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Sonntag, 14. Dezember 2025

Wounded Tracks Review

Wounded Tracks

Story:

Interpol-Agent Xu Le aus Singapur (Lee Nam-Sing) ermittelt in Hong Kong gegen Gangster-Boss Zhang Tie (Norman Tsui). Er will den Tod eines Kollegen rächen und dessen Namen reinwaschen. Die Mission wird erschwert, als sich Xu in Zhnags Freundin Sharon (Yammie Lam Kit-Ying) verliebt…

Meine Meinung:

Bei Wounded Tracks handelt es sich um einen Film aus Singapur, wobei es auch eine Co-Produktion mit Hong Kong sein könnte. Weil teilweise wurde auch in Hong Kong gedreht und Regie führte nämlich Benny Chan (Raging Fire, The Magic Crane), der mehrere Blockbuster wie Rob-B-Hood, New Police Story, Who Am I? oder Call of Heroes drehte. Und es kann auch sein, dass es sich ggf. um einen TV-Film oder um eine Direct to Video Vö handelt. In vielen Datenbanken ist der Film erst gar nicht gelistet.

Daher habe ich von Wounded Tracks auch nicht allzu viel erwartet. Meine Hoffnungen lagen vor allem auf Norman Tsui (The Secret, City War, The Challenger), der im Film mitwirkt. Er spielt den Bösewicht. Leider kann er allein den Film nicht retten d.h. qualitativ so aufwerten, so dass der Film gut genug wäre, um in meine Filmsammlung aufgenommen zu werden. Der Film beginnt gut. Ich würde sogar sagen, dass das erste Viertel des Filmes das beste des Filmes ist.

Warum? Die Anzahl an diversen Actionszenen ist zu Beginn am höchsten. Danach flacht der Film jedoch ab. Der Plot ist reiner 08/15 Inhalt und erinnert an andere Filme (A Better Tomorrow und sogar Cheap Killers Vibes kommen auf, was die Beziehung von Xu Le und seinem «Kumpel» angehen), ohne jedoch dessen Qualitäten zu erreichen. Es gibt Längen und ich mochte die Helden nicht wirklich. Wenig sympathisch. Dass dann noch Namen wie Nick Cheung (Breaking News) mitmischen, den ich nicht sonderlich mag, hilft auch nicht, mich zu überzeugen. Norman Tsui als Bösewicht bleibt leider auch hinter den Erwartungen und das Finale war gar enttäuschend und unspektakulär.

Fazit: Kein Must See Titel aus Benny Chans Karriere!

Infos:

O: 傷城記

Singapur 1994

R: Benny Chan Muk-Sing

D: Lee Nam-Sing, Norman Tsui, Yammie Lam Kit-Ying, Nick Cheung Ka-Fai, Ben Ng Ngai-Cheung

Laufzeit der US-VHS: 88:24 Min.

Gesehen am: 13.11.25

Fassungen: Mir lag das Vollbild-US-VHS von Tai Seng vor = solide Bild- und Tonqualität, Kantonesischer Ton, keine Untertitel, sah Uncut aus. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Nov. 2025).

Dienstag, 12. August 2025

Killer Clans

Shawgust 2025

Killer Clans

Story:

Uncle Sun Yu (Ku Feng) sieht sich diversen Gefahren ausgesetzt. Seine Söhne und Bodyguards (Lo Lieh, Yueh Hua, Wang Chung) haben alle Hände voll zu tun. Zwei der drei Söhne sterben. Was hat es mit dem mysteriösen Meng Sheng Wen (Tsung Hua) auf sich? Wer spielt ein doppeltest Spiel?  

Meine Meinung:

Chu Yuan (Perils of the Sentimental Swordsman, Full Moon Scimitar, Die Bande des gelben Drachen) verfilmte Mitte der 70er Jahre für die Shaw Brothers die Gu Long Novelle Meteor, Butterfly, Sword, die 1993 erneut verfilmt wurde (Butterfly and Sword mit Michelle Yeoh und Donnie Yen) und die 2003 in China eine TV-Serie erhielt (mit Norman Tsui). Geschichten von Gu Long sind oft wirr, bieten viele Figuren und sind komplex. So auch Killer Clans. Die Hülle und Fülle an Figuren und bekannten Namen in dem Wuxia sind beachtlich:

Ku Feng (The Black Tavern), Yueh Hua (Challenge the Invincible), Norman Tsui (Blood Ritual), Danny Lee (Love to Kill), Lo Lieh (King Boxer), Fan Mei-Sheng (Angel with the Iron Fists), Wang Chung (The Delinquent), Yang Chi-Ching (The One-Armed Swordsman), Wang Hsieh (Queen Hustler), Chan Shen (The Psychopath), Fung Hak-On (The Iron-Fisted Monk), Cheng Kang-Yeh (Dragon Lord), Corey Yuen (Eastern Condors). Die Hauptfiguren sind Ku Feng (alle wollen ihm an den Kragen), Yueh Hua, Tsung Hua (ihn fand ich als Helden wenig sympathisch) und Ching Li (eine der wenigen Frauen im Film).

Schade, dass Lo Lieh und Wang Chung doch schneller als erwartet aus dem Film scheiden. Die haben mir beide nämlich sehr gut gefallen. Ku Feng war auch stark und Yueh Hua dreht gegen Ende auch auf. Selten, dass der als Bösewicht zu sehen ist. Da fällt mir spontan gerade nur The Unique Lama auf. Interessant ist, dass Lo Lieh den gleichen Charakter in dem ein Jahr später gedrehten Death Duel erneut spielen sollte. Es handelt sich ebenso um eine Gu Long Verfilmung. Ob er dort mehr Screentime bekommen sollte?

Killer Clans hat mir im Grossen und Ganzen gut gefallen, auch wenn mir einfachere Plots oder rein taiwanesische Wuxia lieber sind. Der Film hätte mir mit einem charismatischerem «Helden» mehr zugesagt. Zudem war es schon fast etwas zu viel des Guten, wie sich die Figuren gegenseitig in den Rücken fallen und tolle Kampfszenen werden hier und da immer wieder durch zu viele Dialoge ausgebremst. Die Kampfszenen von Lo Lieh, Wang Chung sowie Yueh Hua waren sehenswert. Hier und da geht es auch blutig zu und ein Hauch an Erotik darf auch nicht fehlen.

Fazit: Wuxia Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Liu Xing Hu Die Jian

HK 1976

R: Chu Yuan

D: Ku Feng, Lo Lieh, Yueh Hua, Wang Chung, Tsung Hua, Ching Li, Danny Lee, Norman Tsui, Fan Mei-Sheng, Yang Chi-Ching, Wang Hsieh, Chan Shen, Fung Hak-On, Cheng Kang-Yeh, Corey Yuen

Laufzeit der US-Blu: Ca. 101 Min.

