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Montag, 8. Dezember 2025

Sons of the Neon Night Review

 
ZFF 2025

Sons of the Neon Night

Story:

Der Drogenkrieg fordert durch Explosionen und Schiessereien Tote. Darunter befindet sich auch Moreton Lis (Takeshi Kaneshiro) Vater, der die Drogengeschäfte geleitet hat. Moreton Li will dem illegalen Drogengeschäft den Rücken kehren. Doch die Männer seines Vaters und sein Bruder sind anderer Meinung…

Meine Meinung:

Sons of the Neon Night hat chaotische Drehbedingungen hinter sich. Angeblich begangen die Dreharbeiten 2017 aber mussten durch die damalige Corona Krise mehrfach unterbrochen werden. Inzwischen sind mind. drei Personen der Produktion gestorben, die am Film beteiligt waren (werden alle im Abspann gewürdigt). Der Film feierte im Sommer 2025 in Cannes Weltpremiere. Die Feedbacks waren vernichtend (ein Grund war sicher, dass der über 2stündige Filme nach 00.00 Uhr lief). Die Tatsache, dass der Film ursprünglich zwischen 6-9 Stunden gelaufen sein soll und nun auf 125 Minuten zusammengestaucht wurde, trug nicht zur Qualitätsgewinnung bei.

Ich hatte die Chance, den Film am ZFF zu sehen. Und ich fand Sons of the Neon Night, den neusten Film vom Rigor Mortis Regisseur Juno Mak Chun-Lung, weniger schlecht als erwartet. Auch die Effekte fand ich für einen neuen HK-Film als weniger schlecht als erwartet. Was hingegen negativ auffüllt ist die Tatsache, dass scheinbar wirklich Unmengen an Plot fehlen. Figuren tauchen auf, Figuren verschwinden, Figuren, die zuvor noch Freunde waren, töten sich plötzlich grundlos etc. Wenn ich mir jetzt noch vorstelle, das Ungeübte Zuschauer die Darsteller nicht kennen und sich nicht an diesen orientieren können, sind die negativen Cannes Kommentare noch nachvollziehbarer. Der Plot endet offen und Juno Mak Chun-Lung hat sich am Kino von Johnnie To orientiert.

Ich fand den Film ok. Optisch fand ich den sogar cool. Der Film spielt in einem alternativen (surrealen) Hong Kong im Jahr 1994 (es schneit die ganze Zeit und es gab in diesem HK bereits 1994 Smartphones) und von der Optik erinnert der Film stark an Havoc. Ich hätte mir den Film in Sachen Action, als Ganzes und in Sachen CGI schlimmer vorgestellt. Die Explosionen und Crashs mit dem Bus oder Autos fand ich weniger gut als die Schiessereien. Der Start des Filmes war schon noch cool und auch gegen Ende gibt es immer wieder einzelne Action-Momente, die vor allem optisch interessant eingefangen wurden. Und mit Blut wird auch nicht gespart. Es geht aber definitiv mehr um den Look, als um den Inhalt (zumindest in dieser Kinofassung).

Der Cast kann sich sehen lassen: Takeshi Kaneshiro (Hero), Louis Koo (Paradox), Tony Leung Ka-Fai (Double Vision), Lau Ching-Wan (hier als Sean Lau gelistet). Zudem ist Alt-Star Lowell Lo Koon-Ting (spielt in Rosa an Yuen Biaos Seite) in einer Szene zu sehen und auch Conan Lee (Ninja in the Dragon's Den) spielt mit (ihn konnte ich nicht 100% ausmachen, ich hatte zwei Figuren im Visier). Erst jetzt sehe ich, dass auch Shaw Brothers Schläger Lau Wing (Mrs K) mit von der Partie ist. Optisch fand ich den Film durchaus gelungen, auch in den Action-Szenen (zum Teil) und auch die Musik war stark. Nicht uninteressant. Aber warum eine solche Rumpffassung überhaupt erscheint (warum den ursprünglichen Film nicht als Serie auf Netflix verkaufen?), bleibt ein Rätsel und macht auch kommerziell wenig Sinn.

