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Sonntag, 14. Dezember 2025

The Hero Review

The Hero

Story:

Gangster (Hsueh Han), die mit thailändischen Boxern (Shan Mao, Lung Fei, Tien Yeh) zusammenarbeiten, zerstören eine Kampfschule. Miss Fang Yun Ku (Lisa Chiao Chiao) und Co. können entkommen. Sie erhoffen sich Hilfe von Tiger Wong (Jimmy Wang Yu). Doch dieser gab seinem Vater das Versprechen, nicht mehr zu kämpfen. Dennoch mischt sich Tiger Wong ein und gerät somit zwischen die Fronten, was den Tod seiner Mutter (Chang Ping-Yu) zur Folge hat. Danach sinnt Tiger Wong auf blutige Rache…

Meine Meinung:

Aka The Destroyer. Bei The Hero, so der On-Screen Titel der Betamax aus Hong Kong, handelt es sich um einen sehenswerten Anfang der 70er Jahre Produktion aus Taiwan mit Jimmy Wang Yu (Kung Fu Mama, The Black Friday, The Iron Man) in der Hauptrolle. Regie führte Wang Hung-Chang (A Girl Called Tigress, The Wrongly Killed Girl, Master Killers). Der Film hat mir nach der zweiten Sichtung deutlich besser als früher gefallen. Es fühlte sich mehr an, als ob ich mir den Film das erste Mal ansehen würde. Ich wusste praktisch nichts mehr.  

Es handelt sich wie bei The Big Boss mit Bruce Lee oder Chinese Hercules mit Michael Chan Wai-Man um einen Film, in dem der Star und Titelheld des Filmes ein Versprechen gegeben hat, nicht zu kämpfen. Und das sind Inhalte, die ich weniger mag. In The Hero gibt es aber genug Action und harte Kämpfe von Dritten, so dass dies kaum negativ ins Gewicht fällt. Und im Finale gibt Wang Yu dann alles. Der Film rockt und das Finale am Strand hat sogar Zakato - Die Faust des Todes Vibes. Längen gibt es praktisch keine.

Die Musik gefällt und der Härtegrad ist sehr hoch. Auf Klamauk und Humor wird verzichtet, was dem blutigen Treiben gut zu stehen kommt. Hier und da gibt es aber einen Grad an Einfallsreichtum, der hier und da leicht unfreiwillig komisch anmuten könnte. Aber genau solche Momente von solchen Jimmy Wang Yu (Trash)Eastern aus Taiwan liebe ich. Seien es der Einbezug von diversen Gegenständen bei den Kämpfen oder wie Wang Yu im Finale einen der Gegner als Pflock kopfüber im Sand verlocht. Amüsante Szene wie auch das Aussehen der Thai. Kämpfer.

Der Film ist allgemein grausam, wie mit den Helden umgegangen wird. Nebst Wang Yus Filmmutter sterben auch alle anderen Helden (Lisa Chiao Chiao darf als Dummy von einer Klippe fallen). Diese Kompromisslosigkeit mochte ich. Auch Wang Yu muss, wie nicht anders zu erwarten, im Finale viel einstecken. Es wird allgemein blutig gekämpft und gestorben (Messer, Äxte, Blut spucken…). Das Overacting der Bösewichte mochte ich. Da bekanntesten Namen, die sichtlich Freude an ihren Rollen hatten, waren dabei Shan Mao (The Death Player) und Lung Fei (Eunuch of the Western Palace), die beide schon oft in einem Film mit Wang Yu vor der Kamera standen.

Fazit: Pflichtprogramm für Wang Yu Fans!

Infos:

O: Wei Zhen Si Fang

Taiwan 1971

R: Wang Hung-Chang

D: Hsueh Han, Shan Mao, Lung Fei, Tien Yeh, Lisa Chiao Chiao, Jimmy Wang Yu, Chang Ping-Yu

Laufzeit der Betamax aus Hong Kong: 90:58 Min.

