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Mittwoch, 1. Januar 2025

Genocide

Japanuary 2025

Genocide

Story:

Ein Flugzeug der US-Air-Force stürzt über Japan ab, nachdem es von einem Schwarm Bienen angegriffen wurde. Die Besatzung kann sich zwar retten, doch der Soldat (Chico Lourant), der die Beobachtungen hautnah miterlebte, ist kognitiv dem Wahnsinn verfallen. Diverse Parteien, darunter eine mysteriöse Blondine (Kathy Horan), versuchen hinter das Geheimnis des Geschehens zu kommen…

Meine Meinung:

Für den aktuellen Japanuary habe ich von meinem Kumpel einige Filme geliehen bekommen. Darunter Genocide, ein Film aus dem Jahr 1968 und ein skurriler Genre-Mix aus Sci-Fi, Sozialkritik, Agentenfilm/Krimi/Abenteuer- und Tierhorror. Der Film von Kazui Nihonmatsu (Guila, Frankensteins Teufelsei) ist dabei nur durchschnittlich geraten, trotz internationalem Cast und Namen wie Chico Lourant (The Street Fighter, Detective Bureau 2-3: Go to Hell, Bastards!) oder Kathy Horan (The Green Slime), die auch abgesehen von Genocide in mehreren japanischen Genre-Filmen zu sehen waren.

Leicht erinnert der Film sogar an Tsui Harks Meisterwerk Die Todesgrotten der Shaolin. Der Plot war für mich, und damit werde ich dem Film nicht ganz gerecht, konfus. Dies auch aufgrund Flashback und fehlender englischer Dialoge. Die mir vorliegende Fassung lag nur in Japanisch ohne Untertitel vor, so dass ich die Motive, Erklärungen und Verläufe des Plots nicht 100% verstehen konnte. Der Film hatte aber definitiv Längen und das Schauspiel, besonders von Chico Lourant als kognitiv eingeschränkter, war schlecht und peinlich gespielt (à la Dean Shek in A Better Tomorrow 2).

Der Film startet mit charmanten Effekten, wenn das Modellflugzeug zu brennen beginnt und abstürzt. Die Insekten, vor allem Bienen, sind mehr Nebendarsteller in der Geschichte. Es gibt aber doch einige Close-Ups von Insekten, so dass auch Dario Argento, der dies auch für Phenomena umsetzte, Freude gehabt hätte. Dazu gibt es auch hier und da Archiv-Aufnahmen vom Krieg zu sehen. Auch damit spielt der Film und auch eine (Atom?)Bombe ist für den Plot von Wichtigkeit. Ich habe auch gelesen, dass die von Kathy Horan gespielte Figur (= Bösewicht) eine Holocaust-Überlebende spielen soll. Warum sie aber die Welt (mit Hilfe der Insekten) vernichten will, ist mir unklar. Aber im Grossen und Ganzen ist der Film mehrheitlich lahm und naiv, so dass ich den Streifen nicht wirklich empfehlen kann.

Infos:

O: Konchû daisensô

Japan 1968

R: Kazui Nihonmatsu

D: Chico Lourant, Kathy Horan, Reiko Hitomi, Emi Shindo, Yūsuke Kawazu, Keisuke Sonoi

Laufzeit der jap. DVD: 84:03 Min.

Gesehen am: Jan. 2025

Fassungen: Mir lag die japanische DVD von Shochiku Home Video vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, nur Japanischer Ton ohne Untertitel. War früher in Deutschland (Titel: Genocide - Die Killerbienen greifen an) nur zensiert zu haben. Das Label NEW haben den Film jedoch in der Zwischenzeit auch Uncut veröffentlicht (dürfte wohl 1:1 der DVD aus Japan entsprechen). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Jan. 2025).

Samstag, 23. Januar 2021

Crest of Betrayal Review

Japanuary 2021

Crest of Betrayal

Story:

 

Es werden zwei komplexe Geschichten miteinander verbunden: Tamiya Iyemon (Kōichi Satō) plant seine Rache an Lord Kira (Takahiro Tamura) und tritt dafür dem Asano Clan unter der Herrschaft von Lord Asano (Hiroyuki Sanada) bei. Dies hat viele Intrigen, Reaktionen und Tote zur Folge. Unter anderem wird eine Frau (Saki Takaoka) vergiftet, welche sich selbst umbringt und danach als rächender Geist zurückkehrt, um Rache an Tamiya Iyemon zu nehmen…

 

Meine Meinung:

 

Crest of Betrayal ist nicht der erhoffte Kracher, den ich mir unter dem Titel von Kinji Fukasaku vorgestellt habe. Eine Art-Comeback-Versuch des Samurai-Settings (unter anderem) und Anlehnung an seine alten Klassiker wie The Legend of the Eight Samurai und Co. Interessant ist, dass Kinji Fukasaku (Graveyard of Honor) zwei bekannte japanische Legenden im Film vereint und kombiniert:

 

1. Tokaido Yotsuya Kaidan (Ghost Story of Yotsuya):

Typische Story, in der eine Person, meist eine Frau, wegen niedrigen Beweggründen den Tod findet und als rächender Geist zurückkehrt.