Fazit: Ein Film, der polarisieren wird!

Infos:

O: Fung lam fo saan

HK 2025

R: Juno Mak Chun-Lung

D: Takeshi Kaneshiro, Lau Ching-Wan, Tony Leung Ka-Fai, Louis Koo, Conan Lee, Lowell Lo Koon-Ting, Lau Wing

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 125 Min.

Gesehen am: 26.09.25

Fassungen: Am ZFF (Zürich Film Festival) 2025 gesehen im O-Ton mit englischen Subs. Eine DVD oder Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: Sept. 2025). Es gibt Gerüchte, dass der Film ehemals sechs-neun Stunden dauerte und dann zu einem Film geschnitten wurde. Ob die ursprüngliche Fassung (ggf. als Serie) zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht wird, ist unbekannt.

Montag, 8. Juli 2024

Twilight of the Warriors: Walled In

NIFFF 2024

Twilight of the Warriors: Walled In

Story:

Nachdem Chan Lok Kwan (Raymond Lam) unabsichtlich Drogen von Mr. Big (Sammo Hung) klaut, flüchtet dieser von Mr. Bigs Schergen (u.a. Philip Ng) in die Walled City. Chan Lok Kwan freundet sich mit Shin (Chun-Him Lau), Twelfth Master (Tony Tsz-Tung Wu) und AV (Man Kit Cheung) an. Unter ihrem Boss Tornado (Louis Koo) wird Chan Lok Kwan zu einem «Mitglied» der Familie. Als sich jedoch herausstellt, dass Chan Lok Kwan der Sohn eines Mörders (Aaron Kwok) ist, hinter welchem Tornados Sworn Brother (Richie Jen) her ist, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

Was den neuen HK-Film Twilight of the Warriors: Walled In angeht, war ich extrem skeptisch. Der Film, der in Cannes lief, drohte ich in Neuenburg am NIFFF zu verpassen. Ich würde das Ende des Filmes nicht sehen können, Ticket bereits gekauft hin oder her, da ich auf den letzten Zug muss. Solche NIFFF Sichtungen sind immer wertvoll. Sie bewahren mich vor einem späteren DVD/Blu-Ray Fehlkauf. Um Twilight of the Warriors: Walled In, wie ich nun las eine Comic-Verfilmung in der berühmten Walled City spielend, gibt es inzwischen, in Foren und Social Media, einen grossen Hype, den ich nicht glauben konnte/wollte.

Das hat auch mit Regisseur Soi Cheang zu tun. Ich bin kein grosser Fan von ihm und finde ihn überbewertet. Siehe Limbo als Beispiel. Auch SPL 2: A Time for Consequences hat es nicht in die Sammlung geschafft, obwohl das Mitwirken von Kampf erfahrenen Schauspielern wie Tony Jaa (Ong-Bak) und Co. The Monkey King mit Chow Yun-Fat, Aaron Kwok und Donnie Yen war auch nur CGI-Kommerzschrott der übelsten Sorte. China Blockbuster. Der hat es auch nicht in die Sammlung geschafft. An Dog Bite Dog kann ich mich nicht erinnern. Müsste den Mal auffrischen.

Mein Karma meinte es gut mit mir: eine Kollegin fuhr mich, und sogar ohne Geld zu nehmen, nachts von Neuchatel nach Hause. Mit anderen Worten: ich konnte den Film am NIFFF bis zu Ende schauen, unabhängig davon, ob ich den letzten Zug jetzt verpassen würde oder nicht. Der Film war schlechter besucht, als ich es erwartet hätte. Mein Kumpel hatte grosse Erwartungen an den Film, ich eigentlich gar keine. Nach der Sichtung kann ich sagen, dass ich Twilight of the Warriors: Walled In besser fand als erwartet. Ich wurde positiv überrascht.

