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Mittwoch, 4. März 2026

Shanghai Massacre

Shanghai Massacre

Story:

China während der japanischen und französischen Besetzung:

Drei Gruppen von Chinesen (Wang Kuan-Hsiung, Elsa Yang Hui-Shan, Lung Fei, Chan Sing, Chen Hung-Lieh) beherrschen Shanghai. Als Elsa von Yasuaki Kurata getötet wird, schwört der ehrenhafte Wang (Wang Kuan-Hsiung) Rache…

Meine Meinung:

Von Shanghai Massacre war ich doch recht enttäuscht. Der Film, der mir einmal von einem Deutschen für 200 (!!!) Euro angeboten wurde (ich fand den dann für ca. 20-40 CHF), enttäuscht vor allem durch die wenige Anzahl von Actionmomenten. Bei dem Cast, der den Film auflaufen lässt, grenzt das Endergebnis an Potenzialverschwendung und kommt fast schon einer Arbeitsverweigerung gleich. Trotz Lee Tso-Nam (The Woman Avenger) als Regisseur, trotz First Films (Mission Kiss and Kill) als Produktionsfirma und trotz Blacky Ko Shou-Liang (Master Killers) als Action-Regisseur.

Trotz vielen bekannten Namen wie Elsa Yang (Deadly Silver Angels), Wang Kuan-Hsiung (Diamond Fight), Yasuaki Kurata (Legend of a Fighter), Lung Fei (Master of the Flying Guillotine), Chan Sing (Shaolin Warrior) und Chen Hung-Lieh (The Masks) wird der Kung Fu Fan am Ende enttäuscht. Viele der Stars kommen nur selten und teilweise nicht Mal in Action-Szenen vor. Wang Kuan-Hsiung und Elsa Yang sind die Hauptfiguren und Japaner Yasuaki Kurata, der natürlich einen Bösewicht spielt, kommt nur im letzten Viertel vor. Er macht noch fast die beste Figur, auch in den Actionszenen.

Die wenigen Actionszenen werden vor allem immer wieder durch unblutige Shoot-Outs gestört, wenn denn Mal gekämpft wird. Das ist schade. Das Shanghai Setting und der Plot sind 08/15 und gehört nicht zu meinen Lieblings-Settings in dem Genre. Das Hauptproblem ist aber die kleine Anzahl von Actionszenen. Der Film ist sehr dialoglastig. Somit tun sich viele lahme Füllszenen auf und statt Unterhaltung wird dem Zuschauer schnell langweilig. Und dass vor dem Finale ausgerechnet noch Elsa Yang aus dem Film scheidet, einer der wenigen interessanteren Figuren des Filmes, macht die Sache auch nicht besser.

Fazit: Kommt wahrscheinlich nicht in die Filmsammlung…

Infos:

O: Shang Hai Tan da ye

Taiwan 1981

R: Lee Tso-Nam

D: Wang Kuan-Hsiung, Elsa Yang Hui-Shan, Lung Fei, Chan Sing, Chen Hung-Lieh, Yasuaki Kurata

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 87:43 Min.

Gesehen am: 04.03.26

Fassungen: Mir lag das südkoreanische VHS von Saek Yong Video Production vor = Vollbild statt Widescreen, gute Bildqualität, wahrscheinlich Uncut, Mandarin O-Ton mit koreanischen Subs. Es gibt noch eine US-VHS (Englisch Dubbed) von Paragon Video und eine VHS in der Türkei (Türkisch Dubbed und auch nur Vollbild). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: März 2026).

Dienstag, 27. Januar 2026

Tough Duel

Tough Duel

Story:

China in den 30ern:

Ein Undercover-Cop (Tien Peng) nimmt den Kampf gegen eine Diebesbande (u.a. Shan Mao, Lung Fei, Chen Hung-Lieh) auf…

Meine Meinung:

Hsiung Ting-Wu, der kurz im Shaw Brothers Universum schnupperte (vor allem als Assistant Director in Filmen von Chang Cheh), drehte Angang der 70er Jahre diesen soliden Basher. Der Plot scheint zunächst simpel und mehr in die 08/15 Fraktion zu verfallen. Doch mit der Bruderschaft des Helden und Bösewichts, die vom selben Meister ausgebildet wurden, kommen noch so was die sehr früher «Heroic Bloodshed» Motive à la Chang Cheh/John Woo in den Film.

Abgesehen von diesem Detail ist der Inhalt definitiv klischeehaft. Es gibt auch hier und da Längen und eine kitschige Love-Story. Die Settings mit dem Zug waren hingegen eine willkommene Abwechslung. Auch das finale Duell in der Einöde, welches an einen Italo-Western oder japanischen Samurai-Film erinnert hat, war schön anzusehen. Apropos Italo-Western: hier und da ist die Musik aus dem Klassiker Spiel mir das Lied vom Tod zu hören. Cool.

Der Star des Filmes wird von Tien Peng (Heroes in the Late Ming Dynasty, Imperial Sword, Assassin) gespielt. Er macht dies solide und soll in den 70ern ein grosser und bekannter Name in Taiwan gewesen sein. Er spielte dementsprechend in vielen solchen Filmen mit. Etwas mehr Freude hatte ich, wie so oft in diesen Filmen, an den Bösewichten. Weil da stechen drei Namen heraus und diese als fiese Gangster und Endgegner zu sehen, macht einfach viel Spass.

Chen Hung-Lieh (A Brave Girl-Boxer in Shanghai, Na Cha and the Seven Devils, The Masks), Lung Fei (The Cavalier, Tiger, Tai Chi Shadow Boxing) und Shan Mao (The Death Player, Wang-Yu kennt kein Erbarmen, Shaolin Temple) spielen die Bösewichte und sie überzeugen in all ihren Szenen. Im Finale wird der Film überraschend hart, was Pluspunkte gibt. Es wird mit Messern gekämpft und die Knochenbrüche haben mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Fazit: Solider Film. Basher-Fans können einen Blick riskieren.

Infos:

O: Ying Peng Ying

Taiwan 1972

R: Hsiung Ting-Wu

D: Tien Peng, Shan Mao, Lung Fei, Chen Hung-Lieh, Wong Ching-Chun, Kang Kai

Laufzeit der holländischen Betamax: 83:38 Min.

