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Freitag, 31. Juli 2020

Centipede Horror Review





Centipede Horror

Story:

Die Schwester von Michael wird in Thailand im Urlaub von deinem Tausendfüßler-Fluch befallen und getötet. Michael (Michael Miu Kiu-Wai) reist daraufhin selbst mit seiner Freundin (Margaret Lee Din-Long) vor Ort, um Recherchen anzustellen. Er trifft auf zwei sich bekämpfende Magier (Hussein Hassan, Stephan Yip Tin-Hang) und die Tatsache, dass auf seiner Familie ein Fluch lastet…

Meine Meinung:

Centipede Horror hat die Zweitsichtung bestanden und noch besser: der obskure HK-Horrorfilm aus den 80ern (1982) gefiel mir aktuell ein ganzes Stück besser als bei der Erstsichtung. Ich wusste nämlich um die Schwächen des Filmes (zu Beginn Längen) Bescheid und konnte meine Erwartungen korrekt anpassen.

Der Film, dessen Drehbuch wie schon bei Red Spell Spells Red von einer Frau stammt (und zwar von der gleichen), überzeugt vor allem in der zweiten Filmhälfte. Trotzdem möchte ich auch die «lahme» erste Filmhälfte nicht per se schlecht machen. Der Vorspann mit Nahaufnahmen der giftigen, vor allem in Asien sehr verbreiteten Tausendfüßlern (dort sind grössere Exemplare als bei uns heimisch) ist beeindruckend.

Dazu wird ein Soundtrack aufgespielt, der dem Morricone Soundtrack aus The Thing gleicht. Und bald schon gehen die Tausendfüßler auf Mordsjagd und es gibt einige krude Make-Up Effekte zu sehen (Wunden am ganzen Körper und mutige Szenen der Schauspieler, die sich von vielen, lebenden Tausendfüßlern belagern liessen).

Dazu kommt, dass der Film ernst, düster und humorlos ist. Eine willkommene Abwechslung zum sonstigen HK-Klamauk. Dies tut der Stimmung des Filmes gut. Auch das exotische Thailand-Setting trägt (à la Red Spell Spells Red) zu dieser Stimmung bei. Gerade in dem Genre war es nicht unüblich, die Story z.B. in Thailand zu drehen und die Geschehnisse weg von Hong Kong zu verlagern.

Auf Seite B der Laserdisc geht der Film dann völlig ab. Von Längen keine Spur mehr. Es gibt pausenlose Unterhaltung bis zum Ende und das Duell der Magier ist kreativ, sehenswert und bietet einige herrliche WTF Momente (die lebenden Hühner Skelette erinnerten mich an The Boxer's Omen). Solche bizarren und skurrilen Szenen können nur aus dem asiatischen Kino der damaligen Zeit stammen.

Die mir unbekannten Darsteller sind solide. Keine Glanzleistungen, aber solide. Die Szenen mit den Tausendfüßlern sind eklig bis faszinierend zugleich. Im Finale erinnern einige Szenen sehr an Slugs und/oder Squirm. Typische Tierhorrorszenen.

Regisseur Keith Li hat als Regisseur keine Karriere gemacht. Er war zuvor/danach in diversen Bereichen für die Shaw Brothers tätig – Regie (The Supreme Swordsman), Assistant Director (The Sentimental Swordsman), Writer (Men from the Gutter), Planning (Danger Has Two Faces) oder Script Supervisor (Killer Clans).

Das Ekel-Highlight, welches den Film jedoch von den besagten Filmen (Slugs, Squirm) abhebt: die Freundin vom Lead erbricht ohne Schnitt lebende Tausendfüßler (mehrere). Wie gesagt: eklig bis faszinierend zugleich! So was ist in dem Sub-Genre aus Taiwan/Hong Kong nicht neu (siehe Filme wie The Devil und Co.), aber selten und immer wieder herrlich eklig und sehenswert! Sehr mutige Leistung von Margaret Lee Din-Long!