Zwar haben mir einige Action- und Kampfszenen (einzelne Momentaufnahmen) nicht gefallen, da digital unschön inszeniert (sahen künstlich, unecht, Fake, CGI behaftet aus), aber es gab genug Action, die mindestens und immerhin solide und gut in Szene gesetzt war. Zudem haben einige Aspekte an klassische Old School Kung Fu Filme erinnert: zum Beispiel, dass Kämpfer Schwerthiebe und Verletzungen wegstecken, ohne Verletzungen davon zu tragen, weil sie eine besondere Kampffähigkeit anwenden oder mit den Zähnen Schwerter festhalten und diese brechen. Das fand ich wirklich cool da in einem modernen Setting nicht so erwartet (dass es eine Comic Verfilmung ist, habe ich erst nach der Sichtung gelesen).

Und ich muss sagen, dass mir der Film sogar unabhängig von der Action her vom Plot und den Figuren her gut gefallen hat. Mit anderen Worten hat mir der Film sogar als ganzes Paket, also als Film mit Figuren, deren Entwicklungen oder der Dramatik des Plots (um Bruderschaft, Verrat, Rache) gut gefallen. Auch in der Hinsicht fühlte ich mich ans alte HK-Triaden-Kino der 80er und 90er erinnert. Ich fand es auch gut, dass die Jungspunde viel Platz bekommen haben und die älteren Stars weniger (vielleicht mit Ausnahme von Louis Koo). Ich würde nicht behaupten, dass der Film 100% den Geist der 80er oder 90er Jahre HK Filme versprüht, aber in einzelnen Momenten lässt er gewisse Vibes aufkommen, die daran erinnern.

Der Film, der von Wilson Yip (Sha Po Lang) produziert wurde, war trotz der langen Laufzeit nicht langweilig. Die Kampfszenen hat Japaner Tanigaki Kenji choreographiert. Anfang der 90er zog es ihn aus Japan nach HK, wo er im Filmgeschäft tätig war (als Choreograph, Director, Actor) und in diversen Produktionen beteiligt war (Legend of the Wolf, Flash Point, Enter the Fat Dragon, Wu Xia). Vor allem Zusammenarbeiten mit Donnie Yen waren die Folge. Was den Cast betrifft, haben diese eine gute Figur gemacht. Was Alt-Stars angehen haben mich vor allem Louis Koo (Rob-B-Hood) und Sammo Hung (Der kleine Dicke mit dem Superschlag) überzeugt. Aaron Kwok (Close Escape) kommt nur in einer Flashback-Szene als Killer vor.

Was dem Film vielleicht angekreidet werden kann, ist das Overacting von Philip Ng. Mich persönlich hat es nicht gestört, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass dies einige Zuschauer als doof markieren würden. Zudem wurde rein optisch wenig aus dem Setting gemacht: der Film hätte genau so gut ausserhalb der Walled City spielen können. Einige politische Themen diesbezüglich wurden nett eingefangen. Die Dialoge vor dem Abspann könnte man sogar China kritisch deuten. Interessant, dass dies von den chinesischen Zensoren anders beurteilt wurde. Desgleichen mit dem ganzen Rauchen. Da wird gepafft als gäbe es kein Morgen mehr, was natürlich wunderbar zur Zeit passt, in welcher die Handlung vorgetragen wird.

Fazit: Besser als erwartet. Fans des HK-Kinos können einen Blick riskieren!

Gefolgt von: Twilight of the Warriors: Dragon Throne

Infos:

O: Jiu Long cheng zhai · Wei cheng

HK 2024

R: Soi Cheang

D: Louis Koo, Sammo Hung, Richie Jen, Raymond Lam, Terrance Lau, Philip Ng, Kenny Wong Tak-Ban, Aaron Kwok, Chun-Him Lau, Tony Tsz-Tung Wu, Man Kit Cheung

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 126 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen im O-Ton mit englischen Subs. Soll Ende Jahr in den USA von Well Go USA erscheinen.