Gesehen am: Jan. 2008 / Neusichtung am: 08.11.25

Fassungen: Für meine damalige Erstsichtung lag mir die deutsche DVD von X-Rated vor. Die wurde aus fünf verschiedenen Fassungen zusammengebastelt und dazumal als Uncut verkauft, ehe auf der holländischen Betamax zwei neue Szenen auftauchten, welche es nicht in die X-Rated Fassung geschafft hatten. Maritim P. / Intergroove brachten mit ihrer danach veröffentlichten «Wang Yu Superstar Box» Abhilfe und verkauften nun die weltweit längste Fassung des Filmes. Die X-Rated Fassung (als Wang Yu - Der Rächer mit der Todespranke) ist meiner Meinung nach dennoch gut schaubar. Vor allem in Widescreen. Die deutsche Synchronisation ist gut, wenn auch nicht überragend. Es dürften mind. zwei Gewaltszenen fehlen und ggf. Handlung. Warum Handlung? Auf meiner Betamax aus Hong Kong (Mandarin mit englischen und chinesischen Subs) sind zu meiner Überraschung nicht nur alle Gewaltszenen der X-Rated und auch jene der dort fehlenden Gewaltszenen (in einer besseren Bildqualität) vorhanden, sondern gibt es auch noch einen erweiterten Handlungsblock, der auf der X-Rated DVD und auch in den Englischen Fassungen fehlt (zumindest auf meiner US-DVD = Rage of the Masters). Letztere ist übrigens stärker zensiert als die X-Rated DVD. Die Szene dürfte daher auch auf der Maritim P. / Intergroove DVD fehlen, was aber noch nicht bestätigt ist. Spannend ist, dass es mehrere Versionen in Mandarin zu geben scheint. Das Betamax aus Holland (auch eine Mandarin Fassung) ist stark zensiert während die HK Betamax nach einer Fully Uncut Fassung aussieht. Hier die Laufzeiten:

Deutsche Uncut DVD (PAL): 86:28 Min.

Deutsche X-Rated DVD (Pal): 86:20 Min.

Holländische Betamax in Mandarin (PAL): 63:43 Min.

Hong Kong Betamax in Mandarin (PAL): 90:58 Min.


Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Nov. 2025). Die HK Betamax stammt von Ocean Shores. 

Freitag, 17. Januar 2025

Virgin Witch

Virgin Witch

Story:

Zwei Schwestern (Ann Michelle, Vicki Michelle) versuchen sich in London als Fotomodelle und landen in einer abgelegenen Villa, um dort ihre Karriere zu lancieren. Dumm nur, dass die Gastgeberin (Patricia Haines) anderes im Sinn hat…

Meine Meinung:

Virgin Witch sah ich bisher nur einmal und das war im Januar 2013 gewesen. Dazumal als US-Blu-Ray. Diese deutsche Blu-Ray bekam ich geschenkt, so dass ich die US-Blu-Ray entsorgt habe. Bei dieser störten mich auch die fehlenden englischen Untertitel zum O-Ton. Leider ist auch die deutsche Blu-Ray in der Hinsicht nicht 100% optimal, mehr dazu unter Fassungen. Es handelt sich bei Virgin Witch um einen Anfang der 70er Jahre Produktion aus England.

Regie führte der mir unbekannte Ray Austin. Die Hauptfiguren werden von Schwestern gespielt. Ann Michelle und Vicki Michelle. Gemäss meinem alten Review würde ich sagen, dass mir der Film nach der 2. Sichtung besser gefallen hat. Vielleicht hatte ich dazumal falsche, übertriebene Vorstellungen. Habe ich damals Splatter und Effekte erwartet? Ich weiss es nicht mehr. Möglich. Doch so was gibt es in Virgin Witch nicht zu entdecken. Ich mochte die 70er Jahre Stimmung. Die Freizügigkeit. Und die Musik. Der Film und viele seiner Szenen wirkten hypnotisch.

Der Film und seine Atmosphäre haben etwas von einem Jean Rollin Film. Der französische Regisseur ist bekannt für seine wortkargen, stimmungsvollen Filme, die kaum Plot beinhalten und mehr einem Rausch ähneln, als einem «echten Spielfilm». So auch hier. Der Plot ist dünn, sehr dünn sogar. Als Zuschauer sollte man einfach die Bilder geniessen (inklusive vieler Nacktszenen, vor allem jene der beiden Schwestern) und sich «fallen lassen». Der Zuschauer tut gut daran, nicht viel Verlauf im Plot zu erwarten oder zu hinterfragen, warum die Figuren handeln, wie sie handeln. Von der Stimmung her waren nebst erotischen Szenen vor allem die Hexen-Rituale sehr stimmig und atmosphärisch.

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Virgin Witch

Grossbritannien 1972

R: Ray Austin

D: Ann Michelle, Vicki Michelle, Keith Buckley, Patricia Haines, James Chase, Paula Wright

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 88:34 Min.

Gesehen am: Juni 2013 / Neusichtung am: 24.11.24

Fassungen: Früher sah ich den Film als US-Blu-Ray. An dieser störte mich die Tatsache der fehlenden englischen Untertitel. Inzwischen bekam ich die deutsche Blu-Ray, welche es zu dem Zeitpunkt (Juni 2013) noch nicht gab, geschenkt und habe damit die US-Blu-Ray ersetzt. Die Blu-Ray ist in Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Die Vertonung (des O-Tones) fand ich allerdings schlecht und englische Subs gibt es auch nicht (Deutsche Subs). Die Dialoge waren sehr leise abgemischt, fand ich. Es handelt sich um ein Mediabook mit DVD, Blu-Ray und Booklet. Label: X-Rated. Deutsche Erstveröffentlichung.