Fazit: Wer das Weird Asian Kino der damaligen Zeit mag (HK, Taiwan, Indonesien, Philippinen etc.), sollte sich Centipede Horror nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Ng Gung Jau

HK 1982

R: Keith Li

D: Michael Miu Kiu-Wai, Margaret Lee Din-Long, Hussein Hassan, Stephan Yip Tin-Hang

Laufzeit der HK-LD: Ca. 93 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 19.05.20

Fassungen: Mir lag für die 2. Sichtung die HK-LD von Winson vor = Uncut, O-Ton, sehr gute und helle Bildqualität und englische Subs. Diese sind an den Seiten NICHT abgeschnitten (also Vorteil gegenüber der US-VHS). Die «HK DVD», wohl ein Bootleg wie auch eine ominöse US-DVD, ist seitlich oben leicht beschnitten gegenüber der LD und die Bildqualität ist im Vergleich zur LD etwas unscharf. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Mai 2020). In den USA wurde eine 35mm Kino-Kopie gefunden und daraus ein 2K Master erstellt. Es ist anzunehmen, dass in der Zukunft mit einer Blu-Ray zum Film zu rechnen ist. Nachtrag 31.07.20: dieses 2K Master soll um zwei Minuten zensiert sein. Nachtrag 14.05.23: Das neue US-Label Error 4444 haben den Film inzwischen auf Blu-Ray veröffentlicht. Bisher gab es den FIlm nur auf LD oder VHS. Weltpremiere. Dazu diente ein restauriertes Uncut-Master ohne Framecuts im O-Ton mit englischen Subs. Die Disc kommt mit Schuber, Wendecover und Booklet daher. Als Extras gibt es u.a. einen Einblick in die Zensur zum Film und eine kleine Einführung ins CAT. III Genre (uninteressant für Kenner). Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Interessant ist, das das neue Master keine Credits im Vorspann zeigt. Ansonsten eine hervorragende Scheibe. Error 4444 ist ein Label, welches Fans im Auge behalten sollten!

Freitag, 3. Juli 2020

Red to Kill Review



Red to Kill

Story:

Mr Chan (Ben Ng Ngai-Cheung) arbeitet als Sozialbetreuer mit Behinderten zusammen. Mr Chan hat ein dunkles Geheimnis: aufgrund eines Traumas, in der Kindheit erlitten, mutiert und dreht er durch, sobald er mit roter Farbe konfrontiert wird. Es folgen Vergewaltigungen. Auch an der kognitiv eingeschränkten Ming Ming (Lily Chung Suk-Wai) vergeht er sich. Diese zerrt ihn vor Gericht, verliert jedoch. Daraufhin bekommt Ming Ming Hilfe von der Sozialarbeiterin Money (Money Lo Man-Yee). Diese versucht, Mr Chan aus der Reserve und damit in eine Falle zu locken…

Meine Meinung:

Regisseur Billy Tang haben HK-Film- und insbesondere die CAT. III Film-Fan-Gemeinschaft einige sehenswerte Filme zu verdanken: Vengeance Is Mine (mit Rosamund Kwan), Dragon Fight (Jet Li Vs. Dick Wei), Run and Kill (Simon Yam Vs. Kent Cheng), Brother of Darkness (à la Daughter of Darkness), Casino (Simon Yam, Triaden = steht schon lange auf Wunschliste) oder Dr. Lamb (wo er als Executive Director fungierte).

Nun ist Billy Tang Anfang Juli dieses Jahres im Alter von nur 69 Jahren an Krebs verstorben! RIP! Ihm zu Ehren gab es nun eine Neusichtung zu seinem CAT. III Streifen Red to Kill, der mir auch aktuell noch gut gefällt. Wer die ganzen 90er Jahre CAT. III Filme wie The Untold Story, Ebola Syndrome, Love to Kill, The Unpublicizable File und Co. mag, macht mit Red to Kill sicherlich auch nichts falsch.

