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Mittwoch, 10. September 2025

Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein Review

Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein

Story:

Cagliostro (Howard Vernon) will die perfekte Rasse züchten. Dazu lässt er durch die Vogelfrau Melissa (Anne Libert) das Monster (Fernando Bilbao) von Dr. Frankenstein (Dennis Price) entführen. Letzterer wird getötet. Dr. Frankensteins Tochter (Beatriz Savón) sinnt auf Rache…

Meine Meinung (französische Originalversion):

Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein ist Fans von Jess Franco (Night of the Skull, Kiss Me Monster, Rififi in the City) zu empfehlen. Der Film wartet in der französischen Originalversion mit einem simplen Plot auf. Heute würde man von einem Style over substance Faktor sprechen. Der Film ist durch seine kurze Laufzeit von nur 75 Minuten sehr kurzweilig und kaum langweilig. Die später durch neue Szenen verlängerte spanische Fassung ist mehrheitlich uninteressant und wartet mit Szenen auf, die nicht zum Originalfilm passen (= neue Charaktere z.B. von Lina Romay verkörpert).

Jess Franco arbeitet hier mit einem seiner Lieblingsschauspieler zusammen: dem Schweizer Howard Vernon (The Other Side of the Mirror, Castle of the Creeping Flesh, Seven Women for Satan). Dessen Overacting ist besonders auffällig und in Erinnerung bleibend, während die Mädels für ihre Nacktheit und schrillen Kostüme/Rollen in Erinnerung bleiben. So spielt Anne Libert (stand oft in den Filmen Jess Francos vor der Kamera = z.B. in Daughter of Dracula) eine «Vogelfrau» oder ein «Vogelwesen». Beatriz Savón überzeugt als rächende Tochter von Dr. Frankenstein und Fernando Bilbao (Light the Fuse…Sartana Is Coming) passt aufgrund seiner Statur perfekt in die trashig angehauchte Rolle des Monsters.

Der Film gefällt vor allem durch tolle Settings (das Schloss als Kulisse), fantasievolle Masken, der Vermischung von Gewalt (Film jedoch grafisch sehr harmlos) und Sex (wobei der Erotikfaktor trotz vieler Nacktszenen erstaunlich klein ist), einen wunderbaren Lead (Howard Vernon) und vielen hypnotischen, surrealen und trashigen Eindrücken, die den Film stellenweise mehr zu einem Fiebertraum und Trip umwandeln, statt eines «echten Spielfilmes». Wer Jess Francos Filme mag, kann sich freuen!

Fazit: Für Jess Franco Fans zu empfehlen!

Infos:

O: La Maldición de Frankenstein

Frankreich, Spanien 1973

R: Jess Franco

D: Dennis Price, Carmen Yazalde, Howard Vernon, Anne Libert, Luis Barboo, Fernando Bilbao, Jess Franco

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 73:55 Min.

Gesehen am: Sept. 2012 / 2. Sichtung und 1. Sichtung der franz. Originalversion: 09.06.25

Fassungen: Für die 1. Sichtung (2012) sah ich die spanische Fassung (In Spanisch mit jap. Subs = DVD aus Japan von Atlus). In dieser fehlen sämtliche Nacktszenen und/oder wurden durch harmlose Einstellung ersetzt. Es wurden teilweise neue Szenen gedreht (alle Szenen mit Lina Romay), um den Film zu strecken. Zum Teil passen die Szenen nicht in den Originalfilm. Für eine 2. Sichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von Wicked Vision vor = Mediabook, zwei Fassungen an Bord (franz. Originalfassung mit den Nacktszenen und die später alternativ ausgestattete spanische Fassung) in Deutsch, Franz. oder Englisch (mit deutschen Subs). Ich sah mir die franz. Originalfassung in Franz. mit Subs an. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut, der Film Uncut. Als Bonus waren vor allem das Interview mit Stephen Thrower (ca. 26 Minuten) und Jess Franco (ca. 15 Minuten) interessant.

Montag, 18. September 2023

Der Werwolf von Washington

Der Werwolf von Washington

Story:

Jack (Dean Stockwell) arbeitet für das Weisse Haus und wird in Ungarn, nachdem er von einem Wolf gebissen wurde, zu einem Werwolf. Als er in die USA zurückkehrt, tauchen kurz Zeit später die ersten Leichen auf. Politik und Polizei ermitteln…

Meine Meinung:

Der Werwolf von Washington hat mir nicht gefallen. Der Film wurde nur geschaut, da Bonusfilm der Das Monster von Tokio Blu-Ray. Letzterer wurde als Titel für den kommenden Horroktober ausgewählt. Da ich denke, dass mir auch Das Monster von Tokio wenig zusagen dürfte und das Set verkauft/entsorgt werden wird, guckte ich mir vor dem Oktober den Bonusfilm an. Der Werwolf von Washington lohnt sich definitiv nicht.