Gesehen am: Feb. 2011 / Neusichtung am: Aug. 2025

Fassungen: Die Neusichtung erfolgte als US-Blu-Ray von Shout Factory via Shaw Brothers Classics Vol. 3 = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs und diverse Extras vorhanden. Die Extras, die mehrheitlich auf dem Cover nicht erwähnt werden, sind interessant = Interview mit Ku Feng und Shum Long-Tin. Vor allem letzterer steuert viel zur Person Gu Long dabei. Das fand ich spannend. Wenig fesselnd war das Feature mit James Mudge, der über Chor Yuen erzählt (und warum trägt er ein Dario Argento Shirt?). Das habe ich nach paar Minuten abgebrochen. Die deutsche Blu-Ray ist nicht Uncut und es gibt keine Subs zum Mandarin O-Ton = nicht zu empfehlen. In Deutschland ist der Film als Killer Clans - Die Herrschaft des Schwertes erschienen.

Montag, 23. Juni 2025

Diamond Fight

Diamond Fight

Story:

Diamanten werden gestohlen. Diverse Gangster und die Polizei (Norman Tsui, Michael Chan Wai-Man, Wang Kuan-Hsiung, Don Wong Tao, Phillip Ko Fei, Meng Fei) sind hinter diesen her…

Meine Meinung:

Diamond Fight, der in einigen Filmdatenbanken (aus Deutschland) nicht Mal gelistet wird, ist ein Anfang der 80er Jahre Actionfilm im modernen Setting von Regisseur Lee Tso-Nam (Lady Piranha, Chinese Kung Fu Against Godfather, Magic Warriors). Lee Tso-Nam hat viele verschiedene Filme gedreht und auch Diamond Fight lohnt sich. Der Plot ist zwar dünn und nur Mittel zum Zweck, dafür kann sich der Cast sehen lassen. Es sind sehr viele bekannte Namen dabei. Den Motiven der einzelnen Figuren zu folgen, war mir hingegen nicht möglich. Meine VHS lag nur synchronisiert vor (Kantonesisch ohne Untertitel). Schlimmer war die Tatsache, dass die Bildqualität sehr schlecht war. In nicht wenigen Momenten war, da so dunkel, nichts zu erkennen.

Der Film bietet Namen wie Norman Tsui (The Secret, The Web of Death), Michael Chan Wai-Man (Black List, Ghost Festival), Wang Kuan-Hsiung (Shaolin Heroes, The Green Jade Statuette), Don Wong Tao (Death Duel of Kung Fu, Wild Panther), Phillip Ko Fei (The Club, The Gold Connection), Meng Fei (Eagle Flying in September, The Invincible Kung Fu Trio) und Gordon Lius japanische Ehefrau aus Heroes of the East = Mizuno Yuka, die hier auch ihre Brüste präsentieren darf. Allgemein gibt es mehrere anrüchige und schmuddelige Nacktszenen als Füllszenen.

Obwohl Michael Chan Wai-Man nur bis kurz vor die 60. Minute zu sehen ist, muss ihm eine Hauptrolle nachgesagt werden. Bis dahin kommt er nebst Wang Kuan-Hsiung, die zweite grosse Hauptrolle, am meisten vor. Norman Tsui & Don Wong Tao sind in Nebenrollen zu sehen und der Auftritt von Phillip Ko ist nochmals geringer. Da Michael Chan Wai-Man, wenig überraschend, einen Killer spielt, beinhalten seine Szenen Action-, Kämpfe- und Mordversuche. Nach dem Ausscheiden von Michael Chan Wai-Man flacht der Film zunächst merklich ab, da deutlich weniger Action- und Kampfszenen. Doch vor dem Finale steigert sich der Film in dieser Hinsicht wieder. Die Action, choreographiert von Blacky Ko Shou-Liang, kann sich sehen lassen.

Fazit: Kurzweilig, actionreich und stark besetzt. Für Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Bo sha

Taiwan 1981

R: Lee Tso-Nam

D: Norman Tsui, Michael Chan Wai-Man, Wang Kuan-Hsiung, Don Wong Tao, Phillip Ko Fei, Meng Fei, Mizuno Yuka

Laufzeit der US-VHS: 96:01 Min.

Gesehen am: 28.03.25

Fassungen: Mir lag das US-VHS von Rainbow Audio & Video vor = Statt Originalton Mandarin liegt der Film in Kantonesisch vor (ohne Untertitel), Vollbild. Leider war ausgerechnet die Bildqualität in mehreren Sequenzen, die auch Actionszenen bieten, so dunkel, dass nichts zu erkennen. Das war schon schade und schlimmer als das Vollbild, die fehlenden Untertitel oder den Kanto Track. Das VHS aus Südkorea ist leider nicht in Mandarin, sondern Englisch Dubbed. Englisch Dubbed sind auch VHS-Fassungen aus Griechenland und Skandinavien (Dänemark). Das VHS aus Spanien ist Dubbed in Spanisch. Es gibt keine DVD, keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: März 2025).

Sonntag, 13. April 2025

Mighty Peking Man

 

Mighty Peking Man

Story:

Eine Crew aus Hong Kong (u.a. Danny Lee und Ku Feng) finden auf einer exotischen Insel einen Riesen-Affen. Diesen entführen sie und wollen damit in Hong Kong das grosse Geld machen. Eine im Dschungel aufgewachsene Frau namens Ah Wei (Evelyne Kraft) begleitet sie. In Hong Kong läuft der Affe Amok, als Ah Wei fast von Lu Tien (Ku Feng) vergewaltigt wird…

Meine Meinung:

Mit Mighty Peking Man sprangen die Shaw Brothers 1977 auf den Kaiju- sowie Tokusatsu-Zug auf und präsentierten ihre Antwort auf Godzilla, King Kong und Co. In diese Richtung gingen die Shaw Brothers schon mit The Snake Prince (Schlangen-Monster) und vor allem mit The Super Inframan (auch mit Danny Lee in der Hauptrolle). Aber auch andere asiatische Länder wie Indien (Gogola), Südkorea (The Prince of Dragon King, Young-Gu and Dinosaur Zu-Zu), Nordkorea (Pulgasari) oder Taiwan (The Boy and a Magic Box, Mars Men, Calamity) oder Thailand (The 6 Ultra Brothers vs. the Monster Army) waren in der Hinsicht fleissig.

Der Film wurde zu Ehren von Shaw Brothers Legende Ku Feng (The Boxer from Shantung, Killer Constable, Black Magic) angesehen, der im stolzen Alter von 94 (oder 95, je nach Quelle) Ende März (27.03.25) Zuhause im Kreis seiner Familie (überraschend) verstarb. In Mighty Peking Man spielt er nebst Danny Lee (The Killer, Dr. Lamb, The Shanghai Thirteen) und der Schweizerin Evelyne Kraft die Hauptrolle. In einem Gastauftritt ist noch Norman Tsui (The Secret, Das Schwert, Sea Wolves) zu sehen. Evelyne Kraft spielte auch in der Shaw Produktion Die Todesengel des Kung Fu mit. Ku Feng macht seiner Rolle alle Ehre. Mit anderen Worten: perfekt gecastet!

