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Samstag, 5. September 2026

The Sniping

The Sniping

Story:

Bei einem Gefängnisausbruch werden zwei Polizisten (Wilson Tong), darunter der Sohn von Chu (Chor Yuen), getötet. Die Gangster (u.a. Norman Tsui, Dion Lam Dik-On) nehmen Tsang Tin-chee (Eric Tsang) als Geisel. Die Polizei (Chen Kuan-Tai) arbeitet an dem Fall. Tsangs Freundin (Irene Wan Pik-Ha) und ihr Vater (Wu Fung) heuern einen Privatdetektiv (Alex Man) an, um Tsang zu finden. Derweil geht Chu einen Pakt mit Triaden (u.a. Fung Hak-On, Phillip Ko Fei) ein, denn er will die Mörder seines Sohnes nicht hinter Gittern, sondern unter der Erde sehen…

Meine Meinung:

Von all den Filmen mit Chen Kuan-Tai (Angel’s Mission, The Black Magic with Buddha, The Era of Vampires), die ich die letzten Tage gesehen habe, hatte er in dem Modern Day Action Film The Sniping die bisher kleinste Rolle. Man kann hier wirklich nur von einer kleinen Nebenrolle sprechen. Zudem führte Chen Kuan-Tai hier auch keine Regie, schrieb nicht am Drehbuch und hat den Film auch nicht produziert. Er spielte «nur» eine solide Nebenrolle. The Sniping verdanken wir vor allem Wilson Tong (Kung Fu Genius, Daggers 8, Ghost Nursing), der Regie führte, einen Gastauftritt hinlegte und auch mithalf, die Action-Szenen zu choreographieren und als Produzent des Filmes fungierte er auch.

Der Film hat die Zweitsichtung bestanden, auch wenn es in den ersten 50 Minuten gerne mehr Actionszenen hätte geben dürfen. Die Actionszenen sind abwechslungsreich anzusehen. Zudem sind die Actionszenen allgemein hart, schmerzhaft und blutig in Szene gesetzt. Das gilt für Morde, Shoot-Outs und die Szenen, in denen mit Messern und Macheten verletzt und getötet wird. Die kürzeren Kämpfe sind rasant und übersichtlich choreographiert. Sie machen viel Spass, zumal es auch den ein oder anderen kleineren, sehenswerten Stunt zu bestaunen gibt. Die Macher zeigen eindrücklich, wie mit wenig Budget tolle Action entstehen kann.

Dass dabei der dünne Plot nicht viel hergibt, versteht sich von allein. Dennoch gibt es zwei kleinere Überraschungen beim Plot. Zum einen, dass ein schräger Vogel wie Eric Tsang (They Came to Rob Hong Kong, The Thirty Million Dollar Rush, The Challenger) im Film eine Freundin wie Irene Wan Pik-Ha (Bloody Brotherhood) abbekommt, was schon fast unrealistisch anmutet (sieht man Mal von diversen echten Me Too Anschuldigungen ab, wobei man sagen muss, dass Eric Tsang nie offiziell angeklagt oder verurteilt wurde), und zum anderen soll die von Shaw Brothers Regisseur Chor Yuen (Killer Clans) gespielte Figur homosexuell sein und eine Affäre zu einem westlichen Mann führen. Für einen HK-Film aus der Zeitspanne auch sonderbar. In der VHS aus China fehlt auch Handlung. Ob es sich um Dialoge handelt, welche sich auf diese Affäre beziehen? Gut möglich! Abgesehen davon gibt es eigentlich keine Überraschungen. Selbst der Heldentod im Finale ist nicht wirklich überraschend. Halt ein typisch Heroic Bloodshed Moment. 

Die Action rockt derbe, vor allem jene auf der 2. Disc (der VCD-Fassung aus Hong Kong = ca. 50 Minuten Laufzeit). Dazu macht auch der Cast eine gute Figur. Alex Man (The Secret, Prince Charming) ist einmal mehr cool als Low-Budget Chow Yung Fat. Norman Tsui (Wounded Tracks) ist etwas «ungenutzt». Er hätte mehr von seinem Potenzial ausschöpfen können. Fung Hak-On (The Protector) gibt natürlich einen der Bösewichte ab und macht seine Sache ordentlich. Phillip Ko Fei (The Club) auch, auch wenn dieser eigentlich nur eine Szene abbekommt und im Gegensatz nur kurz zu sehen ist. In den Kampfszenen hat auch der mir unbekannte Dion Lam Dik-On absolut überzeugt (fast mehr als ein Norman Tsui). Das könnte auch daran liegen, dass es gleichzeitig eine Karriere als Choreograph und Action Director aufgebaut hat und in Filmen wie The Stone Age Warriors oder Fatal Chase die Actionszenen überwacht und inszeniert hat.

Fazit: HK-Actionfans zu empfehlen!

Infos:

O: Kei Bing

HK 1989/1990 (je nach Quelle)

R: Wilson Tong

D: Alex Man, Norman Tsui, Eric Tsang, Chen Kuan-Tai, Chor Yuen, Irene Wan Pik-Ha, Wu Fung, Dion Lam Dik-On, Fung Hak-On, Wilson Tong, Phillip Ko Fei

Laufzeit der HK-VCD: 91:02 Min.

Gesehen am: Juli 2014 / Neusichtung am: Sept. 2026

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Worldtrade Entertainment vor = Statt Widescreen in Vollbild, durchschnittliche Bildqualität, O-Ton, keine Subs, Uncut. Es gibt eine VHS in China in Widescreen und mit englischen Subs, jedoch ist diese leicht (16 Sek.) in Gewalt und stärker an Handlung zensiert und nicht im O-Ton sondern Mandarin Dubbed. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Sept. 2026).