Der Low-Budget-Film versucht sich als Horror-Satire. Vorbild sind politische Seitenhiebe auf die damalige Politik um US-Präsident Nixon, wenn ich das in Reviews richtig gelesen habe. Davon habe ich keine Ahnung (bin Jahrgang 1985), so dass diese Politik-Szenen für mich total lahm und uninteressant sind. Und leider nehmen besonders diese Szenen viel Platz ein. Wirkliche Horrorparts gibt es nicht. Nicht Mal von echtem Grusel würde ich sprechen.

Der Plot ist lächerlich, unglaubwürdig, unlustig und einfach langweilig. Der Film fesselt nicht und es wird keine Spannung oder Stimmung generiert. Auch die Szenen, die in Ungarn spielen sollen, haben null Atmosphäre (ok, auch die Bildqualität war jetzt alles andere als der Hit). Die mir unbekannten Darsteller waren auch nicht wirklich toll und die Figuren eigentlich durchs Band wenig sympathisch, das Schauspiel wenig glaubhaft. Gore oder coole Verwandlungsszenen gibt es nicht zu sehen.

Fazit: Zeitverschwendung!

Infos:

O: The Werewolf of Washington

USA 1973

R: Milton Moses Ginsberg

D: Biff McGuire, Clifton James, Beeson Carroll, Jane House, Michael Dunn, Thayer David

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 87:55 Min.

Gesehen am: Ende August 2023 / Anfang Sept. 2023

Fassungen: Der Film ist als Bonusfilm auf der deutschen Blu-Ray von Das Monster von Tokio enthalten = durchschnittliche Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch, keine Subs, Uncut.

Dienstag, 5. September 2023

Der Mann, der lacht

Der Mann, der lacht

Story:

England im Jahr 1960:

Gwynplaines Vater wird vom König (Sam De Grasse) getötet und Gwynplaine (Conrad Veidt) selbst entstellt: ein Comprachicos Chirurg (George Siegmann) verstümmelt den Jungen im Gesicht, so dass dieser immer gezwungen ist, "zu lächeln". Danach wird Gwynplaine in die Verdammnis geschickt. Er findet ein blindes Baby und wird von Ursus (Cesare Gravina), der einen Wanderzirkus/Freakshow führt, aufgenommen. Aus dem blinden Baby wird eine junge Frau – Dea (Mary Philbin) ist ihr Name. Dea und Gwynplaine verlieben sich, doch dann holt Gwynplaine seine Vergangenheit ein…

Meine Meinung:

Der Mann, der lacht ist ein Stummfilm-Klassiker des deutschen Regisseurs Paul Leni, der jedoch in den USA Filme gedreht hat. Mit Stummfilmen kenne ich mich nicht aus. Ich habe früher Mal vereinzelt den ein oder anderen gesehen und die kamen nicht in die Sammlung (Vampyr). Auch Nosferatu (im Kino gesehen) überzeugte mich nicht durchgehend. Red Heroine, am NIFFF gesehen, war ganz nett. Metropolis war der interessanteste Stummfilm, den ich bisher gesehen habe.

Das Interesse an Stummfilmen ist sehr klein. Der Mann, der lacht bekam ich geschenkt. Und Geschenke werden geschaut, auch wenn ich bereits im Voraus wusste, dass der Film wahrscheinlich nichts für meine Film-Sammlung werden wird. Und ich sollte recht behalten. Der Film, dessen Artwork schön aussieht und von der Grundidee mit dem fiesen Lächeln an den Horrorfilm Smile erinnert (eine der 2022er Kino-Überraschungen), kann man gut einmal schauen, aber im Grossen und Ganzen war mir der Plot einfach zu langweilig. Der Film hat in meinen Augen auch kaum etwas mit Horror oder Grusel zu tun – abgesehen von paar wenigen, stimmungsvollen Aufnahmen/Szenen. Es handelt sich um ein Melodrama und Liebesgeschichte.

Technisch (Requisiten, Schauspiel, Bildsprache) gibt es hingegen nichts zu motzen. Mit Conrad Veidt (Das Cabinet des Dr. Caligari), Mary Philbin (Das Phantom der Oper) oder Olga Baclanova (Freaks) wurde der Film mit dazumal gern gesehenen Darstellern auch gut besetzt, zumal die zwei Frauen auch hübsch anzusehen sind. Die Make-Up Fratze sieht in der Tat gruselig und cool aus. Diese soll später das Aussehen von Joker (Batman Gegenspieler) in den 40er Jahren (Batman Filme? Batman Serien? Batman Comics?) inspiriert haben. Die Musik fand ich wenig speziell, die Action am Ende überzeugte mich nicht. Cool fand ich das Detail um die Comprachicos. Wiki sagt dazu:

"Aus dem Englischen übersetzt-Comprachicos sind angebliche Gruppen in der Folklore, die das körperliche Erscheinungsbild von Menschen verändern sollen, indem sie heranwachsende Kinder manipulieren, ähnlich wie die gärtnerische Methode der Bonsai – das heißt, absichtliche Verstümmelung.

