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Mittwoch, 8. Juli 2026

Saccharine

NIFFF 2026 Spezial

Saccharine

Story:

Eine Medizinstudentin (Midori Francis) experimentiert mit Pillen bestehend aus menschlicher Asche, um an Gewicht zu verlieren. Doch das bringt unerwartete Nebenwirkungen mit sich…

Meine Meinung:

Saccharine reiht sich zu Filmen à la Raw (mit Abstrichen Alpha), The Substance, The Beauty (die Serie), Species (auch am diesjährigen NIFFF gesehen) oder Grafted. Die Inhalte? Es geht um Körper (Veränderungen), zuweilen Bodyhorror-Inhalte, Sozialkritik und mehrheitlich nahmen Frauen auf dem Regiestuhl Platz. Saccharine hat mir dabei gut gefallen, auch wenn ich denke, dass es am Ende für die Sammlung trotzdem nicht reicht. Hätte ich den Film hingegen als Blindkauf erworben, hätte ich den wohl in die Filmsammlung integriert. 100% festlegen mag ich mich aber (noch) nicht.

Saccharine ist ein australischer Film und Regie führte Natalie Erika James (Apartment 7A) während Midori Francis die Hauptrolle verkörpert. Ich mochte das Setting. Sie spielt eine lesbische Medizinstudentin. Damit wird auch gleich der Grundstein für den Plot gelegt und wie sie im Verlauf des Filmes weiterhin an «Asche» von Toten kommt. Der Film nimmt sich für seine Plot sehr viel Zeit und der Film beginnt sehr ruhig, die Figuren ausgiebig einzuführen. Der Film nimmt sich da mehr Zeit, als andere Filme. Wer also von Anfang an auf irgendwelche Body-Horror- oder Ekeleffekte hofft, dürfte enttäuscht werden.

Ich fand den Plot interessant, da auch ein Geist eine Rolle spielt. Das verknüpft mit sozialem Druck, schlechtem Selbstwertgefühl, Bodyshaming und Essstörungen ergibt am Ende eine interessante Mischung. Technisch ist der Film hervorragend: tolle Effekte, toll geschnitten (z.B. die Masturbations-Sequenz mit den krassen Gegensätzen als Kontrast), überzeugende Figuren, interessanter Plot, paar hübsch eklige Momente aber auch einen Hauch Erotik. Über das Ende kann gestritten werden. Hätte es dieses so noch gebraucht oder nicht? Auf jeden Fall passt es dich ganz gut zum Film.

Fazit: Fans von Raw und Co. können bedenkenlos einen Blick riskieren!

Infos:

O: Saccharine

Australien 2026

R: Natalie Erika James

D: Midori Francis, Madeleine Madden, Danielle Macdonald

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 112 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Dienstag, 7. Juli 2026

The Ones Who Grieve

NIFFF 2026 Spezial

The Ones Who Grieve

Story:

Im 19. Jahrhundert vor dem 1. Weltkrieg:

Eine Krankheit namens «Black Veil» sorgt für Angst und Schrecken. Zélie (Zélie Rixhon) und ihre Mutter (Isabelle Anciaux) werden von ihrem streng religiösen Vater und Ehemann Jacob (Thierry Frémont) terrorisiert und schikaniert. Jacob wünscht sich noch einen Sohn und hat derweil alle Hände voll zu tun, um Infizierte zu beseitigen. Als ein Infizierter auf dem Dachboden der Scheune auftaucht sieht Zélie eine mögliche Chance gekommen, ihren Vater damit beseitigen zu lassen…

Meine Meinung:

Mit Quarxx kam ich auch an einem vergangenen NIFFF erstmals in Berührung, als ich mir All the Gods in the Sky ansah. Diesen fand ich dazumal sehr interessant. The Ones Who Grieve ist nun bereits der dritte Spielfilm von Quarxx, der am NIFFF zu sehen ist. Pandemonium habe ich letztes oder vorletztes Jahr verpasst und/oder ausgelassen. Quarxx ist für sein kontroverses und provokantes Kino bekannt, daher buchte ich The Ones Who Grieve.

Quarxx stellte den Film am NIFFF vor. Es geht um das Patriarchat, sagte er, und er sah sich danach den kompletten Film, wenn ich nicht irre, handelte es sich um die Weltpremiere, vor Ort an. Und er erwähnte «Zombies» und meinte damit wohl die Opfer der Seuche «Black Veil». The Ones Who Grieve ist erneut ein nicht uninteressanter, spezieller und auch provokanter Film. Jedoch konnte mich der Film weniger fesseln als All the Gods in the Sky. Quarxx arbeitet hier wieder mit Schauspielern aus seinen vergangenen Filmen zusammen.

The Ones Who Grieve wirkte fast zu überladen und übertrieben. Teilweise hatte ich auch fast mehr den Eindruck, eine Art Satire und Parodie zu sehen. Quarxx sprach vom Patriarchat und das wird in dem Film und deren Darstellung massiv auf die Spitze getrieben. Und das kam auch bei den Zuschauern des Filmes nicht gut an. Auf Letterboxd schrieb z.B. jemand: «Introduced as a film about patriarchy and there is no arguing that. It may be 100% critical of the monsters it portrays but factually this is just two hours of women suffering, pointless.».

Ich fragte mich, ob es Quarxx wirklich darum ging, dass Patriarchat kritisch darzustellen oder ob er mehr mit der Erwartungshaltung der Zuschauer zu dem Thema spielte. Denn Jacob ist wirklich ein sehr grosses Ekel, aber teilweise mutet der Film fast mehr wie eine schwarze Komödie an, als ein echtes Drama. Und wenn jemand wie Jacob so wie im Film dargestellt wird und von allen mehr und mehr gehasst wird, was sollte dann das Ende? Das dürfte so ziemlich alle Zuschauer vor den Kopf stossen. Wo bleibt die Gerechtigkeit? Das das nicht gefallen wird, kann ich verstehen. Der Applaus am Ende war sehr verhalten. Ich denke, viele waren aufgrund des Endes irritiert. Auf der anderen Seite gefiel mir das. Denn so lässt sich ein Regisseur nicht in eine Schublade stecken.

Der Film ist technisch gut gemacht, mehr oder weniger «unterhaltsam» (die Zeit geht beim Schauen vorbei) und als Zuschauer stellt man sich die Frage, wo der Film hinsteuert. Jedoch wirkt der Film mit seinen Themen auch überladen und einige Dinge hätten besser beleuchtet und/oder ggf. besser weggelassen werden sollen. Patriarchat, Kritik an Religion und Kirche, Seuche, Wissenschaft vs. Religion oder Mad-scientist Motive, Familiendrama, sucht es euch aus. Und was sollte die Szene, in der sich die Mutter einen riesigen Wurm (?) oder Parasiten (?) aus der Vagina oder dem Anus zieht? Schade, wurde darauf nicht mehr eingegangen…

Fazit: Quarxx dürfte mit seinem neusten Film erneut polarisieren = alles richtig gemacht!