Sonntag, 23. August 2026

The Flying Guillotine

 



Shawgust 2026

The Flying Guillotine

Story:

Emperor Yung Cheng (Chiang Yang) lässt unter der Führung von Chief Xin Kang (Ku Feng) eine tödliche Geheimwaffe entwickeln: die fliegende Guillotine. Chief Xin Kang stellt eine Spezialeinheit (u.a. Ricky Hu, Norman Tsui) zusammen und lässt diese mit der Waffe trainieren. Als diese geschult sind, erledigen sie im Auftrag von Emperor Yung Cheng Morde. Zu viel für Mitglied Xie Tian-Fu (Wong Yu) der daraufhin selbst getötet wird, und zwar von seinem Kollegen Xu Shuang-Kun (Wai Wang). Das passt Mitglied Ma Tang (Chen Kuan-Tai) nicht, der seit längerem moralische Bedenken hat und somit auf die Todesliste gesetzt wird. Doch Ma Tang gelingt die Flucht…

Meine Meinung:

The Flying Guillotine ist ein erwähnenswerter Film der Shaw Brothers aufgrund der innovativen Waffe, die hier, wohl zum ersten Mal im Eastern, eingesetzt wird und in weiteren Filmen (The Flying Guillotine II, One-Armed Boxer vs. the Flying Guillotine, The Fatal Flying Guillotines, The Guillotines, Imperial Sword, Shaolin – Eine Faust die tötet, A Sword Renounced) folgen sollte. Der Film von Regisseur Ho Meng-Hua (Shaolin Abbot, Black Magic, The Jade Raksha) bekam eine offizielle Fortsetzung und mir gefiel der Film, den ich seit 2008 nicht mehr sah, besser als früher.

Ich mochte die simple Geschichte um einen irren Kaiser, die spezielle Waffe und die «Spezialeinheit», welche damit mordet und die Intrigen in der Gruppe inklusive der moralischen Bedenken, die dann zum weiteren Verlauf der Handlung beitragen. Obwohl ich ein Happy End nicht immer mag, auch ein fieses, böses und nihilistisches Ende kann toll sein, war ich in The Flying Guillotine jedoch froh, dass Chen Kuan-Tai und seine Frau und das Kind überlebt haben. Dennoch ist der Plot nicht ganz zu Ende erzählt, da der Kaiser nach wie vor lebt und nach Ma Tang suchen wird. Es ist zu lange her, um zu wissen, ob die Fortsetzung an die offenen Ereignisse anschliesst oder eine neue, eigenständige Geschichte erzählen wird.

Ich mochte (abgesehen von der fliegenden Guillotine) den Realismus in den Kampfszenen. Die Kampfszenen sind mehr bodenständig inszeniert und gefallen. Vor allem Lead Chen Kuan-Tai zeigt, dass er ein echter Kämpfer ist, der Martial Arts beherrscht. Sobald die fliegenden Guillotinen dann zum Einsatz kommen, wird es skurril und schön fantasievoll. Die kopflosen, noch zappelnden Körper erinnerten mich an geköpfte Hühner, die noch paar Meter weitergeflogen sind, ehe die Reflexe aufhörten, Befehle über die Nervenbahnen zu senden. Ich mochte Chen Kuan-Tai (Gang Master, Long Road to Gallantry, I Will Finally Knock You Down, Dad!) sehr in dieser heldenhaften Rolle. Das Finale war, vor allem aufgrund der Settings (Klippe, Wasserfall), toll gewählt.

Bei den Bösewichten haben mir vor allem Ku Feng (The Black Tavern, The Thundering Sword) sowie Wai Wang (Oath of Death, The Savage 5) gefallen. Wong Yu, der mich zuletzt etwas genervt hat (The Spiritual Boxer) spielte hier eine ernste Rolle ohne humoristische Einlagen (der Film verzichtet komplett auf Klamauk, was der Dramatik gut bekommt). In sehr kleinen, kaum auffallenden Nebenrollen sind noch Norman Tsui (Bastard Swordsman, Invitation of Ghost) sowie Ricky Hui (The Contract, Aces Go Places III) zu sehen. Die spielen ebenfalls Mitglieder der Gruppe, die auserwählt wurde, die fliegende Guillotine zu trainieren.

Fazit: Shaw Brothers Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: The Flying Guillotine II

Infos:

O: Xue Di Zi

HK 1975

R: Ho Meng-Hua

D: Chiang Yang, Ku Feng, Wong Yu, Wai Wang, Chen Kuan-Tai, Ricky Hui Koon-Ying, Norman Tsui

Laufzeit der ZiiEagle-Version: Ca. 101 Min.

Gesehen am: Sept. 2008 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Ich hatte früher die DVD aus China, welche ich verkauft habe, nachdem ich die US-Blu-Ray von Shout Factory erworben habe (Shaw Brothers Classics Vol. Two). Leider läuft die Disc bei mir, warum auch immer, nicht (= «unbekannte Disc»). Daher sah ich mir den Film nun via ZiiEagle Box an = Gute Bild- und Tonqualität, Mandarin O-Ton, englische Subs, sah Uncut aus. In Deutschland gibt es den Film von TVP auf Blu-Ray (als Die Fliegende Guillotine in Deutsch oder Mandarin mit Subs).

Samstag, 22. August 2026

The Brave Archer 2

 
Shawgust 2026

The Brave Archer 2

Story:

Kuo Tsing (Alexander Fu Sheng) wird von Clan Leader Ouyang Fung (Johnny Wang Lung-Wei) und seinem Schüler (Danny Lee) zur Herausgabe eines Manuskripts gezwungen. Dieses soll Kuo Tsing im Gegenzug zur Freilassung seiner Frau (Niu Niu) aushändigen. Doch Kuo Tsings Ehefrau gelingt die Flucht. Bei einer späteren Konfrontation wird Kuo Tsing verletzt. Ihm gelingt die Flucht. Während sich Kuo Tsings im Hintergrund versteckt hält und gesund wird, gehen die Kämpfe der diversen Clans weiter…

Meine Meinung:

Wie schon bei The Brave Archer konnte mich auch die Fortsetzung nach der Neusichtung nicht mehr überzeugen. Ich fand den Inhalt wirr, überladen und schnell war das Interesse an Inhalt, dem Verlauf und dem Film verflogen. Das ist definitiv nicht Chang Chehs (Friends, Man of Iron, Heroes Two) Setting, wo er sich wohlfühlt. Ich empfinde die beiden Filme aktuell als reine Auftragsarbeiten ohne eigene Identität und Seele. Und was merkt man. Dennoch gab es noch zwei weitere Filme, wobei der dritte Teil bei Fans am besten ankommt. Mal schauen.

Zwar ist der Film an sich solide gemacht, aber es gibt keine Highlights. Nichts, was mich wirklich sprachlos zurückliess oder in mir Freude ausgelöst hat. Stumpf nahm ich das Gezeigte neutral zur Kenntnis. Nicht mehr, nicht weniger. Viele der Stars haben nur kleine Rollen oder nerven durch ihr Overacting, durch die Kostüme oder ihr Aussehen. Der Humor war zuweilen peinlich. Die Actionszenen, und das ist der grösste Kritikpunkt, sind auch nur solide. Es gibt keine einzige Kampfszenen die ich als wirklich toll bezeichnen würde. Dazu gab es viele Längen (der Film läuft fast wieder zwei Stunden).