Danny Lee ist sehr solide und Evelyne Kraft bringt einen Hauch Sex-Appeal in den Film. Der Plot, der sich nahezu 1:1 an King Kong orientiert, bietet auch genug Dschungel-Feeling (Tiger Vs. Mann oder Tiger Vs. Schlange) und/oder Tierhorror (Elefanten, die Männer zu Tode trampeln), um perfekt zu unterhalten. Die wahren Stars sind jedoch die Effekte und der Monster-Affe. Diese entstanden unter japanischer Mithilfe seitens Keizō Murase (The Seventh Curse), Koichi Kawakita (Prophecies of Nostradamus), Sadamasa Arikawa (The Phoenix) sowie Motoyoshi Tomioka (Battle of the Japan Sea). Deren Erfahrung sieht man der Produktion jeder Sekunde an. Die Effekte, Kostüme und Miniatur-Arbeiten sind sehenswert. Die Feuer-Stunts im Finale sind gar richtig spektakulär.

Fazit: Für Kaiju-Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Infos:

O: Xing Xing Wang

HK 1977

R: Ho Meng-Hua

D: Danny Lee, Evelyne Kraft, Ku Feng, Norman Tsui

Laufzeit der UK-Blu: 89:17 Min.

Gesehen am: Januar 2012 / 2. Sichtung: 11.04.25

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray Box Shaw Scope Volume One von Arrow Video. Die UK-Blu-Ray bietet den Film in der Celestial Fassung (harmlose Frame-Cuts) und in einer unrestaurierten Fassung ohne Frame-Cuts an. Die Qualität (Bild- und Ton) sind hervorragend. O-Ton und Subs sind an Bord. Die Extras sind interessant und sehenswert. Unter anderem gibt es Interviews mit Regisseur Ho Meng-Hua, Star Ku Feng und Japaner Keizō Murase. Leider gibt es keinen Bonus mit Evelyne Kraft. Es wäre interessant gewesen, wie eine Schweizerin in dieser Produktion gelandet ist. Da sie 2009 überraschend verstarb (der Blick titelte: "King Kongs Schweizer Geliebte ist tot"), war es auch nicht mehr möglich, diesbezüglich mehr Infos in Erfahrung zu bringen. Die UK-Disc hätte in Sachen Exklusivität und Extras aber noch etwas Luft nach oben vertragen: 1. Auf der jap. Blu-Ray gibt es ein 62minütiges Special zur Entstehung der Effekte (SFX Making). Sehr schade, dass dieses nicht lizensiert werden konnte. 2. Im Original HK-Trailer ist Evelyne Kraft oben durch total nackt zu sehen, während für den Film dann eine andere Bild-Einstellung gewählt wurde, um das zu entschärfen. Es ist schade, hat das Label diese Szene nicht, zumindest für eine Bonus-Fassung, im Film integriert um somit die weltweit beste Fassung zu generieren. In Deutschland gibt es den Film unter dem Titel Der Koloss von Konga auf Blu-Ray (von FilmArt).

Montag, 10. Februar 2025

The Secret

The Secret

Story:

Ein Mordfall erschüttert die Gegend. Die Polizei sieht in dem kognitiv eingeschränkten Herumtreiber «Nut» (Norman Tsui) den Täter. Krankenschwester Lin Ming (Sylvia Chang), die in der Gegend wohnt und dessen privates Umfeld zu den Opfern gehört (u.a. Alex Man), versucht die Morde aufzuklären…

Meine Meinung:

Auf The Secret wurde ich nur durch, ich glaube es war ein Chinese, einen Film-Dealer aufmerksam. Der bot mir das HK-VHS, wenn ich mich recht erinnere, für ca. 350 USD an. Zum Glück habe ich mich informiert und sah, dass das Hong Kong Filmarchiv davon eine Blu-Ray veröffentlich hat. Geld gespart und dazu noch eine bessere Fassung gekauft. Doppeltes Glück. Bei The Secret handelt es sich um einen Ende der 70er Jahre New Wave Film aus Hong Kong und um das Regiedebüt von Ann Hui (The Story of Woo Viet). Ihr Boat People liegt noch ungesehen rum. The Secret ist definitiv nicht uninteressant und teilweise fühlte ich mich ans Giallo-Genre erinnert (Deep Red).

Der Film ist ein Mix aus Drama, Krimi/Whodunit und Mystery. Der Film wirkt zum einen sehr westlich, zum anderen auch sehr traditionell. Der Mix aus Moderne und Tradition wird gut aufgezeigt. Der Film ist sehr stimmungsvoll. Viele Szenen spielen bei Nebel oder während der Nacht. Laut Booklet war in früheren Fassungen z.T. kaum etwas zu erkennen, da so schlechte und dunkle Bildqualität. Viel «Action» gibt es aber nicht, dem sollte sich der Zuschauer bewusst sein. Zudem ist die Erzählweise etwas konfus und nicht immer gradlinig. Da muss man aufpassen beim Schauen, auch wenn im Finale dann alles via Rückblenden aufgeklärt wird.

Die im Vorspann fast an erster Stelle genannten Norman Tsui (Das Todesduell der Shaolin, Ghost Festival, Sea Wolves) und Alex Man (Running Mate, Return of Bastard Swordsman, The Daring Kung-Fu Refugee) haben jedoch nur kleine Rollen. Die Person, auf dem der Fokus liegt, wird von Sylvia Chang (Legend of the Mountain, Slaughter in San Francisco, Lucky Stars Go Places) gespielt. Sie spielt die Hauptrolle und versucht, hinter das Geheimnis der Morde zu kommen. Der Cast ist allgemein überzeugend. Starke Leistungen. Es gibt eine Tiersnuffszene zu sehen (Huhn). Sensible Zuschauer könnte das sauer aufstossen. Den Film deshalb zu meiden, empfinde ich jedoch als übertrieben.

Fazit: Starkes Regie-Debüt und Fans von Ann Hui zu empfehlen!

Infos:

O: Fung Gip

HK 1979

R: Ann Hui

D: Sylvia Chang, Norman Tsui, Alex Man, Angie Chiu Nga-Chi, Lai Cheuk-Cheuk, Lee Hye-Sook

Laufzeit der HK-Blu-Ray: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 06.12.24

Fassungen: Mir lag die HK-Blu-Ray vom HK-Filmarchiv vor. Die Fassung ist ca. fünf Min. länger als frühere HK-VHS-Fassungen. 90% der Fassung sind in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität und wurden durch das Hong Kong Filmarchiv aufwendig restauriert. Fehlende Szenen (Vor- und Abspann) wurden vom VHS integriert und fallen qualitativ ab. Die Fassung ist im O-Ton mit festen englischen und chinesischen Subs. Zur Restauration gibt es Bonusmaterial zu sehen und auch im Booklet (in Chinesisch und Englisch) wird umfangreich darauf eingegangen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2024).