Billy Tang vermochte es schon immer, mit Schock- und Exploitation-Szenen zu schocken, zu provozieren, zu «unterhalten». So auch in Red to Kill. Speziell am Film ist das Setting: Ein Pädagoge und eigentlich Vertrauens- und Bezugsperson missbraucht seine Macht und geht gegen eine kognitiv eingeschränkte, behinderte Frau vor. Kann man sich eine noch grausamere Tat vorstellen? Sozialkritisch ist Billy Tangs Film definitiv nicht gemeint, aber mit dem Setting als Provokation trifft er voll aufs Schwarze.

Der HKer Häuserblock mit seinen finsteren Winkeln, verlassenen Treppenhäusern und viel Dunkelheit nachts, schafft eine bedrohliche Stimmung und Atmosphäre, die gut auf den Zuschauer wirken. Der Film, der bereits mit einem heftigen «Schlag in die Magengrube» beginnt (Vergewaltigung und Gegenschnitt auf eine Mutter und ihr Kind = es folgt ein erweiterter Suizid der mit dem Rest des Filmes nichts mehr zu tun hat), unterhält im späteren Verlauf durch eine solide Story, in der es sogar eine Gerichtsverhandlung zu sehen gibt.

Muskelberg Ben Ng (The Unbearable) war die perfekte Besatzung für den gestörten Mr Chan. Sein Kindheitstrauma wird via Rückblende kurz erläutert und ist, wie auch sein Schauspiel oder der Gewaltlevel, over the Top. Sein Overacting kratz fast schon an der Grenze zum Lächerlichen. Vor allem im total irren und verrückten Finale geht Ben Ng total ab! Muss man gesehen haben!

Aber auch der restliche Cast macht seine Sache ordentlich, vor allem Lily Chung Suk-Wai in ihrer mutigen Rolle als Ming Ming war stark! Mutig deshalb, weil viele Nackt-Szenen mit ungemütlichen Inhalten/Settings. Vor allem die Szene, in der sie sich während dem Duschen nach der Vergewaltigung selbst verletzt, war hart anzusehen! Sie spielte später in weiteren Filmen dieser Art mit: Brother of Darkness, Fatal Obsession, O.C.T.B. Case - The Floating Body, The Eternal Evil of Asia.

Fazit: Für CAT. III Film-Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Ruo sha

HK 1994

R: Billy Tang

D: Ben Ng Ngai-Cheung, Lily Chung Suk-Wai, Money Lo Man-Yee

Laufzeit der österreichischen DVD: 86:59 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 02.07.20

Fassungen: Mir lag die DVD von ILLUSIONS UNLTD. films aus Österreich vor = franz. DVD Master im O-Ton mit deutschen Subs. Sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Juli 2020). Nachtrag Okt. 2024: Der Film hat die Sichtung als neue US-Blu-Ray bestanden. Fieser CAT. III Streifen aus HK vom Run and Kill Regisseur Billy Tang, in welchem ein gestörter Psychopath und Vergewaltiger (stark: Ben Ng) eine geistig behinderte vergewaltigt und dann vor Gericht trotzdem frei gesprochen wird. Die Rape-Szenen sind hart anzusehen. Das Schauspiel aller Beteiligten ist, trotz massivem Overacting, grandios. Das 20minütige Finale ist total verrückt. Die neue US-Blu-Ray von Error4444 bietet dem Zuschauer zwei Film-Fassungen an = "Play with Classic color timing" oder "Play with Modern color timing". Ich guckte mir die "Modern" Variante an = der bläuliche Filter ist verschwunden, die Szenen sind superhell und dadurch wirken viele Szenen im Detail grausamer und härter, auch wenn ggf. weniger stimmungsvoll. Schade, dass es keine exklusiven Interviews mit dem Cast des Filmes gibt. Das Booklet hingegen ist informativ. Die Disc kommt mit Booklet, Schuber, Wendecover, O-Ton und englischen Subs daher. Region-All-Disc. Das Upgrade auf Blu-Ray hat sich gelohnt. 

