, hat 2018 einen der bis dato besten Actionfilme überhaupt realisiert. Der Film, der danach von Netflix aufgekauft wurde, kommt in ähnlicher Tradition wie The Raid 1 + 2 daher. Nebst Iko Uwais (Expend4bles, Triple Threat) spielt aus The Raid und Co. noch Joe Taslim mit. Als ich The Night Comes for Us zum ersten Mal sah, war ich leicht enttäuscht und konnte dem Hype nicht 100% zustimmen. Eine Meinung, die sich spätestens nach der 2. Sichtung geändert hat.

Ähnlich empfinde ich es aktuell so mit The Furious. Viele sagen, dies sei der beste Actionfilm des Jahres. Ich war von Anfang an skeptisch. Nach der The Furious Sichtung am NIFFF war ich motiviert, mir The Night Comes for Us anzusehen. Den hatte ich besser und blutiger in Erinnerung. Zum einen wollte ich das Review auf meinem Blog schon länger Mal aktualisieren, zum anderen wollte ich mit The Furious vergleichen können. Nach der neuen Sichtung kann ich sagen, dass The Furious gegen The Night Comes for Us in keiner Art und Weise eine Chance hat. The Furious stinkt im direkten Vergleich in jeder Hinsicht ab und kommt nicht annährend an die Qualität von The Night Comes for Us heran.

The Night Comes for Us, der praktisch keinen Plot bietet, bietet spektakuläre Action. Und abwechslungsreiche Action. Es gibt kleinere Stunts (z.B. mit Fahrzeugen), Explosionen, blutige Shoot-Outs und extrem derbe Kampfszenen. Allgemein ist die Brutalität und der Splattergehalt für diese Art Film erstaunlich hoch ausgefallen. Und oft sind es auch handgemachte Effekte, wobei hier und da auch CGI zu sehen ist. Aber die Brutalität sucht definitiv ihresgleichen und das ist, speziell für das Genre, beachtenswert. Mit Namen wie Iko Uwais und Joe Taslim hatte man auch absolute Könner ihres Fachs an Bord. Iko Uwais spielt, was ich toll fand, den Hauptbösewicht. Und er macht das mit viel Charme.

Die Kampfszenen versuchen, trotz des unrealistischen Gewaltgrades, mehr oder weniger bodenständig und realistisch zu sein. Der Film konnte den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Over-the-Top-Action gut mangen, ohne dass der Film ins Lächerliche abdriftet. Die Kameraführung war grösstenteils relativ übersichtlich. Welch ein Genuss. Die Action-Settings (Wohnung, Metzgerei, Lagerhalle, Tiefgarage, Wohnblock) sind gut ausgewählt und von den Bösewichten hat mir u.a. Dian Sastrowardoyo (eine der beiden Killerinnen) gut gefallen. Allgemein ist der Cast solide und war auch in anderen Actionfilmen wie Havoc, die bereits erwähnten The Raid 1 + 2 oder Ghost in the Cell zu sehen.

Fazit: Spektakulär, sehenswert und einer der besten indonesischen Actionfilme aller Zeiten!

Infos:

O: The Night Comes for Us

Indonesien 2018

R: Timo Tjahjanto

D: Iko Uwais, Joe Taslim, Julie Estelle, Zack Lee, Sunny Pang, Shareefa Daanish

Laufzeit der Online-Fassung: Ca. 120 Min.

Gesehen am: 24.10.19 / Neusichtung: 09.07.26

Fassungen: Film auf Netflix (Gratismonat) gesehen im O-Ton mit deutschen Subs. Uncut. Netflix hat sich vom Film die weltweiten Vertriebsrechte gekauft. Daher gibt es (leider) bisher auch keine DVD/Blu-Ray Vö zum Film (Stand: Okt. 2019). Nachtrag: Inzwischen liegt mir eine US-Blu-Ray (Bootleg) vor, die ich auf Ebay gefunden habe. Der Verkäufer war längere Zeit aktiv, ehe er nun von Ebay gesperrt wurde (da er ausschliesslich Netflix-Produktionen auf Disc verkauft hat). Bild- und Tonqualität der Disc sind hervorragend, der Film kommt im O-Ton mit englischen Subs daher und wie erwartet hat mir der Film nach der 2. Sichtung besser gefallen.