Infos:

O: Les Âmes en peine

Frankreich 2026

R: Quarxx

D: Thierry Frémont, Zélie Rixhon, Isabelle Anciaux

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 116 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Montag, 8. Juni 2026

Repo! The Genetic Opera

Repo! The Genetic Opera

Story:

In der Zukunft:

Wer neue Organe braucht, kann diese durch die Biotech Firma GeneCo erwerben und springt dem Tod von der Schippe. Doch wer seine Raten nicht abzahlen kann, den erwartet ebenfalls der Tod. Dann schickt GeneCo ihren Repo Man (Anthony Stewart Head) los, um die Organe zurück zu holen. Interne Machtkämpfe in der GeneCo-Dynastie (Bill Moseley, Paul Sorvino, Kevin 'ohGr' Ogilvie, Paris Hilton) belasten zukünftige Strukturen und auch Repo Man hadert mit seinem Schicksal, als er droht, seine Tochter (Alexa PenaVega) an GeneCo zu verlieren…

Meine Meinung:

Repo! The Genetic Opera wurde zu Ehren von Anthony Stewart Head angesehen, der am 01.06.26 an einer Lungenentzündung verstorben ist. Ich kenne den Schauspieler vor allem aus der 90er Jahre Serie Buffy - Im Bann der Dämonen und eben aus besagtem Spielfilm aus dem Jahr 2008. Bei Repo! The Genetic Opera handelt es sich um eine Bühnenverfilmung. Darren Lynn Bousman inszenierte zwei Jahre zuvor bereits einen zehnminütigen Kurzfilm (mit Michael Rooker) und dann diesen abendfüllenden Spielfilm mit Anthony Stewart Head als Repo Man.

Aus dem Kurzfilm kehrten Terrance Zdunich und Sarah Brightman in gleichen Rollen zurück. Der Rest wurde neu gecastet. Der Film ist ein Musical, der in einem futuristischen, düsteren und gotischen Comic-Look inszeniert wurde. Teilweise hatte der Film auch leichte The Rocky Horror Picture Show Vibes. Der Film hat, obwohl ich kein allzu grosser Musical-Fan bin, die Neusichtung bestanden. Das war schon ziemlich originell, kreativ und einfach Mal was Anderes. Der Plot selbst ist natürlich bekannt. Es gibt auch andere Spielfilm, die die Geschichte des Repo Man erzählen (z.B. Repo Men 2010 mit Jude Law als Actionfilm).

Der Plot ist daher bekannt. Visuell gefällt Repo! The Genetic Opera. Das Set-Design ist klasse und auch die Mehrheit der Songs sind toll. Anthony Stewart Head gefällt in der Rolle des Vaters und des Repo Man. Noch besser haben mir die Bösewichte gefallen. Die schräge, reiche Familie, die dank dem Verkauf von Organen an Macht und Reichtum gelangt, vermag durch den Humor und dem Overacting zu gefallen. Schrill. Die waren irrwitzig dargestellt. Dass Paris Hilton im Film mitwirkt, wusste ich nicht mehr. Ich habe sie während der Sichtung nicht Mal erkannt. Erkannt habe ich hingegen Horror-Star Bill Moseley (The Texas Chainsaw Massacre 2, Night of the Living Dead, House of 1000 Corpses), der eine ebenfalls zu überzeugen weiss.

Fazit: Wer gerne Horror-Musicals hat, sollte sich Repo! The Genetic Opera nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Repo! The Genetic Opera

USA 2008

R: Darren Lynn Bousman

D: Anthony Stewart Head, Bill Moseley, Alexa PenaVega, Paul Sorvino, Kevin 'ohGr' Ogilvie, Sarah Brightman, Paris Hilton, Terrance Zdunich

Laufzeit der US-DVD: Ca. 98 Min.

Gesehen am: April 2009 / Neusichtung am: 08.06.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lions Gate vor = gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton und englische Subs vorhanden. Wurde in Deutschland von Kinowelt auf DVD und später auch Blu-Ray veröffentlicht (in Englisch mit deutschen Subs).

Freitag, 24. April 2026

Affection

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Affection

Story:

Eine Frau (Jessica Rothe) kann sich nicht mehr an ihren Ehemann (Joseph Cross) und ihre Tochter (Julianna Layne) erinnern. Was hat es damit auf sich?

Meine Meinung:

Von Affection habe ich vor der Sichtung praktisch nichts gewusst. Auf der offiziellen Homepage des Brugggore Filmfestivals stand auch geschrieben, dass es gut sei, möglichst wenig über den Inhalt zu wissen. Regie führte der mir unbekannte BT Meza (wohl ein Pseudonym).

Wer hinter BT Meza steckt, ist unklar. Die Person gibt sich bedeckt. Wahrscheinlich handelt es sich bei Affection um ein Regie-Debüt. Angeblich hat BT Meza eigene traumatische (Beziehungs)Erfahrungen in den Plot integriert.

Die Darsteller waren mir ebenso unbekannt. Die haben aber einen absolut tollen Job abgeliefert, wobei der "Ehemann" vielleicht die am wenigsten tief gezeichnete Figur war. Und leider war er auch sehr unsympathisch. Julianna Layne (das Kind) war superb gespielt und Jessica Rothe agierte toll in den Szenen, in denen sie Krampanfälle und Tremor hat.

Der Film vereint die Genres Drama, Horror, Sci-Fi sowie Bodyhorror. Der Film hat diesbezüglich interessante Ansätze, die in einer möglichen Zukunft (z.B. dank AI) möglich werden könnten. Antworten und Hintergrundinfos bietet der Film zu gewissen Story-Inhalten jedoch nicht. Die Spannung, die bei der Sichtung gegeben ist, dürfte spätestens bei einer Neusichtung dahin sein.

Der Film ist im Grossen und Ganzen toll inszeniert. Das Finale ist vielleicht etwas schnell vorbei, vor allem das mit dem Feuer. Es gibt auch einige, wenige CGI-Momente, die als solche zu erkennen sind. Die "Geburt" am Ende war zwar an sich cool, aber da Sprang mir sofort Matrix vors geistige Auge. Der Film hatte für meinen Geschmack Justin Benson und Aaron Moorhead Vibes. Und genau Fans von diesen würde ich den Film auch empfehlen.