Donnerstag, 20. Juni 2019

Red Spell Spells Red Review


Red Spell Spells Red

Story:

Reporterin Stella (Poon Lai-Yin) inklusive Crew reisen nach Malaysia. Dort berichten sie von einem magischen Zwerg und einem Fluch. Nachdem sein Grab geöffnet wurde, geschehen um die Crew und die Stammesangehörigen mysteriöse Todesfälle…

Meine Meinung:

Red Spell Spells Red habe ich nach acht Jahren wieder gesehen und diesmal gefiel mir der Film besser, als ich den in Erinnerung hatte. Der Film beginnt bizarr (Höhle, Masken, Rituale, Magie) und erinnert dabei ans HK-Horror-Genre à la The Boxer’s Omen und Co.

Danach flacht der Film ab. Das ist das einzig wirklich schlechte am Film: die darauffolgende erste halbe Stunde, da einfach langweilig. Das muss der Fan in Kauf nehmen. Man sollte nicht aufgeben und es durchstehen. Danach wird man mit einem völlig verrückten, skurrilen und bizarren Film und Szenen belohnt, die z.T. ihresgleichen suchen. Und viel Exotik und leider auch viel Tiersfnuff – aber eines ist Red Spell Spells Red nicht mehr: langweilig!

Man zieht es mit dem Unterhaltungswert und fantasievollen (vor allem in den Tötungsszenen der Crew) Szenen bis zum Ende durch. Im Finale gibt es nochmals sehenswerte Rituale voller Magie und Horror zu sehen, so dass der Film befriedigend endet. Durch die Orte (viel Dschungel, Ortswechsel zwischen HK und Borneo) wirkt alles sehr exotisch. Der Horror in Form von Magie, einem Fluch und unsichtbaren, magischen Kräften, lässt den Zuschauern im Dunkeln, wie sich das «Böse» an seine Opfer heranmachen wird. Dazu gestohlene Musik aus westlichen Filmen.

Bisschen Sex und nackte Haut dürften ebenso wenig fehlen wie eine tierfeindliche Handlung, die a) von einer Frau geschrieben wurde (kaum zu glauben) und b) von Stephen Chan Chue-Kwong produziert wurde (er hat auch Centipede Horror produziert – irgendwie ein ähnlicher Schocker). Brutale Highlights betreffen vor allem die Szene mit den drei kleinen Schweinen und die absolut unfassbare Szene ist diese, in welcher ein Huhn lebendig (von einem Menschen) gefressen wird! Aber auch Frösche, Vögel und Skorpione haben im Film nichts zu lachen…

Der Cast ist mir völlig unbekannt. Regisseur Titus Ho Wing-Lam hat laut hkmdb nur in diesem Film Regie geführt. Er war jedoch alternativ der Filmszene verbunden als Produzent, Drehbuchautor und Darsteller (sogar für die Shaw Brothers). Poon Lai-Yin, welche die weibliche Hauptrolle spielt (ihre Szenen am Ende auf dem Rad sind auch eindrücklich, welche Schauspielerin würde heute so was über sich ergehen lassen?), kenne ich nur (unbewusst) aus zwei anderen Filmen: A Hearty Response (Chow Yun-Fat) und The Millionaires' Express (All Star Cast Ansammlung von Golden Harvest). Sie konnte nicht auf eine grosse Karriere zurückblicken und verschwand recht schnell wieder von der Bildfläche.

Fazit: Wer das skurrile und exotische 80er Jahre, ernste, HK-Horror-Genre mag, dem sei dieser Film auf jeden Fall ans Herz gelegt!

Infos:

O: Gong gui zai

HK 1983

R: Titus Ho Wing-Lam

D: Poon Lai-Yin, Kent Tong Chun-Yip, Ga Lun, Wan Ting-Fong, Hussein Hassan

Laufzeit der US-DVD: 93:07 Min.