Samstag, 9. September 2023

Overheard

Overheard

Story:

Unter der Leitung von Kelvin (Alex Fong) arbeiten Johnny (Lau Ching-Wan), Gene (Louis Koo) und Max (Daniel Wu) an einem neuen Fall. Sie ermitteln verdeckt gegen die Firma E&T. Dessen Boss (Michael Wong) und Angestellte (u.a. Waise Lee) tätigen illegale Machenschaften an der Börse, sind korrupt und schrecken auch vor Mord nicht zurück. Der Job wird erschwert durch die Tatsachen, dass Johnny eine Affäre mit Kelvins Ehefrau (Zhang Jingchu) hat, Gene einen kranken Sohn hat und bei ihm selbst Krebs diagnostiziert wurde und auch Max braucht dringend Geld. Als Gene und Max Beweise unterschlagen und löschen, um viel Geld zu machen, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

Overheard bekam ich, wenn ich nicht irre, geschenkt. Ansonsten wäre das ein mir total unbekannter Film gewesen, denn ich wohl nie gesehen hätte. Der Film wurde nach dem Erfolg von Infernal Affairs realisiert (ok, liegen doch mehr Jahre dazwischen, als gedacht) und ist ein Mix aus Crime, Thriller, Drama und Action. Als ich die Inhaltsangab von Overheard las, sanken meine schon nicht hohen Erwartungen in den Keller. Zu viel Drama: kranker Sohn, Affäre, Krebsdiagnose etc. Solche Klischees, wie ich sie sonst nur aus Hollywood-Filmen kenne, werden im asiatischen Kino oft über dramatisiert dargestellt.

So verging mir eigentlich schon fast vor dem Schauen des Filmes die Luft auf die Produktion, welche zwei Fortsetzungen generierte. Doch ich wurde eines Besseren belehrt und Overheard war im Grossen und Ganzen klar besser als erwartet. Das lag zum einen an der Tatsache, dass der Film nicht langweilig ist. Es ist immer eine Spannung vorhanden und gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse. Einzelne (kompromisslose) Momente sind nicht vorhersehbar und brutal, derb und wirklich dramatisch. Dass eine der Hauptfiguren am Ende jedoch überlebt, ist leicht schade. Das Ende wäre deprimierender gewesen, wenn er wirklich getötet worden wäre.

Der Film ist gut gemacht, dem Plot ist leicht zu Folgen und technisch ist der Film stark in Szene gesetzt. Es gibt schöne Bilder der HK-City zu sehen und es wird überraschend viel geraucht. Die Grenzen zwischen Gut und Böse, Cop und Gangster, verschmelzen und die dramatischen Elemente fügen sich gekonnt in den Plot ein, dessen Handlungsstränge vor dem Finale eskalieren. Teilweise fesselt der Film mehr, als erwartet. Und gut besetzt ist der Film mit Namen wie Alex Fong (Iron Angels II), Lau Ching-Wan (Black Mask), Louis Koo (Rob-B-Hood), Daniel Wu (Naked Weapon), Michael Wong (Hongkong Cop - Im Namen der Rache) oder Waise Lee (Shadow Cop) auch.

Fazit: Hätte ich davon eine bessere Fassung gesehen (DVD oder Blu-Ray), hätte ich den sogar behalten. Aber die technisch sehr limitierte und qualitativ minderwertige Version (VCD) wird verkauft/entsorgt.

Gefolgt von: Overheard 2

Infos:

O: Sit Yan Fung Wan

HK 2009

R: Felix Chong, Alan Mak

D: Alex Fong, Lau Ching-Wan, Louis Koo, Daniel Wu, Michael Wong, Waise Lee, Zhang Jingchu

Laufzeit der HK-VCD: Ca. 100 Min.

Gesehen am: 11.08.23

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Panorama vor = O-Ton, feste englische und chinesische Subs, Uncut, mittelmässige Bild- und Tonqualität. In Deutschland unter dem Titel Abgehört – Trau niemals einem Cop mit total miesem Cover-Artwork auf Blu-Ray zu haben (Deutsch/Canto mit Subs).

