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Freitag, 24. Februar 2023

The Church Review

The Church

Story:

In einer Kirche wird ein altes Grab geöffnet. Die Folge: das Böse erwacht…

 

Meine Meinung:

 

Nach den Erfolgen von Demons und Demons 2 war eine weitere Fortsetzung angedacht, so sagt man. Das Projekt sollte Michele Soavi (Dellamorte Dellamore, Uno Bianca, The Sect) realisieren, der zwei Jahre zuvor mit Stage Fright auf sich aufmerksam machte.  Dario Argento (Deep Red) produzierte den Film und schrieb das Drehbuch. Doch aus «Demons 3» wurde am Ende ein eigenständiger Film: The Church!

 

Mir gefallen die Filme von Michele Soavi. Schade, dass er nie den gleichen Respekt und Anerkennung widerfuhr wie seine Kollegen vor ihm. Das lag sicher daran, dass er zu der Zeit Erfolge verbuchte, wo das Ital. Genre-Kino am Sterben war. Hollywood hiess die Diagnose als Ursache. The Church mag ich. Der Film bietet einen originellen Plot. Keine 08/15 Geschichte. Sehr fantasievoll und fantastisch. Mit viel Symbolkraft. Bilder als Mittel zum Ausdruck. Ein Ende, über welches man rätseln und interpretieren kann.

 

Langweilig wird der Film nie. Gedreht wurde, wie später auch in The Sect und zuvor Demons, wieder in Deutschland (Hamburg). Der Film bietet einen soliden Cast mit ein-zwei bekannten Namen wie einer blutjungen Asia Argento (Land of the Dead) oder Ital.-Horror-Star Giovanni Lombardo Radice (House on the Edge of the Park). Tomas Arana, Barbara Cupisti (Terror at the Opera) und Hugh Quarshie (Nightbreed) waren in ihren Rollen ebenfalls stark. Die Musik ist toll und steuerte u.a. Goblin (Dawn of the Dead) und Keith Emerson (Inferno) bei.

 

Der Film ist nicht übermässig blutig. Einige Szenen gar unblutig oder spielen sich im off screen ab. Was den Splattergehalt angeht, dürfen keine Demons Qualtäten erwartet werden. Dennoch bietet der Film nebst 2-3 innovativen Tötungsszenen und weitere starke Effekte-Sequenzen: Make-Up Monster-Masken, Ganzkörper-Kostüme, die Statue am Ende etc. Tolle Arbeiten, für die u.a. Sergio Stivaletti (I Tre volti del terrore) zuständig war. Dazu kommen die innovative Kameraarbeit von Michele Soavi, die den Szenen noch eine besondere Note verleiht. Schön!

 

Fazit: Für Fans des vergangenen Italo-Horrorfilmes zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: La Chiesa

 

Italien 1989

 

R: Michele Soavi

 

D: Tomas Arana, Barbara Cupisti, Hugh Quarshie, Asia Argento, Giovanni Lombardo Radice, Feodor Chaliapin Jr.

 

Laufzeit der UK-DVD: Ca. 102 Min.

 

Neusichtung am: 16.02.22

 

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Shameless Screen Entertainment vor = Wendecover, Englisch/Ital. mit englischen Subs, Uncut, Extras (u.a. Interview mit Michele Soavi), Uncut. Gibt es auch als Blu-Ray. In Deutschland von '84 auf Blu-Ray zu haben (im hässlichen Lederbuch).

Freitag, 9. Oktober 2020

Demons Review




Horroktober 2020 / NIFFF 2008 Spezial / Webmaster mit Lamberto Bava am NIFFF 2008

Demons

Story:

Dämonen veranstalten in einem Kino ein Massaker. Überlebende kämpfen gegen die Dämonen an…

Meine Meinung:

Klassiker des Ital. Horrorfilms welches Fans Dario Argento (Screenplay, Produzent, Presenter), Michele Soavi (Assistant Director, Nebenrolle) und Lamberto Bava (Regie, Cameo Auftritt) zu verdanken haben! Das Trio, welches zusammen genug sehenswerte Filme ablieferten (Tenebrae, Dellamorte Dellamore, Macabro), taten sich zusammen und haben mit Demons einen sehenswerten Film geschaffen, den Fans des Italo Horrorfilms nicht verpassen sollten!