Sonntag, 14. Januar 2024

The Last Hunter

The Last Hunter

Story:

Captain Henry Morris (David Warbeck) begibt sich zusammen mit anderen Soldaten (u.a. Tony King, Bobby Rhodes) und einer Reporterin (Tisa Farrow) auf eine gefährliche Mission im Dschungel…

Meine Meinung:

The Last Hunter sah ich ewig nicht. Ich sah den Film zum ersten Mal im Jahr 2007 im April. Ob ich den Film seither überhaupt nochmal sah, wage ich sogar zu bezweifeln. Ausser der Tatsache, dass David Warbeck (Panic) eine der Hauptrollen spielt und der Vietnam-Krieg als Setting dient, wusste ich nichts mehr. Regie führte Antonio Margheriti (Höllenhunde bellen zum Gebet, Seven Deaths in the Cats Eye), der mit Asphalt-Kannibalen bereits in ähnliche Gefiele abdriftete.

Der Film wurde aufgrund des Ablebens und aus Respekt an Schauspielerin Tisa Farrow geschaut, die am 10. Januar dieses Jahres verstarb, und welche ich zunächst mit Cannibal Ferox Star Zora Kerova verwechselt habe. Wie Tisa Farrow, die später als Krankenschwester arbeitete und sich in den 80er aus dem Filmgeschäft zurückzog, in den Italo-Film rutschte, ist mir nicht bekannt. Ich kenne nur drei Produktionen, in welchen sie mitwirkte.

Zwei dieser Filme sind bekannt und legendär: Es handelt sich um Zombi 2 von Lucio Fulci und um Man-Eater. Beides Klassiker, die auf meinem Blog schon besprochen wurden - also fiel die Wahl der Neusichtung und des Respektzollens an Tisa Farrow auf den Vietnam-Actioner The Last Hunter, in Deutschland besser bekannt als Jäger der Apokalypse. Also guckte ich mir den Film abends nach einem leckeren Restaurant-Besuch noch an.

Ich mochte den Film und fand diesen besser und blutiger, als ich den in Erinnerung hatte. Nur mit der Fassung selbst war ich nicht mehr zufrieden. Die Bildqualität ist nur durchschnittlich, was sich auch in einigen Action- und Effekte-Szenen negativ auswirkt. Zu unscharfe und zu dunkle Bildqualität. Der Englische Dub überzeugte mich nicht. Zwar soll dies der «O-Ton» sein, aber bei einigen Nebenfiguren hört sich das Englisch nicht nach Original an. Die deutsche Synchro, nachdem ich in den deutschen Trailer guckte, macht einen ordentlichen Eindruck und dürfte den Film zusätzlich positiv aufwerten. Der Englische Dub war eine Mischung aus ok und billig/künstlich.

Abgesehen davon gefiel mir der Film: Echte Hubschrauber, echte Explosionen, ein hohes Tempo, wenig Füllszenen und blutige Splatter-Make-Up-Effekte runden den Film ab. David Warbeck sehe ich so oder so gerne im Italo-Kino und Tisa Farrow spielt ihre Rolle auch ordentlich. Beides sind die Hauptfiguren. An der Stelle sei noch John Steiner in einer ulkigen Nebenrolle erwähnt, der sich an Erbrochenem ärgert oder seine Soldaten ins Kreuzfeuer schickt, um (nach einem erfolglosen Rape-Versuch) eine Kokosnuss zu holen. Für die sehenswerten Splatter-Effekte zeichnete sich Apolonio Abadeza verantwortlich, der vor allem im philippinischen Kino zu Hause war. Seine wohl bekannteste Arbeit (nebst The Last Hunter) dürfte wohl Zuma, eine Comic-Verfilmung, sein.

Fazit: Für Euro-Cult Fans zu empfehlen

Infos:

O: L'Ultimo Cacciatore

Italien 1980

R: Antonio Margheriti

D: David Warbeck, Tisa Farrow, Tony King, Bobby Rhodes, John Steiner

Laufzeit der US-DVD: 96:07 Min.