Samstag, 2. November 2024

The Web of Death

 

The Web of Death

Story:

Liu Shen (Lo Lieh) ist hinter einer Waffe her, welche ihn in der Martial Arts Welt unbesiegbar machen würde. Diese ist versteckt. Durch List gelingt es ihm, deren Aufenthaltsort zu bestimmen. Durch weitere Intrigen beginnt er, diverse Clans und deren Mitglieder (Yueh Hua, Lily Li, Ching Li, Ku Feng, Wang Chung) gegeneinander aufzuhetzen.

Meine Meinung:

The Web of Death war der 2. Film mit Lily Li (Relentless Broken Blade, Police Force, Shadow Girl), den ich auserwählt habe, ihr zu Ehren (sie starb am 27.10.24 an Lungenkrebs) anzuschauen. Ich sah den Film sehr lange nicht mehr (Juli 2009). Im Vergleich mit meinem alten Review, gefiel mir der Film früher besser. The Web of Death, eine Shaw Brothers Produktion aus dem Jahr 1976 von Chu Yuan (Intimate Confessions of a Chinese Courtesan, The Convict Killer), liess mich jetzt mit gemischten Gefühlen zurück. Ich war sogar leicht enttäuscht.

Stark waren die abwechslungsreichen, bunten, stimmungsvollen und fantasievollen Kostüme, Waffen und Settings. Auch die Waffe, nach welcher im Film alle suchen, die Five Venom Spider, ist amüsant und deren Wirkung innovativ, vielleicht leicht «trashig» aber sehr fantasievoll und vor allem tödlich. Leider wird damit zu wenig Zeit «verschwendet». Zudem gab es für meinen Geschmack auch zu wenig Kampf- und Actionszenen. Und jene die gezeigt wurden, waren nichts Besonderes. Lo Lieh (On the Run, The Dynamite Shaolin Heroes, The Revenge of the Shaolin Kid), selbstverständlich als Bösewicht, war solide wie auch Lily Li, die im Film eine eifersüchtige und schmollende Kämpferin spielt. Toll, sie so zu sehen.

Der Plot (Drehbuch Ni Kuang) bietet zu viele Längen, zu wenig Action, zu viel Naivität die Figuren betreffend. Die Love-Story war auch eher störend, als aufwertend. Lo Lieh gelingt es zu einfach, die diversen Parteien (Ku Feng, Yueh Hua, Lily Li, Wang Chung) gegeneinander auszuspielen und aufzuhetzen. Yueh Hua (Come Drink with Me, The Drunken Swordsman, Bruce Tuan – 7 Promise) war ok. Aber er hat auch schon mehr überzeugt. Ku Feng (Legacy of Rage) kommt nur im Finale vor und Wang Chung (Cops and Robbers) wird schnell ausser Gefecht gesetzt. In Mini-Auftritten sind noch Yuen Wah (Mr. Vampire) und der auch vor kurzem verstorbene Norman Tsui (City War) zu sehen.

Fazit: Mittelmass. Es gibt bessere, aber auch schlechtere Shaw Brothers Produktionen.

Infos:

O: Wu Du Tian Luo

HK 1976

R: Chu Yuan

D: Lo Lieh, Ching Li, Yueh Hua, Lily Li, Ku Feng, Wang Hsieh, Angela Yu Chien, Wang Chung, Chan Shen, Norman Tsui, Yuen Wah, Corey Yuen

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 91 Min.

Gesehen am: Juli 2009 / Neusichtung am: 30.10.24

Fassungen: Im Juli 2009 erfolgte die 1. Sichtung via deutsche DVD (Titel: Im Todesnetz der gelben Spinne), welche in der Zwischenzeit nach Leeds verkauft wurde. Nun lag mir die US-Blu-Ray von Shout Factory für eine 2. Sichtung vor. Der Film befindet sich in deren Shaw Brothers Classics Vol. Three Box. Es sind weitere Filme in der Box enthalten. Zu The Web of Death = Uncut, O-Ton, neue englische Subs, Audiokommentar, Celestial Trailer und Original-Trailer als Bonus. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend.  

Donnerstag, 19. September 2024

City War

City War

Story:

Gangster Ted (Norman Tsui) wird aus dem Gefängnis entlassen. Er nistet sich bei seinem Boss (Lo Lieh) und seiner Freundin Penny (Tien Niu) ein. Ted kennt nur ein Ziel: Rache an Polizist Ken (Ti Lung). Ken hat ihn dazumal verhaftet. Nun plant Ted, Kens Familie durch Attentäter (u.a. Robin Shou) auszulöschen. Ob dies gelingen wird? Ken bekommt Hilfe von seinem Freund und Partner Dick (Chow Yun-Fat), der sich in Teds Freundin Penny verliebt und umgekehrt…

Meine Meinung:

1988 zauberte der ehemalige Shaw Brothers Regisseur Sun Chung (The Master Strikes Back, Human Lanterns, Revenge of the Corpse) diesen wechselhaften Heroic-Bloodshed Film aus dem Hut. City War, der zudem mit den A Better Tomorrow Stars Ti Lung (The Deadly Breaking Sword, Die Todespagode des gelben Tigers, The Generation Gap) sowie Chow Yun-Fat (Scared Stiff, Full Contact, The Postman Fights Back) aufwartet, ist durch und durch solides Action-Kino aus Hong Kong und gleichzeitig eine Rückkehr für Ti Lung, der bereits zu Shaw Brothers Zeiten oft mit Sun Chung zusammengearbeitet hat (z.B. The Avenging Eagle).

Doch für einen «Kracher-Status» reicht es bei City War dennoch nicht. Dies liegt vor allem an den ersten 40 Minuten des Filmes. In denen gibt es praktisch keine Action-Szene zu sehen und diese Szenen sind allgemein mehr lahm als interessant. Die sind, auch aufgrund des Humors, der Love-Story und des Overacting, "schlecht gealtert". Zudem mutete das Overacting, speziell von Ti Lung und Chow Yun-Fat, hier und da schon fast unglaubwürdig an. Danach wird der Film, in welchem Norman Tsui den Hauptbösewicht spielt, immer besser und besser.