Gedreht wurde in Deutschland. Der Film bietet zwar nur eine minimalistische Story, doch diese kommt schnell in Fahrt. Auf eine langweilige Einführung oder Längen werden verzichtet. Das sorgt dafür, dass der Film ein hohes Tempo an den Tag legt und kurzweilig bis zum Endzeit-Finale unterhält.

Das Kino als Setting ist stark. Alle Settings im Film kommen dem Film zu Gute. Es wurde nicht nur Wert auf Effekte und Blutgehalt gelegt, sondern auch Bilder, Settings, Ausleuchtung und die Wahl der Musik. Audiovisuell ist der Film eine Wucht. Was die Kameraführung und Bildsprache angehen, könnte der Film auch direkt von Dario Argento stammen.

Die Musik steuerten diverse bekannte Heavy Metal Bands (Accept, Mötley Crüe, Pretty Maids…) sowie Goblin-Mitglied Claudio Simonetti (Cut and Run) bei. Diese Songs passen perfekt zum Gezeigten. Die Spezialeffekte, unter anderem von Sergio Stivaletti (Opera), sind der Wahnsinn. Die Effekte sind hübsch blutig, die Tötungsszenen kreativ und spezifisch die Verwandlungsszene (Frau in Dämon) auf der Bühne ist der absolute Hit!

Diese Effekte beweisen eindrucksvoll, dass CGI nie an handgemachte Effekte (= Kunst) heranreichen werden, was die Qualität angeht! Das Ende (kein Happy-End) gefiel mir ebenso wie die Film-in-Film Szenen (à la Scream 2, Anguish, Wes Craven's New Nightmare). Die Figurenzeichnung hingegen ist stark Geschmackssache aber die Norm was das Ital. Kino der damaligen Zeit anging.

Fazit: Einer der besten Ital. Horrorfilme aus den 80ern! Uneingeschränkt zu empfehlen!

Gefolgt von: Demons 2

Infos:

O: Dèmoni

Italien 1985

R: Lamberto Bava

D: Urbano Barberini, Natasha Hovey, Karl Zinny, Fiore Argento, Paola Cozzo, Michele Soavi

Laufzeit der US-Blu: 88:28 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: Okt. 2020

Fassungen: Die beste Fassung ist die US-Blu Ray von Synapse films. Es liegen mehrere Englische Tonspuren vor, neue Subs, ein Audiokommentar und auch Ital. Ton mit angepassten Subs. Dazu ein Steelbook und viel exklusives Material. Die Fassung ist Uncut und die Ton- und Bildqualität sind hervorragend. Die Arrow Scheiben bleiben vorerst nur wegen den Artworks in der Sammlung und die alte US-Anchor Bay DVD wegen dem Original-Autogramm von Regisseur Lamberto Bava (am NIFFF 2008 getroffen). Wer den Film in Deutsch & auf Blu-Ray möchte muss zur XT Video Fassung greifen.

Dienstag, 28. Juli 2020

Tenebrae Review


Tenebrae

Story:

Der amerikanische Schriftsteller Peter Neal (Anthony Franciosa), dessen Agent (John Saxon) und Sekretärin (Daria Nicolodi) reisen nach Italien, Rom, um Peters neues Buch «Tenebre» zu promoten. Zur gleichen Zeit werden vor Ort mehrere Frauen getötet. Auffallend dabei: den Opfern werden Seiten aus dem Tenebre Roman in den Mund gestopft und die Mordwaffe ist die gleiche, wie in Peters Roman. Dieser wird bedroht, die Polizei (Giuliano Gemma) beginnt zu ermitteln…

Meine Meinung:

Nach seinen übernatürlich angehauchten Filmen Suspiria und Inferno kehrte Dario Argento (Sleepless, La Sindrome di Stendhal, Dawn of the Dead, Terror at the Opera) zu seinen Giallo Wurzeln, ausgelöst durch Filme wie Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe, Die neunschwänzige Katze, Vier Fliegen auf grauem Samt oder Rosso – Farbe des Todes, zurück.