Mittwoch, 18. September 2019

The Raid 2 Review

NIFFF 2014 Spezial
The Raid 2

Story:

Undercover-Cop (Iko Uwais) begibt sich mehrere Jahre in den Knast, um das Vertrauen eines Gangsters zu gewinnen, dessen Leibwächter er nach Gefängnis Entlassung wird. Er plant, einerseits die Gangster schachmatt zu setzen wie auch den Tod seines Bruders zu rächen…

Meine Meinung:

Vor fünf Jahren sah ich The Raid 2 am NIFFF. Damals war ich, trotz meiner alten, guten Kritik, etwas enttäuscht von dem Film. Dies sehe ich heute anders. The Raid 2 braucht sich hinter Teil 1 nicht verstecken und trotz mehrfacher Sichtung muss der Film als überdurchschnittliches Action-Fest gewertet werden.

Aus Teil eins kehrten zurück: Regisseur Gareth Evans, Iko Uwais (der männliche Star und Hauptrolle), Yayan Ruhian (spielte in Teil eins Mad Dog – spielt nun einen anderen Charakter), der Verräter aus Teil eins (mit den weissen Haaren und wird in den ersten Minuten des Filmes getötet) sowie Ikos Filmbruder aus Teil eins (auch er stirbt gleich zu Beginn des Filmes und bietet danach das Rachemotiv für die von Iko gespielte Figur).

Die Story spielt nach Teil eins und die Story ist, wie schon in Teil eins, nur Mittel zum Zweck und nicht originell. Sie ist aber eine Schwächung im Vergleich zu Teil eins. Nach dem grossen Erfolg von Teil eins und sicherlich mehr Budget wollte Gareth Evans ein episches Gangster-Actionfest auf die Menschheit loslassen mit einer stolzen Laufzeit von 150 Minuten. Doch die Story ist dafür viel zu «billig» so dass es auch Längen gibt. Die Story bietet zudem alle B-Action-Film Klischees, die man sich nur vorstellen kann (Undercover Cop, Vater-Sohn Missgunst, Verrat, diverse Clans, die gegeneinander hetzen etc.). Da hätte man zugunsten einer kürzeren Laufzeit auf einige Story-Plots verzichten sollen. Zwar gibt es deutlich mehr Settings als in Teil eins (spielt ja praktisch nur in einem Hochhaus), doch eine Spannung ist nie vorhanden. Zu keiner Sekunde.

Heuer finde ich den Film jedoch gleich gut wie Teil eins! Woran das liegt? An der sagenhaft sehenswerten und abwechslungsreichen Action, die den Film, trotz schwacher Story und hier und da Längen, auf dasselbe Niveau hievt wie Teil eins. Das Budget und Können der Macher in Sachen Actionsequenzen sieht man dem Werk in jeder Szene an. Mit Blut, originellen Waffen und Tötungsideen und gebrochenen Knochen à la Steven Seagal inklusive Auto-Crashs, krassen Stunts und knüppelharten Fights wird der Action- bzw. Martial Arts Fan belohnt! Und davon gibt es eine Menge.

Zwar sind einige der Szenen comicartig übertrieben (auch die Killer), doch das tut dem Unterhaltungswert keinen Abbruch. Selten gelingt gar ein epischer Moment (das «Ende» von «Mad Dog» im Schnee) und vor allem gegen Ende toppt sich der Film immer wieder, was Actionszenen angehen. Die letzten 40 Minuten sind quasi ein Daueraction-Feuerwerk. Im alten Review habe ich die Kameraarbeit bemängelt. Davon krebse ich inzwischen zurück. Die Kamera ist nicht zu schnell und/oder verwackelt, sondern während einer Szene bewegt sie sich, nicht selten, um eine Actionszene herum, so dass damals im Kino der Eindruck entstand, «es sei eine Wackelkamera». War wohl ein Versuch, sich aus den Action-Szenen aus Teil eins abgrenzen zu können (oder ein Stilmittel).