 

2. Chushingura Gaiden" (The Loyal 47 Retainers): Ein Clan- Anführers wird durch Seppuku zum Tod verurteilt, während 47 loyale Männer des Clan Anführers heimlich einen Rachepakt schmieden, um ihren Meister zu rächen.

 

Diese beiden Geschichten werden vereint und durch die Figur Tamiya Iyemon zusammengehalten. Er ist quasi der 48. loyale Ronin, der jedoch mehr auf seine Bedürfnisse aus ist, statt seinen Meister zu rächen. Seine Bedürfnisse befriedigen bedeutet: seine Frau töten, damit er sich in eine reiche Familie einheiraten kann. Dumm nur, dass diese als Geist zurückkehrt…

 

Ich bin ehrlich: die Story war kompliziert, vor allem da keine englischen Subs und da viele Haupt- und Nebenfiguren und viele Zeitsprünge in den zwei Plots. Dazu kommt, dass ich keinen der Stars (ausser Hiroyuki Sanada) kenne d.h. Mühe hatte zu wissen, wer nun zu wem gehört. Identifikationsfiguren fehlen. Dass ich eine Fassung ohne Subs schaue, dafür kann der Film nichts und damit tue ich Kinji Fukasakus Werk auch etwas Unrecht.

 

Ich fand, aber auch losgelöst davon, dass der Film von beiden Settings zu wenig Action bot. Da wäre mehr besser gewesen. Es gibt zu wenig Samurai- aber auch zu wenig Ghost-Action. Teilweise hatte der Film auch hier und da einen gewissen Anflug von Humor, der nicht wirklich passte. Dies in Kombination mit der superben Ausstattung lässt das Wort Edel-Trash vor meinem geistigen Auge aufkommen, da Kinji Fukasaku krampfhaft versucht ist, an seine glorreichen, alten Samurai-Klassier-Zeiten anzuknüpfen was ihm jedoch nur teilweise gelingt.

 

Womit der Film punktet sind Budget, Musik (alleine der Vorspann ist schon ein absoluter Genuss!) und die Bilder, Effekte und Settings: farbenfroh, aufwändig, abwechslungsreich, authentisch, stimmungsvoll (die Geister-Szenen)! Besonders die Geister-Szenen fand ich stark (beginnen auf Seite B der LD). Davon hätte ich gerne etwas mehr gesehen. Vielleicht wäre es besser gewesen, nur eine der Folkloren zu verfilmen, statt zwei Geschichten miteinander zu verschmelzen (da wird man keiner der Geschichten so wirklich gerecht, besonders bei einer Laufzeit von nur knapp 100 Minuten).

 

Fazit: Nicht der erhoffte Kracher aber auch kein wirklich schlechter Film! Könnte mir in Zukunft besser gefallen, da ich weiss, was mich erwartet und für zukünftige Sichtungen hole ich mir ein Bootleg mit verständlichen Subs zur Original-LD dazu…

 

Infos:

 

O: Chushingura gaiden yotsuya kaidan

 

Japan 1994

 

R: Kinji Fukasaku

 

D: Kōichi Satō, Saki Takaoka, Keiko Oginome, Hiroyuki Sanada, Takahiro Tamura, Renji Ishibashi, Eriko Watanabe, Shōhei Hindo

 

Laufzeit der jap. LD: Ca. 105 Min.

 

Gesehen am: Jan. 2021

 

Fassungen: Den Film gibt es offiziell nur in Japan d.h. ohne englische Subs, die aber für die Story wichtig wären, sofern man kein Japanisch spricht/versteht/lesen kann. Mir lag die LD aus Japan von Shochiku vor = O-Ton, keine Subs, Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität. Technisch sicher einer der besten LDs, welche ich je sah/hörte. Wer englische Subs möchte, muss in den USA eine Bootleg-DVD erwerben. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2021).