Tenebrae ist, wie eigentlich alle alten Filme von Dario Argento, zu empfehlen. Trotzdem erreicht der Film nicht ganz die Qualität von Filmen wie Suspiria oder Terror at the Opera. Dafür war die Kriminalgeschichte wenig originell und Hauptdarsteller Anthony Franciosa war mir noch nie wirklich sympathisch (soll zudem Alkoholiker gewesen und am Set mühsam gewesen sein).

Ansonsten kann ich mich aber nicht beklagen:

der Film wartet mit einem kleinen «All-Star» Cast auf, welches vor allem Fans des Ital. Kinos toll finden dürften. Es laufen auf, in Haupt-, Neben- und Cameo-Auftritten: John Saxon (Cannibal Apocalypse, A Nightmare on Elm Street Part 1, 3 & 7, Der Todeskuss des Paten, The .44 Specialist, Special Cop in Action), Dario Argento «Ex» Daria Nicolodi (spielte in vielen Filmen von Dario mit), John Steiner (Cut and Run, Deported Women of the SS Special Section, Body Count), Michele Soavi (Cameo Auftritt zusammen mit der Transe), Regisseur von Filmen wie Dellamorte Dellamore oder Stagefright und Italo-Western Legende Giuliano Gemma (A Pistol for Ringo, A Man to Respect, Die Rache bin ich, Blutiges Blei). Lamberto Bava legt, wie auch Dario Argento (die Hände im Vorspann) und Michele Soavi, auch einen Cameo-Auftritt hin, aber diesen bemerkte ich nicht.

Solch bekannten Gesichter alle in einem Film vereint zu sehen, war erfrischend und schön. Am meisten Freude hatte ich an Giuliano Gemma. Obwohl ich Tenebrae schon oft sah, wusste ich nicht, dass er im Film mitspielt (zu meiner Verteidigung: ganz früher kannte ich ihn auch nicht). Nebst Cast überzeugt der Film weiterhin durch seine Optik. Audiovisuell gibt es einige wunderbare Momente (Vorspann, Kamerafahrt bevor die Lesben getötet werden, Blutbad im Finale & Schreikrampf) zu sehen. Nur schon für diese, lohnt sich die Sichtung.

Der starke Soundtrack von Goblin ist ebenfalls eine Wucht und passt hervorragend zu den Bildern und Kamerafahrten eines Dario Argento. Sie haben mehrfach zusammengearbeitet (u.a. noch in Deep Red, Suspiria, Dawn of the Dead…). Ein Genuss. Die Effekte sind auch klasse und die Morde teilweise schön blutig geraten (die Deutschen hatten daran keine Freude, so dass der Film bis dato noch immer verboten ist = lächerlich), so dass auch Splatterfans in ein-zwei Szenen bestens bedient werden.

Fazit: Sehenswerter Klassiker von Dario Argento!

Infos:

O: Tenebre

Italien 1982

R: Dario Argento

D: Anthony Franciosa, John Saxon, Daria Nicolodi, Giuliano Gemma, John Steiner, Christian Borromeo, Mirella D'Angelo, Veronica Lario, Eva Robins, Michele Soavi

Laufzeit der US-Blu Ray: 101:02 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 27.07.20

Fassungen: Für die Neusichtung lag mir die US-Blu Ray von Synapse films vor = Wild Side Master, welches von Synapse farbkorrigiert und restauriert wurde (DNR Fehler behoben), Steelbook, Soundtrack CD, Blu-Ray und DVD. Dazu gibt es ein 16seitiges Booklet. Nebst diversen Extras (Doku über Giallo Genre in Spielfilmlänge) liegt der Film in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität vor in Englisch/Ital. mit englischen Subs (gibt eine Spur für die Englische und eine für die Ital. Tonspur). Der Film kann auch mit englischen Credits angesehen werden (über Bonus). Für mich die ultimative Fassung zum Film. Da brauche ich in Zukunft keine Updates mehr. Wer den Film auf Blu-Ray in Deutsch sehen möchte, muss zur Blu-Ray aus XT Video greifen (über Österreich, da der Film in D verboten ist).