Samstag, 13. November 2021

Rob-B-Hood Review


Rob-B-Hood

Story:

 

Drei Kleinganoven (Jackie Chan, Louis Koo, Michael Hui) geraten an ein Baby (Matthew Medvedev) und an andere Gangster (u.a. Ken Lo, Wu Gang, He Jun), während auch die Polizei (u.a. Yuen Biao) im Fall ermittelt…

 

Meine Meinung (basiert auf der Kinofassung):

 

Ich Moment schaue ich nicht nur neue und ungesehen Filme, sondern gucke bewusst auch Filme aus der Sammlung, welche ich lange nicht mehr sah. Im Falle von Rob-B-Hood, einer HKer-Action-Komödie von Benny Chan (Magic Crane) war mir ziemlich klar, dass der Film wohl die Sammlung verlassen würde. Das gäbe Platz für VHS in den Regalen, da der Film als grosse DVD-Box (Limited Edition) aus Hong Kong vorlag. Daher bewusst Rob-B-Hood gesichtet und ja: der Film wird die Sammlung verlassen!

 

Schlecht ist Rob-B-Hood per se definitiv nicht. Aber halt mehr Komödie als Action-Film. Dazu eine Komödie mit einem Baby. Brauch ich eigentlich nicht sehen. Um in der Sammlung zu bleiben hätte es mehr Action, weniger Komödie/weniger Baby und eine bessere Figurenzeichnung gebraucht. Die Bösewichte waren nämlich mehrheitlich uninteressant (Ausnahme: die zwei in weiss gekleidete Kämpfer im Finale). Und hier und da (im Finale) gibt es zu viel Dramatik (ist das Baby tot oder nicht).

 

Dazu kommt, dass Michael Hui (The Contract) im Film total verschenkt wird. Zwar hat die Figur im Extended Cut mehr Szenen, dennoch wirkt er nicht integriert und neben den Hauptfiguren und Stars wie Jackie Chan (Wooden Man) oder Louis Koo (Paradox) wird ein Fremdkörper. Der Bruder von Samuel (The Last Message) und Ricky Hui (Ghost for Sale) wurde wohl nur geholt, um auch ein älteres Kinopublikum ins Kino zu locken.

 

Jackie Chan und Louis Koo machten ihre Sache solide. Ken Lo ist Ken Lo. Sagt mr im neueren HK-Kino weniger zu als in seinen 90er Jahren Rollen (z.B. Cheetah on Fire). Shaw Brothers Legende Ku Feng (The Avenging Eagle) habe ich verpasst. Dafür hatte ich an einem kleinen Kino-Comeback von Yuen Biao (On the Run) Freude. Vor allem sein Kampf mit den Handschellen gegen Jackie Chan mochte ich sehr.

 

Der Film von Benny Chan ist technisch gut gemacht. Die wenigen Action- und Kampfszenen waren sogar sehr ordentlich und sogar teilweise überraschend besser als erwartet. Dies gilt vor allem für die Finalkämpfe, wo viel kaputt geht und Jackie Chan und Louis Koo gegen Wu Gang und He Jun, die zwei Männer in weiss, kämpfen. Und diese verlangen unseren Helden einiges ab. Das der Kampf so gut war, hatte ich nicht mehr in Erinnerung (Erstsichtung als Extended Edition ist lang her). Im Abspann gibt es die obligatorischen (und teilweise amüsanten) Outtakes zu sehen.

 

Fazit: Ordentliche (Action)Komödie (Inhalt: Baby) mit Jackie Chan. Gut, aber kein Must Have Titel.

 

Infos:

 

O: Bo Bui Gai Wak

 

HK 2006

 

R: Benny Chan

 

D: Jackie Chan, Louis Koo, Michael Hui, Matthew Medvedev, Ken Lo, Wu Gang, He Jun, Yuen Biao, Ku Feng, Nicholas Tse

 

Laufzeit der HK-DVD: 121:46 (Kinoversion) / 135:12 (Extended Cut)

 

Neusichtung am: August 2021

 

Fassungen: Mir lag die HK-DVD aus HK von Joy Sales vor und zwar die Limited Edition mit Spezialverpackung und Gimmicks. Der Film liegt in zwei Fassungen vor (Kino- und Extended Cut). Letzterer ist nur in Sachen Handlung länger. Bild- und Tonqualität sind sehr gut. O-Ton und englische Subs liegen bei. In Deutschland von Splendid zu haben (DVD/Blu-Ray).