Optisch ist der Film toll anzusehen und wer es gerne knüppelhart und kompromisslos mag (Action-Szenen mit oder ohne Waffen), wird mit dem Actionfest The Raid 2 mehr als belohnt! Nur in Sachen Story sollte man keine Erwartungen hegen und sich hier und da auf Längen einstellen…

Fazit: Uneingeschränkt zu empfehlen – wohl bleibt eigentlich The Raid 3? Darf gerne kommen…

Infos:

O: Serbuan maut 2

Indonesien, USA 2014

R: Gareth Evans

D: Iko Uwais, Yayan Ruhian, Raiden Integra, Donny Alamsyah, Julie Estelle, Tio Pakusodewo

Laufzeit der UK Blu: 150:13 Min.

Gesehen am: NIFFF 2014 / Review überarbeitet am: 04.07.19

Fassungen: Zu empfehlen: die UK Blu-Ray von Entertainment One = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. In D Uncut von Koch Media zu haben.

The Raid Review

The Raid

Story:

Ein SWAT Team (u.a. Iko Uwais) soll in einem schäbigen Viertel ein Hochhaus stürmen, welches von einem Gangsterboss und seinen Männern bewohnt wird. Ziel ist es, den obersten Gangsterboss zu schnappen. Dieser wird jedoch von unzähligen Gangstern, und vor allem von seiner rechten Hand, Mad Dog (Yayan Ruhian), gut bewacht…

Meine Meinung:

Nach dem indonesischen „Ong Bak“ Verschnitt Merantau, der mir schon gut gefallen hat, legt Regisseur Gareth Evans nach und bringt mit The Raid einen erstklassigen Actionfilm, der Merantau in allen Belangen überlegen ist! Aus Merantau bringt Gareth Evans auch gleich seinen talentierten Hauptdarsteller Iko Uwais mit, der hier die Hauptrolle spielt und in dieser ernsten und sehr actionbetonten Rolle absolut zu überzeugen vermag. Ein neuer Action-Star ist geboren.

So wundert es nicht, dass Iko Uwais danach nicht nur in der Fortsetzung, sondern auch in weiteren Actionfilmen zu sehen war (Man of Tai Chi, Headshot, in einem der neuen Star Wars Filme, The Night Comes for Us oder in Triple Threat). Das gleiche gilt für Yayan Ruhian, der Mad Dog spielt. Er spielte nebst Fortsetzung (jedoch andere Rolle) auch in diversen Action-Filmen mit (Hit & Run, John Wick: Chapter 3 – Parabellum, Beyond Skyline oder in Takashi Miikes Yakuza Apocalypse). Regisseur Gareth Evans liess es hingegen ruhiger angehen. Was ihn betrifft, würde mich nur Apostle (2018) reizen – leider ein Netflix-Film.

The Raid, der nun auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist natürlich nicht mehr so intensiv wie bei Erstsichtung, was die Gefühlslage und Staunen (ähnlich wie bei Filmen wie Ong-Bak und Co.) beim Zuschauer angehen. Dennoch muss der Film als überdurchschnittlicher Action-Film angesehen werden, der höllisch viel Spass macht – auch bei mehrfacher Sichtun, auch heute noch. 

Die Story, die an Dredd und umgekehrt erinnert, ist schwach (Mittel zum Zweck), aber das ist sie in vielen solchen Filmen und mehr erwarte ich auch nicht. Mehr wäre schade gewesen und man hätte weniger Zeit gehabt, die starken und abwechslungsreichen Actionszenen zu präsentieren. Das ist also, zumindest für meinen Geschmack, nicht wirklich negativ zu werten. Mehr neutral. Nebst Star Iko Uwais werden nur 2-3 andere Figuren stärker charakterisiert, der Rest in Kanonenfutter. Andere Figuren: Gangser-Boss, dessen rechte Hand Mad Dog, Ikos Chef (der sich spektakulären Kampf gegen Mad Dog liefert), der oberste Chef (Verräter) und Ikos Film-Bruder.

Ich mochte die klaustrophobische Stimmung rund um das Eingeschlossen sein im Hochhaus voller Feinde. Ich mochte die engen Kämpfe im Korridor. Der Film legt auch nicht gleich los, sondern startet langsam, intensiv und sehenswert. Regisseur Gareth Evans hat den Film stimmungsvoll und spannend inszeniert. Das Unheil liegt von der ersten Sekunde an in der Luft, die Spannung steigt und steigt. 