Dienstag, 29. Oktober 2019

Dellamorte Dellamore Review

Horroktober 2019
Dellamorte Dellamore

Story:

Francesco Dellamorte (Rupert Everett) und sein Gehilfe Gnaghi (François Hadji-Lazaro) arbeiten auf dem Friedhof. Wer hier begraben wird, steht innert sieben Tagen als Zombie wieder auf. Francesco und Gnaghi nehmen sich dem Problem an. Doch die Liebe zu einer mysteriösen Frau (Anna Falchi), Morde, Ermittlungen durch die Polizei und Bürgermeister-Wahlen erschweren ihre Mission…

Meine Meinung:

Obwohl das Ital. Genre-Kino Mitte der 90er Jahre nahezu tot war (Ende der 90er folgten noch Das Phantom der Oper von Dario Argento und Wax Mask von Sergio Stivaletti), folgte 1994 mit Dellamorte Dellamore einer der besten Ital. Genre-Filme und der beste Film von Michele Soavi überhaupt!

Soavi, ein Schüler von Dario Argento und selbst Regisseur von Filmen wie The Church, The Sect, Stagefright oder Uno Bianca, hat mit Dellamorte Dellamore ein fantastisch Schönes Stück Film geschaffen, der mir nicht nur unglaublich gut gefällt, sondern auch zu meinen Lieblingsfilmen zählt. In Dellamorte Dellamore, inspiriert von Ital. Comics (Dylan Dog), stimmt einfach alles:

Unterhaltsame, kurzweilige, abwechslungsreiche, originelle und spannende Story. Das Ende, welches mir extrem gut gefällt, wurde erst gedreht, nachdem 90% des Filmes bereits im Kasten war. Den Link zum Anfang des Filmes (Schneekugel), kam Soavi spontan, dies stand so nicht im Drehbuch und man hat diverse Enden (Szenarien) im Kopf gehabt. Nur in der Ital. Sprachfassung (UK Disc) wird klar, dass die zwei Freude am Ende einen Körpertausch vollzogen haben, während in anderen Fassungen (Deutsch/Englisch) die Antwort nur "nein" lautet.

Mir gefiel vor allem die mystische, naive, märchenhafte Stimmung des Filmes, in der die Realität (oder Fantasie) nicht hinterfragt wird, sondern es zur Verschmelzung kommt – einige surrealistische Szenen, die Trauminhalten ähneln, lassen darauf schliessen. Inhalte des Films sind interpretierbar. Antworten gibt es nicht. Das Annehmen solcher unlogischen Szenen, die jedoch als real und ungefragt dargestellt werden, geben dem Film das Gewisse Etwas.

Dazu kommen Motive des Zombie-Filmes, wichtige Themen wie Einsamkeit, Tod, Liebe, Freundschaften und auch eine herzige Liebesgeschichte ist in einem Nebenplot Inhalt des Filmes (Gnaghi und Valentina). Man darf den Film nicht ernst nehmen d.h. nicht nach Logik suchen (das Motorrad, welches z.B. als Grab-Dekoration herhalten muss). Der Film ist keine Komödie, aber es gibt einige Momente, die mich immer zum Schmunzeln bringen.

Der Film hat nicht viele Effekte. Diese wurden von Sergio Stivaletti ansehnlich getrickst. Den Soundtrack des Filmes mag ich auch sehr – jede Musikuntermalung passt perfekt zu den Bildern und den sonderbaren, wunderschönen Kameraeinstellungen eines Michele Soavis, dem man sein Mentor/Vorbild (Dario Argento) in jeder Sekunde ansieht. Die mir unbekannten Darsteller sind alle, bis in die kleinsten Nebenrollen, perfekt besetzt.

Fazit: Dellamorte Dellamore ist ein unglaublich schöner Filmgenuss! Schade, dass Soavi erst so spät so bekannt & erfolgreich wurde – aber dessen Filme und allen voran Dellamorte Dellamore zu entdecken, lohnt sich definitiv!

Infos:

O: Dellamorte Dellamore

Italien, Frankreich, Deutschland 1994

R: Michele Soavi

D: Rupert Everett, François Hadji-Lazaro, Anna Falchi

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 103:07 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: Okt. 2019

Fassungen: Mir lagen vor: die deutsche DVD von Laser Paradise (Nostalgie, da für Red Edition Verhältnisse eine eher bessere Disc), die UK-Disc (da Ital. Ton und Audiokommentar mit Regisseur) und die deutsche Blu-Ray von 84 Film (da qualitativ besser als die LP Disc und da Soundtrack als Bonus).