Infos:

O: Affection

USA 2025

R: BT Meza

D: Jessica Rothe, Joseph Cross, Julianna Layne

Laufzeit der Konversion: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Samstag, 7. März 2026

Dracula, Prisoner of Frankenstein

 

Dracula, Prisoner of Frankenstein

Story:

Dem Vampirjäger Sewart (Alberto Dalbes) gelingt es, Dracula (Howard Vernon) zu töten. Doch Wissenschaftler Frankenstein (Dennis Price) erweckt Dracula wieder zum Leben. Dieser soll ihm nun, wie auch sein Monster (Fernando Bilbao), als Werkzeug dienen. Derweil nimmt Sewart den Kampf gegen Dracula wieder auf…

Meine Meinung:

Dass ich Dracula, Prisoner of Frankenstein irgendeinmal schonmal als japanische DVD unter dem Titel Drácula contra Frankenstein sah, daran konnte ich mich nicht erinnern. Auch nicht, als ich mir den Jess Franco (Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, Greta – Haus ohne Männer, The Sadist of Notre Dame) Film heute ansah. Der Film hat mir heute, wenn ich mit meinem uralten Review vergleiche, schlechter gefallen. Allerdings möchte ich mir erst in Zukunft bei einer weiteren Sichtung mit angepassten Erwartungen ein definitives Urteil erlauben.

Der Film ist, trotz der kurzen Laufzeit von nur 82 Minuten und trotz Beteiligung von diversen Moneten und Geschöpfen wie Dracula, Frankenstein, Frankensteins Monster und einem Werwolf (nur in den letzten acht Minuten oder so zu sehen), langweilig. Die 82 Minuten fühlten sich definitiv länger an. Der Film, der teilweise an Paul Naschy (Werwolf-Maske) oder Jean Rollin Werke erinnert hat, ist sehr dialogarm. Es wird praktisch nichts gesprochen in dem Film. Das war sonderbar. Der Film hat allgemein eine traumhafte und surreale Note. In Sachen Sex und Gewalt ist der Film völlig harmlos. 

Das sind dann auch die Pluspunkte des Filmes: die Bilder sind atmosphärisch dicht und stimmungsvoll eingefangen worden. Die Settings (Schloss) sind toll gewählt und wer Gothic-Stimmung mag, wird mehr als belohnt. Howard Vernon (Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein, The Other Side of the Mirror, Faceless) hat zudem stark gespielt. Die Frauen machten ihre Sache auch ordentlich. Bei den anderen Herren ist ein gewisses Overacting auszumachen und auch eine unfreiwillige Komik (z.B. Kampf Frankenstein gegen den Werwolf im Finale). Nach Antworten und Logik sollte nicht gesucht werden. Jess Franco schuf mit Dracula, Prisoner of Frankenstein eine Hommage an die Universal Gruselklassiker der 40er Jahre.

Fazit: Jess Franco Fans können einen Blick riskieren.

Infos:

O: Drácula contra Frankenstein

Frankreich, Liechtenstein, Portugal, Spanien 1972

R: Jess Franco

D: Alberto Dalbes, Howard Vernon, Dennis Price, Paca Gabaldón, Carmen Yazalde, Josyane Gibert, Fernando Bilbao, Geneviève Robert

Laufzeit der US-Blu: 82:59 Min.

Gesehen am: ? / 2. Sichtung am: 07.03.26

Fassungen: Ich habe den Film als japanische DVD von Atlus (Drácula contra Frankenstein) in der Sammlung (Best of Jess Franco Special Pack). Dieses kaufte ich 2010 in Japan im Urlaub. Über die Spezifikationen weiss ich nicht mehr Bescheid. Für die 2. Sichtung lag mir die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Schuber, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (vielleicht hier und da etwas dunkel), viele Extras (das Interview von Stephen Thrower ist interessant), Region-All-Disc und ganze fünf Audio-Optionen sind vorhanden inklusive englische Untertitel. Ich sah mir den Film in Deutsch an. In Deutschland ist der Film von Colosseo Film / AL!VE Uncut auf Blu-Ray zu haben (Titel: Die Nacht der offenen Särge).

Samstag, 22. November 2025

Holly Roman Besprechung

Holly

Inhalt:

«SOBALD MAN MEINT, MAN HÄTTE DAS SCHLIMMSTE GESEHEN, WAS MENSCHEN ZU BIETEN HABEN, STELLT MAN FEST, DASS MAN SICH GEIRRT HAT. DAS BÖSE IST EINFACH GRENZENLOS.»

Meine Meinung:

Holly ist eine ursprüngliche Nebenfigur der Romane Mr. Mercedes (plus Fortsetzungen) sowie Der Outsider. Stephen King fand an ihr solchen Gefallen, dass er ihr in Holly einen eigenen Roman widmete. Den habe ich nun gelesen und komme zum Fazit, dass mir Holly im Grossen und Ganzen etwas weniger gut als Mr. Mercedes sowie Der Outsider gefallen hat. Das lag an diversen Dingen, die mich am Roman etwas gestört haben.

Einige Dinge waren meiner Meinung nach unnötig und hätten inhaltlich weggelassen werden können (Tod von Hollys Mutter). Das trug nichts zur Story bei, sondern hat den Roman nur auf Seitenanzahl gebracht. Die Szenen haben immer wieder Risse in den eigentlichen Verlauf des Plots gerissen. Was mich auch störte war die Tatsache, dass Holly am Ende gerettet werden musste. Dass einige der Nebenfiguren in den Hintergrund geraten (Jerome Robinson) fand ich auch schade. Stattdessen bekommt dessen Schwester einen viel wichtigeren Sub-Plot, dessen Inhalte mich am Anfang auch wenig gefesselt haben.

Weiterhin störte mich die Verschmelzung von politischen Ansichten von King, der fiktiven Story und realen Ereignisse wie der Corona-Krise. Welche politischen Ansichten ein Künstler verfolgt, hat mich als Leser nicht zu interessieren. Ich will mich vom Künstler abgrenzen. Es gibt viele Künstler, die Dreck am Stecken haben (Klaus Kinski, Roman Polanski), aber dessen Werke dennoch für sich gesehen eindrücklich sind. Was Künstler privat für Ansichten haben, hat mich nicht zu interessieren. Das immer wieder zwischen den Zeilen lesen zu müssen, sah ich als negativ an. King geht dazu nach dem Roman noch ein und erklärt sich.

Der Plot ist abgesehen davon interessant, wenn auch weniger schrecklich und böse, als erwartet. Zudem nicht unbedingt neu. Experimente, Kannibalismus, Mad scientist Motive. Wer das mag, wird Holly mögen. Ich mochte das alte Kannibalen Ehepaar und die Tatsache, wie sie sich intellektuell als was Besseres sehen und wie sie insgeheim von oben herab auf andere schiessen. Das fand ich amüsant. Zudem wird noch Bezug zu einem weiteren Stephen King Roman genommen, in dem Holly einen Fall bearbeitet. Das müsste Blutige Nachrichten sein. Den werde ich mir auf die Wunschliste setzen. Indem wird auch u.a. Bezug zu Der Outsider genommen.