Gesehen am: April 2007 / Neusichtung am: 12.01.24 / Neusichtung als deutsche Blu-Ray: 24.03.24

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dark Sky Films vor = US-Fassung (glaube die unterscheidet sich minim von der Ital. Fassung), Uncut in Sachen Gore, Englischer Ton, exklusive Extras, englische Subs. Die US-Blu-Ray von Code Red hat eine hervorragende Bildqualität. Um Welten besser, schärfer und heller als meine US-DVD. Die neue UK-Blu gilt es zu vernachlässigen, da extrem stark abgedunkelte Bildqualität.  Welchem Master die deutsche X-Rated Blu-Ray entspricht, konnte ich noch nicht klären. Die deutsche Synchro hört sich anhand des deutschen Trailers aber vielversprechend an d.h. der Film wird dadurch aufgewertet. Mein Plan: die US-DVD entsorgen/verkaufen und die US-Blu-Ray von Code Red oder die X-Rated Blu-Ray kaufen (falls das Master der Code Red Disc entspricht = schön hell). Nachtrag 24.03.24: Für eine weitere Sichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von X-Rated vor = Uncut, Deutsch/Ital. mit Subs, hervorragende und vor allem sehr helle Bildqualität. Einige der Effekte kommen erst jetzt in ihrer vollen Klasse zur Geltung. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls hervorragend. So ist es angenehmer, den Film zu schauen. 

Mittwoch, 5. April 2023

Blutige Seide Review


Blutige Seide

Story:

 

Nachdem Model Isabella (Francesca Ungaro) umgebracht wird, beginnt Inspektor Silvestri (Thomas Reiner) zu ermitteln. Obwohl diverse Verdächtige (u.a. Cameron Mitchell) gefunden werden, geht die Mordserie weiter…

 

Meine Meinung:

 

Blutige Seide aka Blood and Black Lace ist ein früher Giallo von Mario Bava (Caltiki – The Immortal Monster, Kill Baby Kill) aus dem Jahr 1964. Mario ist der Vater von Lamberto (Dämonen, Dämonen 2, Macabro). Mario Bava wird als Ur-Regisseur des Ital. Giallo-Filmes angesehen, dessen Einflüsse auch in späteren Arbeiten von Dario Argento und Co. zu sehen sind. Blutige Seide ist für Fans des Genres sehenswert.

 

Blutige Seide ist zwar für heutige Verhältnisse relativ harmlos, aber ich mochte den Film. Als 2. Sichtung lag mir nun erstmals die deutsch synchronisierte Fassung vor. Die Synchronisation ist gelungen und der Film ist in Deutsch der Englischen oder Ital. Sprachfassung vorzuziehen. Das Setting (Modehaus) erinnert leicht an spätere Filme wie Suspiria. Der Plot ist an sich nichts Spezielles: Motiv, Mördersuche, Polizei ermittelt, diverse Opfer, diverse Verdächtige.

 

Der Plot ist, wie oft in dem Genre, nur Mittel zum Zweck. Der Film legt jedoch nicht wert auf sadistische Morde, sondern unterhält durch glaubhafte Schauspieler, schöne Settings und aber vor allem durch seine Optik. Dem Spiel mit Farben, Licht und Schatten. Dafür war Bava berühmt berüchtigt. Das sind seine Stärken und diese spielt er in Blutige Seide voll aus. Da würde ggf. ein Blu-Ray Upgrade Sinn machen.

 

Gore darf kaum erwartet werden. Dennoch hat der Film vereinzelt einige fiese Szenen zu bieten. Der maskierte Killer und die Auflösung waren seiner Zeit voraus und sah man später immer wieder im Giallo-Kino. Akteure wie Cameron Mitchell (From a Whisper to a Scream), Franco Ressel (Seven Deaths in the Cat’s Eye, Have a Good Funeral, My Friend… Sartana Will Pay) oder Luciano Pigozzi (Zombi 3) machen ihren Job ordentlich. Was mir nebst der Optik am besten gefiel war die Musik (von Carlo Rustichelli). Toll!

 

Fazit: Giallo Fans greifen zu!

 

Infos:

 

O: Sei donne per l'assassino

 

Italien 1964

 

R: Mario Bava

 

D: Cameron Mitchell, Eva Bartok, Thomas Reiner, Ariana Gorini, Dante DiPaolo, Mary Arden, Franco Ressel

 

Laufzeit der deutschen DVD: 85:23 Min.

 

Neusichtung am: 24.03.23

 

Fassungen: Für die 2. Sichtung lag mir neu die deutsche DVD von '84 Entertainment vor = gute Bild- und Tonqualität, sehr gute deutsche Synchronisation, Uncut. Ital. & Englischer Ton mit deutschen Subs liegen auch vor. Wer eine Blu-Ray Ausgabe möchte, muss zur X-Rated (Deutschland) oder Arrow Video (England) greifen! Nachtrag 13.08.23: Für eine weitere Sichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von X-Rated vor = Deutscher Ton, Uncut, Mediabook (Booklet, DVD, Blu-Ray), hervorragende Bild- und Tonqualität. Den Film in der bestmöglichen Bildqualität zu sichten, war ein Genuss und es wert, die deutsche DVD zu verkaufen/entsorgen. 