Donnerstag, 3. Oktober 2019

Terror at the Opera Review

 Horroktober 2019
Terror at the Opera

Story:

Betty (Cristina Marsillach) wird zur Opern-Sensation, als der ursprüngliche Lead wegen einem Unfall ausfällt. Kurz darauf beginnt eine unheimliche Mordserie im Umfeld von Betty. Der unbekannte Killer zwingt Betty, die Morde anzusehen…

Meine Meinung:

Terror at the Opera ist ein Klassiker des Ital. Horrorfilmes und eines von Dario Argentos Giallo Highlights. Zur damaligen Zeit, dem Höhepunkt seines Schaffens, vollbrachte der Meister-Regisseur noch solche Kunststücke! Ich habe Terror at the Opera seit vielen Jahren nicht mehr gesehen – ein Umstand, den ich nicht nachvollziehen kann. Denn: der Film ist ein absoluter Kracher!

Auf der anderen Seite war es gut, denn somit wirkte die Neusichtung von Terror at the Opera so, als guckte ich einen neuen Film! Ich wusste bei Leibe nicht mehr alle Details, so dass die Neusichtung Spannung generierte! Der Film gefällt mir nach wie vor sehr gut. Ein unfassbar fantastischer Film. Ein pures Meisterwerk von Dario Argento (Suspiria).

Das Giallo-Setting wurde ins Opernhaus verlegt. Argento bleibt seinen Methoden treu: dünner Plot (wer ist der Killer? was ist das Motiv?), Schwarze Handschuhe, Zusammenarbeit mit Michele Soavi (spielt den abgestochenen Cop im Apartment), fantastischer Soundtrack (u.a. Claudio Simonetti), starke Effekte (von Sergio Stivaletti), fiese, böse und originelle Tötungsszenen und nicht vergessen wollen wir die zum Teil absoluten genialen Kamerafahrten und Einstellungen (Vorspann, Krähen vor dem Finale, bei den Kills).

Vor allem audiovisuell ist der Film eine Pracht, ein Kunststück, wie es nur von jemandem wie Argento kommen kann! Die Story generiert, dünner Plot hin oder her, genug Spannung (ich mag solche «wer ist der Täter» Geschichten einfach) um zu überzeugen. Das Highlight war die Szene im Apartment mit Fluchtversuch vor dem Killer – extrem spannende Szene. Man muss Argento auch loben, da die Kills nicht einfach schnell von statten gehen, sondern auch schon eine bedrohliche Stimmung schaffen, noch bevor der Täter zuschlägt. Man nimmt sich ausführlich Zeit, damit auch Betty genug Schrecken wiederfahren muss (die Idee mit den Nadeln und Augen ist schon herrlich sadistisch).

Dazu kommt, dass der Film gut gespielt ist. Zwar ist die Auflösung (wer ist der Killer) erratbar, trotzdem werden 2-3 potenzielle Figuren vorgestellt, die alle ein Motiv hätten, Betty leiden zu sehen. Cristina Marsillach, welche mir nicht bekannt ist, spielt Betty glaubhaft. Auch in den Opern-Szenen überzeugt sie wie auch der restliche Cast, der mir mehrheitlich unbekannt ist. Vor der Kamera kenne ich nur Daria Nicolodi, welche ich aus anderen Dario Argento Filmen (die waren früher auch privat ein Paar) kenne - sie spielt eine Nebenrolle als Opern-Mitarbeiterin und Opfer.

Fazit: Einer von Dario Argentos besten! Schlicht – ein Meisterwerk!

Infos:

O: Opera

Italien 1987

R: Dario Argento

D: Cristina Marsillach, Ian Charleson, Urbano Barberini, Daria Nicolodi

Laufzeit der UK-DVD: 102:59 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lagen die DVDs aus den USA von Anchor Bay und die UK-Ausgabe von Arrow Video vor. Die Anchor Bay behalte ich aus Nostalgie Gründen während die UK-DVD für die Neusichtung Pate stand. Zur UK-DVD: Englisch (je nach Fassung zwei verschiedene Synchros)/Ital. mit englischen Subs (habe Film in Ital. mit Subs gesichtet), sehr gute Bild- und Tonqualität (Ital. leider nur in Stereo). Die Englische 5.1 Tonspur soll sehr schlecht sein. Mir langt die DVD – sollte ich auf Blu-ray wechseln würden wohl die US-Ausgabe (Scorpion Releasing) oder die UK-Alternative (Cult Films mit neuer Restauration) in die Auswahl fallen. In Deutschland von u.a. '84 Entertainment und Koch Media zu haben (Blu-Ray).