Gesehen am: 26.01.26

Fassungen: Mir lag die holländische Betamax von Phoenix Home Video vor = Uncut, Mandarin O-Ton mit holländischen Subs, gute Bildqualität und vor allem in Widescreen. Die Info, dass die holländische Fassung in Kantonesisch sei (ofdb Eintrag), ist falsch. Eine Deutsche, eine DVD- oder Blu-Ray Version (Stand: Jan. 2026) sind mir nicht bekannt.

Donnerstag, 8. Januar 2026

A Brave Girl-Boxer in Shanghai

A Brave Girl-Boxer in Shanghai

Story:

Ma Su-Ching (Doris Lung Chun-Erh) will den Tod ihres Bruders rächen und macht es sich zum Ziel, die Axt-Gang und deren Anführer (Chen Hung-Lieh) zu töten…

Meine Meinung:

Im Moment bietet mir ein Holländer VHS an. Ein VHS, bei welchem ich zugesagt habe, habe ich jedoch noch nicht identifiziert. Als ich den Titel mit Google ins Englische übersetzen liess, kam ich zum Schluss, dass es sich wohlmöglich um den taiwanesischen Film A Brave Girl-Boxer in Shanghai handelt. Der liegt mir als VHS aus Südkorea vor. Also sah ich mir den Film an, um die Bilder der VHS des Holländers mit dem Film, aufgespielt auf einer südkoreanischen Videokassette, vergleichen zu können. Die Bilder des VHS des Holländers sah ich im Film nicht, aber wenn ich auf chinesischen Auktionsseiten nach dem chinesischen Titel von A Brave Girl-Boxer in Shanghai suche, findet ich exakt das VHS, welches mir der Holländer anbietet. Und das Beste ist, dass das VHS (laut Cover) auch englische Subs bietet und somit wohl mehr Bildinformationen als das Vollbild und wohlmöglich zusätzlich gezoomte VHS aus Südkorea (mehr dazu unter Fassungen) bietet.

Jetzt zurück zu A Brave Girl-Boxer in Shanghai. Die Figur Ma Yongzhen wurde vor allem durch den Shaw Brothers Hit Der Pirat von Shantung zu einem kleinen Phänomen. Andere Filmemacher sollten ebenso in die Rolle von Ma Yongzhen schlüpfen. Im Shaw Brothers Klassiker wurde dieser von Chen Kuan-Tai gespielt. Im Remake aus dem Jahr 1997 von Takeshi Kaneshiro und Anfang der 70er wagte sich auch Jimmy Wang Yu mehrfach an diese Rolle. Neu ist, dass dort dann auch seine Schwester vorkam, die den Tod von Ma Yongzhen rächt. Wer schon die ähnlichen Streifen wie The Queen Boxer oder Kung Fu Mama mochte, kann hier bedenkenlos einschalten.

Ma Yongzhens Schwester wird hier grossartig von Doris Lung Chun-Erh (The Cavalier, Two Assassins of the Darkness, 7 Men of Kungfu) gespielt, die den Bösewichten den Kampf an. Eine tolle Hauptrolle für Doris Lung Chun-Erh. Es gibt kaum Plot, dafür sehr viele Kampfszenen, die hart und blutig in Szene gesetzt sind und in der mir vorliegenden VHS auch einen unzensierten Eindruck hinterlassen (inklusive eines Hahnenkampfs). Es gibt alle fünf Minuten einen Kampf zu sehen. Als Bösewicht (nur im Finale auftauchend) überzeugt Chen Hung-Lieh (The Masks). Das Vollbild war z.T. störender als in anderen Filmen dieser Art. Ob es noch zusätzlich gezoomt wurde, um feste englische und chinesische Untertitel aus dem Bild zu stossen? Möglich.

Fazit: Eastern Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Infos:

O: Shi men wei feng

Taiwan 1972

R: Fu Ching-Wa, Chui Hon Cheung

D: Doris Lung Chun-Erh, Chen Hung-Lieh, Wen Chiang-Long, Yang Yang, Yu Yuan, Shao Lo-Hui

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 80:10 Min.

Gesehen am: 08.01.26

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea vor = Vollbild und ggf. noch zusätzlich gezoomt, Mandarin mit koreanischen Subs, sah Uncut aus. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2026). Die Bild- und Tonqualität waren sehr gut. Nachtrag: Von einem Holländer eine HK/China-VHS angeboten bekommen, die laut Cover auch englische und chinesische Untertitel haben soll = bedeutet wohl, mehr Bildinformationen als die VHS aus Südkorea.

Mittwoch, 31. Dezember 2025

The Masks Review

The Masks

Story:

Du Rong (Chen Hung-Lieh) ist auf der Suche nach einem Schatz. Es gibt zwei Münzen. Werden diese vereint, führen sie den Besitzer zum Schatz. Du Rong geht sogar so weit, seine Ehefrau (Wang Li) und Tochter zu töten. Doch auch weitere Personen wie Xin Xin (Kuo Li-Ling) oder Lin Da (Ma Sha) sind hinter dem Schatz her. Durch List und Täuschungen versuchen sie, sich gegenseitig zu täuschen und zu ermorden…

Meine Meinung:

The Masks ist ein unbekannter und seltener Film. Der englische Titel The Masks ist dabei auch besser gewählt als der Originaltitel ins Englische übersetzt (= Women's Forbidden Zone). Der Film, der in vielen Datenbanken gar nicht erst gelistet wird (ofdb, imdb, LB und auch in Douban ist er nur ohne englischen Titel gelistet), scheint es nur als VHS in Südkorea zu geben. Immerhin wird dort sogar der englische Titel auf dem Artwork erwähnt und sogar die Bilder, sowohl Front- wie auch Backcover, stammen vom eigentlichen Film.

Trotz den englischen Subs, die die Videokassette bietet, war dem wirren Plot nicht immer gut zu Folgen. Natürlich, die nicht gerade umwerfende Bildqualität und die Tatsache, dass die englischen Subs an den Seiten stark beschnitten sind inklusive dem Spielt mit Doppelgängern und Masken tragenden Personen, halfen auch nicht unbedingt dazu, die Sache einfacher und verständlicher zu machen. Und trotz Namen wie Chen Hung-Lieh und Ma Sha, die ich beide immer gerne als Bösewichte sehe, war der Film relativ lahm, abstrus und hanebüchen.