Gesehen am: Dez. 2011 / Review überarbeitet: 28.04.19

Fassungen: Mir lag eine US-DVD (Bootleg) von Far East Flix vor = Uncut, O-Ton, englische Subs. Die Bildqualität ist aber sehr dürftig d.h. sehr oft viel zu dunkel, Bildqualität zu unscharf, englische Subs oft kaum zu lesen. Es gäbe folgende Alternativen: HK LD (Uncut, Subs, O-Ton), VHS aus Taiwan (Dubbed in Mandarin mit Englischen Subs), das HK VHS (soll als Master für meine US-DVD gedient haben) oder das VHS aus Südkorea (zensiert). Daneben gäbe es wohl noch mind. zwei andere Bootlegs (FLK und wie es aussieht eine Disc aus Taiwan). Die HK LD soll die beste Qualität bieten. Eine dt. Fassung gibt es nicht (Stand: April 2019). Die LD ist teuer (wurde mir im Sommer 2018 für 200 Euro angeboten). Nachtrag 16.01.21: Für eine weitere Sichtung lag mir nun die seltene HK-Laserdisc von Winson vor = Uncut, O-Ton, englische Subs und in der Tat qualitativ massiv besser als die bereits verkaufte oder verschenkte US-Bootleg DVD. Macht deutlich mehr Spass, den Film so zu schauen! Nachtrag 25.05.23: Inzwischen gibt es vom US-Label Error 4444 eine US-Blu Ray = Schuber, Booklet, Region All, Uncut, restauriert, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Nie hätte ich gedacht, den Film in einer so tollen Bildqualität sehen zu können. Must Have Vö für Fans des Filmes. Die Restauration und das neue Master werten den Film sichtlich auf. Das Booklet bietet ein Interview mit dem Regisseur. Das Feature How To Make A Successful Hong Kong Black Magic Film ist absolut uninteressant.

Sonntag, 26. Mai 2019

Run and Kill Review



Run and Kill

Story:

Cheung (Kent Cheng) findet heraus, dass seine Frau (Lily Lee Lee-Lee) ihn betrügt. Im Vollrausch und total betrunken, heuert er Killer an, die seine Frau umbringen. Doch Cheung kann sich nicht daran erinnern und zahlen schon gar nicht. Damit setzt er sich auf die Todesliste der Killer (u.a. Johnny Wang Lung-Wei). Durch Zufall gerät Cheung an eine vietnamesische Gangsterbande, welche ihm aus der Patsche helfen soll, doch es läuft alles schief, was schieflaufen kann. So ist Cheung zwar die Gangster los, dafür wird er nun von den vietnamesischen Gangstern (Simon Yam, Melvin Wong u.a.) mit dem Tode bedroht und gejagt inklusive seiner Familie (Mutter, Tochter) während die Polizei (Danny Lee) versucht die Gangster zu stoppen…

Meine Meinung:

Run and Kill ist ein düsterer und harter CAT. III Schocker, wie sie Anfang der 90er öfters in HK gedreht wurden und Fans auf der ganzen Welt entzückten. Es sind Filme, die heute absolut undenkbar wären und welche Skandal um Skandal produzieren würden. Und doch sind es Nischenfilme mit vielen Fans – zu Recht. Sieht man einmal vom Anfang ab, die jede Menge Klamauk (Kent Cheng im Umgang mit seiner jungen Filmtochter) bietet, wird der Film danach düsterer und ernster. Gegen Ende hin wird der Film brutal, nihilistisch, abgrundtief böse und fies – auch wenn Simon Yams Figur natürlich extremes Overacting aufweist.

Aber das Finale ist hart, schmerzhaft, schonungslos (die Szenen mit Kent Chengs Tochter dürfte viele überraschen und den Zuschauer mit Staunen zurücklassen) und spannend. Simon Yam (Return Engagement, The Tenants Downstairs, Awakening) und Kent Cheng (Lifeline Express, The Accident, Chasing the Dragon) laufen zur Höchstform auf und zeigen einmal mehr, was für tolle und anpassungsfähige Darsteller sie sind. Beide waren öfters im CAT. III Kino zu sehen – Simon Yam u.a. in Gigolo and Whore, Dr. Lamb oder Naked Killer. Kent Cheng sah man hingegen in Sex and Zen, Ancient Chinese Whorehouse oder Mad Stylist. Simon Yam ist nebst Anthony Wang, William Ho Ka-Kui oder Tommy Wong Kwong-Leung einer meiner Lieblinge, was CAT. III Bösewichte angehen.