Dazu kommt, dass Star und Hauptfigur Alexander Fu Sheng (The Treasure Hunters, The Fake Ghost Catchers) nach dem Start fast den ganzen Film über versteckt in einem Kämmerchen ausharrt und geheilt wird, während sich der Plot ohne ihn weiterentwickelt. Und vor dem Finale ist der als Gefangener zu sehen. Das ist irgendwie schon schräg. Am besten gefiel mir tatsächlich Venom-Star Lo Meng (Men from the Gutter). Da waren erstmals typische Chang Cheh Vibes zu erkennen. Er taucht jedoch nur im letzten Viertel auf. Johnny Wang Lung-Wei (My Young Auntie) war solide. Der restliche Cast war eigentlich, auch wenn ich viele der Namen gerne sehe, nicht wirklich erwähnenswert.

Fazit: Keine Must See Reihe!  

Gefolgt von: The Brave Archer 3

Infos:

O: She Diao Ying Xiong Chuan Xu Ji

HK 1978

R: Chang Cheh

D: Alexander Fu Sheng, Johnny Wang Lung-Wei, Danny Lee, Niu Niu, Ku Feng, Li Yi-Min, Yue Wing, Phillip Kwok, Tsai Hung, Lo Meng, Kara Hui, Sun Chien, Chan Shen, Lu Feng, Dick Wei, Norman Tsui, Robert Tai

Laufzeit der US-Blu: Ca. 115 Min.

Gesehen am: Jan. 2013 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory (The Brave Archer Collection) = O-Ton und englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es eine Doku über die Film-Reihe in Spielfilmlänge, in der auch Shaw Stars zu Wort kommen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2026).

Mittwoch, 19. August 2026

The Magic Blade

 
Shawgust 2026

The Magic Blade

Story:

Fu Hung Hsueh (Ti Lung) und Yen Nan Fei (Lo Lieh) duellieren sich. Sie gelten Beide als weltweit beste Kämpfer in der Martial Arts Welt. Schon zweimal standen sie sich gegenüber und das aktuelle Duell soll nun einen Sieger hervorbringen. Doch das Duell wird durch Angriffe von Dritten gestört. Die beiden finden heraus, dass es Master Yu (Tang Ching) auf sie abgesehen hat. Er will sie töten und schickt seine fünf Killer (Fan Mei-Sheng, Ku Feng, Norman Tsui, Liu Hui-Ling, Lily Ly) los, sie zu töten. Derweil suchen unsere Helden nach einer spezifischen Waffe, um es mit Master Yu aufzunehmen…

Meine Meinung:

The Magic Blade ist sicherlich einer der besten Filme von Regisseur Chu Yuan (Full Moon Scimitar, The Duel of the Century, Die Bande des gelben Drachen). Ein echter Leckerbissen und Kracher mit einem ultimativ coolen Ti Lung (The Avenging Eagle, The Master Strikes Back, Shatter) als schwarz gekleideter Held in der Hauptrolle (und eine total coole Waffe, die er benutzt). Den Film sah ich seit 16 Jahren nicht mehr und ich wusste absolut nichts mehr über die Shaw Brothers Produktion. Ich war sehr gespannt auf die neue Sichtung.

The Magic Blade ist düster, dunkel und reich an stimmungsvollen und fantastischen Settings, Ideen und fiesen Gegnern, Gimmicks und Waffen. Wer meint, nur in One Armed Against Nine Killers gibt es ein menschliches Schachspiel, der irrt. Und Kannibalen, die ihre Opfer kochen? Gibt es auch hier! Zuweilen kratzt der Film leicht am Grusel- und Horrorgenre. Obendrauf gibt es vor dem Finale einen Hauch Erotik zu sehen. Ansonsten ist das starke Wuxia Action vom Feinsten! Die Optik und diversen Settings sind hübsch abwechslungsreich (aber fast immer passend d.h. dunkel gehalten).

Der Film ist zu keiner Sekunde langweilig. Der Plot ist simpel und Ti Lung Fans kommen voll auf ihre Kosten. Mit Co-Stars und Namen wie Lo Lieh (Clan of the White Lotus, The Concrete Jungle), Fan Mei-Sheng (Die Eroberer, Last Breath), Ku Feng (Mighty Peking Man, The Deadly Breaking Sword), Norman Tsui (Wing Chun, The Challenger) sowie Lily Li (Shadow Girl, One Foot Crane) ist der Film zudem stark besetzt. Praktisch alle der genannten Namen sind Bösewicht im Film (was cool ist). Der Hauptbösewicht hingegen wird von Tang Ching (Rendezvous with Death) verkörpert. Das Finale ist sehenswert.

Fazit: Must See Titel für Shaw Brothers und Ti Lung Fans!

Infos:

O: Tien Ya Ming Yue Dao

HK 1976

R: Chu Yuan

D: Ti Lung, Lo Lieh, Tang Ching, Fan Mei-Sheng, Ku Feng, Norman Tsui, Liu Hui-Ling, Lily Ly, Ching Li, Tanny Tien Ni, Chan Shen

Laufzeit der UK-Blu: 101:11 Min.

Gesehen am: Aug. 2010 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Shawscope Volume Three) = O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut. Als Extras gibt es viele exklusive Extras, u.a. Interviews mit Chu Yuan und Ti Lung. Es handelt sich um eine eigene Restauration seitens Arrow Video = keine Frame Cuts. In Deutschland ist der Film als Der Todesschlag der Stahlfinger von Lucky 7 auf Blu-Ray zu haben (Deutsch/Mandarin mit Subs).

Sonntag, 14. Dezember 2025

Wounded Tracks Review

Wounded Tracks

Story:

Interpol-Agent Xu Le aus Singapur (Lee Nam-Sing) ermittelt in Hong Kong gegen Gangster-Boss Zhang Tie (Norman Tsui). Er will den Tod eines Kollegen rächen und dessen Namen reinwaschen. Die Mission wird erschwert, als sich Xu in Zhnags Freundin Sharon (Yammie Lam Kit-Ying) verliebt…

Meine Meinung:

Bei Wounded Tracks handelt es sich um einen Film aus Singapur, wobei es auch eine Co-Produktion mit Hong Kong sein könnte. Weil teilweise wurde auch in Hong Kong gedreht und Regie führte nämlich Benny Chan (Raging Fire, The Magic Crane), der mehrere Blockbuster wie Rob-B-Hood, New Police Story, Who Am I? oder Call of Heroes drehte. Und es kann auch sein, dass es sich ggf. um einen TV-Film oder um eine Direct to Video Vö handelt. In vielen Datenbanken ist der Film erst gar nicht gelistet.