Chen Hung-Lieh (The Lantern Street, The Devil, Come Drink with Me) spielt eine der Hauptfiguren und quasi den Bösewicht, der auch über Leichen geht (die Szene im Spital bzw. der Irrenanstalt waren durch das Overacting der Frauen jedoch nervend). Er spielt hier mit Schnauz und bekommt im Finale die beste Szene spendiert, wenn eine Mumie (!!!) erscheint, welche via telepathische Kräfte dafür sorgt, dass sich Chens Herz (!!!) aus dessen Brustkorb befreit und der Mumie in die Hand fliegt, welche davon genüsslich ein Stückl frisst (auch eine der Bilder auf dem Backcover der VHS). Unpassende, aber coole Szene. Wohl eine Illusion. 

Ma Sha (Golden Fists of a Duo, Make a Right Decision, Mad Rose) spielt die zweite grosse (männliche) Hauptrolle. Ihn sah man in der Zeit in vielen Taiwan Black Movies. Hier spielt er nicht per se einen Bösewicht, auch wenn er eine Frau foltert, um an Hintergrundinfos zu gelangen. In einer Nebenrolle (als Grossvater in der Höhle im Finale) ist noch Wang Hsieh zu sehen, der auch öfters in Taiwan Black Movies (Fury of a Virgin) oder sogar in Shaw Brothers Filmen (Queen Hustler) zu sehen war. Die Figuren werden jedoch von einem verwirrenden Drehbuch und einer unlogischen Szenenabfolge im Stich gelassen. Es wird übrigens bis am Ende nie geklärt, um was für einen Schatz es denn eigentlich gegangen wäre (und gefunden wird der auch nicht).

Fazit: Trott bekanntem Cast Mittelmass. Hat aber seine Momente und die Szene mit der Mumie war köstlich und amüsant! Warum gabs nicht mehr davon?

Infos:

O: 女人禁地

Taiwan 1983

R: Liu Yang

D: Chen Hung-Lieh, Ma Sha, Kuo Li-Ling, Wang Li, Wang Hsieh, Sung I-Fang, Chin Po

Laufzeit der koreanischen VHS: Ca. 85 Min.

Gesehen am: 30.12.25

Fassungen: Gesehen als südkoreanische VHS in Mandarin mit englischen, chinesischen und koreanischen Subs. Statt 2,35:1 in Vollbild. Die Bildqualität ist mittelmässig bis akzeptabel. Oft sind die englischen Untertitel da weisser Hintergrund oder zu unscharf, nicht lesbar (und natürlich an den Seiten stark beschnitten). Machte einen unzensierten Eindruck. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Dez. 2025).

Mittwoch, 13. August 2025

The Iron Buddha

Shawgust 2025

The Iron Buddha

Story:

Xiao Tian-Zun (Huang Tsung-Hsun) ist ein Mörder und Vergewaltiger. Er tötet Master Liu (Lee Sau-Kei), vergewaltigt dessen Töchter und tötet alle bis auf einen Studenten (Ling Yun) des Meisters. Dieser sinnt auf Rache. Doch dazu muss er eine spezielle Waffe finden, um gegen Xiao Tian-Zun bestehen zu können…

Meine Meinung:

Yen Chun (That Fiery Girl, The Jade Faced Assassin) war in seiner Karriere als Schauspieler und danach als Regisseur tätig. Er hat jedoch nur eine kleine Anzahl Filme für die Shaw Brothers realisiert. Nebst den genannten ist noch der bisherige ZiiEagle exklusive Titel Squadron 77 dabei. The Iron Buddha sah ich seit genau zehn Jahren nicht mehr. Mein altes Review machte Lust auf mehr. Nach der 2. Sichtung empfinde ich den Film nach wie vor als gut, aber dazumal war ich wohl etwas zu euphorisch. Ich sah diverse Schwächen, welche mich damals wohl nicht zu stören schienen.

Die Choreographie der Kampfszenen ist solide, aber nichts Besonderes. Auf wirkliche Stars und bekannte Namen in Hauptrollen wird verzichtet. Ich zähle weder Huang Tsung-Hsun (Kwan Fu – Die Bande der Tigerkralle) noch Ling Yun (The Beauty Escort) zu den grossen Stars der Shaw Brothers. Da sind Namen wie Lo Lieh, Jimmy Wang Yu, David Chiang oder Chen Kuan Tai inklusive Ti Lung ganz andere Kaliber. In Nebenrollen sind u.a. Chen Hung-Lieh (Na Cha and the Seven Devils), Fan Mei-Sheng (Killer Clans) sowie ein junger Sammo Hung (Pantyhose Hero) zu sehen. Letzterer war auch an der Kampf-Choreographie beteiligt.

Der Plot ist nach erster Beurteilung gelungen da unkompliziert. Auf der anderen Seite gibt es, trotz der eher kurzen Laufzeit von nur ca. 88 Minuten, auch Längen und lahme Füllszenen, in denen mir zu viel gesprochen wurde. Zudem verhielten sich einige der Figuren im Plot und Verlauf zu naiv. Ansonsten ist das eine typische Gut gegen Böse Handlung, wobei der Bösewicht schon fieser agiert, als in anderen Filmen dieser Art (sexuelle Gewalt gegen Frauen). Das war schon ungewöhnlich. Sind die Kampfszenen an sich nichts Besonderes, so sind diese als eine Art Kompensation immerhin relativ blutig ausgefallen. Der Film orientiert sich von der Machart und der Musik am japanischen Samurai-Film.

Fazit: Solider Schwertkampffilm der Shaw Brothers!

Infos:

O: Tie Luo Han

HK 1970

R: Yen Chun

D: Ling Yun, Fang Ying, Huang Tsung-Hsun, Chen Hung-Lieh, Fan Mei-Sheng, Sammo Hung

Laufzeit der US-Blu: Ca. 88 Min.

Gesehen am: März 2015 / Neusichtung: Aug. 2025

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory (Shaw Brothers Classics Vol. Five) = Uncut, O-Ton, hervorragende Bild- und Tonqualität, englische Subs. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2025).