Der Film wurde zu Ehren von Norman Tsui (The Dragon Chronicles - The Maidens of Heavenly Mountains, The Young Avenger, Ghost Nursing), der leider diesen Monat an Krebs starb, neu gesichtet. Er spielt den Hauptbösewicht toll. Solche Rollen liegen ihm einfach. In Nebenrollen sind Lo Lieh (Fists and Guts, Revenge of Shaolin Kid), Michael Chow Man-Kin (The Third Full Moon, The Sparring Partner), Robin Shou (The Big Heat, Fatal Termination), John Ladalski (To Hell with the Devil, Inheritor of Kung Fu) und Eddie Maher (Carry On Yakuza, Queen’s High) zu sehen. Ab der 40. Minute wird der Ton des Filmes ernster, der Film auch reicher an Action-Sequenzen. Der Humor verschwindet, der Ton wird düster, nihilistisch und brutal. Die Gewalt wird übertrieben dargestellt. Sogar Kanten und Äxte werden als Waffen eingesetzt.

Fazit: Vor allem aufgrund der 2. Filmhälfte zu empfehlen!

Infos:

O: Yi Dam Hung Sun

HK 1988

R: Sun Chung

D: Norman Tsui, Lo Lieh, Tien Niu, Ti Lung, Robin Shou, Chow Yun-Fat, Michael Chow Man-Kin, John Ladalski, Eddie Maher

Laufzeit der HK-DVD: 92:05 Min.

Gesehen am: März 2009 / Neusichtung am: 18.09.24

Fassungen: Mir lag die Code-Free-DVD aus HK von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt weder eine Blu-Ray noch eine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2024).

The Challenger

The Challenger

Story:

Yu (David Chiang) und Chin (Norman Tsui) sind auf der Suche nach Pai (Phillip Ko Fei). Dieser hat Chins Ehefrau vergewaltigt und getötet. In der zwielichtigen Wei (Lily Li) sehen sie einen Weg, Pai zu finden…

Meine Meinung:

The Challenger wurde zu Ehren von Norman Tsui (Shaolin Mantis, We're Going to Eat You, The Dragon Family) aufgefrischt. Er begann seine Karriere bei den Shaw Brothers. Wurde er zuerst vereinzelt in Nebenrollen eingesetzt, kamen später mehr und mehr Hauptrollen (Bastard Swordsman, Return of Bastard Swordsman, Hong Kong Godfather, Seeding of a Ghost) dazu, ehe er sich auch in der Ära nach den Shaw Brothers in Hong Kong Kino durchsetzen (Das Todesduell der Shaolin, Das Schwert, Sea Wolves, The Rebellious Reign, Blood Ritual, The Club, That’s Money), bis hin zu neueren Produktionen (Dream Home, Sword Master).

Nun ist Norman Tsui an Krebs verstorben (01.09.24). The Challenger, dessen Fortsetzung The Loot ich vor nicht allzu langer Zeit aufgefrischt habe, kam in die Auswahl, ihm zu Ehren aufgefrischt und neu gesichtet zu werden. Wie bereits die Fortsetzung stellt The Challenger, ein Film von Eric Tsang (Hitman, The Dragon Lives Again, Millionaires Express) und produziert von Lo Wei (The Big Boss, Triad Story, Wooden Man), für Kung-Fu-Film-Fans absolutes Pflichtprogramm dar. Der Film aus dem Jahr 1979 erzählt eine Story im klassischen Kung-Fu-Setting.

Bei The Challenger handelt es sich um eine Kung-Fu-Komödie mit Norman Tsui und David Chiang (Die 7 goldenen Vampire, Die 13 Söhne des gelben Drachen, Die Todeskralle des roten Phoenix) in den Hauptrollen. Fans der beiden kommen voll auf ihre Kosten. Besonders Norman Tsui dürfte hier wohl seine eindrücklichsten Kampfszenen in seiner Karriere spendiert bekommen haben (nebst The Loot sowie The Rebellious Reign). Starke Leistung der beiden. Der Film könnte fast als Buddy-Movie durchgehen, da beide Helden unterschiedliche Motive haben, den Bösewicht zu finden.

Dieser wird gekonnt von Phillip Ko Fei (Bandits, Prostitutes & Silver, Master Killers, Lucky Seven 2) dargestellt. Auch seine Kampfszenen sind unglaublich spektakulär. Allein das Finale rechtfertig den Kauf des Filmes und entschädigt für den z.T. wechselhaften Ton des Filmes und/oder den hier und da gezeigten Klamauk. Eric Tsang ist in einem Gastauftritt zu sehen und Mars (Dragon Lord, Come Drink with Me) bekommt im Gegensatz zu Lily Li (The Beauty Escort, Black Magic 2, The Criminals 5 – The Teenager’s Nightmare) keine Kampfszene spendiert. Lily Li darf aber nur 1-2x zeigen, was in ihr steckt. Dies sollte sich spätestens in der Fortsetzung ändern.

Fazit: Danke der starken Kampf-Choreographie und einem starken Cast (David Chiang, Norman Tsui & Phillip Ko Fei) ein absoluter Must Have Titel des Kung-Fu-Kinos!

Gefolgt von: The Loot

Infos:

O: Ti Guan

HK 1979

R: Eric Tsang

D: David Chiang, Norman Tsui, Lily Li, Phillip Ko Fei, Mars, Eric Tsang

Laufzeit der HK-DVD: 87:57 Min.

Gesehen am: Dez. 2007 / Neusichtung am: 18.09.24

Fassungen: Mir lag die Code-Free-DVD aus HK von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Gibt es in Deutschland von diversen Anbietern auch auf DVD (Deutsch/Kanto mit englischen Subs, Uncut). Titel: Der Herausforderer. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Sept. 2024).

Montag, 10. Juni 2024

Shaolin Mantis

Shaolin Mantis

Story:

Wai Fung (David Chiang) wird im Auftrag der Regierung in einen Haushalt geschickt, in welchem Rebellen vermutet werden. Dort lernt er Tien Gi Gi (Cecilia Wong Hang-Sau) kennen und beide verlieben sich. Wai Fung und Tien Gi Gi heiraten. Später eskaliert die Situation, als Tien Gi Gis Grossvater Master Tien (Lau Kar-Wing) Wai Fung aufgrund der Tatsache, dass er in ihm einen Spion vermutet, verletzt. Dabei kommt Tien Gi Gi zu Tode. Wai Fung kann entkommen und schwört Rache…

Meine Meinung:

Shaolin Mantis hat die Neusichtung bestanden. Die Shaw-Brothers Produktion hat mich nach wie vor sehr unterhalten und begeistert. Der Film von Lau Kar-Leung (Challenge of the Masters), der zusammen mit Wilson Tong (The Treasure Hunters) auch für die absolut spektakuläre Kampf-Choreographie zuständig war, überzeugt vor allem durch seine diversen Kampfstile, die grosse Anzahl an Actionszenen und den Stars, die darin zu überzeugen vermögen.