Daher habe ich von Wounded Tracks auch nicht allzu viel erwartet. Meine Hoffnungen lagen vor allem auf Norman Tsui (The Secret, City War, The Challenger), der im Film mitwirkt. Er spielt den Bösewicht. Leider kann er allein den Film nicht retten d.h. qualitativ so aufwerten, so dass der Film gut genug wäre, um in meine Filmsammlung aufgenommen zu werden. Der Film beginnt gut. Ich würde sogar sagen, dass das erste Viertel des Filmes das beste des Filmes ist.

Warum? Die Anzahl an diversen Actionszenen ist zu Beginn am höchsten. Danach flacht der Film jedoch ab. Der Plot ist reiner 08/15 Inhalt und erinnert an andere Filme (A Better Tomorrow und sogar Cheap Killers Vibes kommen auf, was die Beziehung von Xu Le und seinem «Kumpel» angehen), ohne jedoch dessen Qualitäten zu erreichen. Es gibt Längen und ich mochte die Helden nicht wirklich. Wenig sympathisch. Dass dann noch Namen wie Nick Cheung (Breaking News) mitmischen, den ich nicht sonderlich mag, hilft auch nicht, mich zu überzeugen. Norman Tsui als Bösewicht bleibt leider auch hinter den Erwartungen und das Finale war gar enttäuschend und unspektakulär.

Fazit: Kein Must See Titel aus Benny Chans Karriere!

Infos:

O: 傷城記

Singapur 1994

R: Benny Chan Muk-Sing

D: Lee Nam-Sing, Norman Tsui, Yammie Lam Kit-Ying, Nick Cheung Ka-Fai, Ben Ng Ngai-Cheung

Laufzeit der US-VHS: 88:24 Min.

Gesehen am: 13.11.25

Fassungen: Mir lag das Vollbild-US-VHS von Tai Seng vor = solide Bild- und Tonqualität, Kantonesischer Ton, keine Untertitel, sah Uncut aus. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Nov. 2025).

Dienstag, 12. August 2025

Killer Clans

Shawgust 2025

Killer Clans

Story:

Uncle Sun Yu (Ku Feng) sieht sich diversen Gefahren ausgesetzt. Seine Söhne und Bodyguards (Lo Lieh, Yueh Hua, Wang Chung) haben alle Hände voll zu tun. Zwei der drei Söhne sterben. Was hat es mit dem mysteriösen Meng Sheng Wen (Tsung Hua) auf sich? Wer spielt ein doppeltest Spiel?  

Meine Meinung:

Chu Yuan (Perils of the Sentimental Swordsman, Full Moon Scimitar, Die Bande des gelben Drachen) verfilmte Mitte der 70er Jahre für die Shaw Brothers die Gu Long Novelle Meteor, Butterfly, Sword, die 1993 erneut verfilmt wurde (Butterfly and Sword mit Michelle Yeoh und Donnie Yen) und die 2003 in China eine TV-Serie erhielt (mit Norman Tsui). Geschichten von Gu Long sind oft wirr, bieten viele Figuren und sind komplex. So auch Killer Clans. Die Hülle und Fülle an Figuren und bekannten Namen in dem Wuxia sind beachtlich:

Ku Feng (The Black Tavern), Yueh Hua (Challenge the Invincible), Norman Tsui (Blood Ritual), Danny Lee (Love to Kill), Lo Lieh (King Boxer), Fan Mei-Sheng (Angel with the Iron Fists), Wang Chung (The Delinquent), Yang Chi-Ching (The One-Armed Swordsman), Wang Hsieh (Queen Hustler), Chan Shen (The Psychopath), Fung Hak-On (The Iron-Fisted Monk), Cheng Kang-Yeh (Dragon Lord), Corey Yuen (Eastern Condors). Die Hauptfiguren sind Ku Feng (alle wollen ihm an den Kragen), Yueh Hua, Tsung Hua (ihn fand ich als Helden wenig sympathisch) und Ching Li (eine der wenigen Frauen im Film).

Schade, dass Lo Lieh und Wang Chung doch schneller als erwartet aus dem Film scheiden. Die haben mir beide nämlich sehr gut gefallen. Ku Feng war auch stark und Yueh Hua dreht gegen Ende auch auf. Selten, dass der als Bösewicht zu sehen ist. Da fällt mir spontan gerade nur The Unique Lama auf. Interessant ist, dass Lo Lieh den gleichen Charakter in dem ein Jahr später gedrehten Death Duel erneut spielen sollte. Es handelt sich ebenso um eine Gu Long Verfilmung. Ob er dort mehr Screentime bekommen sollte?

Killer Clans hat mir im Grossen und Ganzen gut gefallen, auch wenn mir einfachere Plots oder rein taiwanesische Wuxia lieber sind. Der Film hätte mir mit einem charismatischerem «Helden» mehr zugesagt. Zudem war es schon fast etwas zu viel des Guten, wie sich die Figuren gegenseitig in den Rücken fallen und tolle Kampfszenen werden hier und da immer wieder durch zu viele Dialoge ausgebremst. Die Kampfszenen von Lo Lieh, Wang Chung sowie Yueh Hua waren sehenswert. Hier und da geht es auch blutig zu und ein Hauch an Erotik darf auch nicht fehlen.

Fazit: Wuxia Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Liu Xing Hu Die Jian

HK 1976

R: Chu Yuan

D: Ku Feng, Lo Lieh, Yueh Hua, Wang Chung, Tsung Hua, Ching Li, Danny Lee, Norman Tsui, Fan Mei-Sheng, Yang Chi-Ching, Wang Hsieh, Chan Shen, Fung Hak-On, Cheng Kang-Yeh, Corey Yuen

Laufzeit der US-Blu: Ca. 101 Min.