Mittwoch, 6. August 2025

Na Cha and the Seven Devils

Shawgust 2025

Na Cha and the Seven Devils

Story:

Na Cha (You Long) muss Probleme, die er losgetreten hat, selbst lösen. Dazu wird er zusammen mit seinen Brüdern auf die Erde geschickt, wo er sich gegen sieben Dämonen (u.a. Chen Hung-Lieh, Tina Chin Fei, Ai Tsu-Wang) in den Weg stellt…

Meine Meinung:

Na Cha and the Seven Devils ist der 2. Shaw Brothers Film, der die Figur Na Cha beinhaltet. Na Cha ist eine Art Gottheit und entstammt aus der chinesischen Mythologie. Na Cha wurde u.a. von Alexander Fu Sheng in Chang Chehs Na Cha the Great gespielt. Der Film ist, was ich mich noch erinnere, Martial Arts lastig. Dies ist in Na Cha and the Seven Devils weniger der Fall. Zudem wird Na Cha hier von einem Kind gespielt. Von You Long (The Cannibals, The Desperate Chase).

Für Na Cha and the Seven Devils haben die Shaw Brothers diverse Japaner an Bord geholt. Dies aufgrund der Tatsache, dass der Film viele Effekte à la Godzilla und Co. bietet. D.h. Miniaturarbeiten, Gummimonster und Monster-Action. Auch You Long hat schon in Filmen mit Kaiju-Szenen mitgewirkt. So spielte er u.a. in Tsu Hong Wu mit. Regisseur Yamanouchi Tetsuya  hat im Taiwan-Kino bereits Kaiju-Erfahrungen gesammelt (Feng Shen Bang) und natürlich auch in seinem Heimatland mit Filmen wie The Magic Serpent oder Ninja Scope.

So erinnern einige der Monster aus Na Cha and the Seven Devils auch an andere Filme dieser Art. Der Drache könnte glatt aus The Magic Serpent oder Feng Shen Bang stammen und der Frosch ebenso (oder aus The Legend of Eight Knights, Shaolin Drunkard, Ninja Scope oder Golden Boy subdues Monsters.) und der Vogel aus The Phoenix. Die Effekte und Monster sind auf jeden Fall die Highlights des Filmes und absolut sehenswert. Der Film ist fantasievoll und allgemein sind die Effekte die Highlights des Filmes. Egal ob Kostüme, Monster-Kreaturen, Settings oder Requisiten - das sieht alles toll aus.

Diverse Datenbanken nennen weitere Japaner, die im Film beteiligt waren: Kimiki Mutsuo (arbeitete auch in Feng Shen Bang mit), Yagi Masao (Dito), Doi Michiyoshi (wird auch als Regisseur gelistet) oder Michio Mikami (Message from Space, Infra-Man, Goke, Body Snatcher from Hell). Der Plot ist der chinesischen Mythologie entsprungen. Ohne Vorwissen kann es etwas konfus wirken. Immerhin wird auf Klamauk verzichtet und der Junge nervt nicht. Als einer der sieben Bösewichte (Dämonen) überzeugt Chen Hung-Lieh (The Lantern Street, Shaolin Invincibles). Die wenigen Kampfszenen sind für Shaw Verhältnisse unspektakulär und in der ein oder anderen Szene gibt es auch Mal Längen zu sehen.

Fazit: Legt mehr Wert auf Fantasy- und Monster-Settings statt auf Kung Fu. Wer sich damit anfreunden kann und das Kaiju-Genre mag, kann sich bedenkenlos an den Film wagen!

Infos:

O: Mei Shan Shou Qi Guai

HK 1973

R: Tetsuya Yamauchi

D: You Long, Chen Hung-Lieh, Tina Chin Fei, Ai Tsu-Wang

Laufzeit der US-Blu: Ca. 89 Min.

Gesehen am: März 2015 / Neusichtung: Aug. 2025

Fassungen: Früher sah ich davon nur ein Bootleg (= eine Kopie der ZiiEagle Fassung). Letztere habe ich seit langem auch offiziell. Abgesehen von der ZiiEagle-Box und Pay-TV-Sendern (Singapur und Co.) gab es keine Möglichkeit, den Film zu sehen. Es gab keine VHS, keine DVD, keine Blu-Ray, keine VCD und keine LD. Nun haben Shout Factory den Film via Shaw Brothers Classics Vol. Six auf Blu-Ray veröffentlicht = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Bonus darf Luke White über die mythologische Figur Na Cha berichten. Das macht er solide. Das Extra dauert ca. 16 Minuten. Daneben gibt es noch einen Audiokommentar und eine Bildergalerie. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2025).

Samstag, 14. Juni 2025

The Cannibals

The Cannibals

Story:

Master Pao Liang (Chang Yi) will den Tod seines Mentors rächen und die Täter finden, welche den Überfall geplant haben. Dabei wurde Geld gestohlen. Master Pao findet einen der drei Täter, doch der wahre Auftraggeber ist der Gangsterboss und Casino-Besitzer Tsang (Chen Hung-Lieh)…

Meine Meinung:

The Cannibals ist ein Anfang der 70er Jahre Basher von der weiblichen Regisseurin Kao Pao-Shu, die ihr Handwerk bei den Shaw Brothers gelernt hat, um danach unabhängig Filme zu drehen (The Desperate Chase, Female Fugitive, The Jade Fox), nachdem sie bei den Shaw Brothers vor und hinter der Kamera stand (Trilogy of Swordsmanship, Lady with a Sword). The Cannibals hat im Gegensatz zu anderen Titeln wie z.B. Wir kommen und werden euch fressen nichts mit Kannibalen oder dem Horrorgenre zu tun.

Im Film geht es um die simple Story um einen Überfall mit Toten, einer Rache-Story, gestohlenes Gold und um Gerechtigkeit. Chang Yi (A Taste of Cold Steel, The Thrilling Sword, The War of the Boundary), den ich vor allem als Bösewicht gerne sehe, macht hier als rechtschaffener Held und Aufklärer eine gute Figur. Er spiel den Helden. Er macht das überzeugend, auch in den Kampfszenen und auch das Charisma stimmt. Auf der Gegenseite haben wir mit Chen Hung-Lieh (Come Drink with Me, Midnight Cowgirl, The Devil) die perfekte Wahl des Bösewichts. Dank den beiden gewinnt der Film bereits an Qualität.