Auch Danny Lee (Law With Two Phases, The Gambling Syndicate, Cop of the Town), der hier eine Nebenrolle als Polizist spielt, sah man in ähnlichen Rollen im CAT. III Genre = Love to Kill, The Untold Story oder Water Tank Murder Mystery. In weiteren Nebenrollen zu sehen: Melvin Wong (The Rape After) als Partner von Simon Yam und Shaw Brothers Legende Johnny Wang Lung-Wei (Widow Warriors, My Rebellious Son) als Anführer der Gangsterbande.

Das CAT. III Siegel hat der Film wegen brutalen / blutigen Folter- und Action-Szenen abbekommen (Schusswaffen, Stichwaffen), etwas Schmuddel/Sleaze und sexueller Gewalt (als Kent Chengs Frau ermordet wird, oder die Sex-Kino-Vorstellung) und natürlich wegen dem ultrabrutalen Finale (was auch die Mutter und Tochter von Kent Cheng betrifft) und dem absolut düsteren Grundton des Filmes.

Run and Kill ist einer der besten Filme von Regisseur Billy Tang (Vengeance Is Mine, Dragon Fight, Red to Kill, Brother of Darkness) und jedem HK-CAT. III Film-Fan nur zu empfehlen!

Infos:

O: Woo Sue Gei Mat Dong Ngon

HK 1993

R: Billy Tang

D: Simon Yam, Kent Cheng,

Laufzeit der deutschen. DVD: 87:24 Min.

Gesehen am: ? / Review überarbeitet am: 14.04.19

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Cine Club vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton/Deutsch, deutsche Subs vorhanden (ca. zwei bis drei Dialoge sind nicht untertitelt worden, warum auch immer). Extras: Der HK CAT. III Film Intruder! Die DVD kommt mit einem Schuber daher und ist nebst der franz. DVD die einzige Uncut Fassung weltweit. Alle HK Fassungen sind in Sachen Gewalt zensiert und nicht zu empfehlen. Nachtrag Okt. 2024: Das Upgrade auf Blu-Ray hat sich gelohnt. Die Bildqualität der US-Blu-Ray (Schuber, Wendecover, Booklet, Region All Disc) von Error4444 ist schon besser und in einigen Momenten auch heller als bei der DVD aus Deutschland (Kino-Massaker, Massaker im Flüchtlings-Camp). Die ersten 30 Min. sind etwas schwach, lahm und das Overacting von Kent Cheng nervt. Danach geht es aber, pausenlos bis zum Finale (The Terminator oder Halloween Vibes da Simon Yam fast unzerstörbar), die Post ab. Sehenswerter CAT. III Film von Billy Tang, der sich in dem Genre wohl fühlte und weitere Filme dieser Art drehte (Vengeance Is Mine, Brother of Darkness, Red to Kill). Simon Yam ist sehr souverän (als Bösewicht) und Kent Chengs Wandel ist sehr stark gespielt. In Nebenrollen sind Melvin Wong, Johnny Wang Lung-Wei und Danny Lee zu sehen. Schade, dass es keine exklusiven Extras wie Interviews (mit Simon Yam oder Kent Cheng) als Bonus gibt. Wäre schon interessant gewesen, was die reflektiert von diesen Rollen und Filmen halten. Als Extra gibt es ein Special namens The Kids Aren’t Alright, in welchem in 16 Minuten zusammengefasst Morde/Unfälle an Kindern gezeigt werden (Film Morde & Unfälle versteht sich). Ja, die Kids hatten im Kino in Hong Kong definitiv nichts zu lachen. Erstaunlich, dass Winners Takes All in der Auflistung gefehlt hat. Daneben gibt es noch die jap. VHS-Fassung als Easter Egg, Audiokommentare, ein Besuch der Drehorte. Es gibt somit zwar exklusive Extras, aber nicht von den Beteiligten des Filmes. 