Fazit: Schwächer als die anderen Romane mit Holly, aber noch immer gut lesbar und unterhaltsam!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Heyne

Anzahl Seiten: 636

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Stephen King

Erschienen: 3. Auflage 11/2024 (Ursprünglich 2023)

Freitag, 14. November 2025

The Naked Gun Review

 

The Naked Gun

Story:

Frank Drebin Jr. (Liam Neeson) soll in einem neuen Fall ermitteln. Bei einem Autounfall gab es ein Todesopfer. Doch die Schwester (Pamela Anderson) des Opfers (Jason MacDonald) vermutet keinen Unfall, sondern einen Mord. Frank Drebin Jr. und sein Partner (Paul Walter Hauser) beginnen zu ermitteln…

Meine Meinung:

Eigentlich war ich sehr skeptisch, als ich den ersten Trailer zum neuen Film der kultigen Die nackte Kanone Reihe sah. Besonders die Musik im Trailer gefiel mir gar nicht. Paramount hat sich aber ins Zeug gelegt und gute Kampagnen geführt, so dass für mich ein Kinobesuch beschlossene Sache war. Es handelt sich nicht um ein Remake, sondern um eine Fortsetzung. Liam Neeson spielt Frank Drebins Sohn und Paul Walter Hauser spielt Ed Hockens Sohn. George Kennedy und Leslie Nielsen werden gewürdigt, spielen aber nicht mit, da tot. Dasselbe gilt für O.J. Simpson.

Und lohnt sich der Kinobesuch? Ja, würde ich sagen. Ich fand den Film besser als erwartet. Ich fand zwar nicht jeden Joke amüsant, aber im Grossen und Ganzen war es mehrheitlich lustig und der Streifen fängt den Geist und die Stimmung der alten Filme gekonnt ein. Es kam wirklich oft eine Die nackte Kanone Stimmung auf. Das war schön und nostalgisch. Schade, dass die Musik aus dem Original nicht im Vorspann zu hören ist (dafür unbedingt im Abspann sitzen bleiben). Gegen Ende flacht der Film zwar etwas ab und wirkt übertrieben, aber unterhaltsam war es allemal.

Mit einer angenehmen Laufzeit von nur 85 Minuten ist der Film sehr kurzweilig und somit nie langweilig. Die Zeit geht schnell vorbei und der Film ist vollgepackt mit irrwitzigen Ideen (Schneemann). Einige Jokes erinnern, ohne aufdringlich zu wirken, an die alten Filme. Der mir unbekannte Liam Neeson gibt einen würdevollen Nachfolger von Leslie Nielsen ab und auch Pamela Anderson war sehenswert. Abzüge gibt es bei Franks Partner oder beim Bösewicht. Die waren weniger überzeugend, vor allem im Vergleich zu den alten Filmen.

Fazit: Kurzweilig, unterhaltsam und oft auch lustig. Wer die alten Filme mochte, kann sich gut an die neue Fortsetzung wagen!

Infos:

O: The Naked Gun

USA 2025

R: Akiva Schaffer

D: Liam Neeson, Paul Walter Hauser, Pamela Anderson, Kevin Durand, Danny Huston, Liza Koshy, Cody Rhodes, Busta Rhymes

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 85 Min.

Gesehen am: 01.08.25

Fassungen: Gesehen im Originalton mit deutschen Subs im Kino. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD sind noch nicht angekündigt (Stand: Aug. 2025).

Dienstag, 14. Oktober 2025

The Soultangler Review

Horroktober 2025

The Soultangler

Story:

Dr. Anton Lupesky (Pierre Deveaux) experimentiert mit einer Droge, die es dem Träger erlaubt, seine Seele in den Körper von Leichen transferieren zu lassen. Halluzinationen sind ebenso eine Folge der Droge. Als er gefeuert wird und von einer Reporterin zur Sachlage befragt wird, eskaliert die Situation…

Meine Meinung (Director's Cut):

Als es im Shop von Vinegar Syndrome neue Vös gab (plus von deren Partner-Labels) stiess ich auf den mir unbekannten Film The Soultangler. Die Bilder dazu sahen interessant (auch blutig), sympathisch und charmant aus. Das traf vor allem auf die Make-Up Masken und Effekte zu. Der ausschlaggebende Grund war das Bild mit dem Gehirn und den Augen, welches ich sogar niedlich fand. Daher tätigte ich einen Blindkauf.

Der Amateur-Film ist Pat Bishows Antwort auf Stuart Gordons Re-Animator. Die Zombie-Szenen (vor allem in den Halluzinationen zeigend) erinnerten mich noch leicht an The Dead Next Door. So erinnert z.B. das «Schauspiel» von Pierre Deveaux als Mad Scientist an jenes von Jeffrey Combs. Das sieht ein blinder, dass Combs als Vorbild genommen wurde. Als Massstab. Und natürlich wird dessen Qualität zu keinem Zeitpunkt erreicht. Allerdings ist es auch nicht fair und logisch, eine Amateur-Produktion mit einem Low-Budget Splatterfilm, der auch im Kino lief, zu vergleichen. Das macht wenig Sinn.

Ich sah mir von The Soultangler den Director's Cut an. Der ist kürzer. Es wurden dafür ca. 28 Minuten an Handlung/Dialogen entfernt. Der Film wirkte dadurch auch «zerhackt» und dennoch gab es hier und da Längen. Vielleicht wirkt der Film in der regulären Fassung runder, aber dann noch langweiliger und lahmer. Daher werde ich die Kinoversion vermutlich nie schauen. Das «Schauspiel» wirkte in der Tat laienhaft. Viel Overacting. Die Mädels waren etwas besser als unser «Doc».

Wo der Film hingegen punktet, sind die fantasievollen, sympathischen, charmanten und handgemachten Zombie- und Leichen-Make-Up Effekte und die Splatterszenen. Die Mehrheit davon kommt aber erst im letzten Viertel vor. Wer also nur auf Gore aus ist, darf trotzdem nicht zu viel erwarten und/oder sollte seine Erwartungen anpassen, dass es erst gegen Ende richtig effektiv wird. Einige Szenen die Halluzinationen der Figuren darstellen, sind überraschend stimmungsvoll geraten. In der imdb wird leider nicht geleistet, wer für die Effekte verantwortlich war. Vermutlich werde ich doch noch die Extras der Blu-Ray checken, um mehr in Erfahrung zu bringen.

Fazit: Der Film bleibt bis zu einer späteren 2. Sichtung erst Mal in der Sammlung…

Infos:

O: The Soultangler

USA 1987

R: Pat Bishow

D: Tom Ciorciari, Pierre Devaux, Jane Kinser, Louise Millmann

Laufzeit der US-Blu-Ray (Director's Cut): Ca. 62 Min.

