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Freitag, 15. Februar 2019

Emanuelle and the Last Cannibals Review





Emanuelle and the Last Cannibals

Story:

Eine Reporterin (Laura Gemser) reist in den Amazonas, um über einen kannibalistischen Stamm zu recherchieren. Dabei wird sie von diversen Personen (Gabriele Tinti, Nieves Navarro, Donald O'Brien, Percy Hogan, Mónica Zanchi, Annamaria Clementi) begleitet.

Meine Meinung:

Emanuelle and the Last Cannibals verbindet zwei dazumal erfolgreiche Ital. Genre miteinander: das Softsex/Erotik-Kino mit Star Laura Gemser als Emanuelle und den berühmt-berüchtigten Ital. Kannibalenfilm à la Eaten Alive, Cannibal Holocaust oder Cannibal ferox. Und der Mix kann sich sehen lassen – mit Emanuelle and the Last Cannibals lieferte der spätere Pornofilmer Joe D’Amato (Die Mörderbestien, Papaya - Die Liebesgöttin der Cannibalen, Caligula 2 - The Untold Story) eine seiner besten Arbeiten nebst Buio Omega und Man-Eater.

Ich finde sogar – im direkten Vergleich zu Buio Omega und Man-Eater, dass Emanuelle and the Last Cannibals der leicht bessere Film ist, da einfach deutlich stimmungsvoller. Der Film bietet eine perfekte Schmuddel- und Sleaze-Stimmung. Was Suspense, stimmungsvolle Bilder und Atmosphäre angehen, sah ich Joe D’Amato im Gegensatz zu anderen Ital. Regisseuren immer eine Stufe tiefer – aber nicht diesen Film betreffend.

Emanuelle and the Last Cannibals hat mir z.B. mehr Spass bereitet als ein Eaten Alive – und das soll schon was heissen. Der Mix aus Erotik, hier und da etwas Schmuddel/Sleaze (der Film bietet diverse Szenen, die man heute so im Film nicht mehr sehen würde – wegen politischer Korrektheit die heutzutage überall zu herrschen scheint) und blutiger Kannibalen-Action (am Anfang des Filmes, später als snuffartige Film-im-Film Elemente und danach erst im letzten ¼ wieder) funktioniert erstaunlich gut. Kein Wunder, da beide Genres die Menschen in Europa und ausserhalb in die Kinos lockten. Speziell die Italiener waren gut darin, solche Trends bis zu den letzten Minuten voll auszukosten – was Geld einbrachte, wurde gedreht so lange es Gewinn bedeutete.

Man muss sich einfach auf mehr Erotik als Kannibalen-Action einstellen und wissen, dass man mit den Kannibalen sparsam umging (und diese erst im Finale so richtig zuschlagen). Dann funktioniert es auch mit den richtigen Erwartungen. Was der Stimmung nebst exotischen Darstellern und exotischer Schaulätze gut tat war der hörenswerte, perfekt passende Soundtrack von Nico Fidenco. Das war auch einer der Gründe, warum ich den Film in einer weiteren Version kaufte (mehr dazu unter Fassungen).

Die blutigen Effekte von Fabrizio De Angelis* sind auch gut getrickst – blutig, derb und zum Teil auch in Kombination Erotik und Gewalt auftretend, was gut zum Film und den aufeinander prasselnden Genres Softsex und Kannibalenfilm passt. Es gibt jedoch deutlich weniger blutige Effekte und Fressszenen zu sehen als bei filmischen Kollegen wie Cannibal ferox, Eaten Alive oder Cannibal Holocaust. Da sollte man auch mit den richtigen Erwartungen an den Film gehen.

*der sonst vor allem als Regisseur (wahrscheinlich sein bester Film: Killer Crocodile) in Erscheinung trat – in der imdb sind keine weiteren Arbeiten als Spezialeffekte-Künstler aufgeführt. Ob er nach dieser Arbeit diesbezüglich genug hatte?

Was die Darsteller betrifft, griff man auf die Exotin Laura Gemser zurück, welche in vielen ital. Filmen dieser Genres und Zeitspanne mitwirkte. Sie kennt der Fan u.a. aus Black Emanuelle (einer ihrer ersten Rollen), Die Nonne und das Biest (weitere Zusammenarbeit zwischen Gemser und der Bernerin Mónica Zanchi), In der Gewalt der Zombies (erneut Zusammenarbeit mit Regisseur Joe D’Amato), Die Nackte von Sados (Skandalfilm, da eine minderjährige Livia Russo dort Nacktszenen spielte), Murder Obsession (sehenswerter Italo Horror, der als US-Blu Ray noch auf der Wunschliste steht da Ital. Ton Fassung) oder Laura - Eine Frau geht durch die Hölle (wie Teil 2 von Bruno Mattei – Wechsel ins WIP – Women in Prison Genre).

Interessant und was ich bis vor kurzem nicht wusste (nur dank dem Bonusmaterial der Severin Disc): Mónica Zanchi, welche in dem Film in einigen Erotikszenen zu sehen ist (unter anderem mit Laura Gemser in einem See) und die auch in anderen Filmen mit Laura Gemser vor die Kamera trat (Die Nonne und das Biest) ist Schweizerin bzw. Bernerin – genau wie ich! Als 7jährige ist sie aber nach Italien ausgewandert wo sie in einigen Ital. (Erotik)Filmen dabei war (z.B. im grossartigen Autostop rosso sangue mit Franco Nero und David Hess) und die meisten Filme scheinen ausserhalb Italiens (oder Frankreichs) gar nie veröffentlicht worden zu sein – handelt sich vor allem um Erotikfilme. Trotzdem: interessante Info, welche ich ohne exklusives Bonusmaterial dank Severin nicht wüsste.

Fazit: Wer Ital. Kannibalen- und Emanuelle Filme mag, sollte sich diesen gelungenen Mix aus beidem nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Emanuelle e gli ultimi cannibali

Italien 1977

R: Joe D’Amato

D: Laura Gemser, Gabriele Tinti, Nieves Navarro, Donald O'Brien, Percy Hogan, Mónica Zanchi, Annamaria Clementi

Laufzeit der US-Blu Ray: 93:06 Min.

Gesehen am: 2004 / Review überarbeitet: 15.12.18

Fassungen: Mir lagen die UK Blu-Ray von 88 Films und später die US Blu-Ray von Severin vor. Die UK Disc kaufte ich damals, da neuster Master und vor allem Ital. Ton mit englischen Subs (daher wurde meine US DVD, nur Englisch Dubbed, aussortiert). Die US-Disc kaufte ich trotzdem, da die UK Frame-Cuts hat und vor allem im Gegensatz zur neueren US-Scheibe eine schlechte d.h. zu dunkler Bildqualität bietet. Die Fassung von Severin, welche Uncut ist ohne Frame-Cuts und exklusive Extras bietet (neue Interviews mit Stars aus dem Film), bietet zudem eine viel bessere, hellere Bildqualität. Kauf nicht bereut. Ital. Ton und englische Subs bietet Severin auch. Film gibt es in Deutsch nur Uncut auf DVD von X-Rated oder XT-Video. PS: Und vor allem ist bei der US-Disc noch der Soundtrack als CD im Set!

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