Sonntag, 27. März 2022

Nonnen bis aufs Blut gequält Review

Nonnen bis aufs Blut gequält

Story:

 

Im Jahr 1300: Flavia (Florinda Bolkan) wird von ihrem strengen Vater gegen ihren Willen ins Kloster geschickt. Flavia entwickelt sich zu einer traumatisierten jungen Frau und Kämpferin, die für das weibliche Geschlecht einstehen und den dominanten Mann (inklusive ihres Vaters) zu Fall bringen will. Dafür kommt ihr die Invasion von Muslimen gerade recht. Sie schliesst sich diesen an, um sich an ihrem Vater rächen zu können. Doch es läuft nicht wie geplant…

 

Meine Meinung:

 

Der Film erweckt zwar aufgrund einzelner Szenen und den diversen Titeln, die er trägt (Nonnen bis aufs Blut gequält, Flavia - Leidensweg einer Nonne, Castigata, die Gezüchtigte), den Eindruck, ein «Frauenfolter» bzw. Nunsploitation-Film zu sein, dem ist aber bei Leibe nicht so. Nonnen bis aufs Blut gequält, welcher sogar auf einer richtigen Geschichte basiert (siehe Text-Einblendungen am Ende), ist mehr ein sozialkritisches Drama im klassischen Setting um den Kampf der Frau gegen den starken Mann.

 

Dazu kommen reale Konflikte wie der Kampf der Religionen (ja auch heute noch immer ein Thema) oder die Unterdrückung durch Religionen und den Missbrauch dieser (und/oder durch Herrscher – Vergleich: Caligula – einzelne Szenen im Finale hätten genau so gut aus Caligula stammen können).  Das Ganze ist wunderschön gefilmt und kommt mit einer superben Musik daher. Der Film ist phasenweise auch ruhig, auch wenn es hier und da einzelne derbere oder provokante Szenen (mit dem Tierkadaver oder die Kastration des Pferdes) zu sehen gibt. Damit wird aber mehrheitlich bis zum Finale zu gewartet.

 

Nebst Musik haben auch die Settings und Effekte gefallen. Es gibt einige traumähnliche, surrealistische und schon fast psychedelische Szenen. Besonders die länger andauernde Szene vor dem Finale ist eines der optischen Highlights des Filmes. Der Cast ist sehr gut, auch wenn mir nur Florinda Bolkan bekannt ist. Regie führt Gianfranco Mingozzi (Die Mafia Story), der abgesehen davon nicht wirklich viel Interessantes gedreht hat.

 

Das gilt jedoch nicht für Florinda Bolkan. Sie war in den Jahren in vielen Genre-Produktionen tätig. Sie macht als Flavia einen hervorragenden Job: intensiv, mutig, wechselhaft, einfach toll! Florinda Bolkan sah man ausserdem in Filmen wie Die Klette, Don't Torture a Duckling, A Man to Respect oder La settima donna. Unverkennbares Gesicht und Schauspiel.

 

Für Fans von Ital. Filmen (Exploitation, Drama, Historienfilm) zu empfehlen, spezifisch in der Deutsch synchronisierten Fassung (wertet den Film nochmals auf!). 

 

Infos:

 

O: Flavia, la monaca musulmana

 

Italien, Frankreich 1974

 

R: Gianfranco Mingozzi

 

D: Florinda Bolkan, Maria Casarès, Claudio Cassinelli, Anthony Higgins, Spiros Focás, Diego Michelotti

 

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 101:23 Min.

 

Neusichtung am: 01.02.22

 

Fassungen: Für eine Neusichtung lag mir erstmals eine deutsche Fassung vor. Die Blu-Ray von X-Rated = Uncut, Deutsch/Englisch wobei der grandiose deutsche Dub zu bevorzugen ist. Einige Passagen haben nur deutsche Subs, wo früher zensiert. Die Bildqualität ist hervorragend.

Samstag, 11. Juli 2020

Death Smiles on a Murderer Review


Death Smiles on a Murderer

Story:

Eine unbekannte Frau (Ewa Aulin) wird bei einem Kutschenunfall verletzt vorgefunden. Dr. Sturges (Klaus Kinski) bringt die Frau, die Greta heisst, ins Anwesen von Eva und Walter von Ravensbrück (Angela Bo, Sergio Doria). Dort erholt sie sich. Und bald darauf verdreht sie dem Ehepaar Walter den Kopf, mit tödlichen Folgen…

Meine Meinung:

Death Smiles on a Murderer, in Deutschland bekannt als Die Mörderbestien, habe ich seit Jugendjahren nicht mehr gesehen. Der Film des späteren Pornofilmers Joe D’Amato (Buio Omega, Emanuelle and the Last Cannibals, Antropophagus) ist ein Mix aus Erotik, Giallo- und Horrorfilm, dessen Erzählung und einzelnen Szenen mich an Filme wie Two Evil Eyes und Sergio Martinos Your Vice Is a Locked Room and Only I Have the Key erinnerten.