Gesehen am: Okt. 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Bleeding Skull vor = Wendecover, Region-All-Disc, zwei Filmfassungen an Bord (reguläre Fassung und der kürzere Director's Cut*), gute Bild- und Tonqualität, keine Subs (Director's Cut Fassung), Unmengen an Extras (Audiokommentar, Q&A, Kurzfilme etc.). * = 28 Minuten kürzer als die reguläre Fassung. Nur Handlung und Dialoge wurden entfernt. Die Laufzeit von dazumal 90 Min. war vom Studio vertraglich vorgegeben, entsprach aber nicht wirklich dem Willen von Regisseur Pat Bishow. Im DC sind alle Gore-Szenen und Effekte zu sehen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2025).

Donnerstag, 24. Juli 2025

Nightmare Castle

Nightmare Castle

Story:

England 1870:

Ein Ehemann bringt seine Frau (Barbara Steele), die ihn betrog, und dessen Liebhaber, um. Danach heiratet er die Halbschwester (Barbara Steele) der Getöteten, da diese als Erbe eingetragen ist. Danach versucht er, sie in den Wahnsinn und auch in den Tod zu treiben…

Meine Meinung:

Nightmare Castle ist ein Mitte der 60er Jahre Gruselstreifen (mit Mad Scientist-Motiven) im stimmungsvollen Schwarzweiss gedreht. Regie führte Mario Caiano (Nosferatu in Venedig, Vrouwenkamp, Weapons of Death) und mit Barbara Steele (Revenge of the Blood Beast, Shivers, Piranha) war eine Euro-Cult-Legende an Bord. Und das noch in einer Doppelrolle. Leider hat mich der Film nicht überzeugt.

Der Film bietet inhaltlich nicht wirklich was Neues. Es gibt meiner Meinung nach keine Überraschungen. Zudem wirkt der Film auch etwas überladen. Der Film weiss nicht, was er sein möchte. Stimmungsvoller Grusel? Krimi (Ehefrau durch Paranoia in den Wahnsinn treiben)? Mad Scientist-Film? Folterfilm? Egal aus welchem Blickwinkel betrachtet, funktionierte Nightmare Castle für mich nicht. Da konnte leider auch ein grosser Name wie Barbara Steele nichts daran ändern.

Ich empfand den Film nämlich als sehr langweilig. Ich wurde nicht gefesselt, ich wurde müde, das Gezeigte hat mich nicht gefesselt, nicht interessiert und auch kaum unterhalten. Ich nahm den Inhalt als belanglos und steril wahr. Die wenigen Effekte (z.B. elektrischer Todesstoss) wirkten sehr billig und sehr veraltet. Nebst der Langeweile ist mein grösster Kritikpunkt das z.T. relativ hölzerne und laienhaft anmutendem Schauspiel sämtlicher Figuren. Das hat nicht überzeugt. Vielleicht lag es auch am unmotivierten Englischen Dub.

Fazit: Schwach. Ich hoffe, dass die Bonusfilme im Set (Castle of Blood und Terror Creatures From the Grave) besser sind, sonst wird das Ding gleich wieder entsorgt/verkauft…

Infos:

O: Amanti d'oltretomba

Italien 1965

R: Mario Caiano

D: Barbara Steele, Paul Muller, Helga Liné, Laurence Clift, Giuseppe Addobbati

Laufzeit der US-Blu: 104:34 Min.

Gesehen am: 30.04.25

Fassungen: Mir lag die Region-All-Disc-Blu-Ray aus den USA von Severin Films vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, nur Englischer Ton, keine Untertitel. Als Extras gibt es einen AK (u.a. von Barbara Steele) und Interviews mit Barbara Steele sowie Mario Caiano. Zudem sind folgende Bonusfilme im Set enthalten: Castle of Blood und Terror Creatures From the Grave als US-Versionen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2025).

Samstag, 5. Juli 2025

Rusted Body: Guts of a Virgin III

Rusted Body: Guts of a Virgin III

Story:

Zwei Männer und zwei Frauen foltern einen Mann. Sie wollen an Geld und an ein Code gelangen. Nachdem sie die Info haben entführen sie den Manger der Bank und dessen Ehefrau. Sie vermuten, dass sich der Manager an dem Geld bereichert hat…

Meine Meinung:

Der dritte Teil nach Guts of a Virgin und Guts of a Beauty ist der schlechteste Teil der Reihe. Der Film bietet keine Splatter-Effekte und keine Monster mehr. Schade. Denn genau das hat den Reiz der vorherigen Filme und ihren «Erfolg» ausgezeichnet. Rusted Body: Guts of a Virgin III lohnt sich nur, wenn der Zuschauer auf japanische Soft-Sex-Produktionen steht. Der Film, erneut von Kazuo 'Gaira' Komizu, ist ein Mix aus Soft-Sex, Komödie, Sci-Fi/Mad Scientist und Folterfilm.

Am meisten dominieren die humorvollen, nicht ernstzunehmenden Sequenzen gepaart mit den unendlich vielen Soft-Sex-Szenen. Auf der einen Seite hatte der Plot, da so unfassbar komisch und frei- oder unfreiwillig lustig, etwas. Auf der anderen Seite war das Gezeigte vor allem, auch wenn es hier und da Mal einen erotischen Moment gibt, den die Kamera einfängt, langweilig. Der Film, der nur 70 Minuten Laufzeit bietet, langweilt von Anfang an.

Auch die Folterungen zu Beginn (ein Zahn und ein Zehnagel werden blutig gezogen), vermögen nicht zu «unterhalten». Die Dialoge sind komisch. Die Soft-Sex-Szenen sind natürlich typisch «Japanisch» d.h. mit Fesseln, Bondage oder Tieren (Eimer voller Aale) «verfeinert». Und nein, es gibt keine echte Zoophilie in dem Film zu sehen. Was stark war, war die Kameraarbeit und die Ästhetik. Die Bilder sind optisch schön eingefangen. Die japanische Fogging-Zensur war somit zum grossen Teil nicht notwendig.

Fazit: Lohnt sich nur für Erotikfans japanischer «Erotikfilme». Wer einen Mix aus Soft-Sex, Splatter und Monster-Horror erwartet, dürfte hingegen enttäuscht werden…

Infos:

O: Gômon kifujin

Japan 1987

R: Kazuo 'Gaira' Komizu

D: Asano Keiko, Kiduki Saeko, Kiyokawa Ayu, Sakanishi Ryouta, Yoshihara Hirokazu

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 70 Min.