Der Plot ist simpel und auch mit Dramatik wird nicht gespart. Nur das Ende fand ich irgendwie etwas blöd. Cool fand ich, dass sich David Chiangs Figur die neue Kampftechnik selbst beibringt und er nicht von einem Meister trainiert wird. Ein kleiner, aber feiner Unterschied zum Sonstigen 08/15 Meister-Schüler-Rache-Plot. Die Aufnahmen der Insekten sprich Königsanbeterinnen waren originell und haben an Filme wie Phenomena erinnert, der auch Grossaufnahmen von Insekten beinhaltet.

Action-Fans kommen vor allem zu Beginn und ab dem Mittteilteil bis zum Ende voll auf ihre Kosten. Im ersten Viertel gibt es danach viel Handlung: wie sich David Chiang in die Familie einverleibt, wie sie sich verlieben, die Heirat, der Verrat. Das braucht etwas Zeit und in dieser wird kaum gekämpft und es gibt naiven Humor zu sehen. Das wird nicht allen gefallen wobei der Humor nicht an sonstigen HK-Slapstick oder Klamauk erinnert. Es wird mit verschiedenen Waffen aber auch von Hand zu Hand gekämpft. Spektakel ist garantiert. Vor allem im langen und sehenswerten Finale.

Der Cast ist eine Wucht, bis in die Nebenrollen und Gastauftritte. David Chiang (The One Armed Swordsmen), Lau Kar-Wing (Scared Stiff) und Cecilia Wong Hang-Sau (The Young Avenger) überzeugen in den Hauptrollen. Als weitere Familienmitglieder sind Wilson Tong, Norman Tsui (Das Todesduell der Shaolin) sowie Lily Li (The Greatest Eight Kinds of Kung Fu) zu sehen. Davon überzeugt am meisten Wilson Tong in den Kampfszenen gefolgt von Lily Li. Gordon Liu (The 36th Chamber of Shaolin) bekommt nur einen Gastauftritt spendiert. Seine Rolle ist unverkennbar: ein glatzköpfiger Shaolin-Mönch, der David Chiangs Figur zu einem Testkampf auffordert.

Fazit: Eine der besten Shaw Brothers Produktionen und Pflichtprogramm für jeden Shaw Brothers Fan!

Infos:

O: Tang Lang

HK 1978

R: Liu Chia-Liang

D: David Chiang, Lau Kar-Wing, Cecilia Wong Hang-Sau, Lily Li, Wilson Tong, Gordon Liu, Norman Tsui,

Laufzeit der HK-DVD: 95:46 Min.

Gesehen am: März 2010 / Neusichtung am: Juni 2024

Fassungen: Mir lag die von Gordon Liu im Jahr 2011 in Amsterdam signierte HK-DVD von IVL vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt weder eine deutsche Fassung, noch eine Blu-Ray noch eine UHD (Stand: April 2024).

Mittwoch, 22. Mai 2024

We're Going to Eat You

We're Going to Eat You

Story:

Agent 999 (Norman Tsui) ist hinter dem Dieb Rolex (Melvin Wong) her. Dieser versteckt sich in einem kleinen Dorf. Agent 999 und ein weiterer Dieb (Hon Kwok-Choi) landen in diesem Dorf, in welchem sich Rolex versteckt hält. Agent 999 hofft auf Hilfe des örtlichen Chiefs (Eddy Ko). Dumm nur, dass das Dorf vom Kannibalismus lebt und sich über das «Frischfleisch» freut…

Meine Meinung:

Tsui Hark (Knock Off, The Twin Dragons, Black Mask 2: City of Masks) hat Blut geleckt. Nach seinem Erstlingswerk, The Butterfly Murders, dreht er nur ein Jahr später einen zweiten Film für Seasonal Film: We're Going to Eat You! Diesmal liess sich Tsui Hark vom Ital. Kannibalenfilm und vor allem dem Backwood- und Terrorklassiker Blutgericht in Texas inspirieren. Dazu kommt knackige Martial Arts und amüsanter Slapstick und Klamauk und fertig ist das nächste, sehenswerte Kapitel in der damals noch jungen Karriere von Regisseur Tsui Hark.

Obwohl ich z.B. die Ernsthaftigkeit und den Verzicht von Humor in The Butterfly Murders genossen und gelobt habe, so will ich gerade den Slapstick in We're Going to Eat You nicht missen. Dies in Verbindung mit blutigen Kannibalen-Gore und Kung-Fu macht den Film zu einem herrlich irrwitzigen und unterhaltsamen Vergnügen. Aus dem «Vorgänger» kehrt Eddy Ko (Das Todesduell der Shaolin, The Jade Fox) zurück, der nun eine der Hauptrollen als böser Chief des Kannibalen-Dorfes spielt.

Sein Overacting ist herrlich und jede Szene mit ihm ist ein Genuss. Sein Gegenüber wird von Shaw Brothers Star Norman Tsui (The Dragon Chronicles - The Maidens of Heavenly Mountains, The 36th Chamber of Shaolin) gespielt. Er ist eine wirklich coole Socke und geniesst es sichtlich, als Held und Hauptstar des Filmes im Mittelpunkt zu stehen. Beide machen in den Kampfszenen eine gute Figur. Diese sind spektakulär. Das resultiert aus Corey Yuen (Buddha Killer, Fong Sai Yuk), der die rasanten Action-Szenen meisterhaft choreographiert hat.

Besonders jene in der engen Gasse oder dem Schlachthaus sind sehenswert geworden. Aber auch die restlichen Kampfszenen machen Laune, zumal viele Waffen und Gegenstände involviert sind. Hon Kwok-Choi (Crocodile Evil) gibt zudem einen aberwitzigen Comic-Charakter ab, während Melvin Wong (Two Fists Against the Law, Crimson Street) mehr eine Nebenrolle spielt und vielleicht von allen genannten Stars am schwächsten agiert. Nebst Eddy Ko kehrt auch Michelle Yim (Ambitious Kung Fu Girl) aus The Butterfly Murders zurück. In einem Gastauftritt darf Tai Bo (Back Home, Two Toothless Tigers) gegen Norman Tsui antreten und aufgespiesst werden. Längen gibt es keine und es wurde Musik aus Dario Argentos Suspiria geklaut. Die hat gut zu den Szenen gepasst.

Fazit: Auch die 2. Regie-Arbeit von Tsui Hark kann bedenkenlos empfohlen werden!

Infos:

O: Di Yu Wu Men

HK 1980

R: Tsui Hark

D: Norman Tsui, Melvin Wong, Eddy Ko, Fung Fung, Hon Kwok-Choi, Tai Bo

Laufzeit der HK-DVD: 89:49 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 10.03.24

Fassungen: Mir liegen die franz. DVD von HK Vidéo (Tsui Hark Box) und die HK-DVD von Mei Ah vor. Für das Review wurde die HK-DVD gesichtet = Schuber, O-Ton, englische Subs, Uncut HK-Fassung, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland (zensiert) unter dem Titel Wir kommen und werden euch fressen nur als VHS (Stand: März 2024). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: März 2024).