Die Handlung ist wirr, verworren und nach Logik sollte man nicht suchen. Man sollte versuchen, den Film als leicht surrealistisches Werk, in dem alles möglich scheint, auf sich wirken zu lassen. Am Ende bleiben auch Fragen offen. Die Musik und Optik hingegen haben mir sehr gut gefallen. Joe D’Amato gelang es, für den Film ein bekanntes Gesicht zu gewinnen: Weltstar Klaus Kinski (Jack the Ripper, Creature, Leichen pflastern seinen Weg).

Er spielt jedoch nur eine kleine Nebenrolle. Als Hauptrolle konnte man die wunderschöne Schwedin Ewa Aulin gewinnen, welche mich zuletzt in der Ital.-Franz.-Co-Produktion Death Laid an Egg überzeugte – sie hier zu sehen, war toll, zumal Joe D’Amato immer ein gutes Händchen beweist, wenn es darum geht, knisternde Erotik stimmungsvoll in Szene zu setzen. Und sie mittendrin. Jede Szene ein Genuss.

Die erste Filmhälfte, sehr stimmungsvoll, ruhig, mysteriös und mit mehr Erotik ausgestattet, sagte mir mehr zu als die zweite Filmhälfte, in der es mehr Action, Horror und blutige Effekte zu sehen gab. Ewa Aulin gerät nämlich etwas in den Hintergrund und mit der Erotik ist es aus in der zweiten Filmhälfte – dafür gefiel dann wieder das Ende des Filmes.

Fazit: Für Fans von Euro-Cult Filmen aus Italien und Joe D’Amato zu empfehlen!

Fazit:

Infos:

O: La Morte ha sorriso all' Assassino

Italien 1973

R: Joe D’Amato

D: Klaus Kinski, Ewa Aulin, Angela Bo, Sergio Doria, Attilio Dottesio

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 89 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 06.04.20

Fassungen: Mir lag die alte deutsche DVD von X-Rated und die neue UK-Ausgabe (als Blu-Ray) von Arrow Video vor = die ultimative Fassung zum Film. Bild- und Tonqualität sind hervorragend, es gibt Englischen oder Ital. Ton, englische Subs, ein informatives Booklet und informatives und exklusives Bonusmaterial (z.B. ein ca. 40minütiges Interview mit Ewa Aulin).

Donnerstag, 11. April 2019

Die Rache bin ich Review

Die Rache bin ich

Story:

Zu der Zeit, in welcher die Faschisten in Italien im Aufschwung waren:

Der als harte Hund bekannte Cesare Mori (Giuliano Gemma) wird als neuer Präfekt nach Sizilien geschickt. Dort soll er den Kampf gegen die Mafia aufnehmen…

Meine Meinung:

Für mich hat X-Rated damit eine unbekannte Perle veröffentlicht. Ein echter Geheimtipp, ein echtes Highlight, ein filmisches Meisterwerk, ein echter Kracher den man als Fan von Italo Filmen aus dieser Zeit unbedingt gesehen haben solle.

Der Film beruht auf wahren, geschichtlichen Ereignissen, so dass der Film fast als Biografie angesehen werden kann. Man muss die Hintergründe nicht kennen. Das Sehvergnügen wird dadurch nicht beeinträchtig. Im Booklet hat X-Rated als Bonus viele spannende Hintergrundinfos zu der Story und zur Figur Cesare Mori zusammengetragen, die man jedoch erst nach dem Sehen des Filmes lesen sollte.

Ich fand die Story spannend und authentisch. Der Film bietet eine dichte, fesselnde Stimmung und Giuliano Gemma (Blutiges Blei), den ich vor allem aus dem Italo Western Genre kenne, vollbringt vielleicht die beste und intensivste Leistung seiner Karriere. Ganz stark mit welcher Leidenschaft und Passion er Cesare Mori verkörpert. Bravo! Der Film ist zu keiner Sekunde langweilig und auch die anderen Figuren sind alle unglaublich gut dargestellt und gespielt.