Das hingegen ist ein passendes Sujet für alptraumhafte Horrorszenarien und ein interessantes Detail.

Fazit: Nichts für meine Film-Sammlung. Wer jedoch Stummfilme mag, kommt um diesen Klassiker und diese Roman-Verfilmung nicht herum!

Infos:

O: The Man Who Laughs

USA 1928

R: Paul Leni

D: Conrad Veidt, Mary Philbin, Olga Baclanova, Josephine Crowell, George Siegmann, Brandon Hurst, Sam De Grasse, Cesare Gravina

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 110:12 Min.

Gesehen am: 06.08.23

Fassungen: Mir lag das deutsche Mediabook von Wicked-Vision Media vor. Im Set sind zwei Filmfassungen enthalten. Einmal die Originalfassung auf DVD und Blu-Ray und einmal die deutsche Fassung (auch je DVD und Blu-Ray). Die Originalfassung hat deutsche Subs. Beim Ton/Musik kann zwischen der 1928er oder 2018er (Filmscore vom Berklee Silent Film Orchestra) ausgewählt werden. Ich hörte den 1928er Ton, der andere gefiel mir beim Intro in den Film gar nicht. Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Film Uncut und das Mediabook gibt Infos zur Entstehung und Produktion wieder. Fassung wurde verkauft. 

Montag, 23. August 2021

Crimen ferpecto Review

Crimen ferpecto

Story:

 

Rafael González & Don Antonio Fraguas (Guillermo Toledo, Luis Varela) sind bittere Rivalen. Beide kämpfen um den Chef-Posten in einem Mode-Einkaufszentrum. In einem Streit stirbt Don Antonio Fraguas. Doch Frauenschwarm Rafael González hat Glück: die Leiche verschwindet spurlos. Doch dahintersteckt das hässliche Entlein der Abteilung: Lourdes (Mónica Cervera), welche Rafael damit nun in der Tasche hat…

 

Meine Meinung:

 

Crimen ferpecto ist eine irrwitzige und unterhaltsame Komödie von Spaniens Genre-Meister Álex de la Iglesia. Von Álex de la Iglesia kenne ich nur wenige Filme, wobei mir die Mehrheit der, welche ich sah, gefallen hat. Zum Beispiel Aktion Mutante (den sah ich bereits als Jugendlichen), El Día de la bestia (bisher nur 1x gesehen), Perdita Durango, The Last Circus (am NIFFF gesehen), My Big Night (steht nach NIFFF Sichtung noch auf Wunschliste) oder The Bar (auch am NIFFF gesehen). Nur Witching & Bitching sagte mir überhaupt nicht zu…

 

Crimen ferpecto stammt aus dem Jahre 2004 und war mir gänzlich unbekannt. Der Film hat mir nur aufgrund der Story und der Figuren gut gefallen. Es handelt sich um eine teilweise hübsch makabre und schwarze Komödie, in welcher alles möglich scheint. Realismus darf und sollte nicht erwartet werden. Schon die Einleitung und Vorstellung der Figuren und das Haupt-Setting (Kaufhaus) lässt das Zuschauerinteresse wecken.

 

Die Figuren sind hübsch überzeichnet, ohne lächerlich zu wirken. Vor allem die beiden Hauptfiguren Rafael González und Lourdes machen ihren Job extrem gut – wenig überraschend, denn ohne dies hätte der Film gar nicht funktioniert. Interessant ist auch, dass Álex de la Iglesia immer wieder mit gleichen Schauspielern arbeitet, so z.B. Luis Varela oder mit dem Polizist mit dem Augenproblem – die sah man beide auch in späteren Werken des Regisseurs.

 

Auch andere Film-Elemente sind wiederkehrend – den, ich nenne es Mal, «Clown-Fetisch» kommt auch in Crimen ferpecto in zwei Szenen zum Tragen und fand in The Last Circus seinen Höhepunkt. Auch Aktion Mutante passt, über Umwege, in diese Kategorie. Crimen ferpecto ist auf jeden Fall eine sehr spassige Angelegenheit voller nicht vorhersehbarer Szenen, köstlicher Situationskomik (das erste Dinner bei Lourdes Familie ist wohl eine der besten Szenen des Filmes) und einfach nur unterhaltsam, kurzweilig und überzeugend gespielt!

 

Fazit: Klare Empfehlung für Fans von Álex de la Iglesia!

 

Infos:

 

O: Crimen ferpecto

 

Spanien 2004

 

R: Álex de la Iglesia

 

D: Guillermo Toledo, Mónica Cervera, Luis Varela, Fernando Tejero, Kira Miró

 

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 103:16 Min.

 

Gesehen am: Ende Mai 2021

 

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Wicked-Vision vor = Mediabook mit Booklet und Soundtrack on Disc, Deutsch/Spanisch mit deutschen Subs und vielen Extras. Bild- und Tonqualität sind sehr gut.