Gesehen am: Feb. 2011 / Neusichtung am: Aug. 2025

Fassungen: Die Neusichtung erfolgte als US-Blu-Ray von Shout Factory via Shaw Brothers Classics Vol. 3 = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs und diverse Extras vorhanden. Die Extras, die mehrheitlich auf dem Cover nicht erwähnt werden, sind interessant = Interview mit Ku Feng und Shum Long-Tin. Vor allem letzterer steuert viel zur Person Gu Long dabei. Das fand ich spannend. Wenig fesselnd war das Feature mit James Mudge, der über Chor Yuen erzählt (und warum trägt er ein Dario Argento Shirt?). Das habe ich nach paar Minuten abgebrochen. Die deutsche Blu-Ray ist nicht Uncut und es gibt keine Subs zum Mandarin O-Ton = nicht zu empfehlen. In Deutschland ist der Film als Killer Clans - Die Herrschaft des Schwertes erschienen.

Montag, 23. Juni 2025

Diamond Fight

Diamond Fight

Story:

Diamanten werden gestohlen. Diverse Gangster und die Polizei (Norman Tsui, Michael Chan Wai-Man, Wang Kuan-Hsiung, Don Wong Tao, Phillip Ko Fei, Meng Fei) sind hinter diesen her…

Meine Meinung:

Diamond Fight, der in einigen Filmdatenbanken (aus Deutschland) nicht Mal gelistet wird, ist ein Anfang der 80er Jahre Actionfilm im modernen Setting von Regisseur Lee Tso-Nam (Lady Piranha, Chinese Kung Fu Against Godfather, Magic Warriors). Lee Tso-Nam hat viele verschiedene Filme gedreht und auch Diamond Fight lohnt sich. Der Plot ist zwar dünn und nur Mittel zum Zweck, dafür kann sich der Cast sehen lassen. Es sind sehr viele bekannte Namen dabei. Den Motiven der einzelnen Figuren zu folgen, war mir hingegen nicht möglich. Meine VHS lag nur synchronisiert vor (Kantonesisch ohne Untertitel). Schlimmer war die Tatsache, dass die Bildqualität sehr schlecht war. In nicht wenigen Momenten war, da so dunkel, nichts zu erkennen.

Der Film bietet Namen wie Norman Tsui (The Secret, The Web of Death), Michael Chan Wai-Man (Black List, Ghost Festival), Wang Kuan-Hsiung (Shaolin Heroes, The Green Jade Statuette), Don Wong Tao (Death Duel of Kung Fu, Wild Panther), Phillip Ko Fei (The Club, The Gold Connection), Meng Fei (Eagle Flying in September, The Invincible Kung Fu Trio) und Gordon Lius japanische Ehefrau aus Heroes of the East = Mizuno Yuka, die hier auch ihre Brüste präsentieren darf. Allgemein gibt es mehrere anrüchige und schmuddelige Nacktszenen als Füllszenen.

Obwohl Michael Chan Wai-Man nur bis kurz vor die 60. Minute zu sehen ist, muss ihm eine Hauptrolle nachgesagt werden. Bis dahin kommt er nebst Wang Kuan-Hsiung, die zweite grosse Hauptrolle, am meisten vor. Norman Tsui & Don Wong Tao sind in Nebenrollen zu sehen und der Auftritt von Phillip Ko ist nochmals geringer. Da Michael Chan Wai-Man, wenig überraschend, einen Killer spielt, beinhalten seine Szenen Action-, Kämpfe- und Mordversuche. Nach dem Ausscheiden von Michael Chan Wai-Man flacht der Film zunächst merklich ab, da deutlich weniger Action- und Kampfszenen. Doch vor dem Finale steigert sich der Film in dieser Hinsicht wieder. Die Action, choreographiert von Blacky Ko Shou-Liang, kann sich sehen lassen.

Fazit: Kurzweilig, actionreich und stark besetzt. Für Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Bo sha

Taiwan 1981

R: Lee Tso-Nam

D: Norman Tsui, Michael Chan Wai-Man, Wang Kuan-Hsiung, Don Wong Tao, Phillip Ko Fei, Meng Fei, Mizuno Yuka

Laufzeit der US-VHS: 96:01 Min.

Gesehen am: 28.03.25

Fassungen: Mir lag das US-VHS von Rainbow Audio & Video vor = Statt Originalton Mandarin liegt der Film in Kantonesisch vor (ohne Untertitel), Vollbild. Leider war ausgerechnet die Bildqualität in mehreren Sequenzen, die auch Actionszenen bieten, so dunkel, dass nichts zu erkennen. Das war schon schade und schlimmer als das Vollbild, die fehlenden Untertitel oder den Kanto Track. Das VHS aus Südkorea ist leider nicht in Mandarin, sondern Englisch Dubbed. Englisch Dubbed sind auch VHS-Fassungen aus Griechenland und Skandinavien (Dänemark). Das VHS aus Spanien ist Dubbed in Spanisch. Es gibt keine DVD, keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: März 2025).

Sonntag, 13. April 2025

Mighty Peking Man

 

Mighty Peking Man

Story:

Eine Crew aus Hong Kong (u.a. Danny Lee und Ku Feng) finden auf einer exotischen Insel einen Riesen-Affen. Diesen entführen sie und wollen damit in Hong Kong das grosse Geld machen. Eine im Dschungel aufgewachsene Frau namens Ah Wei (Evelyne Kraft) begleitet sie. In Hong Kong läuft der Affe Amok, als Ah Wei fast von Lu Tien (Ku Feng) vergewaltigt wird…

Meine Meinung:

Mit Mighty Peking Man sprangen die Shaw Brothers 1977 auf den Kaiju- sowie Tokusatsu-Zug auf und präsentierten ihre Antwort auf Godzilla, King Kong und Co. In diese Richtung gingen die Shaw Brothers schon mit The Snake Prince (Schlangen-Monster) und vor allem mit The Super Inframan (auch mit Danny Lee in der Hauptrolle). Aber auch andere asiatische Länder wie Indien (Gogola), Südkorea (The Prince of Dragon King, Young-Gu and Dinosaur Zu-Zu), Nordkorea (Pulgasari) oder Taiwan (The Boy and a Magic Box, Mars Men, Calamity) oder Thailand (The 6 Ultra Brothers vs. the Monster Army) waren in der Hinsicht fleissig.