Samstag, 30. Juni 2018

The Challenge of the Lady Ninja Review




The Challenge of the Lady Ninja

Story:

Wong Siu Wai (Elsa Yeung) bildet sich zum Ninja aus, um im durch Japan besetzten China während des 2. Weltkrieges dem Feind gegenübertreten zu können. Zudem findet sie raus, dass ihr Bruder (Chen Kuan-Tai) Sache mit den Japanern macht und für den Feind arbeitet. Es gilt, auch ihn auszuschalten. Chen Kuan-Tai hat aber Doppelgänger und mehrere Leibwächter, so dass Wong Siu Wai mit einer Bekannten andere Frauen zu Kämpferinnen ausbildet, um als Gruppe gegen den Feind bestehen zu können…

Meine Meinung:

The Challenge of the Lady Ninja ist ein Anfang 80er Jahre Trash-Ninja-Eastern aus Taiwan. Wer Filme wie A Life of Ninja (Taiwan 1983 mit Yasuaki Kurata und Elsa Yeung und Chen Kuan-Tai) oder Ninja in the Deadly Trap (Taiwan 1981 mit Yasuaki Kurata und Ti Lung) kennt, weiss was ihn erwartet: Ninja-Action, skurrile Figuren, ideenangereicherte Actionszenen verbunden mit Humor, Trash, nackten Tatsachen (hätte mehr sein dürfen) und etwas Sleaze und Schmuddel (hätte auch etwas mehr sein dürfen). Was der Film nicht ist: derb oder blutig, sondern teilweise eher gar zu lustig und abgefahren, wobei der Film ab Mitte des Filmes dann doch wieder Richtung Ersthaftigkeit wechselt.

Billige Farbrauchbomben, Schlammkämpfe, halbnackte Kämpferinnen und erotische Trainingsszenen sowie Shaw Brothers Legende Chen Kuan-Tai (Butcher) als «Bösewicht» runden die Szenerie ab. Chen Kuan-Tais erste Szenen wurden mit Star Wars / Darth Vader Theme Musik unterlegt – sehr schön (und ausgerechnet diese Szene felht in der deutschen Fassung)! Elsa Yeung arbeitete mit Chen Kuan-Tai schon in anderen Taiwan Low-Budget Streifen zusammen (A Life of Ninja). Sie ist solide, aber war mir nicht sonderlich sympathisch. Nebst ihr (als Doppelrolle) kommen noch paar andere Mädels vor, einige spielen besser, andere schlechter. Mir sind die namentlich nicht bekannt. Zu Chen Kuan-Tai hingegen muss ich nichts mehr sagen.

Die Trainings- und Actionszenen sind, was die Anzahl angeht, oft vorhanden und zu sehen, vor allem zu Beginn und am Ende. Diese unterhalten mehr durch die fantasievollen Ideen der Filmemacher und die Trash-Marke als durch sehenswerte Choreographie oder Spektakel. Dem sollte man sich, was die Martial Arts Szenen angeht, auch bewusst sein. Auch von Chen Kuan-Tai, der immerhin wirklich kämpfen kann und ein Martial Artist ist, sieht man nur wenig. Also: Erwartungen etwas zurückschrauben.