Gesehen am: 02.04.25

Fassungen: Mir lag die Gaira's Guts Trilogy aus England von 88 Films vor = alle drei Teile Uncut in einer Box, Japanischer O-Ton, englische Subs, exklusive Extras, Booklet, Wendecover. Zu Rusted Body: Guts of a Virgin III = hervorragende Bild- und Tonqualität, wenig Fogging-Zensur, im Vergleich zu den Vorgängern keine Extras. Wer Deutschen Ton (oder Untertitel) braucht, muss auf die Blu-Ray von Shock Entertainment ausweichen (Österreich).

Sonntag, 27. April 2025

Grafted

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Grafted

Story:

Die Austauschschülerin Wei (Joyena Sun) leidet an einer Hauterkrankung. Das belastet ihr Selbstwertgefühl und ihr Sozialleben an der Schule. Als ihr Vater, der an einem Heilmittel zu dieser Hautkrankheit arbeitete, stirbt, führt Wei dessen Arbeiten weiter. Mit unangenehmen Folgen…

Meine Meinung:

Grafted ist das Regiedebüt von Sasha Rainbow, welche zuvor Kurzfilme und Musikvideos realisiert hat. Sie nimmt sich in ihrem Erstlingswerk einem sozialkritischen Thema an. Ähnlich ging es der Überraschungsfilm und Oscar-Kandidat The Substance an. Welchen Einfluss hat Social Media auf junge Frauen? Die Frage um das Schönheitsideal. Der Film vereint dabei vor allem Body-Horror mit Mad Scientist sowie Coming of Age Inhalten.

Eine interessante Mischung. Sogar Elemente des John Woo Meisterwerks Im Körper des Feindes kommen vor. Zu einem grossen Teil. Das machte den Plot interessanter, da die Hauptfigur Wei dann gezwungen ist, sich als andere Figuren und deren Fähigkeiten auszugeben. Und Wei, eine Austauschstudentin aus China, der westlichen Kultur völlig fremd, hat zunächst Mühe damit. Das sorgt für Schmunzeln, schwarzen Humor aber auch Spannung. Und die Darsteller können wechselhaft agieren, was ich mochte.

Die mir unbekannten Darsteller haben ihre Sache im Grossen und Ganzen ordentlich gemacht. Was dem Film negativ anzusehen ist, ist zuweilen das Drehbuch, und wohin die Sache steuert. Teilweise wirkt das unlogisch und es gibt quasi Sprünge im Plot (als die Polizei am Ende sofort auf die fliehende Wei trifft, warum eigentlich?). Nach Logik sollte nicht gesucht werden (der immer bellende Hund = Gefahr für Wei, entdeckt zu werden, warum hat sie sich nie um den Hund gekümmert?). Auch die Effekte haben etwas unter dem kleinen Budget gelitten. Speziell die gesichtslosen Gesichter waren viel zu simpel als Effekt gestaltet worden. Dafür empfand ich das moralische und fiese Ende als sehr gelungen.

Fazit: Erreicht nicht die Qualität von anderen Coming of Age Filmen dieser Art (z.B. Raw), aber war für eine Sichtung absolut ok und solide.

Infos:

O: Grafted

Neuseeland 2024

R: Sasha Rainbow

D: Jess Hong, Jared Turner, Mark Mitchinson, Eden Hart

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut und in Englisch. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Freitag, 25. April 2025

Vampire Zombies... From Space!

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Vampire Zombies... From Space!

Story:

1957:

Dracula (Craig Gloster) verwandelt die Bewohner einer Kleinstadt in Vampir-Zombies. Mary (Jessica Antovski), dessen praktisch die ganze Familie zum Opfer gefallen ist, und Wayne (Oliver Georgiou), der seinen besten Kumpel verloren hat, wollen den Kampf gegen die Vampir-Zombies aufnehmen. Doch Chief Clarke (Andrew Bee) schenkt den beiden zunächst keinen Glauben. Ein tödlicher Fehler…

Meine Meinung:

Kaum zu glauben, dass mit Vampire Zombies... From Space! nach Commando Ninja 2: Invasion America bereits der 2. Film, der durch eine Kickstarter Aktion ins Leben gerufen wurde, am diesjährigen Brugggore Filmfestival zu sehen war. Das sieht man dem Film nicht an. Im Gegenteil. Bis auf 1-2 billigere und klar erkennbare digitale Effekte waren die Effekte ansonsten sehenswert und wirkten aufwändig. Dazu war der Film effektiver und blutiger als erwartet. Es handelt sich aber um eine amüsante Grusel-Komödie. Es gibt viel zu lachen.

Der kanadische Film, ganz in s/w gedreht, ist eine Hommage ans 50er Jahre Sci-Fi und drive-in-Kino aus Amerika. So werden hier nicht nur Zombies und Weltraumgeschichten (UFOs) in einem Film vereint und zusammengebracht, sondern auch noch Vampire. Dazu kommt eine charmante Stimmung, eine sympathische Kleinstadt-Stimmung, amüsante Figuren, tolle Jokes, One-Liner und Running Gags am Laufband. Das war der bisher schlicht unterhaltsamste und amüsanteste Film am diesjährigen Brugggore Filmfestival. Gut habe ich den thailändischen Zombiefilm für diesen hier ausgelassen. Das hat sich gelohnt.

Der Film wartet mit zwei bekannten Genre-Namen in Nebenrollen auf: Judith O’Dea (Night of the Living Dead), welche im Romero Original Barbara spielt und Troma-Boss Lloyd Kaufman als Exhibitionist. Er spielt den «Public Masturbator». Eine Rolle, die zu Troma und ihm passt. Der Film hat einige überraschend gute und saftige Splatterszenen, welche ich in der Hinsicht nicht erwartet hätte. Auch tolle Miniaturarbeiten, wenn am Ende mehrere UFOs die Kleinstadt in Beschuss nehmen. Die Vampire haben mir optisch mehr zugesagt als die Vampire. Die Hauptfiguren Mary und Wayne haben prächtig miteinander harmoniert.

Fazit: Super charmant und spassig!

Infos:

O: Vampire Zombies... From Space!

Kanada 2024

R: Michael Stasko

D: Lloyd Kaufman, Judith O'Dea, Michael C. Gwynne, Jessica Antovski, Oliver Georgiou, Andrew Bee

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 98 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut, in Englisch mit deutschen Subs. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Donnerstag, 24. Oktober 2024

Grudge of Women

Horroktober 2024

Grudge of Women

Story:

Dr. Yoshimura arbeitet im von Japan besetzten Korea als Arzt. Er führt Experimente durch. Gesichtstransplantationen. Die Testpersonen sind Frauen, die ohne ihre Einwilligung operiert werden. Viele bleiben entstellt und werden in Katakomben gefangen gehalten. Die Frauen werden für diesen Zweck entführt. Als eine Frau stirbt, such ihr Geist Rache…

Meine Meinung:

Lee Yu-seop, Regisseur von Filmen wie A Resented Woman (liegt mir noch ungesehen vor), The Story of Jang-hwa and Hong-ryeon und My Sister's Regrets, zeichnete sich auch für diesen seltenen südkoreanischen Gruselfilm aus dem Jahr 1981 aus. Der Film spielt zur Zeit der japanischen Besatzung in Korea. Obwohl das VHS-Artwork auf den ersten Blick wenig vielversprechend erscheint, hat mir der Film gut und besser als erwartet gefallen. Ich hatte zuerst bedenken, da mir My Sister's Regrets nicht sonderlich zusagte (wurde verkauft).