Mittwoch, 1. Mai 2019

L Storm Review

L Storm

Story:

Luk Chi-Lim (Louis Koo Tin-Lok) arbeitet bei der Anti-Korruptionsbehörde und steht nun selbst unter Verdacht, korrupt zu sein und hohe Geldsummen angenommen zu haben. Er wurde von Gangstern (u.a. Patrick Tam Yiu-Man) reingelegt und wird von zwei Behörden gejagt (eine geführt von Julian Cheung Chi-Lam, die andere von Kevin Cheng Ka-Wing) während er versucht, seine Unschuld zu beweisen und hinter den Gangstern her ist…

Meine Meinung:

Über zehn Stunden im Flugzeug – was tun? Filme schauen – was tun, wenn man schon drei geschaut hat und es dauert noch immer mehrere Stunden? Mehr Filme schauen – also fiel die Wahl auf L Storm, von dem ich dachte, in einem Forum, vor längerer Zeit einmal, einen Trailer gesehen zu haben. Die Grundidee, dass ein Agent reingelegt und zum Gejagten wird, gefiel mir. Zudem: reine HK-Produktion.

L Storm war okay. Durch und durch okay und gut schaubar. Die Zeit ging vorbei und dem Inhalt gelingt es, zu fesseln, zu unterhalten und einen Spannungsbogen zu generieren. Allerdings ging ich ohne jegliche Erwartung an den Film, so dass L Storm dennoch kein Highlight ist – und kein Film für die Sammlung. Laut Plakat lief der Film sogar im Kino, was mich überrascht, denn rein von dem Budget und den Action-Szenen (der Qualität) bewegt sich das ganze nur auf TV-Niveau.

Das war das grösste Manko am Film – der Mix aus Action, Thriller, Krimi und Agentenfilm überzeugt nur dann, wenn es keine Action gab. Die Actionszenen waren nämlich fast alle schlecht, einige der CGI Effekte waren einfach nur grottenschlecht und peinlich (in der Luft wirbelnde Geldscheine, Abgründe, Explosionen…). Auch die Kampfszenen reisen nicht vom Hocker – diesbezüglich ist, ein immer älter werdender Louis Koo, der gefühlt in jedem zweiten China und HK-Film mitspielt, keine gute Wahl.

Louis Koo (Flash Point, Paradox) war auch die einzige Figur, die kaum Charisma hatte und gar keine Emotionen beim Zuschauer auslöste. Man wusste so oder so, dass er am Ende die Wahrheit ans Licht bringt und ihm nichts passiert (von den Gangstern). Da waren die Bösewichte und die anderen zwei Agenten, welche je eine andere Behörde führten, besser charakterisiert. Julian Cheung Chi-Lam agiert dabei sympathisch, während Kevin Cheng Ka-Wing ein echtes Ekel und Widerling spielt – ein grosser Unsympath.

Obwohl die Action nicht wirklich gut war, hat es den Film abwechslungsreich gemacht, so dass das Schauen schnell und zackig von statten ging – ohne grössere Lägen. Daher kann ich sagen: L Storm ist okay – kann man gut einmal schauen, aber kein Film für die Sammlung. Ob der Film wirklich eine echte Geschichte erzählt, was das Ende (Texteinblendungen) suggeriert, weiss ich nicht. Die Vorgänger (der Film ist eine Fortsetzung) muss man nicht gesehen haben, um L Storm zu schauen.

Infos:

O: L Fung Bou

HK 2018

R: David Lam

D: Louis Koo Tin-Lok, Patrick Tam Yiu-Man, Julian Cheung Chi-Lam, Kevin Cheng Ka-Wing

Laufzeit der Originalversion: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Ende März 2019

Fassungen: Ich sah den Film in der Originalversion mit chinesischen und englischen Subs im Flug von Südkorea nach Deutschland. Uncut. In HK raus auf DVD oder Blu-Ray (Uncut, O-Ton, englische Subs). Es gibt noch keine deutsche Fassung (Stand: März 2019).