Dienstag, 16. Oktober 2018

Stagefright Review

Horroktober 2018 Spezial
Stagefright

Story:

In einem Theater (während den Proben) bringt ein Killer die Beteiligten (u.a. Giovanni Lombardo Radice) um – der einzige Ausgang aus dem Gebäude ist verschlossen…

Meine Meinung:

Stagefright stellte Michele Soavis Regiedebüt dar. Er machte sich damit und seinen Nachfolgern (vor allem Dellamorte Dellamore) in Horrorfilmkreisen einen Namen und stieg zur Hoffnung des neuen Ital. Genre-Kinos auf. Doch es bleib (leider) bei einer kleinen Anzahl an Filmen (u.a. The Sect, The Church, Dellamorte Dellamore und Uno Bianca) was dem damaligen Zusammenbrechen der Ital. Filmindustrie und nicht der Qualität von Soavis Können oder seiner Filme lag.

Trotz deutlich weniger Filmen als die Konkurrenz (Lucio Fulci, Dario Argento und Co.) ist Michele Soavi bei Horrorfilmfans weltweit beliebt und nicht minder bekannt. Das liegt vor allem daran, dass Michele Soavi in Dario Argento einen starken Mentor hatte, der ihm viel beigebracht hat. So Erinnern Kameraführungen- und Einstellungen nicht selten an die Filme von Dario Argento. Auch die Wahl der Musik ist gekonnt ausserwählt worden, so dass sich Stagefright, als Vergleich vor allem vom US-Slasher, gekonnt abhebt was Musik und Kamera/Optik angehen.

Die Optik ist eines der dicken Plus des Filmes, der mir auch heute noch so gut gefällt, wie vor langer Zeit bei der Erstsichtung. Inhaltlich ist das ganze hingegen so schwach, wie bei 90% aller Slashern: auf Plot-Überraschungen darf nicht gehofft werden. Im Gegenteil: so wird hier auch keine Überraschung aus der Identität es Killers gemacht. Spannung wird versucht zu erzeugen, indem man nicht weiss, wer überleben und wer (wie) sterben wird. Für das Drehbuch war George Eastman (Man-Eater) zuständig, produziert wurde u.a. von Joe D’Amato (Buio Omega).

Die Darsteller, die Mehrheit sind mir unbekannt, machen ihre Sache gut bis solide. Die Hauptfigur macht nicht nur optisch, sondern auch darstellerisch alles richtig. Bekannt ist mir nur Giovanni Lombardo Radice, der hier einmal mehr unter seinem Pseudonym John Morghen aufgeführt wird. Er hat in unzähligen Ital. Genre-, vor allem Horrorfilmen, mitgewirkt. Kleine Auswahl gefälligst?!

Bitteschön: City of the Living Dead (wird durch den Bohrer – eine der bekanntesten Gore-Szenen des Filmes, getötet, Nebenrolle), The House on the Edge of the Park (nebst Soziopath David Hess – in D bekannt unter dem reisserischen Titel Der Schlitzer), Cannibal Apocalypse (nebst John Saxon vor der Kamera), Cannibal ferox (einer der besten Filmen von Umberto Lenzi), The Church (Nebenrolle), The Sect (Nebenrolle), Body Puzzle (Giallo, der mir weniger zusagte – hat nicht für die Sammlung gereicht) oder A Day of Violence (vom Sudden Fury Regisseur).

Die Effekte sind blutig, die Tötungsszenen originell. Da wird auch der Splatterfan alter Schulte bestens bedient. So gesehen ein starkes Debüt von Michele Soavi, dessen Stagefight ich jedem Fan des Ital. Horrorkinos nur empfehlen kann (wie auch seine anderen, mehrfach erwähnten Filme).