Freitag, 3. Mai 2024

The Dragon Family

The Dragon Family

Story:

Lung Ying (Ko Chun-Hsiung) ist das Oberhaupt der «Dragon Family» (Alan Tam, Andy Lau, Max Mok, Lau Kar-Wing, Kent Cheng, Kara Hui, Lisa Chiao Chiao, Cheung Kwok-Keung, Kent Tong Chun-Yip) und plant, innerhalb von zwei Jahren nur noch legal zu arbeiten. Dafür gibt er sich zwei Jahre Zeit. Das und das harte Vorgehen gegen die Konkurrenz, die mit Drogen ihr Geld verdient, sorgt in der Triaden-Welt für Unstimmigkeiten. Vor allem White Wolf (Ku Feng) und seinen Männern (Norman Tsui, William Ho Ka-Kui, Phillip Ko Fei, Shing Fui-On) ist Lung Ying ein Dorn im Auge. Als ein Coup eskaliert und Lung Yings Tod daraus resultiert und es bei dessen Beerdigung zu einem Massaker kommt, sinnen drei der Überlebenden auf Rache…

Meine Meinung:

2. Sichtung seit März 2009. Als ich den Film damals sah, wusste ich um die erste ruhige Filmhälfte nicht Bescheid und kannte jede Menge der Stars vor und hinter der Kamera (noch) nicht. Den Film nun mit richtigen Erwartungen zu sehen und die ganzen Stars zu erkennen, machte The Dragon Family zu einem absoluten Sehvergnügen. Mir gefiel auch die ruhige Hälfte des Filmes ausgezeichnet, gerade wegen den vielen bekannten Gesichtern.

Im Film tummeln sich Namen wie Alan Tam (Pantyhose Hero), Andy Lau (The Last Blood), Max Mok (The Assassin), Lau Kar-Wing (der auch die Regie übernahm), Kent Cheng (The Club), Kara Hui (Legend of the Drunken Tiger), Ku Feng (Return of the Sentimental Swordsman), Norman Tsui (Dirty Trick), William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness), Phillip Ko Fei (Profile in Anger), Shing Fui-On (Legacy of Rage) oder Stanley Fung (Sketch). Für die Action- bzw. Kampf-Szenen zeichnete sich ein weiterer ehemaliger Shaw Brothers Star zuständig: Lau Kar-Leung (Challenge of the Masters).

Der Film war zu keiner Sekunde langweilig. Die 1. Hälfte zeigt Einblicke in die Triaden-Welt und wie versucht wird, aus dieser zu entfliehen. Was Regeln, Traditionen aber auch Verrat bedeuten und wo sie hinführen könnten. Heroic Bloodshed Motive kommen ebenso zur Geltung wie Klischees, welche aus anderen Klassikern stammen (das verkrüppelte Bein aus A Better Tomorrow). Der Film ist technisch einwandfrei in Szene gesetzt und auf asiatischen Klamauk wird verzichtet.

Der Film hat zwar nicht viele Action-Szenen, die sind aber hart in Szene gesetzt, abwechslungsreich und mit viel Kraft, Wucht und Schmerzen verbunden: blutige Shoot-Outs, originelle Tötungsszenen (durch Feuer, Schwert, Glasscheiben…), Stunts und Martial Arts Einlagen runden die Sequenzen ab. Im Finale darf sogar noch zwei Gweilos (Nick Masters u Wayne Archer) mitmischen. Stanley Fung, Kent Cheng und Lau Kar-Wing haben sehr prägende Rollen und fast mehr Screentime als z.B. ein Andy Lau, Max Mok oder ein Alan Tam, dessen Charaktere am Ende zwar die Rache übernehmen, aber zuvor länger durch Abwesenheit glänzen.

Das nicht jede Figur viel Screentime bekommt, versteht sich bei den vielen Stars im Film von selbst. Vor allem Fans von Kara Hui dürfen nicht viel erwarten. Sie ist kaum zu sehen. Freude hatte ich ansonsten an den Bösewichten. Namen wie Ku Feng, Norman Tsui, William Ho Ka-Kui, Phillip Ko oder Shing Fui-On sehe ich immer gerne als Bösewichte und diese machen alle einen sehenswerten, hübsch fiesen Job. Der einzige bekannte Name, der mir im Film nicht auffiel, war The Two Jolly Cops Star Charlie Cho Cha-Lee. Habe ihn wirklich nicht ausmachen und entdecken können. Kleines Detail am Rande…

Fazit: Must See Titel für Freunde des 80er/90er Jahre HK-Actionfilmes!

Infos:

O: Lung Ji Ga Chuk

HK 1988

R: Lau Kar-Wing

D: Ko Chun-Hsiung, Alan Tam, Andy Lau, Max Mok, Lau Kar-Wing, Kent Cheng, Kara Hui, Lisa Chiao Chiao, Cheung Kwok-Keung, Kent Tong Chun-Yip, Ku Feng, Norman Tsui, William Ho Ka-Kui, Phillip Ko Fei, Shing Fui-On, Stanley Fung, Nick Masters, Wayne Archer

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: März 2009 / Neusichtung am: 17.02.24

Fassungen: Mir lag die Code Free-DVD von Universe aus HK vor = Uncut, solide bis durchschnittliche (Nacht-Szenen) Bild- und Tonqualität (nicht anamorph), O-Ton und englische Subs vorhanden. Da wäre eine restaurierte Blu-Ray wünschenswert! Die HK-DVD von Mega Star ist hingegen anamorph.

Mittwoch, 7. Februar 2024

The Dragon Chronicles - The Maidens of Heavenly Mountains

The Dragon Chronicles - The Maidens of Heavenly Mountains

Story:

Siu Yiu Tze (Liu Kai-Chi) ist der Anführer der Tin San Sekte. Der Sekte gehören auch die Schülerinnen Mo Han-wen (Gong Li), Chiu-shui (Brigitte Lin) und dessen Zwillingsschwester Li Chong-hoi (Brigitte Lin) an. Die Freundschaft der Mädels zerfällt. Grund ist ein Mann - Sektenführer Siu Yiu Tze. Das hat zur Folge, dass Mo Han-wen und Chiu-shui eigene Sekten gründen und die Macht der Welt für sich beanspruchen.  Dazu kommt, dass auch Ting Chun-chou (Norman Tsui) nach Macht strebt. Und dessen Schülerin Purple (Sharla Cheung Man) spielt auch ein eigenes Spiel, welches einen jungen Shaolin-Mönch (Frankie Lam Man-Lung) beinhaltet…

Meine Meinung:

Aka The Dragon Chronicles - The Maidens. The Dragon Chronicles - The Maidens of Heavenly Mountains basiert auf dem Wuxia-Roman Demi-Gods and Semi-Devils. Die komplexe Story wurde schon mehrfach verfilmt, z.B. zu Shaw Brothers Zeiten (The Battle Wizard) oder zuletzt mit Donnie Yen (Sakra). The Dragon Chronicles - The Maidens of Heavenly Mountains lag lange ungesehen rum und der Film konnte mich nicht überzeugen. Der Original-Stoff dürfte auch viel zu komplex sein, um dies via Film zu präsentieren.