Dienstag, 14. August 2018

Flash Point Review

Flash Point

Story:

Polizist Jun (Donnie Yen) versucht das Leben seines Undercover Kollegen (Louis Koo) zu schützen, nachdem seine Tarnung aufgeflogen ist. Die Gangster (u.a. Collin Chou) haben es sich zur Aufgabe gemacht, den falschen «Kumpel in ihren Reihen» und dessen Umfeld zu eliminieren…

Meine Meinung:

Nach dem Erfolg von Sha Po Lang (2005) kamen Regisseur Wilson Yip und Star Donnie Yen in Dragon Tiger Gate (2006) und danach für Flash Point (2007) erneut zusammen. Spätere Filme sollten folgen (Ip Man 1-3).

Flash Point war für mich schon nach der Erstsichtung kein Kracher. Dieser Eindruck bestätigte sich auch beim wiederholten Male schauen. Trotzdem war auch Flash Point ein grosser Erfolg.

Schwach ist die Story, die mangelnde Action und Längen in den ersten ¾ des Filmes. Die Undercover Story ist nicht neu und bisschen 08/15 Kitsch und Dramatik gibt’s auch zu sehen. Kent Chengs Part ist diesbezüglich auch nicht der Rede wert. Am schlimmsten sind aber die Längen. Film wirkt deutlich länger als 87 Min.

Gut waren Donnie Yen (Mismatched Couples, Iron Monkey, Legend of the Wolf), Louis Koo (Paradox), Ray Lui (Bösewicht) und am meisten Freude hatte ich an Collin Chou (Hauptbösewicht). Ihn mag ich als Bösewicht (Drugs Fighters, Encounters of the Spooky Kind 2 oder The Bodyguard From Beijing) immer. Interessant ist auch, dass Collin Chou bereits in der Martial Arts Filmwelt gegen Donnie Yen antrat – und zwar in dem Low-Budget Streifen City of Darkness, in welchem sich beide ein spektakuläres Kampffinale liefern (und der Film ist besser als Flash Point).

Nebst den oben genannten Stars, der soliden Machart (genug Budget) des Filmes haben vor allem der Soundtrack und die Action im Finale gefallen, welche den Film retten, aus der Sammlung zu fliegen. Zwar gibt es auch zuvor 1-2 kürzere Actionszenen, die aber nicht wirklich spektakulär ausgefallen sind, sodass der Fan bis zum Ende warten muss, bis es wirklich knallt. Einige Duelle, Einstellungen und Musikuntermalungen erinnern ans Western Genre und genug Abwechslung ist auch vorhanden (Verfolgungsjagd, Shoot-Outs, Kämpfe, Stunts) in denen vor allem Donnie Yen und Collin Chou austeilen und einstecken – ein Genuss!

Trotzdem schafft es das lange Finale nicht, für die vielen Längen und lahmen Szenen am Anfang und Mittelteil zu entschuldigen. So gesehen ein nur durchschnittlicher Film, dem mehr Action durch die Story hindurch sehr gutgetan hätte! Die dramatischen Szenen nerven aber zum Glück weitaus weniger als in Paradox, Sha Po Lang und Co.!

Infos:

O: Dao Huo Xian

HK 2007

R: Wilson Yip

D: Donnie Yen, Louis Koo, Collin Chou, Ray Lui, Xing Yu, Fan Bingbing, Kent Cheng

Laufzeit der HK DVD: 87:03 Min.

Gesehen am: Oktober 2007 / 2. Sichtung 28.05.18

Fassungen: Mir lag die Code drei DVD aus HK von Deltamac vor = Schuber, sehr gute Bild- und Tonqualität (DTS Tonspur), O-Ton und englische Subs vorhanden, Uncut. In Deutschland Uncut in Deutsch/Kantonesisch mit deutschen Subs auf Blu-Ray zu haben (Label: EuroVideo).