Der Film wurde zu Ehren von Shaw Brothers Legende Ku Feng (The Boxer from Shantung, Killer Constable, Black Magic) angesehen, der im stolzen Alter von 94 (oder 95, je nach Quelle) Ende März (27.03.25) Zuhause im Kreis seiner Familie (überraschend) verstarb. In Mighty Peking Man spielt er nebst Danny Lee (The Killer, Dr. Lamb, The Shanghai Thirteen) und der Schweizerin Evelyne Kraft die Hauptrolle. In einem Gastauftritt ist noch Norman Tsui (The Secret, Das Schwert, Sea Wolves) zu sehen. Evelyne Kraft spielte auch in der Shaw Produktion Die Todesengel des Kung Fu mit. Ku Feng macht seiner Rolle alle Ehre. Mit anderen Worten: perfekt gecastet!

Danny Lee ist sehr solide und Evelyne Kraft bringt einen Hauch Sex-Appeal in den Film. Der Plot, der sich nahezu 1:1 an King Kong orientiert, bietet auch genug Dschungel-Feeling (Tiger Vs. Mann oder Tiger Vs. Schlange) und/oder Tierhorror (Elefanten, die Männer zu Tode trampeln), um perfekt zu unterhalten. Die wahren Stars sind jedoch die Effekte und der Monster-Affe. Diese entstanden unter japanischer Mithilfe seitens Keizō Murase (The Seventh Curse), Koichi Kawakita (Prophecies of Nostradamus), Sadamasa Arikawa (The Phoenix) sowie Motoyoshi Tomioka (Battle of the Japan Sea). Deren Erfahrung sieht man der Produktion jeder Sekunde an. Die Effekte, Kostüme und Miniatur-Arbeiten sind sehenswert. Die Feuer-Stunts im Finale sind gar richtig spektakulär.

Fazit: Für Kaiju-Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Infos:

O: Xing Xing Wang

HK 1977

R: Ho Meng-Hua

D: Danny Lee, Evelyne Kraft, Ku Feng, Norman Tsui

Laufzeit der UK-Blu: 89:17 Min.

Gesehen am: Januar 2012 / 2. Sichtung: 11.04.25

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray Box Shaw Scope Volume One von Arrow Video. Die UK-Blu-Ray bietet den Film in der Celestial Fassung (harmlose Frame-Cuts) und in einer unrestaurierten Fassung ohne Frame-Cuts an. Die Qualität (Bild- und Ton) sind hervorragend. O-Ton und Subs sind an Bord. Die Extras sind interessant und sehenswert. Unter anderem gibt es Interviews mit Regisseur Ho Meng-Hua, Star Ku Feng und Japaner Keizō Murase. Leider gibt es keinen Bonus mit Evelyne Kraft. Es wäre interessant gewesen, wie eine Schweizerin in dieser Produktion gelandet ist. Da sie 2009 überraschend verstarb (der Blick titelte: "King Kongs Schweizer Geliebte ist tot"), war es auch nicht mehr möglich, diesbezüglich mehr Infos in Erfahrung zu bringen. Die UK-Disc hätte in Sachen Exklusivität und Extras aber noch etwas Luft nach oben vertragen: 1. Auf der jap. Blu-Ray gibt es ein 62minütiges Special zur Entstehung der Effekte (SFX Making). Sehr schade, dass dieses nicht lizensiert werden konnte. 2. Im Original HK-Trailer ist Evelyne Kraft oben durch total nackt zu sehen, während für den Film dann eine andere Bild-Einstellung gewählt wurde, um das zu entschärfen. Es ist schade, hat das Label diese Szene nicht, zumindest für eine Bonus-Fassung, im Film integriert um somit die weltweit beste Fassung zu generieren. In Deutschland gibt es den Film unter dem Titel Der Koloss von Konga auf Blu-Ray (von FilmArt).

Montag, 10. Februar 2025

The Secret

The Secret

Story:

Ein Mordfall erschüttert die Gegend. Die Polizei sieht in dem kognitiv eingeschränkten Herumtreiber «Nut» (Norman Tsui) den Täter. Krankenschwester Lin Ming (Sylvia Chang), die in der Gegend wohnt und dessen privates Umfeld zu den Opfern gehört (u.a. Alex Man), versucht die Morde aufzuklären…

Meine Meinung:

Auf The Secret wurde ich nur durch, ich glaube es war ein Chinese, einen Film-Dealer aufmerksam. Der bot mir das HK-VHS, wenn ich mich recht erinnere, für ca. 350 USD an. Zum Glück habe ich mich informiert und sah, dass das Hong Kong Filmarchiv davon eine Blu-Ray veröffentlich hat. Geld gespart und dazu noch eine bessere Fassung gekauft. Doppeltes Glück. Bei The Secret handelt es sich um einen Ende der 70er Jahre New Wave Film aus Hong Kong und um das Regiedebüt von Ann Hui (The Story of Woo Viet). Ihr Boat People liegt noch ungesehen rum. The Secret ist definitiv nicht uninteressant und teilweise fühlte ich mich ans Giallo-Genre erinnert (Deep Red).

Der Film ist ein Mix aus Drama, Krimi/Whodunit und Mystery. Der Film wirkt zum einen sehr westlich, zum anderen auch sehr traditionell. Der Mix aus Moderne und Tradition wird gut aufgezeigt. Der Film ist sehr stimmungsvoll. Viele Szenen spielen bei Nebel oder während der Nacht. Laut Booklet war in früheren Fassungen z.T. kaum etwas zu erkennen, da so schlechte und dunkle Bildqualität. Viel «Action» gibt es aber nicht, dem sollte sich der Zuschauer bewusst sein. Zudem ist die Erzählweise etwas konfus und nicht immer gradlinig. Da muss man aufpassen beim Schauen, auch wenn im Finale dann alles via Rückblenden aufgeklärt wird.

Die im Vorspann fast an erster Stelle genannten Norman Tsui (Das Todesduell der Shaolin, Ghost Festival, Sea Wolves) und Alex Man (Running Mate, Return of Bastard Swordsman, The Daring Kung-Fu Refugee) haben jedoch nur kleine Rollen. Die Person, auf dem der Fokus liegt, wird von Sylvia Chang (Legend of the Mountain, Slaughter in San Francisco, Lucky Stars Go Places) gespielt. Sie spielt die Hauptrolle und versucht, hinter das Geheimnis der Morde zu kommen. Der Cast ist allgemein überzeugend. Starke Leistungen. Es gibt eine Tiersnuffszene zu sehen (Huhn). Sensible Zuschauer könnte das sauer aufstossen. Den Film deshalb zu meiden, empfinde ich jedoch als übertrieben.

Fazit: Starkes Regie-Debüt und Fans von Ann Hui zu empfehlen!