Die Kung Fu Szenen sind zahlenmässig hoch ausgefallen, so dass es wenig Längen gibt. Was dem Film vielleicht angekreidet werden kann ist die Tatsache, dass er zu lieb und harmlos ist (so wird der Bösewicht im Finale z.B. verhaftet statt getötet). Positiv fielen auch die Frauenrollen auf. Ob es daran lag, dass weiblicher Regisseur? Chen Chen (sie sah man in interessant klingenden Ende der 60er Jahre Swordplay-Produktionen wie Vengeance of Snow-Maid oder Wizard of the Sword aus Taiwan) spielt gut und Mang Lee (Blind Boxer, Blood Reincarnation) bringt etwas Humor und Schmollen in den Film. Zudem gibt es einige Gamble-Szenen zu sehen.

Fazit: Sehenswerter Basher mit gutem Cast und vielen Kämpfen!

Infos:

O: Hei Chi Hei

HK 1972

R: Kao Pao-Shu

D: Chang Yi, Chen Hung-Lieh, Chen Chen, Mang Lee

Laufzeit der HK-VHS: 87:25 Min.

Gesehen am: 21.03.25

Fassungen: Mir lag die HK-VHS von Ocean Shores vor = Uncut, solide Bild- und Tonqualität, Vollbild, Englischer Dub. Der Dub ist leider schlecht. Es gibt auch eine Ocean Shores VHS im O-Ton mit englischen und chinesischen Subs. Die sah ich aber noch nie zum Kaufen. In China finde ich nur eine Bootleg VHS mit dem Ocean Shores Artwork. Ggf. hole ich mir das, um den Film in Zukunft im O-Ton schauen zu können. Die deutsche Fassung (VHS, DVD) sind in Gewalt zensiert. Titel: Die Wut, der Schrei und der Tod.

Dienstag, 8. April 2025

Shaolin Invincibles

Shaolin Invincibles

Story:

Zwei Schwestern (Doris Lung Chun-Erh und Judy Lee) wollen den Tod ihrer Eltern rächen. Doch die Festung des Kaisers (Chen Hung-Lieh) wird streng bewacht. Hilfe erhalten sie von Kan Feng Chih (Carter Wong)…

Meine Meinung:

Shaolin Invincibles ist ein taiwanesischer Rache-Eastern von Hou Cheng (The Zodiac Fighters, The Legend of Mother Goddess, On the Waterfront) mit simpler Story und mit einem sehenswerten Cast bis in die Nebenrollen. Was den Film jedoch deutlich von anderen Kung Fu Filmen aus dieser Zeit abhebt, ist sein Fantasy- und Trash-Inhalt. Hier gibt es fast schon magische Inhalte wie kämpfende Gorillas oder Geschöpfe aus der chinesischen Folklore = Heibai Wuchang (Wiki sagt: «Die Heibai Wuchang sind zwei Gottheiten in der chinesischen Volksreligion, die dafür zuständig sind, die Geister der Toten in die Unterwelt zu geleiten»).

Diese Momente in dem Film sind schon ziemlich cool. Die Gorillas (= Männer in Kostümen/Anzügen) kämpfen viel und verlangen vor allem den Mädels im Finale alles ab, während unser Bösewicht grosse Freude an den schier unbesiegbaren Affen zeigt. Die Heibai Wuchang kommen am Anfang und dann im Finale zu. Ich mag die Geschöpfe mit ihren langen Zungen. Die kamen auch in Filmen vor, die in der Hölle spielen, z.B. in When Hell Broke Loose.

In Shaolin Invincibles kämpfen sie im Finale sogar gegen Carter Wong und kämpfen dabei mit ihren Zungen. Ihr Auftauchen im nebligen Wald wurde zudem sehr stimmungsvoll eingefangen. An diesen Szenen hatte ich Freude. Freude hatte ich auch am Cast. Carter Wong (The Mysterious Heroes, Shaolin Traitorous, The Shaolin Kids) mit Steven Seagal Mimik taucht hier und da auf, um den Mädels unter die Arme zu greifen. Dorian Tan Tao-Liang (Story in Temple Red Lily), ebenfalls mir ziemlich lahmer Mimik ausgestattet, kommt nur im Finale vor und demonstriert seine Kick-Techniken.

Als Bösewicht überzeugt Shaw Brothers Star Chen Hung-Lieh (Come Drink with Me, Fury of Shaolin Fist, A Sword Renounced). Er spielt den Kaiser und Endgegner. Blacky Ko Shou-Liang (An Eyes for an Eyes) spielt den schwarzen Heibai Wuchang und Jack Long Shi-Chia (The Mystery of Chess Boxing) ist als Bösewicht in einer Doppelrolle zu sehen. Ma Chang (Kung Fu Kids Break Away) überzeugt auch mit einem Auftritt. Seine Waffe ähnelt etwas einer fliegenden Guillotine. Als rechte Hand des Kaisers macht Yi Yuan (The Silver Spear) als weisshaariger General eine gute Figur.

Die Kampfszenen werden mit z.T. fantasievollen Waffen ausgetragen. Im Palast gibt es Fallen und Geheimgänge und es wird mit oder ohne Waffen gekämpft. So kommen Fans aller Ausrichtungen auf ihre Kosten. Die Choreographie ist solide, die Kampfszenen sind blutiger in Szene gesetzt als in manch anderem Eastern. Der Soundtrack ist sehr unspektakulär und unauffällig. Die zwei Mädels, die Hauptpersonen, gespielt von Judy Lee (The Unique Lama, Imperial Sword) und der schnuckeligen Doris Lung Chun-Erh (The Jade Fox, Eunuch of the Western Palace), machen als rächende Schwestern eine sehr gute Figur. Der ganze Plot inklusive Ende wird übrigens bereits in der 2. Szene des Filmes (eine Texttafel in Englisch) gespoilert.

Fazit: Sehenswerter Eastern!