Grudge of Women erinnert inhaltlich an Filme wie Faceless (Gesichtstransplantationen mit nicht ganz freiwilligen Subjekten), Maniac (eine der Szenen im Finale) und wartet zusätzlich mit einem rächenden Geist auf. Dem Plot und Motiven zu folgen, ist nicht immer ganz einfach. Da kommt z.B. noch eine Krankenschwester vor oder ein junger Arzt, der anheuert, um bei Dr. Yoshimura arbeiten zu können. Es gibt aber auch Reviews zum Film, wo der Plot ausführlicher nachgelesen und studiert werden kann (oder in der koreanischen Filmdatenbank).

Der Film verzichtet auf Klamauk und ist stimmungsvoll in Szene gesetzt. Die Geister-Szenen und deren Rache sind innovativ und effektiv anzusehen. Es gibt sogar einige, wenn auch wenige und eher simple, Make-Up-Effekte zu sehen. Der fliegende Geist (oder in einer Szene fliegende Sarg) verbreiten viel Grusel-Atmosphäre und sind auch gut gefilmt. Die mir unbekannten Darsteller machen ihre Sache ordentlich. Seo Jeong-a sticht von den Namen aus der Masse hervor, was ihre Anzahl Rollen angehen. Sie war auch in anderen Gruselfilmen (Ghost Story, The Door to the Flesh) oder in Kung Fu-Filmen (Flying Dragon's Gate) zu sehen. Ungesehen liegen mir noch The Uninvited Guest of the Star Ferry mit Hwang Jang-Lee und Magnificent Fist mit Carter Wong vor, in denen sie mitspielt.

Fazit: Der Film hat nur wenig Längen, so dass ich Grudge of Women für Fans des klassischen, südkoreanischen Gruselfilmes nur empfehlen kann!

Infos:

O: Hannyeo

Südkorea 1981

R: Lee Yu-seop

D: Hie-won Mun, Jeong-ha Lim, Yu-ri Jo, Jeong-ah Seo, Seok Choi, Gab-seong Na

Laufzeit der koreanischen VHS: 82:20 Min.

Gesehen am: Okt. 2024

Fassungen: Mir lag das südkoreanische VHS von Sam Boo Production vor = k.A. ob 100% Uncut, O-Ton, kleine Subs, solide Bild- und Tonqualität, nur Vollbild statt 2,35:1. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Okt. 2024).

Sonntag, 20. Oktober 2024

The Taint


Horroktober 2024

The Taint

Story:

Durch vergiftetes Trinkwasser mutieren Männer zu Frauen hassenden Monstern und Triebtätern. Phil O'Ginny (Drew Bolduc) und Misandra (Colleen Walsh) versuchen zu überleben…

Meine Meinung:

Um Troma wurde es in den letzten Jahren still. 2011 haben sie zusammen mit einer anderen Produktionsfirma The Taint realisiert. Ich wurde indirekt durch einen Kollegen auf den Film aufmerksam, der mir die DVD aus einem Blu-Ray/DVD-Set schenkte. Ansonsten wäre ich auf den Film gar nie aufmerksam geworden. Der Film hat seine positiven Momente, aber alles in allem ist The Taint kein Film für meine Sammlung.

Dabei beginnt der Film voller Elan und Motivation seitens der Macher und den Effekte-Spezialisten. So gibt es bereits in den ersten 15 Minuten so viele Ekel-Szenen zu sehen, dass der Zuschauer sofort weiss, dass er sich in einem Troma-Film befindet. Zu diesen typischen Troma-Inhalten zählen nackte Tatsachen, Erbrochenes, Urin, Sperma, Stuhlgang, Splatter und verrückte Männer, die sich wie "Rednecks" aus einem Edward Lee Roman verhalten (z.B. The Bighead).

Nach einem starken Start flacht der Film, der nur ca. 70 Minuten läuft, jedoch ab. Der Plot ist hohl, der Film hat trotz seiner kurzen Laufzeit auch Längen und dass die einzige weibliche Hauptfigur am Ende nicht überlebt fand ich doof. So richtig Punkte gekostet hat aber das Ende selbst, was mir nicht gefallen hat. Die ewigen Flashbacks haben immer wieder Längen in den Plot gefressen und es gab mir viel zu viele Gummi-Schwänze.

Die handgemachten Effekte warne cool und einige Hommagen (an Freddy Krüger oder Leatherface) fand ich cool wie auch den Soundtrack im Retro-Stil. Als ich mir den Film anschaute, wusste ich im Übrigen noch nicht, ob es sich bei The Taint um einen richtigen Troma-Film oder einen aufgekauft und nur vertriebenen Titel à la The Stendhal Syndrome oder Rabid Grannies handelt. Den Film kann man gut einmal schauen, es gibt einige abgefahrene und aberwitzige Ideen.

Fazit:  Geschmackssache. Für mich persönlich nichts für die Sammlung, aber für einen langweiligen Abend unterhaltsam und spassig.

Infos:

O: The Taint

USA 2011

R: Dan Nelson, Drew Bolduc

D: Drew Bolduc, Colleen Walsh, Cody Crenshaw, Kenneth Hall, Gabriella Herzberg, Richard Spencer

Laufzeit der US-DVD: Ca. 70 Min.

Gesehen am: Okt. 2024

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Troma vor = Geschenk eines Kollegen, der das US-Set gekauft hat. In dieser sind eine Blu-Ray und eine DVD vom Film enthalten. Er schenkte mir die DVD. Der Film ist Uncut und hat eine sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt auch englische Subs. Die Blu-Ray wäre eine Region-All Disc. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2024).