Infos:

O: Fung Gip

HK 1979

R: Ann Hui

D: Sylvia Chang, Norman Tsui, Alex Man, Angie Chiu Nga-Chi, Lai Cheuk-Cheuk, Lee Hye-Sook

Laufzeit der HK-Blu-Ray: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 06.12.24

Fassungen: Mir lag die HK-Blu-Ray vom HK-Filmarchiv vor. Die Fassung ist ca. fünf Min. länger als frühere HK-VHS-Fassungen. 90% der Fassung sind in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität und wurden durch das Hong Kong Filmarchiv aufwendig restauriert. Fehlende Szenen (Vor- und Abspann) wurden vom VHS integriert und fallen qualitativ ab. Die Fassung ist im O-Ton mit festen englischen und chinesischen Subs. Zur Restauration gibt es Bonusmaterial zu sehen und auch im Booklet (in Chinesisch und Englisch) wird umfangreich darauf eingegangen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2024).

Samstag, 2. November 2024

The Web of Death

 

The Web of Death

Story:

Liu Shen (Lo Lieh) ist hinter einer Waffe her, welche ihn in der Martial Arts Welt unbesiegbar machen würde. Diese ist versteckt. Durch List gelingt es ihm, deren Aufenthaltsort zu bestimmen. Durch weitere Intrigen beginnt er, diverse Clans und deren Mitglieder (Yueh Hua, Lily Li, Ching Li, Ku Feng, Wang Chung) gegeneinander aufzuhetzen.

Meine Meinung:

The Web of Death war der 2. Film mit Lily Li (Relentless Broken Blade, Police Force, Shadow Girl), den ich auserwählt habe, ihr zu Ehren (sie starb am 27.10.24 an Lungenkrebs) anzuschauen. Ich sah den Film sehr lange nicht mehr (Juli 2009). Im Vergleich mit meinem alten Review, gefiel mir der Film früher besser. The Web of Death, eine Shaw Brothers Produktion aus dem Jahr 1976 von Chu Yuan (Intimate Confessions of a Chinese Courtesan, The Convict Killer), liess mich jetzt mit gemischten Gefühlen zurück. Ich war sogar leicht enttäuscht.

Stark waren die abwechslungsreichen, bunten, stimmungsvollen und fantasievollen Kostüme, Waffen und Settings. Auch die Waffe, nach welcher im Film alle suchen, die Five Venom Spider, ist amüsant und deren Wirkung innovativ, vielleicht leicht «trashig» aber sehr fantasievoll und vor allem tödlich. Leider wird damit zu wenig Zeit «verschwendet». Zudem gab es für meinen Geschmack auch zu wenig Kampf- und Actionszenen. Und jene die gezeigt wurden, waren nichts Besonderes. Lo Lieh (On the Run, The Dynamite Shaolin Heroes, The Revenge of the Shaolin Kid), selbstverständlich als Bösewicht, war solide wie auch Lily Li, die im Film eine eifersüchtige und schmollende Kämpferin spielt. Toll, sie so zu sehen.

Der Plot (Drehbuch Ni Kuang) bietet zu viele Längen, zu wenig Action, zu viel Naivität die Figuren betreffend. Die Love-Story war auch eher störend, als aufwertend. Lo Lieh gelingt es zu einfach, die diversen Parteien (Ku Feng, Yueh Hua, Lily Li, Wang Chung) gegeneinander auszuspielen und aufzuhetzen. Yueh Hua (Come Drink with Me, The Drunken Swordsman, Bruce Tuan – 7 Promise) war ok. Aber er hat auch schon mehr überzeugt. Ku Feng (Legacy of Rage) kommt nur im Finale vor und Wang Chung (Cops and Robbers) wird schnell ausser Gefecht gesetzt. In Mini-Auftritten sind noch Yuen Wah (Mr. Vampire) und der auch vor kurzem verstorbene Norman Tsui (City War) zu sehen.

Fazit: Mittelmass. Es gibt bessere, aber auch schlechtere Shaw Brothers Produktionen.

Infos:

O: Wu Du Tian Luo

HK 1976

R: Chu Yuan

D: Lo Lieh, Ching Li, Yueh Hua, Lily Li, Ku Feng, Wang Hsieh, Angela Yu Chien, Wang Chung, Chan Shen, Norman Tsui, Yuen Wah, Corey Yuen

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 91 Min.

Gesehen am: Juli 2009 / Neusichtung am: 30.10.24

Fassungen: Im Juli 2009 erfolgte die 1. Sichtung via deutsche DVD (Titel: Im Todesnetz der gelben Spinne), welche in der Zwischenzeit nach Leeds verkauft wurde. Nun lag mir die US-Blu-Ray von Shout Factory für eine 2. Sichtung vor. Der Film befindet sich in deren Shaw Brothers Classics Vol. Three Box. Es sind weitere Filme in der Box enthalten. Zu The Web of Death = Uncut, O-Ton, neue englische Subs, Audiokommentar, Celestial Trailer und Original-Trailer als Bonus. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend.  

Donnerstag, 19. September 2024

City War

City War

Story:

Gangster Ted (Norman Tsui) wird aus dem Gefängnis entlassen. Er nistet sich bei seinem Boss (Lo Lieh) und seiner Freundin Penny (Tien Niu) ein. Ted kennt nur ein Ziel: Rache an Polizist Ken (Ti Lung). Ken hat ihn dazumal verhaftet. Nun plant Ted, Kens Familie durch Attentäter (u.a. Robin Shou) auszulöschen. Ob dies gelingen wird? Ken bekommt Hilfe von seinem Freund und Partner Dick (Chow Yun-Fat), der sich in Teds Freundin Penny verliebt und umgekehrt…

Meine Meinung:

1988 zauberte der ehemalige Shaw Brothers Regisseur Sun Chung (The Master Strikes Back, Human Lanterns, Revenge of the Corpse) diesen wechselhaften Heroic-Bloodshed Film aus dem Hut. City War, der zudem mit den A Better Tomorrow Stars Ti Lung (The Deadly Breaking Sword, Die Todespagode des gelben Tigers, The Generation Gap) sowie Chow Yun-Fat (Scared Stiff, Full Contact, The Postman Fights Back) aufwartet, ist durch und durch solides Action-Kino aus Hong Kong und gleichzeitig eine Rückkehr für Ti Lung, der bereits zu Shaw Brothers Zeiten oft mit Sun Chung zusammengearbeitet hat (z.B. The Avenging Eagle).