Infos:

O: Yong Zheng Ming Sang Shao Lin Men

Taiwan 1977

R: Hou Cheng

D: Doris Lung Chun-Erh, Judy Lee, Chen Hung-Lieh, Blacky Ko Shou-Liang, Dorian Tan Tao-Liang, Carter Wong, Yi Yuan, Jack Long Shi-Chia, Ma Chang, Chen Shen-Lin

Laufzeit der US-Blu: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Dez. 2010 / Neusichtung am: 20.01.25

Fassungen: Für meine damalige Erstsichtung stand mir die deutsche DVD unter dem Titel Das tödliche Duell der Shaolin zur Verfügung = tolle deutsche Synchro (oder Englisch d.h. ohne O-Ton), Widescreen, Uncut, Wendecover. Vor kurzem hat das US-Label AGFA den Film als Double Feature mit Schuber als Blu-Ray (zusammen mit Seven to One) veröffentlicht = 35mm Print in Mandarin mit festen englischen und chinesischen Subs, Uncut, hervorragende (wenn auch etwas blasse Farben) Bild- und Tonqualität. Region-All-Disc. Als Extras gibt es fast 30 Minuten Trailer zu sehen.

Sonntag, 21. Juli 2024

Come Drink with Me

Come Drink with Me

Story:

Gangster (Chen Hung-Lieh, Lee Wan-Chung, Ku Feng, Simon Yuen) wollen durch eine Entführung ihren Boss freipressen. Doch Golden Swallow (Cheng Pei-Pei) wird beauftragt, die Gangster zu stoppen und die Geisel zu retten. Hilfe bekommt sie von dem mysteriösen Drunken Knight (Yueh Hua), der mit seinem Bruder (Yang Chi-Ching), der die Gangster ebenfalls kennt, noch eine offene Rechnung zu begleichen hat…

Meine Meinung:

Zu Ehren von Cheng Pei-Pei (The Golden Sword, That Fiery Girl, The Thundering Sword, Naked Weapon), die am 17.07.24 verstarb, wurde die 2. Sichtung von Come Drink with Me, die ursprünglich für im August (= Shawgust) geplant war, vorgezogen. Ich sah Come Drink with Me, ein Klassiker und eine Shaw Brothers Produktion, seit Juni 2008 nicht mehr. Der Film stellt eine der wenigen Arbeiten von King Hu (Sons of Good Earth) für die Shaw Brothers dar. King Hu sollte später mit Werken wie Legend of the Mountain, Dragon Inn oder A Touch of Zen grosse Erfolge feiern.

Der Film hat mir dabei besser als früher gefallen, was ich auch so erwartet habe. Seit Juni 2008 habe ich meinen Eastern Horizont doch deutlich erweitert und ich kenne z.B. viel mehr der Stars aus dem Film, als dies bei der Erstsichtung der Fall war. Bis auf einige Längen im Mittelteil des Filmes und einigen gewöhnungsbedürftigen Musik-Einlagen von Yueh Hua im "Penner-Look" (= mag ich heuer immer weniger) inklusive einer Horde Kinder (eines davon ist Mars) hat mir der Film, der aus Cheng Pei-Pei einen Star machte, gut gefallen.

Cheng Pei-Pei überzeugt durch ihr Charisma, ihre Gerissenheit, ihre Zuverlässigkeit und ihre Sympathie. Zudem macht sie, da früher eine Tänzerin, auch in den Kampfszenen eine sehr gute Figur. Die Schwertkampfszenen sind zuweilen blutig in Szene gesetzt. Die Duelle und ersten Treffen zwischen Golden Swallow und den Gangstern knistern richtig vor Spannung. Diese Aufeinandertreffen sind cool und sehenswert inszeniert. Yueh Hua (Challenge the Invincible) hingegen darf kaum kämpfen. Seine wenigen Szenen in dieser Hinsicht sind aber ebenfalls sehenswert.

Was die Bösewichte angehen haben mir vor allem Chen Hung-Lieh (The Lantern Street), Lee Wan-Chung (The Imperial Swordsman) und Yang Chi-Ching (The Sword of Swords) gut gefallen. Ku Feng (The Avenging Eagle) und Drunken Master Star Simon Yuen spielen auch Gangster, haben jedoch mehr Nebenrollen. Im Finale darf Lily Li (The Pier) noch mitmischen. Dass Chen Hung-Lieh am Ende entkommt, gefiel mir hingegen nicht. Da hätte man wunderbar noch einen 2. Finalkampf inszenieren können. Das ist etwas schade und geht in Richtung Potenzialverschwendung. Abgesehen davon hat mir der Film gut gefallen.

Fazit: Pflichtprogramm für Shaw Brothers Fans!

Infos:

O: Da Zui Xia

HK 1966

R: King Hu

D: Chen Hung-Lieh, Lee Wan-Chung, Ku Feng, Simon Yuen, Cheng Pei-Pei, Yueh Hua, Yang Chi-Ching, Lily Li, Mars, Alan Chui Chung-San

Laufzeit der US-DVD: 94:42 Min.

Gesehen am: Juni 2008 / 2. Sichtung: 19.07.24

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dragon Dynasty vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton, englische Subs, exklusive Extras. Zu Wort kommen Cheng Pei-Pei, Bey Logan, Tsui Hark und Yueh Hua. Cool. Gibt es in Deutschland auf Blu-Ray (von diversen Anbietern). Uncut und auch im O-Ton mit Subs. Titel: Das Schwert der gelben Tigerin.

Samstag, 27. April 2024

Fury of Shaolin Fist

Fury of Shaolin Fist

Story:

Shao Lee-Sangs (Shih Chun) Mutter ist blind. Nur Kräuter würden die Krankheit aufhalten. Diese wurden jedoch gestohlen. Also versucht Shao Lee-Sang, die Kräuter zurück zu stehlen. Dies hat eine Racheaktion zur Folge, welche zum Tod der Mutter führt. Shao Lee-Sang schwört Rache an den Tätern (u.a. Chen Hung-Lieh), die zudem einem Schatz hinterherjagen…

Meine Meinung:

Aka Chivalrous Robber Lee San. Die taiwanesische Low-Budget Produktion aus dem Jahr 1971 der Regisseure Lee Chi-Sin und Lau Sau-Wa hat mir mehr zugesagt als erwartet. Ich empfand Fury of Shaolin Fist sogar als kleine Perle. Da gibt es etliche solche Filme, die weniger zu bieten haben. Das Duo-Gespann, welches nur auf eine kleine Karriere als Regisseur zurückblicken, haben gute Arbeit geleistet.