Freitag, 27. September 2024

Alien: Romulus

 

Alien: Romulus

Story:

Eine Gruppe von jungen Arbeitern (Cailee Spaeny, David Jonsson, Archie Renaux, Aileen Wu, ) versuchen, aus der Kolonie zu fliehen. Auf einer verlassenen Weltraumstation suchen sie nach dem Glück ins Paradies. Doch finden sie dort nur Aliens und der Kampf auf Leben und Tod nimmt seinen Lauf…

Meine Meinung:

Nach dem Erfolg der Original-Alien (= Alien, Aliens, Alien 3, Alien - Die Wiedergeburt) und Predator (= Predator, Predator 2, Predators, Predator - Upgrade, Prey) Film-Reihen wurden neue Crossover- sowie Spin-offs-realisiert: zum einen Alien Vs. Predator 1 + 2 und dann noch eine neue Alien-Trilogie, die mit Prometheus begann und nun mit Alien: Romulus, dem dritten Teil und Nachfolger von Alien: Covenant, abgeschlossen wurde. Regie führte Evil Dead-Regisseur Fede Alvarez. Den 2. Teil dieser Reihe sah ich nie und was Prometheus angeht, blieb es beim Kinobesuch.

Auch bei Alien: Romulus wird es beim Kinobesuch bleiben. Ohne wirklich über den Film gelesen oder einen Trailer gesichtet zu haben (ich glaube, ich sah nur ganz am Anfang einen Teaser), ging es ins Kino. Was ich stark fand waren die Optik, Tonkulisse und die Effekte: einfach hervorragend und grandios, diese Momente in einem IMAX-Kino geniessen zu dürfen.  Da ist schlicht kein schlechtes CGI zu erkennen. Es scheint, dass einige handgemachte Effekte digital bearbeitet wurden, so dass einige wenige Alien-Momente dennoch nach CGI aussehen (wenn die Horden von Facehugger blitzschnell über den Boden krabbeln und durch die Lüfte springen), auch wenn practical effects verwendet wurden.

Inhaltlich ist der Film ein Mix aus der alten Alien-Reihe. Speziell Aliens (es geht mehr Richtung Action statt Horror) und Alien - Die Wiedergeburt (Die Missgeburt). Der Film ist mehr oder weniger unterhaltsam, aber leider weder wirklich spannend noch stimmungsvoll. Das ist schade. Die Missgeburt am Ende hat mir noch gefallen, hingegen war dessen Abgang schwach in Szene gesetzt. Schwach und leider missraten waren auch sämtliche Figuren. Das war ein Griff in die Tonne. Halt dem heutigen Zeitgeist geschuldet. Viel zu jung und divers. Cailee Spaeny, der Lead, war aber noch so ok und erträglich. Da waren einige der Co-Stars schlimmer. Ian Holm, von den Toten auferstanden, gibt auch ein Comeback. Auch diese Szenen sehen erstaunlich gut aus.

Fazit: Geschmackssache. Für eine Sichtung ok, aber nichts für meine Sammlung. Ich kann mich kaum noch an Prometheus erinnern. Ich würde aber meinen, dass mir dieser weniger gut als Alien: Romulus gefallen hat!

Infos:

O: Alien: Romulus

USA 2024

R: Fede Alvarez

D: Cailee Spaeny, David Jonsson, Archie Renaux, Isabela Merced, Spike Fearn, Aileen Wu

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 120 Min.

Gesehen am: 23.08.24

Fassungen: In Bern im IMAX-Kino gesehen = Uncut, Englisch mit deutschen und franz. Subs. Eine deutsche DVD, Blu-Ray oder UHD sind noch nicht angekündigt (Stand: Aug. 2024).

Samstag, 21. September 2024

Immaculate

Immaculate

Story:

Die gläubige Cecilia (Sydney Sweeney) zieht aus den USA nach Italien in einen Konvent. Dort wird sie Nonne. Doch dort erwartet sie nicht das, was sie zu finden hoffte…

Meine Meinung:

Immaculate guckte ich ohne grosses Vorwissen an. Der Film wäre auch am NIFFF gelaufen, aber immer nach Mitternacht (und glaube einmal noch als OpenAir = bin ich kein Fan von), so dass ich den dort verpasste. Ich wusste aber, dass Immaculate, deutlich später als in Deutschland, auch einen offiziellen Schweizer Kinostart bekommen würde. So sah ich mir den Film nun in Zürich an. Ich wusste nur um eines der Settings Bescheid: Kloster, Nonnen. Sonst wusste ich nichts. Ich kannte weder die Inhaltsangabe noch sah ich je einen Teaser oder einen Trailer.

Nach dem Kinobesuch, ich hatte noch einen Kinogutschein einzulösen, war ich positiv überrascht. Am Anfang war ich skeptisch. Vor allem der Star des Filmes, als die Nonne zu fliehen versucht, wurde, wenn ich ehrlich bin, optisch nicht sonderlich toll inszeniert. Die Optik in der Szene war zu steril, zu künstlich, zu sauber. Zum Glück waren das Ausnahmen. Danach wird der Film, was die Bilder und Arbeit, die die Kamera einfängt, besser. Mit besser meine ich, bessere Settings, stimmungsvolle Bilder, intelligent gefilmt.

Die Laufzeit ist kurz (zwischen 80-90 Min.). Der Plot ist am Anfang ruhig. Jedoch nehmen die «Horrorparts» kontinuierlich zu und vor allem vor und im Finale gibt es kaum Verschnaufpausen. Es gibt auch einige überraschende Härten zu sehen. Zwar lässt der Film am Ende offene Fragen zurück, aber das störte mich diesmal gar nicht. Der Mix aus Nonnen- und Mad Scientist-Film gefiel mir. Der mir unbekannte Cast hat mich auch überzeugt.

Besonders Sydney Sweeney (Once Upon a Time… in Hollywood, Under the Silver Lake) und Álvaro Morte waren sehr überzeugend. Dazu unerwartet schöne Musik (Bruno Nicolais Ripresa aus La dama rossa uccide sette volte). Die Tatsache, dass nicht nur Englisch, sondern auch viel Italienisch gesprochen wird, gibt dem Film auch ein europäisches Flair wie auch die tatsächlichen Drehorte vor Ort in Rom, Italien. Das war früher im US-Kino selten der Fall, da die Amerikaner ungern Untertitel lesen. Ich denke, das ist eine schöne Entwicklung, die auch Streaming-Anbietern à la Netflix und Co. zu verdanken ist.

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Immaculate

Italien, USA 2024

R: Michael Mohan

D: Sydney Sweeney, Álvaro Morte, Benedetta Porcaroli, Dora Romano, Giorgio Colangeli, Simona Tabasco, Giampiero Judica

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 89 Min.

Gesehen am: 22.07.24

Fassungen: In Zürich im Kino gesehen: überraschend* hohe Freigabe (18/18), O-Ton (Englisch/Ital. mit deutschen Subs), Uncut. Soll am 25.07.24 bereits von Capelight in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen. In Bern lief der Film praktisch nur in Deutsch, in Zürich täglich auch auf Englisch. * In der Schweiz kannte man jahrelang keine 18er Freigaben für das Kino. Früher war 16/16 die höchste Freigabe.