Dazu kommt ein feiner Soundtrack vom Meister persönlich (Ennio Morricone). Der Film hat mich inhaltlich sehr an die geniale Serie Allein gegen die Mafia erinnert. Auch dort reist ein Beamter an einen neuen Ort, um es mit der Mafia aufzunehmen. Also: wer Allein gegen die Mafia mochte, sollte sich Die Rache bin ich nicht entgehen lassen!

Fazit: Jedem Italo-Film Fan uneingeschränkt zu empfehlen!

Infos:

O: Il Prefetto di ferro

Italien 1977

R: Pasquale Squitieri

D: Giuliano Gemma, Claudia Cardinale, Stefano Satta Flores, Massimo Mollica

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 117:48 Min.

Gesehen am: 20.02.19

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von X-Rated vor = Uncut, Deutsch/Ital. mit deutschen Subs (die deutsche Sprachfassung ist absolut genial), DVD auch dabei (ist ein Mediabook), Booklet (sogar mit richtig informativem Inhalt) und die Bildqualität ist absolute Spitzenklasse.

Freitag, 15. Februar 2019

Die Todeskarawane der Shaolin Review

Die Todeskarawane der Shaolin

Story:

Eine Karawane wird überfallen. Ein Leichenberg bleibt zurück. Guan Dong-Shan (Jimmy Wang Yu), der in dieser Szene abwesend war, schwört Rache an den Tätern...

Meine Meinung:

Die Todeskarawane der Shaolin aka The Adventure aka The Iron Fist Adventures ist ein sehr solider und unterhaltsamer Anfang 70er Jahre Low-Budget Eastern mit dem ehemaligen Shaw Brothers Star Jimmy Wang Yu in der Hauptrolle bevor dieser kurze Zeit später bei Golden Harvest anheuerte.

Zu dieser Zeit hat Jimmy Wang Yu (Wu Xia, The One-Armed Swordsman, My Son) in einigen potenziell interessanten Taiwan-Streifen mitgewirkt: The Professional Killer (liegt noch ungesehen rum), The Brave and the Evil, The Sword, The Last Duel (liegt noch ungesehen rum) und in vielen weiteren Filmen. Im Vergleich zu einigen Anfang 70er Jahre Filme (z.B. Showdown oder The Fast Fists) hat mir Die Todeskarawane der Shaolin im direkten Vergleich besser gefallen.

Der Film hat eine simple Story. Diese gefällt. Es gibt zwar nicht so viele Action und wenn, dann auch nicht immer Martial Arts (es gibt viele blutige Shoot-Outs im Film) und obligatorische Längen und Bösewichte (diesmal sind nicht Japanern, sondern Mongolen die Bösewichte), doch das tut dem Spass keinen Abbruch.

Nebst exotischem Flair (nämlich die Shoot-Outs in diesem klassischen Setting) haben mir vor allem die Messer Actionszenen gut gefallen. Da gibt es insgesamt drei Kampfszenen – Wang Yu, der mehrere Gegner ausschaltet (kurz), ein langes, packendes 1:1 Duell und das lange, harte und noch packendere Finale. Vor allem das Finale und das 1:1 Duell blieben mir in Erinnerung, obwohl die letzte Sichtung etwas mehr als zehn Jahre her ist.

Dazu kommt Western-Feeling auf und schöne Landschaften. Die Actionszenen sind auch gut gefilmt. Wang Yu wirkt zwar sehr selbstverliebt dargestellt, aber wenn solche Rollen so auf ihn zugeschnitten werden, dann empfinde ich das immer als positiv. Er ist der grosse, aufopfernde Held, der auch hier ein Handicap wiederfährt. Zwar verliert er hier im Gegensatz zu anderen Filmen keinen Arm*, dafür erblindet er. Das heisst das Finale bestreitet Wang Yu ohne zu sehen und er muss viel leiden und einstecken – so wie man das auch von anderen Wang Yu Filmen kennt. Sehenswert und packend!

Fazit: Allen Jimmy Wang Yu Fans und solchen, die es noch werden wollen, zu empfehlen! 

PS: Es kommen keine Shaolin im Film vor - halt deutsche Titelschmiede

* Wang Yu verlor seinen Arm in: The One-Armed Swordsman (der Film, der ihn zum Star machte), Return of the One-Armed Swordsman (Fortsetzung zum Shaw Brothers Klassiker), Zatoichi and the One-Armed Swordsman (Verbindung mit japanischer Filmreihe um blinden Samurai), One-Armed Boxer (Golden Harvest Klassiker, in dem Jimmy Wang Yu auch gleich Regie führte), One Armed Swordsman Against Nine Killers (hier verliert er sogar beide Arme – Trash-Klassiker, der hoffentlich bald von FilmArt kommen wird), The One-Armed Swordsmen (Low-Budget Taiwan Film mit Jimmy Wang Yu und David Chiang als einarmige Kämpfer), One-armed Boxer vs. the Flying Guillotine (Trash-Highlight, bekannt in D als Duell der Giganten) oder One Arm Chivalry Fights Against One Arm Chivalry (Jimmy Wang Yu spielt einen von drei einarmigen Kämpfern).