Der Film wartet mit Shih Chun (der Held aus Dragon Inn) als Held auf. Als etwas naiver Held. Zum Glück gibt es noch drei (kämpfende) Frauen im Film. Die machen ihre Sache sehr gut. Shih Chun überzeugt zwar auch in den Kampfszenen, die teilweise überraschend hart und blutig ausgefallen sind, aber war mir hier und da etwas zu naiv. Freude hatte ich an Shaw Brothers Star Chen Hung-Lieh (The Devil). Einem Review entnahm ich, das er der Held darstellt was definitiv falsch ist: er spielt quasi den Hauptbösewicht und ist mit einer Peitsche bewaffnet. Chen Hung-Lieh als Bösewicht geht immer!

Der Plot selbst ist wenig originell und der englische Dub war alles andere als gut. Warum mir der Film überhaupt so gut gefiel? Nebst Chen Hung-Lieh als Bösewicht war die Musik stark. Ich tippe auf eine Italo-Western Theme. Jede Szene damit war ein Genuss. Weiter ist der Film völlig humorlos. Auf Klamauk jeder Art, was sonst fast zum Standard in dem Genre gehört, wird völlig verzichtet. Habe ich nichts dagegen. Und als weiteres Argument dienen (die wie ich bereits sagte, teilweise überraschend blutige) die Kampfszenen. Und davon gibt es jede Menge. Längen gibt es fast keine. Der Unterhaltungswert ist, da der Film actionreich ist, mehr als gegeben.

Fazit: Jedem Kung Fu Fan zu empfehlen!

Infos:

O: Yan Zi Li San

Taiwan 1971

R: Lee Chi-Sin, Lau Sau-Wa

D: Chen Hung-Lieh, Suzy Meng Li, Shih Chun, Chiao Chiao , Kong Ban, Miao Tien

Laufzeit der indonesischen Beta: Ca. 87 Min.

Gesehen am: 16.02.24

Fassungen: Mir lag die indonesische Betamax von Pan Video vor = Vollbild, Englisch Dubbed, solide Bild- und Tonqualität, Uncut. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt. Der Englische Dub ist nicht wirklich toll.

Samstag, 2. Dezember 2023

The Thundering Sword

The Thundering Sword

Story:

Yu (Chang Yi) und Chiang (Lo Lieh) gehören der gleichen Schule an. Ihr Ziel ist es, dass besagte «Thundering Sword» zu finden. Als Yu auf Jiau (Cheng Pei-Pei) trifft und sich beide verlieben, Chiang vergiftet wird und diverse Gestalten (u.a. Chen Hung-Lieh, Ku Feng, Wu Ma) auftauchen, die ebenfalls nach dem Schwert suchen, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

The Thundering Sword wird oft mit Romeo und Julia von William Shakespeare vergleichen. Zum Glück habe ich vor der Sichtung über den Film gelesen, so dass ich meine Erwartungen anpassen konnte. Der Ende der 60er Jahre Shaw Brothers Film von Hsu Tseng-Hung (One Armed Against Nine Killers, The Invincible Super Guy), der oft mit Jimmy Wang Yu drehte, ist solide und ein Mix aus Schwertkampffilm, Drama und Liebesgeschichte (plus wenig Gesang).

Der Film bietet mehrere bekannte Namen in den Haupt- und Nebenrollen: Chang Yi (7 Men of Kungfu), Cheng Pei-Pei (Whiplash), Lo Lieh (Zodiac Fighters), Chen Hung-Lieh (A Sword Renounced), Wu Ma (A Chinese Ghost Story 2), Tien Feng (General Invincible) oder Ku Feng (The Avenging Eagle). Die Hauptfiguren werden von Chang Yi, der mir in späteren, unabhängigen Eastern und oft als verrückter Bösewicht, mehr gefiel als in seinen Helden-Rollen wie hier, und Cheng Pei-Pei. Beide harmonieren gut. Lo Lieh hat mehr eine Nebenrolle (praktisch die ganze Zeit bettlägerig, da vergiftet).

Der Rest (Ku Feng, Wu Ma, Tien Feng, Chen Hung-Lieh) sind gekonnte Namen in soliden Nebenrollen. Der Story kann man, zumindest wenn man die Darsteller kennt, gut folgen. Die Figuren agieren oft naiv, wie es dazumal in dem Genre nicht selten der Fall war. Es gibt nur sporadisch Action: blutige Schwertkämpfe und/oder sonstige Action-Szenen, in denen mit Waffen gekämpft wird. In einer Szene dürfen auch versteckte Fallen für etwas blutige Unterhaltung sorgen. Versteckte Trampolinsprünge dürfen auch nicht fehlen.

Obwohl es gerne mehr Kämpfe hätte geben dürfen, hat mich der Film solide unterhalten, auch dank den zuvor angepassten Erwartungen. Chang Yi sagte mir erst in den letzten Jahren etwas, daher bin ich froh, nun auch seine Shaw Brothers Frühwerke (neu) zu entdecken. Und Cheng Pei-Pei war in ihrer Darbietung einfach toll anzusehen.

Fazit: Für Fans von klassischen Shaw Brothers Schwertkampffilmen zu empfehlen!

Infos:

O: Shen Jian Zhen Jiang Hu

HK 1967

R: Hsu Tseng-Hung

D: Chang Yi, Cheng Pei-Pei, Lo Lieh, Tang Ti, Chen Hung-Lieh, Ku Feng, Wu Ma, Tien Feng,

Laufzeit der TW-DVD: 90:35 Min.

Gesehen am: 12.11.23

Fassungen: Mir lag die DVD aus Taiwan von Deltamac vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung und/oder Blu-Ray (Stand: Nov. 2023).

Sonntag, 26. Juni 2022

A Sword Renounced Review

A Sword Renounced

Story:

 

Zatoichi (Sing Lung), ein blinder Masseur, Gambler und Schwertkämpfer, erreicht ein Dorf, in dem er sich mit Gangstern (Chen Hung-Lieh, Chiang Tao, Lung Fei etc.) anlegt…

 

Meine Meinung:

 

In den 60ern und 70ern war die jap. Film-Reihe Zatoichi ein Hit. Es gab sogar ein Crossover mit Jimmy Wang Yu als einarmiger Kämpfer in der Co-Produktion Zatoichi and the One-Armed Swordsman im Jahr 1970. Zwei Jahre später schickt Regisseur Larry Tu Chong-Hsun (The Great Hunter, The Lantern Street, A City Called Dragon) einen weiteren «Zatoichi» Beitrag in die Kinos Taiwans.