Dank der angenehmen Laufzeit und der vielen trashigen Ideen und der Tatsache, dass sich der Film null ernst nimmt, wird man prima unterhalten, auch wenn ich die oben genannten Werke (A Life of Ninja, Ninja in the Deadly Trap) einen Hauch besser in Erinnerung habe! Regisseur Lee Tso-Nam scheint ausschliesslich in Taiwan filmisch tätig gewesen zu sein. Darunter sind auch sehenswerte Zusammenarbeiten mit Alexander Lo Rei (Shaolin vs. Lama), Old School Kung Filme die sich interessant anhören und die teilweise noch ungeschaut hier rumliegen (Fatal Needles Vs. Fatal Fists, The Green Jade Statuette, Eagle's Claw) und Arbeiten mit Lin Hsiao-Lan (Kung-Fu Wonder Child, Magic Warriors, Emergency Police Lady, The Magic Amethyst). Interessant ist auch, dass der Regisseur später noch paar Jahre in Hong Kong tätig war und noch heute (zumindest bis 2015) Filme dreht (China).

Fazit: Um aus dem deutschen Eastern Lexikon zu zitieren: «Schund vom Feinsten…»! Dem ist nichts hinzuzufügen!

Infos:

O: Lui Yan Che

Taiwan 1983

R: Lee Tso-Nam

D: Elsa Yeung, Chen Kuan-Tai, Peng Kong, Hsiang Yun-Peng, Robert Tai

Laufzeit der jap. VHS: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 17.04.18 / 2. Sichtung: 28.03.26

Fassungen: Mir lag das VHS aus Japan von Tokuma vor = Uncut, Englischer Ton (weitaus besser synchronisiert als z.B. viele HK/Taiwan Filme als Ocean Shores Fassungen), jap. Subs, 2,35:1 Bildformat, gute Bildqualität. O-Ton wäre Mandarin. Es scheint keine O-Ton Fassung mit englischen Subs zu geben. Es scheint keine Uncut DVD zu geben. Andere VHS (Deutschland, UK, Türkei, USA) sind zensiert, wobei es zwei unterschiedliche Cut-Fassungen zu geben scheint. Weitere Nachteile der anderen VHS: nur Vollbild. Beides trifft auch auf die US-DVD zu (Vollbild, zensiert). Eine Uncut Fassung in Mandarin, mit Subs, korrektem Bildformat und neuem Master / Restauration wäre wünschenswert (soll in einer solchen Fassung in den Taiwaner Filmarchiven schlummern und dort an Filmfestspielen aufgeführt worden sein). Deutscher Titel: Geheimkommando D·E·A·T·H - Lady Ninja. Nachtrag März 2026: Im März 2026 wurde endlich die langersehnte US-Blu-Ray von Error 4444 geliefert (war seit Ende 2025 vorbestellbar) und damit wird praktisch eine der besten Vös im aktuellen noch jungen Jahr zur Tatsache. Der Film liegt neu restauriert vor und die Bild- und Tonqualität der US-Blu-Ray von Error4444 sind sehr gut. Der Film ist selbstverständlich Uncut. Die Edition sieht toll aus: Zwei Schuber, Poster, Wendecover, Karten, Sticker, Booklet, neues Master (restauriert), mehrere Audio und Untertitel-Option und informative Extras (vor allem das ca. 12mintüige Interview und das Vorstellen des Filmes durch Lee Tso-Nam waren informativ). Dann gibt es noch diverse Trailer zu Filmen von Lee Tso-Nam (ca. 16 Minuten) und zwei Audiokommentare (jedoch nicht von Cast und Crew). Bitte mehr davon. Der Film hat die Zweitsichtung bestanden. Lee Tso-Nam. Chen Kuan-Tai. Elsa Yang. Geklaute Star Wars Musik. Robert Tai. Über einige Details war ich überrascht und diese waren mir nicht mehr bewusst (Chen Kuan-Tais Rolle oder einige, wenige nackte Tatsachen). Der Film unterhält prima. Vier Mädels gegen Chen Kuan-Tai, der sich den Japanern angeschlossen hat. Fantasievolle und innovative Settings, Waffen und Kämpfer geben dem Film einen gewissen Trash-Faktor. Längen gibt es praktisch keine. Von den Kampfszenen her nicht überragend, aber der Unterhaltungswert ist gross und der Inhalt abwechslungsreich.