Technisch ist der Film eine Wucht – die Kameraarbeit ist stark und übersichtlich (vor allem wichtig in Sachen Action und Choreographie) und es waren fähige Männer (und Martial Arts Experten) die die Actionszenen besorgt haben. Keine Wackelkamera, ultrabrutal und abwechslungsreich. Zuerst Feuerwaffenaction, welche dann ab ca. 40 Minuten Handkämpfen (und mit vielen Waffen, die schmerzen) weicht. 

Fazit: Grosses Action-Kino welches ich jedem Martial Arts Film-Fan nur empfehlen kann!

Gefolgt von: The Raid 2

Infos:

O: Serbuan maut

Indonesien, Frankreich, USA 2011

R: Gareth Evans

D: Iko Uwais, Joe Taslim, Donny Alamsyah, Yayan Ruhian, Pierre Gruno, Ray Sahetapy

Laufzeit der US-Blu Ray: 100:37 Min.

Gesehen am: Aug. 2012 / Review überarbeitet am: 03.07.19

Fassungen: Mir lag die US-Blu Ray von Sony vor = Uncut, O-Ton, englische Subs. Unrated Fassung (= Uncut) und zensierte US-Kinofassung. Musik = Originalscore oder US-Score auswählbar. Bild- und Tonqualität sind sehr gut. In D Uncut von Koch Media erschienen.

Dienstag, 18. Juli 2017

Headshot Review

Headshot

Story:

Profikiller Ishmael (Iko Uwais) wacht nach einem Kopfschuss ohne Erinnerung im Spital auf. Als die Gangster um Boss Lee (Sunny Pang) davon erfahren wollen sie Ishmael töten lassen. Um an Ishmael zu gelangen entführen sie die Ärztin Ailin (Chelsea Islan). Ishmael macht sich auf den Weg, sie zu retten…

Meine Meinung:

Kimo Stamboel und Timo Tjahjanto, auch bekannt als The Mo Brothers, haben mit Headshot ihren bisher besten Film vor u.a. Macabre und Killers abgeschlossen. Aber mit Iko Uwais an Bord, dem Star von Merentau und The Raid 1 + 2, konnten sie auch gar nicht viel falsch machen.

Der Film kommt qualitativ nicht an The Raid 1 + 2 daher, was aber wohl kaum mehr ein Film schaffen wird, da dort die Qualitäten einfach sehr hoch gesetzt wurden und es schier unmöglich scheint, dies noch zu toppen. Daher sollte man auch gar nicht vergleichen, sondern den Film losgelöst von anderen Iko Uwais Werken betrachten.

Und diesbezüglich ist Headshot ein sehr guter Actionfilm geworden, der zwar keine neuen Massstäbe ins Genre bringt, aber von Anfang an durch hammerharte und abwechslungsreiche Action und einer Steven Seagal Story à la Hard to Kill zu überzeugen vermag.

Es wird gekämpft, (blutig) geschossen und/oder mit Messern, Macheten und/oder anderen Werkzeugen getötet. Wie gesagt: hammerhart und blutig – früher wäre dies nie Uncut in Deutschland durchgegangen und der Gang von Koch Media zur Juristenkommission (anstatt FSK Freigabe) war durchaus nachvollziehbar und in diesem Fall auch wirklich gerechtfertigt.

Die Kameraführung ist teilweise etwas gewöhnungsbedürftig (bei den Shoot Outs leichtes wackeln, bei einigen Kampfszenen führt die Kamera im Kreis um die Kämpfenden) aber im Grossen und Ganzen nicht störend und übersichtlich, was dann doch das wichtigste ist.

Hier und da gab es zu viel Dramatik (vor allem gegen Ende), was aber als kleines Detail verschmerzbar ist.

Fazit: Jedem Martial Arts und Iko Uwais Fan zu empfehlen – bitte mehr davon!

Infos:

O: Headshot

Indonesien 2016

R: Kimo Stamboel, Timo Tjahjanto

D: Iko Uwais, Chelsea Islan, Sunny Pang, Julie Estelle, David Hendrawan

Laufzeit der deutschen DVD: Ca. 114 Min.

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Koch Media vor = Uncut, O-Ton (90% Indonesisch 10% Englisch) und dt. UT an Bord (Deutsch Dubbed natürlich auch). Tonqualität ist sehr gut, Bildqualität ist gut. Wendecover vorhanden. Diverse Auflagen (Blu Ray, Single DVD, Steelbook Version etc.).