Denn der Plot ist in der Tat wirr, dünn und kompliziert. Es lohnt sich, die Inhaltsangabe vor der Sichtung zu studieren. Und wer die Darsteller kennt, kann dann auch die im Film vorherrschenden Figuren auseinanderhalten soll heissen, dem Plot kann man dennoch folgen. Dennoch sollte man sich mehr auf die Action und die Fantasy-Aspekte konzentrieren, und, sofern möglich, diese geniessen. Jedoch hat mich der Film auch rein von der Action und den Fantasy-Szenen zu wenig abgeholt.

Es gibt einige charmante Effekte, coole Fantasy-Szenen, rasante Kampfszenen, in denen Gegner auch Körperteile verlieren, aber davon gab es gesamthaft viel zu wenig. Meist wird mit öden CGI-Strahlen oder Feuerbällen aufeinander abgefeuert, ohne das gross was passiert. Zu wenig Abwechslung. Zudem fand ich die Musik grossenteils sehr fad und nervend und den Humor ebenso. Deplatziert. Längen gibt es auch. Die Füllszenen und Dialoge bremsen den Film immer wieder aus und sind uninteressant. Der Film fesselt wenig.

Sharla Cheung Man (Crystal Fortune Run) hat mich genervt und Brigitte Lin (Love Massacre) ist zwar solide, aber war nie mein Liebling, wenn es um Mädels aus Hong Kong ging. Da sagen mir Maggie Cheung (The Romancing Star), Kara Hui (Madam City Hunter), Moon Lee (Mr. Vampire), Michelle Yeoh (Wing Chung), Lin Hsiao-Lu (The Child of Peach), Angela Mao (The Swift Shaolin Boxer), Yukari Oshima (Brave Young Girls) oder Cynthia Khan (Tough Beauty and the Sloppy Slop) mehr zu. Frankie Lam Man-Lung als Mönch hat mich nicht überzeugt und Norman Tsui (Blood Ritual) allein kann den Film auch nicht besser machen.

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Kann man sich ansehen, aber nichts für meine persönliche Filmsammlung.

Infos:

O: Xin tian long ba bu zhi tian shan tong lao

HK 1994

R: Andy Chin Wing-Keung

D: Gong Li, Brigitte Lin, Norman Tsui, Sharla Cheung Man, Liu Kai-Chi, Frankie Lam Man-Lung

Laufzeit der HK-DVD: 96:44 Min.

Gesehen am: 28.12.23

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Mei Ah vor = nicht anamorph, solide Bild- und Tonqualität, O-Ton und feste englische und chinesische Subs (soll eine sehr schlechte Übersetzung sein), Uncut. In Südkorea auch auf Blu-Ray zu haben. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2023).

Donnerstag, 20. Juli 2023

Das Todesduell der Shaolin

Das Todesduell der Shaolin 

Story:

 

Der beste Kämpfer Japans, Hashimoto (Norman Tsui), macht sich auf den Weg nach China. Dort will er gegen den besten Kämpfer Chinas antreten – in einem Duell auf Leben und Tod. Sein Gegenüber ist Bo Ching Wan (Damian Lau). Der Shogun hat jedoch Bedenken, dass Hashimoto siegen wird und schickt seine Ninjas unter der Führung von Kenji (Eddy Ko) los. Diese versuchen, Bo Ching Wan unschädlich zu machen ganz zum Missfallen von Hashimoto…

 

Meine Meinung:

 

Das Todesduell der Shaolin aka Duel to the Death erinnert vom Setting und den Stars (Eddy Ko, Norman Tsui) an Patrick Tams Das Schwert. Im direkten Vergleich ist Das Schwert der deutlich bessere Film. Das soll aber nicht heissen, dass Das Todesduell der Shaolin ein schlechter Film ist. Aber die Musik fand ich wenig speziell, am Anfang gibt’s Längen und auch unpassenden Humor (Hon Kwok-Choi Rolle) und ein Damian Lau ist halt kein Adam Cheng.

 

Der Film stellt das Regiedebüt des späteren A Chinese Ghost Story Regisseurs Tony Ching Siu-Tung (Dragon Inn, Wonder Seven, The Sorcerer and the White Snake) dar und war ein voller Erfolg an den Kinokassen. Er war auch schon hier als Action-Regisseur tätig und schrieb auch am Drehbuch mit. Kein wirklich origineller Plot, aber bietet genug Unterhaltung, um zu überzeugen. Die Kampfszenen sind rasant und fantasievoll eingefangen worden, auch dank den japanischen Ninja-Gimmicks und Einflüssen.

 

Auch das Finale ist, wenn auch nur kurz, sehenswert und bietet genug blutiges Spektakel, um in Erinnerung zu bleiben. Wo Damian Lau schwächelt, überzeugen in den Hauptrollen Namen wie Norman Tsui (Invitation of Ghost) oder Eddy Ko (Chinese Kung Fu Against Godfather). Die machen beide einen fantastischen Job. Flora Cheung Tin-Oi, die einzige Frau im ganzen Film, ist auch überzeugend und in einem Gastauftritt ist Wilson Tong (Snake Deadly Act) zu sehen.

 

Fazit: Kein 100%iger Kracher, aber für ein Regiedebüt erstaunlich gelungen. HK-Filmfans greifen zu!

 

Infos:

 

O: Saang Sei Kyut

 

HK 1983

 

R: Ching Siu-Tung

 

D: Norman Tsui, Damian Lau, Eddy Ko, Flora Cheung Tin-Oi, Paul Chang Chung, Yeung Chak-Lam, Wilson Tong

 

Laufzeit der deutschen DVD: 82:50 Min.

 

Neusichtung am: 25.05.23

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Eyecatcher DVD vor = Deutsch/Mandarin/Englisch mit deutschen und englischen Subs. Im Gegensatz zum ähnlichen Film Das Schwert kann die deutsche Synchro nicht überzeugen, so dass ich im O-Ton mit deutschen Subs guckte. Der Film ist Uncut und die Bild- und Tonqualität sind gut, aber man sieht dem Master das Alter an. Fans sollten daher die Blu-Ray aus England kaufen (Eureka!). Diese dürfte qualitativ deutlich besser sein plus exklusive Extras (Booklet, Interviews etc.).