Infos:

O: Du Hang Da Biao Ke

Taiwan 1972

R: Lee Siu

D: Jimmy Wang Yu

Laufzeit der deutschen DVD: 86:43 Min.

Gesehen am: Sept. 2007 / Review überarbeitet: Mitte Dez. 2018

Fassungen: Mir lag zuerst die deutsche DVD von X-Rated vor. Diese ist Uncut und als Master lag eine Kopie der 35mm Kinorolle vor. Diese hat sicherlich das beste Bild. Leider ist die deutsche Synchronisation nur mittelprächtig gelungen und O-Ton ist nicht an Bord. Daher kaufte ich mir 2018 eine Bootleg FLK DVD – diese hat O-Ton und englische Subs. Ich habe den Film aber in dieser Fassung nie angesehen, nur durchgezappt. Die Bildqualität ist schlechter als bei der deutschen DVD, obwohl scheinbar deren Master gebraucht wurde (Deutscher Titelvorspann). Der O-Ton hört sich komisch an. Da merkt man, dass keine Profis am Werk waren. Im gleichen Jahr kaufte ich mir die VHS aus Südkorea (und auch deshalb guckte ich mir die FLK DVD gar nicht an) von Sam Boo = O-Ton, Uncut, nur koreanische Subs. Bildqualität okay bis zu dunkel. Legale O-Ton Fassungen mit englischen Subs sind mir nicht bekannt. (Stand: Dez. 2018). Wichtig war mir eine O-Ton Fassung, daher Neukauf als südkoreanische VHS.

Dienstag, 3. Juli 2018

Sabine S. - Durch Liebe weg vom Stoff Review

Sabine S. - Durch Liebe weg vom Stoff

Story:

Die drogenabhängige Yasmine verlässt ihren untreuen Ehemann und vernichtet zuvor den Drogenbestand. Sie lernt einen neuen Mann kennen und lieben: er will ihr helfen, ein neues Leben zu beginnen. Doch ihr Ex-Mann und eine Drogengang sind hinter ihr her…

Meine Meinung:

Dieser französische Soft-Sex Streifen war als Bonus auf einer Blu-Ray dabei (siehe Durch die Hölle) – daher noch geschaut bevor ich das Set entsorgte. Besser gesagt gespult statt geschaut! Der Film hat mir absolut nicht gefallen. Es sind zwei Fassungen dabei: die Kinofassung und eine längere Hardcore Fassung, welche sich überhaupt nicht lohnt, gesichtet zu werden (deplatzierte, unerotische HC-Szenen, die dem Film und Story gar nichts bringen).

Leider lohnt sich auch die Soft-Sex Kinofassung nicht: zwar ist man dort von minutenlangem HC-Sex befreit, dafür bekommt man trotzdem Längen, Längen, Längen serviert = unerotische und zu lange Soft-Sex Szenen, billigste Klischee-Story, unfreiwillige Komik, untalentierte Schauspieler, keine Spannung oder Stimmung.

Für Euro-Cult Fans vielleicht noch interessant: Brigitte Lahaie, vor allem aus dem franz. Kino bekannt (Jean Rollin und Co.), spielt in dem Film mit (zumindest soll sie in den HC-Szenen zu sehen sein, was mir nicht auffiel, da gespult). Macht den Film zwar nicht besser, aber als Randnotiz.

Fazit: Absolut langweiliger Mist und nicht zu empfehlen!

PS: Eine Figur namens Sabine kommt in der Fassung übrigens auch nicht vor…deutsche Titelschmiede halt (versuchte man, den Film Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo zu imitieren was den Titel angeht).

Infos:

Une femme spéciale

Frankreich 1979

R: Jean-Marie Pallardy

D: Karin Schubert, Jean-Marie Pallardy, Georges Guéret, André Koob

Laufzeit der deutschen DVD: 93:52 Min.

Gesehen am: 17.04.18

Fassungen: Siehe Durch die Hölle – der Film ist dort als gratis Bonus auf einer DVD dabei (inhaltsgleich mit der regulären Einzel-X-Rated DVD Veröffentlichung). D.h. Kinofassung sowie HC Fassung. Ich schaute (spulte) die HC Fassung durch: solide Qualität, gute deutsche Synchro. Kein Franz. Ton vorhanden. Die Kinofassung ist auch anwählbar und soll eine bessere Bildqualität haben – die HC Fassung ist nur Beigabe (Bonus).