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Freitag, 22. Dezember 2017

Suspiria Review









Suspiria

Story:

Die Amerikanerin Suzy Bannion (Jessica Harper) reist nach Deutschland, Freiburg um dort einer international bekannten Tanzschule beizutreten. Doch die Schule verbirgt ein schreckliches Geheimnis…

Meine Meinung:

Klassiker von Dario Argento und Auftakt zu seiner «drei Mütter Trilogie», welche durch Inferno (1980) und Mothers Of Tears (2007) offiziell abgeschlossen wurde, nachdem es hier und da auch nicht offizielle Abschlüsse durch andere Regisseure gab (z.B. Demons 6 1989). Ähnlich wie The Church von Michele Soavi, der hier und da auch als Demons 3 (die Demons Streifen, produziert von Dario Argento, stammen beide von Lamberto Bava) betitelt wurde.

1977 war das Jahr, in welchem Dario Argento seine reinen Giallo Pfade, welche er zuvor gegangen war (mit u.a. Deep Red, Vier Fliegen auf grauem Samt, The Cat O’Nine Tails und The Bird with the Crystal Plumage), verliess und ins übernatürliche Horror-Genre wechselte - ohne dabei seine Giallo Motive zu vergessen, durch welche er zuvor international bekannt wurde.

Der in Deutschland gedrehte Film kommt mit internationalen Stars daher. Jessica Harper (Amerika), Flavio Bucci (Italien), Udo Kier (Deutschland). Jessica Harper und vor allem die Bösewichte bzw. die Angestellten der Tanzschule, waren stark in ihrer Darstellung. Die Guten Figuren d.h. die anderen Mädels, der Professor am Ende oder der Kurzauftritt von Udo Kier (der übrigens in Mother Of Tears wieder dabei ist, jedoch in einer grösseren Rolle) waren etwas weniger intensiv und glaubhaft d.h. einfach nur okay und solide. Daria Nicolodi, die damalige Freundin von Dario Argento, spielt im Film nicht mit aber hat zwei Szenen gesprochen bzw. ihre Stimme ist zu hören (u.a. die Hexe am Ende).

Der Film ist inhaltlich eher dünn. Heute würde man von einem klassischen Style ober Substance Faktor sprechen. Das passt eigentlich gut und soll nicht abwertend sein: auch andere Filme von Dario Argento haben recht dünne Handlungen (oft geht es ja nur um die Mörderfrage) und dass die Optik eine viel grössere Rolle spielt, ist kein Geheimnis. Und diese ist in Suspiria ein Highlight!

Der Film ist sehr unheimlich, düster, optisch ein Fest für die Sinne und sehr stimmungsvoll. Das Setting mit all seinen Färbungen und dem Spiel mit Farben ist eine Wucht – teilweise gar eine Art Reizüberflutung. Das kompensiert auch die relativ wenige «Action» - aber wenn es dann Mal was zu sehen gibt, sind es lang bestehende und spannende Sequenzen – die den Zuschauer aus einem Mix aus Optik, Farben, ausdrücklichen Kameraeinstellung, und, das wollen wir an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, Soundtrack von Goblin (das nächste Highlight des Filmes) fesseln und Spannung garantieren. Vor allem Sound und Bilder sind je nach Szenen ein echter Leckerbissen, welche hypnotisch erscheinen und etwas Märchenhaftes an sich haben nebst unheimlicher Atmosphäre. Das Setting der Tanzschule (wirkt auch alles sehr aufwändig) passt hervorragend, um Grusel und Optik zu generieren.

Zu den Effekten: davon gibt es nur wenige, an einer Hand abzählbar. Es sind aber optisch sehenswerte und originelle Tötungsszenen, die fies sind und die schmerzen. Dazu kommt, dass es davor oft eine steile Spannungskurve gibt, so dass es nicht negativ ins Gewicht fällt, nur wenig Effekte-Szenen vorgesetzt zu bekommen.

Fazit: Einer der besten Filme von Dario Argento und ein Klassiker des Ital. Horrorfilms!

PS: Ein Highlight, welches an der Stelle nicht unerwähnt bleiben soll, ist natürlich auch die herrlich ekelhafte «Maden-Szene»!

Infos:

O: Suspiria

Italien 1977

R: Dario Argento

D: Jessica Harper, Stefania Casini, Flavio Bucci, Miguel Bosé, Barbara Magnolfi, Susanna Javicoli, Udo Kier

Laufzeit der US Blu Ray: 98:47 Min.

Gesehen am: Jugendzeit. Review überarbeitet: 22.12.17

Fassungen: Mir lag die US-Blu Ray von Synapse Films vor = Uncut, neues Master in Zusammenarbeit mit Luciano Tovoli (4K Restoration, welche sich von den anderen Scheiben aus UK, Italien oder Deutschland abhebt) welches sehr gut geworden ist und jede DVD Ausgabe um Welten schlägt. Dann dies: der Original 4.0 Ton, wie er damals im Kino 1977 zu hören war, ist nun zum ersten Mal wieder zu hören, nachdem von Synapse gefunden und aufgewertet! Die Tonspur ist absolut phänomenal! Daher habe ich den Film auch in Englisch geschaut, nicht Ital. Ital. Ton ist auch an Bord (5.1). Englische Subs gibt es für beide Tonspuren. Das Set kommt mit Schuber, Steelbook (analog zu Synapses Tenebre, Phenomena, PopcornDemons 1 + 2 Vös), einer Bonus Blu Ray mit viel exklusiven Extras, einer Original Soundtrack CD und einem informativen Booklet daher. Für mich DIE definitive Fassung zum Film. Die Anchor Bay (THX) DVD werde ich aus nostalgischen Gründen behalten, die Ital. DVD hingegen fliegt aus der Sammlung. Wer den Film in Deutsch will muss zur Ausgabe von 84 Film greifen. 

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