The Ones Who Grieve
Story:
Im 19. Jahrhundert vor dem 1. Weltkrieg:
Eine Krankheit namens «Black Veil» sorgt für Angst und Schrecken. Zélie (Zélie Rixhon) und ihre Mutter (Isabelle Anciaux) werden von ihrem streng religiösen Vater und Ehemann Jacob (Thierry Frémont) terrorisiert und schikaniert. Jacob wünscht sich noch einen Sohn und hat derweil alle Hände voll zu tun, um Infizierte zu beseitigen. Als ein Infizierter auf dem Dachboden der Scheune auftaucht sieht Zélie eine mögliche Chance gekommen, ihren Vater damit beseitigen zu lassen…
Meine Meinung:
Mit Quarxx kam ich auch an einem vergangenen NIFFF erstmals in Berührung, als ich mir All the Gods in the Sky ansah. Diesen fand ich dazumal sehr interessant. The Ones Who Grieve ist nun bereits der dritte Spielfilm von Quarxx, der am NIFFF zu sehen ist. Pandemonium habe ich letztes oder vorletztes Jahr verpasst und/oder ausgelassen. Quarxx ist für sein kontroverses und provokantes Kino bekannt, daher buchte ich The Ones Who Grieve.
Quarxx stellte den Film am NIFFF vor. Es geht um das Patriarchat, sagte er, und er sah sich danach den kompletten Film, wenn ich nicht irre, handelte es sich um die Weltpremiere, vor Ort an. Und er erwähnte «Zombies» und meinte damit wohl die Opfer der Seuche «Black Veil». The Ones Who Grieve ist erneut ein nicht uninteressanter, spezieller und auch provokanter Film. Jedoch konnte mich der Film weniger fesseln als All the Gods in the Sky. Quarxx arbeitet hier wieder mit Schauspielern aus seinen vergangenen Filmen zusammen.
The Ones Who Grieve wirkte fast zu überladen und übertrieben. Teilweise hatte ich auch fast mehr den Eindruck, eine Art Satire und Parodie zu sehen. Quarxx sprach vom Patriarchat und das wird in dem Film und deren Darstellung massiv auf die Spitze getrieben. Und das kam auch bei den Zuschauern des Filmes nicht gut an. Auf Letterboxd schrieb z.B. jemand: «Introduced as a film about patriarchy and there is no arguing that. It may be 100% critical of the monsters it portrays but factually this is just two hours of women suffering, pointless.».
Ich fragte mich, ob es Quarxx wirklich darum ging, dass Patriarchat kritisch darzustellen oder ob er mehr mit der Erwartungshaltung der Zuschauer zu dem Thema spielte. Denn Jacob ist wirklich ein sehr grosses Ekel, aber teilweise mutet der Film fast mehr wie eine schwarze Komödie an, als ein echtes Drama. Und wenn jemand wie Jacob so wie im Film dargestellt wird und von allen mehr und mehr gehasst wird, was sollte dann das Ende? Das dürfte so ziemlich alle Zuschauer vor den Kopf stossen. Wo bleibt die Gerechtigkeit? Das das nicht gefallen wird, kann ich verstehen. Der Applaus am Ende war sehr verhalten. Ich denke, viele waren aufgrund des Endes irritiert. Auf der anderen Seite gefiel mir das. Denn so lässt sich ein Regisseur nicht in eine Schublade stecken.
Der Film ist technisch gut gemacht, mehr oder weniger «unterhaltsam» (die Zeit geht beim Schauen vorbei) und als Zuschauer stellt man sich die Frage, wo der Film hinsteuert. Jedoch wirkt der Film mit seinen Themen auch überladen und einige Dinge hätten besser beleuchtet und/oder ggf. besser weggelassen werden sollen. Patriarchat, Kritik an Religion und Kirche, Seuche, Wissenschaft vs. Religion oder Mad-scientist Motive, Familiendrama, sucht es euch aus. Und was sollte die Szene, in der sich die Mutter einen riesigen Wurm (?) oder Parasiten (?) aus der Vagina oder dem Anus zieht? Schade, wurde darauf nicht mehr eingegangen…
Fazit: Quarxx dürfte mit seinem neusten Film erneut polarisieren = alles richtig gemacht!
Infos:
O: Les Âmes en peine
Frankreich 2026
R: Quarxx
D: Thierry Frémont, Zélie Rixhon, Isabelle Anciaux
Laufzeit der Kinofassung: Ca. 116 Min.
Gesehen am: NIFFF 2026
Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit
englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli
2026).

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