Doch für einen «Kracher-Status» reicht es bei City War dennoch nicht. Dies liegt vor allem an den ersten 40 Minuten des Filmes. In denen gibt es praktisch keine Action-Szene zu sehen und diese Szenen sind allgemein mehr lahm als interessant. Die sind, auch aufgrund des Humors, der Love-Story und des Overacting, "schlecht gealtert". Zudem mutete das Overacting, speziell von Ti Lung und Chow Yun-Fat, hier und da schon fast unglaubwürdig an. Danach wird der Film, in welchem Norman Tsui den Hauptbösewicht spielt, immer besser und besser.

Der Film wurde zu Ehren von Norman Tsui (The Dragon Chronicles - The Maidens of Heavenly Mountains, The Young Avenger, Ghost Nursing), der leider diesen Monat an Krebs starb, neu gesichtet. Er spielt den Hauptbösewicht toll. Solche Rollen liegen ihm einfach. In Nebenrollen sind Lo Lieh (Fists and Guts, Revenge of Shaolin Kid), Michael Chow Man-Kin (The Third Full Moon, The Sparring Partner), Robin Shou (The Big Heat, Fatal Termination), John Ladalski (To Hell with the Devil, Inheritor of Kung Fu) und Eddie Maher (Carry On Yakuza, Queen’s High) zu sehen. Ab der 40. Minute wird der Ton des Filmes ernster, der Film auch reicher an Action-Sequenzen. Der Humor verschwindet, der Ton wird düster, nihilistisch und brutal. Die Gewalt wird übertrieben dargestellt. Sogar Kanten und Äxte werden als Waffen eingesetzt.

Fazit: Vor allem aufgrund der 2. Filmhälfte zu empfehlen!

Infos:

O: Yi Dam Hung Sun

HK 1988

R: Sun Chung

D: Norman Tsui, Lo Lieh, Tien Niu, Ti Lung, Robin Shou, Chow Yun-Fat, Michael Chow Man-Kin, John Ladalski, Eddie Maher

Laufzeit der HK-DVD: 92:05 Min.

Gesehen am: März 2009 / Neusichtung am: 18.09.24

Fassungen: Mir lag die Code-Free-DVD aus HK von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt weder eine Blu-Ray noch eine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2024).

The Challenger

The Challenger

Story:

Yu (David Chiang) und Chin (Norman Tsui) sind auf der Suche nach Pai (Phillip Ko Fei). Dieser hat Chins Ehefrau vergewaltigt und getötet. In der zwielichtigen Wei (Lily Li) sehen sie einen Weg, Pai zu finden…

Meine Meinung:

The Challenger wurde zu Ehren von Norman Tsui (Shaolin Mantis, We're Going to Eat You, The Dragon Family) aufgefrischt. Er begann seine Karriere bei den Shaw Brothers. Wurde er zuerst vereinzelt in Nebenrollen eingesetzt, kamen später mehr und mehr Hauptrollen (Bastard Swordsman, Return of Bastard Swordsman, Hong Kong Godfather, Seeding of a Ghost) dazu, ehe er sich auch in der Ära nach den Shaw Brothers in Hong Kong Kino durchsetzen (Das Todesduell der Shaolin, Das Schwert, Sea Wolves, The Rebellious Reign, Blood Ritual, The Club, That’s Money), bis hin zu neueren Produktionen (Dream Home, Sword Master).

Nun ist Norman Tsui an Krebs verstorben (01.09.24). The Challenger, dessen Fortsetzung The Loot ich vor nicht allzu langer Zeit aufgefrischt habe, kam in die Auswahl, ihm zu Ehren aufgefrischt und neu gesichtet zu werden. Wie bereits die Fortsetzung stellt The Challenger, ein Film von Eric Tsang (Hitman, The Dragon Lives Again, Millionaires Express) und produziert von Lo Wei (The Big Boss, Triad Story, Wooden Man), für Kung-Fu-Film-Fans absolutes Pflichtprogramm dar. Der Film aus dem Jahr 1979 erzählt eine Story im klassischen Kung-Fu-Setting.

Bei The Challenger handelt es sich um eine Kung-Fu-Komödie mit Norman Tsui und David Chiang (Die 7 goldenen Vampire, Die 13 Söhne des gelben Drachen, Die Todeskralle des roten Phoenix) in den Hauptrollen. Fans der beiden kommen voll auf ihre Kosten. Besonders Norman Tsui dürfte hier wohl seine eindrücklichsten Kampfszenen in seiner Karriere spendiert bekommen haben (nebst The Loot sowie The Rebellious Reign). Starke Leistung der beiden. Der Film könnte fast als Buddy-Movie durchgehen, da beide Helden unterschiedliche Motive haben, den Bösewicht zu finden.

Dieser wird gekonnt von Phillip Ko Fei (Bandits, Prostitutes & Silver, Master Killers, Lucky Seven 2) dargestellt. Auch seine Kampfszenen sind unglaublich spektakulär. Allein das Finale rechtfertig den Kauf des Filmes und entschädigt für den z.T. wechselhaften Ton des Filmes und/oder den hier und da gezeigten Klamauk. Eric Tsang ist in einem Gastauftritt zu sehen und Mars (Dragon Lord, Come Drink with Me) bekommt im Gegensatz zu Lily Li (The Beauty Escort, Black Magic 2, The Criminals 5 – The Teenager’s Nightmare) keine Kampfszene spendiert. Lily Li darf aber nur 1-2x zeigen, was in ihr steckt. Dies sollte sich spätestens in der Fortsetzung ändern.

Fazit: Danke der starken Kampf-Choreographie und einem starken Cast (David Chiang, Norman Tsui & Phillip Ko Fei) ein absoluter Must Have Titel des Kung-Fu-Kinos!

Gefolgt von: The Loot

Infos:

O: Ti Guan

HK 1979

R: Eric Tsang

D: David Chiang, Norman Tsui, Lily Li, Phillip Ko Fei, Mars, Eric Tsang

Laufzeit der HK-DVD: 87:57 Min.

Gesehen am: Dez. 2007 / Neusichtung am: 18.09.24

Fassungen: Mir lag die Code-Free-DVD aus HK von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Gibt es in Deutschland von diversen Anbietern auch auf DVD (Deutsch/Kanto mit englischen Subs, Uncut). Titel: Der Herausforderer. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Sept. 2024).