Infos:

O: Deliria

Italien 1987

R: Michele Soavi

D: David Brandon, Barbara Cupisti, Robert Gligorov, Martin Philips, Ulrike Schwerk, Giovanni Lombardo Radice

Laufzeit der US-DVD: 90:40 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 16.10.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Anchor Bay vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Englischer Ton (soll O-Ton sein). Als Sammelstück liegt mir noch die DVD aus Hong Kong (oder Taiwan?) vor (Mal im Urlaub gekauft). Ist auch Uncut und in Englisch – aber in schlechterer Qualität als die US-DVD. Inzwischen gibt es schicke Blu-Ray Fassungen, die qualitativ erste Sahne sein sollen (z.B. UK Blu-Ray). Gibt es auch in den USA (Blue Underground) und in Deutschland (84 Entertainment – in Deutsch/Englisch/Ital. mit deutschen Subs) auf Blu-Ray.

Donnerstag, 24. August 2017

Uno Bianca Review

Uno Bianca

Story:

Eine Gangsterbande treibt in Italien ihr Unwesen. Als zwei Cops knapp dem Tod entrinnen, machen sie es sich zur Aufgabe, die Gangster, die einen Kollegen auf dem Gewissen haben, zu stoppen. Doch die Mühlen mahlen langsam und Probleme in den eigenen Reihen erschweren die Aufgabe, so dass das Duo nahezu auf sich allein gestellt ist…

Meine Meinung:

Der auf wahren Ereignissen beruhende Film (die Gang wütete Ende der 80er und Anfang der 90er in Italien) wurde fürs Ital. TV gedreht als 2teiler und hat eine Laufzeit von mehr als drei Stunden.

Der Film wurde gekonnt von Michele Soavi, der vor allem für seine Ausflüge ins Horror-Genre bekannt ist (Stagefright, The Church, The Sect, Dellamorte Dellamore), solide und sehenswert in Szene gesetzt. Soavi blieb auch danach dem TV Film und Genre (Polizei Vs Gangster Vs Mafia) treu. Das Skript stammt von George Eastman (dem Kannibalen aus Man-Eater).

Die Darsteller selbst sind mir nicht bekannt aber machen ihre Sache gut und sind sympathisch. Der Film versucht sich an Fakten zu halten und erscheint realistisch. Trotz der langen Laufzeit von über zwei Stunden fand ich den Film zu keiner Sekunde langweilig.

Im Gegenteil: ich fand die Story fesselnd, unterhaltsam und auch teilweise sehr spannend. Ich will auch nicht zu viel verraten – am besten schaut man sich den Film einfach an und geniesst ihn! Umso weniger man von der Geschichte und den wahren Hintergründen kennt, umso besser wirkt sich das auf die Spannung beim Schauen aus.

Wer gerne Ital. Polizei Vs. Gangster Streifen hat, sollte sich diesen tollen, packenden und intensiven Film anschauen – lohnt sich!

Infos:

O: Uno Bianca

Italien 2001

R: Michele Soavi

D: Kim Rossi Stuart, Dino Abbrescia, Bruno Armando, Pietro Bontempo

Laufzeit der US DVD: Ca. 200 Min.

Gesehen am: 04.08.17

Fassungen: Mir lag die US DVD vor = Film auf zwei Discs aufgeteilt, Bildqualität okay (halt TV Film), Ital. Ton, englische UT, Uncut. Booklet mit Extras. Auf Disc eins hat es zusätzlich viele Extras. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2017).

Samstag, 4. Februar 2017

The Sect Review

The Sect

Story:

Deutschland:

Die junge Lehrerin Miriam Kreisl (Kelly Curtis) fährt mit dem Auto einen alten Mann (Herbert Lom) an. Doch dieser hatte Glück im Unglück: Ihm ist nichts passiert. Dennoch fährt sie ihn zu sich nach Hause und bietet ihm Unterkunft an um sich erholen zu können. Doch kurze Zeit später stirbt der Mann. Von nun an häufen sich mysteriöse Vorkommnisse: Alpträume, Verschmelzung zwischen Realität und Traum, der Leichnam des alten Mannes verschwindet, ihre Freundin wird getötet...Miriam ahnt nicht, dass sie für etwas Schreckliches auserwählt wurde…

Meine Meinung:

Was sich jetzt wie ein dreistes Rip Off von Rosemaries Baby od. Welcome to Hell anhört, hat es nicht verdient, so genannt zu werden. The Sect, von Dario Argentos (produzierte den Film u.a.) Schüler Michele Soavi (Dellamorte Dellamore, Aquarius, The Church) inszeniert, bietet schlussendlich genug Eigenständigkeit, um überzeugen zu können und nicht als billige Ital. Kopie eines «Welterfolges» betitelt zu werden (Vergleich The Last Jaws und/oder Alien 2).