 

A Sword Renounced aka The Blind-Swordsman's Revenge (On-Screen Titel) hat mir dabei gut gefallen. Es handelt sich selbstverständlich nicht um einen offiziellen Zatoichi-Film sondern um ein taiwanesisches Plagiat. Dabei haben die Filmemacher die japanischen Originale gut imitiert und kopiert (Zatoichi in Dorf, Gamble-Szenen, Massagen, langsamer Aufbau, Martial Arts, die sich zunehmend steigert etc.).

 

Sing Lung, angeblich ein Barkeeper, der einen Zatoichi-Contest gewann (!!!), spielt den blinden Schwertkämpfer mit Bravour. Starke Leistung von ihm. Angeblich gibt es noch weitere «Zatoichi»-Filme aus Taiwan mit ihm, welche ich mir unbedingt auf die Wunschliste setzen werde (The Blind Hero Fighting Evil Wolf, Trust and Brotherhood, The Hunchback). Er gefällt auch in den Kampfszenen.

 

Nebst grossem Zatoichi-Feeling kommen auch Jimmy Wang Yu Vibes vor. Kang Kais Figur zum Beispiel sieht aus wie ein Jimmy Wang Yu Lookalike aus Shaw Brothers Zeiten. Aussehen, Kleidung, Schauspiel, Selbstaufopferung. Auch hier: toll nachgemacht! Und sogar eine fliegende Guillotine kommt vor, und auch in der Hinsicht sind wir wieder bei Jimmy Wang Yu angelangt (Master of the Flying Guillotine).

 

Nebst Sing Lung und Kang Kai sind noch Lung Fei (Kurzauftritt), Chen Pei-Ling (Born Invincible), Chiang Tao (Kämpfer mit der fliegenden Guillotine) und Shaw Brothers Bösewicht Chen Hung-Lieh (On the Waterfront, Midnight Cowgirl, A Taste of Cold Steel) zusehen, wobei dieser den Fiesling gekonnt überzeugend darstellt (und mich hier und da an David Chiang erinnert hat).

 

Fazit: Sowohl für Fans des taiwanesischen 70er Jahre Eastern wie auch für Zatoichi-Fans zu empfehlen!  

 

Infos:

 

O: Mang jian xue di zi

 

Taiwan 1973

 

R: Larry Tu Chong-Hsun

 

D: Sing Lung, Kang Kai, Chen Hung-Lieh, Chen Pei-Ling, Yi Yuan, Chiang Tao, Lung Fei

 

Laufzeit der HK-VCD: 46:40 Min. (1. VCD) / 42:41 Min. (2. VCD).

 

Gesehen am: 26.05.22

 

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Maga Base vor = Solide Bildqualität, Vollbild statt 2.35:1, mieser Ton (Ton Mal leise bis kaum zu hören, dann wieder da), O-Ton vorhanden ohne englische Subs. Die DVD vom Label entspricht dem gleichen Master. In den USA gibt es eine DVD mit englischen Subs. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Mai 2022).

Samstag, 26. Februar 2022

On the Waterfront Review

On the Waterfront

Story:

 

Guangzhou: Zwei Helden setzen sich für Arbeiter eines Kais ein, welches von Gangstern in Beschlag genommen wird und helfen Tang Pao-Yun bei ihrer Rache an Chen Hung-Lieh…

 

Meine Meinung:

 

On the Waterfront lag ohne englische Subs vor, so dass ich dem Plot und den Motiven nicht genau folgen konnte. Fakt ist, dass es Bösewichte und Helden gibt. Fakt ist, dass in den ersten 50 Minuten so gut wie nichts Interessantes passiert da sehr dialoglastig. Dazu gibt es eine kurze Gamble-Szene, eine Art «fast Attentat» Szene und diverse Parteien, die sich wohl auch gegenseitig zu betrügen versuchen.

 

Bisher enttäuschend. Doch ab der 50 Minute wird der Film auf einen Schlag besser und danach geht, praktisch pausenlos, bis zum Ende, die Post ab! Und wie! Praktisch die ganze VCD B besteht aus blutiger Action, die überdurchschnittlich blutig und brutal ausgefallen ist. Dies hat mich überrascht. In der Hinsicht gab es zudem auch noch einige epische Szenen.

 

Das Highlight war für mich der Hinterhalt im Massagesalon / Badehaus mit dem anschliessenden Massaker, welches Jimmy Wang Yu Vibes aufweist (wie auch die Gruppenkämpfe oder im Finale). Dort wird vor allem mit Messern getötet und die Kampfszenen sind blutig. Es wird aber auch originell gestorben (Schiffsschraube).

 

Der harte Grundton (auf Klamauk wird gänzlich verzichtet) und etwas Sleaze und Nacktszenen (Überraschung) dürfen auch nicht fehlen. Dazu teilweise schöne (Italo-Western?) Musik, die perfekt zum Geschehen passt. Shaw Brothers Star Chen Hung-Lieh (The Great Hunter) gibt einen herrlich fiesen Drecksack und Bösewicht ab (gut zum Orientieren). Der Held wird von Chang Yi gespielt, der Anfang der 70er Jahre in unzähligen Bashers die Heldenrolle übernahm (z.B. Gambling for Gold).

 

Fazit: Top dank der kompromisslosen und blutigen Action in der 2. Filmhälfte & somit Pflichtprogramm für jeden Basher- und Kung-Fu Film Fan!

 

Infos:

 

O: Huang Pu Tan Tou

 

HK 1972

 

R: Hou Cheng

 

D: Tang Bao-Yun, Chang Yi, Chen Hung-Lieh, Tien Yeh, Ho Yu-Ming, Yee Hung

 

Laufzeit der HK-VCD: VCD A: 53:53 Min. / VCD B: 41:59 Min.

 

Gesehen am: 26.11.21

 

Fassungen: Mir lag die HK VCD von Worldtrade Entertainment vor = O-Ton, keine Subs, Uncut, Vollbild, gute Bildqualität. Englisch Dubbed Fassungen sollen in Gewaltszenen zensiert sein. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Nov. 2021).