Die Geschichte wird sehr langsam erzählt und wenn man von der Story im Voraus wenig weiss, ist das ganze teilweise auch mysteriös, spannend und wirr. Genauso wie es für die Hauptperson des Filmes ist, ergeht es auch dem Zuschauer. Doch am Ende löst sich alles auf und das Ganze ist simpler als gedacht, aber schön komplex. Das heisst: aufmerksam sein und es lohnt sich den Film ohne grosses Vorwissen anzusehen und sich darauf einzulassen. Auf diese Weise wirkt der Film am besten.

Der in Deutschland gedrehte Film entstand nach dem Zusammenbruch der italienischen Filmindustrie. Die Namen sind weniger bekannt als in älteren Ital. Genre-Filmen. Herbert Lom kann jedoch auf eine beachtliche Auswahl an Rollen zurückblicken und er agiert hier auch sehr gut. So auch die Hauptdarstellerin. Italo Fans werden zumindest Giovanni Lombardo Radice wiedererkennen (Typ mit dem Herz in der U-Bahn). Zwar sichtlich gealtert, aber nette Geste ein bekanntes Gesicht, zumindest für Hardcore-Fans, in den Film zu packen.

Die Kamera, erinnernd ans Kino von Dario Argento und Co. (Soavi war ein aufmerksamer Schüler), bietet viele kleine Höhepunkte / Szenen, die sehr gruselig (in der Leichenkammer), spannend (am Ende in dem Haus), interessant (die Alptraumszene mit dem grossen Vogel als Teufelssymbol) und sehr gelungen (die vielen Maden im Zimmer, das Ende mit dem Feuer, die einzelnen kleinen Hinweise z.B. mit den blauen Fäden im Wasser…) sind. Optisch gibt der Film, wie auch die anderen Werke Soavis, einiges her. Schöne Aufnahmen, tolle Stimmung.

Die wenigen Make-Up Effekte stammen von Sergio Stivaletti (die «animatronics») und sind sehr gut gelungen. Was die Anzahl angeht nur wenig solcher Szenen, aber ich hatte daran grosse Freude! Und wenig Effekte bedeutet nicht, dass der Film schlecht ist. The Sect überzeugt vor allem durch seine stimmungsvolle, unheimliche und mysteriöse Geschichte/Inhalte und Optik als durch «Gore Effekte». Das wäre auch schade gewesen und würde Soavi und dem Film nicht gerecht, wenn man die Qualität nur anhand Effekte Szenen messen würde.

Fazit: Wer das Ital. Kino und besonders die alten Klassiker von Bava, Argento und eben auch Soavi mag, dem sei der Film unbedingt empfohlen!

Infos:

O: La Setta

Italien 1990

R: Michele Soavi

D: Kelly Curtis, Herbert Lom, Giovanni Lombardo Radice

Laufzeit der deutschen Blu Ray: 116:44 Min.

Gesehen am: 01.06.07

Überarbeitet am: 30.01.17

Fassungen: Lange gab es den Film in Deutschland nur zensiert und nicht auf DVD. Koch Media hat dies in einer wunderbaren Edition geändert und bietet folgendes: Mediabook, Booklet welches informativ & verständlich geschrieben ist, DVD & Blu Ray zum Film, sehr gute bis gute Bildqualität, Uncut Fassung, viele exklusive Extras und den Film in Deutsch, Englisch und italienisch mit deutschen UT – war auch für mich ein Grund für einen Neukauf da ausländische Fassungen (z.B. Ital. DVD oder japanische Blu Ray) keine englischen UT zum Ital. Ton hatten und ich den Film nicht Englisch Dubbed schauen wollte. Daher für mich die ultimative Fassung. Die deutsche Synchronisation soll relativ schlecht und billig sein, daher nicht getestet. Die Bildqualität schlägt z.B. die UK Blu Ray um Welten (hätte jedoch ein schöneres Cover gehabt und wäre vom Preis her billiger gewesen).